Folgen eines russischen Gas-Embargos gegen Deutschland ab dem 11. Juli

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Cobra9
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Re: Folgen eines russischen Gas-Embargos gegen Deutschland ab dem 11. Juli

Beitrag von Cobra9 »

Dieter Winter hat geschrieben: Mi 16. Nov 2022, 09:58 Was mir auch noch nicht so ganz klar ist: Wie kommt es vom Terminal in die Gaskraftwerke, zu BASF oder in die Glasfabriken? Oder liegen da schon Pipelines?
Vorhandene Infrastruktur kann laut Information genutzt werden und wird gebaut. Rechtzeitig fertig wohl
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JJazzGold
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Re: Folgen eines russischen Gas-Embargos gegen Deutschland ab dem 11. Juli

Beitrag von JJazzGold »

Dieter Winter hat geschrieben: Mi 16. Nov 2022, 09:58 Was mir auch noch nicht so ganz klar ist: Wie kommt es vom Terminal in die Gaskraftwerke, zu BASF oder in die Glasfabriken? Oder liegen da schon Pipelines?
Geht das nicht durch eine Rückwandlung und dann ins vorhandene Netz? Ich meine irgendetwas in der Art gestern Abend gehört zu haben.
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Dieter Winter
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Re: Folgen eines russischen Gas-Embargos gegen Deutschland ab dem 11. Juli

Beitrag von Dieter Winter »

JJazzGold hat geschrieben: Mi 16. Nov 2022, 12:19 Geht das nicht durch eine Rückwandlung und dann ins vorhandene Netz?
Vermutlich, aber ich meinte, wie es da rein kommt?

Cobra meinte ja, dass daran gebaut und es rechtzeitig fertig wird. Hoffentlich etwas pünktlicher, als BER.
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Tom Bombadil
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Re: Folgen eines russischen Gas-Embargos gegen Deutschland ab dem 11. Juli

Beitrag von Tom Bombadil »

JJazzGold hat geschrieben: Mi 16. Nov 2022, 09:12 Das halte ich für keine hervorhebenswerte Leistung.
Angesichts anderer größerer Projekte in Deutschland ist es schon eine Meisterleistung, das in der kurzen Zeit geschafft zu haben.
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Darkfire
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Re: Folgen eines russischen Gas-Embargos gegen Deutschland ab dem 11. Juli

Beitrag von Darkfire »

Ja die Afd hat schon Panik das die Unruhen ausbleiben.
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JJazzGold
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Re: Folgen eines russischen Gas-Embargos gegen Deutschland ab dem 11. Juli

Beitrag von JJazzGold »

Tom Bombadil hat geschrieben: Mi 16. Nov 2022, 17:04 Angesichts anderer größerer Projekte in Deutschland ist es schon eine Meisterleistung, das in der kurzen Zeit geschafft zu haben.
Ja, aber sind wir wirklich schon so weit gesunken, dass wir uns am untersten Level orientieren müssen? ;)
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Re: Folgen eines russischen Gas-Embargos gegen Deutschland ab dem 11. Juli

Beitrag von JJazzGold »

Dieter Winter hat geschrieben: Mi 16. Nov 2022, 13:17 Vermutlich, aber ich meinte, wie es da rein kommt?

Cobra meinte ja, dass daran gebaut und es rechtzeitig fertig wird. Hoffentlich etwas pünktlicher, als BER.
Das würde zu dem passen, was ich gehört/gesehen habe.
Wir werden die Endsumme der zusätzlichen Kosten wahrscheinlich nie erfahren.
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Tom Bombadil
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Re: Folgen eines russischen Gas-Embargos gegen Deutschland ab dem 11. Juli

Beitrag von Tom Bombadil »

JJazzGold hat geschrieben: Mi 16. Nov 2022, 18:12 Ja, aber sind wir wirklich schon so weit gesunken, dass wir uns am untersten Level orientieren müssen? ;)
MMn. leider ja.
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JJazzGold
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Re: Folgen eines russischen Gas-Embargos gegen Deutschland ab dem 11. Juli

Beitrag von JJazzGold »

Tom Bombadil hat geschrieben: Mi 16. Nov 2022, 18:20 MMn. leider ja.
:D
Machen wir einfach nicht.
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Re: Folgen eines russischen Gas-Embargos gegen Deutschland ab dem 11. Juli

Beitrag von Cobra9 »

JJazzGold hat geschrieben: Mi 16. Nov 2022, 18:13 Das würde zu dem passen, was ich gehört/gesehen habe.
Wir werden die Endsumme der zusätzlichen Kosten wahrscheinlich nie erfahren.
Ohhh bestimmt schon. Report,Plus Minus oder Frontal. So ein Format. Aber das ist ja für die Meisten nicht so interessant
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JJazzGold
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Re: Folgen eines russischen Gas-Embargos gegen Deutschland ab dem 11. Juli

Beitrag von JJazzGold »

Cobra9 hat geschrieben: Do 17. Nov 2022, 02:01 Ohhh bestimmt schon. Report,Plus Minus oder Frontal. So ein Format. Aber das ist ja für die Meisten nicht so interessant
Wo du recht hast...
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Re: Folgen eines russischen Gas-Embargos gegen Deutschland ab dem 11. Juli

Beitrag von H2O »

https://www.bundesregierung.de/breg-de/ ... al-2143122
Erster Anleger für Flüssigerdgaslieferung fertig

In Wilhelmshaven wurde der bundesweit erste Anleger für die Ankunft von Schiffen mit Flüssigerdgas fertiggestellt. Die Inbetriebnahme ist für den Jahreswechsel 2022/2023 geplant. Die Versorgung mit Flüssigerdgas oder LNG ist ein wichtiger Baustein, um die Energieversorgung schnell aus neuen Lieferquellen zu sichern.
Ich vermute, daß mit dieser Meisterleistung des Google-Suchalgorithmus auch die Frage noch verfügbarer Durchleitung ins deutsche Gasnetz und nach der ersten Anlandung einer LNG-Gaslieferung hinreichend beantwortet ist

https://www.duh.de/fileadmin/user_uploa ... _final.pdf
Die verschwiegenen Kosten der deutschen LNG-Terminals

Wie Recherchen der Deutschen Umwelthilfe (DUH) offenlegen, sind die Kosten der in Deutschland
geplanten LNG-Importterminals um ein Vielfaches höher als bisher bekannt. Hauptgrund hierfür sind
bisher verschwiegene Netzausbaumaßnahmen bis in die Mitte Deutschlands hinein, die durch die
zusätzlichen Erdgaskapazitäten der geplanten Terminals notwendig werden.

Diese Kosten betragen laut Datenbank des Netzentwicklungsplan (NEP) Gasi bis zu 641 Millionen
Euro
, welche per Umlage von den Verbraucher*innen bezahlt werden müssen. Bisher war lediglich
bekannt, dass die Verbraucher*innen die Kosten für den direkten Anschluss der Terminals an das
Gasnetz tragen müssen.ii Diese Kosten hatte das Bundeswirtschaftsministerium bisher mit ca. 134
Millionen Euroiii angegeben, tatsächlich sind die Kosten laut Datenbank des NEP Gas jedoch deutlich
höher und betragen ca. 200 Millionen
Ich nehme an, daß damit auch diese Nachfrage einigermaßen geklärt ist.
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Re: Folgen eines russischen Gas-Embargos gegen Deutschland ab dem 11. Juli

Beitrag von Seidenraupe »

Die Erdgas-Importe entwickelten sich in den vergangenen 7 Tage wie folgt:

Europa (EU) - 11,4 % , ausbleibende Russland-Importe zu 55 % ersetzt
Speicherstände aktuell in der  EU 95,3 %
 
 Speicherstände aktuell in Deutschland 99,9 % entsprechend + 0,2 Prozentpunkte mehr als vor einer Woche

Verbrauch vergangene Woche
 Haushalte & Gewerbe - 35,8 % deutliche Ein­spar­ungen (nicht tempera­tur­ber­einigt)
 Industrie - 31,6 % anhaltende Einsparungen
 Gas­ver­strom­ung - 24,0 % zuletzt niedriger Verbrauch

https://www.sueddeutsche.de/politik/deu ... -1.5697476

zur Situation die Einschätzung der EU Kommissionspräsidenten, UvdL:
Von der Leyen zu Energiekrise: "Wir sind sicher für diesen Winter“ 
Bürger in der EU müssen sich in diesem Winter laut EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen nicht vor Problemen bei der Gasversorgung fürchten. "Unsere Speicher sind zu 95 Prozent gefüllt und wir sind sicher für diesen Winter“, sagt von der Leyen bei der Sicherheitskonferenz IISS Manama Dialogue im Königreich Bahrain. "Unsere Herausforderung wird der Winter im nächsten Jahr sein.“

Russland habe einseitig und absichtlich 80 Prozent seiner Gaslieferungen über Pipelines nach Europa gekappt, sagte von der Leyen. "Aber Europa hat es geschafft, den größten Teil davon durch Gas von zuverlässigen Lieferanten zu ersetzen.“ Die EU bezieht nach Angaben der EU-Kommission nun mehr Gas etwa aus Norwegen und Flüssigerdgas (LNG) aus den USA und Kanada und will die Kooperation mit anderen Ländern noch ausbauen. 

Die Chefin der Wirtschaftsweisen plädiert weiterhin für einen Weiterbetrieb der verbliebenen 3 AKW um weniger Gas verbrauchen zu müssen.
Erst 2024 rechnet sie damit, dass genügend Gas zur Verfügung stehen wird, um die AKWs abschalten zu können
Chefin der Wirtschaftsweisen rechnet mit anhaltend hoher Inflation
Die Vorsitzende der Wirtschaftsweisen, Monika Schnitzer, rechnet mit einer anhaltend hohen Inflation. "Wir werden 2023 weiterhin eine hohe Inflation sehen, weil die hohen Energiepreise bei den Verbrauchern ankommen", sagt sie. "Spätestens in zwei Jahren gehen die Preise zurück – aber nicht auf das Niveau, das wir vor dem Krieg in der Ukraine hatten." Der Arbeitsmarkt bleibe aber robust: "Das liegt an den Entlastungen, die ja auch Unternehmen zugutekommen. Selbst wenn es zu Entlassungen in einzelnen Betrieben kommt, gibt es weiterhin hohen Bedarf an Arbeitskräften."

Eine verlängerte Laufzeit der Atomkraftwerke würde laut Schnitzer zu einer Senkung des Strompreises von bis zu zwölf Prozent führen. "Wenn wir die AKW bis Ende 2024 nutzen, werden wir bis dahin genug flüssiges Gas haben, um die AKW zu ersetzen", so die Chefin des Sachverständigenrates der Bundesregierung. Zur Gaspreisbremse sagt sie, dass das Instrument auch Besserverdiener entlaste, "die das gar nicht nötig haben". Mit einem höheren Spitzensteuersatz oder einem Energie-Soli könne man "denen, die die Entlastung nicht brauchen, wieder etwas wegnehmen". 
die ausbleibenden Gaslieferungen aus Russland haben langanhaltende und weitreichende Konsequenzen,. das war zu erwarten
Quelle: ebenda
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„Wenn man merkt, daß der Gegner überlegen ist und man Unrecht behalten wird, so werde man persönlich, beleidigend, grob.“
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Re: Folgen eines russischen Gas-Embargos gegen Deutschland ab dem 11. Juli

Beitrag von NicMan »

Die Energiepreise sind weiterhin auf hohem Niveau, haben sich aber deutlich entspannt:

<- Die Megawattstunde Gas wird an der Börse zwischen 110-120 Euro gehandelt.
<- Die Gaspreise für Neukunden sind inzwischen nur noch bei 18,1 Cent die kw/h angekommen. Die Gaspreisbrems, welche ab Januar den Preis rückwirkend auf 12 Cent deckelt dürfte hier günstiger ausfallen.

<- Entsprechend ist auch der Strompreis weiterhin am Sinken. Verträge für Neukunden befinden sich im Schnitt knapp über der Strompreisbremse von 40 Cent je kw/h.

<- Heizöl ist wieder günstiger geworden und von 170€ pro Liter auf 120€ gefallen. Die Benzinpreise unterschreiten mittlerweile den tiefsten Punkt der galt, als die Benzinpreisbremse noch aktiv war.

https://www.zeit.de/wirtschaft/energiem ... versorgung

Das alles führte nun auch zu einem überraschenden Rückgang bei den Erzeugerpreisen, der sich dämpfend auf die Inflation auswirken sollte:

https://www.tagesschau.de/wirtschaft/ko ... r-101.html
Im Monatsvergleich gingen die Erzeugerpreise aber um 4,2 Prozent zurück. Es war der erste Rückgang seit Mai 2020, Fachleute hatten mit einem weiteren Anstieg gerechnet. Auch im deutschen Großhandel hatte sich der starke Preisauftrieb zuletzt deutlich abgeschwächt
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Re: Folgen eines russischen Gas-Embargos gegen Deutschland ab dem 11. Juli

Beitrag von Cobra9 »

NicMan hat geschrieben: Do 24. Nov 2022, 08:15 Die Energiepreise sind weiterhin auf hohem Niveau, haben sich aber deutlich entspannt:

<- Die Megawattstunde Gas wird an der Börse zwischen 110-120 Euro gehandelt.
<- Die Gaspreise für Neukunden sind inzwischen nur noch bei 18,1 Cent die kw/h angekommen. Die Gaspreisbrems, welche ab Januar den Preis rückwirkend auf 12 Cent deckelt dürfte hier günstiger ausfallen.

<- Entsprechend ist auch der Strompreis weiterhin am Sinken. Verträge für Neukunden befinden sich im Schnitt knapp über der Strompreisbremse von 40 Cent je kw/h.

<- Heizöl ist wieder günstiger geworden und von 170€ pro Liter auf 120€ gefallen. Die Benzinpreise unterschreiten mittlerweile den tiefsten Punkt der galt, als die Benzinpreisbremse noch aktiv war.

https://www.zeit.de/wirtschaft/energiem ... versorgung

Das alles führte nun auch zu einem überraschenden Rückgang bei den Erzeugerpreisen, der sich dämpfend auf die Inflation auswirken sollte:

https://www.tagesschau.de/wirtschaft/ko ... r-101.html
Ölpreis 170 Euro pro Liter :?: Hui
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Re: Folgen eines russischen Gas-Embargos gegen Deutschland ab dem 11. Juli

Beitrag von NicMan »

Cobra9 hat geschrieben: Do 24. Nov 2022, 10:25 Ölpreis 170 Euro pro Liter :?: Hui
Natürlich pro 100 Liter, sorry für den Fehler :D
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Re: Folgen eines russischen Gas-Embargos gegen Deutschland ab dem 11. Juli

Beitrag von Tom Bombadil »

Das Barrel liegt bei $77, wir werden weiter abgezockt.
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Re: Folgen eines russischen Gas-Embargos gegen Deutschland ab dem 11. Juli

Beitrag von Cobra9 »

NicMan hat geschrieben: Do 24. Nov 2022, 10:26 Natürlich pro 100 Liter, sorry für den Fehler :D
Kein Problem :)
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Re: Folgen eines russischen Gas-Embargos gegen Deutschland ab dem 11. Juli

Beitrag von H2O »

Tom Bombadil hat geschrieben: Do 24. Nov 2022, 12:53 Das Barrel liegt bei $77, wir werden weiter abgezockt.
Wir sind nun einmal nicht von Wettbewerbern umringt, die sich gegenseitig die Preise verderben, sondern von einer einigermaßen auf höchstmöglichen Gewinn ausgerichteten und eigens daraufhin organisierten Gruppierung von Lieferländern. Die werden uns nicht zugrunde richten, aber immer gerade soeben leistungswillig halten.

Der Ausweg ist ja klar: Zügiger Ausbau der erneuerbaren Energien... die Energiewende ist gut für unsere Wirtschaft und gut gegen die Erderwärmung.
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Re: Folgen eines russischen Gas-Embargos gegen Deutschland ab dem 11. Juli

Beitrag von Tom Bombadil »

Die Lieferländer liefern das Erdöl für $77 pro 159 Liter, pro Liter sind das also $0,48. Heizöl kostet mit $1,77 pro Liter demnach 3,7 mal so viel. Ja, Transport, Lagerung und Raffination kosten auch Geld, aber das ist halt wieder maßlos.
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Re: Folgen eines russischen Gas-Embargos gegen Deutschland ab dem 11. Juli

Beitrag von Skull »

Tom Bombadil hat geschrieben: Do 24. Nov 2022, 16:35
Die Lieferländer liefern das Erdöl für $77 pro 159 Liter, pro Liter sind das also $0,48.

Heizöl kostet mit $1,77 pro Liter demnach 3,7 mal so viel.
Ja, Transport, Lagerung und Raffination kosten auch Geld, aber das ist halt wieder maßlos.
Meines Wissens ist der Heizölpreis aktuell bei 1,20 - 1,30 Euro.
Davon sind rund 35 Prozent Steuern und Kosten. Bleiben runde 80 cent über.
Der Ölpreis bei rund 80 USD bedeuten ca 50 cent.

Da sehe ich eine „Marge“ zur Verteilung aller Beteiligten von ca. 30 cent.

Da erscheinen mir Deine Zahlen leicht…übertrieben. :D

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Re: Folgen eines russischen Gas-Embargos gegen Deutschland ab dem 11. Juli

Beitrag von Tom Bombadil »

Ja, weil ich übersehen hatte, dass der Heizölpreis von 170 auf 120 EUR gesunken ist. Hast du fein aufgepasst :thumbup:
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Re: Folgen eines russischen Gas-Embargos gegen Deutschland ab dem 11. Juli

Beitrag von H2O »

Wie muß man sich den Gaspreisdeckel vorstellen? Greift da jemand in die Steuerkasse und bezahlt damit die Rechnung, um dann mit Verlust weiter zu verkaufen? Ich kann mir nicht vorstellen, daß die Lieferländer sich zu Preiszugeständnissen bewegen lassen werden. Die werden doch nehmen, was der Markt hergibt... oder gibt es begründete Hoffnung, daß sie sich mit langfristigen Lieferverträgen auf eine "auskömmliche" Preisgestaltung einlassen?
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Re: Folgen eines russischen Gas-Embargos gegen Deutschland ab dem 11. Juli

Beitrag von Skull »

H2O hat geschrieben: Fr 25. Nov 2022, 21:35
Wie muß man sich den Gaspreisdeckel vorstellen?
Gar nicht.

Da möchten Politiker beschliessen, nicht mehr als x Euro zu bezahlen.
Um den Lieferanten und Produzenten klar zu sagen, mehr zahlen wir nicht.

Im realen Eintrittsfall wird es dann so sein…

Wenn die Produzenten Überschüsse haben, die sie unbedingt loswerden MÜSSEN,
verkaufen sie es unter dieses gedeckelten Preis.
Wobei sich dann die Frage stellen würde, warum es so einen hohen Gaspreis gäbe,
wenn das Angebot höher wäre als die Nachfrage.

Wenn die Produzenten keinen Druck haben, unbedingt verkaufen zu müssen,
interessiert sie der Preisdeckel einfach nicht. Sie liefern dann eben nicht unter Marktpreis.
Hier würde sich die Frage stellen, wie Importeure die Lieferanten zwingen möchten,
Gas zu gewünschten Preisen zu liefern.

Und die Politik setzt den Gaspreisdeckel am besten so hoch an, das er wahrscheinlich kaum eine Rolle spielt.
275 Euro. Den gab es in den letzten 20 Jahren gerade mal in einem Zeitfenster von 3 Wochen.
Ansonsten war er immer…drunter.

Ausserdem soll der Preisdeckel regelmäßig überprüft und jederzeit außer Kraft gesetzt werden können.

Da kann man sich dann beruhigt zurücklehnen und sagen, man hätte alles getan. :D

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Re: Folgen eines russischen Gas-Embargos gegen Deutschland ab dem 11. Juli

Beitrag von H2O »

@ Skull:

Ja, dann bin ich ja beruhigt. :eek:

Besonders, weil ich in meiner Wohnung nichts mit Gas zu tun habe. Leider braucht aber meine Backfabrik Żelek Gas zum Backen.... :(

Aber herzlichen Dank für die verständliche Darstellung des Preisdeckels!
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Re: Folgen eines russischen Gas-Embargos gegen Deutschland ab dem 11. Juli

Beitrag von Kohlhaas »

So wie ich die gegenwärtig in Deutschland beschlossenen Regeln verstehe, läuft es darauf hinaus, dass der Staat eine Preisobergrenze für die VERBRAUCHER festsetzt und dann die VERSORGER entschädigt, wenn sie mehr für das eingekaufte Erdgas ausgeben müssen.

Für mich persönlich ist das übrigens bisher überhaupt noch kein Problem gewesen. Dank der klugen Einkaufspolitik meines Versorgers (kommunale Stadtwerke) sind meine Energiekosten noch um keinen einzigen Cent gestiegen. Ich habe jetzt erst Post von den Stadtwerken bekommen, mit der mir mitgeteilt wurde, dass ich ab dem 1. Januar 2023 mehr für Strom und Gas ausgeben muss. Die Steigerungen sind aber "moderat". Ungefähr zehn Prozent für Gas und etwa 20 Prozent für Strom. Das begeistert mich natürlich nicht. Ich hatte aber Schlimmeres erwartet. Und Strom stört mich nicht so sehr, weil ich eine Solaranlage auf dem Dach habe.

Ich habe natürlich keine Ahnung, wie der Zulieferer meiner Stadtwerke damit klar kommt, dass er langjährig günstige Gaspreise ausgehandelt hat und nun sehr viel mehr an seine "Zulieferer" zahlen muss. Der von der Bundesregierung beschlossene Doppel-Wums dient offensichtlich dazu, genau diese Zulieferer vor dem Bankrott zu bewahren.
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Re: Folgen eines russischen Gas-Embargos gegen Deutschland ab dem 11. Juli

Beitrag von Kohlhaas »

Skull hat geschrieben: Sa 26. Nov 2022, 09:00 Gar nicht.

Da möchten Politiker beschliessen, nicht mehr als x Euro zu bezahlen.
Um den Lieferanten und Produzenten klar zu sagen, mehr zahlen wir nicht.
Genau das ist meiner Kenntnis nach nicht passiert.

Es stand die Überlegung im Raum, dass man tatsächlich den Gaserzeugern sagt, dass sie nur noch einen bestimmten Höchstpreis für ihr Gas bekommen werden. Motto: Wenn ihr mehr verlangt, kaufen wir nicht. Das wäre dann der wirkliche Gaspreisdeckel gewesen. Den hätte man aber nur durchsetzen können, wenn die gesamte EU, Kanada und USA das mitgetragen hätten. Deshalb ist Deutschland einen anderen Weg gegangen und hat den Gaspreis allein für die deutschen Verbraucher gedeckelt. Bekanntlich hat das ja zu erheblichem Unwillen in der EU geführt. Deutschland kann sich diesen teuren Sonderweg leisten. Weniger leistungsfähige EU-Staaten werden dabei aber in gewisser Weise im Stich gelassen.

Die deutsche Haltung lautet also nicht "mehr zahlen wir nicht". Sie lautet: Wir zahlen jeden Preis, halten die Kosten für die Bürger aber per Gesetz niedrig.
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Re: Folgen eines russischen Gas-Embargos gegen Deutschland ab dem 11. Juli

Beitrag von Skull »

Kohlhaas hat geschrieben: Sa 26. Nov 2022, 16:34
So wie ich die gegenwärtig in Deutschland beschlossenen Regeln verstehe…
Es ging um den EU Gaspreisdeckel. -> DECKEL.

Die deutsche Gaspreisbremse ist was anderes. Da geht es (wie Du ja richtig feststellst) um eine Subventionierung.

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Kamikaze
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Re: Folgen eines russischen Gas-Embargos gegen Deutschland ab dem 11. Juli

Beitrag von Kamikaze »

Kohlhaas hat geschrieben: Sa 26. Nov 2022, 16:43 Sie lautet: Wir zahlen jeden Preis, halten die Kosten für die Bürger aber per Gesetz niedrig.
...also genau das, was Frankreich seit vielen Jahren beim Strom macht?
Dann haben wir ja nichts zu befürchten. :)
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