Es sollte eine Partei "Die Atheisten" geben

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Re: Es sollte eine Partei "Die Atheisten" geben

Beitrag von Misterfritz »

Skeptiker hat geschrieben:(25 Jan 2020, 09:28)

Selbstverständlich kann die Gesellschaft einen neuen Vertrag zum Zusammenleben mit den Kirchen schließen. Das ist ein politischer Prozess, der mit entsprechenden Mehrheiten möglich ist. Die Mehrheiten sehe ich allerdings bislang nicht.
Wenn ich mich recht entsinne, hat die Kirchen mit jedem Bundesland einen eigenen Vertrag. Ich kann mir irgendwie nicht vorstellen, dass das alle BL schaffen ;)
Das Salz in der Suppe des Lebens ist nicht Selbstdisziplin, sondern kontrollierte Unvernunft ;)
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Re: Es sollte eine Partei "Die Atheisten" geben

Beitrag von H2O »

Skeptiker hat geschrieben:(25 Jan 2020, 09:28)

Selbstverständlich kann die Gesellschaft einen neuen Vertrag zum Zusammenleben mit den Kirchen schließen. Das ist ein politischer Prozess, der mit entsprechenden Mehrheiten möglich ist. Die Mehrheiten sehe ich allerdings bislang nicht.
Auf dem Wege dahin sehe ich auch Konflikte mit dem Grundgesetz Art 4.
https://de.wikipedia.org/wiki/Artikel_4 ... eutschland

Wie wollen Atheisten denn da neutral diese Freiheitsrechte schützen, wenn sie organisierte Religionsausübung als Hokuspokus empfinden?
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Re: Es sollte eine Partei "Die Atheisten" geben

Beitrag von Billie Holiday »

H2O hat geschrieben:(25 Jan 2020, 09:51)

Auf dem Wege dahin sehe ich auch Konflikte mit dem Grundgesetz Art 4.
https://de.wikipedia.org/wiki/Artikel_4 ... eutschland

Wie wollen Atheisten denn da neutral diese Freiheitsrechte schützen, wenn sie organisierte Religionsausübung als Hokuspokus empfinden?
Genauso wie Gläubige, die Gottlose mit Argwohn betrachten. Im Zweifel hätte ich vor streng Religiösen mehr Furcht.
„Wer mich beleidigt, bestimme ich.“ (Klaus Kinski)

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Re: Es sollte eine Partei "Die Atheisten" geben

Beitrag von Skeptiker »

Misterfritz hat geschrieben:(25 Jan 2020, 09:43)

Wenn ich mich recht entsinne, hat die Kirchen mit jedem Bundesland einen eigenen Vertrag. Ich kann mir irgendwie nicht vorstellen, dass das alle BL schaffen ;)
Es ging mir um den Satz „die Kirchen müssen zustimmen“.

Das ist auf formaler Ebene korrekt, aber wenn die Gesellschaft einen neuen Deal will, und dafür verfassungsgebende Mehrheiten mobilisiert, dann wird man entsprechende Voraussetzungen schaffen können.
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Re: Es sollte eine Partei "Die Atheisten" geben

Beitrag von Skeptiker »

H2O hat geschrieben:(25 Jan 2020, 09:51)

Auf dem Wege dahin sehe ich auch Konflikte mit dem Grundgesetz Art 4.
https://de.wikipedia.org/wiki/Artikel_4 ... eutschland

Wie wollen Atheisten denn da neutral diese Freiheitsrechte schützen, wenn sie organisierte Religionsausübung als Hokuspokus empfinden?
Das Reichskonkordat garantiert nicht die Religionsfreiheit. Es garantiert Privilegien.

Man sollte demjenigen, der Staat und Kirche entflechten möchte nicht pauschal Religionsfeindlichkeit unterstellen. Das eine hat mit dem anderen nichts zu tun.
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Re: Es sollte eine Partei "Die Atheisten" geben

Beitrag von H2O »

Skeptiker hat geschrieben:(25 Jan 2020, 10:16)

Das Reichskonkordat garantiert nicht die Religionsfreiheit. Es garantiert Privilegien.

Man sollte demjenigen, der Staat und Kirche entflechten möchte nicht pauschal Religionsfeindlichkeit unterstellen. Das eine hat mit dem anderen nichts zu tun.
Mir fällt es schwer, eine wohlwollend zugewandte Haltung eines Atheisten zu Gläubigen in Ihrer Religionsausübung voraus zu setzen. Sie haben natürlich Recht: Ein Konkordat (bestimmt haben wir Evangelen auch etwas von der Art auf die Beine gestellt :) ) ist kein Bestandteil des Grundgesetzes. Ich meine aber, beides griffe gedanklich ineinander, dürfte eine Null-und-nichtig-Erklärung nicht ohne Wirkung auf die Freiheitsrechte des Glaubens bleiben. Ganz selbstverständlich nehme ich mir als um eine eigene Ansicht der Welt bemühter Mensch die Freiheit, mir mein eigenes Weltbild zu machen. Auf diese Freiheit kommt es doch allein an.
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Re: Es sollte eine Partei "Die Atheisten" geben

Beitrag von H2O »

Billie Holiday hat geschrieben:(25 Jan 2020, 09:59)

Genauso wie Gläubige, die Gottlose mit Argwohn betrachten. Im Zweifel hätte ich vor streng Religiösen mehr Furcht.
Die Sache ist mit "streng" zu harmlos beschrieben. Ich würde eher "verbohrt" sagen... und das für jede sich selbst überhöhende weltanschauliche Haltung. Letzten Endes wird man sich auf jeden einzelnen Menschen ein zu lassen haben, mit dem man in einen Gedankenaustausch tritt.

Mich hat zum 3-Königstag ein sehr freundlicher und zugewandter katholischer Priester besucht, weil hier in Polen an jenem Tage die Wohnungen der Gläubigen gesegnet werden. Also habe auch ich Weihrauch und Weihwasser "abbekommen"... und das hat mir überhaupt nicht geschadet. Ich freue mich schon auf den 3-Königstag 2021. :)
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Re: Es sollte eine Partei "Die Atheisten" geben

Beitrag von Skeptiker »

H2O hat geschrieben:(25 Jan 2020, 10:32)
Mir fällt es schwer, eine wohlwollend zugewandte Haltung eines Atheisten zu Gläubigen in Ihrer Religionsausübung voraus zu setzen.
Warum?

Ein Atheist ist jemand, der das Gottesprinzip FÜR SICH ablehnt. Ein Atheist ist nicht notwendigerweise ein Antitheist. Gerne wird das von Theisten (willentlich) missverstanden.

Religionen sind moralstiftend. Sie definieren nicht was falsch und was richtig ist, sondern was gut und was böse ist. Atheismus kennt nur einen vom Individuum geprägten Begriff von Moral. Wieviel mehr muss sich also ein Atheist von einem Theisten angegriffen fühlen, als ein Theist von einem Atheisten?
Eben! Atheismus greift niemanden an. Man muss schon gewollt den Fehlschluss bemühen Atheismus wäre Antitheismus, um überhaupt einen Angriff auf die Religion daraus zu konstruieren, den es in der Realität de facto garnicht gibt.
Sie haben natürlich Recht: Ein Konkordat (bestimmt haben wir Evangelen auch etwas von der Art auf die Beine gestellt :) ) ist kein Bestandteil des Grundgesetzes. Ich meine aber, beides griffe gedanklich ineinander, dürfte eine Null-und-nichtig-Erklärung nicht ohne Wirkung auf die Freiheitsrechte des Glaubens bleiben. Ganz selbstverständlich nehme ich mir als um eine eigene Ansicht der Welt bemühter Mensch die Freiheit, mir mein eigenes Weltbild zu machen. Auf diese Freiheit kommt es doch allein an.
Ich bin davon überzeugt, dass echte Religionsfreiheit einen komplett laizistischen Staat voraussetzt, der alle Glaubensrichtungen und Unglauben gleich behandelt. Alles was dem im Wege steht, ist mittelalterliches Denken, das Bevorzugung und Integration von Glaubensgemeinschaften in staatliche Aufgaben wünscht. ICH WÜNSCHE DAS NICHT.
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Re: Es sollte eine Partei "Die Atheisten" geben

Beitrag von H2O »

Skeptiker hat geschrieben:(25 Jan 2020, 11:18)

Warum?

Ein Atheist ist jemand, der das Gottesprinzip FÜR SICH ablehnt. Ein Atheist ist nicht notwendigerweise ein Antitheist. Gerne wird das von Theisten (willentlich) missverstanden.

Religionen sind moralstiftend. Sie definieren nicht was falsch und was richtig ist, sondern was gut und was böse ist. Atheismus kennt nur einen vom Individuum geprägten Begriff von Moral. Wieviel mehr muss sich also ein Atheist von einem Theisten angegriffen fühlen, als ein Theist von einem Atheisten?
Eben! Atheismus greift niemanden an. Man muss schon gewollt den Fehlschluss bemühen Atheismus wäre Antitheismus, um überhaupt einen Angriff auf die Religion daraus zu konstruieren, den es in der Realität de facto garnicht gibt.


Ich bin davon überzeugt, dass echte Religionsfreiheit einen komplett laizistischen Staat voraussetzt, der alle Glaubensrichtungen und Unglauben gleich behandelt. Alles was dem im Wege steht, ist mittelalterliches Denken, das Bevorzugung und Integration von Glaubensgemeinschaften in staatliche Aufgaben wünscht. ICH WÜNSCHE DAS NICHT.
Ja, kann man so beschreiben, muß man aber nicht. Auf deutschem Boden gab es zweimal diese Erfahrung. Besonders gut ist das unserem Lande nicht bekommen.

Ja, das liebe Mittelalter... aber ist das nicht unser höchsteigenes Mittelalter und unsere ganz besondere deutsche Geschichte, mit ihren vielen Höhen und Tiefen? Und das kurzerhand über die Kante kippen... alles nur Schrott von gestern? Wir sind auf dieser Grundlage in eine freiheitliche Gesellschaft hinein gewachsen, in der jeder auf seine Weise sein Glück anstreben kann. Wo ist in dieser Hinsicht der Zusatzbedarf? Wer schreibt uns etwas vor... warum sollten wir anderen etwas vorschreiben wollen? Wer will, der darf mitmachen oder er darf es lassen, darf sogar ablästern. Nichts geschieht ihm/ihr, so lange er/sie nicht in anderer Leute persönliche Freiheiten eingreift. Ich verstehe den Eifer nicht, der auf Änderungen dringt.
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Re: Es sollte eine Partei "Die Atheisten" geben

Beitrag von Skeptiker »

H2O hat geschrieben:(25 Jan 2020, 11:50)
Ja, kann man so beschreiben, muß man aber nicht. Auf deutschem Boden gab es zweimal diese Erfahrung. Besonders gut ist das unserem Lande nicht bekommen.
Ach so, auf deutschem Boden hat es zwei mal komplett laizistische Staaten gegeben? Das wäre mir neu.

Es hat zwei totalitäre Staaten gegeben, die auf extremistischen Ideologien aufgebaut haben. Atheismus mit einer totalitären Ideologie gleichzusetzen kann so nicht ernst gemeint sein, oder?

Kommunismus ist antitheistisch. Die Nazis haben die Kirche als Machtfaktor gesehen und hätten sie sicherlich, wenn es ihnen möglich gewesen wäre, abgeschafft. Atheismus ist KEIN ANTITHEISMUS, und ich muss mich hier klar gegen den hier wieder einmal erkennbaren Versuchen verwahren, dass Atheismus zu Antitheismus umdefiniert wird.
Ja, das liebe Mittelalter... aber ist das nicht unser höchsteigenes Mittelalter und unsere ganz besondere deutsche Geschichte, mit ihren vielen Höhen und Tiefen? Und das kurzerhand über die Kante kippen... alles nur Schrott von gestern? Wir sind auf dieser Grundlage in eine freiheitliche Gesellschaft hinein gewachsen, in der jeder auf seine Weise sein Glück anstreben kann. Wo ist in dieser Hinsicht der Zusatzbedarf? Wer schreibt uns etwas vor... warum sollten wir anderen etwas vorschreiben wollen? Wer will, der darf mitmachen oder er darf es lassen, darf sogar ablästern. Nichts geschieht ihm/ihr, so lange er/sie nicht in anderer Leute persönliche Freiheiten eingreift. Ich verstehe den Eifer nicht, der auf Änderungen dringt.
Das stimmt so schlicht und ergreifend nicht. Große Teile des Öffentlichen Sektors sind unter konfessioneller Trägerschaft. Es gibt genau die Privillegien, die das Reichskonkordat vorschreibt.

Was kann so schlimm daran sein Religion zur Privatsache zu erklären? Ganz einfach: Es ist für die Kirchen ein Machtverlust. Genau darum geht es, um die Abschaffung unnützer Privillegien, nicht darum die Religionsfreiheit einzuschränken.

Sind Gläubige außerhalb der Konfessionen oder der Konfessionen, die nicht durch das Reichskonkordat betroffen sind, in ihrer Religionsausübung beeinträchtigt? Nenne mir ein Beispiel, und sage mir, warum noch niemand damit vor das Verfassungsgericht gegangen ist. DAS GIBT ES NICHT, eben weil es in Deutschland Religionsfreiheit gibt.

Du verwendest das Argument der Religionsfreiheit um Privillegien für die Kirchen zu bewahren. Um nichts anderes geht es hier.
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Re: Es sollte eine Partei "Die Atheisten" geben

Beitrag von H2O »

Du verwendest das Argument der Religionsfreiheit um Privillegien für die Kirchen zu bewahren. Um nichts anderes geht es hier.
Was spricht dagegen? Kirchen sind die geschichtlich gewachsene Organisationsform der Christen. Sie gehören dadurch schon zur Freiheit der Religionsausübung. Warum sollte man deren gesellschaftliche Bedeutung mindern? Nehmen die Ihnen etwas weg?
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Re: Es sollte eine Partei "Die Atheisten" geben

Beitrag von Skeptiker »

H2O hat geschrieben:(25 Jan 2020, 12:26)
Was spricht dagegen? Kirchen sind die geschichtlich gewachsene Organisationsform der Christen. Sie gehören dadurch schon zur Freiheit der Religionsausübung. Warum sollte man deren gesellschaftliche Bedeutung mindern? Nehmen die Ihnen etwas weg?
H2O, NIEMAND WILL KRICHEN ABSCHAFFEN. Können wir diesen Strohmann bitte abfackeln?

Du tust so, als wenn die Abschaffung von PRIVILLEGIEN für Kirchen, dasselbe wäre, wie die Abschaffung der Kirchen selber. Das ist ein so gigantischer Strohmann, dass die Weizenernte eines ganzen Jahres nicht ausreichen würde so viel Stroh zu erzeugen. Oder meinst Du das wirklich ernst?

Kirche darf Kirche bleiben, aber bitte nicht verwoben mit dem Staat. Das ist eigentlich nicht so schwer zu verstehen.

Es ist auch vollkommen inakzeptabel so zu tun, als würde die Abschaffung von Privillegien für die Kirchen uns geradewegs in Faschismus oder Sozialismus führen. Sind Frankreich und die USA wirklich mit Nazideutschland und der Sowjetunion zu vergleichen? Das ist mindestens absurd - eigentlich noch mehr.
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Re: Es sollte eine Partei "Die Atheisten" geben

Beitrag von H2O »

Skeptiker hat geschrieben:(25 Jan 2020, 13:24)

H2O, NIEMAND WILL KRICHEN ABSCHAFFEN. Können wir diesen Strohmann bitte abfackeln?

Du tust so, als wenn die Abschaffung von PRIVILLEGIEN für Kirchen, dasselbe wäre, wie die Abschaffung der Kirchen selber. Das ist ein so gigantischer Strohmann, dass die Weizenernte eines ganzen Jahres nicht ausreichen würde so viel Stroh zu erzeugen. Oder meinst Du das wirklich ernst?

Kirche darf Kirche bleiben, aber bitte nicht verwoben mit dem Staat. Das ist eigentlich nicht so schwer zu verstehen.

Es ist auch vollkommen inakzeptabel so zu tun, als würde die Abschaffung von Privillegien für die Kirchen uns geradewegs in Faschismus oder Sozialismus führen. Sind Frankreich und die USA wirklich mit Nazideutschland und der Sowjetunion zu vergleichen? Das ist mindestens absurd - eigentlich noch mehr.
Sind denn die bürgerlichen Freiheiten in Frankreich und den USA so weit den unserigen überlegen, so daß man bestehende Regelungen ändern muß? Darum geht es doch.
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Re: Es sollte eine Partei "Die Atheisten" geben

Beitrag von Skeptiker »

H2O hat geschrieben:(25 Jan 2020, 13:42)
Sind denn die bürgerlichen Freiheiten in Frankreich und den USA so weit den unserigen überlegen, so daß man bestehende Regelungen ändern muß? Darum geht es doch.
Zunächst einmal geht es darum, die Diskussion über eine bessere Trennung von Kirche und Staat nicht mit fadenscheinigen Begründungen und Vergleichen abzuwürgen. Wenn wir uns da einig sind, dann wären wir schon weiter.

Wenn wir also verstanden haben, dass ein laizistischer Staat nicht "voll nazi" ist, dann können wir uns ja entspannt der Frage widmen wie unser Gemeinwesen sinnvoll organisiert sein sollte.

An der Stelle würde es mich eher interessieren, wie Kirchenanhänger es begründen würden, weshalb ihre Glaubensgemeinschaft anderen Glaubensgemeinschaften gegenüber irgendwelche Privillegien besitzen sollte. "Das war schon immer so" würde mir da nicht ausreichen. Das Bessere ist halt der Feind des Guten.

Ich sehe ordnungspolitisch den laizistischen Staat gerade dort als sinnvoll an, wo eine Gesellschaft nicht mehr dominant von einer Glaubensrichtung beherrscht wird. Das wird die absehbare Entwicklung in Deutschland in den nächsten Jahrzehnten sein. Es geht also darum entweder andere Glaubensrichtungen mit zusätzlichen Privillegien auszustatten, oder aber einzusehen, dass ein System von Privillegien schlicht nicht mehr zeitgemäß ist.
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Re: Es sollte eine Partei "Die Atheisten" geben

Beitrag von H2O »

Es geht also darum entweder andere Glaubensrichtungen mit zusätzlichen Privillegien auszustatten, oder aber einzusehen, dass ein System von Privillegien schlicht nicht mehr zeitgemäß ist.
Meine Wahrnehmung: Unser Land geht den Weg, anderen Glaubensorganisationen diesen Status ein zu räumen. Bein Islam kämpft man mit dem Problemchen, daß es dort eine durchorganisierte Gemeinschaft nicht gibt. Immerhin will unser Staat, daß islamische Geistliche in deutschen Hochschulen ausgebildet werden, und auch mit der Finanzierung der Religionsgemeinschaften will man von ausländischer Trägerschaft (etwa DITIB) ab kommen.

Mein Blutdruck hält sich in der Frage in Grenzen. Ich sehe keine Notwendigkeit, Änderungen zu fordern. Wenn sie aber aufgrund einer verfassungsändernden Gesetzgebung geändert werden, dann ist das auch in Ordnung.
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Re: Es sollte eine Partei "Die Atheisten" geben

Beitrag von JosefG »

H2O hat geschrieben:(25 Jan 2020, 10:32)

Mir fällt es schwer, eine wohlwollend zugewandte Haltung eines Atheisten zu Gläubigen in Ihrer Religionsausübung voraus zu setzen.
Toleranz gegenüber der Religionsausübung im Sinne von Zulassen würde ich befürworten.
Aber "wohlwollend zugewandte Haltung"? Da sollte eine Atheisten-Partei eindeutig Nein sagen.
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Re: Es sollte eine Partei "Die Atheisten" geben

Beitrag von H2O »

JosefG hat geschrieben:(25 Jan 2020, 15:23)

Toleranz gegenüber der Religionsausübung im Sinne von Zulassen würde ich befürworten.
Aber "wohlwollend zugewandte Haltung"? Da sollte eine Atheisten-Partei eindeutig Nein sagen.
An sich würde ich Wohlwollen von jedem Politiker erwarten, wenn ich niemanden schädige. Aber ich weiß natürlich auch, daß manche Menschen in Wut geraten, wenn jemand aus ihrer Reihe tanzt, ohne dabei anderer Leute Rechte ein zu schränken. Leben und leben lassen...
https://www.politik-forum.eu/viewtopic. ... 0#p4652431
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Re: Es sollte eine Partei "Die Atheisten" geben

Beitrag von JosefG »

Skeptiker hat geschrieben:(25 Jan 2020, 13:57)

Es geht also darum entweder andere Glaubensrichtungen mit zusätzlichen Privillegien auszustatten, oder aber einzusehen, dass ein System von Privillegien schlicht nicht mehr zeitgemäß ist.
Sehe ich auch so.

Eine laizistische Partei gibt es bereits: die Humanisten.

Aber mir ging es mit dieser Strangeröffnung nicht um eine laizistische Partei,
sondern wirklich um eine explizite Interessenvertretung der Atheisten. Ich meine,
eine solche sollte es geben unabhängig davon, ob der Staat laizistisch ist oder nicht.
H2O hat geschrieben:(25 Jan 2020, 14:10)

Meine Wahrnehmung: Unser Land geht den Weg, anderen Glaubensorganisationen diesen Status ein zu räumen.
Sehe ich als Beschreibung des Ist-Zustands ebenfalls so.
H2O hat geschrieben:(25 Jan 2020, 16:21)

An sich würde ich Wohlwollen von jedem Politiker erwarten, wenn ich niemanden schädige.
Wohlwollen gegenüber Menschen: Ja. Aber nicht unbedingt gegenüber ihren Ideologien.
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Re: Es sollte eine Partei "Die Atheisten" geben

Beitrag von unity in diversity »

JosefG hat geschrieben:(26 Jan 2020, 04:18)

Sehe ich auch so.

Eine laizistische Partei gibt es bereits: die Humanisten.

Aber mir ging es mit dieser Strangeröffnung nicht um eine laizistische Partei,
sondern wirklich um eine explizite Interessenvertretung der Atheisten. Ich meine,
eine solche sollte es geben unabhängig davon, ob der Staat laizistisch ist oder nicht.


Sehe ich als Beschreibung des Ist-Zustands ebenfalls so.
Hast du einen Plan, was im Parteiprogramm stehen soll und wie man Wahlkämpfe finanziert?
Das muß GG-kompatibel sein.
Für jedes Problem gibt es 2 Lösungsansätze:
Den Falschen und den Unsrigen.
Aus den USA.
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Re: Es sollte eine Partei "Die Atheisten" geben

Beitrag von JosefG »

unity in diversity hat geschrieben:(26 Jan 2020, 04:24)

Hast du einen Plan, was im Parteiprogramm stehen soll
Ansätze dazu stehen im Eröffnungsbeitrag.
und wie man Wahlkämpfe finanziert?
Nein.
Das muß GG-kompatibel sein.
Kompatibel zu den unveränderlichen Teilen des GG.
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Re: Es sollte eine Partei "Die Atheisten" geben

Beitrag von unity in diversity »

Kein Gott braucht eine Kirche, aber jede Kirche braucht einen Gott.
Ich habe es getestet.
Am Lohntag warf ich all mein Geld nach oben.
Was oben bliebe, sei seins und was wieder runterfällt, meins.
Es gibt Veterinärmediziner, warum gibt es dann eigentlich keine Veterinärtheologen?
Für jedes Problem gibt es 2 Lösungsansätze:
Den Falschen und den Unsrigen.
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Re: Es sollte eine Partei "Die Atheisten" geben

Beitrag von JosefG »

unity in diversity hat geschrieben:(26 Jan 2020, 07:32)

...
Wenn der Text einen Sinn enthält, dann ist er gut versteckt.
Ich jedenfalls finde ihn nicht.
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Re: Es sollte eine Partei "Die Atheisten" geben

Beitrag von unity in diversity »

Wo das Wissen aufhört, fängt der Aberglaube an.
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Re: Es sollte eine Partei "Die Atheisten" geben

Beitrag von Misterfritz »

H2O hat geschrieben:(25 Jan 2020, 16:21)

An sich würde ich Wohlwollen von jedem Politiker erwarten, wenn ich niemanden schädige. Aber ich weiß natürlich auch, daß manche Menschen in Wut geraten, wenn jemand aus ihrer Reihe tanzt, ohne dabei anderer Leute Rechte ein zu schränken. Leben und leben lassen...
https://www.politik-forum.eu/viewtopic. ... 0#p4652431
Leben und Leben lassen, schön und gut.
Aber nicht auf meine Kosten! Ich sehe nicht ein, dass aus meinen allgemeinen Steuern die Bischöffe, Kardinäle, etc. und deren Pensionen bezahlt werden.
Das Salz in der Suppe des Lebens ist nicht Selbstdisziplin, sondern kontrollierte Unvernunft ;)
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Re: Es sollte eine Partei "Die Atheisten" geben

Beitrag von unity in diversity »

Misterfritz hat geschrieben:(26 Jan 2020, 08:54)

Leben und Leben lassen, schön und gut.
Aber nicht auf meine Kosten! Ich sehe nicht ein, dass aus meinen allgemeinen Steuern die Bischöffe, Kardinäle, etc. und deren Pensionen bezahlt werden.
Früher sollen die zum Crowdfunding barfuß betteln gegangen sein.
Von Tür zu Tür.
Das sollte man aus marktwirtschaftlichen Gründen wieder einführen.
Der Marktplatz der Illusionen muß sich, vor allem, für seine Opfer rechnen.
Für jedes Problem gibt es 2 Lösungsansätze:
Den Falschen und den Unsrigen.
Aus den USA.
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Re: Es sollte eine Partei "Die Atheisten" geben

Beitrag von Misterfritz »

unity in diversity hat geschrieben:(26 Jan 2020, 09:04)

Früher sollen die zum Crowdfunding barfuß betteln gegangen sein.
Von Tür zu Tür.
Das sollte man aus marktwirtschaftlichen Gründen wieder einführen.
Der Marktplatz der Illusionen muß sich, vor allem, für seine Opfer rechnen.
Wenn die bettelnd durch die Strassen ziehen, bin ich aber nicht gezwungen, etwas zu geben. Jetzt zahlt der Staat das, ohne dass ich mich dagegen wehren kann.
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Re: Es sollte eine Partei "Die Atheisten" geben

Beitrag von H2O »

Misterfritz hat geschrieben:(26 Jan 2020, 08:54)

Leben und Leben lassen, schön und gut.
Aber nicht auf meine Kosten! Ich sehe nicht ein, dass aus meinen allgemeinen Steuern die Bischöffe, Kardinäle, etc. und deren Pensionen bezahlt werden.
Dann wäre den Kirchen das Kircheneigentum zurück zu geben, mit dem die Kirchen dann wirtschaften könnten. Genau genommen bezahlen Sie dafür. Leben und leben lassen! Mich ärgert eher der zögerlich Umgang mit sehr ernsten Verfehlungen von Geistlichen.
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Re: Es sollte eine Partei "Die Atheisten" geben

Beitrag von H2O »

unity in diversity hat geschrieben:(26 Jan 2020, 07:32)

Kein Gott braucht eine Kirche, aber jede Kirche braucht einen Gott.
Ich habe es getestet.
Am Lohntag warf ich all mein Geld nach oben.
Was oben bliebe, sei seins und was wieder runterfällt, meins.
Es gibt Veterinärmediziner, warum gibt es dann eigentlich keine Veterinärtheologen?
Sie meinen geistlichen Beistand bei der Schlachtung?
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Re: Es sollte eine Partei "Die Atheisten" geben

Beitrag von unity in diversity »

H2O hat geschrieben:(26 Jan 2020, 09:51)

Sie meinen geistlichen Beistand bei der Schlachtung?
Warum werden Tiere und Pflanzen nicht getauft?
Für jedes Problem gibt es 2 Lösungsansätze:
Den Falschen und den Unsrigen.
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Re: Es sollte eine Partei "Die Atheisten" geben

Beitrag von Ein Terraner »

H2O hat geschrieben:(26 Jan 2020, 09:49)

Dann wäre den Kirchen das Kircheneigentum zurück zu geben, mit dem die Kirchen dann wirtschaften könnten.
Wie wäre es wenn die Kirche erstmal ihr ergaunertes Vermögen wieder abgibt ?

P.S. Apo pro wirtschaften, glaubst du ernsthaft der größte Großkonzern und Großgrundbesitzer der Welt braucht noch mehr finanzielle Mittel um wirtschaften zu können?
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Re: Es sollte eine Partei "Die Atheisten" geben

Beitrag von H2O »

unity in diversity hat geschrieben:(26 Jan 2020, 09:58)

Warum werden Tiere und Pflanzen nicht getauft?
Weil wir sie aufessen; was im Fall von Menschen wenig gelitten ist. Die taufen wir deshalb.
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Re: Es sollte eine Partei "Die Atheisten" geben

Beitrag von H2O »

Ein Terraner hat geschrieben:(26 Jan 2020, 10:30)

Wie wäre es wenn die Kirche erstmal ihr ergaunertes Vermögen wieder abgibt ?

P.S. Apo pro wirtschaften, glaubst du ernsthaft der größte Großkonzern und Großgrundbesitzer der Welt braucht noch mehr finanzielle Mittel um wirtschaften zu können?
Ich meine, daß es weder Ihnen noch anderen zusteht, Dritten zu zu messen, was sie brauchen. Das Recht auf Eigentum ist nun einmal verbrieft, Verträge sind geschlossen.
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Re: Es sollte eine Partei "Die Atheisten" geben

Beitrag von Ein Terraner »

H2O hat geschrieben:(26 Jan 2020, 11:09)

Ich meine, daß es weder Ihnen noch anderen zusteht, Dritten zu zu messen, was sie brauchen. Das Recht auf Eigentum ist nun einmal verbrieft, Verträge sind geschlossen.
Ja sag ich doch, die Kirche sollte mal das ergaunerte Eigentum zurückgeben. und wenn sie den ehemaligen Eigentümer umgebracht haben und es keine Erben mehr gibt wäre es doch nur fair wenn dessen Eigentum in die Allgemeinheit über geht.
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Re: Es sollte eine Partei "Die Atheisten" geben

Beitrag von H2O »

Ein Terraner hat geschrieben:(26 Jan 2020, 11:12)

Ja sag ich doch, die Kirche sollte mal das ergaunerte Eigentum zurückgeben. und wenn sie den ehemaligen Eigentümer umgebracht haben und es keine Erben mehr gibt wäre es doch nur Fair wenn dessen Eigentum in die Allgemeinheit über geht.
Ja, dieses Gesetz sollte allgemeingültig werden. Irgendwie ist Eigentum ergaunert und gehört ab sofort allen Gaunern in gleicher Weise.
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Re: Es sollte eine Partei "Die Atheisten" geben

Beitrag von Ein Terraner »

H2O hat geschrieben:(26 Jan 2020, 11:17)

Ja, dieses Gesetz sollte allgemeingültig werden. Irgendwie ist Eigentum ergaunert und gehört ab sofort allen Gaunern in gleicher Weise.
Du hältst den Staat für Gauner oder was willst du damit jetzt aussagen ? :?:
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Re: Es sollte eine Partei "Die Atheisten" geben

Beitrag von H2O »

Ein Terraner hat geschrieben:(26 Jan 2020, 11:20)

Du hältst den Staat für Gauner oder was willst du damit jetzt aussagen ? :?:
Eigenwillige Auslegung meines Beitrags. Wie kommen Sie nur darauf?
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Re: Es sollte eine Partei "Die Atheisten" geben

Beitrag von Ein Terraner »

H2O hat geschrieben:(26 Jan 2020, 11:22)

Eigenwillige Auslegung meines Beitrags. Wie kommen Sie nur darauf?
Vielleicht weil ich keine Ahnung habe was du damit sagen wolltest da der Bezugspunkt von deiner Aussage fehlt ?
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Re: Es sollte eine Partei "Die Atheisten" geben

Beitrag von H2O »

Ein Terraner hat geschrieben:(26 Jan 2020, 11:25)

Vielleicht weil ich keine Ahnung habe was du damit sagen wolltest da der Bezugspunkt von deiner Aussage fehlt ?
Darf ich mich auf altersbedingte Demenz berufen? :p
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Re: Es sollte eine Partei "Die Atheisten" geben

Beitrag von JosefG »

unity in diversity hat geschrieben:(26 Jan 2020, 09:58)

Warum werden Tiere und Pflanzen nicht getauft?
Tiere haben keine Seele. Die hat nur der Mensch.
Das ist offizielle christliche Lehre.

Eine der vielen Gemeinsamkeiten von Christentum und Islam: Auch im Islam
kommt die unsterbliche Seele entweder in den Himmel oder in die Hölle.
Christen sehen die Moslems als Verbündete im Kampf gegen den Atheismus.
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Re: Es sollte eine Partei "Die Atheisten" geben

Beitrag von unity in diversity »

H2O hat geschrieben:(26 Jan 2020, 11:04)

Weil wir sie aufessen; was im Fall von Menschen wenig gelitten ist. Die taufen wir deshalb.
Das Gebot, du sollst nichts Getauftes essen, hat Batak, Maoris und andere polynesische Völker kaum beeindruckt.
Aber etwas unterscheidet Tiere und Pflanzen vom Menschen.
Der Mensch kann bewußt Güter produzieren, von denen der Klerus etwas für sich abzweigt.
Dazu manipuliert er das Denken (die Seele), damit der Kirchenzehnte legitim erscheint.
Für jedes Problem gibt es 2 Lösungsansätze:
Den Falschen und den Unsrigen.
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Re: Es sollte eine Partei "Die Atheisten" geben

Beitrag von H2O »

unity in diversity hat geschrieben:(27 Jan 2020, 00:40)

Das Gebot, du sollst nichts Getauftes essen, hat Batak, Maoris und andere polynesische Völker kaum beeindruckt.
Aber etwas unterscheidet Tiere und Pflanzen vom Menschen.
Der Mensch kann bewußt Güter produzieren, von denen der Klerus etwas für sich abzweigt.
Dazu manipuliert er das Denken (die Seele), damit der Kirchenzehnte legitim erscheint.
Wenn Sie derart haßtriefende Reden glücklich machen... bleiben Sie hübsch unter Menschen Ihrer Wesensart.
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Re: Es sollte eine Partei "Die Atheisten" geben

Beitrag von Billie Holiday »

JosefG hat geschrieben:(26 Jan 2020, 15:59)

Tiere haben keine Seele. Die hat nur der Mensch.
Das ist offizielle christliche Lehre.

Eine der vielen Gemeinsamkeiten von Christentum und Islam: Auch im Islam
kommt die unsterbliche Seele entweder in den Himmel oder in die Hölle.
Christen sehen die Moslems als Verbündete im Kampf gegen den Atheismus.
Warum muß der Atheismus bekämpft werden? Warum dieses Unwohlsein gegenüber Ungläubigen? Hat man selbst Nachteile dadurch? Ich denke nein, oben bleibt einem mehr Platz.
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Re: Es sollte eine Partei "Die Atheisten" geben

Beitrag von H2O »

Billie Holiday hat geschrieben:(27 Jan 2020, 08:51)

Warum muß der Atheismus bekämpft werden? Warum dieses Unwohlsein gegenüber Ungläubigen? Hat man selbst Nachteile dadurch? Ich denke nein, oben bleibt einem mehr Platz.
Ist mir da etwas entgangen? Wo sehen Sie denn einen Kampf von Christen gegen "Ungläubige"? Ich erkenne hier eher, daß Christen ihrer Überzeugungen wegen angemistet werden. "Haß fressen Seele auf."
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Re: Es sollte eine Partei "Die Atheisten" geben

Beitrag von Billie Holiday »

H2O hat geschrieben:(27 Jan 2020, 09:39)

Ist mir da etwas entgangen? Wo sehen Sie denn einen Kampf von Christen gegen "Ungläubige"? Ich erkenne hier eher, daß Christen ihrer Überzeugungen wegen angemistet werden. "Haß fressen Seele auf."
Ich bezog mich auf das von mir zitierte. Deshalb die Nachfrage.

Während Atheisten dem Glauben unbeeindruckt gegenüberstehen, hassen sich die Religionen eher untereinander. Ok, der Islam hasst sowohl andere Religionen als auch Ungläubige. Christen, Juden und Ungläubige haben in islamischen Ländern einen sehr schweren Stand. So ein Durchschnitts-Atheist trachtet niemandem nach dem Leben. Sich lustig machen hat nichts mit Hass zu tun, nur mit Nicht-ernst-nehmen und unbeeindruckt-sein.
Hassen können Religionsanhänger eindeutig besser.
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Re: Es sollte eine Partei "Die Atheisten" geben

Beitrag von Kritikaster »

H2O hat geschrieben:(27 Jan 2020, 09:39)

Ist mir da etwas entgangen? Wo sehen Sie denn einen Kampf von Christen gegen "Ungläubige"? Ich erkenne hier eher, daß Christen ihrer Überzeugungen wegen angemistet werden. "Haß fressen Seele auf."
Ja, das ist Mode.

Aber ich muss Billie Holyday hier in Schutz nehmen: Der Hinweis auf die "Bekämpfung des Atheismus durch Christentum und Islam" stammt von User JosephG.
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Re: Es sollte eine Partei "Die Atheisten" geben

Beitrag von H2O »

Billie Holiday hat geschrieben:(27 Jan 2020, 09:58)

Ich bezog mich auf das von mir zitierte. Deshalb die Nachfrage.

Während Atheisten dem Glauben unbeeindruckt gegenüberstehen, hassen sich die Religionen eher untereinander. Ok, der Islam hasst sowohl andere Religionen als auch Ungläubige. Christen, Juden und Ungläubige haben in islamischen Ländern einen sehr schweren Stand. So ein Durchschnitts-Atheist trachtet niemandem nach dem Leben. Sich lustig machen hat nichts mit Hass zu tun, nur mit Nicht-ernst-nehmen und unbeeindruckt-sein.
Hassen können Religionsanhänger eindeutig besser.
Letzteres muß ich noch üben. ;)
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Re: Es sollte eine Partei "Die Atheisten" geben

Beitrag von Alpha Centauri »

Billie Holiday hat geschrieben:(27 Jan 2020, 08:51)

Warum muß der Atheismus bekämpft werden? Warum dieses Unwohlsein gegenüber Ungläubigen? Hat man selbst Nachteile dadurch? Ich denke nein, oben bleibt einem mehr Platz.
Alleine der Begriff Seele ist schon lustig, fragt man einen Hirnforscher sagt der einem klipp und klar , also eine Seele hat er noch nirgends im Gehirn festmachen können.

Ich habe mich schon früh mit Astronomie beschäftigt,,daher war ich immer schon gegen die Märchenerzählungen sämtlicher Mythologien und Religionen ( Schöpfungsgeschochte, Zwei Welten Dualismus, Gottglaube , der erste unbewegte Beweger) immun, ja man kann sagen Atheist.

Was Hass und Verbrechen angeht nehmen sich religiöser Fantadimus und unreligiöser Wahn ( im klassischen Sinne auf die Religionen bezogen) nicht viel finde ich.
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Re: Es sollte eine Partei "Die Atheisten" geben

Beitrag von Papaloooo »

Die Grenze zum Du Fundamentalismus ist immer dort überschritten, wo die Humorlosigkeit anfängt.
Wo man nicht mehr über Witze, die die eine Überzeugungen betreffen lachen kann.

Im Wesentlichen trifft das schon auf dogmatisch, orthodox glaubende Menschen zu, man findet das jedoch auch bei extremen politischen Überzeugungen.
Es steckt ein Sinn in dieser Geschichte,
doch dieser ist dem Chronisten im Augenblick entfallen.
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Re: Es sollte eine Partei "Die Atheisten" geben

Beitrag von Tomaner »

Billie Holiday hat geschrieben:(27 Jan 2020, 09:58)

Ich bezog mich auf das von mir zitierte. Deshalb die Nachfrage.

Während Atheisten dem Glauben unbeeindruckt gegenüberstehen, hassen sich die Religionen eher untereinander. Ok, der Islam hasst sowohl andere Religionen als auch Ungläubige. Christen, Juden und Ungläubige haben in islamischen Ländern einen sehr schweren Stand. So ein Durchschnitts-Atheist trachtet niemandem nach dem Leben. Sich lustig machen hat nichts mit Hass zu tun, nur mit Nicht-ernst-nehmen und unbeeindruckt-sein.
Hassen können Religionsanhänger eindeutig besser.
Irgendwie kotzt einem dein Schubladendenken an. Erzkonservative Christen haben auch nichts mit Christen zu tun, die vielleicht mal Weihnachten eine Kirche von innen sehen. Was dem Islam angeht, sind deren Opfer wohl zu 95 Prozent Moslems selbst und nicht Christen oder Juden. Was du schreibst ist also vollkommener Quatsch, sonst müßtest du ja schreiben, der Islam hasst vor allem Moslems. Was in aller Welt ist ein Durchschnitts-Atheist? Und was waren zum Beispiel Stalinisten?
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Re: Es sollte eine Partei "Die Atheisten" geben

Beitrag von JosefG »

Billie Holiday hat geschrieben:(27 Jan 2020, 08:51)

Warum muß der Atheismus bekämpft werden?
H2O hat geschrieben:(27 Jan 2020, 09:39)

Wo sehen Sie denn einen Kampf von Christen gegen "Ungläubige"?
Sowohl beim Christentum als auch beim Islam gehört der missionarische Auftrag zum Kern der Ideologie.
Zuletzt geändert von JosefG am Mo 27. Jan 2020, 12:17, insgesamt 1-mal geändert.
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