Angebliche Umverteilung von unten nach oben in Deutschland

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Realist2014
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Re: Angebliche Umverteilung von unten nach oben in Deutschland

Beitrag von Realist2014 »

Rona hat geschrieben: Fr 16. Dez 2022, 17:03 Es geht mir nicht darum alle Löhne zu vereinheitlichen. Ich propagiere eine Armutsbekämpfung innerhalb der sozialen Marktwirtschaft.
Da hilft : ARBEITEN
Und schon mal was von Steuerharmonisierung (https://de.wikipedia.org/wiki/Steuerharmonisierung) gehört? Wenn es für Unternehmen geht, dann könnte man das auch für die Einkommenssteuer machen... https://www.zdf.de/nachrichten/politik/ ... r-100.html
Deutschland ist ja ein HochSteuerland.
Die globale Mindeststeuer gilt nicht für die Einkommensteuer...( sondern Körperschaftssteuer)
Diesen Unwillen zur politischen Gestaltung unserer Wirtschaftsordnung kann ich nicht nachvollziehen. Das ist doch alles nicht gottgegeben sonden durch uns Menschen so wie es ist festgelegt. Und viele Profiteure wollen natürlich, dass es so bleibt.
Welchen Unwillen?

Inwieweit ändert sich die Armutsquote durch höhere Steuern?
Laut Aussage der linken Ideologen sind alle ökonomisch erfolgreichen dumm, und die wahre Intelligenz tritt sich in der untersten ökonomischen Etage auf die Füße.....daher muss diese Etage ausgebaut werden
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Rona
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Re: Angebliche Umverteilung von unten nach oben in Deutschland

Beitrag von Rona »

Realist2014 hat geschrieben: Fr 16. Dez 2022, 17:01 Erläutere doch mal konkret...
Das steht u.a. in der Einleitung der WSI-Studie. Ich habe nicht so viel Ausdauer und Geduld wie andere, dir das nochmal vorzulesen und zu erklären. Du scheinst mit deinen Fragen mehr zu provozieren, als diskutieren zu wollen. Darauf habe ich keine Lust.
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Skull
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Re: Angebliche Umverteilung von unten nach oben in Deutschland

Beitrag von Skull »

Rona hat geschrieben: Fr 16. Dez 2022, 16:50
Ich habe zwei Quellen rausgesucht.
Deine erste Quelle ist keine Quelle. Nicht für den GINI-Index, noch enthält sie Bezugsdaten oder Grundlagen dieses Bildchen.

Das ist ein BILD…von irgendwem. :p
Es findet eine Umverteilung von unten nach oben statt.
Auch wenn DU das meinst, ist DAS keine Bestätigung. Eine leichte Veränderung der GINI-Haushaltseinkommensverteilung.
…ist noch lange keine Bestätigung, von dem das was DU von Dir gibst.
Ich finde du bist dran mit liefern. Nur zu behaupten etwas zu wissen ist einer Diskussion recht unwürdig. Stimmst du mir da zu?
Nö.
Ich habe den Eindruck, du hast die Bedeutung des Gini-Koeffizienten nicht verstanden. https://de.wikipedia.org/wiki/Gini-Koeffizient
Ach Gottchen. Was soll mir jetzt ein LINK zu wikipedia sagen ?
Du kannst mir glauben, DU brauchst mir den GINI-Kooeffizenten nicht näher bringen. :dead:
Und wenn die Armutslücke (Seite 9) von 2010-2019 von 2968€ auf 3912€ steigt, dann sind das > 31%.
Verstehe nicht den SINN Deiner Zahlen.
Wenn die AfD (oder Nachfolgerpartei) die absolute Mehrheit erreicht hat oder die Sozialsysteme kollabieren?
Wenn Du die AfD thematisieren willst, mache das bitte im Unterforum 2. Aber nicht hier.
Meines Erachtens ist das deutsche Armutsproblem (und die dadurch miese Chancengleichheit) bereits ein riesiges Problem für unser aller Wohlstand und unsere Freiheit/Demokratie. Die WSI-Studie besagt ja lediglich, dass wir das Problem nicht in den Griff bekommen, sondern es noch weiter bergab geht.
Das unterstrichene ist das Wesentliche. :)

mfg
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Re: Angebliche Umverteilung von unten nach oben in Deutschland

Beitrag von Realist2014 »

Rona hat geschrieben: Fr 16. Dez 2022, 17:12 Das steht u.a. in der Einleitung der WSI-Studie. Ich habe nicht so viel Ausdauer und Geduld wie andere, dir das nochmal vorzulesen und zu erklären. Du scheinst mit deinen Fragen mehr zu provozieren, als diskutieren zu wollen. Darauf habe ich keine Lust.
Dort steht:

"Dazu gehören insbesondere die Förderung sozialversicherungspflichtiger Beschäftigung und die Anhebung der Regelsätze in der Grundsicherung. "
Das neue Bürgergeld enthält letzteres- die Fokussierung liegt aber auf Weiterbildung der Arbeitslosen.

"Außerdem müssen gesellschaftliche Chancenungleichheiten durch vorausschauend geplanten und sozial gestalteten öffentlichen Wohnungsbau "
Das läuft ja- ist aber aktuell sehr schwierig..

"sowie den Abbau von Bildungsungleichheiten verringert werden"
Also mehr Nachhilfe für Kinder aus "bildungsfernen Schichten"?
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Re: Angebliche Umverteilung von unten nach oben in Deutschland

Beitrag von Skull »

Rona hat geschrieben: Fr 16. Dez 2022, 17:03
Und schon mal was von Steuerharmonisierung (https://de.wikipedia.org/wiki/Steuerharmonisierung) gehört?
Wenn es für Unternehmen geht, dann könnte man das auch für die Einkommenssteuer machen... https://www.zdf.de/nachrichten/politik/ ... r-100.html
?????

:D :D :D

Forderst Du jetzt eine Mindeststeuer (für geringe) Einkommensbezieher in Deutschland ?

MINDESTSTEUER. Denke vielleicht erst nach, bevor Du so etwas schreibst.

Mit Textbausteinen, Schlagwörtern und wiki-Artikeln kommt man da nicht weiter.

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Re: Angebliche Umverteilung von unten nach oben in Deutschland

Beitrag von Kohlhaas »

Billie Holiday hat geschrieben: Fr 16. Dez 2022, 16:01 Wenn allesamt das doppelte verdienen/bekommen, gibt es immer noch Arme und Reiche. Und wenn dem Hirnchirurgen zuviel Steuern weggenommen wird, damit der Bauhelfer mehr bekommt, wird der Arzt sich woanders umschauen. Es gibt immer einen Unterschied zwischen den Tätigkeiten.
Was hat das mit Migration zu tun?

Am Ende des Tages geht es nur um eine Frage: Was muss ein Mensch an Gehalt bekommen, um angemessen bezahlt zu werden und im Ergebnis dann auch im Alter in Würde leben zu können?

Bei dieser zentralen Frage geht es nicht um irgendwelche festgelegten Zahlen. Es geht letztlich darum, einen gesellschaftlichen Konsens herzustellen, wie gut Würde finanziert sein muss. Da spielen so Sachen wie die Befähigung zu gesellschaftlicher Teilhabe eine Rolle. Kann ich mein Kind an einer Klassenfahrt teilnehmen lassen oder reicht dafür die Kohle nicht? Kann ich ab und zu mal ins Kino gehen oder reicht dafür die Kohle nicht? Kann ich mir eine Tageszeitung leisten oder reicht dafür die Kohle nicht? Solche Fragen sind es, um die es geht.

Wo soll ich geschrieben haben, dass ein Taxifahrer genauso viel Geld verdienen muss wie ein Hirnchirurg? Ich habe lediglich geschrieben, dass nach allen uns vorliegenden und statistisch sehr gut belegten Erkenntnissen immer mehr Menschen für ihre Vollzeitarbeit nicht genug bezahlt bekommen, um davon würdevoll leben zu können.

Entgegengehalten wird dem nur die neoliberal begründete Behauptung, dass manche Menschen eben mehr Geld "verdienen" und andere Menschen sich damit abfinden müssen, dass sie arm im Sinne des oben zitierten Berichts sind. Wenn die soziale Marktwirtschaft dazu führen würde, dass ein nennenswerter Teil der Bevölkerung arm sein oder sich mit Armut abfinden muss, dann wäre die soziale Marktwirtschaft scheiße. Ist sie aber nicht, denn genau das impliziert sie nicht. Deshalb gibt es so "merkwürdige" Sachen wie den Mindestlohn, den acht-Stunden-Tag, Arbeitsschutzregelungen, das Betriebsverfassungsgesetz, Rentenansprüche, Sozialleistungen... Ich könnte fast endlos weiter aufzählen.

Der Staat greift völlig zu Recht an vielen Stellen ein. Wenn man das alles natürlich nur stumpfsinnig auf die durch Marktmacht bestimmten Entlohungssätze reduzieren will, müssen wir eigentlich gar nicht weiter reden. Aber denk mal etwas tiefer: Welche "Anreiz" sollte ein Wirtschaftsunternehmen haben, eine Hochspannungleitung bis ins tiefste Sachsen zu bauen? Lohnt sich doch gar nicht. Was wäre die Konsequenz? Dann kriegen die paar Hanseln im tiefsten Sachsen eben keine Stromversorgung. Ist doch deren Problem und geht uns nichts an. Noch ein Beispiel: Welchen "Anreiz" sollte ein Wirtschaftsunternehmen haben, Altenpfleger oder Krankenpfleger oder Kindergärtnerinnen zu bezahlen? Die "produzieren" doch nichts und erwirtschaften keinen Gewinn. Warum sollte man so schweineteure Sachen wie Polizei oder Bundeswehr oder Müllabfuhr bezahlen? Ist alles total unproduktiv.

Am Ende geht es um einen gesellschaftlichen Konsens darüber, welche Leistungen erbracht werden müssen und welches Entgelt die Leistungserbringer dafür bekommen müssen. Manifestiert zum Beispiel durch den Mindestlohn.

Wenn ich dann die Argumentation höre oder lese, dass ein Mensch, der dämlich genug ist, eine "unrentable" Arbeit zu erledigen, eben mit einem Hungerlohn zufrieden sein und in Armut vegetieren muss und dass dies ein Wesensmerkmal unseres Wirtschaftssystems sei, dann stufe ich das als Ausdruck eines kalherzigen fundamentalistischen Neoliberalismus ein. Der gesetzlich festgeschriebene Mindestlohn ist ein Beispiel dafür, dass unser Staat so nicht arbeitet.

Und zum Schluss verweise ich nochmal auf den Strangtitel. Da geht es um Umverteilung! Niemand hat je behauptet, dass es keine Unterschiede bei der Bezahlung von unterschiedlichen Tätigkeiten geben darf. Niemand hat je behauptet, dass es keine UInterschiede zwischen den Einkommens- oder Vermögensverhältnissen von Menschen geben darf. Es ist einfach nur sichtbar und unwiderlegbar nachgewiesen, dass Vermögen auch in Deutschland beständig von unten nach oben fließt. Immer weniger Leute am oberen Ende werden immer reicher und immer mehr Menschen an unteren Ende werden immer ärmer. Die Schere kappt immer weiter auf. Das ist seit Jahrzehnten so! Zu behaupten, dass das gut und richtig sei und ein Wesensmerkmal der sozialen Marktwirtschaft sei, ist einfach nur absurd!
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Re: Angebliche Umverteilung von unten nach oben in Deutschland

Beitrag von Kohlhaas »

Realist2014 hat geschrieben: Fr 16. Dez 2022, 16:04 Es liegt an der Definition von "Arm " = relativ Armutsgefährdet.
Hast Du noch immer nicht begriffen, dass Deine Definition von "arm" offenbar nicht übereinstimmt mit der Definition von "arm", die dem hier diskutierten Bericht zugrunde liegt? Was in dem Bericht als "arm" eingestuft wird, ist bekanntermaßen nach Deiner Auslegung nicht arm genug um als arm bezeichnet werden zu dürfen. Das ist aber DEINE AUSLEGUNG! Viele andere Menschen sind da ganz anderer Auffassung. Was nun? Sind die alle doof, nur Du nicht?
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Re: Angebliche Umverteilung von unten nach oben in Deutschland

Beitrag von Realist2014 »

Kohlhaas hat geschrieben: Fr 16. Dez 2022, 18:54
Am Ende des Tages geht es nur um eine Frage: Was muss ein Mensch an Gehalt bekommen, um angemessen bezahlt zu werden
Hat was mit dem Thema hier zu tun?
und im Ergebnis dann auch im Alter in Würde leben zu können?
Genügend Beiträge bezahlen.
Wer das nicht macht-> Grundrente ( Heil) oder Grundsicherung im Alter
Entgegengehalten wird dem nur die neoliberal begründete Behauptung, dass manche Menschen eben mehr Geld "verdienen" und andere Menschen sich damit abfinden müssen, dass sie arm im Sinne des oben zitierten Berichts sind. [
Wer Vollzeit zum ML arbeitet, kommt in dem Bericht gar nicht vor...
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Re: Angebliche Umverteilung von unten nach oben in Deutschland

Beitrag von Realist2014 »

Kohlhaas hat geschrieben: Fr 16. Dez 2022, 18:59 Hast Du noch immer nicht begriffen, dass Deine Definition von "arm" offenbar nicht übereinstimmt mit der Definition von "arm", die dem hier diskutierten Bericht zugrunde liegt? Was in dem Bericht als "arm" eingestuft wird, ist bekanntermaßen nach Deiner Auslegung nicht arm genug um als arm bezeichnet werden zu dürfen. Das ist aber DEINE AUSLEGUNG! Viele andere Menschen sind da ganz anderer Auffassung. Was nun? Sind die alle doof, nur Du nicht?
Was ist daran falsch:

"Arm ist, wer weniger als 1251 Euro netto verdient

Offiziell gilt in Deutschland als armutsgefährdet, wer weniger als 60 Prozent des sogenannten Nettoäquivalenzeinkommens – ein je nach Zahl und Alter der Haushaltsmitglieder gewichtetes Nettoeinkommen – zur Verfügung hat. Im vergangenen Jahr waren das laut Statistischem Bundesamt für eine alleinlebende Person 15.009 Euro netto im Jahr (1251 Euro im Monat), für zwei Erwachsene mit zwei Kindern unter 14 Jahren bei 31.520 Euro netto im Jahr (2627 Euro im Monat)"
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Re: Angebliche Umverteilung von unten nach oben in Deutschland

Beitrag von Kohlhaas »

Realist2014 hat geschrieben: Fr 16. Dez 2022, 19:19 Hat was mit dem Thema hier zu tun?
Worüber reden wir denn, wenn wir über so Sachen wie Mindestlohn oder Höhe des Mindestlohns reden? Staatlicher Eingriff in die Lohngestaltung.

Meinst Du nicht, dass das etwas mit dem Versuch zu tun haben könnte, den Geldfluss von unten nach oben zumindest einzugrenzen?

Ich sage es jetzt nochmal: Sämtliche Statistiken in sämtlichen entwickelten Ländern belegen eindeutig und unwiderlegbar, dass Kapital von unten nach oben fließt. Das ist so eindeutig und so oft berichtet worden, dass ich mir jetzt nichtmal die Mühe mache, noch irgendwelche Links dazu rauszusuchen. Es ist einfach eine erwiesene Tatsache, dass ein immer kleiner werdender Kreis von Menschen immer mehr Kapital ansammelt und ein immer größer werdenden Kreis von Menschen immer weniger Kapital hat. Weltweit. Nicht nur in Deutschland!

Das sieht man auch an den immer größer werdenden Einkommensunterschieden. Natürlich kann man das dann auf die stumpfsinnige Ebene herunterbrechen, dass die Höhe des Gehalts oder des Lohns ein zuverlässiger Maßstab für den Arbeitseinsatz oder für den volkswirtschaftlichen Nutzen einer bestimmten Tätigkeit ist. Genau das ist dann aber ein Symptom für neoliberalen Fundamentalismus. Es gibt in Deutschland nicht mehr genug Krankenpfleger auf Kinderstationen? Da zeigt sich gerade ein Notstand! Gibt es nicht mehr genug Krankenpfleger, weil die alle zu faul sind? Nein! Es gibt deshalb nicht genug Personal, weil die alle zu viel arbeiten müssen und scheiße bezahlt werden! Und wenn die dann in Rente gehen und von ihrer Rente nicht leben können, kommt irgendein neoliberaler Held angewackelt und erzählt diesen Leuten, dass sie ja selbst schuld sind. Sie hätten sich ja nicht für einen Hungerlohn krummschuften müssen. Hätten ja auch was "produktives" machen können, was besser bezahlt worden wäre. :rolleyes:
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Re: Angebliche Umverteilung von unten nach oben in Deutschland

Beitrag von Realist2014 »

Kohlhaas hat geschrieben: Fr 16. Dez 2022, 19:44 Worüber reden wir denn, wenn wir über so Sachen wie Mindestlohn oder Höhe des Mindestlohns reden? Staatlicher Eingriff in die Lohngestaltung.
Das Thema war Armut....
Ich sage es jetzt nochmal: Sämtliche Statistiken in sämtlichen entwickelten Ländern belegen eindeutig und unwiderlegbar, dass Kapital von unten nach oben fließt
Wer kein Kapital hat, der kann auch keine Renditen erzielen.
Innerhalb der Unternehmen wird die Wertschöpfung nun einmal zwischen den Produktionsfaktoren "aufgeteilt"
]Das sieht man auch an den immer größer werdenden Einkommensunterschieden.
In dem Bericht steht aber was anderes....
Solltest du einfach mal lesen:

"m Jahr 2019 sind knapp 7,3 Prozent der Deutschen einkommensreich.
Das sind etwas weniger als zu Beginn des Untersuchungszeitraums. Mit rund 8,3 Prozent liegt der Anteil der Reichen im Jahr 2012 am höchsten, seitdem ist er in der Tendenz leicht rückläufig."

Also 10% weniger Einkommensreiche..."
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Re: Angebliche Umverteilung von unten nach oben in Deutschland

Beitrag von Kohlhaas »

Realist2014 hat geschrieben: Fr 16. Dez 2022, 19:54 Das Thema war Armut....
Es mag Dich jetzt überraschen, aber Armut hat etwas mit Einkommen zu tun. :cool:
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Re: Angebliche Umverteilung von unten nach oben in Deutschland

Beitrag von Realist2014 »

Kohlhaas hat geschrieben: Fr 16. Dez 2022, 20:01 Es mag Dich jetzt überraschen, aber Armut hat etwas mit Einkommen zu tun. :cool:
Ja- wer keines erzielt, ist eben arm.

So einfach ist das.

Wer Vollzeit zum ML arbeitet, der ist nicht arm.
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Re: Angebliche Umverteilung von unten nach oben in Deutschland

Beitrag von Skull »

Kohlhaas hat geschrieben: Fr 16. Dez 2022, 20:01
Es mag Dich jetzt überraschen, aber Armut hat etwas mit Einkommen zu tun. :cool:
Da können wir uns doch glücklich schätzen, im Herzen von Europa, in der Bundesrepublik Deutschland zu leben. :)

Wo die Einkommensverteilung ein nicht allzu extremes Maß der Ungleichheit zeigt.

mfg
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Re: Angebliche Umverteilung von unten nach oben in Deutschland

Beitrag von Aurelius88 »

Skull hat geschrieben: Fr 16. Dez 2022, 20:08 Da können wir uns doch glücklich schätzen, im Herzen von Europa, in der Bundesrepublik Deutschland zu leben. :)

Wo die Einkommensverteilung ein nicht allzu extremes Maß der Ungleichheit zeigt.

mfg

Was ist nicht ist kann ja noch werden, auch hierzulande geht Einkommens- und Vermögensschere / arm und reich immer mehr auseinander, auch wenn das bestimmte Kreise ungern hören.
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Re: Angebliche Umverteilung von unten nach oben in Deutschland

Beitrag von Realist2014 »

Aurelius88 hat geschrieben: Fr 16. Dez 2022, 20:58 Was ist nicht ist kann ja noch werden, auch hierzulande geht Einkommens- und Vermögensschere / arm und reich immer mehr auseinander,
Nein, das ist nicht der Fall.

Auch wegen 12 Euro ML.
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Re: Angebliche Umverteilung von unten nach oben in Deutschland

Beitrag von Skull »

Aurelius88 hat geschrieben: Fr 16. Dez 2022, 20:58
Was ist nicht ist kann ja noch werden …
Ich führe keine Glaskugel-Diskussionen.

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Re: Angebliche Umverteilung von unten nach oben in Deutschland

Beitrag von Aurelius88 »

Realist2014 hat geschrieben: Fr 16. Dez 2022, 21:03 Nein, das ist nicht der Fall.

Auch wegen 12 Euro ML.
Natürlich ist das der Fall und daran ändert auch der Mindestlohn rein gar nichts.
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Re: Angebliche Umverteilung von unten nach oben in Deutschland

Beitrag von Skull »

Aurelius88 hat geschrieben: Fr 16. Dez 2022, 22:06
Natürlich ist das der Fall und daran ändert auch der Mindestlohn rein gar nichts.
https://www.politik-forum.eu/viewtopic. ... 9#p5256529

mfg
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Re: Angebliche Umverteilung von unten nach oben in Deutschland

Beitrag von Aurelius88 »

Skull hat geschrieben: So 4. Sep 2022, 16:38 Korrekt. Könnte natürlich in beide Richtungen passieren.

Die Zahlen und Erhebungen der letzten Jahrzehnt(e) zeigen aber in eine Richtung.

Das sich Ungleichheit, Einkommensunterschiede, Vermögensunterschiede … eher (wieder) vergrösserten.

mfg
Exakt und genau darum geht es ja in diesem Strang und das einige User hier genau diese Entwicklung abstreiten bzw. sich schön reden, dabei sprechen die Zahlen und Studien zu dem Thema seit 10 Jahren eine gänzlich andere Sprache.
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Re: Angebliche Umverteilung von unten nach oben in Deutschland

Beitrag von Realist2014 »

Aurelius88 hat geschrieben: Fr 16. Dez 2022, 22:31 Exakt und genau darum geht es ja in diesem Strang und das einige User hier genau diese Entwicklung abstreiten bzw. sich schön reden, dabei sprechen die Zahlen und Studien zu dem Thema seit 10 Jahren eine gänzlich andere Sprache.
Die Einkommensreichen sind weniger geworden.
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Re: Angebliche Umverteilung von unten nach oben in Deutschland

Beitrag von Wähler »

Die Diskussion über die Erbschaftsteuer finde ich zur Zeit interessanter, als die Verengung der Diskussion auf das Verhältnis von Median- zu Durchschnitteinkommen:
Bayern hat sein Ziel nicht erreicht: Keine höheren Freibeträge, keine Änderungen bei der Erbschaftsteuer. Der Freistaat überlegt nun, vor das Bundesverfassungsgericht zu ziehen. BR 16. Dezember 2022
https://www.br.de/nachrichten/bayern/er ... at,TQCOWr8
"In Regionen mit höhen Grundstücks- und Immobilienwerten müssten höhere Freibeträge gelten, fordert die CSU. Doch gegen regionale Unterschiede bei der Besteuerung wehren sich die meisten Bundesländer...
An höheren Freibeträgen haben viele Länder ebenfalls kein Interesse."
Zeitungstexte bei Genios mit Bibliotheksausweis kostenlos: https://www.wiso-net.de/login?targetUrl=%2Fdosearch (Zugang auch bundesweit)
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Re: Angebliche Umverteilung von unten nach oben in Deutschland

Beitrag von Rona »

Skull hat geschrieben: Fr 16. Dez 2022, 17:17 Deine erste Quelle ist keine Quelle. Nicht für den GINI-Index, noch enthält sie Bezugsdaten oder Grundlagen dieses Bildchen.
Man könnte ja selbst mal Googlen und die Statistiken finden, die seit 2009 erhoben werden... https://de.statista.com/statistik/daten ... ini-index/
Keine eigenen Quellen beisteuern und stattdessen über meine Quellen herziehen ist sehr billig. Das Bild bezieht sich natürlich auf die Umverteilung von Wohlstand in Deutschland. Darum geht es hier doch.
Skull hat geschrieben: Fr 16. Dez 2022, 17:17 Auch wenn DU das meinst, ist DAS keine Bestätigung. Eine leichte Veränderung der GINI-Haushaltseinkommensverteilung.
Die Ungleichverteilung und das Armutsrisiko nahmen zwischen 2009 und 2019 wellenförmig zu.

Das steht so in der WSI-Studie und geht aus allen Daten hervor. https://de.statista.com/statistik/daten ... utschland/

Du konntest keine gegenteilig lautende Quelle außer dir selbst benennen und möchtest das ja auch nicht.

Damit hast du dich in meinen Augen als erstzunehmender Diskussionsteilnehmer disqualifiziert. Schade. Deine persönliche Weltsicht kannst du gerne behalten.

Skull hat geschrieben: Fr 16. Dez 2022, 17:23 Forderst Du jetzt eine Mindeststeuer (für geringe) Einkommensbezieher in Deutschland ?
Lies mal Zeitung und das was ich schreibe. Ich schlage eine Steuerharmonisierung gegen Steuerflucht vor. Die Mindeststeuer für große weltweit tätige Unternehmen in Europa möchte die EU einführen.
Was du mir ansonsten in den Mund zu legen versuchst sind deiner Diskussionskultur und Lesekenntnisse geschuldet.
Skull hat geschrieben: Fr 16. Dez 2022, 17:23 MINDESTSTEUER. Denke vielleicht erst nach, bevor Du so etwas schreibst.
Du legst mir nahe keine politischnen Konzepte zu benennen, die auf EU Ebene derzeit diskutiert und umgesetzt werden? Geht es noch peinlicher? Ich hoffe du moderierst nicht die Rubrik Wirtschaft.
Kohlhaas hat geschrieben: Fr 16. Dez 2022, 18:54 Und zum Schluss verweise ich nochmal auf den Strangtitel. Da geht es um Umverteilung! Niemand hat je behauptet, dass es keine Unterschiede bei der Bezahlung von unterschiedlichen Tätigkeiten geben darf. Niemand hat je behauptet, dass es keine UInterschiede zwischen den Einkommens- oder Vermögensverhältnissen von Menschen geben darf. Es ist einfach nur sichtbar und unwiderlegbar nachgewiesen, dass Vermögen auch in Deutschland beständig von unten nach oben fließt. Immer weniger Leute am oberen Ende werden immer reicher und immer mehr Menschen an unteren Ende werden immer ärmer. Die Schere kappt immer weiter auf. Das ist seit Jahrzehnten so! Zu behaupten, dass das gut und richtig sei und ein Wesensmerkmal der sozialen Marktwirtschaft sei, ist einfach nur absurd!
95% Zustimmung. Ich würde noch das "wellenförmig" einbauen und die Zeiträume konkretisieren. Es gab ja vor 1980 durchaus Zeiträume in denen die ganze Gesellschaft an Wohlstand gewonnen hat und relative Ungleichheit weniger wurde. Die Entwicklung ist ja gerade nicht "natürlich" oder "unveränderlich", sondern politisch gestaltbar.
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Re: Angebliche Umverteilung von unten nach oben in Deutschland

Beitrag von Rona »

Zu 12 € ML
Aurelius88 hat geschrieben: Fr 16. Dez 2022, 22:06 Natürlich ist das der Fall und daran ändert auch der Mindestlohn rein gar nichts.
Jein. Im WSI-Bericht (https://www.boeckler.de/fpdf/HBS-008464 ... 9_2022.pdf) werden ja im Fazit (Seite 18) politische Maßnahmen vorgeschlagen, um die zunehmende (relative) Armut das zunehmende Armutsrisiko zu bekämpfen:

1. Höhere Löhne für Geringverdienende durch Stärkung der Tarifbindung und Rückbau des Niedriglohnsektors (Hier werden 12 Euro ML empfohlen)
2. Anhebung der Grundsicherung auf ein armutsfestes Niveau
3. Förderung von sozialem Wohnraum und gut durchdachtes Quartiersmanagement
4. Förderung der Vereinbarkeit von Familie und Beruf
5. Förderung sozialversicherungspflichtiger Beschäftigung und Verbesserung der Arbeitsbedingungen für Geringverdienende

Die Neue Bundesregierung hat ja auch schon entsprechende Änderungen angestoßen. U.a. die Erhöhung des Mindestlohns.
Ich halte es schon für möglich, dass solche Maßnahmen wirken können und den Trend umkehren können. Ich vermute aber, dass noch weitere Maßnahmen notwendig sind. Langfristig fehlt die Bildung und die Herstellung echter Chancengleichheit unabhängig vom eigenen Sozialstatus. Und finanziert werden, muss das natürlich auch alles...
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Re: Angebliche Umverteilung von unten nach oben in Deutschland

Beitrag von Aurelius88 »

Rona hat geschrieben: Sa 17. Dez 2022, 11:32 Zu 12 € ML


Jein. Im WSI-Bericht (https://www.boeckler.de/fpdf/HBS-008464 ... 9_2022.pdf) werden ja im Fazit (Seite 18) politische Maßnahmen vorgeschlagen, um die zunehmende (relative) Armut das zunehmende Armutsrisiko zu bekämpfen:

1. Höhere Löhne für Geringverdienende durch Stärkung der Tarifbindung und Rückbau des Niedriglohnsektors (Hier werden 12 Euro ML empfohlen)
2. Anhebung der Grundsicherung auf ein armutsfestes Niveau
3. Förderung von sozialem Wohnraum und gut durchdachtes Quartiersmanagement
4. Förderung der Vereinbarkeit von Familie und Beruf
5. Förderung sozialversicherungspflichtiger Beschäftigung und Verbesserung der Arbeitsbedingungen für Geringverdienende

Die Neue Bundesregierung hat ja auch schon entsprechende Änderungen angestoßen. U.a. die Erhöhung des Mindestlohns.
Ich halte es schon für möglich, dass solche Maßnahmen wirken können und den Trend umkehren können. Ich vermute aber, dass noch weitere Maßnahmen notwendig sind. Langfristig fehlt die Bildung und die Herstellung echter Chancengleichheit unabhängig vom eigenen Sozialstatus. Und finanziert werden, muss das natürlich auch alles...
Zu Punkt 1: Ja sicher wären zunächst mal bessere Löhne für die Schlechtbezahlten hierzulande gut nur ist das realistisch? Selbst die 12€ Mindestlohn sind bei der stetigen Teuerung der Lebenshaltungskosten mittel- und langfristig kaum ausreichend und die Tarifbindung nimmt doch in Wahrheit auch schon seit Jahren ab, bestes Beispiel und wo ich auch einigen Einblick habe die Pflegebranche.

Zu 2: Ja sicher bräuchte es eine "armutsfeste Grundsicherung" für die Bürger, gerade in Zeiten wie diesen von Nöten, doch die ist politisch nicht gewollt ( das Bürgegeld ist da auch nur ein Tropfen auf den heißen Stein) und es dürfte noch insgesamt Zeit auf sich warten lassen.

Zu 3: Absolut auch das wurde Jahrzehnte sträflich vernachlässigt und mit nun bekannten Folgen und so schnell wird man das Problem wohl auch nicht lösen können.

Zu 4: Schön und gut aber wie sieht denn die Wirklichkeit aus???? Sind denn hierzulande die Rahmenbedingungen um Kinder und Beruf unter einen Hut zu bekommen wirklich optimal????? Die Wirklichkeit ist da ebenfalls ernüchternd.
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Re: Angebliche Umverteilung von unten nach oben in Deutschland

Beitrag von Skull »

Rona hat geschrieben: Sa 17. Dez 2022, 11:10
Das Bild bezieht sich natürlich auf die Umverteilung von Wohlstand in Deutschland. Darum geht es hier doch.
Das Bildchen zeigt eigentlich nichts darüber.
Ausserdem ging es in dem Moment um GINI-Haushaltseinkommenverteilung.
Irgendwelches „Hin- und Her-springen“ ist da nicht zielführend.
Du konntest keine gegenteilig lautende Quelle außer dir selbst benennen und möchtest das ja auch nicht.
Willst Du spielen ? Ich nicht.
Damit hast du dich in meinen Augen als erstzunehmender Diskussionsteilnehmer disqualifiziert. Schade. Deine persönliche Weltsicht kannst du gerne behalten.
Reines ad-Personam ist kein Argument für…gar nichts.
Lies mal Zeitung und das was ich schreibe.
:dead:
Ich schlage eine Steuerharmonisierung gegen Steuerflucht vor. Die Mindeststeuer für große weltweit tätige Unternehmen in Europa möchte die EU einführen.
Was du mir ansonsten in den Mund zu legen versuchst sind deiner Diskussionskultur und Lesekenntnisse geschuldet.
Du forderst eine Mindeststeuer im Einkommenssteuerbereich. DAS hast Du so geschrieben.
Und beziehst Dich dann auf Deine o.g. Steuerharmonisierung.
Ich habe schon genau gelesen, was DU da schreibst. Macht nur keinen Sinn.

Und jetzt eine Steuerharmonisierung gegen Steuerflucht ?

Watt soll datt sein ? Was hat man sich darunter vorzustellen ?
Du legst mir nahe keine politischnen Konzepte zu benennen, die auf EU Ebene derzeit diskutiert und umgesetzt werde
Nö. Siehe vorheriger Abschnitt.
Geht es noch peinlicher? Ich hoffe du moderierst nicht die Rubrik Wirtschaft.
Ich weiss nun nicht, wer oder was hier gerade peinlich wird. :p

mfg
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Re: Angebliche Umverteilung von unten nach oben in Deutschland

Beitrag von Rona »

Skull hat geschrieben: Sa 17. Dez 2022, 12:41 Und jetzt eine Steuerharmonisierung gegen Steuerflucht ?
Benutz bitte Google für solche grundlegenden Informationen. Da sollte dir auch klar werden, dass eine Mindeststeuer wenig damit zu tun hat Geringverdiener zu besteuern.

Ich fühle mich von deinen "Fragen" und Unterstellungen getrollt.
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Re: Angebliche Umverteilung von unten nach oben in Deutschland

Beitrag von Skull »

Rona hat geschrieben: Sa 17. Dez 2022, 13:06
Benutz bitte Google für solche grundlegenden Informationen.
Ich stelle fest…keine Antwort auf meine Frage(n). Verwundert mich ja nicht.

Ich hoffe, es ist wenigstens klar geworden, welche oberflächlichen Dinge Du dort geschrieben hast.

mfg
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Re: Angebliche Umverteilung von unten nach oben in Deutschland

Beitrag von Realist2014 »

Rona hat geschrieben: Sa 17. Dez 2022, 11:32
Langfristig fehlt die Bildung und die Herstellung echter Chancengleichheit unabhängig vom eigenen Sozialstatus. Und finanziert werden, muss das natürlich auch alles...
Und was genau "müsste "hier getan werden?

Die Frage habe ich bereits an die gestellt- kam aber keine Antwort...

"Mehr Geld" an die bildungsfernen Familien ist definitiv keine Lösung
Laut Aussage der linken Ideologen sind alle ökonomisch erfolgreichen dumm, und die wahre Intelligenz tritt sich in der untersten ökonomischen Etage auf die Füße.....daher muss diese Etage ausgebaut werden
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Re: Angebliche Umverteilung von unten nach oben in Deutschland

Beitrag von Realist2014 »

Aurelius88 hat geschrieben: Sa 17. Dez 2022, 12:13 Zu Punkt 1: Ja sicher wären zunächst mal bessere Löhne für die Schlechtbezahlten hierzulande gut nur ist das realistisch? Selbst die 12€ Mindestlohn sind bei der stetigen Teuerung der Lebenshaltungskosten mittel- und langfristig kaum ausreichend
Dafür gibt es ja die Mindestlohnkommission
Zu 2: Ja sicher bräuchte es eine "armutsfeste Grundsicherung" für die Bürger,
Die haben wir ja praktisch ( relativ arm = weniger als 50% des Medianeinkommens)
Da aber die Mietkosten unterschiedlich sind, wir es niemals einen "Einheitsbetrag" geben und die Systematik der "Aufstockung" wird natürlich auch bleiben
Laut Aussage der linken Ideologen sind alle ökonomisch erfolgreichen dumm, und die wahre Intelligenz tritt sich in der untersten ökonomischen Etage auf die Füße.....daher muss diese Etage ausgebaut werden
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Re: Angebliche Umverteilung von unten nach oben in Deutschland

Beitrag von Realist2014 »

Rona hat geschrieben: Sa 17. Dez 2022, 13:06 Benutz bitte Google für solche grundlegenden Informationen. Da sollte dir auch klar werden, dass eine Mindeststeuer wenig damit zu tun hat Geringverdiener zu besteuern.
Eine Mindeststeuer bei der Einkommenssteuer ist gegen die deutsche Verfassung

Da hilft DIR auch Google nicht- da fehlt bei DIR grundlegendes Verständnis

Da wird es immer - und zwar für jeden - einen Steuerfreibetrag geben
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Re: Angebliche Umverteilung von unten nach oben in Deutschland

Beitrag von Realist2014 »

Rona hat geschrieben: Sa 17. Dez 2022, 11:10
Lies mal Zeitung und das was ich schreibe. Ich schlage eine Steuerharmonisierung gegen Steuerflucht vor. Die Mindeststeuer für große weltweit tätige Unternehmen in Europa möchte die EU einführen.
Bereits geschehen

https://www.zdf.de/nachrichten/politik/ ... r-100.html

"Die ständigen Vertreter der EU-Mitgliedstaaten haben sich nach langer Blockade auf eine Richtlinie für eine internationale Mindeststeuer für große Unternehmen verständigt."

Nur - was hat das mit dem Thema hier zu tun?
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Re: Angebliche Umverteilung von unten nach oben in Deutschland

Beitrag von Kohlhaas »

Skull hat geschrieben: Fr 16. Dez 2022, 20:08 Da können wir uns doch glücklich schätzen, im Herzen von Europa, in der Bundesrepublik Deutschland zu leben. :)

Wo die Einkommensverteilung ein nicht allzu extremes Maß der Ungleichheit zeigt.

mfg
Ich habe ja auch nicht behauptet, dass es in Deutschland ein extremes Maß an Ungleichheit gibt. Niemand hat behauptet, dass hier Menschen auf offener Straße verhungern. Selbstverständlich können wir uns glücklich schätzen, in Deutschland zu leben. Deshalb lebe ich gern hier, will nirgendwo anders leben und bin sogar so pathetisch, mich selbst als Patrioten zu bezeichnen.

Das gerade ins Zentrum gerückte Diskussionsthema lautet aber anders. Es lautet folgendermaßen:

Auch in Deutschland nimmt die Ungleichverteilung der Einkommen immer weiter zu. Auch in Deutschland wandert immer mehr Kapital von unten nach oben. Auch in Deutschland gibt es Menschen, die "arm" sind. "Arm" zum Beispiel in dem Sinne, dass sie einfach nicht mehr vollständig am gesellschaftlichen Leben teilnehmen können.

Wir alle sehen doch in unserer persönlichen Lebensrealität, dass es in unseren Städten "Tafeln" gibt. Gibt es die, weil der Staat aus reiner Gnade arbeitsscheues Gesindel vor dem Hungertod zu bewahren versucht? Das macht doch überhaupt nicht der Staat. Das machen private Organisationen, weil der Staat es eben nicht tut! Oder gehen nur Migranten, die hier eigentlich ohnehin nichts zu suchen haben, zu den Tafeln? Wir alle sehen doch in unserer eigenen Lebensrealität, dass landauf landab Städte und Gemeinden Hilfsmaßnahmen für Menschen mit geringem Einkommen beschließen. Kostenloser Zugang zu Museen und Schwimmbädern, kostenlose Fahrkarten für den ÖPNV, finanzielle Hilfen zur Ermöglichung der Teilnahme von Kindern an Klassenfahrten, Wohngeldzahlungen und was weiß ich was sonst noch alles. Sind all die Menschen, die solche Hilfen in Anspruch nehmen, nur deshalb darauf angewiesen, weil sie zu faul zum Arbeiten sind?

Und damit das jetzt nicht falsch ausgelegt wird: Ich bin ein Befürworter der sozialen Marktwirtschaft! Ich predigie hier keineswegs die Revolution und die Einführung des Kommunismus! Ich habe lediglich zur Kenntnis genommen, dass es nach allen uns vorliegenden statistischen Erhebungen auch in Deutschland Menschen gibt, die "arm" sind. Ich habe zur Kenntnis genommen, dass die Ungleichverteilung von Einkommen und Kapital immer weiter zunimmt.

Wann ein Mensch als "arm" bezeichnet werden darf und wann von einem "allzu extremen" Maß der Ungleichheit gesprochen werden darf, definiere ich halt anders als gewisse Diskussionsteilnehmer hier im Forum. Ich selbst weiß mich dabei allerdings in guter Gesellschaft. Genau so sehen das nämlich auch zahlreiche Organisationen und Verbände, die ganz gewiss nicht im Ruf stehen, kommunistische Tarnorganisationen zu sein.

Bitte nicht falsch verstehen! Ich will Dich keineswegs persönlich angreifen. Aber bei Deiner Formulierung "ein nicht allzu extremes Maß der Ungleichheit" hatte ich spontan intensive Bauchkrämpfe. Mir kam sofort die Frage in den Sinn, wie extrem Ungleichverteilung denn sein muss, damit Du sie nicht für "allzu extrem" hältst. Ein "bisschen extrem" ist in Ordnung, aber "allzu extrem" nicht mehr? Wo liegt die Grenze?

Nochmal das Beispiel: Krankenpflege. Da schuften sich Leute den Rücken krumm, achten nicht auf Arbeitszeitregeln und kriegen Überstunden zum Teil nicht mal bezahlt. Und dafür bekommen sie einen Hungerlohn, der so erbärmlich ist, dass kaum noch jemand diesen Job machen will. Und dann kommen neoliberale Fanatiker daher und erzählen, dass diese Deppen ja arbeitsscheues Gesindel sind, das an seinem Elend und seinen Minderverdiensten selbst schuld ist.
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Re: Angebliche Umverteilung von unten nach oben in Deutschland

Beitrag von Kohlhaas »

Realist2014 hat geschrieben: Fr 16. Dez 2022, 21:03 Nein, das ist nicht der Fall.

Auch wegen 12 Euro ML.
Warum gibt es die zwölf Euro Mindestlohn denn? Du hast doch schon immer behauptet, dass auch die 8,50 Euro Mindestlohn völlig ausreichend gewesen wären.
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Re: Angebliche Umverteilung von unten nach oben in Deutschland

Beitrag von Kohlhaas »

Skull hat geschrieben: Fr 16. Dez 2022, 21:14 Ich führe keine Glaskugel-Diskussionen.

mfg
Wir reden hier auch nicht über Glaskugelei, sondern über wissenschaftlich fundierte statistische Erhebungen.
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Re: Angebliche Umverteilung von unten nach oben in Deutschland

Beitrag von Tom Bombadil »

Kohlhaas hat geschrieben: Sa 17. Dez 2022, 17:44 Und dafür bekommen sie einen Hungerlohn, der so erbärmlich ist, dass kaum noch jemand diesen Job machen will.
Wenn Sie als Krankenschwester/pfleger arbeiten, verdienen Sie voraussichtlich mindestens 32.400 € und im besten Fall 46.000 €. Das Durchschnittsgehalt befindet sich bei 37.900 €.
https://www.stepstone.de/gehalt/Kranken ... leger.html

Das sind über 3.000 EUR brutto pro Monat, ausgehend vom Durchschnittsgehalt. "Erbärmlicher Hungerlohn" :rolleyes:
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Re: Angebliche Umverteilung von unten nach oben in Deutschland

Beitrag von Aurelius88 »

Kohlhaas hat geschrieben: Sa 17. Dez 2022, 17:44 Ich habe ja auch nicht behauptet, dass es in Deutschland ein extremes Maß an Ungleichheit gibt. Niemand hat behauptet, dass hier Menschen auf offener Straße verhungern. Selbstverständlich können wir uns glücklich schätzen, in Deutschland zu leben.

Das gerade ins Zentrum gerückte Diskussionsthema lautet aber anders. Es lautet folgendermaßen:

Auch in Deutschland nimmt die Ungleichverteilung der Einkommen immer weiter zu. Auch in Deutschland wandert immer mehr Kapital von unten nach oben. Auch in Deutschland gibt es Menschen, die "arm" sind.

So ist es, niemand hier in der Diskussion behauptet das es hierzulande schlimmer sei als in Russland, China oder in den USA. Nur ist doch unverkennbar auch hier seit geraumer Zeit unbestritten diese Entwicklung zu beobachten, zunehmende Prekarisierung und Ghettoisierung ( ein Blick in die Großstädte wie Frankfurt oder Berlin, Bremen, Hamburg, usw.) während gleichzeitig sich hohe Einkommen- und fette Vermögen in wenigen Händen des Geldadels konzentrieren, sprich die Schere arm und reich geht auch hier immer weiter auseinander seit Jahren und dazu braucht man nicht mal einen Paritätischen Wohlfartsverband oder eine Mindestlohnkommisson oder sonst was, um das zu erkennen. Deshalb sollte man auch hier mehr steuer- und sozialpolitisch gegensteuern, damit hier es gar nicht erst zu Zuständen wie in Russland oder den USA kommt.
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Re: Angebliche Umverteilung von unten nach oben in Deutschland

Beitrag von Kohlhaas »

Rona hat geschrieben: Sa 17. Dez 2022, 11:1095% Zustimmung. Ich würde noch das "wellenförmig" einbauen und die Zeiträume konkretisieren. Es gab ja vor 1980 durchaus Zeiträume in denen die ganze Gesellschaft an Wohlstand gewonnen hat und relative Ungleichheit weniger wurde. Die Entwicklung ist ja gerade nicht "natürlich" oder "unveränderlich", sondern politisch gestaltbar.
Ja, das ist natürlich nicht immer in gleicher Intensität mit gleichbleibenden Prozentzahlen erfolgt. Selbstverständlich ging das wellenförmig auf und ab. Ich wollte hier aber auch keine Doktorarbeit mit 20 Seiten voller Quellenverweisen einreichen. Hier, an dieser Stelle, reicht es mir persönlich völlig aus, darauf hinzuweisen, dass der langjährige Trend in die geschilderte Richtung lief und läuft. Die Wellenbewegungen des Trends ignoriere ich großzügig. ;) Wenn ich mal eine Doktorarbeit einreichen will, lege ich das im Deail dar. Die Wahrscheinlichkeit, dass das passiert, ist aber irgendwo in der Nähe von Null. Und zwar unterhalb des Niveaus, wo man noch ein "Plus" vor die Zahl setzen würde.

Was die Möglichkeit zur politischen Gestaltung betrifft: Die Politik gestaltet ja unbeständig. Ohne die Politik gäbe es keinen Mindestlohn. Ohne die Politik läge der Mindestlohn heute nicht bei zwölf Euro. Das passt den neoliberalen Fundamentalisten natürlich gar nicht. Die glauben, dass der Staat sich aus allem raushalten sollte, weil der "Markt" alles viel besser kann. Wohin uns das gebracht hat, erleben wir ja gerade sehr schmerzlich: Der Staat muss mit ungeheuerlichen Milliardensummen ("Doppelwums") eingreifen, um einen Zustand aufrecht zu erhalten, den die "Märkte" nicht sichern konnten und nicht sicher wollten.

Sich selbst als neoliberal zu empfinden und es dann gutzuheißen dass der Staat eingreifen muss, ist entweder paranoid oder beruht auf der Idee, dass der Staat nur so eine Art Reparaturbetrieb des Kapitalismus ist.
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Re: Angebliche Umverteilung von unten nach oben in Deutschland

Beitrag von Kohlhaas »

Realist2014 hat geschrieben: Sa 17. Dez 2022, 13:58 Eine Mindeststeuer bei der Einkommenssteuer ist gegen die deutsche Verfassung
Willst Du damit andeuten, dass es keine Mindeststeuer geben wird? Selbst der Vollidiot Orban hat inzwischen zugestimmt. :D
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Re: Angebliche Umverteilung von unten nach oben in Deutschland

Beitrag von 3x schwarzer Kater »

Kohlhaas hat geschrieben: Sa 17. Dez 2022, 17:44 . Auch in Deutschland wandert immer mehr Kapital von unten nach oben.
Nachdem es unten kein Kapital gibt, kann auch kein Kapital nach oben wandern.
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Re: Angebliche Umverteilung von unten nach oben in Deutschland

Beitrag von Kohlhaas »

Tom Bombadil hat geschrieben: Sa 17. Dez 2022, 18:14 Wenn Sie als Krankenschwester/pfleger arbeiten, verdienen Sie voraussichtlich mindestens 32.400 € und im besten Fall 46.000 €. Das Durchschnittsgehalt befindet sich bei 37.900 €.
https://www.stepstone.de/gehalt/Kranken ... leger.html

Das sind über 3.000 EUR brutto pro Monat, ausgehend vom Durchschnittsgehalt. "Erbärmlicher Hungerlohn" :rolleyes:
Brutto! Wie viel bleibt da netto übrig? Im Schnitt sind das gerade mal 3000 Euro BRUTTO. Wenn Du Steuern und Sozialabgaben abziehst, bleibt vielleicht etwas mehr als die Hälfte davon übrig. Und von diesem fürstlichen Gehalt darfst Du dann eine Wohnung in München oder Frankfurt bezahlen und eine Frau und zwei Kinder "am Kacken" halten. Ich persönlich kann mir das nur ganz schwer vorstellen. Musste ich zum Glück auch nie.

Darum geht es aber gar nicht. Worauf ich hinaus wollte ist folgender stumpfsinniger Umstand: Immer weniger Menschen haben die Neigung, sich für solche Gehälter krummzuschuften. Deshalb gibt es immer weniger Menschen, die in der Krankenpflege oder der Altenpflge arbeiten wollen. Hast Du mitbekommen, dass es gerade einen Notstand bei der Kinderkrankenpflege gibt? Das liegt nicht daran, dass es keine Intensivbetten für Kinder geben würde. Es liegt daran, dass ungefähr 25 oder 30 Prozent der Intensivbetten stillgelegt werden mussten, weil niemand mehr da ist, der die Betten bedienen könnte. Woran mag das wohl liegen? Meinst Du, es liegt daran, dass die Leute trotz fürstlicher Bezahlung und geregelter Arbeitszeiten einfach keine Lust mehr haben, zu arbeiten? Alles faule Säcke?
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Re: Angebliche Umverteilung von unten nach oben in Deutschland

Beitrag von Kohlhaas »

3x schwarzer Kater hat geschrieben: Sa 17. Dez 2022, 19:04 Nachdem es unten kein Kapital gibt, kann auch kein Kapital nach oben wandern.
Sollte man meinen. Trotzdem werden die Leute am oberen Ende der "Wanderungsbewegung" immer reicher. Woher kommt nur all dieses Kapital???? Kleiner Tipp: Das wird ununterbrochen neu generiert. Es wandert nur eben immer bloß in eine Richtung. Jetzt verstanden?

Zum wiederholten Male: Alle Untersuchungen und statistischen Erhebungen belegen das. Unmissverständlich und unbezweifelbar. Es IST so. Auch wenn Du und andere Leute es nicht glauben wollen und keine bewegungsarm konsumierbaren Begründungen dafür geliefert bekommen, warum es so ist. Es ist aber trotzdem so. Nachweisbar und vielfach nachgeswiesen.

Hier kann jetzt gern noch tausend mal die Meinung geäußert werden, dass das alles eigentlich überhaupt nicht sein kann und dass dafür nur arbeitsscheues Gesindel verantwortlich ist. Es ist aber trotzdem so. Und gerade Deutschland macht gar keine gute Figur beim Versuch, sowas zu verhindern. Nirgendwo in Europa ist der Zusammenhang zwischen familiärer Herkunft und der Aussicht auf berufliche Zukunft deutlicher sichtbar als in Deutschland.

Es kann ja sein, dass das nach Ansicht gewisser neoliberaler Fundamentalisten gut und richtig ist und auch so bleiben muss. Ich sehe es halt anders.

Und ich verweise auf zahllose Studien und empirische und statistische Erhebungen, die meine Haltung stützen.
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Re: Angebliche Umverteilung von unten nach oben in Deutschland

Beitrag von 3x schwarzer Kater »

Kohlhaas hat geschrieben: Sa 17. Dez 2022, 19:40 Sollte man meinen. Trotzdem werden die Leute am oberen Ende der "Wanderungsbewegung" immer reicher. Woher kommt nur all dieses Kapital???? Kleiner Tipp: Das wird ununterbrochen neu generiert. Es wandert nur eben immer bloß in eine Richtung. Jetzt verstanden?

Kapital sind Produktionsmittel. Da wandert nichts.
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Re: Angebliche Umverteilung von unten nach oben in Deutschland

Beitrag von Tom Bombadil »

Krummschuften für einen erbärmlichen Hungerlohn :D Man fühlt sich ins 19. oder frühe 20. Jahrhundert versetzt :D
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Re: Angebliche Umverteilung von unten nach oben in Deutschland

Beitrag von Realist2014 »

Kohlhaas hat geschrieben: Sa 17. Dez 2022, 18:52 Willst Du damit andeuten, dass es keine Mindeststeuer geben wird? Selbst der Vollidiot Orban hat inzwischen zugestimmt. :D
Nicht bei der Einkommensteuer
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Re: Angebliche Umverteilung von unten nach oben in Deutschland

Beitrag von Skull »

Kohlhaas hat geschrieben: Sa 17. Dez 2022, 17:44
Ich habe ja auch nicht behauptet, dass es in Deutschland ein extremes Maß an Ungleichheit gibt.
Habe ich weder geschrieben, noch (speziell) DICH gemeint. :)
Kohlhaas hat geschrieben: Sa 17. Dez 2022, 17:47
Wir reden hier auch nicht über Glaskugelei, sondern über wissenschaftlich fundierte statistische Erhebungen.
Für die Zukunft ? :?:
Kohlhaas hat geschrieben: Sa 17. Dez 2022, 18:52
Willst Du damit andeuten, dass es keine Mindeststeuer geben wird? Selbst der Vollidiot Orban hat inzwischen zugestimmt. :D
EINKOMMENSSteuer ?

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Re: Angebliche Umverteilung von unten nach oben in Deutschland

Beitrag von Kohlhaas »

3x schwarzer Kater hat geschrieben: Sa 17. Dez 2022, 20:10 Kapital sind Produktionsmittel. Da wandert nichts.
Auf dem sogenannten Kapitalmarkt werden keine Produktionsmittel gehandelt. Kapitalanleger legen auch keine Produktionsmittel an. Aber lassen wir die Wortklaubereien. Ich bin sicher, es ist klar geworden, worüber ich geredet habe.
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Re: Angebliche Umverteilung von unten nach oben in Deutschland

Beitrag von Kohlhaas »

Skull hat geschrieben: Sa 17. Dez 2022, 21:14 Habe ich weder geschrieben, noch (speziell) DICH gemeint. :)
Du hast meinen Beitrag zitiert. Da fand ich es naheliegend, dass Du auch meinen Beitrag gemeint haben könntest. ;)
Für die Zukunft ? :?:
Statistiken werten immer nur bekannte Daten aus. Folglich beziehen sie sich grundsätzlich immer auf die Vergangenheit. Wenn aus langjährigen Statistiken allerdings ein beständiger Trend abzulesen ist, dann kann das durchaus eine Grundlage für Prognosen über die künftige Entwicklung sein.
EINKOMMENSSteuer ?
Okay. Mein Fehler. Offensichtlich habe ich zu schnell gelesen und zu voreilig geschrieben. Ich könnte jetzt sagen, dass das nicht wieder vorkommt. Aber dafür kann ich nicht garantieren. :D Aber ich werde mir Mühe geben. In Ordnung?
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Re: Angebliche Umverteilung von unten nach oben in Deutschland

Beitrag von Skull »

Kohlhaas hat geschrieben: So 18. Dez 2022, 12:34
…dann kann das durchaus eine Grundlage für Prognosen über die künftige Entwicklung sein.
Genau. PROGNOSEN und kann. Nicht mehr. Und die Prognosen … ändern sich auch noch ständig.

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Re: Angebliche Umverteilung von unten nach oben in Deutschland

Beitrag von Kohlhaas »

Skull hat geschrieben: So 18. Dez 2022, 12:45 Genau. PROGNOSEN und kann. Nicht mehr. Und die Prognosen … ändern sich auch noch ständig.

mfg
Tja, das ist halt das Blöde an Prognosen. Sie sind immer verbunden mit Begriffen wie "kann" oder "mutmaßlich" oder "möglicherweise" oder "statistisch wahrscheinlich". Ich suche seit Jahren, habe bislang aber noch keine funktionierende Kristallkugel gefunden. Das ist echt doof. Aber ich suche weiter.

Um aber mal wieder einigermaßen ernsthaft zum Thema zurückzukommen: Es gibt valide Statistiken über die Vergangenheit, die einen eindeutigen Trend belegen. Gefestigt über viele Jahre hinweg. Bezweifelst Du, dass es diese Statistiken gibt? Bezweifelst Du, dass man daraus Prognosen für die Zukunft ableiten kann? Oder siehst Du irgendwelche Fakten, die eine grundlegende Trendumkehr in den vergangenen zwei oder vier Jahren andeuten würden?
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