Kernkraftwerke länger betreiben und stillgelegte Anlagen reaktivieren

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schokoschendrezki
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Re: Kernkraftwerke länger betreiben und stillgelegte Anlagen reaktivieren

Beitrag von schokoschendrezki »

JJazzGold hat geschrieben: Mo 19. Sep 2022, 21:51 Stimmt, da haben Sie recht. Haben Sie einen Vorschlag, wie Tornados, Sturzfluten und Tsunamis mittels irgendeiner Art von Energiesammler genutzt werden können?
Mir fällt zu solchen Katastrophen immer nur die schnöde Prävention zur Rettung von Menschenleben ein.
Die Prävention von Flutkatastrophen im Ahrtal besteht in erster Linie darin, die Versigelung der Landschaft zurückzudrängen. Die Flussbegradigungen zurückzubauen. Das Konzept der "Schwammstadt" zu realisieren. Allgemein: Sich von diesem Prinzip der "Naturbändigung" zu verabschieden. Was zu bändigen ist, das ist die Expansivität und Technologieanbetung der westlichen Marktwirtschaftsgesellschaften.

Die Technologien der Erzeugung von Energie aus erneuerbaren Quellen sind - zusammen mit den Technologien der Energiespeicherung und der kontinuierlichen Abgabe von diskontinuierlich erzeugter Energie - allesamt bekannt und praktisch anwendbar. Es gibt - anders als bei Kernfusion oder Kernspaltung - absolut keine prinzipiellen Probleme. Von der Verlagerung der Windkraftanlagen hin zu offshore bis hin zu der Mehrfachnutzung von PV-Anlagen für Stromerzeugung plus Agrarwirtschaft oder der robotergestützten Reinigung von PV-Anlagen von Wüstensand. Es müssen nicht erst Milliarden in F+E gesteckt werden. Es geht einfach. Und es ist vor allem das kostengünstigste in der Herstellung. Die Preisbildung scheint diese relative Konstengünstigkeit nur zu verschleiern.
Ich habe nie in meinem Leben irgendein Volk oder Kollektiv geliebt ... ich liebe in der Tat nur meine Freunde und bin zu aller anderen Liebe völlig unfähig (Hannah Arendt)
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Re: Kernkraftwerke länger betreiben und stillgelegte Anlagen reaktivieren

Beitrag von Schnitter »

schokoschendrezki hat geschrieben: Fr 23. Sep 2022, 14:19 Die Prävention von Flutkatastrophen im Ahrtal besteht in erster Linie darin, die Versigelung der Landschaft zurückzudrängen. Die Flussbegradigungen zurückzubauen. Das Konzept der "Schwammstadt" zu realisieren. Allgemein: Sich von diesem Prinzip der "Naturbändigung" zu verabschieden. Was zu bändigen ist, das ist die Expansivität und Technologieanbetung der westlichen Marktwirtschaftsgesellschaften.

Die Technologien der Erzeugung von Energie aus erneuerbaren Quellen sind - zusammen mit den Technologien der Energiespeicherung und der kontinuierlichen Abgabe von diskontinuierlich erzeugter Energie - allesamt bekannt und praktisch anwendbar. Es gibt - anders als bei Kernfusion oder Kernspaltung - absolut keine prinzipiellen Probleme. Von der Verlagerung der Windkraftanlagen hin zu offshore bis hin zu der Mehrfachnutzung von PV-Anlagen für Stromerzeugung plus Agrarwirtschaft oder der robotergestützten Reinigung von PV-Anlagen von Wüstensand. Es müssen nicht erst Milliarden in F+E gesteckt werden. Es geht einfach. Und es ist vor allem das kostengünstigste in der Herstellung. Die Preisbildung scheint diese relative Konstengünstigkeit nur zu verschleiern.
Ich kann mich noch erinnern als, wahrscheinlich durch diverse fossile Lobbygruppen kolportiert, behauptet wurde ein Windrad produziere erst nach 17 Jahren mehr Strom als Bau und Wartung kosten würden.

Der dämlichste Blödsinn ist also inzwischen nicht mehr im Umlauf, immerhin ;)
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JJazzGold
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Re: Kernkraftwerke länger betreiben und stillgelegte Anlagen reaktivieren

Beitrag von JJazzGold »

schokoschendrezki hat geschrieben: Fr 23. Sep 2022, 14:19 Die Prävention von Flutkatastrophen im Ahrtal besteht in erster Linie darin, die Versigelung der Landschaft zurückzudrängen. Die Flussbegradigungen zurückzubauen. Das Konzept der "Schwammstadt" zu realisieren. Allgemein: Sich von diesem Prinzip der "Naturbändigung" zu verabschieden. Was zu bändigen ist, das ist die Expansivität und Technologieanbetung der westlichen Marktwirtschaftsgesellschaften.

Die Technologien der Erzeugung von Energie aus erneuerbaren Quellen sind - zusammen mit den Technologien der Energiespeicherung und der kontinuierlichen Abgabe von diskontinuierlich erzeugter Energie - allesamt bekannt und praktisch anwendbar. Es gibt - anders als bei Kernfusion oder Kernspaltung - absolut keine prinzipiellen Probleme. Von der Verlagerung der Windkraftanlagen hin zu offshore bis hin zu der Mehrfachnutzung von PV-Anlagen für Stromerzeugung plus Agrarwirtschaft oder der robotergestützten Reinigung von PV-Anlagen von Wüstensand. Es müssen nicht erst Milliarden in F+E gesteckt werden. Es geht einfach. Und es ist vor allem das kostengünstigste in der Herstellung. Die Preisbildung scheint diese relative Konstengünstigkeit nur zu verschleiern.
Sie haben nicht richtig verstanden. Ich fragte Sie, ob Sie eine Idee haben, wie die von Ihnen zuvor aufgeführte Energie z. B. bei Tornados und Tsunamis aufgefangen und wiederverwertet werden könnte.
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Re: Kernkraftwerke länger betreiben und stillgelegte Anlagen reaktivieren

Beitrag von Wähler »

Schnitter hat geschrieben: Fr 23. Sep 2022, 15:42 Ich kann mich noch erinnern als, wahrscheinlich durch diverse fossile Lobbygruppen kolportiert, behauptet wurde ein Windrad produziere erst nach 17 Jahren mehr Strom als Bau und Wartung kosten würden.
Der Ausbau der Erneuerbaren Energien wird vollendet werden bis spätestens Ende der 30er Jahre. In der jetzigen Debatte geht es eher darum, ob der Ausstieg aus der Kernenergie nicht mit dem Abschalten der Kohlekraftwerke besser synchronisiert werden kann, um CO2-Emissionen zu sparen. Das halte ich für einen legitimen Standpunkt, unabhängig von der technischen Machbarkeit einer mittelfristigen Laufzeitverlängerung der AKWs, die Mitte oder Ende der 80er ans Netz gegangen sind.
siehe auch:
https://www.capital.de/wirtschaft-polit ... 91980.html
Zuletzt geändert von Wähler am Sa 24. Sep 2022, 07:55, insgesamt 1-mal geändert.
Zeitungstexte bei Genios mit Bibliotheksausweis kostenlos: https://www.wiso-net.de/login?targetUrl=%2Fdosearch (Zugang auch bundesweit)
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Perdedor
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Re: Kernkraftwerke länger betreiben und stillgelegte Anlagen reaktivieren

Beitrag von Perdedor »

schokoschendrezki hat geschrieben: Es müssen nicht erst Milliarden in F+E gesteckt werden.
Leider doch.
@Schnitter hatte es oben verlinkt.
https://www.ipa.fraunhofer.de/de/presse ... erden.html
Am Fraunhofer-Institut soll über die nächsten drei Jahre (Kosten unbekannt) erforscht werden, ob es irgendwann möglich sein könnte Elektrolyseure in Massenproduktion (und damit bezahlbar) anzufertigen.
Mal sehen, was da herauskommt. Gebaut ist nach Studienende natürlich noch nichts (außer eben im Labormaßstab). Auf großtechnische Wasserstoffspeicher in Dtl. muss man u.U. noch lange warten. Und wieviel Geld dann noch hineingesteckt werden muss ist auch unklar.

Schnitter hat geschrieben: Ich kann mich noch erinnern als, wahrscheinlich durch diverse fossile Lobbygruppen kolportiert, behauptet wurde ein Windrad produziere erst nach 17 Jahren mehr Strom als Bau und Wartung kosten würden.
Ich kann mich daran in Bezug auf Solarzellen in Dtl. erinnern. Und diese Aussage war vor ca. 20 Jahren auch noch wahr.
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H2O
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Re: Kernkraftwerke länger betreiben und stillgelegte Anlagen reaktivieren

Beitrag von H2O »

JJazzGold hat geschrieben: Fr 23. Sep 2022, 13:41 Ich meine, dass ein Minister für das gesamte Volk in Verantwortung steht und nicht nur für die Wähler seine Partei.

Wir hören besser auf, ansonsten wäre Andreas Scheuers Millonenverschleuderung damit entschuldigt, dass er als Verkehrsminister nur seinem Gewissen gegenüber verpflichtet war.
Der Wähler hat im September 2021 dafür gesorgt, daß die zuletzt abgelieferte Regierungsarbeit nicht mehr fortgesetzt werden konnte. Das Urteil der Wähler wartet 2025 auch auf diese Bundesregierung. Bis dahin kann jeder Minister und der Kanzler zeigen, daß sie in ihrer Arbeit eine glückliche Hand haben. Die Arbeit der Minister und des Kanzlers kann die parlamentarische Opposition, können wir natürlich auch, kommentieren. Ansonsten steht jedermann der Klageweg offen...
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Alster
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Re: Kernkraftwerke länger betreiben und stillgelegte Anlagen reaktivieren

Beitrag von Alster »

relativ hat geschrieben: Fr 23. Sep 2022, 13:47 Wir haben uns aber entschlossen auf diese Technologie zu setzen. Aber anders als bei der Atomkraft, wo der Staat noch über den Steuertopf die AKWs subventioniert hat, macht es jetzt der Verbraucher.
Seit dem Wegfall der EEG Umlage könnte das stimmen.
dies ist keine Rechtsberatung sondern nur meine persönliche Meinung
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Re: Kernkraftwerke länger betreiben und stillgelegte Anlagen reaktivieren

Beitrag von Perkeo »

H2O hat geschrieben: Di 20. Sep 2022, 06:11 Nach fast 50 Jahren Auseinandersetzungen damit?
Bindung an 50 Jahre alte Ideologien ist keine Lösung sondern das Problem. Wir haben einen völlig anderen Stand der Wissenschaft und Technik, völlig andere Wirtschaft und völlig andere Weltpolitik.
H2O hat geschrieben: Di 20. Sep 2022, 06:11Nein, die Erneuerbaren Energien sind das Gebot der Zukunft... da geht's lang!
Selbst wenn wir jetzt und sofort den Ausbau der Erneuerbaren Energieträger mit aller Kraft vorantreiben, werden wir in diesem Jahrzehnt nicht mehr in der Lage sein aus Kohle UND Kernenergie auszusteigen, geschweige denn auch noch die Elektrifizierung des Verkehrs, der Heizung und diverser anderer Bereiche zu bewerkstelligen.

Die in diesem - womöglich auch noch im nächsten - Jahrzehnt anstehende Entscheidung ist: Ausstieg aus der Kernenergie oder aus den fossilen. Der Ausbau der Erneuerbaren hat damit nichts zu tun.
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Re: Kernkraftwerke länger betreiben und stillgelegte Anlagen reaktivieren

Beitrag von Perkeo »

schokoschendrezki hat geschrieben: Fr 23. Sep 2022, 14:19 Die Technologien der Erzeugung von Energie aus erneuerbaren Quellen sind - zusammen mit den Technologien der Energiespeicherung und der kontinuierlichen Abgabe von diskontinuierlich erzeugter Energie - allesamt bekannt und praktisch anwendbar. Es gibt - anders als bei Kernfusion oder Kernspaltung - absolut keine prinzipiellen Probleme.
Und wo sind die ganzen Speicherkraftwerke, die mit dem Solarstromüberschuss des Sommers den höheren Bedarf im Winter decken? Bisher existiert nur den Vorschlag, die Lücke eben durch fossile zu schließen. Alles Weitere ist nicht über Machbarkeitsstudien hinausgekommen. Und zur Erinnerung: Der Atomausstieg ist JETZT. Der Verweis auf zukünftige Vorhaben zählt nicht mehr.

Umgekehrt gibt es bei Kernspaltung auch keine prinzipiellen Probleme. Sowohl Tschernobyl als auch Fukushima waren die Folge von Missachtung elementarer Designregeln. Allein in Deutschland gibt es zwei genehmige Endlager, Finnland hat das erste Endlager für abgebrannte Brennelemente nahezu fertiggestellt.

Die Anti-Atom-Bewegung macht ironischerweise genau das, was sie den Kernkraftbefürwortern immer vorwirft: Das Flugzeug starten lassen in der Hoffnung, dass irgendwer schon eine Landebahn bauen wird. Der Unterschied ist nur: Wenn der Atommüll länger im Zwischenlager verbleibt, ist der ökonomische und ökologische Schaden deutlich geringer als wenn wir den Klimaschutz vertagen oder gar Probleme mit der Versorgungssicherheit bekommen.

Daher mein altes neues Fazit: Atomausstieg wenn die technischen Voraussetzungen geschaffen sind und keinen Tag früher.
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Re: Kernkraftwerke länger betreiben und stillgelegte Anlagen reaktivieren

Beitrag von Tom Bombadil »

Prinzipiell bin ich ja auch sehr dafür, dass wir uns mit EE unabhängig vom Ausland machen, aber das Beispiel El Hierro zeigt immer noch, wie schwierig das ist. Und das ist nur ein kleines Inselchen, nicht ein Industriestaat mit über 80 Mio Einwohnern.
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Re: Kernkraftwerke länger betreiben und stillgelegte Anlagen reaktivieren

Beitrag von JJazzGold »

Tom Bombadil hat geschrieben: So 25. Sep 2022, 14:00 Prinzipiell bin ich ja auch sehr dafür, dass wir uns mit EE unabhängig vom Ausland machen, aber das Beispiel El Hierro zeigt immer noch, wie schwierig das ist. Und das ist nur ein kleines Inselchen, nicht ein Industriestaat mit über 80 Mio Einwohnern.
Meinst du, dass wir nur mit erneuerbaren Energieen ins und durchs All kommen?
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Re: Kernkraftwerke länger betreiben und stillgelegte Anlagen reaktivieren

Beitrag von Tom Bombadil »

JJazzGold hat geschrieben: So 25. Sep 2022, 18:25 Meinst du, dass wir nur mit erneuerbaren Energieen ins und durchs All kommen?
Die Ariane verwendet mW. flüssigen Wasserstoff und Flüssigsauerstoff als Treibstoff. Das ist aber wohl vorerst unsere geringste Sorge, wir müssen erstmal ohne Blackout über den Winter kommen.
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Re: Kernkraftwerke länger betreiben und stillgelegte Anlagen reaktivieren

Beitrag von JJazzGold »

Tom Bombadil hat geschrieben: So 25. Sep 2022, 18:43 Die Ariane verwendet mW. flüssigen Wasserstoff und Flüssigsauerstoff als Treibstoff. Das ist aber wohl vorerst unsere geringste Sorge, wir müssen erstmal ohne Blackout über den Winter kommen.
Dass wir nur mit EE nicht durch diesen Winter kommen, das wissen wir bereits.
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Re: Kernkraftwerke länger betreiben und stillgelegte Anlagen reaktivieren

Beitrag von Schnitter »

Tom Bombadil hat geschrieben: So 25. Sep 2022, 18:43 Die Ariane verwendet mW. flüssigen Wasserstoff und Flüssigsauerstoff als Treibstoff. Das ist aber wohl vorerst unsere geringste Sorge, wir müssen erstmal ohne Blackout über den Winter kommen.
Die Raptor Triebwerke von Space X sollen laut Musk mit E-Methan befeuert werden.

Aber ja, das ist momentan nun wirklich total schnuppe.
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Re: Kernkraftwerke länger betreiben und stillgelegte Anlagen reaktivieren

Beitrag von Seidenraupe »

JJazzGold hat geschrieben: So 25. Sep 2022, 18:48 Dass wir nur mit EE nicht durch diesen Winter kommen, das wissen wir bereits.
Frau Giffey, Regierende Bürgermeisterin Berlin (früher mal von OB Neuköln) findet angekündigte Stromausfälle im Winter vertretbar.
„Wenn man dafür an bestimmten Stellen dann mal für zwei Stunden, für drei Stunden, angekündigt auf Strom verzichten muss, dann ist das ein Szenario, das vertretbar ist.“ Darauf könnten sich alle vorbereiten, so die Regierende Bürgermeisterin. „Aber es ist nicht etwas, das jetzt akut ansteht.“
https://www.berliner-zeitung.de/news/st ... -li.270059

Dann machen eben die betroffenen Gewerbetreibenden, Verkäufer, Ingenieure, Buchhaltungen, Kosmetikstudios etc bezahlte Pausen....
Wir können es uns leisten, 3 funktionstüchtige AKWs abzuschalten, die 10 Millionen Bürger mit Strom versorgen könnten.

10 Millionen Bürger! Das sind soviele Menschen wie die Städte Berlin, Hamburg, München, Köln, Frankfurt/Main, Stuttgart und Nürnberg zusammen Einwohner haben.
„Wenn man merkt, daß der Gegner überlegen ist und man Unrecht behalten wird, so werde man persönlich, beleidigend, grob.“
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Re: Kernkraftwerke länger betreiben und stillgelegte Anlagen reaktivieren

Beitrag von H2O »

JJazzGold hat geschrieben: So 25. Sep 2022, 18:48 Dass wir nur mit EE nicht durch diesen Winter kommen, das wissen wir bereits.
Das ist wahr; schade! Aber mit Gas und Öl und Kohle wird das schon. Und wenn die Sparaufrufe fruchten, dann auch locker.
Die Polen haben große Sorgen; aber AKW müssen sie nicht stilllegen, die Glücklichen!
https://wyborcza.biz/biznes/7,179190,28 ... 3-L.4.maly
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Re: Kernkraftwerke länger betreiben und stillgelegte Anlagen reaktivieren

Beitrag von Kamikaze »

Seidenraupe hat geschrieben: So 25. Sep 2022, 22:22 Wir können es uns leisten, 3 funktionstüchtige AKWs abzuschalten, die 10 Millionen Bürger mit Strom versorgen könnten.
Davon gehen vermutlich zwei mangels Brennstoff ohnehin zeitnah aus. Ganz von alleine.
Und ohne vergoldete Reperaturen, die rund ein Jahr dauern dürften wenn alles glatt läuft, gehen die danach auch nicht wieder ans Netz.

Und das eine übrige Kraftwerk hat zunehmend technische Probleme abseits des Brennstoffs, der womöglich (!!!) noch bis April reichen könnte. Spätestens dann steht auch das Teil erst mal.

Stört aber alles nicht. Sind sicherlich die Grünen dran schuld, dass ganz plötzlich das seit mehr als zehn Jahre angekündigte Enddatum eines Gesetzes im Raum steht und sich alle darauf vorbereitet haben... :rolleyes:
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Re: Kernkraftwerke länger betreiben und stillgelegte Anlagen reaktivieren

Beitrag von JJazzGold »

Seidenraupe hat geschrieben: So 25. Sep 2022, 22:22 Frau Giffey, Regierende Bürgermeisterin Berlin (früher mal von OB Neuköln) findet angekündigte Stromausfälle im Winter vertretbar.

https://www.berliner-zeitung.de/news/st ... -li.270059

Dann machen eben die betroffenen Gewerbetreibenden, Verkäufer, Ingenieure, Buchhaltungen, Kosmetikstudios etc bezahlte Pausen....
Wir können es uns leisten, 3 funktionstüchtige AKWs abzuschalten, die 10 Millionen Bürger mit Strom versorgen könnten.

10 Millionen Bürger! Das sind soviele Menschen wie die Städte Berlin, Hamburg, München, Köln, Frankfurt/Main, Stuttgart und Nürnberg zusammen Einwohner haben.

Mit Verlaub, eine Korrektur, es sind nicht 10 Millionen Bürger, sondern 10 Millionen Haushalte. Das sind wesentlich mehr Bürger. ;)
Was Berlin betrifft bin ich gespannt, wie das gezielte Abschalten organisiert wird, oder ob einfach abgeschaltet wird.
Im rot-dunkelrot-grünen Berlin ist alles möglich. :D
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Re: Kernkraftwerke länger betreiben und stillgelegte Anlagen reaktivieren

Beitrag von JJazzGold »

Kamikaze hat geschrieben: Mo 26. Sep 2022, 07:22 Davon gehen vermutlich zwei mangels Brennstoff ohnehin zeitnah aus. Ganz von alleine.
Und ohne vergoldete Reperaturen, die rund ein Jahr dauern dürften wenn alles glatt läuft, gehen die danach auch nicht wieder ans Netz.

Und das eine übrige Kraftwerk hat zunehmend technische Probleme abseits des Brennstoffs, der womöglich (!!!) noch bis April reichen könnte. Spätestens dann steht auch das Teil erst mal.

Stört aber alles nicht. Sind sicherlich die Grünen dran schuld, dass ganz plötzlich das seit mehr als zehn Jahre angekündigte Enddatum eines Gesetzes im Raum steht und sich alle darauf vorbereitet haben... :rolleyes:
Es sind in der Tat die Grünen, genauer gesagt das grün besetzte Wirtschaftsministerium schuld daran, dass in der Energiekrise drei weiterhin produktionsfähige AKWs abgeschaltet und stillgelegt werden. Daran wird man sich erinnern.
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Re: Kernkraftwerke länger betreiben und stillgelegte Anlagen reaktivieren

Beitrag von Seidenraupe »

JJazzGold hat geschrieben: Mo 26. Sep 2022, 07:42 Mit Verlaub, eine Korrektur, es sind nicht 10 Millionen Bürger, sondern 10 Millionen Haushalte. Das sind wesentlich mehr Bürger. ;)
Was Berlin betrifft bin ich gespannt, wie das gezielte Abschalten organisiert wird, oder ob einfach abgeschaltet wird.
Im rot-dunkelrot-grünen Berlin ist alles möglich. :D
ne, ich las immer 10 Millionen Bürger und hatte das auch schon so verlinkt.
Nach den Erfahrungen , zB wie die letzte Bundestagswahl, wird das eher ein holpriger Winter.

@Kamikaze

das Atomaustiegsgesetz ist kein Naturgesetz der Physik sondern ein von Menschen geschriebenes Gesetz.
Deswegen kann es von Menschen auch geändert werden.
Es kann sogar bestehen bleiben und durch ein zeitweiliges Moratorium zum kurz oder mittelfristigen AKW Weiterbetrieb bis zum Ende der Energiekrise ergänzt werden.
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Re: Kernkraftwerke länger betreiben und stillgelegte Anlagen reaktivieren

Beitrag von Kamikaze »

Seidenraupe hat geschrieben: Mo 26. Sep 2022, 08:37 das Atomaustiegsgesetz ist kein Naturgesetz der Physik sondern ein von Menschen geschriebenes Gesetz.
Deswegen kann es von Menschen auch geändert werden.
Es kann sogar bestehen bleiben und durch ein zeitweiliges Moratorium zum kurz oder mittelfristigen AKW Weiterbetrieb bis zum Ende der Energiekrise ergänzt werden.
Ändert an den technischen Hürden genau... was? :?
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Re: Kernkraftwerke länger betreiben und stillgelegte Anlagen reaktivieren

Beitrag von JJazzGold »

Seidenraupe hat geschrieben: Mo 26. Sep 2022, 08:37 ne, ich las immer 10 Millionen Bürger und hatte das auch schon so verlinkt.
Nach den Erfahrungen , zB wie die letzte Bundestagswahl, wird das eher ein holpriger Winter.

Ok.
Ich bezog mich auf die Aussage des BDEW.

"Diese Größenordnung bestätigt auf Nachfrage auch der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW). Im Jahr 2021 hätten die drei AKW ca. 33.000 bis 33.500 Gigawattstunden ins Netz eingespeist, so der Verband. Diese Menge konnte den Bedarf von rund 11 Millionen Haushalten decken."

2019 waren es 10,4 Mio Haushalte.
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Re: Kernkraftwerke länger betreiben und stillgelegte Anlagen reaktivieren

Beitrag von relativ »

JJazzGold hat geschrieben: Mo 26. Sep 2022, 07:42 ....
Was Berlin betrifft bin ich gespannt, wie das gezielte Abschalten organisiert wird, oder ob einfach abgeschaltet wird.
Im rot-dunkelrot-grünen Berlin ist alles möglich. :D
Es wird dann abgeschaltet, wenn das Stromnetz gefährdet ist, so wie angekündigt und auch üblich und vorgeschrieben. Um solche Ausfälle zu verhindern/vermeiden wird den Leuten nahe gelegt, dort zu sparen wo es ihnen möglich ist. Je mehr mitmachen umso unwahrscheinlicher werden solche Abschaltungen. Eine große Vorlaufzeit für die Bürger kann es bei solchen Notabschaltungen natürlich nicht geben.

O-Ton Giffey als es um die Frage der Schutz von Anlagen bei Überlastung ging: " Wenn man dafür an bestimmten Stellen dann mal für 2 Stunden, für 3 Stunden , angekündigt auf Strom verzichten muss, dann ist das ein Szenario, das vertretbar ist"
Die Städte sollten an entsprechenden Notfallplänen arbeiten
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Re: Kernkraftwerke länger betreiben und stillgelegte Anlagen reaktivieren

Beitrag von Seidenraupe »

relativ hat geschrieben: Mo 26. Sep 2022, 10:10 Es wird dann abgeschaltet, wenn das Stromnetz gefährdet ist, so wie angekündigt und auch üblich und vorgeschrieben.
Ich leb ja schon ein paar Jährchen, aber Stromabschaltungen für 2-3 Stunden waren NIE üblich.
Vielleicht war die Stromversorgung so stabil, weil wir zuverlässig arbeitende Atomkraftwerke und dadurch immer genügend Strom hatten.
2021/2022 gehen mit dem Ende der AKWs zusammen und insgesamt 12% der dt Stromproduktion vom Netz.

Dass das Auswirkungen, sogar ganz ohne die Energiekrise durch Russlands Angriffskrieg haben würde, war jedem klar der einen Rechenschieber bedienen oder das Abzählen an 5 Fingern beherrscht. Denn der Strombedarf STEIGT und sinkt nicht, es soll in naher Zukunft noch eine Millionenflotte von e Autos durchs Land rollen :? :( :? Der Traum mancher: Den steigenden Strombedarf mit sinkendem Angebot realisieren....
Für Realisten, die von Motag-Freitag die Schulbank gedrückt haben, nicht machbar. Für Märchengläubige ala "Des KAisers neue Kleider"" die neue Zukunft
Aber vielleicht lebe ich nicht im gleichen Universum wie andere user....
Wie viele Windräder werden 2022 gebaut?
Im ersten Halbjahr 2022 wurden 238 neue Windräder mit einer Leistung von zusammen 977 Megawatt installiert – in etwa so viel wie im Vorjahreszeitraum. ....
Weil auch alte Anlagen stillgelegt wurden, lag der sogenannte Netto-Zubau im ersten Halbjahr bei 878 Megawatt, etwas mehr als im Vorjahresvergleich.
Stand Juli 2022 https://www.mdr.de/nachrichten/deutschl ... t-100.html

Jedes der 3 Stillgelegten AKW hat DEUTLICH mehr Leistung ( Emsland 1400 MW)
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Re: Kernkraftwerke länger betreiben und stillgelegte Anlagen reaktivieren

Beitrag von H2O »

JJazzGold hat geschrieben: Mo 26. Sep 2022, 07:45 Es sind in der Tat die Grünen, genauer gesagt das grün besetzte Wirtschaftsministerium schuld daran, dass in der Energiekrise drei weiterhin produktionsfähige AKWs abgeschaltet und stillgelegt werden. Daran wird man sich erinnern.
Hoffentlich auch dann, wenn wir diese Krise durch Anstrengungen der Bundesregierung und Sparbemühungen der Mitbürger bewältigen konnten. Kurs halten auch in schwerem Wasser.
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Re: Kernkraftwerke länger betreiben und stillgelegte Anlagen reaktivieren

Beitrag von relativ »

Seidenraupe hat geschrieben: Mo 26. Sep 2022, 11:20 Ich leb ja schon ein paar Jährchen, aber Stromabschaltungen für 2-3 Stunden waren NIE üblich.
Vielleicht war die Stromversorgung so stabil, weil wir zuverlässig arbeitende Atomkraftwerke und dadurch immer genügend Strom hatten.
2021/2022 gehen mit dem Ende der AKWs zusammen und insgesamt 12% der dt Stromproduktion vom Netz.
Auch nur noch mit 3 AkWs war das Stromnetzt in Deutschland im Vergleich immer recht Stabil. Für den Fall das, gibt es aber geplante und regionale Stromabstellung, wurde hier schon mehrfach erwähnt, keine Ahnung ob und wie du hier mitliest.
Dass das Auswirkungen, sogar ganz ohne die Energiekrise durch Russlands Angriffskrieg haben würde, war jedem klar der einen Rechenschieber bedienen oder das Abzählen an 5 Fingern beherrscht. Denn der Strombedarf STEIGT und sinkt nicht, es soll in naher Zukunft noch eine Millionenflotte von e Autos durchs Land rollen :? :( :? Der Traum mancher: Den steigenden Strombedarf mit sinkendem Angebot realisieren....
Für Realisten, die von Motag-Freitag die Schulbank gedrückt haben, nicht machbar. Für Märchengläubige ala "Des KAisers neue Kleider"" die neue Zukunft
Aber vielleicht lebe ich nicht im gleichen Universum wie andere user....
Ja sinkender Strombedarf (Stromsparen) gleich weniger Stromverbrauch, gleich.... auch frag doch Realist wie das mit Angebot und Nachfrage funktioniert :D
Ob der Stromverbrauch im Winter so exorbitant (wie du wohl vermutest )steigt, sodas wir in der Tat Probleme kriegen könnten, liegt einzig und allein am Sparwillen der Bürger und da bin ich, ausser den üblichen paar Unverbesserlichen, guter Dinge das die meisten Bürger Zuhause Quellen finden, wo sie sparen können und es auch tun. Diejenigen die weniger Geld haben muessen sogar.
Btw, auch wenn die 2 oder 3 AKWs laufen, müssten wir nach deiner Rechnung, dann wohl auch Strom einsparen.
Das Banale braucht man nicht zu schälen.
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Re: Kernkraftwerke länger betreiben und stillgelegte Anlagen reaktivieren

Beitrag von Seidenraupe »

H2O hat geschrieben: Mo 26. Sep 2022, 11:57 Hoffentlich auch dann, wenn wir diese Krise durch Anstrengungen der Bundesregierung und Sparbemühungen der Mitbürger bewältigen konnten. Kurs halten auch in schwerem Wasser.
Die gegenwärtige Krise ist nicht durch Sparbemühungen der Bürger zu überwinden. Dieser Glaube ist in meinen Augen naiv und gefährlich.
Warum? Dafür gibt es für mich mehrere Gründe
*weil er den Bürgern die Last der Versorgungssicherheit aufbürdet -ohne dass sie darauf angebotsseitig überhaupt Einfluss nehmen könnten
*weil er den Bürgern im Falle des Scheiterns die Schuld zuschiebt (du hättest zu die Stunde Arbeitsweg auch zu Fuß gehen können; du hast nicht dauerhaft unter 20 Grad geheizt, du hast zulange geduscht, du hast Weihnachtsbeleuchtung verwendet...)
*weil mit Sparappellen dem Bürger eine Erfolgsgarantie vermittelt wird (siehe dein Beitrag: wenn du genug tust, dann haben wir alle Erfolg) --
*und weil bei Misserfolgen ein ordentliches Frustrationspotential entsteht (ich habe doch den Waschlappen benutzt und für den Frieden gefroren und trotzdem kann ich dies und jenes mir nicht mehr leisten" --hier können frustrierte Wähler leicht abgeholt werden.

Krise ist darüber hinaus in der EU legal definiert.
ich stells gern ein
(1) Krise ist jede Situation in einem Mitgliedstaat der Europäischen Union oder einem Drittland, in der ein Schadensereignis eingetreten ist, das deutlich über die Ausmaße von Schadensereignissen des täglichen Lebens hinausgeht und

1.
dabei Leben und Gesundheit zahlreicher Menschen erheblich gefährdet oder einschränkt,
2.
eine erhebliche Auswirkung auf Sachwerte hat oder
3.
lebensnotwendige Versorgungsmaßnahmen für die Bevölkerung erforderlich macht.


Eine Krise liegt auch vor, wenn konkrete Umstände dafür vorliegen, dass ein solches Schadensereignis unmittelbar bevorsteht. Bewaffnete Konflikte und Kriege sind Krisen im Sinne dieser Verordnung.
https://www.gesetze-im-internet.de/vsvgv/__4.html

Ich bin mir leider sehr sicher, dass wir von einer länger andauernden Krise nach Legaldefinition der EU reden. Ohne die Normalisierung der Beziehungen zu Russland in ferner Zukunft zum Zeitpunkt x) eher sogar von einer dauerhaften Krise.
Was die Energieversorgung angeht, ist davon auszugehen dass im Rahmen der Energiewende ein bestimmtes Maß an Einschränkungen (im Vergleich zum Zustand vor der KRise) dauerhaft bleiben wird . Die Auswirkungen auf Sachwerte kann ich nicht beurteilen, falls Firmenpleiten darunter fallen sollten, sind das auch dauerhafte Ereignisse.

https://www.gesetze-im-internet.de/vsvgv/__4.html
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Re: Kernkraftwerke länger betreiben und stillgelegte Anlagen reaktivieren

Beitrag von Seidenraupe »

relativ hat geschrieben: Mo 26. Sep 2022, 12:05 Auch nur noch mit 3 AkWs war das Stromnetzt in Deutschland im Vergleich immer recht Stabil. Für den Fall das, gibt es aber geplante und regionale Stromabstellung, wurde hier schon mehrfach erwähnt, keine Ahnung ob und wie du hier mitliest.

Ja sinkender Strombedarf (Stromsparen) gleich weniger Stromverbrauch, gleich.... auch frag doch Realist wie das mit Angebot und Nachfrage funktioniert :D
Ob der Stromverbrauch im Winter so exorbitant (wie du wohl vermutest )steigt, sodas wir in der Tat Probleme kriegen könnten, liegt einzig und allein am Sparwillen der Bürger und da bin ich, ausser den üblichen paar Unverbesserlichen, guter Dinge das die meisten Bürger Zuhause Quellen finden, wo sie sparen können und es auch tun. Diejenigen die weniger Geld haben muessen sogar.
Btw, auch wenn die 2 oder 3 AKWs laufen, müssten wir nach deiner Rechnung, dann wohl auch Strom einsparen.
erstens: ja ich lese mit. Stromabschaltungen ala Giffey sind NICHT normal. Auch wenn du versuchtst es so darzustellen
zweitens: Ich bezog mich nicht auf einen saisonal höheren Strombedarf sondern um einen Anstieg des Strombedarfs, u.a durch politische Entscheidungen wie E-Auto
WEnn du hier mitliest, die politischen Diskussionen vorallem seitens der Grünen und die Tagespresse verfolgst, wüsstest du dass wir perspektivisch keinen abnehmenden, sondern zunehmenden Strombedarf haben und der Ausbau EE hinterherhinkt sowie die Speicherfrage ungeklärt ist (im industriellen Maßsstab und nicht der Akku/die Batterie für den Eigenbedarf).

Gern auch ein aktueller Beleg aus dem Umweltbundesamt (ich bin informiert, wie du siehst. Und zwar nicht von dubiosen twitter Meldungen oder vom Hörensagen)
Künftig ist mit einer Zunahme des Stromverbrauchs zu rechnen, da Effekte der sogenannten Sektorkoppelung einzuplanen sind. Dazu zählt, dass sowohl Fahrzeugantriebe als auch Wärmebereitstellung in Gebäuden (Stichwort Wärmepumpe) verstärkt auf elektrischer Basis betrieben werden sollen.
https://www.umweltbundesamt.de/daten/en ... mverbrauch

Ich lasse mir auch nicht von Habeck (wie haben eine Chance durch den Winter zu kommen wenn das Wetter mitspielt" und Scholz "Wir kommen durch den Winter" den Blick auf den perspektivischen Energiemangel verkleistern.

Wenn den beiden der kommende Winter wichtig ist: Logisch.
Aber Fahren auf Sicht, kann sich das Land nach 16 trögen Merkeljahren nicht mehr leisten.

Ich diskutiere das mit meinen grünen Abgeordneten Spezln schon lange, dass ihre Rechnung nicht so aufgeht, dass keine Mangellage entsteht. Aber grüne Idealisten und die Realität sind 2 paar Unterschiedl Schuhe....
Der Krieg in der Ukraine verschärft die Situation, zweifellos.
Aber er ist nicht alleiniger Grund.

Bin gespannt ob Habecks Ausbaupläne EE voran kommen.
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Re: Kernkraftwerke länger betreiben und stillgelegte Anlagen reaktivieren

Beitrag von relativ »

Seidenraupe hat geschrieben: Mo 26. Sep 2022, 12:20 Die gegenwärtige Krise ist nicht durch Sparbemühungen der Bürger zu überwinden. Dieser Glaube ist in meinen Augen naiv und gefährlich.
Also wie soll dies denn sonst gehen in so einer Krise. Die 3 AKWs helfen da wohl auch nicht weitzer , oder doch...?
Warum? Dafür gibt es für mich mehrere Gründe
*weil er den Bürgern die Last der Versorgungssicherheit aufbürdet -ohne dass sie darauf angebotsseitig überhaupt Einfluss nehmen könnten
*weil er den Bürgern im Falle des Scheiterns die Schuld zuschiebt (du hättest zu die Stunde Arbeitsweg auch zu Fuß gehen können; du hast nicht dauerhaft unter 20 Grad geheizt, du hast zulange geduscht, du hast Weihnachtsbeleuchtung verwendet...)
*weil mit Sparappellen dem Bürger eine Erfolgsgarantie vermittelt wird (siehe dein Beitrag: wenn du genug tust, dann haben wir alle Erfolg) --
*und weil bei Misserfolgen ein ordentliches Frustrationspotential entsteht (ich habe doch den Waschlappen benutzt und für den Frieden gefroren und trotzdem kann ich dies und jenes mir nicht mehr leisten" --hier können frustrierte Wähler leicht abgeholt werden.
Punkt 1: Der Bürger ist der Staat und natürlich wird diesem alles aufgebürdet was zu einer Krise gehört, war dies jemals anders und wem soll es denn dann aufgebürdet werden?
Ob das Angebot von Strom diesen Winter ausreicht liegt natürlich auch am Verbraucher, was denn sonst.
Punkt 2: Dummdreiste Ausrede nicht sparen zu wollen.
Punkt 3 : Nein niemand hat eine Garantie abgegeben, aber der Normale Fakt, daß wenn weniger Strom verbraucht wird, die Gefahr sinkt sollte dir einleuchten.
Punkt 4: Wie man hier im Forum gut sehen kann , werden "diese Bürger" schon von weit aus weniger abgeholt.... :x

Der soziale Friede hängt in diesen Krisenzeiten eher davon ab, wie die Lasten aka Kosten in der Gesellschaft verteilt werden, oder ob wir nach der Krise mit einem noch viel größeren Gefälle und Spaltung dieser Gesellschaft zu tun haben werden. Da liegt unser eigentliches Problem, wenn wir über Stabilität reden wollen. Gleiches gilt natürlich auch für die EU.

Ich bin mir leider sehr sicher, dass wir von einer länger andauernden Krise nach Legaldefinition der EU reden. Ohne die Normalisierung der Beziehungen zu Russland in ferner Zukunft zum Zeitpunkt x) eher sogar von einer dauerhaften Krise.
Was die Energieversorgung angeht, ist davon auszugehen dass im Rahmen der Energiewende ein bestimmtes Maß an Einschränkungen (im Vergleich zum Zustand vor der KRise) dauerhaft bleiben wird . Die Auswirkungen auf Sachwerte kann ich nicht beurteilen, falls Firmenpleiten darunter fallen sollten, sind das auch dauerhafte Ereignisse.
Ja es wird eine längere Krise geebn, aber in dieser steckt natürlich auch die Chance sich entgültig von fossilen Energieträgern unabhängig zu machen und damit auch von Staaten die unsere Werte nicht teilen.
Das Banale braucht man nicht zu schälen.
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Re: Kernkraftwerke länger betreiben und stillgelegte Anlagen reaktivieren

Beitrag von Seidenraupe »

wir diskutieren 2 Ebenen durcheinander:
Das Überstehen des Winters
Das Überstehen der Energiewende

Die Krise, die ich anspreche, bezieht sich nicht allein auf einen saisonalen Anstieg des Energiebedarfs und wird durch die Energiewende verursacht sowie durch den Krieg in der Ukraine enorm verschärft.
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Re: Kernkraftwerke länger betreiben und stillgelegte Anlagen reaktivieren

Beitrag von Seidenraupe »

relativ hat geschrieben: Mo 26. Sep 2022, 12:42
Ja es wird eine längere Krise geebn, aber in dieser steckt natürlich auch die Chance sich entgültig von fossilen Energieträgern unabhängig zu machen und damit auch von Staaten die unsere Werte nicht teilen.
In jeder Krise steckt neben der Chance auch das Risiko der Katastrophe.
Beide beenden die Krise.

Wir werden uns NIE von Staaten unabhängig machen können, die unsere Werte nicht teilen. Scholz Reise vom Wochenende allein genügt schon, um deinem Argument jegliche Basis zu entziehen.
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Re: Kernkraftwerke länger betreiben und stillgelegte Anlagen reaktivieren

Beitrag von H2O »

Da schimmert durch, daß unser Land, ein freiheitlicher Rechtsstaat, sich vollständig von einem Partner abhängig machten soll, der mit Gewalt und Kriegsverbrechen der schlimmsten Art sein Herrschaftsgebiet ausdehnen will. Der Verbrecherherrschaft bläst nun ein sehr kalter Wind ins Gesicht... und kleinmütige Leute möchten sich bei ihm anbiedern, um nur ja nicht über ihr eigenes Verhalten ihren Beitrag zum vorzeitigen Ende der Gewaltherrschaft bei zu tragen.

Klar, der liebe Gott hat Gas und Öl dort in Mengen werden lassen, wo teils unerträgliche Herrschaft ausgeübt wird. Aber ich sehe schon noch einen Unterschied, ob ich bei 10 miteinander streitenden Ländern einkaufe, oder bei einem wild zur Vergrößerung seines Herrschaftsbereichs entschlossenen Wüterich.

Ansonsten ist in Deutschland alles, was irgendwie drin ist, auf den planvollen Ausbau der erneuerbaren Energien zu richten.
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Re: Kernkraftwerke länger betreiben und stillgelegte Anlagen reaktivieren

Beitrag von Kamikaze »

Seidenraupe hat geschrieben: Mo 26. Sep 2022, 12:51 Wir werden uns NIE von Staaten unabhängig machen können, die unsere Werte nicht teilen.
Könnten wir durchaus innerhalb von 10 Jahren. Man müsste es nur ernsthaft wollen.
Details dazu in meiner Signatur (How-To Energiewende).
Dass es aber nicht von heute auf morgen zu 100% klappt ist auch klar - deshalb ist Scholz' Reise absolut verständlich und sollte als Fingerzeig verstanden werden, mit welchen Regimen wir "anbandeln" müssen, wenn wir weiterhin auf fossile Energieträger setzen.
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Re: Kernkraftwerke länger betreiben und stillgelegte Anlagen reaktivieren

Beitrag von relativ »

Seidenraupe hat geschrieben: Mo 26. Sep 2022, 12:29 erstens: ja ich lese mit. Stromabschaltungen ala Giffey sind NICHT normal. Auch wenn du versuchtst es so darzustellen
Nein die "rotierende Abschaltung" ist genau das was Giffert meint. Aber klar du kannst da soviel reininterprtieren wie es andere auch tun., macht es nur nicht richtiger.
zweitens: Ich bezog mich nicht auf einen saisonal höheren Strombedarf sondern um einen Anstieg des Strombedarfs, u.a durch politische Entscheidungen wie E-Auto
Ja da muss natürlich der EE Strom mitwachsen, also keine Zeit mehr für Hinhaltetaktiken in der Hoffnung auf ein Atomrevival.
WEnn du hier mitliest, die politischen Diskussionen vorallem seitens der Grünen und die Tagespresse verfolgst, wüsstest du dass wir perspektivisch keinen abnehmenden, sondern zunehmenden Strombedarf haben und der Ausbau EE hinterherhinkt sowie die Speicherfrage ungeklärt ist (im industriellen Maßsstab und nicht der Akku/die Batterie für den Eigenbedarf).
Zu glauben da wächst nicht mit ist natürlich auch eine Sichtweise. Wiel wichtiger werden die Weichenstellungen sein und das diese endlich nicht mehr torpediert werden, sondern das man den einmal eingeschlagenen Weg auch mal mutig fortsetzt.
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https://www.umweltbundesamt.de/daten/en ... mverbrauch
Ich lasse mir auch nicht von Habeck (wie haben eine Chance durch den Winter zu kommen wenn das Wetter mitspielt" und Scholz "Wir kommen durch den Winter" den Blick auf den perspektivischen Energiemangel verkleistern.
Du kannst die Chance doch sehen wie du willst, aber glaube nicht das ich deiner Glaskugel vorraussicht folge.
Wenn den beiden der kommende Winter wichtig ist: Logisch.
Aber Fahren auf Sicht, kann sich das Land nach 16 trögen Merkeljahren nicht mehr leisten.
Nunja die Krise muss natürlich erstmal überwunden werden in der Hoffung, daß danach nicht schon die nächste wartet. Aber für mich gibt es keine Alternative , die in Sicht ist, für eine Abkehr von fossiler Energerie.
Ich diskutiere das mit meinen grünen Abgeordneten Spezln schon lange, dass ihre Rechnung nicht so aufgeht, dass keine Mangellage entsteht. Aber grüne Idealisten und die Realität sind 2 paar Unterschiedl Schuhe....
Der Krieg in der Ukraine verschärft die Situation, zweifellos.
Aber er ist nicht alleiniger Grund.
Schau doch mal wo uns fossile Energie hingebracht hat. Wenn du dir Sorgen um die Zukunft machst, dann sollte deine größste Sorge dem Klima gelten und welche Folgen der Klimawandel auf unsere Geselslchaften haben wird. Ein so weiter , weil man sich nicht ändern möchte, ist einfach nur Irrsinn
Bin gespannt ob Habecks Ausbaupläne EE voran kommen.
Nunja wenn gewisse Bundesländer hier nicht weiter auf Zeit spielen und der Ausbau auch gerichtlich als Systemrelevant engesehen wird, könnte es schneller gehen.
Das ist ja von Bundesland zu Bundesland schon krasse Unterschiede.
https://www.topagrar.com/energie/news/e ... 79458.html
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Re: Kernkraftwerke länger betreiben und stillgelegte Anlagen reaktivieren

Beitrag von Seidenraupe »

relativ hat geschrieben: Mo 26. Sep 2022, 13:13 Nein die "rotierende Abschaltung" ist genau das was Giffert meint.
was verstehst du unter rotierender Abschaltung?
Vielleicht sollten wir das klären, bevor mit Argumenten weiter gefochten wird ;)
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Re: Kernkraftwerke länger betreiben und stillgelegte Anlagen reaktivieren

Beitrag von relativ »

Seidenraupe hat geschrieben: Mo 26. Sep 2022, 13:21 was verstehst du unter rotierender Abschaltung?
Vielleicht sollten wir das klären, bevor mit Argumenten weiter gefochten wird ;)
Da werden geplant bestimmte Teile der Last vom System getrennt, für einen bestimmten Zeitraum.
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Re: Kernkraftwerke länger betreiben und stillgelegte Anlagen reaktivieren

Beitrag von Seidenraupe »

relativ hat geschrieben: Mo 26. Sep 2022, 14:11 Da werden geplant bestimmte Teile der Last vom System getrennt, für einen bestimmten Zeitraum.
beziehen sich die von dir genannten Teile auf ein Stadtgebiet oder handelt es sich dabei um gezielten (vertragl vereinbarten) Lastabwurf?
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Re: Kernkraftwerke länger betreiben und stillgelegte Anlagen reaktivieren

Beitrag von Kamikaze »

Seidenraupe hat geschrieben: Mo 26. Sep 2022, 14:32 beziehen sich die von dir genannten Teile auf ein Stadtgebiet oder handelt es sich dabei um gezielten (vertragl vereinbarten) Lastabwurf?
Du kannst davon ausgehen, dass bevor es zu einer ungeplanten Abschaltung kommt vorher alle vertraglich vereinbarten Möglichkeiten genutzt werden - schon allein um Schadenersatzforderungen zu entgehen.
Glücklicherweise ist aus der Atom-Ära mit ihren schlecht regelbaren Boliden noch genug Demandside-Regelpotential (Lastabwurfverträge) vorhanden um da auf gigantische Potentiale zugreifen zu können, wenn es denn nötig werden sollte.
Fun fact: Seit die ersten AKW vom Netz gingen haben sich die Zeiten, in denen Lastabwurfverträge in Anspruch genommen wurden drastisch reduziert. :thumbup:
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Re: Kernkraftwerke länger betreiben und stillgelegte Anlagen reaktivieren

Beitrag von relativ »

Seidenraupe hat geschrieben: Mo 26. Sep 2022, 14:32 beziehen sich die von dir genannten Teile auf ein Stadtgebiet oder handelt es sich dabei um gezielten (vertragl vereinbarten) Lastabwurf?
Wenn die vertraglichen Möglichkeiten ausgereizt sind, geht es natürlich auch um Regionen, oder ganze Stadtgebiete, falls dieser Fall überhaupt eintritt. Die Menschen auf so eine Möglichkeit aufmerksam zu machen und dies auch als hinnehmbar in der Krise zu bezeichnen , finde ich völlig OK, für einen Verantwortlichen in der Politik.
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Re: Kernkraftwerke länger betreiben und stillgelegte Anlagen reaktivieren

Beitrag von roli »

Tom Bombadil hat geschrieben: So 25. Sep 2022, 14:00 Prinzipiell bin ich ja auch sehr dafür, dass wir uns mit EE unabhängig vom Ausland machen, aber das Beispiel El Hierro zeigt immer noch, wie schwierig das ist. Und das ist nur ein kleines Inselchen, nicht ein Industriestaat mit über 80 Mio Einwohnern.
wir werden uns auch mit EE nicht unabhängig machen.
Die Flächen in Deutschland oder auch Europa reichen nicht aus, um den zukünftigen Energiebedarf zu decken.
Ergo wird z.B. die Sahara hier zukünftig eine Rolle spielen.
Bis es soweit ist, sollten natürlich die KKW weiterlaufen. Da steht außer Frage.
Ist ja auch eine klimafreundliche Quelle, wie die EU unlängst bestätigte.
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Re: Kernkraftwerke länger betreiben und stillgelegte Anlagen reaktivieren

Beitrag von roli »

Kamikaze hat geschrieben: Mo 26. Sep 2022, 07:22 Davon gehen vermutlich zwei mangels Brennstoff ohnehin zeitnah aus. Ganz von alleine.
Und ohne vergoldete Reperaturen, die rund ein Jahr dauern dürften wenn alles glatt läuft, gehen die danach auch nicht wieder ans Netz.

Und das eine übrige Kraftwerk hat zunehmend technische Probleme abseits des Brennstoffs, der womöglich (!!!) noch bis April reichen könnte. Spätestens dann steht auch das Teil erst mal.

Stört aber alles nicht. Sind sicherlich die Grünen dran schuld, dass ganz plötzlich das seit mehr als zehn Jahre angekündigte Enddatum eines Gesetzes im Raum steht und sich alle darauf vorbereitet haben... :rolleyes:
vor 10 Jahren war die Gasversorgung ein alternative Lösung zu dem AKWs.
Nicht jeder war mit diesen Entscheidungen zufrieden.
Wie hatten das nochmal Schröder und seine Grünen gehanhabt?
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Re: Kernkraftwerke länger betreiben und stillgelegte Anlagen reaktivieren

Beitrag von roli »

JJazzGold hat geschrieben: Mo 26. Sep 2022, 07:42 Mit Verlaub, eine Korrektur, es sind nicht 10 Millionen Bürger, sondern 10 Millionen Haushalte. Das sind wesentlich mehr Bürger. ;)
Was Berlin betrifft bin ich gespannt, wie das gezielte Abschalten organisiert wird, oder ob einfach abgeschaltet wird.
Im rot-dunkelrot-grünen Berlin ist alles möglich. :D
sollte aber nicht Nachts passieren.
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Re: Kernkraftwerke länger betreiben und stillgelegte Anlagen reaktivieren

Beitrag von roli »

JJazzGold hat geschrieben: Mo 26. Sep 2022, 07:45 Es sind in der Tat die Grünen, genauer gesagt das grün besetzte Wirtschaftsministerium schuld daran, dass in der Energiekrise drei weiterhin produktionsfähige AKWs abgeschaltet und stillgelegt werden. Daran wird man sich erinnern.
hoffentlich. Die Menschen vergessen schnell und gerne.
Gut. nicht alle, das stimmt.
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Re: Kernkraftwerke länger betreiben und stillgelegte Anlagen reaktivieren

Beitrag von roli »

relativ hat geschrieben: Mo 26. Sep 2022, 12:42 ...


Ja es wird eine längere Krise geebn, aber in dieser steckt natürlich auch die Chance sich entgültig von fossilen Energieträgern unabhängig zu machen und damit auch von Staaten die unsere Werte nicht teilen.
Hier mache ich eindeutig vom Vetorecht gebrauch.
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Re: Kernkraftwerke länger betreiben und stillgelegte Anlagen reaktivieren

Beitrag von roli »

H2O hat geschrieben: Mo 26. Sep 2022, 13:09 ...
Klar, der liebe Gott hat Gas und Öl dort in Mengen werden lassen, wo teils unerträgliche Herrschaft ausgeübt wird. Aber ich sehe schon noch einen Unterschied, ob ich bei 10 miteinander streitenden Ländern einkaufe, oder bei einem wild zur Vergrößerung seines Herrschaftsbereichs entschlossenen Wüterich.

...
Saudis > Jemen.
Auch die begehen Kriegsverbrechen, so sehr ich auch den Iran (also die dortigen Herrscher) verabscheue.
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Re: Kernkraftwerke länger betreiben und stillgelegte Anlagen reaktivieren

Beitrag von 3x schwarzer Kater »

Kamikaze hat geschrieben: Mo 26. Sep 2022, 13:13 Könnten wir durchaus innerhalb von 10 Jahren. Man müsste es nur ernsthaft wollen.
Details dazu in meiner Signatur (How-To Energiewende).
Selbst der Graslutscher hat verstanden dass der frühe Austieg aus der Kernenergie (erst Atom, dann Kohle statt umgekehrt) im Hinblick auf die Energiewende vollkommener Unsinn war.
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Re: Kernkraftwerke länger betreiben und stillgelegte Anlagen reaktivieren

Beitrag von Kamikaze »

3x schwarzer Kater hat geschrieben: Mo 26. Sep 2022, 15:47 Selbst der Graslutscher hat verstanden dass der frühe Austieg aus der Kernenergie (erst Atom, dann Kohle statt umgekehrt) im Hinblick auf die Energiewende vollkommener Unsinn war.
Ändert aber an der aktuellen technischen Unmöglichkeit auch nichts.
Der Zug ist längst abgefahren.
AKW bringen uns diesen Winter fast nichts bis nichts und sogar falls (!!!) es eine Verlängerung gäbe wäre da auch im nächsten Winter vermutlich noch keines davon wieder am Netz.
Daran haben aber auch nichtmal die Betreiber ein ernsthaftes Interesse, da EE deutlich gewinnträchtiger sind, wenn sie denn gebaut werden dürfen.
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Re: Kernkraftwerke länger betreiben und stillgelegte Anlagen reaktivieren

Beitrag von JJazzGold »

roli hat geschrieben: Mo 26. Sep 2022, 15:22 sollte aber nicht Nachts passieren.
Dunkle Gassen haben ihr Eigenleben.
In Südafrika gibt es einen Plan, online abrufbar, welche Stadtteile z.B. von Johannisburg von wann bis wann keine Stromversorgung haben.
Fragt sich, ob Berlin so modern wie Johannisburg organisiert wird?
Die gefährlichste aller Weltanschauungen ist die der Leute, welche die Welt nie angeschaut haben.
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Re: Kernkraftwerke länger betreiben und stillgelegte Anlagen reaktivieren

Beitrag von Schnitter »

roli hat geschrieben: Mo 26. Sep 2022, 15:15 wir werden uns auch mit EE nicht unabhängig machen.
Die Flächen in Deutschland oder auch Europa reichen nicht aus, um den zukünftigen Energiebedarf zu decken.
Quelle ?
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Re: Kernkraftwerke länger betreiben und stillgelegte Anlagen reaktivieren

Beitrag von Tom Bombadil »

JJazzGold hat geschrieben: Mo 26. Sep 2022, 16:12In Südafrika gibt es einen Plan, online abrufbar, welche Stadtteile z.B. von Johannisburg von wann bis wann keine Stromversorgung haben.
Schlimm genug, dass die deutsche Hauptstadt auf dem Niveau einer Dritte Welt-Stadt angekommen ist :dead:
The tree of liberty must be refreshed from time to time with the blood of patriots and tyrants. It is its natural manure.
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