Warum wollen Frauen unbedingt Kinder?

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H2O
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Re: Warum wollen Frauen unbedingt Kinder?

Beitrag von H2O »

Vongole hat geschrieben: Do 24. Nov 2022, 17:13 Natürlich war und ist es das, wir haben viel Spaß und auch gute Gespräche mit unseren Enkeln. Besonders erfreulich, dass diese auch von ganz alleine plötzlich vorbeischauen, weil ihnen grad danach ist.
Unser Eigengewächs ist übrigens ein Sohn. ;)
Ja, das ist doch auch ganz wunderbar... wir haben beides zu bieten... Tochter mit Enkelsohn und Sohn. Beide Kinder sehr wohlgeraten.
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Billie Holiday
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Re: Warum wollen Frauen unbedingt Kinder?

Beitrag von Billie Holiday »

jorikke hat geschrieben: Do 24. Nov 2022, 16:22 Na ja, ein Mangel an Phantasie ist ja keine qualitative Aussage.
War der Versuch zu pöbeln, nimm´s bloß nicht ernst.
Ich kann zwar nur mit 57 Ehejahren aufwarten aber es ist ja noch nicht aller Tage Abend.
Rational kann man die Geschichte ohnehin erst beurteilen wenn das Meiste hinter einem liegt.
Das dürfte bei uns der Fall sein.
Also, in einem hypothetischen zweiten Leben würde ich nichts anders machen.
Die Familie, drei Kinder, fünf Enkel hat untereinander keinerlei Differenzen. Ganz im Gegenteil, jetzt, wo meine Frau langsam ins Dunkel abgleitet, ist die Unterstützung, die Anteilnahme, ein großes Glück.
Es war nicht immer alles Friede, Freundschaft, Eierkuchen. Im Nachhinein betrachtet waren aber alle
"Sorgen" bedeutungslose Kleinigkeiten.
An solchen Dingen sind im Freundeskreis manche Ehen zerbrochen.
Da bin ich in der Beurteilung durchaus wenig tolerant.
In meinen Augen haben sie versagt.
Mein lieber Exmann und ich haben letztlich dann gerne versagt. Aus zwei unglücklichen Menschen wurden vier glückliche.
Sowohl er als auch ich haben neue Partner und sind glücklich und zufrieden. Unsere Töchter haben außer ihren Eltern noch eine mütterliche Freundin und einen väterlichen Freund gewonnen. Sie besitzen zudem die Reife, anzuerkennen, dass ein Elternpaar, das nebeneinander lebt, sie nicht froh macht.
Sein Leben sollte man mit seinem Partner in Liebe und Vertrauen teilen. Und nur dann. Das Leben ist zu kurz, um gesellschaftliche Ansprüche zu erfüllen. Liebe und Freundschaft bis ins hohe Alter ist ein Segen - reine Gewohnheiten nicht.

Mein Exmann und ich saßen neulich auf einer Beerdigung an einem Tisch mit den Töchtern und hatten eine sehr schöne Unterhaltung. Die gegenseitige Wertschätzung ist da, die Liebe nicht mehr. Aber wir verstehen uns sehr gut ohne Zank und Streit oder Rosenkrieg.
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Re: Warum wollen Frauen unbedingt Kinder?

Beitrag von jorikke »

Billie Holiday hat geschrieben: Do 24. Nov 2022, 17:38 Mein lieber Exmann und ich haben letztlich dann gerne versagt. Aus zwei unglücklichen Menschen wurden vier glückliche.
Sowohl er als auch ich haben neue Partner und sind glücklich und zufrieden. Unsere Töchter haben außer ihren Eltern noch eine mütterliche Freundin und einen väterlichen Freund gewonnen. Sie besitzen zudem die Reife, anzuerkennen, dass ein Elternpaar, das nebeneinander lebt, sie nicht froh macht.
Sein Leben sollte man mit seinem Partner in Liebe und Vertrauen teilen. Und nur dann. Das Leben ist zu kurz, um gesellschaftliche Ansprüche zu erfüllen. Liebe und Freundschaft bis ins hohe Alter ist ein Segen - reine Gewohnheiten nicht.

Mein Exmann und ich saßen neulich auf einer Beerdigung an einem Tisch mit den Töchtern und hatten eine sehr schöne Unterhaltung. Die gegenseitige Wertschätzung ist da, die Liebe nicht mehr. Aber wir verstehen uns sehr gut ohne Zank und Streit oder Rosenkrieg.
Man kann sich alles schön reden.
Ist nicht böse gemeint, warum soll man nach erstem Versagen nicht die zweite Chance nutzen?
Meine Töchter sind übrigens auch beide geschieden.
Mit beiden Schwiegersöhnen habe ich noch sehr freundschaftlichen Kontakt.
Was ich geschrieben habe gilt für mich, andere mögen nach ihrer Facon selig werden.
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Re: Warum wollen Frauen unbedingt Kinder?

Beitrag von Billie Holiday »

jorikke hat geschrieben: Do 24. Nov 2022, 17:57 Man kann sich alles schön reden.
Ist nicht böse gemeint, warum soll man nach erstem Versagen nicht die zweite Chance nutzen?
Meine Töchter sind übrigens auch beide geschieden.
Mit beiden Schwiegersöhnen habe ich noch sehr freundschaftlichen Kontakt.
Was ich geschrieben habe gilt für mich, andere mögen nach ihrer Facon selig werden.
Ja, man kann sich auch jede langjährige Ehe schönreden. ;)

Da sind wir tatsächlich nach unserer Facon zweimal selig geworden. :cool: Die erste Ehe war ja jahrelang auch sehr schön.
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Re: Warum wollen Frauen unbedingt Kinder?

Beitrag von jorikke »

Billie Holiday hat geschrieben: Do 24. Nov 2022, 18:08 Ja, man kann sich auch jede langjährige Ehe schönreden. ;)

Da sind wir tatsächlich nach unserer Facon zweimal selig geworden. :cool: Die erste Ehe war ja jahrelang auch sehr schön.
Die Logik ist bestechend.
Lasst euch weitere 2x scheiden und 16 Leute sind glücklich. :D
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Re: Warum wollen Frauen unbedingt Kinder?

Beitrag von Billie Holiday »

jorikke hat geschrieben: Do 24. Nov 2022, 18:24 Die Logik ist bestechend.
Lasst euch weitere 2x scheiden und 16 Leute sind glücklich. :D
Besser als nebeneinander auszuharren.
Aber ich verstehe schon. In deiner Generation war es eine Schande, aufzugeben und sich zu trennen. Da hat man ausgehalten. Da viele ältere Frauen zudem außer Kinder, Enkel und Haushalt nichts hatten, vor allem kaum Möglichkeiten, ein eigenes Leben zu finanzieren, blieb man halt beim Gewohnten.
Das ist heute nicht mehr die einzige Option. Zum Glück.
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Re: Warum wollen Frauen unbedingt Kinder?

Beitrag von jorikke »

Billie Holiday hat geschrieben: Do 24. Nov 2022, 18:37 Besser als nebeneinander auszuharren.
Aber ich verstehe schon. In deiner Generation war es eine Schande, aufzugeben und sich zu trennen. Da hat man ausgehalten. Da viele ältere Frauen zudem außer Kinder, Enkel und Haushalt nichts hatten, vor allem kaum Möglichkeiten, ein eigenes Leben zu finanzieren, blieb man halt beim Gewohnten.
Das ist heute nicht mehr die einzige Option. Zum Glück.
Du irrst.
Das war die Generation meiner Eltern.
Meine Eltern haben sich auch scheiden lassen.
Es war grausig.
Finanziell hatten wir alle Optionen.
Wir haben nur die eine genutzt, weil wir es besser machen wollten.
Es hat geklappt.
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Re: Warum wollen Frauen unbedingt Kinder?

Beitrag von Billie Holiday »

jorikke hat geschrieben: Do 24. Nov 2022, 18:43 Du irrst.
Das war die Generation meiner Eltern.
Meine Eltern haben sich auch scheiden lassen.
Es war grausig.
Finanziell hatten wir alle Optionen.
Wir haben nur die eine genutzt, weil wir es besser machen wollten.
Es hat geklappt.
Und das ist sehr schön. :thumbup:

Wenn die Eltern sich trennen, ist es meist erstmal grausig für die Kinder. Später wissen sie, dass sich ständig streitende Eltern viel schlimmer sind.

Aber gut. Zurück zum eigentlichen Thema.
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Re: Warum wollen Frauen unbedingt Kinder?

Beitrag von Corella »

firlefanz11 hat geschrieben: Mi 23. Nov 2022, 12:48 Hier mal eine ketzerische Frage an die biologischen Frauen...
Es gibt auch Männer mit unbändigem Kinderwunsch. Der
Gesteigerte Wunsch war mir eigentlich auch immer suspekt. In eigener Ehe hatte ich auch Ärger, weil die Gattin mehr Enthusiasmus forderte. Nun gut, zwei haben wir groß. Wir kamen heil durch die Pubertät und haben die Kinder sehr lieb.
Die Wegbegleiter ohne die Erfahrung pflegen im Alter eindeutig mehr Verschrobenheiten. Kinder können fit halten. Aber das Ganze ist ein Riesenabenteuer.

Was mir hier arg zu kurz kommt: blickt auf die Demographie und was das für ein "wir" bedeutet. Die an dieser Stelle eingrätschenden Post- oder Naiv-Malthusianer haben wir abgehandelt, schlage vor, zu ignorieren.
Zumindest gesellschaftlicher Respekt denen, die es auf sich nehmen!! Dass sie dabei diversen eigenen Projektionen erliegen, die nicht so eintreten - oh ja!

Persönliche Lieblingshypothese, wo der Wunsch vielfach herkommt: einer der vielen gefühlten Fitnessindikatoren "seht her...".
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Re: Warum wollen Frauen unbedingt Kinder?

Beitrag von Billie Holiday »

Corella hat geschrieben: Fr 25. Nov 2022, 09:39 Es gibt auch Männer mit unbändigem Kinderwunsch. Der
Gesteigerte Wunsch war mir eigentlich auch immer suspekt. In eigener Ehe hatte ich auch Ärger, weil die Gattin mehr Enthusiasmus forderte. Nun gut, zwei haben wir groß. Wir kamen heil durch die Pubertät und haben die Kinder sehr lieb.
Die Wegbegleiter ohne die Erfahrung pflegen im Alter eindeutig mehr Verschrobenheiten. Kinder können fit halten. Aber das Ganze ist ein Riesenabenteuer.

Was mir hier arg zu kurz kommt: blickt auf die Demographie und was das für ein "wir" bedeutet. Die an dieser Stelle eingrätschenden Post- oder Naiv-Malthusianer haben wir abgehandelt, schlage vor, zu ignorieren.
Zumindest gesellschaftlicher Respekt denen, die es auf sich nehmen!! Dass sie dabei diversen eigenen Projektionen erliegen, die nicht so eintreten - oh ja!

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Meine Tochter ist exam. Altenpflegerin und betreut auch Demente. Ich frag sie mal, was sie von der These hält.
Kinderlosigkeit heißt ja nicht, untätig rumzusitzen oder null soziale Kontakte zu haben.
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Re: Warum wollen Frauen unbedingt Kinder?

Beitrag von JJazzGold »

Billie Holiday hat geschrieben: Fr 25. Nov 2022, 10:02 Meine Tochter ist exam. Altenpflegerin und betreut auch Demente. Ich frag sie mal, was sie von der These hält.
Kinderlosigkeit heißt ja nicht, untätig rumzusitzen oder null soziale Kontakte zu haben.
Richtig und Kinder zu haben bedeutet nicht grundsätzlich, sich im Alter an ihnen erfreuen zu können.
Glücklich ist, wer das kann.
Aber - Kinder ziehen auf andere Kontinent, Kinder entfremden sich, Kinder verunfallen, Kinder fallen Krankheiten zum Opfer, Kinder nehmen Drogen, Kinder werden kriminell, etc pp.
Beide meiner Großmütter haben in der Mitte ihres eigenen Lebens jeweils zwei Kinder verloren. Das ist auch ein Teil der Realität. Dagegen gibt es keine Versicherung.

Und auch nicht alle Großeltern sind der Aufbewahrungs-Traum der Kinder.

Zudem könnte diese Erde wesentlich weniger Kinder gebrauchen, aber soweit denken ganz sicher nicht die im Eröffnungsbeitrag erwähnten "Kinder um jeden Preis" Wollenden.

Die gefährlichste aller Weltanschauungen ist die der Leute, welche die Welt nie angeschaut haben.
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Re: Warum wollen Frauen unbedingt Kinder?

Beitrag von Billie Holiday »

JJazzGold hat geschrieben: Fr 25. Nov 2022, 10:25 Richtig und Kinder zu haben bedeutet nicht grundsätzlich, sich im Alter an ihnen erfreuen zu können.
Glücklich ist, wer das kann.
Aber - Kinder ziehen auf andere Kontinent, Kinder entfremden sich, Kinder verunfallen, Kinder fallen Krankheiten zum Opfer, Kinder nehmen Drogen, Kinder werden kriminell, etc pp.
Beide meiner Großmütter haben in der Mitte ihres eigenen Lebens jeweils zwei Kinder verloren. Das ist auch ein Teil der Realität. Dagegen gibt es keine Versicherung.

Und auch nicht alle Großeltern sind der Aufbewahrungs-Traum der Kinder.

Zudem könnte diese Erde wesentlich weniger Kinder gebrauchen, aber soweit denken ganz sicher nicht die im Eröffnungsbeitrag erwähnten "Kinder um jeden Preis" Wollenden.

Da muß ich an meine Kollegin denken, die zwar drei Geschwister hat, bei allem Ärgernis mit pflegebedürftigen Eltern aber mit allem allein gelassen wurde.
Kinder sind für nichts eine Garantie, schon gar nicht, wenn man sie zu freien Individuen erzogen hat.
Ich möchte meine nicht missen. Beide haben meinen Humor mitbekommen und sind trotzdem gutgeraten. :cool:

Zur Überbevölkerung gibt es solche und solche Meinung. Offenbar ist es bei Vernachlässigung jeder Lebensqualität auch machbar, deutlich mehr Menschen zusammenzupferchen und zu ernähren.
Zuletzt geändert von Billie Holiday am Fr 25. Nov 2022, 10:31, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Warum wollen Frauen unbedingt Kinder?

Beitrag von Vongole »

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Re: Warum wollen Frauen unbedingt Kinder?

Beitrag von Dark Angel »

Corella hat geschrieben: Fr 25. Nov 2022, 09:39 Was mir hier arg zu kurz kommt: blickt auf die Demographie und was das für ein "wir" bedeutet.
Beim ganz individuellen Kinderwunsch spielt die Demographie eher keine Rolle, weil die Entscheidung für Kinder primär emotional ist ==> Kindernutzen. Die Ratio kommt erst ins Spiel, wenn es um die Anzahl der Kinder geht ==> Kinderkosten. Hinzu kommen gesellschaftspolitische Aspekte.
Mit steigendem Wohlstand sinkt der Kindernutzen und steigen die Kinderkosten - das hat nix mit Malthus zu tun, sondern mit Ökonomie. Der Kindernutzen (und entsprechend die Fertilitätsrate) ist dort am höchsten, wo der Beitrag der Kinder zu Lebensunterhalt am größten ist und umgekehrt.
Bei der Entscheidung für oder gegen Kinder spielt also durchaus eine Rolle, ob Kinder gesamtgesellschaftlich eher als Belastung (Vereinbarkeit von Familie und Beruf, Steuersystem etc) betrachtet werden oder als "Investition in die Zukunft" (Bevölkerungspolitik vs Sozialpolitik).
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Re: Warum wollen Frauen unbedingt Kinder?

Beitrag von Billie Holiday »

Vongole hat geschrieben: Fr 25. Nov 2022, 10:30 Keine Frau sollte sich dafür verteidigen müssen, wenn sie keine Kinder will.
Aber auch nicht dafür, dass sie will.
Nun, die jungen Frauen heute haben ein sehr großes Rechtfertigungsbedürfnis und nehmen lustvoll jede Frage zur Familienplanung krumm, um dann weinerliche Artikel zu schreiben.
Zu meiner Zeit sagten wir Neugierigen „dat geiht di gornix an“.
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Re: Warum wollen Frauen unbedingt Kinder?

Beitrag von Vongole »

Billie Holiday hat geschrieben: Fr 25. Nov 2022, 10:34 Nun, die jungen Frauen heute haben ein sehr großes Rechtfertigungsbedürfnis und nehmen lustvoll jede Frage zur Familienplanung krumm, um dann weinerliche Artikel zu schreiben.
Zu meiner Zeit sagten wir Neugierigen „dat geiht di gornix an“.
Echt? Ich muss wohl mal wieder zum Friseur gehen. :D
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Re: Warum wollen Frauen unbedingt Kinder?

Beitrag von Billie Holiday »

Vongole hat geschrieben: Fr 25. Nov 2022, 10:36 Echt? Ich muss wohl mal wieder zum Friseur gehen. :D
Das kann du auch online in verschiedenen Magazinen lesen. Zeit oder TAZ und wie sie alle heißen.
Ausgedacht hab ich mir das jedenfalls nicht, und Frauenzeitschriften lese ich nicht. Ich mag es nicht, wenn man mir erst Diäten zeigt und eine Seite weiter tolle Kochrezepte.
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Re: Warum wollen Frauen unbedingt Kinder?

Beitrag von JJazzGold »

Billie Holiday hat geschrieben: Fr 25. Nov 2022, 10:29 Da muß ich an meine Kollegin denken, die zwar drei Geschwister hat, bei allem Ärgernis mit pflegebedürftigen Eltern aber mit allem allein gelassen wurde.
Kinder sind für nichts eine Garantie, schon gar nicht, wenn man sie zu freien Individuen erzogen hat.
Ich möchte meine nicht missen. Beide haben meinen Humor mitbekommen und sind trotzdem gutgeraten. :cool:

Genau so sollte es sein. Kinder muss man loslassen können. :thumbup:
Manchmal habe ich das Gefühl, dass sie um so lieber zurückkommen, je länger die Leine ist, die man ihnen gibt. ;)

Was heißt das, deine Kinder sind gut geraten, obwohl sie deinen Humor mitbekommen haben? Dein Humor ist doch keine negative Eigenschaft.
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Re: Warum wollen Frauen unbedingt Kinder?

Beitrag von Billie Holiday »

JJazzGold hat geschrieben: Fr 25. Nov 2022, 10:57 Genau so sollte es sein. Kinder muss man loslassen können. :thumbup:
Manchmal habe ich das Gefühl, dass sie um so lieber zurückkommen, je länger die Leine ist, die man ihnen gibt. ;)

Was heißt das, deine Kinder sind gut geraten, obwohl sie deinen Humor mitbekommen haben? Dein Humor ist doch keine negative Eigenschaft.
Schon gut, war ein Scherz. Beide haben Ironie, Sarkasmus und Sinn für Situationskomik mitbekommen. Ihnen ist sowohl ein „stell dich nicht so an“ als auch Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft mitgegeben.

Ich freu mich, wenn die beiden sich melden, weiß aber auch, wenn ich nichts höre, ist alles in Ordnung. Es gibt keinen Zwang für regelmäßige Anrufe am Sonntag vormittag. Oft denke ich, die melden sich häufiger bei mir als ich mich bei ihnen.
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Re: Warum wollen Frauen unbedingt Kinder?

Beitrag von Corella »

Billie Holiday hat geschrieben: Fr 25. Nov 2022, 10:02 Meine Tochter ist exam. Altenpflegerin und betreut auch Demente. Ich frag sie mal, was sie von der These hält.
Kinderlosigkeit heißt ja nicht, untätig rumzusitzen oder null soziale Kontakte zu haben.
Na, das greift wohl etwas weit. Sind wir dort aufgeprallt, herrscht harte Physiologie, das, was uns über kurz oder lang, jede(r) nach Anfälligkeit und Anlagen einholt. Die repräsentative Umfrage wäre zeitlich davor besser. Andererseits, die Maken bauen sich in Demenz gern auch noch aus, das Gefühl hat man auch oft.
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Re: Warum wollen Frauen unbedingt Kinder?

Beitrag von Corella »

Dark Angel hat geschrieben: Fr 25. Nov 2022, 10:30 ...
Ob die Sicht trifft, was uns ab ungefähr genau jetzt mit den in Rente gehenden Boomern blüht, habe ich Zweifel. Die Forderungen für die nächsten kommen unweigerlich aus dem System, die Förderungen sollten klug sein (wir brauchen HandwerkerInnen mit hohen Standards!!!) und Schritt halten. Respekt und Anerkennung gehören dazu und das sehe ich bei vielen älteren Knochen und Beiteägen hier unterrepräsentiert.
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Re: Warum wollen Frauen unbedingt Kinder?

Beitrag von Corella »

Dark Angel hat geschrieben: Fr 25. Nov 2022, 10:30 Bevölkerungspolitik vs Sozialpolitik
Bin Ökologe genug, gerne Schrumpfungen zu sehen. Aber aus keinem der Belange sind einfache Plattmachargumente herleitbar.
Bei uns machen wir alten Knochen nicht die Transformation. Wir dürfen in Bälde sehr lange auf Material und Leute warten, tropft mal ein Dach, sieht ein Hautfleck nicht gut aus, such Dir was aus... Die Entwicklung ist auch geeignet, Zusammenhalt und hinteichenden Wohlstand zu gefährden.
So Attitüden, wer sich Kinder antut ist selber Schuld und soll nicht jammern, geht in Selbstgerechtigkeit zu weit.
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Re: Warum wollen Frauen unbedingt Kinder?

Beitrag von Dark Angel »

Corella hat geschrieben: Fr 25. Nov 2022, 12:53 Ob die Sicht trifft, was uns ab ungefähr genau jetzt mit den in Rente gehenden Boomern blüht, habe ich Zweifel. Die Forderungen für die nächsten kommen unweigerlich aus dem System, die Förderungen sollten klug sein (wir brauchen HandwerkerInnen mit hohen Standards!!!) und Schritt halten. Respekt und Anerkennung gehören dazu und das sehe ich bei vielen älteren Knochen und Beiteägen hier unterrepräsentiert.
Ich gehöre zur Boomergeneration und ich bin in Rente - allerdings unfreiwillig einige Jahre früher als geplant.
Und nein, ich hatte bezüglich meines Kinderwunsches keinen Blick auf die Demographie bzw irgendeine demographische Entwicklung und auch nicht darauf, was wir irgendwann brauchen (könnten). Mein Kinderwunsch war rein emotional. Ich wollte - das mag jetzt unwahrscheinlich gesxchwollen und/oder kitschig klingen - das etwas von mir/von uns bleibt und ich wollte zwei Kinder, einen Jungen und ein Mädchen und zwar in genau der Reihenfolge. Hat zufällig geklappt. :D
Ich habe meinen beiden auch nicht in ihren Berufswunsch reingequatscht, sondern sie ihren Beruf entsprechend ihrer Interessen wählen. Enkel gibet auch und die beiden haben recht genaue Vorstellungen davon, was sie mal werden wollen ...
Gegen die menschliche Dummheit sind selbst die Götter machtlos.

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Re: Warum wollen Frauen unbedingt Kinder?

Beitrag von Dark Angel »

Corella hat geschrieben: Fr 25. Nov 2022, 13:27 Bin Ökologe genug, gerne Schrumpfungen zu sehen. Aber aus keinem der Belange sind einfache Plattmachargumente herleitbar.
Bei uns machen wir alten Knochen nicht die Transformation. Wir dürfen in Bälde sehr lange auf Material und Leute warten, tropft mal ein Dach, sieht ein Hautfleck nicht gut aus, such Dir was aus... Die Entwicklung ist auch geeignet, Zusammenhalt und hinteichenden Wohlstand zu gefährden.
So Attitüden, wer sich Kinder antut ist selber Schuld und soll nicht jammern, geht in Selbstgerechtigkeit zu weit.
Keine Ahnung, was du mir sagen willst! :?: :?:

Nur so viel zu Bevölkerungspolitik vs Sozialpolitik: Staaten die Bevölkerungspolitik betreiben - z.B. Frankreich, Schweden haben eine höhere Fertilitätsrate als Staaten, die Sozialpolitik betreiben z.B. Deutschland. Die liegt zwar immer noch unter dem Erhaltungsniveau, aber dennoch deutlich höher als hier
Gegen die menschliche Dummheit sind selbst die Götter machtlos.

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Re: Warum wollen Frauen unbedingt Kinder?

Beitrag von elmore »

Der Evolution dürften die Fragestellungen des Eingangsbeitrags voll am Allwertesten vorbeigehen. Und auch die Ausreißer, die nicht im Sinne der Evolution vorkommen, weil der Mensch, natürlich besonders Frau, durch die Fähigkeit ihrer Ratio die Möglichkeit hat und immer hatte (auch vor der Pille), die Evolution auszubremsen.
Ist der Letztgenannten aber egal. Das Ziel ausreichender Reproduktion der Menschheit wird trotzdem erreicht.

Ob und warum Menschen sich reproduzieren (wollen) oder nicht, ist allenfalls ein philosophisches Luxusproblem.

Die Antwort auf die Eingangsfrage könnte daher lauten: Das instinktive, evolutorisch angelegte Fortpflanzungsbedürfnis ist - wertneutral - nicht rational
begründbar, sondern ein nicht auszuhebelnder biologischer Fakt. Die meisten Frauen und wohl auch Männer widersetzen sich - auch geistig - diesem Fakt wohl eher nicht. Sonst gäbe es nicht eine stetig wachsende Weltbevölkerung. Und auch nicht jene Phänomene des Babybooms, wie er bei uns nach dem Krieg vorkam, obwohl es wohlstandsmäßig aufwärts ging und ein Ernährungsproblem tatsächlich nicht vorlag. Das Gegenteil der Fall war.

Frauen und Männer, die Kinder wollen, befolgen einfach nur brav (=instinktiv) das Diktat der Evolution. Und machen das Diktat dann - intellektuell - zu einem Kinderwunsch.
Wo käme der Mensch hin, wenn er zugeben müsste, dass er von der Evolution gesteuert wird. Die tatsächliche Entscheidung, sich zu reproduzieren,
grundlos ist und nur biologischen Gesetzmäßigkeiten folgt.

Da es der Menschheit kraft Geist aber nie an "okkulten" Begründungen zu Vorgängen mangelte, die er nicht vertsteht oder verstehen will, besonders auch für sein Reproduktionsverhalten und -handeln, erfand sie (die Menschheit) das gefühlsschwangere Märchen vom Kinderwunsch und allerlei zusätzliche Ausformungen zum Kinderkriegen und Kinderhaben. Und dessen bereichernden "Segen" für das eigene Leben.

Unter anderem mit dem ständig und latent mitschwingendem Verdacht (oder Gerücht), daß bewusst kinderlose Paare, Frauen wie Männer, eben doch nicht so ganz bei sich sind. Ihre Kinderlosigkeit, wenn nicht heute, dann eben wenn sie alt sind, bedauern werden.

So ähnlich, wie eben auch immer ein gewisser latenter Verdacht mitschwingt, da stimmt doch etwas nicht, bei mir als Mann und noch mehr als Frau.
Was auch in der Diskussion um das Schwulsein, queere Gefühle usw. mitschwingt. Klammheimlich. ;)
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Re: Warum wollen Frauen unbedingt Kinder?

Beitrag von Billie Holiday »

Wer auf Kinder verzichtet, weil er weiß, er kann sie nicht vernünftig ernähren, umsorgen, ihnen Zeit oder Bildung zukommen lassen oder weil er andere Prioritäten hat, erweist sich als äußerst intelligent und zudem kinderfreundlich. Er will sich einem Kind nicht zumuten. Meine große Wertschätzung und mein vollstes Verständnis ist ihm gewiss.

Das sind natürlich Ansprüche, die sich aus dem Wohlstand heraus entwickelt haben. Ohne Rentenversicherung und in Abhängigkeit von der Fürsorge von vielen Kindern ist der Blick auf Kinder ein ganz anderer. Da spielt Lebensqualität keine Rolle sondern Quantität.
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Re: Warum wollen Frauen unbedingt Kinder?

Beitrag von firlefanz11 »

Billie Holiday hat geschrieben: Fr 25. Nov 2022, 10:40 Frauenzeitschriften lese ich nicht. Ich mag es nicht, wenn man mir erst Diäten zeigt und eine Seite weiter tolle Kochrezepte.
:D Haha, Der ist gut! :thumbup:
Und was sagen Sie als Unbeteiligte(r) zum Thema Intelligenz?
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Re: Warum wollen Frauen unbedingt Kinder?

Beitrag von firlefanz11 »

elmore hat geschrieben: Sa 26. Nov 2022, 10:00 Der Evolution dürften die Fragestellungen des Eingangsbeitrags voll am Allwertesten vorbeigehen. Und auch die Ausreißer, die nicht im Sinne der Evolution vorkommen, weil der Mensch, natürlich besonders Frau, durch die Fähigkeit ihrer Ratio die Möglichkeit hat und immer hatte (auch vor der Pille), die Evolution auszubremsen.
Ist der Letztgenannten aber egal. Das Ziel ausreichender Reproduktion der Menschheit wird trotzdem erreicht.

Ob und warum Menschen sich reproduzieren (wollen) oder nicht, ist allenfalls ein philosophisches Luxusproblem.

Die Antwort auf die Eingangsfrage könnte daher lauten: Das instinktive, evolutorisch angelegte Fortpflanzungsbedürfnis ist - wertneutral - nicht rational
begründbar, sondern ein nicht auszuhebelnder biologischer Fakt. Die meisten Frauen und wohl auch Männer widersetzen sich - auch geistig - diesem Fakt wohl eher nicht. Sonst gäbe es nicht eine stetig wachsende Weltbevölkerung. Und auch nicht jene Phänomene des Babybooms, wie er bei uns nach dem Krieg vorkam, obwohl es wohlstandsmäßig aufwärts ging und ein Ernährungsproblem tatsächlich nicht vorlag. Das Gegenteil der Fall war.

Frauen und Männer, die Kinder wollen, befolgen einfach nur brav (=instinktiv) das Diktat der Evolution. Und machen das Diktat dann - intellektuell - zu einem Kinderwunsch.
Wo käme der Mensch hin, wenn er zugeben müsste, dass er von der Evolution gesteuert wird. Die tatsächliche Entscheidung, sich zu reproduzieren,
grundlos ist und nur biologischen Gesetzmäßigkeiten folgt.
Das meinte ich mit biologischem Imperativ...
Und was sagen Sie als Unbeteiligte(r) zum Thema Intelligenz?
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TheManFromDownUnder
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Re: Warum wollen Frauen unbedingt Kinder?

Beitrag von TheManFromDownUnder »

Ich frage das anders rum.

Warum wollen Maenner Kinder?

Es ist unsere biologische Bestimmung Kinder zu wollen. Diese Beduefnis ist bei manchen saerker als bei anderen ausgepraegt.

Die Fragestellung dieses Stranges ist sowieso falsch und verallgemeinert. Nicht alle Frauen wollen unbedingt KInder. Manche ja, andere weniger, manche nicht
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Misterfritz
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Re: Warum wollen Frauen unbedingt Kinder?

Beitrag von Misterfritz »

TheManFromDownUnder hat geschrieben: Mo 28. Nov 2022, 10:57Warum wollen Maenner Kinder?

Es ist unsere biologische Bestimmung Kinder zu wollen.
Die biologische Bestimmung der Männer geht dann doch eher in die Richtung, Kinder zu zeugen, möglichst viele. Und der Rest, also Aufzucht des Nachwuchses ... nun ja :D
Das Salz in der Suppe des Lebens ist nicht Selbstdisziplin, sondern kontrollierte Unvernunft ;)
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Dark Angel
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Re: Warum wollen Frauen unbedingt Kinder?

Beitrag von Dark Angel »

elmore hat geschrieben: Sa 26. Nov 2022, 10:00 Der Evolution dürften die Fragestellungen des Eingangsbeitrags voll am Allwertesten vorbeigehen. Und auch die Ausreißer, die nicht im Sinne der Evolution vorkommen, weil der Mensch, natürlich besonders Frau, durch die Fähigkeit ihrer Ratio die Möglichkeit hat und immer hatte (auch vor der Pille), die Evolution auszubremsen.
Ist der Letztgenannten aber egal. Das Ziel ausreichender Reproduktion der Menschheit wird trotzdem erreicht.
Das ist Unfug!
Ohne Reproduktion gibt es keine Evolution.
Evolution hat weder (einen) Sinn, noch einen Zweck oder ein Ziel. Evolution folgt dem Prinzip von Zufall und Notwendigkeit und i.d.S. IST der Mensch ein Ergebnis der Evolution und kein Ausreißer.
Und mit Empfängnisverhütung wird die Evolution NICHT ausgbremst.
elmore hat geschrieben: Sa 26. Nov 2022, 10:00Ob und warum Menschen sich reproduzieren (wollen) oder nicht, ist allenfalls ein philosophisches Luxusproblem.

Die Antwort auf die Eingangsfrage könnte daher lauten: Das instinktive, evolutorisch angelegte Fortpflanzungsbedürfnis ist - wertneutral - nicht rational ...
Und wieder falsch!
Reprduktion ist eine Grundeigenschaft des Lebens - ALLEN Lebens - und der Mensch ist nunmal ein Lebewesen.
Und als Lebewesen muss er sich reproduzieren, ansonsten stirbt er aus.
Also nix mit philosophisches Luxusproblem ...

elmore hat geschrieben: Sa 26. Nov 2022, 10:00Frauen und Männer, die Kinder wollen, befolgen einfach nur brav (=instinktiv) das Diktat der Evolution. Und machen das Diktat dann - intellektuell - zu einem Kinderwunsch.
Es gibt kein Diktat der Evolution, weil die Evolution kein Ziel verfolgt und keinem Zweck dient.
elmore hat geschrieben: Sa 26. Nov 2022, 10:00Wo käme der Mensch hin, wenn er zugeben müsste, dass er von der Evolution gesteuert wird.
Der Mensch wird nicht von der Evolution gesteuert, weil die Evolution keine Entität mit eigenem Willen ist.
Der Mensch ist das Ergebnis der Evolution - nicht mehr, aber auch nicht weniger.

Auf den restlichen esoterischen Unfug gehe ich nicht weiter ein. :x
Gegen die menschliche Dummheit sind selbst die Götter machtlos.

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Re: Warum wollen Frauen unbedingt Kinder?

Beitrag von elmore »

firlefanz11 hat geschrieben: Mo 28. Nov 2022, 10:07 Das meinte ich mit biologischem Imperativ...
So hatte ich dich auch verstanden. Meine Sicht dürfte also mit deiner halbwegs kongruent sein. ;)

Die Evolution ist schlau. Sie verbindet nämlich - in der Regel - ein (rein biologisches) körperliches Wohlbefinden mit der Fortpflanzung.
Durch die sog. sexuelle Lust, die unabhängig vom Zyklus der Frau auch in weniger aussichtsreichen Situationen genug Aktivitäten am Laufen hält,
die im Ergebnis genügend "gesunde", genstarke Fortpflanzungsergebnisse erzielen. Und damit die Erhaltung der Spezies Mensch sicherstellen.

Der sog. Kinderwunsch, besonders der Frau, ist m.M.n., eher ein Kunstprodukt der grenzenlosen, menschlichen, Fantasie. :D
Was mitunter zu eigentümlichen Vorkommnissen bzw. Nichterfüllung dieses Wunsches führt, wenn Frau sich in dem Gedanken festbeisst, das Kind müsse genau von "dem einen" sein, obwohl er hinsichtlich der Genergänzung und -wahl eher weniger bis gar nicht passt. Frau die in Sekunden erfolgenden Qualitätssignale ihrer biologischen Wahl ignoriert.

So kommen dann eben die Trennungen zustande, weil "der" für den intellektuellen Anspruch oft nicht zur biologisch getroffenen Wahl passte. Aber evolutorisch eben schon. Siehe auch Kuckuckskinder, Scheidungsraten usw. - Was der Evolution selbstredend vollkommen egal ist.

Eine sechsfache Mutter auf den Bahamas erzählte mir mal, Bahamas Männer "have sugar on their tongue, but they are no choice for the education of children". Da hätte sie am liebsten einen Deutschen oder einen Schweizer, "They're much more reliable therefor". :D
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Re: Warum wollen Frauen unbedingt Kinder?

Beitrag von elmore »

Dark Angel hat geschrieben: Mo 28. Nov 2022, 11:23 ...
Auf den restlichen esoterischen Unfug gehe ich nicht weiter ein. :x
Manchmal möchte ich einem Montagmorgen danken, dass er mir solche Glücksmomente beschert. :D
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Re: Warum wollen Frauen unbedingt Kinder?

Beitrag von TheManFromDownUnder »

Misterfritz hat geschrieben: Mo 28. Nov 2022, 11:08 Die biologische Bestimmung der Männer geht dann doch eher in die Richtung, Kinder zu zeugen, möglichst viele. Und der Rest, also Aufzucht des Nachwuchses ... nun ja :D
Ich wusste nicht das du noch in der Steinzeit lebst :D
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Re: Warum wollen Frauen unbedingt Kinder?

Beitrag von Misterfritz »

TheManFromDownUnder hat geschrieben: Mo 28. Nov 2022, 12:03 Ich wusste nicht das du noch in der Steinzeit lebst :D
Ich bin nur vom biologischen Aspekt ausgegangen - den sozialen hatte ich nicht erwähnt, Du ja auch nicht :D
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Re: Warum wollen Frauen unbedingt Kinder?

Beitrag von schokoschendrezki »

Die Evolution - so stellt es sich mir als Nichtfachmensch jedenfalls dar - hat sicherlich keinen Zweck, keine Bestimmung und findet eben einfach statt. Nur: Was mich aber immer wieder in Erstaunen versetzt: In welchem Maße sie nichtlinear verlaufen kann. Zugvögel zum Beispiel können über abertausende Generationen hinweg immer dieselben Zugrouten genommen haben. Und dann gibts eine Klimaveränderung und in einem - evolutionsmäßig gesehen - Wimpernschlag ändern sie ihr Verhalten. Verschiedene Tiere passen in kürzester Zeit ihr Verhalten an. Und siedeln sich zum Beispiel neben den Zweibeinern in der Nähe von Städten an und suchen ihre Nahrung in den Abfalltonnen. "Leben" ist abstrakt und systemisch gesehen ein Phänomen, das eine unglaubliche Stabilität aufweisen kann. Aber ebenso auch eine unglaubliche Fähigkeit zu Anpassung in extrem kurzen Zeiträumen. Irgendwie ist vielleicht genau dies "Leben", "Lebendigkeit". Es gint kein "so war es immer".

Und bezogen jetzt auf den Kinderwunsch heißt das für mich: Es gibt in dieser Hinsicht kein irgendwie "natürliches" Traditionsverhalten. Genausowenig wie Homosexualität "unnatürlich" ist. Sie existiert halt und fertig. Warum auch immer. Wenn man annimmt, dass die Evolution kein Ziel und keine Bestimmung hat, dann braucht man auch nicht über das Ziel und die Bestimmung von Homosexualität nachdenken. Und natürlich wollen vielleicht auch homosexuelle Paare Kinder haben. Also entstehen ganz neue Formen von Gemeinschaften. Ein lesbisches Paar zum Beispiel, ein Kind und als viertes der biologische Vater dieser Kinds. Der zwar nicht im Haushalt lebt aber sehr gute und enge Beziehungen zu den Frauen pflegt. Kenne ich im persönlichen Leben. Das einzige was natürlich ist, ist der Bedarf sein Leben befriedigend zu leben und zu organisieren. Unter Bedingungen, die in vielerlei Hinsich eben doch völlig anders sind als vor 500, vor 1000 oder vor 100 000 Jahren. Und so entsteht - oder ist schon entstanden - ein ganzes Spektrum von möglichen menschlichen Beziehungsformen. Völlig gleichberechtigt neben der bürgerlichen Mutter-Vater-Kind-Kleinfamilie wie sie z.B. in Europa seit ein paar hundert Jahren sich herausbildete.
Ich habe nie in meinem Leben irgendein Volk oder Kollektiv geliebt ... ich liebe in der Tat nur meine Freunde und bin zu aller anderen Liebe völlig unfähig (Hannah Arendt)
Deus81
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Re: Warum wollen Frauen unbedingt Kinder?

Beitrag von Deus81 »

Bitte nicht evolutive Prozesse mit sozialen Konstrukten vermischen oder in Biologismus abrutschen und alles mit biologischen Funktionen erklären wollen. Nicht alles hat eine direkte biologische Funktion, siehe Evolution der Schönheit.
Der Mensch hat sich, im Vergleich zum übrigen Leben, viele sehr merkwürdige und komplexe Gesellschaften aufgebaut. Einfache Antworten gibt es da selten. Auch unsere Gesellschaft ist letzten Endes ein Produkt evolutiver Prozesse. Der Kinderwunsch ist, wie von vielen schon geschrieben, bei allen eingebaut. Wie man damit umgeht, steht auf einem anderen Blatt geschrieben bzw. ist durch die Gesellschaft gefiltert.
"Take the risk of thinking for yourself. Much more happiness, truth, beauty and wisdom will come to you that way."
Christopher Hitchens
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