Sammelstrang Autonome/Selbstlenkende Fahrzeuge

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Langfristig wird völlig autonomes Fahren Anteil an den gefahrenen Gesamt-KM(PKW/LKW) umfassen?

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Re: Sammelstrang Autonome/Selbstlenkende Fahrzeuge

Beitragvon H2O » Mo 23. Jul 2018, 13:34

Tom Bombadil hat geschrieben:(22 Jul 2018, 14:06)

Mit autonomen Fahrzeugen wird Carsharing bequemer: man ruft so ein Fahrzeug ab und ein paar Minuten später steht es vor der Tür und man kann losfahren.


Dann müßte aber immer ein Fahrzeug mehr in Rufweite sein als gerade benötigt wird. Oder man hat eine gemeinsame Pinnwand auf dem Rechner, wo man absehen kann, wann ein Fahrzeug wieder verfügbar sein wird... und meldet dementsprechend den eigenen Bedarf an. Carsharing liegt im Nutzungsprofil offenbar zwischen ÖPNV und eigenem Fahrzeug. Die ganz große Freiheit bringt das Verfahren nicht mit sich.
Zuletzt geändert von H2O am Mo 23. Jul 2018, 14:35, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Sammelstrang Autonome/Selbstlenkende Fahrzeuge

Beitragvon frems » Mo 23. Jul 2018, 13:36

H2O hat geschrieben:(23 Jul 2018, 14:34)

Dann müßte aber immer ein Fahrzeug mehr in Rufweite sein als gerade benötigt wird. Oder man hat eine gemeinsame Pinnwand auf dem Rechner, wo man absehen kann, wann ein Fahrzeug wieder verfügbar sein wird... und meldet dementsprechend den eigenen Bedarf an. Carshariung liegt im Nutzungsprofil offenbar zwischen ÖPNV und eigenem Fahrzeug. Da ganz große Freiheit bringt das Verfahren nicht mit sich.

Es ist schon heute in deutschen Innenstädten unproblematisch, auf Carsharing zu setzen. Mit autonomen Fahrzeugen, die in ihrer "Freizeit" an wahrscheinliche Buchungsorte fahren, wird das noch bequemer.
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Re: Sammelstrang Autonome/Selbstlenkende Fahrzeuge

Beitragvon Tom Bombadil » Mo 23. Jul 2018, 13:42

H2O hat geschrieben:(23 Jul 2018, 14:34)

Dann müßte aber immer ein Fahrzeug mehr in Rufweite sein als gerade benötigt wird.

Der Bedarf ließe sich berechnen und empirisch nachprüfen. Für problematisch halte ich da nur die Spitzenzeiten, man hätte imho auch mit Carsharing viele "Stehzeuge".

Da ganz große Freiheit bringt das Verfahren nicht mit sich.

Wenn die große Freiheit "Tür auf, ins Auto setzen und losfahren" heißt, dann wohl nicht, aber ich persönlich hätte jetzt kein größeres Problem, eine Fahrt 5 oder 10 Minuten vorher anzumelden. Vllt. könnte man auch für dringende Notfälle alle x km ein Fahrzeug parken, damit es in so einem Notfall schneller da ist.
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Re: Sammelstrang Autonome/Selbstlenkende Fahrzeuge

Beitragvon Welfenprinz » Mo 23. Jul 2018, 14:10

Ist halt individuell unterschiedlich.
Falls es das 100% autonome Fahrzeug in der Kleintransporterklasse gäbe, würde ich es in Eigenbesitz nutzen. :D
Nachts zum Gromarkt Ware ausliefern, vom Landhandel Einkäufe holen und meinetwegen auch noch von der DHL Abholstation den Krempel holen. Sprich: den 1Mann Betriebsleiter von den stupiden Routinearbeiten befreien.
Wär ich sofort dabei auch mit den entsprechenden Einschränkungen “nur nachts,nur bestimmte Strecken,nur mit einem eingebundenen Partner“.

Nutzen: eigentlich unbezahlbar. :D
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Re: Sammelstrang Autonome/Selbstlenkende Fahrzeuge

Beitragvon Tom Bombadil » Mo 23. Jul 2018, 14:12

Sowas wird es sicher auch irgendwann in den nächsten 10 Jahren geben.
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Re: Sammelstrang Autonome/Selbstlenkende Fahrzeuge

Beitragvon Welfenprinz » Mo 23. Jul 2018, 14:19

Kamikaze hat geschrieben:(23 Jul 2018, 14:20)

Dazu ist auch dieser Artikel ganz interessant: >Link<
Traktoren könnten bald so aussehen: >Bild-Link<



Ersetze in dieser Diskussion “Traktor“ durch “Nutzfahrzeuge“.

Hast du eine Technisierungsstufe “kameraprogramm kann nicht zwischen gebückten Mensch und Reh unterscheiden“ ,kannst du das autonome Fahrzeug nur auf einem abgegrenztem Betriebsgeläände nutzen(containerhafen, obstplantage) .
Deichsellenkung ist schon seit jahren sicher möglich,also eröffnet sich die Möglichkeit des Lkw-platoons.
Aber in den Stufen erfolgt dann eben die schrittweise Einführung der Technik.

Am Ende ist es dann eine Frage der Akzeptanz. Menschen sind nicht 100%ig fehlerfrei und dürfen in der Stadt fahren.
Also wird es eine Grenze geben,wenn diese oder jene Technik zu 98,5555678% funktioniert lassen Gesetzgeber,Versicherungen , hersteller und Käuferakzeptanz es zu diese Technik für diesen Zweck zuzulassen.
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Re: Sammelstrang Autonome/Selbstlenkende Fahrzeuge

Beitragvon H2O » Mo 23. Jul 2018, 14:40

Tom Bombadil hat geschrieben:(23 Jul 2018, 14:42)

Der Bedarf ließe sich berechnen und empirisch nachprüfen. Für problematisch halte ich da nur die Spitzenzeiten, man hätte imho auch mit Carsharing viele "Stehzeuge".


Wenn die große Freiheit "Tür auf, ins Auto setzen und losfahren" heißt, dann wohl nicht, aber ich persönlich hätte jetzt kein größeres Problem, eine Fahrt 5 oder 10 Minuten vorher anzumelden. Vllt. könnte man auch für dringende Notfälle alle x km ein Fahrzeug parken, damit es in so einem Notfall schneller da ist.


An einer vernünftigen Redundanz im Fahrzeugbestand geht vermutlich kein Weg vorbei. Wie geht man mit Dreckferkeln um, die das Fahrzeuginnere verkrümelt und verschmiert hinterlassen? Werden die von der Nutzergruppe ausgeschlossen von weiterer Nutzung des Carsharings?
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Re: Sammelstrang Autonome/Selbstlenkende Fahrzeuge

Beitragvon Tom Bombadil » Mo 23. Jul 2018, 14:44

Welfenprinz hat geschrieben:(23 Jul 2018, 15:19)

Hast du eine Technisierungsstufe “kameraprogramm kann nicht zwischen gebückten Mensch und Reh unterscheiden“ ,kannst du das autonome Fahrzeug nur auf einem abgegrenztem Betriebsgeläände nutzen(containerhafen, obstplantage) .

Warum? Über das Reh sollte ja auch nicht einfach drübergebrettert werden.

H2O hat geschrieben:Wie geht man mit Dreckferkeln um, die das Fahrzeuginnere verkrümelt und verschmiert hinterlassen? Werden die von der Nutzergruppe ausgeschlossen von weiterer Nutzung des Carsharings?

Nee, die bezahlen die Reinigung plus eine Pauschale für die Zeit, in der das Fahrzeug nicht fahren kann. Wer renitent ist, der sollte dann aber nach dem x. Vorfall rausgeworfen werden. Das sind aber ungelegte Eier.
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Re: Sammelstrang Autonome/Selbstlenkende Fahrzeuge

Beitragvon frems » Mo 23. Jul 2018, 14:53

H2O hat geschrieben:(23 Jul 2018, 15:40)
Wie geht man mit Dreckferkeln um, die das Fahrzeuginnere verkrümelt und verschmiert hinterlassen? Werden die von der Nutzergruppe ausgeschlossen von weiterer Nutzung des Carsharings?

Ist doch heute auch kein Thema. Sollte es in seltenen Fällen vorkommen, meldet man's bei der App und steigt in ein Fahrzeug 30 Meter weiter. Das Dreckferkel kriegt dann die Rechnung für eine professionelle Reinigung und wird das kein zweites Mal machen.
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Re: Sammelstrang Autonome/Selbstlenkende Fahrzeuge

Beitragvon Welfenprinz » Mo 23. Jul 2018, 14:56

Tom Bombadil hat geschrieben:(23 Jul 2018, 15:44)

Warum? Über das Reh sollte ja auch nicht einfach drübergebrettert werden.




Ab irgendeiner Grenze akzeptiert man es.
Wenn die Statistik sagt “diese autonome Maschine fähr alle 5Jahre ein Reh über“,wird sie zugelassen.

Mir ging es aber erstmal nur um die Abgrenzung zu weiteren Technisierungsverfahren. Sprich so eine Maschine kann noch nicht auf den öffentlichen Verkehr zugelassen werden.

Praxisbeispiel für so einen Grenzbereich wäre meinetwegen die Rad und Gehwegspflege. Maschinen,die auf bestimmten Strecken immer dieselbe Arbeit machen. Fegen, rasen mähen,was weiss ich.
Geeignete Leute finden wird eh immer beschissener.
Machst du diese Arbeiten nicht in der Fussgängerzone ,aber in einem Stadtrand, gewerbegebiet etc. nachts zwischen zwei und halb fünf,bestehst du dann auf eine 100% ig sichere Lösung oder reicht dir ein Automatisierungsgrad“bei Nichterkennen Mensch/Reh stoppt die Maschine “.???
(Betreuung mehrerer solcher maschinen von einer Person an einem Leitstand vorausgesetzt)
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Re: Sammelstrang Autonome/Selbstlenkende Fahrzeuge

Beitragvon Tom Bombadil » Mo 23. Jul 2018, 15:31

Man wird sicherlich eine Grenze ziehen, ab der ein Einsatz im öffentlichen Verkehr möglich ist, da werden sicherlich auch die Versicherungen ein großes Wörtchen mitreden wollen. Ich persönlich bin davon überzeugt, dass die Unfallzahlen dann drastisch sinken werden.

Ich meine auch, dass man sich noch verstärkt auf die Kommunikation zwischen den Fahrzeugen stützen wird und Sensoren zumindest bei der Fahrzeugerkennung nicht mehr so wichtig sein werden. So ein Auto funkt dann jede Millisekunde "Hey, hier bin ich!" und alle anderen Fahrzeuge wissen Bescheid. Vllt. kann man Fußgängern und Radfahren auch solche Sender mitgeben, das würde die Erkennung solcher Verkehrsteilnehmer enorm erleichtern.
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Re: Sammelstrang Autonome/Selbstlenkende Fahrzeuge

Beitragvon Kamikaze » Di 31. Jul 2018, 11:51

Eben diesen Artikel gefunden: https://www.golem.de/news/elektromobili ... 28011.html
Es geht um Ladeinfrastruktur für E-Autos, aber mit den Entwicklungen autonomer Fahrzeuge mit im Blick

Die große Stunde des drahtlosen Ladens könnte jedoch schlagen, wenn künftig autonome Elektroautos in den Städten unterwegs sind. Diese könnten dann die Ladeplätze selbst ansteuern und dort ohne die Hilfe eines Fahrers oder Roboterarms die Energie für ihre Batterien beziehen. Die Technik könnte daher für Taxidenste wie Uber oder Lyft interessant sein, die künftig selbstfahrende Autos einsetzen wollen. Google plant für seine selbstfahrenden Autos ebenfalls den Einsatz einer induktiven Ladetechnik.

Der Artikel ist vom Mai 2017 - leider konnte ich nichts neueres zum Thema induktives Laden finden. :/
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Re: Sammelstrang Autonome/Selbstlenkende Fahrzeuge

Beitragvon MoOderSo » Di 31. Jul 2018, 12:31

Kamikaze hat geschrieben:(31 Jul 2018, 12:51)

Eben diesen Artikel gefunden: https://www.golem.de/news/elektromobili ... 28011.html
Es geht um Ladeinfrastruktur für E-Autos, aber mit den Entwicklungen autonomer Fahrzeuge mit im Blick


Der Artikel ist vom Mai 2017 - leider konnte ich nichts neueres zum Thema induktives Laden finden. :/

Warum nicht einfach pro Standplatz eine Ladebuchse?
Dieses Rumgerolle am Taxistand ist doch nur dafür gut, dass jeder Taxifahrer seinen sozialistischen Anteil erhält.
Autonome Fahrzeuge brauchen so was nicht.
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Re: Sammelstrang Autonome/Selbstlenkende Fahrzeuge

Beitragvon Kamikaze » Di 31. Jul 2018, 14:49

Ich hebe den für deine Frage wichtigen Passus mal hervor:
Die große Stunde des drahtlosen Ladens könnte jedoch schlagen, wenn künftig autonome Elektroautos in den Städten unterwegs sind. Diese könnten dann die Ladeplätze selbst ansteuern und dort ohne die Hilfe eines Fahrers oder Roboterarms die Energie für ihre Batterien beziehen. Die Technik könnte daher für Taxidenste wie Uber oder Lyft interessant sein, die künftig selbstfahrende Autos einsetzen wollen. Google plant für seine selbstfahrenden Autos ebenfalls den Einsatz einer induktiven Ladetechnik.

Eine herkömmliche Ladebuchse müsste ja auch irgendwie die Verbindung zum Auto herstellen (lassen)... Bei autonomen Fahrzeugen fehlt aber der Fahrer, der "ansteckt". :)
Allerdings gebe ich zu, dass ich auch zunächst auf stationäre Varianten hoffe, die das Laden autonomer Fahrzeuge ohne menschliches Zutun überhaupt ermöglichen und das Laden generell komfortabler und weniger Fehleranfällig (z.B. ohne potentiell kaputte/heißgelaufene Stecker) machen. Zudem entfallen dann auch komplizierte und Fehleranfällige "Roboter-Steck-Arme" sowie deren komplizierte Steuerungstechnik (die gebraucht wird, um den Stecker in die Buchse zu bekommen), um autonome Autos laden zu können.
Das dazu passende System wird in diesem Artikel behandelt: https://www.golem.de/news/drahtlos-lade ... 16378.html
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Re: Sammelstrang Autonome/Selbstlenkende Fahrzeuge

Beitragvon MoOderSo » Di 31. Jul 2018, 15:40

Ich denke, wir sind heute in der Lage Maschinen zu bauen, die wesentlich zuverlässiger Stecker in Buchsen stecken können als das menschliche Hände tun. Und was die Komplexität der Steuerung angeht, dürfte so ein Andockmanöver noch das geringste Problem für ein Fahrzeug darstellen, das sich autonom in viel komplexeren Situationen beweisen muss. Und wenn dann halt mal ein Stecker kaputt is, na dann wird er halt gewechselt. Dürfte immer noch günstiger sein als der Wirkungsgradverlust mit kabellosen Laden.
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Re: Sammelstrang Autonome/Selbstlenkende Fahrzeuge

Beitragvon schokoschendrezki » Di 31. Jul 2018, 15:56

In Berlin gibts mit "Chargery" ein Startup-Unternehmen, das mit einer mobilen Ladestation auf einem Fahradanhänger zu leergefahrenen und gleichzeitig im dichten Innenverkehr oder im Stau steckenden E-Autos fährt. ... Aber das hat schon ein bissel was paradoxes von dieser Science Fiction Dystopie vor einigen Jahren, in der irgendwie dicke nicht mehr lauffähige Käfermenschen in Hängematten von Pflegedrohnen (?) gefüttert wurden ....
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Re: Sammelstrang Autonome/Selbstlenkende Fahrzeuge

Beitragvon Alter Stubentiger » Di 31. Jul 2018, 17:01

H2O hat geschrieben:(23 Jul 2018, 15:40)

An einer vernünftigen Redundanz im Fahrzeugbestand geht vermutlich kein Weg vorbei. Wie geht man mit Dreckferkeln um, die das Fahrzeuginnere verkrümelt und verschmiert hinterlassen? Werden die von der Nutzergruppe ausgeschlossen von weiterer Nutzung des Carsharings?


Carsharing wird im Moment vor allem von Leuten genutzt die sonst den ÖPNV oder Fahrrad nutzen würden. Sie sind also zusätzlich auf den Straßen unterwegs.
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...und die Mauer wird noch in 50 oder 100 Jahren stehen (Erich Honecker)
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Re: Sammelstrang Autonome/Selbstlenkende Fahrzeuge

Beitragvon H2O » Di 31. Jul 2018, 20:56

Alter Stubentiger hat geschrieben:(31 Jul 2018, 18:01)

Carsharing wird im Moment vor allem von Leuten genutzt die sonst den ÖPNV oder Fahrrad nutzen würden. Sie sind also zusätzlich auf den Straßen unterwegs.


Die Hoffnung war aber, daß Leute durch car-sharing vom Kauf eines selbstgenutzten Fahrzeugs absehen würden, weil ihre Mobilität auch ohne eigenes Fahrzeug gewährleistet sein sollte. Daher ja auch meine Frage nach dem Pflegezustand der Fahrzeuge... weil ich annehme, daß Leute mit ihrem schwer erarbeitetem Eigentum pfleglich umgehen... was bei ausgeliehenen Dingen gelegentlich nicht so gewissenhaft durchgehalten wird.

Vielleicht rüttelt sich diese Form des Gemeinschaftseigentums ja noch zurecht. Aber so sehr bin ich bisher davon nicht überzeugt. Diese Erfahrungen liegen noch alle vor uns.
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Re: Sammelstrang Autonome/Selbstlenkende Fahrzeuge

Beitragvon Kamikaze » Mi 1. Aug 2018, 06:55

Ein ganz interessanter Artikel vom Januar diesen Jahres: https://www.mobilegeeks.de/news/tesla-w ... ch-fuehrt/

Ein neuer Report des Beratungsunternehmens Navigant listet die momentan führenden Akteure bei der Entwicklung autonomer Autos auf. Für Branchenkenner bestätigt die Analyse weitestgehend das, was sich bei einem Blick auf die Entwicklungen der letzten Monate angedeutet hat. Für Laien, die sich nur oberflächlich mit der Thematik beschäftigen dürften die Liste der Unternehmen aber einige Überraschungen bereithalten.

Die Experten sehen momentan General Motors und Waymo als klare Branchenführer. GM hatte erst vor wenigen Tagen verkündet, dass man bei der zuständigen Verkehrsbehörde NHTSA einen Antrag auf die Zulassung einer Fahrzeugflotte gestellt habe, deren Autos ohne Lenkräder und ohne Pedale produziert werden. Waymo wiederum führt bei der den Systemen zugrundeliegenden Software und vermutlich auch bei der Datenbasis. Allerdings hat die Google-Tochter trotz der bereits weit fortgeschrittenen Entwicklung bisher noch keinen Automobilhersteller davon überzeugen können, eine exklusive Partnerschaft für den Bau autonomer Fahrzeuge einzugehen.

Auf dem dritten Platz des Rankings befindet sich die Kooperation zwischen Daimler und Bosch. Der deutsche Automobilzulieferer hatte in den vergangenen Jahren enorme Summen in die Forschung und Entwicklung investiert und entsprechende Personalkapazitäten aufgebaut. Zudem profitiert man offenbar von den guten Beziehungen zu einigen Automobilherstellern und kann sowohl die Software als auch die Hardware – und hier insbesondere die Sensoren – ausgiebig testen. Erst kürzlich hatte Bosch verkündet, dass man eine Kooperation mit Nvidia eingehe und bei HERE Technologies einsteige.


Tesla ist also trotz viraler Videos und (offenbar sehr erfolgreichem Marketing) alles andere als führend im Bereich autonomes Fahren.


Auch ganz interessant vom November 17: https://www.mobilegeeks.de/artikel/auto ... n-huerden/

Mit dem Inkrafttreten des neuen §1a des Straßenverkehrsgesetzes (StVG) verkündete der amtierende Bundesverkehrsminister Dobrindt, die Bundesregierung habe nun die Grundlagen für autonome Fahrzeuge geschaffen. Tatsächlich regelt der Paragraph, dass hoch- oder vollautomatisierte Fahrzeuge in Zukunft zugelassen werden dürfen, sofern sie über eine definierte technische Ausrüstung verfügen. Mit der Zulassung eines solchen Fahrzeugs übernimmt der Staat zwar einen Teil seiner Gewährleistungsverantwortung gegenüber dem Bürger (den Fahrern, aber auch allen anderen Straßenverkehrsteilnehmern). Das Gesetz regelt aber entgegen einem breit verbreiteten Missverständnis nicht automatisch, wer im Falle eines Schadens haftet.

Vielmehr sollen die technischen Voraussetzungen geschaffen werden, um die Haftungsfrage (im zivilrechtlichen Umfang, dazu später mehr) im Einzelfall klären zu können. Sprich: Kommt es zu einem Unfall, der nach Auswertung der von einer Blackbox aufgezeichneten Daten nachweislich im hoch- oder vollautomatisierten Fahrmodus geschah, dann müssen der Halter des Fahrzeugs, seine Haftpflicht- bzw. Kaskoversicherung (oder u.U. sogar ein Unfallgegner) dem jeweiligen Hersteller eine nicht bestimmungsgemäße Funktion seines Systems nachweisen, ihn in Regress nehmen und u.U. zeit- und kostenaufwendig verklagen.


Hier ist der erwähnte §1 StVG zum nachlesen: https://www.gesetze-im-internet.de/stvg ... 70909.html

Der seit dem Sommer vorliegende Bericht der Ethik-Kommission der Bundesregierung umfasst eine ganze Reihe von Kernthesen, von denen ein erheblicher Teil – nach heutigem Stand – nicht gelöst werden kann. Eine dieser Kernthesen lautet:

Bei unausweichlichen Unfallsituationen ist jede Qualifizierung nach persönlichen Merkmalen (Alter, Geschlecht, körperliche oder geistige Konstitution) strikt untersagt. Eine Aufrechnung von Opfern ist untersagt. Eine allgemeine Programmierung auf eine Minderung der Zahl von Personenschäden kann vertretbar sein. Die an der Erzeugung von Mobilitätsrisiken Beteiligten dürfen Unbeteiligte nicht opfern.
Ethik-Kommission, Abschlussbericht

Mit dieser These greifen die in der Ethik-Kommission vertretenen Wissenschaftler nur sehr unbefriedigend und schwammig auf, was de facto auf vielen verschiedenen Ebenen ein unlösbares Dilemma darstellt.

Autonome Systeme werden mit wachsender Verbreitung im Verkehrsalltag unweigerlich in die Situation kommen, dass sie sich für ein bestimmtes, unvermeidbares Unfallszenario entscheiden müssen. In der Regel wird hier ein simples Beispiel angeführt, das in ähnlicher Form in der sogenannten Moral Machine enthalten ist: Das Fahrzeug steht plötzlich vor der „Wahl“, entweder ein Paar im Innern des Fahrzeugs oder drei Omas am linken Straßenrand oder ein fünfjähriges Kind am rechten Straßenrand töten zu “müssen”.

Folgt man der Empfehlungen der Ethik-Kommission, dann darf das Alter der potentiellen Todesopfer bei der Entscheidung des Systems keine Rolle spielen. Das fünfjährige Kind, das (so die u.U. vorherrschende menschliche Denkweise) sein ganzes Leben noch vor sich hat, erhält also keinen “Bonus” gegenüber den drei Omas. Ganz im Gegenteil: Die Ethik-Kommission gesteht den Herstellern und Programmierern eines autonomen Systems zu, dass sie entgegen der vorherrschenden Rechtsprechung eine Minderung der Opferzahl (3 vs 2 vs 1) als vertretbare Entscheidungsoption berücksichtigen.

Auch das Paar im Innern des Fahrzeugs hat somit vergleichsweise schlechte Karten. Zum einen hält es die Ethik-Kommission für vertretbar, dass das System ihr Leben “opfert”, weil sie eben nur zu zweit und nicht zu dritt im Innern des Fahrzeugs sitzen. Zum anderen sind sie als Halter und Insassen des Fahrzeugs (unmittelbar oder mittelbar) ”an der Erzeugung von Mobilitätsrisiken Beteiligte”, denen die “Opferung” der unbeteiligten Omas (und des unbeteiligten Kindes) zum Schutz des eigenen Lebens ohnehin nicht erlaubt sein soll.

Dieses simple Beispiel macht bereits die Tragweite der zukünftigen Herausforderungen deutlich. Hier geht es um Rechtsfragen, die zum einen das Recht auf Leben nach Art. 2 Abs. 2 Satz 1 GG und zum anderen die Menschenwürdegarantie des Art. 1 Abs. 1 GG betreffen, sofern tatunbeteiligte Menschen von irgendeiner “Entscheidung” eines autonomen Systems betroffen wären. Weder einem Staat noch einem Fahrzeughersteller ist es erlaubt, die Wertigkeit des Lebens von Menschen abzuwägen und dabei u.U. in Betracht zu ziehen, dass man wenige(r) Menschen opfert, um das Leben von zahlenmässig mehr Menschen zu retten. Jedwede dahingehende Entscheidung, die in einem autonomen Fahrzeug schon im Voraus programmiert sein müsste, ist nicht mit unserem Grundgesetz vereinbar. Dazu zählt auch die irrige Vorstellung, eine solche Entscheidung eventuell über einen “Zufallsgenerator” lösen zu können.
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Re: Sammelstrang Autonome/Selbstlenkende Fahrzeuge

Beitragvon Kamikaze » Mi 1. Aug 2018, 08:23

Ergänzend dazu ist auch das interessant: https://www.spektrum.de/news/ethikkommi ... os/1465475

Die Ethikkommission zum automatisierten und vernetzten Fahren hat in ihrem von der Bundesregierung in Auftrag gegebenen Bericht selbstfahrende Fahrzeuge grundsätzlich befürwortet. "Die Einführung höherer automatisierter Fahrsysteme […] kann gesellschaftlich und ethisch geboten sein", wenn dadurch der Straßenverkehr sicherer werde, heißt es in dem heute vorgestellten Dokument. Gleichzeitig erteilt die Kommission den in der Debatte verbreiteten Wen-würden-Sie-totfahren-Gedankenexperimenten eine Absage: Während man autonomen Fahrzeugen vorgeben dürfe, den Verlust an Menschenleben zu minimieren, sei jegliche Qualifizierung der potenziellen Unfallopfer nach persönlichen Merkmalen untersagt. Unvermeidbare Restrisiken seien deswegen auch kein Grund, auf autonome Fahrzeuge zu verzichten.


Der Bericht der Ethikkomission ist leider nicht mehr online: http://www.bmvi.de/SharedDocs/DE/Anlage ... cationFile (Toter Link)
(Falls jemand noch das Original-Dokument online (am besten kostenlos) findet wäre ich sehr interessiert. :) )
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