Das Virus und der Urlaub

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Meine Reisepläne

Umfrage endete am Mi 11. Mär 2020, 19:55

1. Ich habe noch nichts gebucht und warte ab
3
23%
2. Ich habe gebucht und werde die Reise antreten.
5
38%
3 Ich habe gebucht und werde die Reise stornieren.
4
31%
4. Ich verreise in diesem Jahr nicht.
1
8%
 
Abstimmungen insgesamt: 13
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Senexx
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Re: Das Virus und der Urlaub

Beitragvon Senexx » Di 28. Jul 2020, 19:17

yogi61 hat geschrieben:(28 Jul 2020, 13:17)

Die Zahl der nachgewiesenen Corona-Infektionen ist in mehreren spanischen Regionen stark gestiegen. Das Auswärtige Amt reagiert mit neuen Reisehinweisen - unter anderem für die Costa Brava.

Wegen des deutlichen Anstiegs der Corona-Infektionen in Spanien rät das Auswärtige Amt von touristischen Reisen in mehrere Regionen des beliebtesten Urlaubslands der Deutschen ab. Betroffen sind Katalonien mit der Touristenmetropole Barcelona und den Stränden der Costa Brava sowie die westlich davon im Landesinneren liegenden Regionen Aragón und Navarra. Die Balearen mit der beliebten Ferieninsel Mallorca oder die Kanaren bleiben verschont.


https://www.tagesschau.de/ausland/reise ... n-101.html

Das ist mal einen ganze schwache Ansage des Auswärtigen Amtes. Es gibt noch keine Reisewarnung. Dem Auswärtigen Amt dürfte durchaus bewusst sein,dass es da jetzt tausende Menschen betrifft, die jetzt oder in den nächsten Wochen entweder ihren Flug oder meist sogar eine Pauschalreise mit Hotel bereits gebucht haben. Keiner von denen hat jetzt die Möglichkeit die Reise zu stornieren und sein Geld erstattet zu bekommen. Wenn man schon warnt, was ja für diese Gebiete aus jetziger epidemiologischer Sicht völlig richtig ist, dann doch wohl richtig und rechtsverbindlich.
So nimmt man in Kauf, dass die Urlauber eben einen grossen Teil ihrers Geldes abschreiben können, oder ob sie dem Prinzip (Nach mir die Sinnflut) folgen und mit Kind und Kegel trotzdem reisen und mit dem enormen Risiko einer breiten Streuung das Virus wieder hier schön verteilt und praktisch ohne Nachverfolgungsmöglichkeit ins Land bringen. Für mich ist das völlig unverständlich, Tourismusindustrie hin oder her.

Es ist völlig unverantwortlich, derzeit nach Spanien in Urlaub zu reisen.

Wer es tut, muss dafür die Konsequenzen tragen.

Spanien hat fast 30000 Coronatote, die meisten in Katalonien und Madrid.

Man muss die Spanier zur Rede stellen und verlangen, daß sie ihr marodes Gesundheitswesen auf Vordermann bringen. Ein Tourismusboykott wirkte Wunder.
Niemals "copy+paste". ALLES selbst verfasst.
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Re: Das Virus und der Urlaub

Beitragvon Calvadorius » Mi 29. Jul 2020, 00:09

Senexx hat geschrieben:(28 Jul 2020, 19:17)

Es ist völlig unverantwortlich, derzeit nach Spanien in Urlaub zu reisen.

Wer es tut, muss dafür die Konsequenzen tragen.

Spanien hat fast 30000 Coronatote, die meisten in Katalonien und Madrid.

Man muss die Spanier zur Rede stellen und verlangen, daß sie ihr marodes Gesundheitswesen auf Vordermann bringen. Ein Tourismusboykott wirkte Wunder.


Blödsinn.

Das span. Gesundheitswesen kann für die (auch deutschen) Deppen nix, die "keine Lust mehr auf Corona haben", denen in Feierlaune Masken und Abstand sonstwo vorbeigehen.
Die triffst Du aber allenthalben, nicht bloß in Spanien, so wurde vor wochenfrist in Oberursel (Dtld.) ein Badesee gesperrt, weil halt die "Coronamüden" sowas wie Abstand (oder Masken) nicht kennen wollten.

Das war freilich zu erwarten.

OK, packen wir sie am Geldbeutel:

Sars-cov-2-Test zwingend und kostenpflichtig, evtl. notwendige Quarantäne ohne Lohnfortzahlung.

No risk no fun.
Leben ist eine sexuell übertragbare Krankheit, die in jedem Fall tödlich endet.
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Re: Das Virus und der Urlaub

Beitragvon Senexx » Mi 29. Jul 2020, 00:19

Die 30000 Coronatoten in Spanien gehen nicht auf das Konto von Ballermännern.

Und die jetzigen Ausbrüche ebenfalls nicht.
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Re: Das Virus und der Urlaub

Beitragvon Calvadorius » Mi 29. Jul 2020, 00:37

Senexx hat geschrieben:(29 Jul 2020, 00:19)

Die 30000 Coronatoten in Spanien gehen nicht auf das Konto von Ballermännern.

Und die jetzigen Ausbrüche ebenfalls nicht.


Die 30000 starben auch nicht während der dt. Urlaubssaison.
:rolleyes:

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Re: Das Virus und der Urlaub

Beitragvon unity in diversity » Mi 29. Jul 2020, 01:02

Calvadorius hat geschrieben:(29 Jul 2020, 00:09)

Blödsinn.

Das span. Gesundheitswesen kann für die (auch deutschen) Deppen nix, die "keine Lust mehr auf Corona haben", denen in Feierlaune Masken und Abstand sonstwo vorbeigehen.
Die triffst Du aber allenthalben, nicht bloß in Spanien, so wurde vor wochenfrist in Oberursel (Dtld.) ein Badesee gesperrt, weil halt die "Coronamüden" sowas wie Abstand (oder Masken) nicht kennen wollten.

Das war freilich zu erwarten.

OK, packen wir sie am Geldbeutel:

Sars-cov-2-Test zwingend und kostenpflichtig, evtl. notwendige Quarantäne ohne Lohnfortzahlung.

No risk no fun.

Ursache kann Fatalismus sein:
Wenn wir nicht dauerhaft mit Einschränkungen leben wollen, hilft nur Augen zu und durch.
Dauerhafte Folgeschäden sind zwar möglich, treffen aber hoffentlich andere.
Der nächste Lockdown ist eh sicher und schon eingepreist, oder wozu die sinnfreie, weil alles verharmlosende Hammer&Dance-Propaganda?
Man hätte ja langsamer lockern können, wenn es sooo wichtig ist, den Hammer zu verhindern.
Shit happens und geht zur Tagesordnung über.
Mitnehmen, was noch geht, könnte der letzte Urlaub und die letzte Party gewesen sein.
Wer weiß schon, was man sich nächstes Jahr noch leisten kann, wenn der Tsunami durch ist.
Mit dem sowieso jeder im Herbst rechnet.
Das ist zwar Leichtsinn, aber mental verständlich, weil Menschen gesellige Wesen mit Beobachtungsgabe sind. Politiker und Wirtschaft sind ein ungleiches Paar.
Ob der Griff in den Geldbeutel Abhilfe schafft, oder zu mehr Fatalismus führt?
Gretas Generation FFF war ja noch "hausgemacht", aber eine Generation Corona wird ein echtes Zukunftsproblem.

Kampagnenmüdigkeit spielt auch mit rein, weil man kein Volk im permanenten Alarmzustand halten kann.
Das erkennt man, wenn der RKI-Chef vor die Kameras tritt, ein besorgtes Gesicht macht und das Publikum mit der Bemerkung: „jetzt reichts, morgen früh geht der Flieger“, den Fernseher ausschaltet.
Für jedes Problem gibt es 2 Lösungsansätze:
Den Falschen und den Unsrigen.
Aus den USA.
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Re: Das Virus und der Urlaub

Beitragvon Senexx » Do 30. Jul 2020, 12:50

Jetzt gibt es Streit um die Finanzierung der Zwangstests für rückkehrende Urlauber aus Risikogebieten. Spahn will die Krankenkassen zahlen lasse, die Sozen sind dagegen, dass die Allgemeinheit zahlt.

Das wäre auch ein Skandal: Risikogänger sollen gefälligst selbst zahlen.
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Re: Das Virus und der Urlaub

Beitragvon Sören74 » Do 30. Jul 2020, 13:09

Senexx hat geschrieben:(29 Jul 2020, 00:19)

Die 30000 Coronatoten in Spanien gehen nicht auf das Konto von Ballermännern.

Und die jetzigen Ausbrüche ebenfalls nicht.


Die 30.000 Coronatoten in Spanien sagen allenfalls was über die Vergangenheit aus. Derzeit sterben ungefähr 2 Menschen pro Tag an Covid-19 in Spanien.
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Re: Das Virus und der Urlaub

Beitragvon Senexx » Do 30. Jul 2020, 13:42

Was soll uns dieser Beitrag sagen?
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Re: Das Virus und der Urlaub

Beitragvon Tom Bombadil » Do 30. Jul 2020, 14:46

Man hätte keine Urlaubsreisen erlauben dürfen, das war ein großer Fehler. Hoffentlich müssen wir das nicht mit einem erneuten Lockdown und Grenzschließungen büßen, denn dann geht es der Wirtschaft richtig an den Kragen.
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Re: Das Virus und der Urlaub

Beitragvon Sören74 » Do 30. Jul 2020, 15:53

Tom Bombadil hat geschrieben:(30 Jul 2020, 14:46)

Man hätte keine Urlaubsreisen erlauben dürfen, das war ein großer Fehler.


Warum? Aus der Kosten-Nutzen-Betrachtung heraus ist es durchaus angemessen, einen gewissen Zuwachs an Neuinfektionen zuzulassen, wenn damit viele Unternehmen und Städte vor der Pleite gerettet werden.
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Re: Das Virus und der Urlaub

Beitragvon yogi61 » Do 30. Jul 2020, 18:12

Sören74 hat geschrieben:(30 Jul 2020, 15:53)

Warum? Aus der Kosten-Nutzen-Betrachtung heraus ist es durchaus angemessen, einen gewissen Zuwachs an Neuinfektionen zuzulassen, wenn damit viele Unternehmen und Städte vor der Pleite gerettet werden.


Das ist aber leider eine Milchmächenrechnung. Wenn die Infektionszahlen steigen, dürften viele Unternehmen überhaupt nicht begeistert sein. Jede Patient kostet Geld und jeder der in die Firma spaziert und Kollegen infiziert, kostet seinem Unternehmen noch sehr viel mehr Geld. Da rede ich noch nicht einmal von einem Lockdown. Wenn man ein Virus und seine Verbreitung noch nicht richtig versteht, ist man auch nicht in der Lage eine Dosierung der Neuinfektionen vorzunehmen.
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Re: Das Virus und der Urlaub

Beitragvon Sören74 » Do 30. Jul 2020, 18:20

yogi61 hat geschrieben:(30 Jul 2020, 18:12)

Das ist aber leider eine Milchmächenrechnung. Wenn die Infektionszahlen steigen, dürften viele Unternehmen überhaupt nicht begeistert sein. Jede Patient kostet Geld und jeder der in die Firma spaziert und Kollegen infiziert, kostet seinem Unternehmen noch sehr viel mehr Geld. Da rede ich noch nicht einmal von einem Lockdown. Wenn man ein Virus und seine Verbreitung noch nicht richtig versteht, ist man auch nicht in der Lage eine Dosierung der Neuinfektionen vorzunehmen.


Es kommt immer darauf an, in welcher Größenordnungen diese Infektionen stattfinden. Wegen einigen hundert Infektionen auf ganz Deutschland verteilt, entstehen keine großen Kosten. Und neben den Kosten durch gesundheitliche Ausfälle gibt es auf der Gegenseite auch psychische und körperliche Defizite, wenn man mit aller Gewalt Urlaubsreisen selbst in Ländern verhindern will, die sich auf einem ähnlichen Infektionsniveau wie Deutschland befinden. Zudem haben größere Firmen (auch bei uns) Regelungen getroffen, dass Urlauber, die aus Risikogebieten kommen, die nächste Zeit in HomeOffice bleiben.
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Re: Das Virus und der Urlaub

Beitragvon yogi61 » Do 30. Jul 2020, 18:36

Sören74 hat geschrieben:(30 Jul 2020, 18:20)

Es kommt immer darauf an, in welcher Größenordnungen diese Infektionen stattfinden. Wegen einigen hundert Infektionen auf ganz Deutschland verteilt, entstehen keine großen Kosten. Und neben den Kosten durch gesundheitliche Ausfälle gibt es auf der Gegenseite auch psychische und körperliche Defizite, wenn man mit aller Gewalt Urlaubsreisen selbst in Ländern verhindern will, die sich auf einem ähnlichen Infektionsniveau wie Deutschland befinden. Zudem haben größere Firmen (auch bei uns) Regelungen getroffen, dass Urlauber, die aus Risikogebieten kommen, die nächste Zeit in HomeOffice bleiben.

Es geht aber nicht nur um Risikoländer und woher hast Du die Information, dass Covid-19 Patienten der Volkswirtschaft und auch der Allgemeinheit kaum Geld kosten werden.
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Re: Das Virus und der Urlaub

Beitragvon Sören74 » Do 30. Jul 2020, 19:13

yogi61 hat geschrieben:(30 Jul 2020, 18:36)

Es geht aber nicht nur um Risikoländer


Das habe ich schon verstanden. Nur welchen Sinn macht es, Urlaubsreisen in Länder zu verbieten oder zu unterbinden, die bei den Infektionszahlen auf einem ähnlichen Niveau sind als hier? Ob sie sich wahrscheinlich hierzulande oder genauso im Ausland infizieren, spielt für die Ausbreitung der Krankheit keine wirkliche Rolle.

yogi61 hat geschrieben:und woher hast Du die Information, dass Covid-19 Patienten der Volkswirtschaft und auch der Allgemeinheit kaum Geld kosten werden.


Naja, dazu muss man jetzt keine 10 Semester VWL studiert haben, um zu verstehen, dass die Kosten für die Allgemeinheit einfach von den absoluten Infektionszahlen und der Hospitalität der Patienten abhängt. Wenn 1.000-2.000 Neuinfektionen täglich dazukämen, wäre das eine andere Größenordnung als wenn es nur 100-200 Neuinfektionen zusätzlich pro Tag wären. Wir bewegen uns eher im zweiten Szenario. Zudem hat ein User darauf hingewiesen (weiß nicht mehr genau wer es war), dass der derzeitige Anstieg der Infektionszahlen nicht wirklich durch Urlaubsreiserückkehrer stattfinden. Also volkswirtschaftlich macht es nicht viel Sinn, etwas zu verbieten, was auf die derzeitige Kostensteigung nur wenig Einfluss hat und zusätzlich die Bevölkerung auf Erholung verzichten sollen, mit all den Effekten, die das nach sich zieht. Diese Art von Diskussion haben wir auch bei den ersten Lockerungen Ende April geführt, wo ein Teil meinte, man sollte keine Öffnungen bei Geschäften und Spielplätzen vornehmen, weil uns das noch mehr kostet. Wir sind jetzt gerade dabei, die gesamten Kosten abzuschätzen, die die Maßnahmen alle mit sich geführt haben. Und ich finde schon, dass es sich abzeichnet, dass es nicht sonderlich sinnvoll ist, alles der Covid-19-Prävention unterzuordnen. Es muss einfach ein ständiger Ausgleich von Interessen und Risiken stattfinden. Nichts zu tun gegen das Virus kostet uns volkswirtschaftlich eine Menge. Aber jede Einschränkung unserer Freiheiten kostet ebenfalls und das muss man in eine Balance bringen.
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Re: Das Virus und der Urlaub

Beitragvon Milady de Winter » Do 30. Jul 2020, 19:37

Es spielt aber eine Rolle, wie sich der Urlauber am Urlaubsort verhält, und was dort für Vorgaben herrschen. Ich hatte es hier neulich verlinkt: es gibt die Ichlinge und die Naivlinge. Den Ichlingen ist prinzipiell fast alles egal, die tragen keine Masken, ignorieren Mindestabstände etc - just because. Die Naivlinge halten die Regeln ein, und wenn irgendwo erlaubt ist, sich mit 50 anderen Gästen in einen Gastraum mit 30qm zu setzen, dann tun sie es. Weil es erlaubt ist. Wenn sie am Buffet keine Maske tragen müssen, dann lassen sie sie weg, weil es erlaubt ist. Man ist schließlich im Urlaub, und da will man eben endlich auch mal Urlaub vom Corona-Alltag machen...
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Re: Das Virus und der Urlaub

Beitragvon Tom Bombadil » Do 30. Jul 2020, 19:39

Welchen Sinn macht es, mitten in einer globalen Pandemie überhaupt in den Urlaub zu fahren? Genau, gar keinen. Als könnte man nicht mal ein Jahr drauf verzichten.
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Re: Das Virus und der Urlaub

Beitragvon Milady de Winter » Do 30. Jul 2020, 19:46

Tom Bombadil hat geschrieben:(30 Jul 2020, 19:39)

Welchen Sinn macht es, mitten in einer globalen Pandemie überhaupt in den Urlaub zu fahren? Genau, gar keinen. Als könnte man nicht mal ein Jahr drauf verzichten.

Ich kann durchaus verstehen, dass vielen Menschen die letzten Monate zugesetzt haben bzw. ihnen die Decke auf den Kopf gefallen ist. Bei manchen war es sicher härter als bei anderen. Aber letztendlich muss jeder selbst entscheiden, ob er zugunsten eines Tapetenwechsels ein erhöhtes Risiko eingehen möchte. Und an dem Punkt bin ich der Meinung, dass den Hardcore Urlaubern entweder das tatsächliche Risiko für sich aber auch andere nicht wirklich klar oder schlicht egal ist. Wer ein Jahr ohne Urlaub im Ausland nicht verkraftet, der hatte in meinen Augen noch nie wirkliche Probleme.
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Re: Das Virus und der Urlaub

Beitragvon Tom Bombadil » Do 30. Jul 2020, 19:51

Es gibt Milliarden Menschen auf dieser Welt, die noch nie in Urlaub gefahren sind und die sich das wahrscheinlich nie leisten werden können. Das ist ein pures Luxusproblem.
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Re: Das Virus und der Urlaub

Beitragvon Milady de Winter » Do 30. Jul 2020, 19:53

Tom Bombadil hat geschrieben:(30 Jul 2020, 19:51)

Es gibt Milliarden Menschen auf dieser Welt, die noch nie in Urlaub gefahren sind und die sich das wahrscheinlich nie leisten werden können. Das ist ein pures Luxusproblem.

Klar. Zeigt mal wieder eindrucksvoll, wie gut es der Masse hierzulande geht.
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Re: Das Virus und der Urlaub

Beitragvon yogi61 » Do 30. Jul 2020, 19:57

Sören74 hat geschrieben:(30 Jul 2020, 19:13)

Das habe ich schon verstanden. Nur welchen Sinn macht es, Urlaubsreisen in Länder zu verbieten oder zu unterbinden, die bei den Infektionszahlen auf einem ähnlichen Niveau sind als hier? Ob sie sich wahrscheinlich hierzulande oder genauso im Ausland infizieren, spielt für die Ausbreitung der Krankheit keine wirkliche Rolle.



Naja, dazu muss man jetzt keine 10 Semester VWL studiert haben, um zu verstehen, dass die Kosten für die Allgemeinheit einfach von den absoluten Infektionszahlen und der Hospitalität der Patienten abhängt. Wenn 1.000-2.000 Neuinfektionen täglich dazukämen, wäre das eine andere Größenordnung als wenn es nur 100-200 Neuinfektionen zusätzlich pro Tag wären. Wir bewegen uns eher im zweiten Szenario. Zudem hat ein User darauf hingewiesen (weiß nicht mehr genau wer es war), dass der derzeitige Anstieg der Infektionszahlen nicht wirklich durch Urlaubsreiserückkehrer stattfinden. Also volkswirtschaftlich macht es nicht viel Sinn, etwas zu verbieten, was auf die derzeitige Kostensteigung nur wenig Einfluss hat und zusätzlich die Bevölkerung auf Erholung verzichten sollen, mit all den Effekten, die das nach sich zieht. Diese Art von Diskussion haben wir auch bei den ersten Lockerungen Ende April geführt, wo ein Teil meinte, man sollte keine Öffnungen bei Geschäften und Spielplätzen vornehmen, weil uns das noch mehr kostet. Wir sind jetzt gerade dabei, die gesamten Kosten abzuschätzen, die die Maßnahmen alle mit sich geführt haben. Und ich finde schon, dass es sich abzeichnet, dass es nicht sonderlich sinnvoll ist, alles der Covid-19-Prävention unterzuordnen. Es muss einfach ein ständiger Ausgleich von Interessen und Risiken stattfinden. Nichts zu tun gegen das Virus kostet uns volkswirtschaftlich eine Menge. Aber jede Einschränkung unserer Freiheiten kostet ebenfalls und das muss man in eine Balance bringen.


Es ging mir eher darum, dass die Folgeschäden von Covid-19 Patienten auch ohne Symptome noch gar nicht abzusehen ist.

Corona: Herzschäden auch bei leichtem Covid-19-Verlauf

Forscher der Frankfurter Universität haben in einer Studie festgestellt, dass Dreiviertel der untersuchten Covid-19-Patienten Herzschädigungen aufwiesen. Selbst wenn die Patienten vor der Corona-Infektion gesund waren und die Krankheit milde verlief.

Untersucht wurden bei der Studie der GoetheCVI, der Kardiovaskulären Bildgebung, der Goethe-Universität in Frankfurt zwar nur hundert Patienten, doch mit frappierendem Ergebnis:
Auch bei leichtem Covid-19-Verlauf mehrheitlich Herzschädigungen

78 der untersuchten Patienten wiesen entzündliche Veränderungen im Hermuskel oder im Herzbeutel auf. Dabei waren zwei Drittel der Patienten so leicht an Covid-19 erkrankt, dass sie sich zuhause kurierten bzw. zum Teil gar keine Symptome aufwiesen. Nur ein Drittel der untersuchten Corona-Infizierten war während ihrer Erkrankung stationär im Krankenhaus.


https://www.br.de/nachrichten/wissen/co ... uf,S5wNnj2

Das ist nur der Aspekt der Herzschädigung. Neurologen und Nephrologen werden leider mutmasslich ebenfalls zu tun bekommen. Das geht von Nierenschäden, neurologischen Schäden und wahrscheinlich bis zu Begleitung vorzeitiger Demenz. Ich würde mir nicht zutrauen den Schaden für die Gesellschaft abzuschätzen. Nicht nur aus Sicht der Medizinethik, sondern auch aus medizinischer Standardsicht ist der beste Fall die Krankheit nicht zu bekommen, das ist wissenschaftlicher Konsens.
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