Sammelstrang: ÖR (Öffentlich-rechtlicher Rundfunk)

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Alster
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Re: Sammelstrang: ÖR (Öffentlich-rechtlicher Rundfunk)

Beitrag von Alster »

H2O hat geschrieben: Di 1. Nov 2022, 12:33 Ihnen steht gemäß Grundgesetz der Rechtsweg offen. Viel Glück dabei!
Die durch die Rundfunk Zwangsabgabe Geschädigten haben mehrfach erfolgreich prozessiert, z.B. gegen nicht vorhandene Befreiungsmöglichkeiten für niedrige Einkommen und Doppelabzocke von Zweitwohnungen. Das Problem ist, dass der Geschädigte i.d.R. bis zum BVergG durchprozessieren muss. Nun ist die RF Abgabe jedoch so ausgestaltet, dass Personen mit geringem Einkommen geschädigt werden, hohe Einkommen jedoch geschont werden.

Fazit: die Rundunk Abgabenregelung richtet sich gezielt gegen die Wehrlosen.
dies ist keine Rechtsberatung sondern nur meine persönliche Meinung
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H2O
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Re: Sammelstrang: ÖR (Öffentlich-rechtlicher Rundfunk)

Beitrag von H2O »

Alster hat geschrieben: Fr 4. Nov 2022, 09:25 Die durch die Rundfunk Zwangsabgabe Geschädigten haben mehrfach erfolgreich prozessiert, z.B. gegen nicht vorhandene Befreiungsmöglichkeiten für niedrige Einkommen und Doppelabzocke von Zweitwohnungen. Das Problem ist, dass der Geschädigte i.d.R. bis zum BVergG durchprozessieren muss. Nun ist die RF Abgabe jedoch so ausgestaltet, dass Personen mit geringem Einkommen geschädigt werden, hohe Einkommen jedoch geschont werden.

Fazit: die Rundunk Abgabenregelung richtet sich gezielt gegen die Wehrlosen.
Das ist wohl so; ich sehe allerdings keine Möglichkeit, diese Schieflast ab zu bauen. Vor dem Recht sind alle Menschen gleich. Aber wer über mehr persönliche Mittel verfügt, der kann sein persönliches Anliegen hartnäckiger verfolgen, kann sich rechtlich aufwendiger beraten und vertreten lassen.

Gut, man könnte die Zahl der in solchen Rechtsstreiten zugelassenen Instanzen verringern. Das wäre dann ein Gesetz, das der Bundestag beraten und beschließen müßte. In wirklichen Krisenzeiten vielleicht etwas zu dick aufgetragen?

Mein Vorschlag: Lassen wir doch erst einmal die Rede von Herrn Buhrow wirken. Der Mann hat sich sicher nicht versehentlich zu Wort gemeldet! Inzwischen trudeln Meinungen dazu ein.
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jack000
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Re: Sammelstrang: ÖR (Öffentlich-rechtlicher Rundfunk)

Beitrag von jack000 »

H2O hat geschrieben: Do 3. Nov 2022, 12:32 Ich finde diese Einsicht erfreulich,
Ja, nachdem es von denen all die Jahre abstritten wurde
Ich meine aber, daß für die Rundfunkstationen des ÖRR diese Erkenntnis ebenfalls zutrifft.
Das wussten die schon die ganze Zeit, man fragt aber nicht die Frösche wenn man den Sumpf trocken legen will.

Wie ich aber schon all die Jahre schrieb: Die Schlinge um den Hals zieht sich immer mehr zu. Allerdings nicht im Sinne von töten, sondern im Sinne von Reformen.
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H2O
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Re: Sammelstrang: ÖR (Öffentlich-rechtlicher Rundfunk)

Beitrag von H2O »

jack000 hat geschrieben: Fr 4. Nov 2022, 10:12 Ja, nachdem es von denen all die Jahre abstritten wurde


Das wussten die schon die ganze Zeit, man fragt aber nicht die Frösche wenn man den Sumpf trocken legen will.

Wie ich aber schon all die Jahre schrieb: Die Schlinge um den Hals zieht sich immer mehr zu. Allerdings nicht im Sinne von töten, sondern im Sinne von Reformen.
Menschlich allzu menschlich, meine ich, daß die Menschen sich auf einer sicheren Insel angenehm eingerichtet hatten. Ich bin gespannt, ob der ÖRR eine vernünftige Verschlankung hinbekommt, oder ob dazu wirklich der Bundestag gebraucht wird. Überschrift: Qualität, nicht Quantität.

Hoffentlich fallen der Schlankheitskur nicht massenhaft Kulturschaffende zum Opfer... etwa Rundfunkorchester, Kabarettisten, Hörspielautoren und Schauspieler. Im Fernsehen mag es Ähnliches geben, vielleicht mit Bildungscharakter. Dazu habe ich seit Jahrzehnten keine eigenen Erfahrungen mehr.
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Re: Sammelstrang: ÖR (Öffentlich-rechtlicher Rundfunk)

Beitrag von schokoschendrezki »

zdf royal böhmermann ist grad in seiner eigenschelten-sendung zum thema ör auf alles mögliche eingegangen. tom buhrow ,.,,alle männer, strukturen, autos mit massagefunktion ... alles o.k. und alles berechtigt. Auf das größte Problem des ÖR ist er nicht eingegangen:; Sportübertragungsrechte. Oder ich war da grad pinkeln gewesen. Dagegen sind die geschilderten Extravaganzen gar nix. Erklär mir das mal jemand. Warum lässt Jan Böhmermann das Thema Sportübertragungsrechte aus wenns denn mal um (Selbst)kritik am ÖR geht?
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Re: Sammelstrang: ÖR (Öffentlich-rechtlicher Rundfunk)

Beitrag von jack000 »

schokoschendrezki hat geschrieben: Fr 4. Nov 2022, 23:49 zdf royal böhmermann ist grad in seiner eigenschelten-sendung zum thema ör auf alles mögliche eingegangen.
Ja, ich habe es auch gesehen. Wahnsinn was der da vom Stapel gelassen hat.

Die Sportübertragungsrechte kommen da noch hinzu, aber auch ohne die hat Boemermann aufgezeigt was für ein korrupter Saftladen mit miesen Programm der ÖR ist und das eine Reform unausweichlich ist.

Da können die ÖR Lemminge nichts mehr relativieren oder schön reden.

Man kann jedem hier nur empfehlen sich das mal in der Mediathek anzuschauen!!
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Re: Sammelstrang: ÖR (Öffentlich-rechtlicher Rundfunk)

Beitrag von Tom Bombadil »

Sportübertragungen gehören ebenso zur Grundversorgung wie die Unterhaltung diverser Orchester, Big Bands und Chöre (die dann die treuen Zuhörer beleidigen).
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Re: Sammelstrang: ÖR (Öffentlich-rechtlicher Rundfunk)

Beitrag von Kritikaster »

Tom Bombadil hat geschrieben: Sa 5. Nov 2022, 08:07 Sportübertragungen gehören ebenso zur Grundversorgung wie die Unterhaltung diverser Orchester, Big Bands und Chöre (die dann die treuen Zuhörer beleidigen).
Ganz genau.

Für manche allerdings scheint zur Grundversorgung nur das zu gehören, was sie selbst gerne sehen möchten.
Der am höchsten entwickelte Sinn ist der Unsinn. (Peter E. Schumacher)
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Re: Sammelstrang: ÖR (Öffentlich-rechtlicher Rundfunk)

Beitrag von jack000 »

schokoschendrezki hat geschrieben: Fr 4. Nov 2022, 23:49 zdf royal böhmermann ist grad in seiner eigenschelten-sendung zum thema ör auf alles mögliche eingegangen.
Hier ist die Sendung noch zu sehen:
https://www.zdf.de/comedy/zdf-magazin-r ... 2-100.html
(Sehr empfehlenswert)
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Re: Sammelstrang: ÖR (Öffentlich-rechtlicher Rundfunk)

Beitrag von jack000 »

jack000 hat geschrieben: Sa 5. Nov 2022, 22:41 Hier ist die Sendung noch zu sehen:
https://www.zdf.de/comedy/zdf-magazin-r ... 2-100.html
(Sehr empfehlenswert)
Sehe ich jetzt erst: Die Zusammenfassung der Sendung vom ZDF:
Der öffentlich-rechtliche Rundfunk: Falsche Verteilung von Geldern, schlechte Arbeitsbedingungen und veraltete Strukturen in den Gremien.
Ach, sonst kam nichts weiter Erwähnenswertes in der Sendung vor? ;) Aber das ist nun mal unser beliebter ÖR und wie dieser Realitäten zusammenfasst :dead:
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Re: Sammelstrang: ÖR (Öffentlich-rechtlicher Rundfunk)

Beitrag von H2O »

Kritikaster hat geschrieben: Sa 5. Nov 2022, 08:41 Ganz genau.

Für manche allerdings scheint zur Grundversorgung nur das zu gehören, was sie selbst gerne sehen möchten.
Vor allem aber so dargestellt, daß die eigene Sicht der Dinge bestätigt wird. Dennoch mache ich mir Sorgen um unsere Kulturschaffenden. Die überleben als Kulturschaffende doch von Aufträgen und überschaubaren Einkünften aus dem Rundfunk. Um Berufssportler mache ich mir diese Sorgen nicht so sehr. Die spielen im Hörfunk auch keine ganz so entscheidende Rolle; kultivierte Musik und spannende Hörspiele schon... 1.500 eigene Nachtkanäle im ÖRR (habe ich mich da verhört?) mit Jazz/Rock/Pop-Inhalten könnten vermutlich durch 5 ersetzt werden... nur, was werden die Nachteulen an den Mikrophonen dann tun? Ausschlafen?
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Tom Bombadil
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Re: Sammelstrang: ÖR (Öffentlich-rechtlicher Rundfunk)

Beitrag von Tom Bombadil »

Job hin oder her, es muss auch einen Markt für so eine Sendung geben. Wenn da nur 5 Leute zuhören, dann ist das außerhalb jeder Vernunft, da auch noch eine Nachteule am Mikrophon hinzusetzen. Musik kann man ja auch vollautomatisch abspielen lassen, da muss keiner im Studio hocken.
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Re: Sammelstrang: ÖR (Öffentlich-rechtlicher Rundfunk)

Beitrag von JJazzGold »

jack000 hat geschrieben: Sa 5. Nov 2022, 22:41 Hier ist die Sendung noch zu sehen:
https://www.zdf.de/comedy/zdf-magazin-r ... 2-100.html
(Sehr empfehlenswert)
Genau dafür wird Böhmermann von den ÖR bezahlt. Das ist seine Aufgabe , um mehr Aufmerksamkeit für die ÖR zu generieren.
Wenn ich richtig informiert bin, wurde sein Vertrag daraufhin verlängert und er hat ihn dankbar entgegen genommen.
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Re: Sammelstrang: ÖR (Öffentlich-rechtlicher Rundfunk)

Beitrag von Billie Holiday »

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Tom Bombadil
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Re: Sammelstrang: ÖR (Öffentlich-rechtlicher Rundfunk)

Beitrag von Tom Bombadil »

Und? Wurde er schon entlassen?
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Re: Sammelstrang: ÖR (Öffentlich-rechtlicher Rundfunk)

Beitrag von jack000 »

Tom Bombadil hat geschrieben: So 6. Nov 2022, 18:22 Und? Wurde er schon entlassen?
Die bisherigen Konsequenzen bei Fehlverhalten beim ÖR : " "
bzw,:
- Entschuldigung (aber wir machen so weiter wie bisher)
- Das war Satire
- Das ist falsch interpretiert worden
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Alster
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Re: Sammelstrang: ÖR (Öffentlich-rechtlicher Rundfunk)

Beitrag von Alster »

H2O hat geschrieben: Fr 4. Nov 2022, 09:53 Das ist wohl so; ich sehe allerdings keine Möglichkeit, diese Schieflast ab zu bauen. Vor dem Recht sind alle Menschen gleich. Aber wer über mehr persönliche Mittel verfügt, der kann sein persönliches Anliegen hartnäckiger verfolgen, kann sich rechtlich aufwendiger beraten und vertreten lassen.
Eine Gesetzeslage, die weniger Schwachpunkte hat, bietet allgemein weniger Anlass bzw. Notwendigkeit zum Prozessieren.
Beispiel: Erhebung der Rundfunk Abgabe nach einem Kirchensteuermodell abhängig vom Einkommen würde sowohl den sozialen Anforderungen an eine bedingungslos einzuziehende (also steuerartige) Abgabe erfüllen, als auch das erforderliche Minimum an Rechtssicherheit bieten.
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Tom Bombadil
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Re: Sammelstrang: ÖR (Öffentlich-rechtlicher Rundfunk)

Beitrag von Tom Bombadil »

Kann sich noch jemand an den Sturm der Entrüstung erinnern, als der freie Mitarbeiter beim rbb, Jan Karon, Somalia der Realität entsprechend als Shithole-Country bezeichnete? Ob der noch jemals einen Job von den ÖR bekommt?
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Re: Sammelstrang: ÖR (Öffentlich-rechtlicher Rundfunk)

Beitrag von jack000 »

Tom Bombadil hat geschrieben: Di 8. Nov 2022, 10:37 als der freie Mitarbeiter beim rbb, Jan Karon, Somalia der Realität entsprechend als Shithole-Country bezeichnete? Ob der noch jemals einen Job von den ÖR bekommt?
Tja, der ÖR setzt klare Prioritäten wo Konsequenzen gezogen werden und wo nicht ...
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Re: Sammelstrang: ÖR (Öffentlich-rechtlicher Rundfunk)

Beitrag von Alster »

Tom Bombadil hat geschrieben: Di 8. Nov 2022, 10:37 Kann sich noch jemand an den Sturm der Entrüstung erinnern, als der freie Mitarbeiter beim rbb, Jan Karon, Somalia der Realität entsprechend als Shithole-Country bezeichnete? Ob der noch jemals einen Job von den ÖR bekommt?
nach Diakonie, Bündnis90, Grüne etc. sei jedoch von Abschiebungen nach Somalia wegen failed state-Charakters des Landes abzusehen:
https://www.diakonie-hessen.de/info/akt ... h-somalia/
Zugegeben: den Ausdruck haben die Autoren vermieden bzw. etwas sachlicher umschrieben.
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Re: Sammelstrang: ÖR (Öffentlich-rechtlicher Rundfunk)

Beitrag von streicher »

Thema gesperrt. Hier muss wohl mal ausgekehrt werden.
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Sämtliche Beiträge ohne Bezug zum Thema ÖRR sind nun in der Ablage gelandet. Hier ist nicht der Ort, wo man sich gegenseitig persönlich herabsetzen oder sich über andere Menschen herablassend bis eifernd auslassen kann.

Der Strang ist wieder geöffnet; bitte nun nicht weiter für die Ablage schreiben!
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Re: Sammelstrang: ÖR (Öffentlich-rechtlicher Rundfunk)

Beitrag von Alster »

Wie bereits angemerkt plädiere ich für eine soziale Ausgestaltung der RF Abgabe in Abhängigkeit vom zu versteuernden Einkommen, etwa nach einem Kirchensteuermodell. Natürlich müsste man damit rechnen, dass dann plötzlich ganz andere Resourcen zu einer gerichtlichen Prüfung der Abgabe mobilisiert werden könnten. Wie im Falle der Kirchensteuer bereits geschehen. Beispiel:

https://www.fnp.de/frankfurt/ehepaar-mu ... 30430.html

Kann im Fall der RF Abgabe nicht vorkommen denn für Einkommen in der im Beispiel genannten Größenordnung ist die RF Abgabe tatsächlich ein Fall für die Portokasse. Die RF Abgabe in D schädigt also gezielt die "Teilnehmer" mit kleinem Einkommen. Honi soit qui mal y pense.
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Re: Sammelstrang: ÖR (Öffentlich-rechtlicher Rundfunk)

Beitrag von H2O »

Ich meine, daß die Finanzierung des ÖRR erst einmal nicht angefaßt werden sollte, bis eine ÖRR-Struktur geschaffen wurde, die den inzwischen veränderten technischen Möglichkeiten entspricht und die Grundsätze der Rundfunkversorgung der Mitbürger erfüllt. Weiterhin meine ich, daß ein geschrumpfter ÖRR mit geringeren Mitteln seine Grundaufgabe erfüllen kann, die soziale Ausgestaltung der Finanzierung vermutlich entbehrlich ist.
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Re: Sammelstrang: ÖR (Öffentlich-rechtlicher Rundfunk)

Beitrag von Alster »

wenn eine grundlegende Reform durchgeführt wird, z.B. in dem Sinne wie seinerzeit vom wissenschaftlichen Beirat des Bundeswirtschaftsministeriums vorgeschlagen,
https://www.bundesfinanzministerium.de/ ... edien.html
dann könnte sich diese Fragestellung tatsächlich erübrigen.
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Re: Sammelstrang: ÖR (Öffentlich-rechtlicher Rundfunk)

Beitrag von H2O »

Den Beitrag des wissenschaftlichen Beirats im Bundesfinanzministerium vom März 2014 sehe ich als wichtige Entscheidungsgrundlage für die zeitgemäße Ausstattung des ÖRR an. Anstelle vieler Wahlmöglichkeiten hätte ich mir einen einzigen Vorschlag mit Begründung im Einzelnen gewünscht.

Als für meine Sicht der Dinge wichtigste Maßnahme sehe ich den Verzicht auf Werbung und die Kostenbegrenzung durch die Arbeit der Rundfunkkommission. Dabei sollte als Maßstab die Kostenentwicklung je Hörer/Seher aus dem internationalen Vergleich der ÖRR-Anstalten dienen. Derzeit liegen die deutschen Kosten je Hörer/Zuschauer viel zu hoch über dem internationalen Mittelwert. Eine Bandbreite zwischen GB und F sollte eingehalten werden... was auf eine Halbierung der deutschen Kosten je Hörer/Seher im Jahre 2014 hinaus liefe.

Ich meine, daß der deutsche ÖRR eine Existenzgarantie benötigt, um die Nachrichtenversorgung der Bürger unabhängig von Interessengruppen und Parteien sicher zu stellen. Neben den Mitteln aus dem Gebührentopf für den ÖRR dürfen keine weiteren Mittel in den ÖRR fließen, um seine Unabhängigkeit zu bewahren.

Wettbewerb um die Hörer/Seher sollte aus meiner Sicht im ÖRR unbedingt eingeführt und kultiviert werden. Etwa 2 Ketten von Anstalten mit ungefähr gleicher Personalausstattung, deren Finanzierung zur Hälfte aus dem "Gebührentopf" festgelegt ist, um ihre Existenz zu sichern. Die verbleibende Hälfte des Gebührentopfs sollte entsprechend der gemessenen Zahl der Hörer/Seher aufgeteilt werden. Im Extremfall kann dabei heraus kommen, daß eine Kette dreimal mehr Mittel erhält als eine Kette ganz ohne Zuspruch. Der Wettbewerb sollte dazu führen, daß eine solche Verzerrung nicht eintritt.
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Re: Sammelstrang: ÖR (Öffentlich-rechtlicher Rundfunk)

Beitrag von schokoschendrezki »

Kritikaster hat geschrieben: Sa 5. Nov 2022, 08:41 Ganz genau.

Für manche allerdings scheint zur Grundversorgung nur das zu gehören, was sie selbst gerne sehen möchten.
Der Vorwurf ist (bei mir zumindest) berechtigt.

Nur: Was ist denn "Grundversorgung"? Ja. Endergebnisse und vielleicht die wichtigsten Szenen.

Das Problem "Übertragungsrechte" ist nicht dasselbe wie "Grundversorgung". Ich bin so naiv anzunehmen, dass Sport als Teil einer Grundversorgung etwas ähnliches ist wie "Wetterbericht". Ist es denn nicht völlig offensichtlich, dass der gebührenfinanzierte Öffentliche Rundfunk von den entsprechenden Verbänden aufgrund eines allgemeinen medialen Interesses einfach gnadenlos in die Zange genommen wird? Es ist genauso absurd, als müsste man Gebühren für die Aufzeichnung von Sonnenaufgängen zahlen müssen.
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Re: Sammelstrang: ÖR (Öffentlich-rechtlicher Rundfunk)

Beitrag von schokoschendrezki »

Alster hat geschrieben: Sa 12. Nov 2022, 10:04 wenn eine grundlegende Reform durchgeführt wird, z.B. in dem Sinne wie seinerzeit vom wissenschaftlichen Beirat des Bundeswirtschaftsministeriums vorgeschlagen,
https://www.bundesfinanzministerium.de/ ... edien.html
dann könnte sich diese Fragestellung tatsächlich erübrigen.
Ich kenne dieses Papier. Darin.
Eine Aufgabenabgrenzung, die sich am Subsidiaritätsprinzip orientiert, wird derzeit nicht praktiziert. Im Gegenteil: Man beobachtet den Bieterwettbewerb der öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten um Sendeformate, die inhaltlich und konzeptionell von der privaten Konkurrenz praktisch kaum zu unterscheiden sind. Beispiele finden sich im Fernsehen besonders im Bereich der Sportberichterstattung, im Bereich von Vorabendserien sowie bei Diskussionsveranstaltungen.
Mit dem Problem Sportberichterstattung/Grundbedürfnis ist es so: Es wäre ein Problem, wenn die Sportberichterstattung ohne das Engagement der Öffentlichen einfach so hinten runterfallen würde. Aber das ist doch überhaupt nicht der Fall! Oder habe ich da was übersehen? Die privaten Sender wollen doch ganze Spiele übertragen. Die packen ein wenig Werbung mit rein, verdienen dran, alle könnens schauen und alle sinds zufrieden. Was gibts denn daran herumzumäkeln? Das ist doch ganz normale Marktwirtschaft im Bereich Medien. Wozu müssen da reduntanterweise Gebührengelder für nix und wieder nix verbraten werden?

Ich mein: Wir befinden uns hier in einem politischen Diskussionsforum. Wenn ich mich nicht an der Tür geirrt habe. Da würde man doch eigentlich erwarten, dass sich eine überwiegende Mehrheit für die Fokussierung auf politische Analysen, Reportagen, Kommentierungen einsetzt. Das kostet natürlich Geld. Klar. Korrespondentenbüros müssen bezahlt werden. Oder, ganz wichtig bei den Öffentlichen: Gastkommentatoren müssen bezahlt werden. Damit nicht der Eindruck einer ausschließlich hausgemachten politischen Sichtweise entsteht. Selbstverständlich befinden sich Sport und Politik hinsichtlich des fianziellen Aufwands in einer Konkurrenzsituation.

Aber setzt man sich hier mehrheitlich für eine solche Priorisierung des Politischen ein? Auch im Sinne einer gesellschaftlichen Interessenvertretung. Ich habe nicht den Eindruck. Das verstehe ich einfach nicht. Wo bin ich denn hier?
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Re: Sammelstrang: ÖR (Öffentlich-rechtlicher Rundfunk)

Beitrag von Tom Bombadil »

schokoschendrezki hat geschrieben: Di 15. Nov 2022, 16:23 Oder habe ich da was übersehen?
Ja, hast du. Gerade Fussball würde dann endgültig im Bezahlfernsehen verschwinden und da ist es sicher im Interesse der Allgemeinheit, wenn man wenigstens am Samstag ein paar Schnipsel in der Sportschau sehen kann. Die paar Live-Spiele des DFB-Pokals können so mega teuer nicht sein und die der Nationalmannschaft gehören dann wieder zur Grundversorgung. Kostentreiber sind hier die Veranstaltungen von UEFA, FIFA und des IOC, allesamt korrupte Organisationen, da müsste man mal genauer hinsehen.
Ist natürlich blöd für Fußball- und Sporthasser, aber da wird es imho keinen kompletten Verzicht geben, auch bei anderen Sportarten nicht.
schokoschendrezki hat geschrieben: Di 15. Nov 2022, 16:23 Auch im Sinne einer gesellschaftlichen Interessenvertretung.
Wie soll man das verstehen?
Das verstehe ich einfach nicht.
Der ÖR hat massenhaft Geld, an den politischen Sendungen muss kein bisschen gespart werden, auch nicht, wenn weiter Sport und Kultur gezeigt werden. Erstmal sollte man alle Redundanzen im Programm angehen und dann sehen wir weiter.
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Re: Sammelstrang: ÖR (Öffentlich-rechtlicher Rundfunk)

Beitrag von H2O »

Tom Bombadil hat geschrieben: Di 15. Nov 2022, 17:16 (...)
...Erstmal sollte man alle Redundanzen im Programm angehen und dann sehen wir weiter.
Hier ist aus meiner Sicht vorrangig an zu setzen... Qualität anstelle massenhaft bestenfalls Durchschnittlichem oder gar Unterirdischem. Unser föderaler Staatsaufbau macht diesen Rückschnitt auf Wesentliches nicht gerade einfach. Das wird dauern...
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Re: Sammelstrang: ÖR (Öffentlich-rechtlicher Rundfunk)

Beitrag von schokoschendrezki »

Tom Bombadil hat geschrieben: Di 15. Nov 2022, 17:16 Ja, hast du. Gerade Fussball würde dann endgültig im Bezahlfernsehen verschwinden und da ist es sicher im Interesse der Allgemeinheit, wenn man wenigstens am Samstag ein paar Schnipsel in der Sportschau sehen kann. Die paar Live-Spiele des DFB-Pokals können so mega teuer nicht sein und die der Nationalmannschaft gehören dann wieder zur Grundversorgung. Kostentreiber sind hier die Veranstaltungen von UEFA, FIFA und des IOC, allesamt korrupte Organisationen, da müsste man mal genauer hinsehen.
Ist natürlich blöd für Fußball- und Sporthasser, aber da wird es imho keinen kompletten Verzicht geben, auch bei anderen Sportarten nicht.


Wie soll man das verstehen?


Der ÖR hat massenhaft Geld, an den politischen Sendungen muss kein bisschen gespart werden, auch nicht, wenn weiter Sport und Kultur gezeigt werden. Erstmal sollte man alle Redundanzen im Programm angehen und dann sehen wir weiter.
Ist "Bezahlfernsehen" und "Privatfernsehen" eigentlich dasselbe? Ich hab keine Ahnung und stelle einfach mal naiv die Frage. Ich schaue weder das eine noch das andere.

Unabhängig davon: Korrespondentennetze im ÖR-TV wurden/werden gekürzt. Es ist nicht ungewöhnlich, dass man sinngemäß hört: Unsere Beobachterin für Südosteuropa berichtet: Und dann berichtet irgendwer aus Sofia für Albanien. So. Und dann sind wir hier im Politik-Forum EU. Ja. Und nicht bei den Followern der Sportverbandsfunktionäre. Wer soll sich denn für politische Berichterstattung einsetzen wenn nicht wir?
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Re: Sammelstrang: ÖR (Öffentlich-rechtlicher Rundfunk)

Beitrag von Tom Bombadil »

schokoschendrezki hat geschrieben: Do 17. Nov 2022, 13:28 Ist "Bezahlfernsehen" und "Privatfernsehen" eigentlich dasselbe?
Nein.
Unabhängig davon: Korrespondentennetze im ÖR-TV wurden/werden gekürzt.
Obwohl die Einnahmen der ÖR steigen.
Wer soll sich denn für politische Berichterstattung einsetzen wenn nicht wir?
Mein Leben dreht sich nicht nur um Politik. Die jetzige politische Berichterstattung der ÖR mit links-grünem Bias muss jedenfalls stark verbessert werden.
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Re: Sammelstrang: ÖR (Öffentlich-rechtlicher Rundfunk)

Beitrag von schokoschendrezki »

H2O hat geschrieben: Di 15. Nov 2022, 19:07 Hier ist aus meiner Sicht vorrangig an zu setzen... Qualität anstelle massenhaft bestenfalls Durchschnittlichem oder gar Unterirdischem. Unser föderaler Staatsaufbau macht diesen Rückschnitt auf Wesentliches nicht gerade einfach. Das wird dauern...
Das geht auch jetzt schon. Der öffentlich-rechtliche Hörfunk kommt komplett ohne diese redundante und sehr sehr teure Sportübertragung aus. Grundversorgung ist dennoch gewährleistet. Wer den Bundesligaspielstand wissen möchte, wird durchaus informiert. Es braucht einfach gesellschaftliche Kräfte, die sich für pro Politikberichterstattung anstelle von Fußballfankultur einsetzen. Das ist ganz normal. Ja. Es gäbe wohl auch kaum in Betrieb befindliche Schmalspurbahnen wenn es nicht Interessengruppen geben würde, die sich dafür einsetzen. Was fällt einem hinsichtlich "Politik" ersteinmal ein? Ja, vielleicht Vereine "zur Förderung der politischen Diskussion e.V." vielleicht? Irgendsowas?
Zuletzt geändert von schokoschendrezki am Do 17. Nov 2022, 14:32, insgesamt 1-mal geändert.
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Tom Bombadil
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Re: Sammelstrang: ÖR (Öffentlich-rechtlicher Rundfunk)

Beitrag von Tom Bombadil »

schokoschendrezki hat geschrieben: Do 17. Nov 2022, 14:27Der öffentlich-rechtliche Hörfunk kommt komplett ohne diese redundante und sehr sehr teure Sportübertragung aus.
O Mei: https://www1.wdr.de/radio/wdr2/programm ... z-100.html
Es gäbe wohl auch kaum in Betrieb befindliche Schmalspurbahnen wenn es nicht Interessengruppen geben würde, die sich dafür einsetzen.
Und die werden vom Steuerzahler üppig finanziert?
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Phileas
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Re: Sammelstrang: ÖR (Öffentlich-rechtlicher Rundfunk)

Beitrag von Phileas »

Quarks.de analysiert das Pro und Contra von Kartoffelbrei auf Kunstwerken von radikalen Klimaschützern. Quarks ist eine wissenschaftsjournalistische Medienmarke des ÖRR:

https://pbs.twimg.com/media/FhYm0YzXkAA ... ame=medium


Meine Fragen:

1. Wieso muss so etwas überhaupt von irgendeinem öffentlich-rechtlichen Format kommentiert werden? Besonders von einem wissenschaftlichen Format? Was ist der Mehrwert darin? Was würde der Welt ohne diese Meldung fehlen?

2. Wieso wird als Kontra-Faktor nicht einmal die (je nach Schutzstatus der Bilder) versuchte oder gelungene Sachbeschädigung eines Artefaktes der menschlichen Schaffenskunst thematisiert? Das wäre der erste Punkt, der mir einfiele...

3. Warum hat der Beitrag mehr Pro- als Kontra-Faktoren? Ist das nicht eine klare Meinung? Sollen öffentlich-rechtliche Formate überhaupt Meinungen zu sowas veröffentlichen?

4. Wenn man meint, dass der ÖRR hier ruhig klar Stellung beziehen sollte: Wieso ist das Ganze dann nicht explizit als Kommentar gekennzeichnet?


Steter Tropfen höhlt den Stein: Man gewöhnt sich an sowas und nimmt es schon gar nicht mehr als nicht in Ordnung war. Obwohl nichts an dieser Pro- und Contra-Analyse dem entspricht, was der ÖRR sein sollte. Neutralität im ÖRR ist ja sooooo unendlich schwer zu erreichen? Falsch. In diesem Fall hätte man einen billigen und extrem einfachen Schritt dazu leisten können: Man lässt einfach solche unmöglichen Beiträge weg. Warum ist das so schwer? Sowas soll alleine die ideologischen Präferenzen der verantwortlichen Redakteuere als wissenschaftlichen Beiträge in billiger Form tarnen.
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Re: Sammelstrang: ÖR (Öffentlich-rechtlicher Rundfunk)

Beitrag von Kritikaster »

Phileas hat geschrieben: Do 17. Nov 2022, 21:46 Quarks.de analysiert das Pro und Contra von Kartoffelbrei auf Kunstwerken von radikalen Klimaschützern.
Ich habe zwar bewusst noch keine Kunstwerke von radikalen Klimaschützern gesehen, fände Kartoffelbrei darauf aber im Grundsatz unangemessen.
...
:?:
...
Es sei denn, das Auftragen von Nahrungsmitteln, so verwerflich ich das angesichts des Hungers in der Welt hielte, wäre selbst Teil des Projekts.
Phileas hat geschrieben: Do 17. Nov 2022, 21:46Meine Fragen:

...
1. Bei weitem nicht alles, was getan wird, geschieht. weil man es "muss". Aber man kann und darf halt.

2. Könnte man unter Punkt 3 der Kontra-Aussagen als getan betrachten.

3. Falls es zu Deiner Quelle eine Kommentarfunktion gibt, könntest Du das als Beitragszahler dort mal anfragen und uns anschließend informieren. Ansonsten direkt beim WDR nachfragen.

4. Sind die Quellen der dort zusammengestellten Aussagen nicht am unteren Bildrand genannt? Für mich macht es das als Kommentar(e) kenntlich.
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Re: Sammelstrang: ÖR (Öffentlich-rechtlicher Rundfunk)

Beitrag von Tom Bombadil »

Kritikaster hat geschrieben: Fr 18. Nov 2022, 05:35 Aber man kann und darf halt.
Straftaten von Kriminellen als positiv zu bewerten? Ja, kann und darf man, zeigt dann aber die eher fragwürdige Einstellung zum Rechtsstaat. Sollte der ÖR das tun? Nein, selbstverständlich nicht, passt aber zum links-grünen Lager, das dumme Volk muss halt erzogen werden, hier bedeutet das, dass man solche Straftaten als legitimen "Protest" dulden soll. Auf der Contra-Seite wird dabei der wichtigste Punkt verschwiegen: dass es sich um Straftaten handelt.
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Re: Sammelstrang: ÖR (Öffentlich-rechtlicher Rundfunk)

Beitrag von schokoschendrezki »

Tom Bombadil hat geschrieben: Do 17. Nov 2022, 14:31 O Mei: https://www1.wdr.de/radio/wdr2/programm ... z-100.html
Die Entgegnung war gut. Ja. Zugegeben. Vielleicht ist das beim WDR auch wirklich etwas anders.

Aber egal. Sportübertragung mitsamt Übertragungsrechtezahlung im privaten TV oder im Bezahl-TV ist doch völlig o.k. Einschalten und anschauen, wens interessiert. Was heißt denn, dass da irgendwas im Bezahlfernsehen "verschwindet"? Gar nix verschwindet. Fertig. Rundfunk-Gebühren sollten dafür nicht ausgegeben werden. Und es sollte Interessengruppen in der Gesellschaft geben, die sich für pro politische Berichterstattung einsetzen. Anstelle und in Konkurrenz für in jeder Hinsicht teuren Profisport. Der aber eben von der privaten Medienindustrie gern bezahlt wird. Wenns der "Verein zur Förderung der politischen Diskussion e.V." nicht sein will ... dann eben andere Vereine.
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Re: Sammelstrang: ÖR (Öffentlich-rechtlicher Rundfunk)

Beitrag von Tom Bombadil »

schokoschendrezki hat geschrieben: Fr 18. Nov 2022, 07:43Vielleicht ist das beim WDR auch wirklich etwas anders.
Vermutlich hat jeder Sender so ein Programm: https://www.inforadio.de/rubriken/sport ... tcast.html
Fertig. Einschalten und anschauen, wens interessiert.
Mit der Begründung kann man ALLES aus den ÖR verbannen, auch Politik. Warum sollte die eine andere Stellung haben? Einfach 24/7 ganz objektiv und neutral Nachrichten senden, das reicht dann wohl.
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Re: Sammelstrang: ÖR (Öffentlich-rechtlicher Rundfunk)

Beitrag von Kritikaster »

Tom Bombadil hat geschrieben: Fr 18. Nov 2022, 07:42 Straftaten von Kriminellen als positiv zu bewerten?
Darauf
1. Wieso muss so etwas überhaupt von irgendeinem öffentlich-rechtlichen Format kommentiert werden?
bezieht sich ganz offensichtlich die von Dir zitierte Antwort meinerseits.

Um die Aspekte "Straftaten" oder "Kriminelle" geht es an dieser Stelle (noch) nicht, sondern allein um die hervorgehobene Fragestellung.
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Re: Sammelstrang: ÖR (Öffentlich-rechtlicher Rundfunk)

Beitrag von Tom Bombadil »

So etwas hat mMn. im ÖR nicht positiv bewertet zu werden.
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Re: Sammelstrang: ÖR (Öffentlich-rechtlicher Rundfunk)

Beitrag von Kritikaster »

Tom Bombadil hat geschrieben: Fr 18. Nov 2022, 08:06 So etwas hat mMn. im ÖR nicht positiv bewertet zu werden.
In der Bewertung dieser Vorgänge selbst sind wir uns dann wieder einig, Tom. Das heißt aber nicht, dass eine anders gerichtete Kommentierung nicht statthaft wäre, auch im ÖRR.

Allerdings - UND DAS IST WICHTIG! - müsste dies im Rahmen einer INSGESAMT ausgewogenen Berichterstattung/Kommentierung zum Thema erfolgen, und hier Mängel zu benennen, ist selbstverständlich gerechtfertigt.
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Re: Sammelstrang: ÖR (Öffentlich-rechtlicher Rundfunk)

Beitrag von schokoschendrezki »

Tom Bombadil hat geschrieben: Fr 18. Nov 2022, 07:49 Vermutlich hat jeder Sender so ein Programm: https://www.inforadio.de/rubriken/sport ... tcast.html


Mit der Begründung kann man ALLES aus den ÖR verbannen, auch Politik. Warum sollte die eine andere Stellung haben? Einfach 24/7 ganz objektiv und neutral Nachrichten senden, das reicht dann wohl.
Das ist dieses Argument: "neutral". Was soll denn das sein? In zig Diskussionen zum Thema taucht das immer wieder auf: Neutral! Der ÖRR hat irgendwie halbwegs ausgewogen zu sein was die inhaltlichen Schwerpunktsetzungen anbelangt. Aber keineswegs "neutral". Aud den aktuellen Stand der Bundesligatabelle oder die Wetteraussichten hat man als Gebührenzahler im Rahmen der Versorgung sicher sowas wie einen Anspruch. Keinesfalls aber auf "Neutralität". Im Gegenteil. Auch der öffentliche Rundfunk ist nur dann irgendwie interessant und sehenswert, wenn man sich z.B. in Hinsicht auf Katar-WM und Weltverbandsverdorbenheit volles Rohr und unmissverständlich positioniert. Und nicht "neutral" berichtet. Weil das gar nicht geht. Die Macher der einzelnen Sendungen müssen - abgesehen mal von Straf- und Verfassungsrecht - völlig freie Hand haben. Wo sind wir denn? In einem Land mit Staatsrundfunk?
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Re: Sammelstrang: ÖR (Öffentlich-rechtlicher Rundfunk)

Beitrag von Phileas »

schokoschendrezki hat geschrieben: Fr 18. Nov 2022, 09:53 Das ist dieses Argument: "neutral". Was soll denn das sein? In zig Diskussionen zum Thema taucht das immer wieder auf: Neutral! Der ÖRR hat irgendwie halbwegs ausgewogen zu sein was die inhaltlichen Schwerpunktsetzungen anbelangt. Aber keineswegs "neutral". Aud den aktuellen Stand der Bundesligatabelle oder die Wetteraussichten hat man als Gebührenzahler im Rahmen der Versorgung sicher sowas wie einen Anspruch. Keinesfalls aber auf "Neutralität". Im Gegenteil. Auch der öffentliche Rundfunk ist nur dann irgendwie interessant und sehenswert, wenn man sich z.B. in Hinsicht auf Katar-WM und Weltverbandsverdorbenheit volles Rohr und unmissverständlich positioniert. Und nicht "neutral" berichtet. Weil das gar nicht geht. Die Macher der einzelnen Sendungen müssen - abgesehen mal von Straf- und Verfassungsrecht - völlig freie Hand haben. Wo sind wir denn? In einem Land mit Staatsrundfunk?
1. Quarks schreibt in diesem Beitrag, dass die ganze Aktion im Vergleich zur Schwere der Klimakrise verhältnismäßig ist. Kann sogar sein, dass das stimmt. Aber: Das ist eine eindeutige Positionierung, die übrigens nicht als Kommentar gekennzeichnet ist. Bei tagesschau.de steht wenigstens über jedem Kommentar ein blauer Balken mit "Kommentar" und darunter ein Disclaimer, dass Kommentare die Meinung der einzelnen Redakteure abbilden. Sowas fehlt hier. Das ist einfach unehrlich, weil man dadurch einen de facto Meinungsbeitrag des verantwortlichen Redakteurs als Berichterstattung tarnt.

2. Dass der ÖRR nicht neutral sein sollte, ist Ihre persönliche Meinung. Man kann - wie ich - auch das Gegenteil für gut befinden. Selbst wenn es strenggenommen nicht in den Rundfunkverträgen so steht und dort glaube ich von "Objektivität und Ausgewogenheit" die Rede ist (also nicht von Neutralität) - kann man immer noch die persönliche Meinung haben, dass selbst das nicht weit genug geht und man stattdessen möglichst totale Neutralität (oder dem möglichst nahezukommen) befürwortet. Der ÖRR muss übrigens nicht unbedingt "interessant" und "sehenswert" sein, weil er öffentlich finanziert wird und sich nicht am Markt beweisen muss. Das ist für den ÖRR ein Vorteil. Zudem hätte der ÖRR auch in meiner Vorstellung immer noch ein klares Alleinstellungsmerkmal als schnell verfügbare Quelle mit enormen Rechercheressourcen, um sich über das Tagesgeschehen zu informieren. ;)


Der ÖRR ist ein scharfes Schwert. Viele Leute sind nicht so politikinteressiert wie wir. Für die ist der ÖRR oftmals die einzige und wichtigste Informationsquelle. Jegliche Positionierung des ÖRR hat daher das Potenzial, auf einen signifikanten Teil der Bevölkerung stark meinungsbildend einzuwirken. Das kann theoretisch von politischer Seite stark ausgenutzt werden. Von jeder politischen Seite, auch von einer Seite welche Sie dann nicht mögen, lieber schokoschendrezki. Je nachdem wer den ÖRR kontrolliert. ;)

Wollen wir, dass eine Grundversorgung der Bevölkerung mit politischen Nachrichten dem Parteienstreit oder politischen Auseinandersetzungen unterliegt? Von daher ist es im Idealfall finde ich schon wünschenswert, dass der ÖRR möglichst neutral berichtet. Wir werden dieses Ziel nie zu 100 % erreichen. Aber wir können ihm deutlich näherkommen als momentan. In diesem Fall wäre das sogar sehr einfach gewesen: Einfach diesen Beitrag (dazu noch in einem öffentlich-rechtlichen Wissenschaftsjournal!) nicht veröffentlichen. Ich bin mir sogar sicher, dass selbst unter den momentanen Kriterien "Objektivität und Ausgewogenheit" dieser Beitrag diesen Standards nicht entspricht.
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Re: Sammelstrang: ÖR (Öffentlich-rechtlicher Rundfunk)

Beitrag von schokoschendrezki »

Phileas hat geschrieben: Fr 18. Nov 2022, 10:52 1. Quarks schreibt in diesem Beitrag, dass die ganze Aktion im Vergleich zur Schwere der Klimakrise verhältnismäßig ist. Kann sogar sein, dass das stimmt. Aber: Das ist eine eindeutige Positionierung, die übrigens nicht als Kommentar gekennzeichnet ist. Bei tagesschau.de steht wenigstens über jedem Kommentar ein blauer Balken mit "Kommentar" und darunter ein Disclaimer, dass Kommentare die Meinung der einzelnen Redakteure abbilden. Sowas fehlt hier. Das ist einfach unehrlich, weil man dadurch einen de facto Meinungsbeitrag des verantwortlichen Redakteurs als Berichterstattung tarnt.

2. Dass der ÖRR nicht neutral sein sollte, ist Ihre persönliche Meinung. Man kann - wie ich - auch das Gegenteil für gut befinden. Selbst wenn es strenggenommen nicht in den Rundfunkverträgen so steht und dort glaube ich von "Objektivität und Ausgewogenheit" die Rede ist (also nicht von Neutralität) - kann man immer noch die persönliche Meinung haben, dass selbst das nicht weit genug geht und man stattdessen möglichst totale Neutralität (oder dem möglichst nahezukommen) befürwortet. Der ÖRR muss übrigens nicht unbedingt "interessant" und "sehenswert" sein, weil er öffentlich finanziert wird und sich nicht am Markt beweisen muss. Das ist für den ÖRR ein Vorteil. Zudem hätte der ÖRR auch in meiner Vorstellung immer noch ein klares Alleinstellungsmerkmal als schnell verfügbare Quelle mit enormen Rechercheressourcen, um sich über das Tagesgeschehen zu informieren. ;)


Der ÖRR ist ein scharfes Schwert. Viele Leute sind nicht so politikinteressiert wie wir. Für die ist der ÖRR oftmals die einzige und wichtigste Informationsquelle. Jegliche Positionierung des ÖRR hat daher das Potenzial, auf einen signifikanten Teil der Bevölkerung stark meinungsbildend einzuwirken. Das kann theoretisch von politischer Seite stark ausgenutzt werden. Von jeder politischen Seite, auch von einer Seite welche Sie dann nicht mögen, lieber schokoschendrezki. Je nachdem wer den ÖRR kontrolliert. ;)

Wollen wir, dass eine Grundversorgung der Bevölkerung mit politischen Nachrichten dem Parteienstreit oder politischen Auseinandersetzungen unterliegt? Von daher ist es im Idealfall finde ich schon wünschenswert, dass der ÖRR möglichst neutral berichtet. Wir werden dieses Ziel nie zu 100 % erreichen. Aber wir können ihm deutlich näherkommen als momentan. In diesem Fall wäre das sogar sehr einfach gewesen: Einfach diesen Beitrag (dazu noch in einem öffentlich-rechtlichen Wissenschaftsjournal!) nicht veröffentlichen. Ich bin mir sogar sicher, dass selbst unter den momentanen Kriterien "Objektivität und Ausgewogenheit" dieser Beitrag diesen Standards nicht entspricht.
Ja wer kontrolliert denn den ÖRR? Ganz objektiv wird er einmal dadurch kontrolliert, dass die finanziellen Mittel - wie hoch sie auch immer sein mögen - begrenzt sind. Es gibt wunderbar klingende Begriffe im neueren politischen Journalismus. "Reporterpool Osteuropa" zum Beispiel. Leiterin beim DLF ist eine gewisse Sabine Adler. Diese Begriffe stehen aber letztendlich dafür, dass Studios vor Ort geschlossen werden mussten. Nicht zuletzt deshalb, weil Knete für Sportübertragungsrechte fällig ist. Und zwar nicht zu knapp. Ich bin auf der Suche nach Leuten, die sich gegen dieses Ungleichgewicht engagieren. Die Politik für wichtiger halten als Sport und Unterhaltung. Und dann irgendwann mal hier in diesem Forum gelandet.

Der Rundfunkstaatsvertrag der Bundesrepublik Deutschland ... ja ... der beginnt schon in der Präambel ... schon im allerersten Satz mit der Bemerkung, dass es sich um ein duales System aus privat und öffentlich handelt. Noch bevor überhaupt irgendwas zu den Aufgaben gesagt wird. Und aus dieser grundlegenden Auffassung ergibt sich für mich ganz klar und offensichtlich, dass der öffentliche Teil dieses Systems nicht mit dem privaten Teil konkurrieren muss, wenn es sich etwa um die zu bezahlenden Übertragungsrechte für komplett-Live-Fußballspiele handelt. Das ist zweimal bezahlt. Einmal zuviel. Ich kauf mir auch nicht zwei S-Bahnkarten für ein und dieselbe S-Bahn-Fahrt.
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Re: Sammelstrang: ÖR (Öffentlich-rechtlicher Rundfunk)

Beitrag von Vongole »

Kritikaster hat geschrieben: Fr 18. Nov 2022, 05:35 (..)

4. Sind die Quellen der dort zusammengestellten Aussagen nicht am unteren Bildrand genannt? Für mich macht es das als Kommentar(e) kenntlich.
Der von User Phileas gepostete Link ist aus dem Zusammenhang gerissen. Es handelt sich dabei um eine Umfrage, die Quarks auf fb veröffentlichte:
https://de-de.facebook.com/quarks.de/ph ... =3&theater
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Re: Sammelstrang: ÖR (Öffentlich-rechtlicher Rundfunk)

Beitrag von Tom Bombadil »

schokoschendrezki hat geschrieben: Fr 18. Nov 2022, 09:53 Das ist dieses Argument: "neutral". Was soll denn das sein?
Das findest du im Rundfunkstaatsvertrag:
Berichterstattung und Informationssendungen haben den anerkannten journalisti-
schen Grundsätzen, auch beim Einsatz virtueller Elemente, zu entsprechen. Sie
müssen unabhängig und sachlich sein.
[..]
Die öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten haben bei der Erfüllung ihres Auftrags
die Grundsätze der Objektivität und Unparteilichkeit der Berichterstattung, die Mei-
nungsvielfalt sowie die Ausgewogenheit ihrer Angebote zu berücksichtigen.

https://www.die-medienanstalten.de/file ... al_web.pdf

Diese Kriterien hat der Quarks-Quark voll gerissen.
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Re: Sammelstrang: ÖR (Öffentlich-rechtlicher Rundfunk)

Beitrag von Phileas »

Vongole hat geschrieben: Fr 18. Nov 2022, 14:40 Der von User Phileas gepostete Link ist aus dem Zusammenhang gerissen. Es handelt sich dabei um eine Umfrage, die Quarks auf fb veröffentlichte:
https://de-de.facebook.com/quarks.de/ph ... =3&theater
Ahhhh, die übliche "Alles-aus-dem-Zusammenhang-gerissen, eigentlich ist es gaaaaaaaanz anders"-Richtigstellung. ;) Und natürlich ist damit jedes meiner Argumente hinfällig. Soll das die Implikation sein? So, dann gucken wir uns das alles doch mal genauer an...

Der WDR hatte scheinbar Protestforscher befragt und aus zwei Forschungspapieren zitiert, die jeweils Strategien und Effektivität von zivilen Ungehorsam untersuchen. Hab nur die Abstracts überflogen, die Paper nehme ich jetzt nicht komplett durch, ich hab auch nur begrenzt Zeit. :D
Der WDR schreibt auch in den Facebook-Kommentaren, dass dies nicht als "Meinung" des WDR gewertet werden darf. Implikation: Personen wie ich, die dass als versteckte Meinungsäußerung missverstanden hätten, würden - natürlich :rolleyes: - falsch liegen.

Ja, kann man so sehen. Man kann es auch anders sehen. Und da komme ich auf meine Fragen zurück. Erstens erweckt der ganze Beitrag den Eindruck einer Meinungsäußerung. Man kann natürlich immer sagen, dass die Tatsache, dass es sich darum nicht handelt und nur Protestforscher wiedergegeben werden, im Kleingedruckten steht und damit geklärt ist. Man kann allerdings auch dem WDR mal vorhalten, dass es durchaus als seine Aufgabe angesehen werden kann, dies in der Überschrift deutlicher zu machen. Die haben schließlich weit mehr Ressourcen und Personal als Privatnutzer. Auffällig ist, dass solche Fragen nie gestellt werden. Niemals hätte der WDR hier etwas deutlicher machen können... ;)


Meine Meinung ist vollkommen lächerlich? Tja, jetzt gibt es da aber leider noch einen ganz anderen, blöden Hintergrund...

https://pbs.twimg.com/media/Fhu38tzXoAQ ... ame=medium

Das stammt von Dezember letzten Jahres. Der WDR/Quarks hat hier eine Grafik gepostet, in welcher explizit ein Lockdown gefordert wird.

https://pbs.twimg.com/media/Fh14tjZXwAE ... name=large

Hier stellt Quarks dar, dass 17 Personen im Raum genauso effektiv wärmen, wie ein Heizlüfter. Womit Energie eingespart werden könnte.


Was hier passiert sollte jedem klar sein: Quarks neigt gerne dazu, Forderungen aus bestimmten Forschungspapieren oder Untersuchungen zu pushen, sofern diese Forderungen einer gewissen politischen Richtung bzw. Klientel (beispielsweise Grünenwähler oder linksliberale Twitternutzer) gefallen. Und Quarks ist ja "Das Wissenschaftsmagazin!! :eek: ", also ist es doch klar, dass wir ihre Meinungen übernehmen müssen. Klar. :rolleyes:
Bei dem Lockdownbeispiel werden etwa keine Abwägungen vorgenommen oder Gegenargumente gezeigt. Im Lockdown-Beispiel kann ich zum Beispiel genauso mit dem Entwicklungsstand benachteiligter Kinder argumentieren und dann ebenfalls - wissenschaftlich - begründen, warum es einen Lockdown auf keinen Fall geben darf. Welche Maßnahme letztenendes durchgeführt wird, ist eine politische Abwägungssache. Mein Punkt bleibt: Quarks versucht unter dem Deckmantel des Wissenschaftsjournalismus politische Präferenzen seiner Redakteure zu pushen. Das sollte es nicht geben. ;)
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Re: Sammelstrang: ÖR (Öffentlich-rechtlicher Rundfunk)

Beitrag von Vongole »

Phileas hat geschrieben: Fr 18. Nov 2022, 18:03 (..)

Was hier passiert sollte jedem klar sein: Quarks neigt gerne dazu, Forderungen aus bestimmten Forschungspapieren oder Untersuchungen zu pushen, sofern diese Forderungen einer gewissen politischen Richtung bzw. Klientel (beispielsweise Grünenwähler oder linksliberale Twitternutzer) gefallen. Und Quarks ist ja "Das Wissenschaftsmagazin!! :eek: ", also ist es doch klar, dass wir ihre Meinungen übernehmen müssen. Klar. :rolleyes:
Bei dem Lockdownbeispiel werden etwa keine Abwägungen vorgenommen oder Gegenargumente gezeigt. Im Lockdown-Beispiel kann ich zum Beispiel genauso mit dem Entwicklungsstand benachteiligter Kinder argumentieren und dann ebenfalls - wissenschaftlich - begründen, warum es einen Lockdown auf keinen Fall geben darf. Welche Maßnahme letztenendes durchgeführt wird, ist eine politische Abwägungssache. Mein Punkt bleibt: Quarks versucht unter dem Deckmantel des Wissenschaftsjournalismus politische Präferenzen seiner Redakteure zu pushen. Das sollte es nicht geben. ;)
Ja, Quarks hat einen Bock geschossen, als sich die Redaktion trotz wissenschaftlichem Widerspruch auf die Modellierung von Kristan Schneider verließ.
Daraus zu schließen, diese pushe unter dem Deckmantel des Wissenschaftsjournalismus politische Präferenzen, ist jedoch weit übers Ziel hinaus geschossen. Während der gesamten Zeit der Pandemie irrten auch andere seriöse
Wissenschaftler, nicht zuletzt durch die nicht gerade aussagekräftige Datenlage des RKI.

Über das Beispiel mit der Raumtemperatur und deinen Kommentar dazu musste ich jetzt grinsen. Dass durch die Anwesenheit vieler Personen in einem Raum die Temperatur steigt, ist nun wirklich eine Binse.
Wo bitte pusht das politische Präferenzen? Wo liegen die denn bei der Wahl z.B. zwischen Großraum- und Einzelbüro während einer Energiekrise?
Und was den Klima-Protest-Pic angeht, war es genau das, was die Quarks-Redaktion schrieb: Eine Umfrage, zu der dezidiert geschrieben wurde, dass sie nicht die Meinung der Reaktion wiedergab.
Sollten sie vor der Umfrage betonen, dass die Redaktion selbstverständlich Proteste dieser Art verurteilt? Genau das wäre die Beeinflussung, die in einer Meinungsumfrage nichts verloren hat.
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Re: Sammelstrang: ÖR (Öffentlich-rechtlicher Rundfunk)

Beitrag von jack000 »

Vongole hat geschrieben: Sa 19. Nov 2022, 01:09 Ja, Quarks hat einen Bock geschossen,
ja und? wird das irgendwelche Konsequenzen haben?
Sledge Hammer: Ich mag einem Verbrecher nicht seine Verbrechen vorlesen ... aber ich kann wenigstens lesen!
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Re: Sammelstrang: ÖR (Öffentlich-rechtlicher Rundfunk)

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