Italiens schleichender Niedergang

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Senexx
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Re: Italiens schleichender Niedergang

Beitragvon Senexx » So 31. Dez 2017, 18:08

Sie müssten nur lesen, was ich schon im April 3 Postings über dem Ihrigen gepostet habe.
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Nomen Nescio
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Re: Italiens schleichender Niedergang

Beitragvon Nomen Nescio » So 31. Dez 2017, 20:57

für 24 stunden gesperrt. beste wünsche für 2018.

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blues über mich: »du bist ein klassischer Liberaler und das ist auch gut so.«
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Re: Italiens schleichender Niedergang

Beitragvon H2O » Di 9. Jan 2018, 19:27

Im Vorfeld zu den italienischen Parlamentswahlen gibt es ein düsteres Bild:

http://www.epochtimes.de/politik/europa ... 14875.html
    Allgemein wird erwartet, dass bei der Parlamentswahl im März keines der drei großen politischen Lager eine eigene Mehrheit erringt. Die Fünf-Sterne-Bewegung (M5S) kann laut Umfragen mit 28 Prozent der Stimmen rechnen und die Demokratische Partei (PD) mit 25 Prozent. Dem Rechtsbündnis aus Forza Italia, der Lega Nord (LN) und der Partei Fratelli d’Italia (FDI) wird zusammen mehr als 35 Prozent der Stimmen zugetraut.
Keine der um die Mehrheit ringenden Parteien und Parteienbündnisse erreicht so eine Mehrheit zur Regierungsbildung. Deshalb gibt es nun schon Überlegungen, eine GroKO aus PD und dem Rechtsbündnis zu bilden... weil mit M5S kein Staat zu machen ist, politische Stabilität für Italien aber überlebenswichtig ist.
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unity in diversity
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Re: Italiens schleichender Niedergang

Beitragvon unity in diversity » Sa 13. Jan 2018, 21:40

H2O hat geschrieben:(09 Jan 2018, 19:27)

Im Vorfeld zu den italienischen Parlamentswahlen gibt es ein düsteres Bild:

http://www.epochtimes.de/politik/europa ... 14875.html
    Allgemein wird erwartet, dass bei der Parlamentswahl im März keines der drei großen politischen Lager eine eigene Mehrheit erringt. Die Fünf-Sterne-Bewegung (M5S) kann laut Umfragen mit 28 Prozent der Stimmen rechnen und die Demokratische Partei (PD) mit 25 Prozent. Dem Rechtsbündnis aus Forza Italia, der Lega Nord (LN) und der Partei Fratelli d’Italia (FDI) wird zusammen mehr als 35 Prozent der Stimmen zugetraut.
Keine der um die Mehrheit ringenden Parteien und Parteienbündnisse erreicht so eine Mehrheit zur Regierungsbildung. Deshalb gibt es nun schon Überlegungen, eine GroKO aus PD und dem Rechtsbündnis zu bilden... weil mit M5S kein Staat zu machen ist, politische Stabilität für Italien aber überlebenswichtig ist.

Es lohnt sich immer, zu überlegen, was die Alternativlosen falsch gemacht haben.
Und warum sie den Cavaliere ausgerechnet jetzt aufbauen.
"Für jedes Problem gibt es 2 Lösungsansätze.
Den Falschen und den Unsrigen."
(Aus den Divided States of America)
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Re: Italiens schleichender Niedergang

Beitragvon H2O » Sa 13. Jan 2018, 21:50

unity in diversity hat geschrieben:(13 Jan 2018, 21:40)

Es lohnt sich immer, zu überlegen, was die Alternativlosen falsch gemacht haben.
Und warum sie den Cavaliere ausgerechnet jetzt aufbauen.


Dann einmal heraus damit! Hier haben wir ein Forum für Meinungsaustausch!
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Re: Italiens schleichender Niedergang

Beitragvon Alpha Centauri » Do 18. Jan 2018, 13:32

Wähler hat geschrieben:(16 Apr 2017, 10:06)

Es ist schwierig, auf so allgemein gehaltene Thread-Titel etwas Vernünftiges zu antworten.
Mein Bruder lebt seit 30 Jahren in Turin mit seinen italienischen Verwandten. Ich habe ihn dort fast jedes Jahr besucht. Die Piemontesen nennen die Italiener die Preussen Italiens. Piemont liegt an der Grenze zu Frankreich. Rom und Süditalien liegt weit weg von der Po-Ebene. Die Familie, der Patron als Arbeitgeber und seine Klientel bilden das soziale Auffangnetz bei Arbeitslosigkeit. Wer im öffentlichen Dienst arbeiten will, muss sich gegen viele Mitbewerber in verschiedenen Prüfungen durchsetzen. Das gilt für jede Tätigkeit. Die Wirtschaft ist klein- und mittelständisch geprägt. Der Stern von Fiat ist schon lange verblasst. Der Umgang der Privathaushalte mit Geld ist in Norditalien von großer Nüchternheit geprägt. Kommunikation auf allen Ebenen ist den Italienern sehr wichtig, deshalb haben sie wohl auch die Abschaffung des Senates als zweites Parlament mehrheitlich abgelehnt.
Die EU wird nur vorankommen, wenn das Verständnis für die Mentalitätsunterschiede zunimmt und die junge Generation im jeweils anderen Land eine Zeit lang studiert oder arbeitet.
Ich halte die Niedergang-Metapher für einen Ausdruck von fehlender Kenntnis hier in Deutschland und von gewisser Hilflosigkeit im Umgang mit Mentalitätsunterschieden innerhalb der EU.



Richtig,und genau diese Mentalitätsunterschiede sind das Kernproblem der heutigen EU, da hilft auch der " Oberlehrer" Habitus der Deutschen wenig bis gar nicht. Wie sagt man die Einen leben um zu arbeiten, die Anderen Arbeiten um zu leben.
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Re: Italiens schleichender Niedergang

Beitragvon H2O » Do 18. Jan 2018, 17:03

Ich meine schon, daß Italien sich in einem Niedergang befindet. Das Land wird und wird nicht fertig mit den verschiedenen Ausprägungen der Mafia. Inzwischen sind offen und unverstellt rassistische Äußerungen von der Bedrohung der Weißen Rasse im Umlauf. Ein bekanntermaßen rechtskräftig Vorbestrafter führt eine große Partei und "fädelt" Bündnisse ein.

Nun sage noch einer, daß diese Grobbeschreibung des Istzustands nur Panik ist und die Unwahrheit! Ein Land im Aufstieg stelle ich mir wirklich anders vor.
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Re: Italiens schleichender Niedergang

Beitragvon Wähler » Fr 19. Jan 2018, 07:22

H2O hat geschrieben:(18 Jan 2018, 17:03)
Ich meine schon, daß Italien sich in einem Niedergang befindet. Das Land wird und wird nicht fertig mit den verschiedenen Ausprägungen der Mafia. Inzwischen sind offen und unverstellt rassistische Äußerungen von der Bedrohung der Weißen Rasse im Umlauf. Ein bekanntermaßen rechtskräftig Vorbestrafter führt eine große Partei und "fädelt" Bündnisse ein.
Nun sage noch einer, daß diese Grobbeschreibung des Istzustands nur Panik ist und die Unwahrheit! Ein Land im Aufstieg stelle ich mir wirklich anders vor.

Diese Sichtweise trifft aber nur auf Teile Italiens im Süden des Landes zu. Die Italiener sind eher positiv gegenüber der EU eingestellt, weil sie in ihr einen Gegenpol zum italienischen Nationalstaat sehen. Der Föderalismus ist in Italien im Gegensatz zu Frankreich viel stärker ausgeprägt, so dass ein Europa der Regionen den Norditalienern sehr gelegen kommt. Der Vater meiner Frau ist 1960 aus Süditalien nach Augsburg eingewandert. Angesichts der hohen Erwerbslosigkeit von Jugendlichen in den Südländern wird Deutschland als Einwanderungsland mit diesen Mentalitäten noch stärker konfrontiert werden, als vielen von uns lieb ist. Wir werden diese Menschen nicht aufhalten können. Daher sollten wir uns konstruktiv mit ihnen und den Unterschieden auseinandersetzen, ohne unsere Eigenarten aufzugeben. Eine gewisse Veränderung wird aber auch uns abverlangt, was allerdings positive Folgen haben kann.
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Re: Italiens schleichender Niedergang

Beitragvon H2O » Fr 19. Jan 2018, 09:24

Wähler hat geschrieben:(19 Jan 2018, 07:22)

Diese Sichtweise trifft aber nur auf Teile Italiens im Süden des Landes zu. Die Italiener sind eher positiv gegenüber der EU eingestellt, weil sie in ihr einen Gegenpol zum italienischen Nationalstaat sehen. Der Föderalismus ist in Italien im Gegensatz zu Frankreich viel stärker ausgeprägt, so dass ein Europa der Regionen den Norditalienern sehr gelegen kommt. Der Vater meiner Frau ist 1960 aus Süditalien nach Augsburg eingewandert. Angesichts der hohen Erwerbslosigkeit von Jugendlichen in den Südländern wird Deutschland als Einwanderungsland mit diesen Mentalitäten noch stärker konfrontiert werden, als vielen von uns lieb ist. Wir werden diese Menschen nicht aufhalten können. Daher sollten wir uns konstruktiv mit ihnen und den Unterschieden auseinandersetzen, ohne unsere Eigenarten aufzugeben. Eine gewisse Veränderung wird aber auch uns abverlangt, was allerdings positive Folgen haben kann.


Ich fürchte, Sie arbeiten an einer Legende der Vergangenheit. Die Mafia ist über Geldwäsche längst auch in Norditalien eingesickert und bestimmt Teile des Wirtschaftslebens. Erst vor wenigen Tagen hat die Bundespolizei in Zusammenarbeit mit den Carabinieri in D 15 Mafiamitglieder festgenommen und in Italien über 80.... nicht nur in Kalabrien und Apulien. Wir müssen froh sein, daß Italien die Carabinieri hat, die wohl bisher die Mafia aus ihren Reihen fernhalten konnte. Das ist in der italienischen Politik und selbst in der Römisch-Katholischen Kirche überhaupt nicht mehr gewährleistet.

Sicher, mit unseren offenen Grenzen müssen wir uns auch in Deutschland mit diesem Gelichter auseinander setzen. Geschieht ja auch von Zeit zu Zeit, denn der genannte Vorgang ist ja nicht der erste seiner Art.

Ich meine schon, daß Italien und die italienische Gesellschaft sich nicht zu ihrem Vorteil verändern! Das sagt gar nichts über den einzelnen Italiener aus; die sind nach meinen gemachten Erfahrungen meist liebenswerte und rechtschaffene Leute, und zwar von Genua bis Brindisi und Syrakus. Aber ihr Staat ist nicht zu retten!
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Re: Italiens schleichender Niedergang

Beitragvon schokoschendrezki » Fr 19. Jan 2018, 09:50

H2O hat geschrieben:(19 Jan 2018, 09:24)

Ich fürchte, Sie arbeiten an einer Legende der Vergangenheit. Die Mafia ist über Geldwäsche längst auch in Norditalien eingesickert und bestimmt Teile des Wirtschaftslebens. Erst vor wenigen Tagen hat die Bundespolizei in Zusammenarbeit mit den Carabinieri in D 15 Mafiamitglieder festgenommen und in Italien über 80.... nicht nur in Kalabrien und Apulien. Wir müssen froh sein, daß Italien die Carabinieri hat, die wohl bisher die Mafia aus ihren Reihen fernhalten konnte. Das ist in der italienischen Politik und selbst in der Römisch-Katholischen Kirche überhaupt nicht mehr gewährleistet.

Sicher, mit unseren offenen Grenzen müssen wir uns auch in Deutschland mit diesem Gelichter auseinander setzen. Geschieht ja auch von Zeit zu Zeit, denn der genannte Vorgang ist ja nicht der erste seiner Art.

Ich meine schon, daß Italien und die italienische Gesellschaft sich nicht zu ihrem Vorteil verändern! Das sagt gar nichts über den einzelnen Italiener aus; die sind nach meinen gemachten Erfahrungen meist liebenswerte und rechtschaffene Leute, und zwar von Genua bis Brindisi und Syrakus. Aber ihr Staat ist nicht zu retten!

Ja. Mafia, Verschuldung, Regierungskrise im Dauermodus ... Andererseits habe ich an (seriösen) Artikeln zur Wirtschaft Italiens noch nie etwas anderes gehört oder gelesen, als dass man diese angesichts der genannten Krisenerscheinungen total unterschätzt. Sie gehöre in Wirklichkeit zu den stärksten Europas und der Welt. Und das betreffe gar nicht mal so sehr die Zweige, die man für "typisch italienisch" hält, Mode zum Beispiel, sondern gerade auch Zweige, die man für "typisch deutsch" hält. Maschinenbau zum Beispiel. Nur mal ein jüngeres Exempel solcher Analysen (Süddeutsche Dezember 2017): Italien ist viel stärker als viele behaupten. Ich habs inzwischen aufgegeben, das wirklich durchschauen zu wollen. Man muss offensichtlich, eigentlich ja auch nicht anders als bei der Einschätzung der Wirtschaftsleistung Mittel-Osteuropas, mit solchen widersprüchlichen Aussagen klarkommen: Verschuldung, BIP, Exportleistung, Arbeitslosenrate usw. können jeweils auf ganz unterschiedliche Problemlagen hindeuten.
"Ich kann keine Nation lieben, ich kann keinen Staat lieben, ich kann nur meine Freunde lieben." Hannah Arendt
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Re: Italiens schleichender Niedergang

Beitragvon H2O » Fr 19. Jan 2018, 09:57

schokoschendrezki hat geschrieben:(19 Jan 2018, 09:50)

Ja. Mafia, Verschuldung, Regierungskrise im Dauermodus ... Andererseits habe ich an (seriösen) Artikeln zur Wirtschaft Italiens noch nie etwas anderes gehört oder gelesen, als dass man diese angesichts der genannten Krisenerscheinungen total unterschätzt. Sie gehöre in Wirklichkeit zu den stärksten Europas und der Welt. Und das betreffe gar nicht mal so sehr die Zweige, die man für "typisch italienisch" hält, Mode zum Beispiel, sondern gerade auch Zweige, die man für "typisch deutsch" hält. Maschinenbau zum Beispiel. Nur mal ein jüngeres Exempel solcher Analysen (Süddeutsche Dezember 2017): Italien ist viel stärker als viele behaupten. Ich habs inzwischen aufgegeben, das wirklich durchschauen zu wollen. Man muss offensichtlich, eigentlich ja auch nicht anders als bei der Einschätzung der Wirtschaftsleistung Mittel-Osteuropas, mit solchen widersprüchlichen Aussagen klarkommen: Verschuldung, BIP, Exportleistung, Arbeitslosenrate usw. können jeweils auf ganz unterschiedliche Problemlagen hindeuten.


Genau das ist auch mein Kenntnisstand. Ein sehr widersprüchliches Land, nicht nur regional gesehen.
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Re: Italiens schleichender Niedergang

Beitragvon Alpha Centauri » Fr 19. Jan 2018, 11:36

H2O hat geschrieben:(19 Jan 2018, 09:57)

Genau das ist auch mein Kenntnisstand. Ein sehr widersprüchliches Land, nicht nur regional gesehen.



Richtig,die Lombardei zum Bsp ist eine der besten Regionen in Europa überhaupt.
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Re: Italiens schleichender Niedergang

Beitragvon H2O » Fr 19. Jan 2018, 12:01

Alpha Centauri hat geschrieben:(19 Jan 2018, 11:36)

Richtig,die Lombardei zum Bsp ist eine der besten Regionen in Europa überhaupt.


Die reichste Gegend Italiens, so vermute ich; mit Mailand...

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