Kohleausstieg

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Corella
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Re: Kohleausstieg

Beitrag von Corella »

Frank_Stein hat geschrieben: Mi 25. Jan 2023, 20:39 ...
so haben wir ein etwas realistischeres Bild

Nachtrag: die Flächen, die Dir vorschweben, gibt es im Potenzial nur stark gestückelt. Auf Feuchtwiesen liegt viel Nutzungsdruck, Jahrzehnte des Terraforming lassen grüßen und in letzter Zeit sind sie gar nicht mehr so feucht.
Abwasserreinigung: das könnte funktionieren. Aber in der Praxis geht der Trend zur 4. Ausbaustufe wegen Medi-Rückstände und weiteren Stoffen. Was dann noch rauskommt ins schilfbestandene Schönungsbecken - grundsätzlich gern, ist aber nicht mehr so nährstoffreich, wie Du kalkulierst.

Auch die kleinen Flächen sind schwer verfügbar zu kriegen, wir haben kein Flächenmanagement für Gesamtkonzepte.

All das und mehr, aber so geht es jeder EE-Komponente. Dann: nur Mut!
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Frank_Stein
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Re: Kohleausstieg

Beitrag von Frank_Stein »

Corella hat geschrieben: Mi 25. Jan 2023, 21:31 so haben wir ein etwas realistischeres Bild

Nachtrag: die Flächen, die Dir vorschweben, gibt es im Potenzial nur stark gestückelt. Auf Feuchtwiesen liegt viel Nutzungsdruck, Jahrzehnte des Terraforming lassen grüßen und in letzter Zeit sind sie gar nicht mehr so feucht.
Abwasserreinigung: das könnte funktionieren. Aber in der Praxis geht der Trend zur 4. Ausbaustufe wegen Medi-Rückstände und weiteren Stoffen. Was dann noch rauskommt ins schilfbestandene Schönungsbecken - grundsätzlich gern, ist aber nicht mehr so nährstoffreich, wie Du kalkulierst.

Auch die kleinen Flächen sind schwer verfügbar zu kriegen, wir haben kein Flächenmanagement für Gesamtkonzepte.

All das und mehr, aber so geht es jeder EE-Komponente. Dann: nur Mut!
Eine Infrastruktur für Pflanzenkohle zu schaffen ist sinnvoll. Ob die dann in alten Kohlekraftwerken für die Notversorgung verfeuert wird, oder dem Mutterboden beigemischt wird, um die Böden zu verbessern oder einfach, um CO2 dauerhaft in oder unter der Erde zu speichern, das seit mal dahingestellt. Kohle ist auch auch noch für andere Bereiche ein wichtiger Rohstoff (z.B. Chemische Industrie oder Materialien).

Durch eine CO2-Bepreisung wurden die Karten neu gemischt und so könnten in Zukunft dinge rentabel sein, die in der Vergangenheit unwirtschaftlich waren, einfach weil die billige Konkurrenz von fossilen Energieträgern die Erforschung dieser Technologien verhindert hat.

In Österreich baut gerade ein Hersteller von Komposterde einen größeren Pyrolyseofen, um daraus noch mehr Pflanzenkohle für Terra Preta zu erzeugen und die dabei frei werdende Wärme wird zum Heizen von Büro und Wohnungen genutzt. Diese Erfahrungen können dann anderen helfen, ebenso eine Infrastruktur dazu aufzubauen. Die meisten Pflanzenabfälle verrotten noch ungenutzt und setzen das CO2 wieder frei, ohne dass wir etwas davon haben.
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Frank_Stein
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Re: Kohleausstieg

Beitrag von Frank_Stein »

Nockermann hat geschrieben: Mi 25. Jan 2023, 20:57

Wenn man unbedingt CO2 einsparen will, kann man ja CCS einsetzen.
oder besser Pflanzenkohle erzeugen
ich mag CSS nicht
zu energieintensiv und teuer
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Re: Kohleausstieg

Beitrag von Nockermann »

Frank_Stein hat geschrieben: Mi 25. Jan 2023, 23:05 oder besser Pflanzenkohle erzeugen
ich mag CSS nicht
zu energieintensiv und teuer
Haben du Zahlen dazu?

Und wie sieht die CO2-Bilanz bei Pflanzen aus?

Und die Energiebilanz?
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Frank_Stein
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Re: Kohleausstieg

Beitrag von Frank_Stein »

Nockermann hat geschrieben: Do 26. Jan 2023, 08:49 Haben du Zahlen dazu?

Und wie sieht die CO2-Bilanz bei Pflanzen aus?

Und die Energiebilanz?
Kommt auf die Pflanzenart an und auf die Art der Verkohlung.
Bei der Pyrolyse wird die Pflanze mit geringem Sauerstoff verbrannt/verkohlt und dabei wir Wärme frei, aber auch ein Teil des Kohlenstoffs wird dabei zu CO2.
Bei der HTC-Methode muss von Außen Energie zugefügt werden, dafür bleibt aber der größte Teil des Kohlenstoffs erhalten.

Was Pflanzen betrifft, so gibt es Schilfarten, die wirklich hohe Biomasseerträge liefen können.
An Land wäre das Riesenschilf. Da kommt man auf 5-10 kg TM pro m².
Im Meer wären das Seegras am Boden von Buchten isw .. bis 10 m Wassertiefe oder Braunalgen, die man in Algenfarmen züchten kann. Auf Binnenseen gäbe es "Entengrütze", einzellige Algen oder Wasserhyazinthen, die in einigen Gewässern wie Unkraut wachsen und daher bestens geeignet sind, daraus Pflanzenkohle zu erzeugen ... hier ein Beispiel

https://fachverbandpflanzenkohle.org/pf ... yazinthen/


... was Du dann mit der Kohle machst ... Kohle ist sehr stabil, denn sonst gäbe es die ganzen Kohlgruben heute nicht mehr. Die Kohle kann in der Erde Millionen Jahre überdauern ... und falls man sie eines Tages doch mal wieder braucht, muss man sie nur wieder ausgraben :)
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