Kernenergie - eine Lösung gegen den Klimawandel?

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Welcher der folgenden Aussagen zur Kernenergie in Deutschland würden Sie am ehesten zustimmen?

Wir sollten aus der Kernkraft aussteigen wie beschlossen, da sie zu große Risiken birgt
25
42%
Wir sollten die Laufzeit der bereits bestehenden Kernkraftwerke ausdehnen, aber keine neuen bauen
8
14%
Wir sollten die Laufzeit der bereits bestehenden Kernkraftwerke ausdehnen und darüber hinaus neue bauen
18
31%
Ich halte die These, dass mittels Kernkraft der CO2-Ausstoß wesentlich verringert werden kann, für falsch
3
5%
Ich halte nichts von der These, dass der Mensch über CO2-Ausstoß zum Klimawandel beiträgt
5
8%
 
Abstimmungen insgesamt: 59
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Kamikaze
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Re: Kernenergie - eine Lösung gegen den Klimawandel?

Beitragvon Kamikaze » Mi 29. Jul 2020, 06:56

Was neues in Sachen Kernfusion:

Hoffnung ist, dass um die Jahre 2050 bis 2055 - also gut ein Jahrzehnt nachdem wir mit ITER die Machbarkeit nachgewiesen haben - die Kernfusion anfängt, ihren Anteil an der Energieversorgung der Menschheit zu leisten."

Selbst das halten nicht wenige für Zweckoptimismus.


Quelle: https://www.tagesschau.de/ausland/iter- ... h-101.html
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Re: Kernenergie - eine Lösung gegen den Klimawandel?

Beitragvon sünnerklaas » Mi 29. Jul 2020, 07:38

aleph hat geschrieben:(24 Jul 2020, 19:57)

Die eine ist die sonne, die andere das erdinnere, also erdkern oder erdmantel.


...und bevor man Richtung Erdkern ginge, um da Kernbrennstoffe zu gewinnen, sollte man eher die Erdwärme zur Energiegewinnung nutzen. Erdwärme steht praktisch unbegrenzt zur Verfügung. Und zwar schon in Tiefen, die recht einfach zu erreichen sind.
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schokoschendrezki
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Re: Kernenergie - eine Lösung gegen den Klimawandel?

Beitragvon schokoschendrezki » Mi 29. Jul 2020, 09:52

Tom Bombadil hat geschrieben:(28 Jul 2020, 16:53)

Wie stellst du dir das vor gegen den Willen der dort ansässigen Bevölkerung?



Nicht dass ich wüsste, dass die nach ihrem Willen befragt wurden.

Es sind im wesentlichen drei Gründe, warum das Desertec-Projekt gescheitert ist:

- Überambitioniertheit nach außen und schlichte kurzfristige Gewinnorientierung nach innen:
Die präzisen Planzahlen und gewaltigen Summen weckten hohe Erwartungen in Politik und Wirtschaft auf konkrete Umsetzung. Doch Geld wollten die Dii-Mitglieder dann nicht in die Hand nehmen. Während sie nach außen den Eindruck erweckten, sie wollten mit Milliardeninvestments eine Zukunftsvision Wirklichkeit werden lassen, stritten sich die Firmen in den Hinterzimmern schon um Mitgliedsbeiträge von einigen Zehntausend Euro.


- Man hatte in der Projektierungsphase den schnellen Ausbau der EE-Produktion in Deutschland überhaupt noch nicht auf dem Schirm

- Am Ende sah es so aus, dass gewinnbringend Solarstrom eigentlich nur an die Länder Nordafrikas selbst verkauft werden können. Und das wirft noch einmal ein bezeichnendes Licht auf die Hysterie, die mit einer angeblich nicht ausreichenden Grundlastversorgung der EE verbreitet wird. Ganz grundsätzlich ist Energie mehr als genug da.

https://www.welt.de/wirtschaft/energie/article133207028/Drei-Gruende-warum-Desertec-scheitern-musste.html

Die Realisierung einer Grundlastversorgung Europas durch Solarenergie aus dem Raum Nordafrika/Nahost kostet ungefähr soviel wie die nun beschlossenen EU-Corona-Hilfsgelder. Das sollte man sich nochmal durch den Kopf gehen lassen.
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Re: Kernenergie - eine Lösung gegen den Klimawandel?

Beitragvon Kohlhaas » Mi 29. Jul 2020, 13:19

Orbiter1 hat geschrieben:(28 Jul 2020, 21:34)Wasserstoff erzeugt mit Hilfe von Atomstrom, ob das hierzulande wohl auf Akzeptanz stößt?

Das wird weder auf Akzeptanz stoßen noch Chancen auf eine Umsetzung haben. Es gibt in Europa und der näheren Umgebung genügend Flächen, auf denen man mittels Photovoltaik ausreichend grünen Wasserstoff erzeugen kann. Stichwort: Sahara. Es gibt Untersuchungen, dass Saudi-Arabien mit Photovoltaik auf einem Prozent der Fläche des Landes genauso viel Energie produzieren könnte, wie jetzt in Form von Erdöl exportiert wird. Ähnliches wäre auch in Algerien, Libyen... etc denkbar.

Die Russen fürchten nur, dass bald niemand mehr ihr Erdgas abnehmen wird.

Das hängt alles immer mit dem möglichen Zugang zu den Produktionsstätten von grünem Wasserstoff zusammen. Beispiel Japan: Die sind am weitesten fortgeschritten auf dem Weg zu einer Wasserstoffwirtschaft. Dort wird Wasserstoff allerdings mit Atomstrom hergestellt, weil es einfach kaum andere Möglichkeiten gibt.
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Re: Kernenergie - eine Lösung gegen den Klimawandel?

Beitragvon Tom Bombadil » Mi 29. Jul 2020, 15:23

schokoschendrezki hat geschrieben:(29 Jul 2020, 09:52)

Nicht dass ich wüsste, dass die nach ihrem Willen befragt wurden.

Wie stellst du dir vor, ganz Nordafrika und Arabien gegen den Willen der dortigen Bevölkerung politisch zu stabilisieren?

Die Realisierung einer Grundlastversorgung Europas durch Solarenergie aus dem Raum Nordafrika/Nahost kostet ungefähr soviel wie die nun beschlossenen EU-Corona-Hilfsgelder.

Und wie viel wird die politische Stabilisierung Nordafrikas gegen den Willen der dortigen Bevölkerung kosten?
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Re: Kernenergie - eine Lösung gegen den Klimawandel?

Beitragvon Ammianus » Mi 29. Jul 2020, 15:36

Mit der Ausnahme Tunesiens können in Nordafrika nur autoritäre Regime verhindern, dass durch demokratische Wahlen der politische Islam zur Macht gelangt. Welche Auswirkungen dann eine irrational hinterlegte Herrschaft auf ein so in Abhängigkeit bringendes Projekt hätte, lässt sich nur schwer ausmalen.
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Re: Kernenergie - eine Lösung gegen den Klimawandel?

Beitragvon Perkeo » Sa 1. Aug 2020, 09:38

Kohlhaas hat geschrieben:(29 Jul 2020, 13:19)
Das hängt alles immer mit dem möglichen Zugang zu den Produktionsstätten von grünem Wasserstoff zusammen. Beispiel Japan: Die sind am weitesten fortgeschritten auf dem Weg zu einer Wasserstoffwirtschaft. Dort wird Wasserstoff allerdings mit Atomstrom hergestellt, weil es einfach kaum andere Möglichkeiten gibt.

Ich sehe nicht dass Japan irgendwelche Möglichkeiten fehlen die Deutschland zur Verfügung stehen.
Wir haben zwei Möglichkeiten: Die Lücken, die die Erneuerbaren noch lassen mit Kernenergie oder mit Braunkohle aus dem Tagebau zu schließen. Es geht nicht ohne Brückentechnologie. Und das ist keine Prognose der jemand widersprechen kann, denn der deutsche Atomausstieg liegt nicht in der Zukunft, sondern im Hier und Jetzt.
Es gibt nicht und gab auch nur eine Rivalität zwischen Erneuerbaren und Kernenergie, sondern nur zwischen Atomausstieg und Kohleausstieg - und Deutschland hat mit wehenden Fahnen falsch entschieden.
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Re: Kernenergie - eine Lösung gegen den Klimawandel?

Beitragvon Kohlhaas » Sa 1. Aug 2020, 12:33

Perkeo hat geschrieben:(01 Aug 2020, 09:38)

Ich sehe nicht dass Japan irgendwelche Möglichkeiten fehlen die Deutschland zur Verfügung stehen.
Wir haben zwei Möglichkeiten: Die Lücken, die die Erneuerbaren noch lassen mit Kernenergie oder mit Braunkohle aus dem Tagebau zu schließen. Es geht nicht ohne Brückentechnologie. Und das ist keine Prognose der jemand widersprechen kann, denn der deutsche Atomausstieg liegt nicht in der Zukunft, sondern im Hier und Jetzt.
Es gibt nicht und gab auch nur eine Rivalität zwischen Erneuerbaren und Kernenergie, sondern nur zwischen Atomausstieg und Kohleausstieg - und Deutschland hat mit wehenden Fahnen falsch entschieden.

Deutschland hat entschieden, sowohl aus der Kernenergie als auch aus der Kohle (leider zu spät!) auszusteigen. Das war die richtige Entscheidung.

Wir brauchen weder Atomkraft noch Braunkohle. Wenn eine Brückentechnologie nötig ist, dann wäre Erdgas das Mittel der Wahl. Ist nicht so umweltschädlich wie Kohle, ist deutschlandweit verfügbar und ließe sich problemlos nach und nach durch regenerativ erzeugtes "synthetisches" Erdgas ersetzen.
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Re: Kernenergie - eine Lösung gegen den Klimawandel?

Beitragvon Ove Haithabu » Sa 1. Aug 2020, 16:26

aleph hat geschrieben:(24 Jul 2020, 19:57)

Das Problem an der Kernenergie ist zum einen ihre begrenzte Verfügbarkeit, die Vorräte an brennbarem material sind begrenzt, zum anderen die geologisch signifikante zeit, in der die abfälle tödliche strahlung abgeben. Es gäbe zwei sichere lagerungsstätten. Leider sind die sehr unzugänglich. Die eine ist die sonne, die andere das erdinnere, also erdkern oder erdmantel.


Das Erdinnere als Müllkippe für Atomschrott zu nutzen halte ich für höchst gefährlich. Das hört sich mehr nach "Aus den Augen - aus dem Sinn" an. Wenn sich das Gelumpe dann doch nicht einfach auflöst und weg ist sondern schmilzt und sich verteilt und so den Planeten von innen heraus auf Jahrtausende verseucht brauchen wir uns über den Klimawandel keine Gedanken mehr machen denn die Erde wäre dann eh nicht mehr bewohnbar.

Bezüglich Sonne ist das auch nicht anderes, warum sollte man die Sonne radioaktiv verseuchen ? Vielleicht brauchen wir die noch in den nächsten Jahrtausenden. Das wär gar nicht mehr rückgängig zu machen. Außerdem wären dazu zig Raketenstarts und Transporte zu Abschußrampen nötig was die Kosten der Atomkraft dann immens hochtreibt. Und wenn auch nur einer der Raketenstarts schief geht, ist der radioaktive Schrott in der Atmosphäre verteilt. Nein danke.
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Re: Kernenergie - eine Lösung gegen den Klimawandel?

Beitragvon aleph » Sa 1. Aug 2020, 16:39

Ove Haithabu hat geschrieben:(01 Aug 2020, 16:26)

Das Erdinnere als Müllkippe für Atomschrott zu nutzen halte ich für höchst gefährlich. Das hört sich mehr nach "Aus den Augen - aus dem Sinn" an. Wenn sich das Gelumpe dann doch nicht einfach auflöst und weg ist sondern schmilzt und sich verteilt und so den Planeten von innen heraus auf Jahrtausende verseucht brauchen wir uns über den Klimawandel keine Gedanken mehr machen denn die Erde wäre dann eh nicht mehr bewohnbar.

Bezüglich Sonne ist das auch nicht anderes, warum sollte man die Sonne radioaktiv verseuchen ? Vielleicht brauchen wir die noch in den nächsten Jahrtausenden. Das wär gar nicht mehr rückgängig zu machen. Außerdem wären dazu zig Raketenstarts und Transporte zu Abschußrampen nötig was die Kosten der Atomkraft dann immens hochtreibt. Und wenn auch nur einer der Raketenstarts schief geht, ist der radioaktive Schrott in der Atmosphäre verteilt. Nein danke.

Unser radioaktives material stammt aus dem erdinneren, die sonne ist sehr radioaktiv
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Re: Kernenergie - eine Lösung gegen den Klimawandel?

Beitragvon Lenny » Sa 1. Aug 2020, 20:45

Kohlhaas hat geschrieben:Die Russen fürchten nur, dass bald niemand mehr ihr Erdgas abnehmen wird.


eigentlich fürchten die amis, das die wir den russen das erdgas abnehmen, aber das ist nur ein marginaler unterschied :D

irgendeiner fürchtet sich, im zusammenhang mit erdgas :)
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Re: Kernenergie - eine Lösung gegen den Klimawandel?

Beitragvon aleph » Sa 1. Aug 2020, 23:02

Ove Haithabu hat geschrieben:(01 Aug 2020, 16:26)

Außerdem wären dazu zig Raketenstarts und Transporte zu Abschußrampen nötig was die Kosten der Atomkraft dann immens hochtreibt. Und wenn auch nur einer der Raketenstarts schief geht, ist der radioaktive Schrott in der Atmosphäre verteilt. Nein danke.

Ja, das gilt für jeglichen Einsatz von Kernenergie im Erdnahen Weltraum. Wenn man z.b. nahende Asteroiden mit Atomwaffen zertrümmert, gibt es dann Millionen von radioaktiv verseuchten asteroidenteilchen, die auf Planeten treffen können.

Die Sonne als Entlagerung an sich ist unproblematisch, da entsteht allein durch die Kernfusion jede Menge radioaktive Strahlung. Das Erdinnere ist ebenfalls radioaktiv, durch diese Strahlung wird ja auch Wärme frei
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Re: Kernenergie - eine Lösung gegen den Klimawandel?

Beitragvon Atue001 » Sa 1. Aug 2020, 23:54

Perkeo hat geschrieben:(01 Aug 2020, 09:38)

Ich sehe nicht dass Japan irgendwelche Möglichkeiten fehlen die Deutschland zur Verfügung stehen.
Wir haben zwei Möglichkeiten: Die Lücken, die die Erneuerbaren noch lassen mit Kernenergie oder mit Braunkohle aus dem Tagebau zu schließen. Es geht nicht ohne Brückentechnologie. Und das ist keine Prognose der jemand widersprechen kann, denn der deutsche Atomausstieg liegt nicht in der Zukunft, sondern im Hier und Jetzt.
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Es zeigt sich heute ganz klar, dass neue Atomkraftwerke bei den Kosten mit regenerativen Energien einfach nicht mithalten können. Und das selbst dann nicht, wenn man wie üblich die Folgekosten für die noch immer ungeklärte Lösung für den radioaktiven Müll nicht vollumfänglich mit in die Kostenrechnung einbezieht.

Deutschland könnte schon weitaus weiter sein bei der Umstellung auf regenerative Energien, wenn nicht immer wieder in den vergangenen 16 Jahren massiv durch CDU/CSU-geführte Regierungen eingebremst worden wäre. Wir haben so viele tausend Arbeitsplätze im Bereich der regenerativen Energien verloren - mehr als durch die Stilllegung veralteter Kohle- und Atomkraftwerke verloren gehen werden - Arbeitsplätze, die man auch noch teuer über den Steuerzahler nachsubventioniert, während man Zukunftstechnologien erfolgreich abgewürgt und ins Ausland verloren hat.
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Re: Kernenergie - eine Lösung gegen den Klimawandel?

Beitragvon Tom Bombadil » So 2. Aug 2020, 09:33

Ein Spambeitrag musste verschoben werden, bitte auf der Sachebene bleiben.
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Re: Kernenergie - eine Lösung gegen den Klimawandel?

Beitragvon Tom Bombadil » So 2. Aug 2020, 09:38

Atue001 hat geschrieben:(01 Aug 2020, 23:54)

... während man Zukunftstechnologien erfolgreich abgewürgt und ins Ausland verloren hat.

Welche Zukunftstechnologien wären das, die man erfolgreich abgewürgt hat? Der "Sonnenkönig" Asbeck ist dank Subventionen zum mehrhundertfachen Millionär geworden, daran kann es also nicht liegen. Dass die Fertigung von Solarzellen in China günstiger möglich ist, kann man der dt. Politik kaum anlasten oder soll man in D Hungerlöhne einführen? Auch moderne Windräder kann man kaum als Zukunftstechnologie bezeichnen.
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Re: Kernenergie - eine Lösung gegen den Klimawandel?

Beitragvon Ebiker » So 2. Aug 2020, 09:50

hmm. vor ein paar Wochen ging durch die Presse das die Kosten für Solarstrom in den Golfstaaten auf unter 2ct gesunken sind. Trotzdem wurde dort kürzlich ein AKW eröffnet. Scheint sich trotzdem zu rechnen
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Re: Kernenergie - eine Lösung gegen den Klimawandel?

Beitragvon Tom Bombadil » So 2. Aug 2020, 10:13

Selbst in den Golfstaaten scheint in der Nacht keine Sonne :) Die vielgepriesenen Speichertechnologien gibt es offensichtlich noch nicht im großen Maßstab. Ich verstehe nicht, dass man die Studien des IPCC ignoriert, die in den meisten Szenarien einen deutlichen Ausbau der Kernenergie vorsehen, um das 1,5°C Ziel noch erreichen zu können.
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Re: Kernenergie - eine Lösung gegen den Klimawandel?

Beitragvon H2O » So 2. Aug 2020, 11:22

Tom Bombadil hat geschrieben:(02 Aug 2020, 10:13)

Selbst in den Golfstaaten scheint in der Nacht keine Sonne :) Die vielgepriesenen Speichertechnologien gibt es offensichtlich noch nicht im großen Maßstab. Ich verstehe nicht, dass man die Studien des IPCC ignoriert, die in den meisten Szenarien einen deutlichen Ausbau der Kernenergie vorsehen, um das 1,5°C Ziel noch erreichen zu können.


Man muß sich nur klar machen, welche Folgen ein Unfall eines Kernkraftwerks wie Tschernobyl oder Fukushima im dicht besiedelten Deutschland hätte, und wie man die strahlenden Abfälle dieser Technologie sicher vor böswilligem Zugriff lagern müßte. Diese Diskussion ist deshalb völlig zu Recht vor 20 Jahren mit politischer Mehrheit im Bundestag zu den Akten gelegt worden.

Der Besitz von AKW hat nach meinem Verständnis ganz andere Beweggründe, die nichts mit Energieversorgung zu tun haben.
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Re: Kernenergie - eine Lösung gegen den Klimawandel?

Beitragvon Tom Bombadil » So 2. Aug 2020, 12:01

Weder Tschernobyl noch Fukushima können in Deutschland vorkommen, außerdem wären moderne Reaktoren sicherer als die alten Dinger aus den 60er und 70er Jahren. Ja, die Endlagerfrage ist ungelöst, aber da würde ich den Wissenschaftlern vertrauen, dass sie Lösungen finden, um die alten Kernbrennstoffe zu recyclen.
Deutschland geht halt den teuersten Sonderweg, den man sich nur vorstellen kann, mästet damit eine neue Lobby und man kann nur hoffen, dass Deutschland nicht der Saft ausgeht.
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Re: Kernenergie - eine Lösung gegen den Klimawandel?

Beitragvon H2O » So 2. Aug 2020, 12:38

Tom Bombadil hat geschrieben:(02 Aug 2020, 12:01)

Weder Tschernobyl noch Fukushima können in Deutschland vorkommen, außerdem wären moderne Reaktoren sicherer als die alten Dinger aus den 60er und 70er Jahren. Ja, die Endlagerfrage ist ungelöst, aber da würde ich den Wissenschaftlern vertrauen, dass sie Lösungen finden, um die alten Kernbrennstoffe zu recyclen.
Deutschland geht halt den teuersten Sonderweg, den man sich nur vorstellen kann, mästet damit eine neue Lobby und man kann nur hoffen, dass Deutschland nicht der Saft ausgeht.


Wo gewirtschaftet wird, da werden Leute versuchen, öffentliche Gelder in ihre Kassen zu leiten. Das ist mit Sicherheit kein Sondermerkmal der neu aufkommenden Betriebe.

Sie beanstanden zu Recht, daß die notwendigen Energiespeicher für Dunkelflauten noch nicht in der Menge und Größe verfügbar sind, die man als Dauerlösung abhaken könnte. Aber die Konzepte gibt es, und man ringt mehr oder weniger um die beste Lösung, die dann wohl auch die wirtschaftlichste sein wird. Ähnliche Bedenken hätte ich bei der Neutralisierung der strahlenden Abfälle aus AKW. Da ist mir kein Konzept bekannt, das wenigstens im kleinen Maßstab Erfolg verspricht.

Ich glaube auch nicht, daß ein AKW-Unfall wie in Fukushima oder Tschernobyl uns 1:1 heimsuchen wird. Der Schwachpunkt sind wir Menschen selbst. Uns wird schon etwas mißlingen, was noch nie zuvor jemandem mißlungen ist. Und dann haben wir den Salat! Es hat schon seinen Grund, daß selbst Frankreich sich allmählich aus der AKW-Vollversorgung zurück zieht.

Kann schon sein, daß sich unser Land in eine böse Klemme hineinwirtschaftet. Es kann aber auch umgekehrt so sein, daß wir am Ende des Weges eine konkurrenzlos günstige Energieversorgung mit Wasserstoffwirtschaft hingestellt haben, und daß wir die damit verbundenen Innovationen weltweit vermarkten können. Um Kopf und Kragen geht es jetzt aber nicht... und dann sollten wir geduldig unseren Weg verfolgen.

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