Es sollte eine Partei "Die Atheisten" geben

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Alpha Centauri
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Re: Es sollte eine Partei "Die Atheisten" geben

Beitrag von Alpha Centauri »

JosefG hat geschrieben:(27 Jan 2020, 12:12)

Sowohl beim Christentum als auch beim Islam gehört der missionarische Auftrag zum Kern der Ideologie.
Ja wohl wahr, deshalb ist diesem Eifer auch entschieden zu begegnen.
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Billie Holiday
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Re: Es sollte eine Partei "Die Atheisten" geben

Beitrag von Billie Holiday »

Tomaner hat geschrieben:(27 Jan 2020, 12:07)

Irgendwie kotzt einem dein Schubladendenken an. Erzkonservative Christen haben auch nichts mit Christen zu tun, die vielleicht mal Weihnachten eine Kirche von innen sehen. Was dem Islam angeht, sind deren Opfer wohl zu 95 Prozent Moslems selbst und nicht Christen oder Juden. Was du schreibst ist also vollkommener Quatsch, sonst müßtest du ja schreiben, der Islam hasst vor allem Moslems. Was in aller Welt ist ein Durchschnitts-Atheist? Und was waren zum Beispiel Stalinisten?
Schlimm genug, dass die Religionen Hass in die Köpfe ihrer Schäfchen pflanzen.

Soso, 95% der Opfer des Islam sind die eigenen Schäfchen. Sehr friedliebend. :) kein Wunder, dass hier so viele wild darauf sind, dass sich der Islam auch hier ausbreitet. :thumbup:
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Re: Es sollte eine Partei "Die Atheisten" geben

Beitrag von Billie Holiday »

JosefG hat geschrieben:(27 Jan 2020, 12:12)

Sowohl beim Christentum als auch beim Islam gehört der missionarische Auftrag zum Kern der Ideologie.
Mit welchem Ziel? Aus einem Ungläubigen macht man keinen Gläubigen per Zwang.
Offenbar können viele Gläubige andere nicht nach ihrer Fasson glücklich sehen. Es könnte einem doch wurscht sein, was und ob der Nachbar glaubt.
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Re: Es sollte eine Partei "Die Atheisten" geben

Beitrag von H2O »

JosefG hat geschrieben:(27 Jan 2020, 12:12)

Sowohl beim Christentum als auch beim Islam gehört der missionarische Auftrag zum Kern der Ideologie.
Ich erkenne zwischen christlicher Verkündigung und Bekämpfung Ungläubiger begriffliche Unterschiede. Zumindest gibt die deutsche Sprache das her.
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Re: Es sollte eine Partei "Die Atheisten" geben

Beitrag von Kritikaster »

Billie Holiday hat geschrieben:(27 Jan 2020, 12:18)

Mit welchem Ziel? Aus einem Ungläubigen macht man keinen Gläubigen per Zwang.
Offenbar können viele Gläubige andere nicht nach ihrer Fasson glücklich sehen. Es könnte einem doch wurscht sein, was und ob der Nachbar glaubt.
Vollkommen richtig! :thumbup:
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Wo der Sinn aufhört, beginnt der Wahnsinn. (Erhard Horst Bellermann)
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Re: Es sollte eine Partei "Die Atheisten" geben

Beitrag von JosefG »

H2O hat geschrieben:(27 Jan 2020, 13:14)

Ich erkenne zwischen christlicher Verkündigung und Bekämpfung Ungläubiger begriffliche Unterschiede. Zumindest gibt die deutsche Sprache das her.
Ich hatte geschrieben:
JosefG hat geschrieben:(26 Jan 2020, 15:59)

Christen sehen die Moslems als Verbündete im Kampf gegen den Atheismus.
Darauf kam diese Antwort:
Billie Holiday hat geschrieben:(27 Jan 2020, 08:51)

Warum muß der Atheismus bekämpft werden?
Die Umdeutung des Kampfes gegen eine Weltanschauung in einen Kampf gegen Menschen kam dann von dir selber:
H2O hat geschrieben:(27 Jan 2020, 09:39)

Wo sehen Sie denn einen Kampf von Christen gegen "Ungläubige"?
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Re: Es sollte eine Partei "Die Atheisten" geben

Beitrag von H2O »

JosefG hat geschrieben:(27 Jan 2020, 14:47)

Ich hatte geschrieben:

Darauf kam diese Antwort:

Die Umdeutung des Kampfes gegen eine Weltanschauung in einen Kampf gegen Menschen kam dann von dir selber:
Was sollen denn diese Spitzfindigkeiten? Als ob im Kampf gegen Weltanschauungen die Menschen in Frieden gelassen werden könnten, wenn sie ihre Weltanschauung für die allein selig machende halten! Auf christlicher Seite sehe ich in diesem Lande keine "Bekämpfung" um Christi willen.
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Re: Es sollte eine Partei "Die Atheisten" geben

Beitrag von naddy »

H2O hat geschrieben:(27 Jan 2020, 17:11)

Auf christlicher Seite sehe ich in diesem Lande keine "Bekämpfung" um Christi willen.
Das ist allerdings nicht den Kirchen und Glaubensgemeinschaften zu verdanken, sondern der Durchsetzung des Laizismus in Folge der Aufklärung. Wissenswertes dazu findet sich in diesem Beitrag.

Die strikte Trennung von Religion und Staat ist in keinem der islamisch dominierten Staaten vollzogen, noch aktuell überhaupt vorstellbar.
"Das gefährliche an der Dummheit ist, daß sie die dumm macht, die ihr begegnen." (Sokrates).
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Re: Es sollte eine Partei "Die Atheisten" geben

Beitrag von JosefG »

Der Kampf gegen eine Weltanschauung kann zB. auch darin bestehen
zu versuchen, die Anhänger dieser Weltanschauung zu überzeugen
oder Andere vom Wechsel zu dieser Weltanschauung abzuhalten.
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Re: Es sollte eine Partei "Die Atheisten" geben

Beitrag von H2O »

JosefG hat geschrieben:(27 Jan 2020, 18:00)

Der Kampf gegen eine Weltanschauung kann zB. auch darin bestehen
zu versuchen, die Anhänger dieser Weltanschauung zu überzeugen
oder Andere vom Wechsel zu dieser Weltanschauung abzuhalten.
Wer will das denn? Ich sehe keine im Inland missionierende Kirche. Ich sehe hier nur Teilnehmer, die mir unaufgefordert Unausgegorenes erzählen über Seelen und Tiere. So etwas nenne ich "missionieren".
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Re: Es sollte eine Partei "Die Atheisten" geben

Beitrag von H2O »

naddy hat geschrieben:(27 Jan 2020, 17:54)

Das ist allerdings nicht den Kirchen und Glaubensgemeinschaften zu verdanken, sondern der Durchsetzung des Laizismus in Folge der Aufklärung. Wissenswertes dazu findet sich in diesem Beitrag.

Die strikte Trennung von Religion und Staat ist in keinem der islamisch dominierten Staaten vollzogen, noch aktuell überhaupt vorstellbar.
Den zitierten Beitrag habe ich überflogen. Missionierend. Entstellend. Wozu? Leben und leben lassen. Warum soll ich mich in unserem freiheitlichen Rechtsstaat nun mit islamischen Gesellschaftsordnungen befassen? Kulturgeschichtlich in keiner Weise in unser Grundgesetz eingeflossen, das Grundlage unseres gesellschaftlichen Miteinanders ist.
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Re: Es sollte eine Partei "Die Atheisten" geben

Beitrag von naddy »

H2O hat geschrieben:(27 Jan 2020, 18:59)

Den zitierten Beitrag habe ich überflogen. Missionierend. Entstellend.
Ich sehe da eher eine faktenbasierte historische Aufarbeitung. Wird da deiner Meinung nach etwas Falsches behauptet?
Wozu? Leben und leben lassen. Warum soll ich mich in unserem freiheitlichen Rechtsstaat nun mit islamischen Gesellschaftsordnungen befassen?
Weil in diesen Gesellschaftsordnungen sozialisierte Menschen hier zuwandern?
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Re: Es sollte eine Partei "Die Atheisten" geben

Beitrag von JosefG »

naddy hat geschrieben:(27 Jan 2020, 17:54)

Wissenswertes dazu findet sich in diesem Beitrag.
Interessant.
Zuletzt geändert von JosefG am Di 28. Jan 2020, 02:35, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Es sollte eine Partei "Die Atheisten" geben

Beitrag von unity in diversity »

Atheisten versuchen natürlich auch, für ihre Sache zu „missionieren“.
Sie nennen es Aufklärung. Dazu weisen sie unaufgefordert auf Widersprüche in Verkündigungen und Offenbarungen hin.
Das gibt den Religiösen Gelegenheit, ihrerseits aufzuklären.
Möglichst werbend, unverbissen und entspannt. Die Wichtigkeit ihres Anliegens sollte das ermöglichen. Der befreiende Aha-Effekt kommt auch durch gewinnenden Humor zustande.
Man wird nicht jeden Menschen, der gefestigt auf den Fundamenten seiner Weltsicht steht, bewegen können.
Aber man kann verhindern, daß Gelegenheitsreligiöse, also Suchende, in Hände geraten, die nicht gerade vertrauenswürdig sind.
Für jedes Problem gibt es 2 Lösungsansätze:
Den Falschen und den Unsrigen.
Aus den USA.
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Re: Es sollte eine Partei "Die Atheisten" geben

Beitrag von H2O »

naddy hat geschrieben:(27 Jan 2020, 20:56)

Ich sehe da eher eine faktenbasierte historische Aufarbeitung. Wird da deiner Meinung nach etwas Falsches behauptet?
Der Abschnitt mit den "Großkirchen" ist eine bösartige Unterstellung.
Weil in diesen Gesellschaftsordnungen sozialisierte Menschen hier zuwandern?
Die Gleichsetzung der Ziele dieser Organisationen ist nur bösartig.
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Re: Es sollte eine Partei "Die Atheisten" geben

Beitrag von Progressiver »

Ich bin selbst Atheist. Ich sehe aber eine mögliche Partei "Die Atheisten" skeptisch. Als Erkennungsmerkmal wäre mir die Bezeichnung "atheistisch" nicht ausreichend. Atheist zu sein, bedeutet ja nur, dass man nicht an einen religiösen Gott glaubt. Aber was kommt darüber hinaus? Ich hatte es hier in diesem Forum schon mit Atheisten zu tun, die an die alleinglückseligmachende Kraft des totalen Marktes glaubten. Ja, auch Marktradikale können nach strenger Definition Atheisten sein. Auf der anderen Seite gab es aber auch die Kommunisten. Diese boten aber auch nur eine gottlose Ersatzreligion an. Auch der Buddhismus ist eine gottlose Religion. Jedenfalls, wie gesagt: Als Kriterium wäre mir das Prädikat "Atheismus" nicht ausreichend.

Für mich mache ich auch noch einen anderen Unterschied: Denjenigen zwischen (evolutionären bzw. säkularen) Humanisten einerseits. Andererseits gibt es auch die nihilistische Variante. Als jemand, der einen säkularen Humanismus vertritt, möchte ich positive Werte leben. Nihilistische Atheisten dagegen sind Bilderstürmer, die einfach nur zerstören wollen, was vorher falsch lief. Dies, ohne positive Werte zu vermitteln. Natürlich gibt es aber auch in den "richtigen" Religionen und politischen Strömungen destruktive und nihilistische Züge. Dies ist aber meine eigene persönliche Wertung.

Wichtig fände ich es, die Macht der organisierten Religionen da zurückzudrängen, wo sie sich in gefährlicher Weise in das Leben auch der Ungläubigen einmischen. Diese Lobbymacht gilt es zu sprengen. Ich bin aber auch gegen die total durchindividualisierte Gesellschaft. Denn da sind wir bei Margret Thatchers Idee, dass es keine Gesellschaft gibt. Und somit auch keine Notwendigkeit der Verantwortung der Menschen sich selbst und anderen gegenüber. So etwas ist vielleicht etwas für Psychopathen, die andere nur als Feinde sehen und gerne für den eigenen Erfolg über Leichen gehen. Aber ich denke, eine moderne Version einer Art von Kommunitarismus wäre sicher nicht schlecht. Und vor allem auch: Wenn die Menschheit nur aus total durchindividualisierten Monaden bestehen würde, wäre es für die Herrschenden ein leichtes, die vielen Individuen zu beherrschen und gegeneinander auszuspielen. Quasi "Teile und herrsche". Ein gesundes Maß an Solidarität gegenüber den Reichen und Mächtigen ist also lebensnotwendig. Ansonsten kommt es trotzdem zu Gruppenbildungen. Wenn nicht von linker, aufgeklärter Seite aus, dann aber von der rechten Seite. Also von religiösen Fundamentalisten aller Religionen und von den rechtsbraunen Tribalisten, die die Gesellschaft zerstören wollen. Und gerade das wollen wir als Mitglieder einer offenen Gesellschaft ja eben verhindern.
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Re: Es sollte eine Partei "Die Atheisten" geben

Beitrag von JosefG »

Progressiver hat geschrieben:(03 Feb 2020, 20:34)

Als Erkennungsmerkmal wäre mir die Bezeichnung "atheistisch" nicht ausreichend.
Eine nähere Festlegung könnte im Parteiprogramm erfolgen.
Als jemand, der einen säkularen Humanismus vertritt, möchte ich positive Werte leben.
Man könnte folgende Überlegungen in ein Grundsatzprogramm der Partei aufnehmen:
Die viele Jahrmillionen dauernde Evolution kann gesehen werden als eine gigantische Investion der Natur, die notwendig war, um aus toter Materie das heutige bewusste Leben hervorzubringen. Daraus lässt sich eine Wertschätzung des heutigen Lebens ableiten. Aus der Unsicherheit allen Wissens folgt auch die Ungewissheit in der Frage, ob nicht doch alles einen Sinn hat, den wir heute noch nicht kennen. Und es folgt die Pflicht zur Suche als vorläufige Grundlage allen Handelns.

Wie ich im Eröffnungsbeitrag geschrieben habe, sehe ich mich selber nicht als eingefleischten Atheisten. Ich meine, dass in der Frage der Rätselhaftigkeit des Bewusstseins noch lange nicht alles geklärt ist, da könnte noch ein grundlegender Wandel des naturwissenschaftlichen Weltbildes bevorstehen. Leider gehöre ich da derzeit zu einer Minderheit.
Wichtig fände ich es, die Macht der organisierten Religionen da zurückzudrängen, wo sie sich in gefährlicher Weise in das Leben auch der Ungläubigen einmischen.
Da stimme ich zu, wobei es mir wichtig ist, auch den Islam zu diesen Religionen zu zählen und den zunehmendem Bevölkerungsanteil der Moslems im Auge zu haben. Gerade Atheisten müssen in einem vom Islam geprägten Staat eine Radikalisierung der Moslems fürchten.
Zuletzt geändert von JosefG am Di 4. Feb 2020, 07:27, insgesamt 2-mal geändert.
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Re: Es sollte eine Partei "Die Atheisten" geben

Beitrag von Papaloooo »

JosefG hat geschrieben:(26 Jan 2020, 15:59)

Tiere haben keine Seele. Die hat nur der Mensch.
Das ist offizielle christliche Lehre.

Eine der vielen Gemeinsamkeiten von Christentum und Islam: Auch im Islam
kommt die unsterbliche Seele entweder in den Himmel oder in die Hölle.
Christen sehen die Moslems als Verbündete im Kampf gegen den Atheismus.
Irgendwann, vor vielen Tausend Jahren:

Unsere Urahnen waren gerade dabei, die Bäume zu verlassen.

Papa schimpft Sohn: "Mensch jetzt ist's endlich deine Manjokwurzeln, wir können ja nicht mit dem rösten auf den nächsten Blitzschlag warten!"

Sohn: "Mama Papa zum letzten Mal! Ihr habt mir nichts zu sagen, ihr habt noch keine Seele!"

*****

Der christliche Himmel zeichnet sich durch einen großen Widerspruch aus,
denn den Himmel erreicht man durch die auf Mitgefühl basierende Nächstenliebe.
In der Nächstenliebe empfindet man Glück mit dem Geben von Glück an andere.
Sieht man Leidende, so ist einem das nicht egal, man fühlt sich erst Gut, wenn man dem Mitmenschen geholfen hat.

Ein Himmel, der nicht von allen erreicht wird kann, ist nicht dergestalt:
Es ist ein Bloß-nicht-hinschauen-da-geht-es-jemandem-schlecht-Himmel.
Man glaubt an eine Sphäre der Glückseligkeit im gleichgültigen herabschauen auf die Leidenden.
Es ist kein Wunsch mehr da, ihnen zu helfen.

Oder gar: wird einem die Ausübung eines Aktes der Nächstenliebe nicht gewährt?
Ist es dann ein Himmel, mit einer Garderobe hinter der Himmelstür, mit einem Schild "Geben Sie hier bitte Ihren freien Willen ab!"

Jedes tiefere Nachdenken führt das alles ad absurdum.
Es steckt ein Sinn in dieser Geschichte,
doch dieser ist dem Chronisten im Augenblick entfallen.
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Re: Es sollte eine Partei "Die Atheisten" geben

Beitrag von JosefG »

Papaloooo hat geschrieben:(04 Feb 2020, 06:52)

Man glaubt an eine Sphäre der Glückseligkeit im gleichgültigen herabschauen auf die Leidenden.
Es ist kein Wunsch mehr da, ihnen zu helfen.
Vielleicht ist einfach keine Erinnerung mehr da an irgendetwas ausserhalb dieser Sphäre.
So würden die Theologen wohl sagen.
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Re: Es sollte eine Partei "Die Atheisten" geben

Beitrag von Papaloooo »

JosefG hat geschrieben:(05 Feb 2020, 04:21)

Vielleicht ist einfach keine Erinnerung mehr da an irgendetwas ausserhalb dieser Sphäre.
So würden die Theologen wohl sagen.
Angenommen ich käme wegen einer Depression zum Arzt und er rät mir:
"Es gibt da ein Medikament, welches Sie dauerhaft glücklich macht, sie werden sich nach der Einnahme aber an nichts mehr erinnern. Selbst Ihre Kinder werden Ihnen fremd sein."
Wer würde denn das wollen?
Kein besonders verlockendes Angebot ist der christliche Himmel.
Es steckt ein Sinn in dieser Geschichte,
doch dieser ist dem Chronisten im Augenblick entfallen.
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Re: Es sollte eine Partei "Die Atheisten" geben

Beitrag von JosefG »

JosefG hat geschrieben:(21 Jan 2020, 14:56)

Kernthemen für eine solche Partei:

Einführung eines Grundrechts auf Sterben im GG, Freigabe der Sterbehilfe
Das BVerfG hat heute sein Urteil zur Sterbehilfe verkündet. Bin positiv überrascht.
https://www.tagesschau.de/inland/sterbe ... l-103.html
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Re: Es sollte eine Partei "Die Atheisten" geben

Beitrag von Liegestuhl »

Die ersten politischen Erfolge der Atheistenpartei werden offenbar.
Ich schulde dem Leben das Leuchten in meinen Augen.
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Re: Es sollte eine Partei "Die Atheisten" geben

Beitrag von Ein Terraner »

Liegestuhl hat geschrieben:(26 Feb 2020, 15:03)

Die ersten politischen Erfolge der Atheistenpartei werden offenbar.
Offenbarst du es der Restlichen Welt auch ?
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Re: Es sollte eine Partei "Die Atheisten" geben

Beitrag von JosefG »

Liegestuhl hat geschrieben:(26 Feb 2020, 15:03)

Die ersten politischen Erfolge der Atheistenpartei werden offenbar.
Eher das Obsoletwerden eines ihrer Ziele, noch bevor es die Partei gibt.
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Re: Es sollte eine Partei "Die Atheisten" geben

Beitrag von 3x schwarzer Kater »

JosefG hat geschrieben:(26 Feb 2020, 15:12)

Eher das Obsoletwerden eines ihrer Ziele, noch bevor es die Partei gibt.
Dann wären es nur noch drei :D
„Es wurde schon alles gesagt, nur noch nicht von jedem.“ (Karl Valentin)
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Re: Es sollte eine Partei "Die Atheisten" geben

Beitrag von JosefG »

Zum BVerfG-Urteil hat jetzt ein User einen Strang aufgemacht:
https://www.politik-forum.eu/viewtopic.php?f=20&t=69622
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Re: Es sollte eine Partei "Die Atheisten" geben

Beitrag von JosefG »

Gehört zwar nicht ganz zum Thema atheistische Partei, aber ich möchte hier zu einigen Aspekten
rund um Atheismus, Religion, Tod diesen aktuellen Thread im Religionsforum empfehlen:
https://politik-forum.eu/viewtopic.php?f=21&t=69808
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Re: Es sollte eine Partei "Die Atheisten" geben

Beitrag von JosefG »

Ergänzung zum Eröffnungsbeitrag

Zu den Kernthemen der Partei sollte auch dieser Punkt gehören:
Streichung des Blasphemieparagaphen 166 im StGB

Der Punkt:
Klarstellung in GG Art 4, dass eine religiöse Gruppierung, welche die
Tötung von Atheisten befürwortet, nicht durch das GG geschützt ist

sollte besser lauten:
Klarstellung in GG Art 4, dass eine religiöse Gruppierung, welche die Tötung
von Abtrünnigen oder Atheisten befürwortet, nicht durch das GG geschützt ist
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Re: Es sollte eine Partei "Die Atheisten" geben

Beitrag von Ammianus »

JosefG hat geschrieben:(13 Apr 2020, 14:00)

Ergänzung zum Eröffnungsbeitrag

Zu den Kernthemen der Partei sollte auch dieser Punkt gehören:
Streichung des Blasphemieparagaphen 166 im StGB

Der Punkt:
Klarstellung in GG Art 4, dass eine religiöse Gruppierung, welche die
Tötung von Atheisten befürwortet, nicht durch das GG geschützt ist

sollte besser lauten:
Klarstellung in GG Art 4, dass eine religiöse Gruppierung, welche die Tötung
von Abtrünnigen oder Atheisten befürwortet, nicht durch das GG geschützt ist
Das ist aber eigentlich jetzt schon der Fall. Denn wer in der Öffentlichkeit mit derartigen Sachen kommt, dürfte sich relativ schnell vor dem Kadi wiederfinden. Genau so würde auch eine Vereinigung oder Partei, die derartiges anstrebt sehr schnell auf der Liste des Verfassungsschutzes landen.
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Re: Es sollte eine Partei "Die Atheisten" geben

Beitrag von JosefG »

Ammianus hat geschrieben:(13 Apr 2020, 15:00)

Das ist aber eigentlich jetzt schon der Fall.
Aber nur "eigentlich" (du meinst vermutlich den zweiten von mir genannten Punkt). Ich hätte es gerne explizit. Bisher geht es um eine Abwägung von Grundrechten, dem Recht auf Leben und dem Recht auf Religionsfreiheit. Ich hätte gerne, dass das Recht auf Religionsfreiheit selbst ensprechend eingeschränkt wird. Dann müsste man nicht mehr abwägen.
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Re: Es sollte eine Partei "Die Atheisten" geben

Beitrag von Ammianus »

JosefG hat geschrieben:(13 Apr 2020, 15:13)

Aber nur "eigentlich" (du meinst vermutlich den zweiten von mir genannten Punkt). Ich hätte es gerne explizit. Bisher geht es um eine Abwägung von Grundrechten, dem Recht auf Leben und dem Recht auf Religionsfreiheit. Ich hätte gerne, dass das Recht auf Religionsfreiheit selbst ensprechend eingeschränkt wird. Dann müsste man nicht mehr abwägen.
Ja, ich meine den 2. Punkt. Schon nach heutiger Gesetzeslage ist es strafbar, offen das Ermorden von Atheisten oder Abtrünnigen zu propagieren oder zum durchzusetzenden Ziel zu erklären. Das die so denken kann man nicht verhindern. Das ist wie bei Pädophilen.
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Re: Es sollte eine Partei "Die Atheisten" geben

Beitrag von JosefG »

Ammianus hat geschrieben:(13 Apr 2020, 17:19)

Schon nach heutiger Gesetzeslage ist es strafbar, offen das Ermorden von Atheisten oder Abtrünnigen zu propagieren oder zum durchzusetzenden Ziel zu erklären.
Nach meiner Kenntnis ist die Forderung nach Einführung der Todesstrafe für Abtrünnige oder Atheisten nicht strafbar.
Sie führt zum Verbot einer entsprechenden Gruppierung, aber nur aufgrund einer Abwägung von Grundrechten.
carolus

Re: Es sollte eine Partei "Die Atheisten" geben

Beitrag von carolus »

JosefG hat geschrieben:(13 Apr 2020, 20:56)

Nach meiner Kenntnis ist die Forderung nach Einführung der Todesstrafe für Abtrünnige oder Atheisten nicht strafbar.
Sie führt zum Verbot einer entsprechenden Gruppierung, aber nur aufgrund einer Abwägung von Grundrechten.
@JosefG,

ihre einlassung habe ich mit schmunzeln gelesen.

zu unserer meinungsfreiheit gehört auch die der atheisten.

aber glauben sie wirklich, das sie irgendjemanden von der vorstellung vom alten mann mit weissen rauschebart abbringen können.
sie glauben an ein höheres wesen, welches die geschicke der menschen lenken. sie brauche etwas, was sie in ihrer not beisteht.

nun, glauben sie an eine wiedergeburt wie es die abrahamitische religionen, die buddhistische lebensphilosophie oder die hinduisten lehren
oder ziehen sie den tod aus sicht der dongba oder der daoisten vor?
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Re: Es sollte eine Partei "Die Atheisten" geben

Beitrag von JosefG »

carolus hat geschrieben:(21 Apr 2020, 17:27)

glauben sie an eine wiedergeburt wie es die abrahamitische religionen, die buddhistische lebensphilosophie oder die hinduisten lehren
oder ziehen sie den tod aus sicht der dongba oder der daoisten vor?
Was ich selber glaube, findet sich zB. hier:
https://www.politik-forum.eu/viewtopic. ... 8#p4479788
carolus

Re: Es sollte eine Partei "Die Atheisten" geben

Beitrag von carolus »

JosefG hat geschrieben:(21 Apr 2020, 19:46)

Was ich selber glaube, findet sich zB. hier:
https://www.politik-forum.eu/viewtopic. ... 8#p4479788

@JosefG,

das beantwortet nicht meine frage.
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Re: Es sollte eine Partei "Die Atheisten" geben

Beitrag von JosefG »

carolus hat geschrieben:(21 Apr 2020, 19:58)

das beantwortet nicht meine frage.
Dann hab ich die Frage falsch verstanden.
War das "sie" in "glauben sie an eine wiedergeburt" keine Anrede,
die im Deutschen üblicherweise groß "Sie" geschrieben wird?
Wer ist dann mit "sie" gemeint?
carolus

Re: Es sollte eine Partei "Die Atheisten" geben

Beitrag von carolus »

JosefG hat geschrieben:(21 Apr 2020, 20:55)

Dann hab ich die Frage falsch verstanden.
War das "sie" in "glauben sie an eine wiedergeburt" keine Anrede,
die im Deutschen üblicherweise groß "Sie" geschrieben wird?
Wer ist dann mit "sie" gemeint?

sie!
carolus

Re: Es sollte eine Partei "Die Atheisten" geben

Beitrag von carolus »

JosefG hat geschrieben:(21 Apr 2020, 20:55)

Dann hab ich die Frage falsch verstanden.
War das "sie" in "glauben sie an eine wiedergeburt" keine Anrede,
die im Deutschen üblicherweise groß "Sie" geschrieben wird?
Wer ist dann mit "sie" gemeint?

@JosefG,

glauben sie an eine wiedergeburt?
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JosefG
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Re: Es sollte eine Partei "Die Atheisten" geben

Beitrag von JosefG »

carolus hat geschrieben:(22 Apr 2020, 08:40)

@JosefG,

glauben sie an eine wiedergeburt?
Nein. Und ich hoffe sehr, dass mit dem Tod alles endet. Aber letztlich ist alles ungewiss.
carolus

Re: Es sollte eine Partei "Die Atheisten" geben

Beitrag von carolus »

JosefG hat geschrieben:(22 Apr 2020, 11:12)

Nein. Und ich hoffe sehr, dass mit dem Tod alles endet. Aber letztlich ist alles ungewiss.
@JosefG,

also dao und dongba. eine weise entscheidung, die ich unterstütze.

rückblickend: religionen sind entstanden, weil man sich natürliche phänomene nicht erklären konnte und so musste etwas herhalten, was nicht exsitent ist, eine vision.
sonne-, mond-, meeresgötter mussten für so vieles herhalten was aus heutiger sicht von den naturwissenschaften enttarnt wurde..
kluge leute haben das ausgenutzt und und sich als mittler zwischen der realen und der imaginären welt zu positionieren .
sie halten durch sagen, geschichten und fromme legenden das bild von einer anderen welt nach dem tode aufrecht.

sicher ist, dass die welt durch ein ereignis entstanden ist, aber die wissenschaft wird dieses rätsel auch noch lösten.
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Re: Es sollte eine Partei "Die Atheisten" geben

Beitrag von Aldemarin »

Gründet doch eine derartige Partei!
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Re: Es sollte eine Partei "Die Atheisten" geben

Beitrag von JosefG »

JosefG hat geschrieben:(21 Jan 2020, 14:56)

Es sollte eine Partei "Die Atheisten" geben.

Die Partei könnte auch offen sein für Leute, die zwischen Atheismus und Agnostizimus
unentschieden sind. Zu diesen würde ich mich selber am ehesten zählen.
Aber der Name sollte für die Extremposition stehen.
PATA - Partei der Atheisten und Agnostiker

Selber gründen, das könnte ich nicht.
Aber träumen kostet nichts.
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Rautenberger
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Re: Es sollte eine Partei "Die Atheisten" geben

Beitrag von Rautenberger »

Gibt es ja schon: Die "Partei der Humanisten" (https://de.wikipedia.org/wiki/Partei_der_Humanisten). Ihr "Erfolg" zeigt, wie sehr die Welt auf eine solche Partei gewartet hat: überhaupt nicht.
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Re: Es sollte eine Partei "Die Atheisten" geben

Beitrag von JosefG »

Rautenberger hat geschrieben:(30 Apr 2020, 22:18)

Gibt es ja schon: Die "Partei der Humanisten".
Nein. Die "Humanisten" sind laizistisch, aber nicht atheistisch.
Wurde weiter vorne in diesem Strang schon diskutiert.

Aus dem Wikipedia-Artikel:
Aber auch religiöse Gruppen wie die Zeugen Jehovas, Opus Dei oder Salafisten können vom Parteibeitritt ausgeschlossen werden.
Demnach können "gemäßigte" Christen oder Moslems durchaus Mitglieder der Humanisten sein.
Dagegen sollte die neue Partei gar keine Christen oder Moslems als Mitglieder aufnehmen.
carolus

Re: Es sollte eine Partei "Die Atheisten" geben

Beitrag von carolus »

JosefG hat geschrieben:(01 May 2020, 02:09)

Nein. Die "Humanisten" sind laizistisch, aber nicht atheistisch.
Wurde weiter vorne in diesem Strang schon diskutiert.

Aus dem Wikipedia-Artikel:

Demnach können "gemäßigte" Christen oder Moslems durchaus Mitglieder der Humanisten sein.
Dagegen sollte die neue Partei gar keine Christen oder Moslems als Mitglieder aufnehmen.
@JosefG,

wenn sie alle bekannten religionen ausschließen, wer bleibt noch übrig? freimaurer, welche an den "großen baumeister aller zeiten" 'glauben'?
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Re: Es sollte eine Partei "Die Atheisten" geben

Beitrag von Progressiver »

carolus hat geschrieben:(01 May 2020, 10:46)

@JosefG,

wenn sie alle bekannten religionen ausschließen, wer bleibt noch übrig? freimaurer, welche an den "großen baumeister aller zeiten" 'glauben'?
Wieso muss es denn immer eine Art von Religion sein, die übrig bleibt?

Es ist doch im Endeffekt wie beim Kampf der alten griechischen Philosophen, die den Mythos durch den Logos ersetzen wollten. So etwas ist natürlich möglich. Aber jeder neue Logos muss aufpassen, dass er nicht selbst zum Mythos wird.

Sehr gut sieht man das am Beispiel der kommunistischen Bewegung. Sie hat es zwar geschafft, dass die alten christlichen Mythen zumindest teilweise ausradiert wurden. Aber stattdessen bildete sich der Kommunismus als Ideologie bzw. weltliche Ersatzreligion. Ähnliches kann man aber auch auf einer anderen Seite des politischen Spektrums beobachten. Leider kann sich jeder Neoliberale heutzutage als Atheist bezeichnen. Aber auch er glaubt doch an etwas höheres wie die Marktgesetze.

Ganz anders der Philosoph Friedrich Nietzsche. Er sagte zwar solche wahren Sätze wie "Gott ist tot. Und wir haben ihn getötet." Er hat jedoch kein einheitliches Ideologiekonzept hinterlassen. Er war aber auch kein Nihilist. Er war nur der Prophet, der den Nihilismus kommen sah. Wenn man sich dann das 20. Jahrhundert ansieht mit all seinen Konzentrationslagern, dann weiß man, was gemeint ist. Ihm ging es jedenfalls sehr stark um die Umwertung aller Werte, die das Christentum verbogen hatte. Wo das Christentum, aber auch andere Religionen das Jenseits emporheben, obwohl sich dessen Existenz nicht beweisen lässt, so will Nietzsche das Diesseits bejahen. Dieses Leben ist schließlich das einzige, was wir haben. Die Religionen dagegen verachten es für die Fantasie eines Jenseits, das nur in den Köpfen der Menschen existiert. Und Friedrich Nietzsche war ja auch nur ein Vorgänger der Philosophierichtung des Existenzialismus, die ebenfalls versuchte, das Leben in all seiner Absurdität zu bejahen. Das Leben als Ganzes macht keinen Sinn. Aber anstatt sich selbst umzubringen, kann jeder einzelne Mensch versuchen, sich einen individuellen Sinn zu suchen.

Wie auch immer. Ich habe es hier wahrscheinlich schon geschrieben, aber Atheismus als Kategorie halte ich für nicht einengend genug. Karl Marx, der Begründer des Kommunismus, war Atheist. So mancher Neoliberale ist es, was die klassischen Religionen betrifft, wohl auch. Da die Leute, die sich alle als Atheisten bezeichnen, untereinander zu verschieden sind, würden sie sich wohl untereinander gegenseitig verbal verprügeln, bevor sie auf die Gläubigen der alten Religionen losgehen würden. Einen Nihilismus, der alles und jeden zerstören will, was nicht bei drei auf den Bäumen ist, das ist auch nicht zielführend. Für mich bleibt folglich nur ein lebensbejahender Atheismus übrig, der weder selbst zur weltlichen Ersatzreligion wird wie der Kommunismus noch einen Tanz um den Fetisch des Goldenen Kalbs veranstaltet wie die Kapitalisten. Unter lebensbejahend meine ich, dass sowohl das menschliche Leben qualitativ aufgewertet wird wie auch der ganze Planet vor der Auslöschung bewahrt wird. Das sind so die Detailfragen, über die man streiten könnte. Aber Atheismus alleine halte ich, wie gesagt, als Kategorie für eine Parteigründung für zu wenig.
"Ohne Musik wäre das Leben ein Irrtum." Friedrich Nietzsche

"Wer nur einen Hammer als Werkzeug hat, dem wird bald jedes Problem zum Nagel."
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Re: Es sollte eine Partei "Die Atheisten" geben

Beitrag von JosefG »

Progressiver hat geschrieben:(01 May 2020, 20:52)

Das Leben als Ganzes macht keinen Sinn.
Jedenfalls haben die Naturwissenschaften bisher keinen Sinn gefunden.
Aber niemand weiss, ob es ihn nicht doch gibt.
Und deshalb besteht der vorläufige Sinn in der Suche.
Aber anstatt sich selbst umzubringen,
Leben tut man von allein.
Deshalb bedarf nicht das Weiterleben einer Begründung, sondern der Suizid.
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Re: Es sollte eine Partei "Die Atheisten" geben

Beitrag von Progressiver »

JosefG hat geschrieben:(01 May 2020, 23:31)

Jedenfalls haben die Naturwissenschaften bisher keinen Sinn gefunden.
Aber niemand weiss, ob es ihn nicht doch gibt.
Und deshalb besteht der vorläufige Sinn in der Suche.


Leben tut man von allein.
Deshalb bedarf nicht das Weiterleben einer Begründung, sondern der Suizid.
Die Naturwissenschaften haben bisher deswegen keinen Sinn gefunden, weil es ihn 1. nicht gibt. Und 2. ist es auch nicht ihre Aufgabe. Mir ist auch bisher keine Philosophierichtung eingefallen, die versucht hat, dem Leben als Ganzes einen Sinn zu geben. Es sind die Religionen und Ideologien, die behaupten, dass das Leben einen für alle gleichermaßen wichtigen Sinn hätte. Jedes Individuum solle sich der Lehre unterordnen, die die Religion oder Ideologie vertritt. Der behauptete Sinn, der für alle Religiöse gleichermaßen gelten solle, wäre es, ein "gottgefälliges Leben" zu führen. Der Gläubige wird dann auch mit Zuckerbrot und Peitsche gezwungen, die wissenschaftlich unbewiesene Kopfgeburt eines Jenseits zu glauben.

Das Leben als Ganzes hat keinen tieferen Sinn. Wir können nur konstatieren, dass es Leben auf diesem Planeten gibt. Auf der individuellen Ebene kann sich jeder Mensch allerdings einen speziellen Sinn suchen, der dann sein Leben ausmacht. Dazu braucht es aber keine Religion oder Ideologie. Vielmehr gilt der Satz eines Philosophen des Existenzialismus: "Wir sind zur Freiheit verdammt."

Und zum zweiten Teil deines Postings: Natürlich lebt man von alleine. Es ist aber ein Unterschied, ob man nur existiert und sein Leben mit essen, trinken, sich reproduzieren usw. verbringt. Oder ob man versucht, sich selbst einen individuell erfahrbaren höheren Sinn zu geben. Fast sämtliche Lebewesen dieser Erde sind darauf gepolt, sich zu vermehren, um das Leben als Ganzes zu erhalten. Aber soll das etwa schon alles sein? Die nächste Generation steht ja dann vor der gleichen Aufgabe. Ich für meinen Teil will meinem Leben einen individuell erfahrbaren Sinn geben. Dazu brauche ich aber keine Religion und keine Ideologie. Da das Ganze jedoch absurd ist, ist es wichtig, ganz im Sinne der Philosophierichtung des Existenzialismus das Leben trotz all dieser Absurdität positiv anzunehmen. Anso0nsten könnte man sich ja auch zu Tode saufen, weil man keinen Halt im Leben hat.

Und auch der Spruch von Friedrich Nietzsche, dass Gott tot ist, sehe ich als Befreiung. Man muss sich nicht mehr durch irgendeine Religion einen allgemeinen Sinn überstülpen lassen und sich diesem unterordnen, sondern man hat jetzt die Freiheit, sich selbst einen individuellen Sinn zu suchen.
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Re: Es sollte eine Partei "Die Atheisten" geben

Beitrag von JosefG »

Progressiver hat geschrieben:(02 May 2020, 11:23)

Die Naturwissenschaften haben bisher deswegen keinen Sinn gefunden, weil es ihn 1. nicht gibt.
Woher nimmst du die Gewissheit?
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Rautenberger
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Re: Es sollte eine Partei "Die Atheisten" geben

Beitrag von Rautenberger »

JosefG hat geschrieben:(01 May 2020, 02:09)

Nein. Die "Humanisten" sind laizistisch, aber nicht atheistisch.
Wurde weiter vorne in diesem Strang schon diskutiert.

Aus dem Wikipedia-Artikel:

Demnach können "gemäßigte" Christen oder Moslems durchaus Mitglieder der Humanisten sein.
Dagegen sollte die neue Partei gar keine Christen oder Moslems als Mitglieder aufnehmen.
Umso absurder wird es. In Parteien sollten sich Menschen in erster Linie entlang ihrer Positionen zu aktuellen politischen Fragen zusammenschließen. Anders ausgedrückt: Wäre deine atheistische Partei für oder gegen die Umstellung auf nachhaltige Energien, für mehr oder weniger Zuwanderung, für mehr oder weniger Staat etc. etc.? Alle diese und weitere Fragen, auf die eine Partei eine Antwort haben sollte, lassen sich nicht allein aus dem Attribut "atheistisch" heraus beantworten. Der weltanschauliche Hintergrund der Parteimitglieder sollte nachrangig sein. Sie müssen ja beim Eintritt in die CDU auch kein Bekenntnis zum christlichen Glauben ablegen. Wichtig ist bei einer Partei, dass man sich zu einem Ziel bekennt, was bei einer bestimmten Zielsetzung sowieso impliziert, dass sich Menschen mit bestimmter Weltanschauung nicht blicken lassen werden. Ihr Wunsch nach Ausschluss religiöser Menschen hat für mich einen Beigeschmack von Intoleranz.
Перемен требуют наши сердца, перемен требуют наши глаза...
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