Finanzkrise - beginnt das Streichkonzert?

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Choelan
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Finanzkrise - beginnt das Streichkonzert?

Beitragvon Choelan » So 31. Jan 2010, 14:23

Seit Beginn der Finanzkrise war klar, dass die einbrechenden Gewerbesteuer Einnahmen die Kommunen empfindlich treffen würden. Wo gespart werden soll, war lange nicht klar, nun konkretisieren Kommunalpolitiker allmählich, wie man die wegbrechenden Einnahmen kompensieren kann.
http://www.spiegel.de/kultur/gesellscha ... 93,00.html
Klar ist, das das erst der Anfang ist. Immerhin scheint es die Schulen bisher nicht so sehr zu treffen...

Schade drum. Kultureinrichtungen zeichneten sich in Deutschland eigentlich immer durch die üppige öffentliche Bezuschussung und damit die Zugänglichkeit für die Breite der Bevölkerung aus. Aber ein Hartzer braucht auch keine Kultur, sondern einen Job.
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Re: Finanzkrise - beginnt das Streichkonzert?

Beitragvon ToughDaddy » So 31. Jan 2010, 16:29

Choelan hat geschrieben:Seit Beginn der Finanzkrise war klar, dass die einbrechenden Gewerbesteuer Einnahmen die Kommunen empfindlich treffen würden. Wo gespart werden soll, war lange nicht klar, nun konkretisieren Kommunalpolitiker allmählich, wie man die wegbrechenden Einnahmen kompensieren kann.
http://www.spiegel.de/kultur/gesellscha ... 93,00.html
Klar ist, das das erst der Anfang ist. Immerhin scheint es die Schulen bisher nicht so sehr zu treffen...

Schade drum. Kultureinrichtungen zeichneten sich in Deutschland eigentlich immer durch die üppige öffentliche Bezuschussung und damit die Zugänglichkeit für die Breite der Bevölkerung aus. Aber ein Hartzer braucht auch keine Kultur, sondern einen Job.


Ist nicht nur das Problem. In meiner Kommune gibt es ein weiteres Problem. Der Anteil, welcher von der Gewerbesteuer an den Kreis geht, wird hier erst nach 2 Jahren berechnet. Nur blöd, dass damals die Einnahmen höher waren als jetzt.
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Re: Finanzkrise - beginnt das Streichkonzert?

Beitragvon Mithrandir » So 31. Jan 2010, 17:52

Choelan hat geschrieben:Schade drum. Kultureinrichtungen zeichneten sich in Deutschland eigentlich immer durch die üppige öffentliche Bezuschussung und damit die Zugänglichkeit für die Breite der Bevölkerung aus.

So lange die öffentliche Bezuschussung für den Kulturbereich noch ausreicht, um mit Millionen die Umstellung von analoger zu digitaler Projektionstechnik zu stecken, damit die Verleiher Geld sparen können, scheint die Finanzkrise noch nicht allzu sehr zugeschlagen zu haben. Möglicherweise werden die eingeplanten Mittel sogar für andere kulturelle Projekte frei, denn die Kinobetreiber wehren sich z. T. gegen die Zuschüsse – manche haben nämlich bereits auf eigene Kosten umgestellt und sehen die Gefahr einer erheblichen Wettbewerbsverzerrung.
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Re: Finanzkrise - beginnt das Streichkonzert?

Beitragvon eluveitie » Mo 8. Feb 2010, 14:09

Sehr gut - die Krise ist vielleicht die Chance, um dem Staat beizubringen, dass er keine Schwimmbäder, Konzerthallen oder Bibliotheken zu betreiben oder zu bezuschussen hat, mit Geld, das die Leute lieber für andere Dinge ausgegeben hätten - konkret: für Heizöl vielleicht. Der Scheiß-Klimawandel schlägt auch heute wieder erbarmungslos zu.
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Enigma
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Re: Finanzkrise - beginnt das Streichkonzert?

Beitragvon Enigma » Di 9. Feb 2010, 17:08

der staat sollte einfach lernen mit seinem geld auszukommen, man mag ja lachen , aber in estland funktioniert das einwandfrei
[url=http://www.youtube.com/watch?v=LTQqFGLDdJ0]Do you think that money is the root of all evil?[/url]
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Re: Finanzkrise - beginnt das Streichkonzert?

Beitragvon Olifant » Di 9. Feb 2010, 17:12

Choelan hat geschrieben:Schade drum. Kultureinrichtungen zeichneten sich in Deutschland eigentlich immer durch die üppige öffentliche Bezuschussung und damit die Zugänglichkeit für die Breite der Bevölkerung aus. Aber ein Hartzer braucht auch keine Kultur, sondern einen Job.


Im Gegensatz zur Bedeutung der Kultureinrichtungen, der damit verbundenen gesellschaftlichen Leistungen und und und, ist deren Finanzierung durch die öffentliche Hand nahezu lächerlich.
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Enigma
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Re: Finanzkrise - beginnt das Streichkonzert?

Beitragvon Enigma » Di 9. Feb 2010, 17:16

Olifant hat geschrieben:
Im Gegensatz zur Bedeutung der Kultureinrichtungen, der damit verbundenen gesellschaftlichen Leistungen und und und, ist deren Finanzierung durch die öffentliche Hand nahezu lächerlich.

und gerade bibliotheken sind die benachteiligsten kultureinrichtungen, obwohl sie mit abstand die wichtigsten sind
[url=http://www.youtube.com/watch?v=LTQqFGLDdJ0]Do you think that money is the root of all evil?[/url]
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Re: Finanzkrise - beginnt das Streichkonzert?

Beitragvon Olifant » Di 9. Feb 2010, 17:17

Enigma hat geschrieben:und gerade bibliotheken sind die benachteiligsten kultureinrichtungen, obwohl sie mit abstand die wichtigsten sind


Jede Kultureinrichtung ist potenziell wichtig. Ich hlate nichts davon, dort irgendwelche Hierarchien einzuführen.
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Re: Finanzkrise - beginnt das Streichkonzert?

Beitragvon Enigma » Di 9. Feb 2010, 17:21

Olifant hat geschrieben:
Jede Kultureinrichtung ist potenziell wichtig. Ich hlate nichts davon, dort irgendwelche Hierarchien einzuführen.

in dem falle schon , da vorallem für arme und bildungsferne diese einrichtung besonders wichtig sind , sie ist zudem die am meisten besuchte (mit abstand)
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Re: Finanzkrise - beginnt das Streichkonzert?

Beitragvon Olifant » Di 9. Feb 2010, 17:25

Enigma hat geschrieben:in dem falle schon , da vorallem für arme und bildungsferne diese einrichtung besonders wichtig sind , sie ist zudem die am meisten besuchte (mit abstand)


Erstens ist Quantität nicht gleich Qualität und zweitens sehe ich Museen, Archive, Theater, soziokulturelle Einrichtungen und und und als ebenso wichtig an. Die Bedeutung einer kulturellen Einrichtung bemisst sich an ihr und dem Kontext in dem sie agiert.
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Re: Finanzkrise - beginnt das Streichkonzert?

Beitragvon MG-42 » Di 9. Feb 2010, 17:27

Enigma hat geschrieben:in dem falle schon , da vorallem für arme und bildungsferne diese einrichtung besonders wichtig sind , sie ist zudem die am meisten besuchte (mit abstand)


Richtig, Bibliotheken sind wichtig, die Oper etc sind Luxus.
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Re: Finanzkrise - beginnt das Streichkonzert?

Beitragvon lostsoul » Di 9. Feb 2010, 17:37

Olifant hat geschrieben:Jede Kultureinrichtung ist potenziell wichtig.


schauspielerei ist eine niedere tätigkeit, die menschen ohne ausbildung für gelangweilte menschen mit ausbildung ausführen um über die runden zu kommen. wenn menschen sich schauspieler ansehen wollen, dann sollen sie deren absurde gagen mittels der eintrittskarten gefälligst selbst bezahlen anstatt hier den steuerzahler um almosen zu bitten. museen und bibliotheken spielen da in einer ganz anderen bedeutungsliga. für freizeiteinrichtungen brauchen wir den staat nicht.
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Re: Finanzkrise - beginnt das Streichkonzert?

Beitragvon lobozen » Di 9. Feb 2010, 17:46

lostsoul hat geschrieben:für freizeiteinrichtungen brauchen wir den staat nicht.
voellig richtig! kinder sozial schwacher familien brauchen keine bolzplaetze. dann schreien sie nur wieder nach mehr kalorien... :roll:
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Re: Finanzkrise - beginnt das Streichkonzert?

Beitragvon lobozen » Di 9. Feb 2010, 17:47

MG-42 hat geschrieben:Richtig, Bibliotheken sind wichtig, die Oper etc sind Luxus.
und wieder einer meinung. dass mir das bloss nicht chronisch wird!
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Re: Finanzkrise - beginnt das Streichkonzert?

Beitragvon ralphon » Di 9. Feb 2010, 18:52

lobozen hat geschrieben: voellig richtig! kinder sozial schwacher familien brauchen keine bolzplaetze. dann schreien sie nur wieder nach mehr kalorien... :roll:


Bolzplätze sind Infrastruktureinrichtungen und keine Kultursubventionen, oder? :?
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Re: Finanzkrise - beginnt das Streichkonzert?

Beitragvon lobozen » Di 9. Feb 2010, 19:04

ralphon hat geschrieben:Bolzplätze sind Infrastruktureinrichtungen und keine Kultursubventionen, oder? :?
meine antwort bezog sich auf "freizeiteinrichtungen". und das sind bolzplaetze doch, oder?
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Re: Finanzkrise - beginnt das Streichkonzert?

Beitragvon Olifant » Mi 10. Feb 2010, 09:21

lostsoul hat geschrieben:schauspielerei ist eine niedere tätigkeit, die menschen ohne ausbildung für gelangweilte menschen mit ausbildung ausführen um über die runden zu kommen. wenn menschen sich schauspieler ansehen wollen, dann sollen sie deren absurde gagen mittels der eintrittskarten gefälligst selbst bezahlen anstatt hier den steuerzahler um almosen zu bitten. museen und bibliotheken spielen da in einer ganz anderen bedeutungsliga. für freizeiteinrichtungen brauchen wir den staat nicht.


Dieser Beitrag bedarf ob seiner Dümmlichkeit keines Kommentars.
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Re: Finanzkrise - beginnt das Streichkonzert?

Beitragvon Claud » Mi 10. Feb 2010, 12:53

lostsoul hat geschrieben:
schauspielerei ist eine niedere tätigkeit, die menschen ohne ausbildung für gelangweilte menschen mit ausbildung ausführen um über die runden zu kommen. wenn menschen sich schauspieler ansehen wollen, dann sollen sie deren absurde gagen mittels der eintrittskarten gefälligst selbst bezahlen anstatt hier den steuerzahler um almosen zu bitten. museen und bibliotheken spielen da in einer ganz anderen bedeutungsliga. für freizeiteinrichtungen brauchen wir den staat nicht.


Du denkst da viel zu kurz.

Bibliotheken sollen erhalten werden, die Theater dürfen sehen, wo sie bleiben?

Also Brecht lesen, nicht aber Brecht erleben?

In den Hochschulen Schauspielerei (ein Großteil der Schausteller ist ausgebildet), Bühnenbau, Regie, Kunst, Lichttechnik etc lehren, aber gleichzeitig die dafür erforderlichen Institutionen plätten, die man dafür braucht? Keine Förderung von zukünftigen Til Schweigers oder Jan Josef Liefers?

Warum sind eigentlich die ganzen Kindertheater so beliebt, können sich aber kaum selbst tragen? Ich sags dir, weil Familien mit Kindern weniger Geld haben, sie benötigen oftmals subventionierte Tickets.

Was du vorschlägst, ist eine Boulevardisierung der Schauspielerei, was zur folge hätte, dass noch mehr Menschen mit hochwertigen Filmen, Theaterstücken oder anderen Formen der Schauspielerei überfordert sind und sich lieber durch einfache Darstellungen berieseln lassen. Dann brauchst du auch keine Bibliotheken mehr, wenn diejenigen, welche darauf angewiesen sind, sich dafür nurnoch mit dem Abendprogrammn von ProSieben, den Kassenknüllern im Kino und der Bild zufrieden geben müssen.

Das Museum spielt hier in der selben Liga, wie auch das Theater.

Geschichtsunterricht funktioniert besser, wenn man begleitend ins Pergamonmuseum gehen kann. Selbes gilt für die Theater, wenn Brecht, Lessing oder Heinrich von Kleist unterrichtet wird.
Zuletzt geändert von Claud am Mi 10. Feb 2010, 12:56, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Finanzkrise - beginnt das Streichkonzert?

Beitragvon lobozen » Mi 10. Feb 2010, 12:57

Claud hat geschrieben:Keine Förderung von zukünftigen Til Schweigers
wenn das das ergebnis der finanzkrise ist, dann begruesse ich sie ausdruecklich :)
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Re: Finanzkrise - beginnt das Streichkonzert?

Beitragvon Thomas I » Mi 10. Feb 2010, 13:06

Choelan hat geschrieben:....
Schade drum. Kultureinrichtungen zeichneten sich in Deutschland eigentlich immer durch die üppige öffentliche Bezuschussung und damit die Zugänglichkeit für die Breite der Bevölkerung aus. Aber ein Hartzer braucht auch keine Kultur, sondern einen Job.


Sind wir doch mal ehrlich: Im Rahmen üppiger öffentlicher Bezuschussung haben viele Theater und Opernhäuser jahrzehntelang Inszenierungen gezeigt die vor allem provozieren und verstören sollten, haben damit den Stellenwert ihrer Einrichtungen in den Kreisen des interessierten Bildungsbürgertums reduziert und dabei immernoch Eintrittspreise genommen die nicht gerade als niedrig zu bezeichnen sind.

Es wird sich nun zeigen welche Häuser mit Erfolg darauf gesetzt haben die Bürger in ihrem Einzugsbereich an sich zu binden (und daher auch über andere Einnahmen als staatliche Bezuschussung verfügen) und welche eben nun nach Jahrzehnten der Provokation von sogenannten Spießbürger, bourgoisen Kapitalisten usw. usf. ohne Subventionen in die Röhre schauen.

Kunst ist zwar frei, aber daraus resultiert nicht, dass die Gemeinschaft die Künstler auch unterhalten muß wenn ihr deren Werke nicht gefallen.
Auch große Künstler wie Michelangelo, Mozart, Raffaelo und andere mußten auf den Geschmack und die Vorstellungen von Publikum und Auftraggeber Rücksicht nehmen.

Ein jeder der jetzt beklagt, das in seiner Heimatstaat ein Theater vor der Schliessung steht beantworte doch mal ehrlich die Frage: Wann war ich das letzte Mal da? Und meine letzten fünf Besuche dort erstrecken sich über welchen Zeitraum?

Ich halte zwar anders als Lostsoul Schauspielerei und Musik nicht für eine niedee Tätitgkeit, aber er hat Recht: Museen, Bibliotheken und Bildungseinrichtungen sind einfach wichtiger.

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