Kernkraftwerke länger betreiben und stillgelegte Anlagen reaktivieren

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Kamikaze
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Re: Kernkraftwerke länger betreiben und stillgelegte Anlagen reaktivieren

Beitrag von Kamikaze »

Perdedor hat geschrieben: Do 22. Sep 2022, 19:00 Es geht um GAS.
Wir benötigen aufgrund der Energiewende viel MEHR Gas, als vorher. Es wird gar kein Gas eingepart, sondern viel mehr benötigt.
Falsch.
https://de.statista.com/statistik/daten ... 9622bb4a.7
In den letzten Monaten ist der Gasverbrauch sogar sehr stark gefallen:
https://www.zdf.de/nachrichten/wirtscha ... d-100.html
EE sind im Durchschnitt die teuersten Stromquellen (die Vergütung ist wesentlich höher, als die Grenzkosten der anderen Erzeugungsarten).
Also meine PV bringt je kWh etwa 6,25cent/kWh Vergütung. (Das reicht immer noch aus um den Anlagenkredit vollständig aus der Vergütung zu bezahlen.) ( https://www.photovoltaik4all.de/aktuell ... lagen-2017 )
Da müssen sich Großkraftwerke schon anstrengen, da mithalten zu können.
Die PPA-Preise (hinreichend genau: Grenzkosten) für Windstrom betrugen 2021 rund 0,8cent/kWh und für Freiflächen-PV rund 0,5ct/kWh. ( https://www.energie-und-management.de/n ... mwh-147926 )
Atomstrom mit 37,8cent/kWh liegt da weit abgeschlagen. ( https://de.statista.com/infografik/2723 ... ietraeger/ )

Lern erst mal die Basics, ehe du dich hier weiter mit haltlosen Stammtischparolen blamierst. ;)
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Re: Kernkraftwerke länger betreiben und stillgelegte Anlagen reaktivieren

Beitrag von Perdedor »

Kamikaze hat geschrieben: Falsch.
Du verlinkst Statistiken ohne sie überhaupt verstanden zu haben.
Der Anteil der Erdgases an der Stromerzeugung hat sich in Deutschland sich von 1990 auf 2020 fast verdreifacht(von 6% auf 16%, bzw von 7,5% in 1998, wenn man es am EEG festmachen will).
https://ag-energiebilanzen.de/daten-und ... stabellen/
Kamikaze hat geschrieben: In den letzten Monaten ist der Gasverbrauch sogar sehr stark gefallen:
Ja, klar.
Weil die Industrien aufgrund der Preise dicht machen müssen!
https://finanzmarktwelt.de/aluminium-ma ... en-244777/
Kamikaze hat geschrieben: Also meine PV bringt je kWh etwa 6,25cent/kWh Vergütung.
AKW: 1ct/kWh
Braunkohle: 2ct/kWh
Steinkohle: 3-4ct/kWh
https://www.ise.fraunhofer.de/content/d ... chland.pdf
Kamikaze hat geschrieben: Die PPA-Preise (hinreichend genau: Grenzkosten) für Windstrom betrugen 2021 rund 0,8cent/kWh und für Freiflächen-PV rund 0,5ct/kWh.
Ja, weil sie zusätzlich die Vergütung kriegen, du Witzbold.
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Re: Kernkraftwerke länger betreiben und stillgelegte Anlagen reaktivieren

Beitrag von Seidenraupe »

Kamikaze hat geschrieben: Do 22. Sep 2022, 08:30
Heimische Energie ist in der Hauptsache Wasser-, Wind- und Sonnenkraft, sowie Kohle. Letztere sollte jedoch nur eine Übergangslösung sein.
Ich bin dafür, dass wir ausschließlich von Luft und Liebe leben.
„Wenn man merkt, daß der Gegner überlegen ist und man Unrecht behalten wird, so werde man persönlich, beleidigend, grob.“
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Re: Kernkraftwerke länger betreiben und stillgelegte Anlagen reaktivieren

Beitrag von Seidenraupe »

relativ hat geschrieben: Do 22. Sep 2022, 15:42 CO2 frei ist die Atomkraft mit nichten.
och, das sind Windräder auch nicht -weder in der Produktion, noch beim Aufbau, Abbau oder der Verschrottung.

Die Proteste wie man sie gegen AKWs kennt oder Castortransporte gibt es auch gegen Windräder , Abholzung von Wäldern weil Rot-Grüne Regierung die Kohleförderung genehmigten (war lange als Hambacher Forst in den Medien)

Mittlerweile kleben sich Idioten schon an Rahmen einzigartiger Kunstwerke fest -- meine damit: Protest als Begründung zu nehmen, dass etwas nicht geht, ist heute a bisserl absurd. Weils dann frieren tätets.
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Re: Kernkraftwerke länger betreiben und stillgelegte Anlagen reaktivieren

Beitrag von Kamikaze »

Au weia! So viele Falschinformationen...
Perdedor hat geschrieben: Do 22. Sep 2022, 19:57 Der Anteil der Erdgases an der Stromerzeugung hat sich in Deutschland sich von 1990 auf 2020 fast verdreifacht(von 6% auf 16%, bzw von 7,5% in 1998, wenn man es am EEG festmachen will).
Und trotzdem hat sich der Gesamtkonsum verringert.
Könnte an der Sektorkopplung liegen, die erste Früchtchen trägt. ;)
(Als Beispiel: Ein Gaskraftwerk verstromt 100% Primärenergie und macht daraus ~50% Strom. Diese 50% Strom erzeugen in einer Wärmepumpe mit einer JAZ von 4 rund 200% Wärme. Doppelt so viel, als wenn die gleiche Menge Gas in einer Gasheizung direkt verheizt worden wäre. Der Gasanteil in der Stromerzeugung ist größer geworden aber der Gasverbrauch gesunken. Moderne Technik macht's möglich.)
Weil die Industrien aufgrund der Preise dicht machen müssen!
https://finanzmarktwelt.de/aluminium-ma ... en-244777/
Lies deine Quelle nochmal nach.
Das ist nur gejammer und "Befürchtung". Da ist noch nix dicht gemacht.
Davon abgesehen gibt es inzwischen auch andere Möglichkeiten als Gas um Metalle zu schmelzen. In sofern ernten die Betriebe nun lediglich das, was sich durch fehlende Innovation in den letzten Jahrzehnten "erarbeitet" haben.
Betriebe, die kontinuierlich modernisieren kommen selbstverständlich besser durch eine solche Krise, als die, die nur auf "wird schon alles so bleiben, wie es ist" setzen.
Gilt aber überall in der Wirtschaft und ist keineswegs neu.
Aus deiner eigenen Quelle:
Kosten für Atomstrom im Jahr 2019 bei rund 24 – 28 ct/kWh
Seite 19 :D
Ja, weil sie zusätzlich die Vergütung kriegen, du Witzbold.
Falsch. PPA-Anlagen bekommen keinerlei Vergütung abseits des verhandelten Preises. Deshalb tauchen die auch in vielen Statistiken des Bundes nicht auf. Vergütung bekommen ausschließlich die Anlagen, die NICHT selbst vermarkten - also in der Hauptsache die Klein-Anlagen auf Hausdächern. ;)
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Re: Kernkraftwerke länger betreiben und stillgelegte Anlagen reaktivieren

Beitrag von Seidenraupe »

relativ hat geschrieben: Do 22. Sep 2022, 15:42 CO2 frei ist die Atomkraft mit nichten.
och, das sind Windräder auch nicht -weder in der Produktion, noch beim Aufbau, Abbau oder der Verschrottung.

Die Proteste wie man sie gegen AKWs kennt oder Castortransporte gibt es auch gegen Windräder , Abholzung von Wäldern weil Rot-Grüne Regierung die Kohleförderung genehmigten (war lange als Hambacher Forst in den Medien)

Mittlerweile kleben sich Idioten schon an Rahmen einzigartiger Kunstwerke fest -- meine damit: Protest als Begründung zu nehmen, dass etwas nicht geht, ist heute a bisserl absurd. Weils dann frieren tätets und nix zum essen hättest, weil der Bauer grad demonstriert in Berlin, der LKW Fahrer wegen festgeklebter Patschpfötchen die Ware ned liefern kann, die Verkäuferin was gegen ihren Chef hat und protestiert und weil den Mann/deine Frau euren Miethai kein Geld mehr nachschmeißen möcht.

Proteste haben wir mittlerweile gegen alles, jeden und nix.

Also lass mer dieAKWs weiterlaufen und freun uns, dass der Strom dadurch um 4% billiger wird. Von den eingesparten 4% zahlen alle die Gasumlage -- egal ob an uniper oder Trittbrettfahrer und alle sans glücklich, sogar der Lindner Chistian und der Robert Habeck.
Zuletzt geändert von Seidenraupe am Do 22. Sep 2022, 21:33, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Kernkraftwerke länger betreiben und stillgelegte Anlagen reaktivieren

Beitrag von Seidenraupe »

Kamikaze hat geschrieben: Do 22. Sep 2022, 20:30 Au weia! So viele Falschinformationen...
Der Gasanteil in der Stromerzeugung ist größer geworden aber der Gasverbrauch gesunken. Moderne Technik macht's möglich.)
Geht die Einsparung nicht eher auf ein kleines Dingens namens SARS-CoV-2 zurück ? Auf lockdowns, monatelang dauernde Kurzarbeit ??
Und könnte es sein, dass die extrem hohe Preise nicht nur zum Sparen annimieren, sondern das sich manche das Gas einfach nicht leisten können??
ICh frag nur, wegen der Falschinformationen und so
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Re: Kernkraftwerke länger betreiben und stillgelegte Anlagen reaktivieren

Beitrag von Kamikaze »

Seidenraupe hat geschrieben: Do 22. Sep 2022, 20:35 Geht die Einsparung nicht eher auf ein kleines Dingens namens SARS-CoV-2 zurück ? Auf lockdowns, monatelang dauernde Kurzarbeit ??
Wenn es seit Anfang 2022 so viele Lockdowns und massenhafte Kurzarbeit gab: womöglich... :?
Und der Trend seit 2015 ist vermutlich auch auf die Covid19-Lockdowns zurück zu führen nehme ich an?
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Re: Kernkraftwerke länger betreiben und stillgelegte Anlagen reaktivieren

Beitrag von Perdedor »

Kamikaze hat geschrieben: Und trotzdem hat sich der Gesamtkonsum verringert.
Wie kommst du denn darauf?
Ich habe es oben verlinkt:
1990:
Strom aus Erdgas: 332 PJ
2020:
Strom aus Erdgas: 617 PJ
Kamikaze hat geschrieben: Lies deine Quelle nochmal nach.
Das ist nur gejammer und "Befürchtung". Da ist noxh nix dicht gemacht.
Für das Aluminiumwerk stimmt das. Es soll erst am Ende des Jahres dicht gemacht werden. Der Artikel war also nicht so gut gewählt.
Das ändert aber nichts daran, dass bereits eine signifikante Anzahl an Industrien nicht mehr produzieren, und damit den Gasverbrauch senken.
Hier ein passenderer Artikel:
https://www.tagesschau.de/wirtschaft/ku ... n-101.html
Kamikaze hat geschrieben: In sofern ernten die Betriebe nun lediglich das, was sich durch fehlende Innovation in den letzten Jahrzehnten "erarbeitet" haben.
Die, die es sich erlauben können, gehen einfach woanders hin.
Z.B. dahin, wo noch Atomkraftwerke laufen,
Kamikaze hat geschrieben: Aus deiner eigenen Quelle:
Sieh dir die Grenzkosten an, auf Seite 12:
1ct/kWh
Das ist das, was es in der Realität kostet.
Ich hatte natürlich absichtlich eine AKW-kritische Quelle verlinkt, damit dies nicht in Zweifel gezogen wird.
Warum die vermeintlichen "gesellschaftlichen Kosten" nicht relevant sind, hatte ich in der Vergangenheit bereits erklärt. Da bist du dann nicht mehr drauf eingegangen.
Kamikaze hat geschrieben: Falsch. PPA-Anlagen bekommen keinerlei Vergütung abseits des verhandelten Preises.
Doch, natürlich bekommen sie die. Nennt sich für Direktvermarkter allerdings "Marktprämie".
"Wenn ein Anlagenbetreiber, der seinen Strom direkt vermarkten muss, an der Börse nur 4 Cent pro kWh erhält, wäre er klar im Nachteil. Deshalb gibt es bei der Direktvermarktung die sogenannte Marktprämie. Sie gleicht den Unterschied zwischen dem durchschnittlichen Börsenpreis und dem sogenannten anzulegenden Wert aus. Dieser Wert ist – vereinfacht gesagt – vergleichbar mit der festen staatlichen Vergütung, wird aber nicht mehr administrativ, sondern seit Jahresbeginn in Ausschreibungen ermittelt (mehr zum Thema Ausschreibungen erfahren Sie hier). Wenn der anzulegende Wert ebenfalls 12 Cent pro kWh beträgt, gleicht die Marktprämie den Unterschied zu den 4 Cent Börsenstrompreis aus, beträgt also 8 Cent."
https://www.bmwi-energiewende.de/EWD/Re ... laert.html
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Re: Kernkraftwerke länger betreiben und stillgelegte Anlagen reaktivieren

Beitrag von Kamikaze »

Perdedor hat geschrieben: Do 22. Sep 2022, 20:57 1990:
Strom aus Erdgas: 332 PJ
2020:
Strom aus Erdgas: 617 PJ
Dann nochmal: Weil die Verstromung nur ein Teil des Gasverbrauchs ist, und der zusätzlich noch effizienzsteigernd wirken kann ist die Gasverstromung alleine kein aussagekräftiger Wert. Die Gesamtentwicklung ist interessant. ;)
Die, die es sich erlauben können, gehen einfach woanders hin.
Z.B. dahin, wo noch Atomkraftwerke laufen,
Welche Betriebe sind denn konkret wohin schon ausgewandert? (Also außer WKA- und PV-Hersteller...)
Sieh dir die Grenzkosten an, auf Seite 12:
1ct/kWh
Ich hatte natürlich absichtlich eine AKW-kritische Quelle verlinkt, damit dies nicht in Zweifel gezogen wird.
Warum die vermeintlichen "gesellschaftlichen Kosten" nicht relevant sind, hatte ich in der Vergangenheit bereits erklärt. Da bist du dann nicht mehr drauf eingegangen.
Dann setze doch die Grenzkosten von Wind, Wasser und Sonne dagegen: 0,00ct/kWh (keinerlei Kosten mehr, wenn die Anlage einmal gebaut ist).
Wenn schon, dann sollten gleichwertige Zahlen verglichen werden. ;)
Nebenbei halte ich die von dir genannten Grenzkosten für Atomstrom für maßlos optimistisch. Wäre mal interessant zu wissen, welche Kosten dafür unterschlagen... pardon: ausgeklammert wurden.

In Sachen Direktvermarktung:
Lies dich da noch ein wenig mehr ein.
Der von dir zitierte Passus ist zwar inhaltlich richtig, aber was diese Marktprämie eigentlich ist und wie sie funktioniert sowie das Ziel dieser Marktprämie wird daraus nicht deutlich. Hier ist ein guter Startpunkt dafür: https://energie-fr-de.eu/de/systeme-mae ... oerse.html
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Re: Kernkraftwerke länger betreiben und stillgelegte Anlagen reaktivieren

Beitrag von Perdedor »

Kamikaze hat geschrieben: Dann nochmal: Weil die Verstromung nur ein Teil des Gasverbrauchs ist, und der zusätzlich noch effizienzsteigernd wirken kann ist die Gasverstromung alleine kein aussagekräftiger Wert. Die Gesamtentwicklung ist interessant.
Die Gesamtentwicklung kannst du ebenfalls aus der verlinkten Tabelle entnehmen:
1990:
Primärenergieverbrauch Gas: 2293 PJ
2020:
Primärenergieverbrauch Gas: 3136 PJ
Ebenfalls ein deutlicher Anstieg. Was willst du eigentlich?
Kamikaze hat geschrieben: Dann setze doch die Grenzkosten von Wind, Wasser und Sonne dagegen: 0,00ct/kWh (keinerlei Kosten mehr, wenn die Anlage einmal gebaut ist).
Wenn schon, dann sollten gleichwertige Zahlen verglichen werden.
Gleichwertige Zahlen sind die, die der Stromverbraucher zahlen muss.
Also bei AKWs und Kohle die Grenzkosten aus der verlinkten Tabelle.
Bei EE die Vergütung (bzw Marktprämie für die Direktvermarkter, im Kern dasselbe).
Kamikaze hat geschrieben: Nebenbei halte ich die von dir genannten Grenzkosten für Atomstrom für maßlos optimistisch.
"Optimistisch"??
Der Strom WIRD für diesen Preis verkauft. In der Realität.
Kamikaze hat geschrieben: In Sachen Direktvermarktung:
Lies dich da noch ein wenig mehr ein.
Was soll das?
Ich abe die Fakten oben zitiert. Wenn du meinst, dass da etwas falsch ist, dann sage es.
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Re: Kernkraftwerke länger betreiben und stillgelegte Anlagen reaktivieren

Beitrag von relativ »

Seidenraupe hat geschrieben: Do 22. Sep 2022, 20:28 och, das sind Windräder auch nicht -weder in der Produktion, noch beim Aufbau, Abbau oder der Verschrottung.

Die Proteste wie man sie gegen AKWs kennt oder Castortransporte gibt es auch gegen Windräder , Abholzung von Wäldern weil Rot-Grüne Regierung die Kohleförderung genehmigten (war lange als Hambacher Forst in den Medien)

Mittlerweile kleben sich Idioten schon an Rahmen einzigartiger Kunstwerke fest -- meine damit: Protest als Begründung zu nehmen, dass etwas nicht geht, ist heute a bisserl absurd. Weils dann frieren tätets.
Schwurbel nicht rum deine Aussage war Atomstrom wäre CO2 frei.
Das Banale braucht man nicht zu schälen.
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Re: Kernkraftwerke länger betreiben und stillgelegte Anlagen reaktivieren

Beitrag von Seidenraupe »

relativ hat geschrieben: Do 22. Sep 2022, 23:24 Schwurbel nicht rum deine Aussage war Atomstrom wäre CO2 frei.
Oh ich vergaß: Aus den Kühltürmen steigen riesige CO2 Wolken gen Himmel
Jawoll Gnädiger, ganz wie Sie meinen.
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Re: Kernkraftwerke länger betreiben und stillgelegte Anlagen reaktivieren

Beitrag von relativ »

Seidenraupe hat geschrieben: Do 22. Sep 2022, 23:27 Oh ich vergaß: Aus den Kühltürmen steigen riesige CO2 Wolken gen Himmel
Jawoll Gnädiger, ganz wie Sie meinen.
Ne drück dich halt klarer aus...dann brauchst du danach auch nicht soviel herumrudern. ;)
Das Banale braucht man nicht zu schälen.
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Re: Kernkraftwerke länger betreiben und stillgelegte Anlagen reaktivieren

Beitrag von Kamikaze »

Den Verkaufspreis niedrig rechnen, weil die übrigen Kosten einfach auf die nächste(n) Generation(en) abgewälzt werden ist ziemlich einfach. :rolleyes:


Belgien hat übrigens auch gerade ein AKW dauerhaft abgeschaltet: Doel 3

https://www.belgieninfo.net/belgien-nim ... -vom-netz/

...sicher alle doof die Leute. :D
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Re: Kernkraftwerke länger betreiben und stillgelegte Anlagen reaktivieren

Beitrag von H2O »

Man sollte aber nicht unerwähnt lassen, daß dieses und auch andere AKW in Belgien völlig abgewirtschaftet sind; daß also das Risiko eines schweren Unfalls der belgischen Regierung zu hoch erscheint. Weitere AKW werden abgeschaltet; bei zwei davon besteht Hoffnung, sie noch einige Zeit betreiben zu können, ohne unvertretbare Risiken herauf zu beschwören... so in den DLF-Nachrichten heute früh.

Wahr ist aber auch, daß Belgien derzeit keinen offiziellen Plan hat, neue AKW zu bauen... ebenfalls DLF-Nachrichten. Das kann sich ja alles wieder ändern, wenn die Not groß und größer wird; aber das ist die Lage der belgischen AKW-Betreiber heute.

Leider weiß ich nur sehr wenig über die Energieversorgung Belgiens... nachdem die Kohleförderung in der Wallonie beendet wurde, kann ja nur mit Importkohle weiterhin Strom erzeugt werden. Gas und Erdöl können dazu natürlich auch genutzt werden. Ein teurer Spaß!
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Re: Kernkraftwerke länger betreiben und stillgelegte Anlagen reaktivieren

Beitrag von Tom Bombadil »

Kamikaze hat geschrieben: Fr 23. Sep 2022, 06:51Belgien hat übrigens auch gerade ein AKW dauerhaft abgeschaltet: Doel 3
Belgien lässt zwei AKW zehn Jahre länger am Netz
Die Regierung hat sich mit dem Betreiber Engie im Grundsatz verständigt. Der Staat beteiligt sich am Kapital und an den Kosten. Sogar die Grünen machen dabei mit.

https://www.faz.net/aktuell/politik/aus ... 92146.html
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Re: Kernkraftwerke länger betreiben und stillgelegte Anlagen reaktivieren

Beitrag von JJazzGold »

Kamikaze hat geschrieben: Fr 23. Sep 2022, 06:51 Den Verkaufspreis niedrig rechnen, weil die übrigen Kosten einfach auf die nächste(n) Generation(en) abgewälzt werden ist ziemlich einfach. :rolleyes:


Belgien hat übrigens auch gerade ein AKW dauerhaft abgeschaltet: Doel 3

https://www.belgieninfo.net/belgien-nim ... -vom-netz/

...sicher alle doof die Leute. :D
Belgien hat im Juli beschlossen, zwei AKWs zehn Jahre weiter laufen zu lassen.

“Die Regierung hat sich mit dem Betreiber Engie im Grundsatz verständigt. Der Staat beteiligt sich am Kapital und an den Kosten. Sogar die Grünen machen dabei mit.“

“Alexander De Croo war sichtlich erleichtert, als er am Freitagmorgen mit einer wichtigen Mitteilung vor die Presse trat. Man habe sich mit dem Betreiber der belgischen Atomkraftwerke im Grundsatz darauf verständigt, die Laufzeit von zwei Reaktoren um zehn Jahre zu verlängern, mithin bis zum Jahr 2036. „Das ist ein entscheidender Schritt, um die Energieunabhängigkeit unseres Landes zu sichern“, sagte der belgische Premierminister. „Zum ersten Mal nehmen wir unser Schicksal in Bezug auf Energie selbst in die Hand, und das auf intelligente Weise“. Neben ihm saß, mit deutlich ernsterer Miene, Energieministerin Tinne Van der Straeten. Die flämische Grüne hat in den vergangenen vier Monaten die schwierigen Verhandlungen mit dem Betreiber Engie Electrabel geführt – als Vertreterin einer Partei, die sich ganz dem Atomausstieg im Jahr 2025 verschrieben hatte.“

https://m.faz.net/aktuell/politik/ausla ... 92146.html

Sicher alle doof in Belgien, selbst die Grünen.
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Re: Kernkraftwerke länger betreiben und stillgelegte Anlagen reaktivieren

Beitrag von H2O »

Tom Bombadil hat geschrieben: Fr 23. Sep 2022, 08:14 Belgien lässt zwei AKW zehn Jahre länger am Netz
Die Regierung hat sich mit dem Betreiber Engie im Grundsatz verständigt. Der Staat beteiligt sich am Kapital und an den Kosten. Sogar die Grünen machen dabei mit.

https://www.faz.net/aktuell/politik/aus ... 92146.html
Daran läßt sich ablesen, wie groß in Belgien die Energienot ist. In der Not frißt der Teufel Fliegen... oder schlucken auch Grüne den Weiterbetrieb von AKW. Meine Vermutung: In Belgien hat man noch weniger an den Erneuerbaren Energien gearbeitet als in Deutschland; ist dort vielleicht auch viel schwieriger infolge der sehr hohen Besiedlungsdichte. Aber Dächer gibt es dort genug... für PV-Anlagen.
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Re: Kernkraftwerke länger betreiben und stillgelegte Anlagen reaktivieren

Beitrag von JJazzGold »

H2O hat geschrieben: Fr 23. Sep 2022, 08:22 Daran läßt sich ablesen, wie groß in Belgien die Energienot ist. In der Not frißt der Teufel Fliegen... oder schlucken auch Grüne den Weiterbetrieb von AKW. Meine Vermutung: In Belgien hat man noch weniger an den Erneuerbaren Energien gearbeitet als in Deutschland; ist dort vielleicht auch viel schwieriger infolge der sehr hohen Besiedlungsdichte. Aber Dächer gibt es dort genug... für PV-Anlagen.
Dass die belgische Regierung ihrer Bevölkerung damit Energiesicherheit zum verträglichen Preis sichern will, das kann nicht sein?
Oder darf das nicht sein?
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Re: Kernkraftwerke länger betreiben und stillgelegte Anlagen reaktivieren

Beitrag von Seidenraupe »

JJazzGold hat geschrieben: Fr 23. Sep 2022, 08:25 Dass die belgische Regierung ihrer Bevölkerung damit Energiesicherheit zum verträglichen Preis sichern will, das kann nicht sein?
Oder darf das nicht sein?
es würde nachdenklich stimmen, warum anderen gelingt, was hier unmöglich scheint: in der schwersten Energiekrise und mitten in der Klimakrise zu pragmatischen Lösungen zu kommen statt an ideologischen, aber teuren, umwelt-und klimaschädigenderen Konzepten k l e b e n zu bleiben.
Aber Kleben bleiben ist halt grad in.

Zu Frankreich und dem hier vor kurzem diskutierten Abschaltungen wegen Kühlwassermangel:
Aktuell sind noch die Hälfte der frz AKW wegen Wartungsarbeiten abgeschaltet.
Als Erklärung dafür, dass - Stand Donnerstag - 28 der 56 Kraftwerke abgeschaltet waren, nennt EDF aufgeschobene Wartungen in der Corona-Krise und Korrosionsprobleme, auf die derzeit 13 Reaktoren überprüft werden. Der alternde Kraftwerkspark erfordert außerdem eine aufwendigere Wartung, anders als ursprünglich geplant sollen die Meiler nun länger als 40 Jahre am Netz bleiben.
https://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/ ... -99-867408

weiter heißt es auch:
Der Kraftwerksbetreiber hat dabei Grund, den Ball auch ins Feld der Politik zurückzuspielen. Denn schon vor Jahren und zunächst auch in der ersten Amtszeit von Präsident Emmanuel Macron wackelten der Rückhalt und Investitionswille für die Atomkraft. Das wird auch als ein Grund für den Fachkräftemangel im Atomkraftsektor gesehen, den auch die Untersuchung als Problem benennt. Wie es heißt, sollen nun rund 100 Fachkräfte des US-Kraftwerkbauers Westinghouse beim Warten der französischen AKW aushelfen.

Macron pocht nun auf ein zügiges Umsetzen seines im Februar präsentierten Plans für eine Renaissance von Frankreichs Atomkraft. Keine Meiler sollten solange technisch möglich geschlossen werden, sechs bis acht neue gebaut und der Energiekonzern EDF wieder voll verstaatlicht werden, erklärte er am Donnerstag. Parallel solle eine Ausbildungsoffensive anlaufen
Deutschland -- ziemlich allein mit der Atomangst.
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Re: Kernkraftwerke länger betreiben und stillgelegte Anlagen reaktivieren

Beitrag von relativ »

Seidenraupe hat geschrieben: Fr 23. Sep 2022, 08:35 es würde nachdenklich stimmen, warum anderen gelingt, was hier unmöglich scheint: in der schwersten Energiekrise und mitten in der Klimakrise zu pragmatischen Lösungen zu kommen statt an ideologischen, aber teuren, umwelt-und klimaschädigenderen Konzepten k l e b e n zu bleiben.
Aber Kleben bleiben ist halt grad in.
Es ist ja nicht unmöglich, wie du evtl. weisst gibt es hier einen Kompromis (so wie in Belgien vermutlich auch). Klar der gefällt dir nicht, aber unmöglich ist hier eben nix, auch nicht das die AKws wieder laufen werden.


Deutschland -- ziemlich allein mit der Atomangst.
Das wir bei der Energiegewinnung nicht mehr auf Atomstrom setzen hat fachliche Gründe und Argumente gehabt und dies schon seit über 40 Jahren inder der öffentliche Diskurs darüber schon läuft. Die Angst im Hintergrund vor einem möglichen Atomgau schwelt sowieso immer mit , bestimmt auch bei unseren Nachbarn, du verdrängst die halt nur.
Das Banale braucht man nicht zu schälen.
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Re: Kernkraftwerke länger betreiben und stillgelegte Anlagen reaktivieren

Beitrag von JJazzGold »

Seidenraupe hat geschrieben: Fr 23. Sep 2022, 08:35 es würde nachdenklich stimmen, warum anderen gelingt, was hier unmöglich scheint: in der schwersten Energiekrise und mitten in der Klimakrise zu pragmatischen Lösungen zu kommen statt an ideologischen, aber teuren, umwelt-und klimaschädigenderen Konzepten k l e b e n zu bleiben.
Aber Kleben bleiben ist halt grad in.

Zu Frankreich und dem hier vor kurzem diskutierten Abschaltungen wegen Kühlwassermangel:
Aktuell sind noch die Hälfte der frz AKW wegen Wartungsarbeiten abgeschaltet.

https://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/ ... -99-867408

weiter heißt es auch:

Deutschland -- ziemlich allein mit der Atomangst.


Ich bin offen gestanden entsetzt, mit welchem naiven Dilettantismus in Deutschland die Bewältigung der größten Krise seit dem zweiten Weltkrieg angegangen wird.
In einer Krise müssen sofort alle hilfreichen Systeme hochgefahren werden und im Verlauf und der Bewältigung der Krise wird entschieden, welche davon sukzessive nicht mehr benötigt werden.

In Deutschland wird monatelang diskutiert, ob und welche der zur Verfügung stehen Systeme parteiideologisch verträglich genutzt werden könnten.
Kein Konzern leistet sich in einer Krise einen Azubi als Krisenmanager. In der derzeitigen Regierung leistet man sich den.

Den Preis zahlt der Mittelstand. Der Mittelstand, den bisher jede Regierung als zu schützend und fördernd erkannt hat. Der soll jetzt lt Wirtschaftsazubi zeitweise aufhören zu produzieren.

“Zwickt's mi, I glaab I tram
Des derf net wohr sein, wo sammer daham?
Zwickt's mi, egal wohin
I kann's net glaubn, des gibt doch kaan Sinn“

Wolfgang Ambros
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Re: Kernkraftwerke länger betreiben und stillgelegte Anlagen reaktivieren

Beitrag von H2O »

JJazzGold hat geschrieben: Fr 23. Sep 2022, 08:25 Dass die belgische Regierung ihrer Bevölkerung damit Energiesicherheit zum verträglichen Preis sichern will, das kann nicht sein?
Oder darf das nicht sein?
Was sollen derart unsachliche Fragen nur bewirken? Von welcher Kostenschwelle an sind Risiken eines Irrwegs vertretbar? Und ich vermute deshalb, daß der Schlag ins Kontor in Belgien andere Ausmaße hätte als in Deutschland. Hier wursteln wir uns eben durch, und wir haben eine Bundesregierung, die dazu steht. Ich vertraue dieser Regierung... nicht nur in dieser Frage.
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Re: Kernkraftwerke länger betreiben und stillgelegte Anlagen reaktivieren

Beitrag von Seidenraupe »

JJazzGold hat geschrieben: Fr 23. Sep 2022, 09:18
Ich bin offen gestanden entsetzt, mit welchem naiven Dilettantismus in Deutschland die Bewältigung der größten Krise seit dem zweiten Weltkrieg angegangen wird.
...
Den Preis zahlt der Mittelstand. Der Mittelstand, den bisher jede Regierung als zu schützend und fördernd erkannt hat. Der soll jetzt lt Wirtschaftsazubi zeitweise aufhören zu produzieren.

“Zwickt's mi, I glaab I tram
Des derf net wohr sein, wo sammer daham?
Zwickt's mi, egal wohin
I kann's net glaubn, des gibt doch kaan Sinn“

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Die Situation ist brisant, auch wenn es bei manchen noch nicht angekommen zu sein scheint (die gesamte Ampelregierung und den WiKlimi nehme ich ausdrücklich davon aus, die dürften bereits wissen, dass es 5 nach 12 ist!!)
Eine neue Studie untersucht die Entwicklungen bei Angebot und Nachfrage von Erdgas in Europa. Verzicht auf russisches Erdgas bedeutet: den Tausch einer Abhängigkeit durch eine andere. Es gibt weitere Unsicherheiten.

Die Berichte über die wirtschaftliche Entwicklung in Europa sind erschreckend: Mit den westlichen Sanktionen gegen Russland ist eine Energiekrise über den Kontinent hereingebrochen, die zu einem Verlust der industriellen Basis führen kann.

Telepolis hatte in der letzten Zeit viel über die Auswirkungen auf Deutschland geschrieben: Erste Unternehmen stoppten die Produktion; die Produktion von Kunstdünger ging zurück und in der Folge fehlen auch AdBlue und Kohlendioxid für Brauereien.

Ähnliche Nachrichten sind auch aus anderen europäischen Ländern zu vernehmen: In Frankreich geht der Glashersteller Duralex in einen "Energie-Lockdown". In Italien schloss mit Yara der einzige Produzent von Ammoniak und Harnstoff seine Fabrik; Keramikproduzenten und Textilhersteller schlagen Alarm. Auch Polen trifft es hart, wie das Handelsblatt am Donnerstag berichtete.

Der Verband der europäischen Metallindustrie (Eurometaux) erklärte, dass bereits die Hälfte der Zink- und Aluminiumproduktion in Europa stillstehe. Über den Kontinent ziehe ein "perfekter Sturm" aus explodierenden Energiepreisen und zureichenden Energieressourcen
es geht aber nicht nur um Erkenntnis sondern um Umsetzen.
und da wird es schwierig. richtig schwierig.
Naturwissenschaft lässt sich mit Moral oder Ideologie weder austricksen noch überwinden.
Zeitnah werden die USA Russland demnach nicht als Hauptlieferant von Erdgas ablösen können. Und es ist auch wenig wahrscheinlich, dass LNG-Importe günstig im Preis sein werden. Deshalb werden die EU-Länder dauerhaft mit hohen Gaspreisen rechnen müssen, wenn auf russische Importe ganz verzichtet wird.

Der Bau von Verflüssigungskapazitäten ist aufwendig und teuer. Investoren warten daher üblicherweise auf längerfristige Zusicherungen.
Eren Çam, Co-Autor der Studie

Doch die EU-Länder werden vor dem Hintergrund der Klimaziele kaum diese Zusicherungen geben können. Da die Erdgasnachfrage in Europa mittel- bis langfristig abnehmen sollte, heißt es beim EWI, bestünden jedoch erhebliche Unsicherheiten, ob diese Investitionen tatsächlich realisiert würden.

Das Ergebnis der Studie lässt sich auch so interpretieren: Ohne russisches Erdgas lässt sich die Versorgungslücke in Europa nicht kurz- oder mittelfristig schließen. Es sei denn, man provoziert, dass der Gasbedarf durch eine Deindustrialisierung Europas deutlich absinkt.
https://www.heise.de/tp/features/Energi ... 73147.html

Da ich den Worten von Goehring Eckard sehr genau zugehört habe meine ich verstanden zu haben, dass Deindustrialisierung/Wachstumsende das Mittel der Wahl ist.
Dann brauchts in der Tat auch keine Atomkraft mehr in Deutschland um die Krise zu überwinden.

https://www.t-online.de/nachrichten/deu ... fang-.html
Zuletzt geändert von Seidenraupe am Fr 23. Sep 2022, 09:39, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Kernkraftwerke länger betreiben und stillgelegte Anlagen reaktivieren

Beitrag von JJazzGold »

H2O hat geschrieben: Fr 23. Sep 2022, 09:24 Was sollen derart unsachliche Fragen nur bewirken? Von welcher Kostenschwelle an sind Risiken eines Irrwegs vertretbar? Und ich vermute deshalb, daß der Schlag ins Kontor in Belgien andere Ausmaße hätte als in Deutschland. Hier wursteln wir uns eben durch, und wir haben eine Bundesregierung, die dazu steht. Ich vertraue dieser Regierung... nicht nur in dieser Frage.
Das ist keine unsachliche Frage. Bezahlbare Energiesicherheit ist Aufgabe der Regierung, genauer gesagt, Aufgabe des Wirtschaftsministeriums.
In Belgien wird diese Verantwortung wahrgenommen.
In Deutschland versucht man sich durchzuwursteln, mit unnötig hoher Risikobereitschaft.
Es steht Ihnen selbstverständlich frei, das als verantwortungsvolles Handeln einzustufen.
Für mich ist das verantwortungslos.
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Re: Kernkraftwerke länger betreiben und stillgelegte Anlagen reaktivieren

Beitrag von relativ »

JJazzGold hat geschrieben: Fr 23. Sep 2022, 08:25 Dass die belgische Regierung ihrer Bevölkerung damit Energiesicherheit zum verträglichen Preis sichern will, das kann nicht sein?
Oder darf das nicht sein?
Wie soll das gehen, auch in Belgien orientiert sich der Börsenpreis für Strom an den Kosten des teuersten Kraftwerkes. Klar wenn man genug von den "billigen" Kraftwerken hat , und damit alle teuerern Dreckschleudern abschalten kann, wäre da etwas möglich, Aber daran glaubt wohl selbst die EU Kommission nicht und favorisiert andere Modelle.
https://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/ ... -1.5649608
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Re: Kernkraftwerke länger betreiben und stillgelegte Anlagen reaktivieren

Beitrag von H2O »

JJazzGold hat geschrieben: Fr 23. Sep 2022, 09:33 Das ist keine unsachliche Frage. Bezahlbare Energiesicherheit ist Aufgabe der Regierung, genauer gesagt, Aufgabe des Wirtschaftsministeriums.
In Belgien wird diese Verantwortung wahrgenommen.
In Deutschland versucht man sich durchzuwursteln, mit unnötig hoher Risikobereitschaft.
Es steht Ihnen selbstverständlich frei, das als verantwortungsvolles Handeln einzustufen.
Für mich ist das verantwortungslos.
Ja, das glaube ich Ihnen alles; nur erlaube ich mir doch ein vergleichendes Abwägen, weshalb die eine Regierung sich für die Fortsetzung des AKW-Betriebs entscheidet und die andere in ihrem Verantwortungsbereich davon nichts hält. In beiden Fällen tragen Menschen Verantwortung. Hier tun diese Leute glatt das Gegenteil von dem, was Sie für verantwortungsvoll halten.

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Re: Kernkraftwerke länger betreiben und stillgelegte Anlagen reaktivieren

Beitrag von JJazzGold »

Seidenraupe hat geschrieben: Fr 23. Sep 2022, 09:30 Die Situation ist brisant, auch wenn es bei manchen noch nicht angekommen zu sein scheint (die gesamte Ampelregierung und den WiKlimi nehme ich ausdrücklich davon aus, die dürften bereits wissen, dass es 5 nach 12 ist!!)

Ich nehme die Ampelregierung nicht davon aus.
Ideologiebefreit wäre es ein Leichtes gewesen, alle verfügbaren Energielieferanten am Netz zu halten bis man die Notwendigkeit risikofrei bewerten kann, egal ob AKW oder Kohlekraftwerk.
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Re: Kernkraftwerke länger betreiben und stillgelegte Anlagen reaktivieren

Beitrag von Seidenraupe »

JJazzGold hat geschrieben: Fr 23. Sep 2022, 09:33 Das ist keine unsachliche Frage. Bezahlbare Energiesicherheit ist Aufgabe der Regierung, genauer gesagt, Aufgabe des Wirtschaftsministeriums.
In Belgien wird diese Verantwortung wahrgenommen.
In Deutschland versucht man sich durchzuwursteln, mit unnötig hoher Risikobereitschaft.
Es steht Ihnen selbstverständlich frei, das als verantwortungsvolles Handeln einzustufen.
Für mich ist das verantwortungslos.
Grund könnte u.a. sein, dass wir kein Wirtschaftsministerium haben.

Wir haben ein Klimaschutz-Wirtschaftsministerium. Offiziell lautet der Name in umgekehrter Reihenfolge und suggeriert, dass die Wirtschaft an erster Stelle stünde.
Das ist aber nicht mehr so. Klimaschutz steht an erster Stelle.
Man erinnere sich, dass die B90/Grünen sogar ein VETORecht für alle von der Ampel gefertigten Gesetze und Verordnungen forderten um den Klimaschutz voranzubringen

Die Auswirkungen der Klimaschutzpolitik dringen natürlich auch in die Wirtschaft vor. Beschleunigt und massiv verstärkt durch die Sanktionen, die dieEU gg Russland verhängt hat und die russische Weigerung, Erdgas durch NS 1 weiter nach Europa zuleiten.
Wobei die EU noch bis zum Eintritt des Erdölembargos weiter russisches Öl /Produkte kauft und damit den Krieg finanziert.
Wann wirkt das Öl-Embargo?
Stand: 16.09.2022 12:14 Uhr

Die EU will Russlands Krieg gegen die Ukraine künftig nicht mehr durch Ölimporte mitfinanzieren. Doch zuletzt sind die russischen Einnahmen durch den Verkauf des Rohstoffs sogar noch gestiegen.
Von Sabine Cygan, MDR

Kein russisches Öl soll mehr in die EU fließen - damit der Geldfluss europäischer Staaten nach Russland weiter gedrosselt wird. So ist die Logik hinter dem Öl-Embargo, das die Europäische Union Anfang Juni beschlossen hat. Das Ziel dahinter: Die EU will nicht den Krieg Russlands gegen die Ukraine finanzieren.

Allerdings hat die EU eine Überbrückungszeit von sechs Monaten für die Einfuhr von Rohöl und acht Monate für Ölprodukte wie Benzin oder Diesel vorgesehen. Das bedeutet, dass die Sanktionen erst ab 5. Dezember 2022 beziehungsweise ab 5. Februar 2023 gelten.
Laut Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) hat Deutschland im ersten Halbjahr 2022 sogar neun Prozent mehr Rohöl aus Russland eingeführt als im gleichen Zeitraum des Vorjahres.
Vermehrter Einkauf für Vorräte

Noch wirkt die Sanktion der EU also kaum. "Russland verdient so viel wie noch nie mit Öl-Exporten" sagt Erdal Yalcin, Volkswirt und Experte für Internationale Wirtschaftsbeziehungen an der Hochschule Konstanz. "Ein wesentliches Problem besteht darin, dass die forcierte Reduktion von russischen Öl-Exporten den Weltmarktpreis für Öl hochgetrieben hat." Aktuell bedeute das auch, dass Russland mehr Geld aus den EU-Staaten für sein Öl erhalte.

Vorgesehen ist, dass die Einfuhren nach Europa bis zum Ende des Jahres um bis zu 90 Prozent zurückgehen. Ausnahmen gibt es für EU-Mitgliedstaaten, die eine besondere Abhängigkeit von russischem Öl haben. Dazu zählen Ungarn, Tschechien und die Slowakei. Sie können weiterhin über die Druschba-Pipeline mit Öl versorgt werden. Bulgarien und Kroatien dürfen befristet russisches Rohöl über den Seeweg beziehen.

"Unerfreulicherweise haben die Übergangsfristen von mehreren Monaten dazu geführt, dass im Gebiet der EU vermehrt Öl angekauft wurde, um Vorräte anzulegen", sagt auch Rasmus Andresen, Sprecher der deutschen Grünen im Europäischen Parlament und Mitglied im Wirtschaftsausschuss.
Das sei auch angemerkt.

Man kann also wenn man will, sehr pragmatische Entscheidungen fällen

bei der Nutzung der Atomkraft (um Gas-(Braun)Kohle und Ölverstromung mit hohen CO2 Emmissionen zu vermeiden, scheint das unmöglich.
https://www.tagesschau.de/wirtschaft/we ... u-101.html
Zuletzt geändert von Seidenraupe am Fr 23. Sep 2022, 09:58, insgesamt 3-mal geändert.
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Re: Kernkraftwerke länger betreiben und stillgelegte Anlagen reaktivieren

Beitrag von Seidenraupe »

H2O hat geschrieben: Fr 23. Sep 2022, 09:45

In einer Demokratie entscheiden Mehrheiten im Parlament darüber, was der insgesamt beste Weg in ihrem Verantwortungsbereich ist. So ist das nun einmal in einer repräsentativen Demokratie. Ich kann damit ganz gut leben.
dann sollte die Frage: Weiternutzung der AKWs für die Dauer der Energiekrise doch dem PArlament vorgelegt werden. Vermutlich würde die Mehrheit der PArlamentarieriere für ein Ausstiegsmoratorium plädieren.
Warum aber wird es keine Abstimmung geben?
Weil die Grünen im Falle eines (befristeten( Ausstiegs vom Ausstieg in ihrer DNA verletzt würden.
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Re: Kernkraftwerke länger betreiben und stillgelegte Anlagen reaktivieren

Beitrag von JJazzGold »

H2O hat geschrieben: Fr 23. Sep 2022, 09:45 Ja, das glaube ich Ihnen alles; nur erlaube ich mir doch ein vergleichendes Abwägen, weshalb die eine Regierung sich für die Fortsetzung des AKW-Betriebs entscheidet und die andere in ihrem Verantwortungsbereich davon nichts hält. In beiden Fällen tragen Menschen Verantwortung. Hier tun diese Leute glatt das Gegenteil von dem, was Sie für verantwortungsvoll halten.

In einer Demokratie entscheiden Mehrheiten im Parlament darüber, was der insgesamt beste Weg in ihrem Verantwortungsbereich ist. So ist das nun einmal in einer repräsentativen Demokratie. Ich kann damit ganz gut leben.
Ich auch, aber mir ist es auch egal, wie viel ich in den kommenden Wintern für eine warme Hütte zahle.
Neben Ihnen und mir gibt es eine ganze Reihe Bundesbürger, die nicht wissen, wie sie die steigenden Kosten bewältigen sollen und von “Der Mehrheit in 2021“ können die nicht abbeißen.
Die von Ihnen immer wieder angeführte Mehrheit ersetzt nicht die Verantwortung in der Übernahme des Ministeramtes, siehe Amtseid.
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Re: Kernkraftwerke länger betreiben und stillgelegte Anlagen reaktivieren

Beitrag von Kamikaze »

Dass zwei der drei noch laufenden AKW kaputt sind und nicht innerhalb 2023 und nur mit milliardenschweren Subventionen instandsetzbar sind und kein Personal mehr verfügbar ist, ist erstaunlich vielen AKW-Befürwortern anscheinend noch nicht ganz klar.
https://www.100-gute-gruende.de/gruende ... eilmangel/
https://www.100-gute-gruende.de/gruende ... -und-sein/

Ganz unabhängig von der rechtlichen Unmöglichkeit: https://www.bund.net/service/presse/pre ... werke-vor/

Auch die Experten vom BMUV sind sicher alle dumm:
Das Ergebnis dieser Prüfung ist eindeutig: Der Beitrag einer AKW-Laufzeitverlängerung zur Energieversorgung wäre sehr begrenzt. Diesem geringen Beitrag stehen nicht nur eine Reihe praktischer Probleme gegenüber, sondern auch verfassungsrechtliche Schwierigkeiten und Aspekte der Sicherheit für Mensch und Umwelt. Ein Weiterbetrieb der drei verbliebenen AKW könnte, wenn überhaupt, nur erfolgen, wenn Abstriche bei der Sicherheit in Kauf genommen würden.

In der Abwägung von Vor- und Nachteilen ist daher das Ergebnis eindeutig: Eine Laufzeitverlängerung kann nicht empfohlen werden.
https://www.bmuv.de/themen/atomenergie- ... laengerung
Energiewende: https://graslutscher.de/how-to-energiew ... herkommen/
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Re: Kernkraftwerke länger betreiben und stillgelegte Anlagen reaktivieren

Beitrag von H2O »

Seidenraupe hat geschrieben: Fr 23. Sep 2022, 09:52 dann sollte die Frage: Weiternutzung der AKWs für die Dauer der Energiekrise doch dem PArlament vorgelegt werden. Vermutlich würde die Mehrheit der PArlamentarieriere für ein Ausstiegsmoratorium plädieren.
Warum aber wird es keine Abstimmung geben?
Weil die Grünen im Falle eines (befristeten( Ausstiegs vom Ausstieg in ihrer DNA verletzt würden.
Damit liegen Sie vermutlich richtig; die Bundesregierung würde so vielleicht zerbrechen, denn sie hat sich im Koalitionsvertrag auf Eckpunkte verständigt. Die Bundesregierung wäre geradezu bescheuert, wenn sie einer Tageslaune folgend populistischen Einflüsterungen folgte. 2025 wird der Bürger darüber befinden, ob die Arbeit der Regierung in dieser Zusammensetzung fortgesetzt werden soll, oder ob eine andere Machtverteilung gewünscht wird. So viel Ordnung muß sein! l
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Re: Kernkraftwerke länger betreiben und stillgelegte Anlagen reaktivieren

Beitrag von H2O »

JJazzGold hat geschrieben: Fr 23. Sep 2022, 09:58 Ich auch, aber mir ist es auch egal, wie viel ich in den kommenden Wintern für eine warme Hütte zahle.
Neben Ihnen und mir gibt es eine ganze Reihe Bundesbürger, die nicht wissen, wie sie die steigenden Kosten bewältigen sollen und von “Der Mehrheit in 2021“ können die nicht abbeißen.
Die von Ihnen immer wieder angeführte Mehrheit ersetzt nicht die Verantwortung in der Übernahme des Ministeramtes, siehe Amtseid.
Wollen Sie einem Bundesminister absprechen, daß er seiner Überzeugung und seinem Gewissen folgt? Wir können in 2025 unseren Daumen heben oder senken... zwischendurch kann man auf Landtagsebene der amtierenden Bundesregierung schon einen Vorgeschmack dessen geben, was uns bewegt. Demonstrationen auf der Straße sind auch noch ein Mittel... das ist mir genug Bewegung in Fragen der Staatsführung.
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Re: Kernkraftwerke länger betreiben und stillgelegte Anlagen reaktivieren

Beitrag von JJazzGold »

Kamikaze hat geschrieben: Fr 23. Sep 2022, 10:01 Dass zwei der drei noch laufenden AKW kaputt sind und nicht innerhalb 2023 und nur mit milliardenschweren Subventionen instandsetzbar sind und kein Personal mehr verfügbar ist, ist erstaunlich vielen AKW-Befürwortern anscheinend noch nicht ganz klar.
https://www.100-gute-gruende.de/gruende ... eilmangel/
https://www.100-gute-gruende.de/gruende ... -und-sein/

Ganz unabhängig von der rechtlichen Unmöglichkeit: https://www.bund.net/service/presse/pre ... werke-vor/

Auch die Experten vom BMUV sind sicher alle dumm:

https://www.bmuv.de/themen/atomenergie- ... laengerung
Da angeblich ab 31.12.2022 kein Personal mehr zur Verfügung steht, mit welchem Personal würden die stillgelegten AKWs im Notfall im Februar 2023 wieder hochgefahren?
Das können Sie wahrscheinlich ebenso wenig wahrheitsgemäß beantworten, wie meine gestrigen Fragen an Sie.
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Re: Kernkraftwerke länger betreiben und stillgelegte Anlagen reaktivieren

Beitrag von JJazzGold »

H2O hat geschrieben: Fr 23. Sep 2022, 10:19 Wollen Sie einem Bundesminister absprechen, daß er seiner Überzeugung und seinem Gewissen folgt? Wir können in 2025 unseren Daumen heben oder senken... zwischendurch kann man auf Landtagsebene der amtierenden Bundesregierung schon einen Vorgeschmack dessen geben, was uns bewegt. Demonstrationen auf der Straße sind auch noch ein Mittel... das ist mir genug Bewegung in Fragen der Staatsführung.
Der Minister hat seinem Amtseid Folge zu leisten:

“Ich schwöre, daß ich meine Kraft dem Wohle des Volkes widmen, Verfassung und Gesetze wahren, meine Pflichten gewissenhaft erfüllen und Gerechtigkeit gegen jedermann üben werde.

Darin steht nichts von “grün ideologischem Gewissen“ folgen.
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Re: Kernkraftwerke länger betreiben und stillgelegte Anlagen reaktivieren

Beitrag von Kamikaze »

JJazzGold hat geschrieben: Fr 23. Sep 2022, 10:21 Da angeblich ab 31.12.2022 kein Personal mehr zur Verfügung steht, mit welchem Personal würden die stillgelegten AKWs im Notfall im Februar 2023 wieder hochgefahren?
Mit Personal, das mit viel Geld davon überzeugt wird nicht zum vereinbarten Zeitpunkt in den Ruhestand zu gehen, in der Hoffnung, dass man genug überzeugen kann. Der Rest wird auf Kosten der Sicherheit von der Abbau-Crew mit erledigt. Warum sollte auch nicht der Mechatroniker-Praktikant auf den Pilotensitz eines Passagierjets, wenn man sonst niemanden hat, der das machen will/kann?

Mit welchen Ersatzteilen werden die Anlagen eingetlich so lange instand gesetzt?
Das können Sie vermutlich ebensowenig wahrheitsgemäß beantworten, wie die übrigen ungeklärten Fragen rund um einen Weiterbetrieb.
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Re: Kernkraftwerke länger betreiben und stillgelegte Anlagen reaktivieren

Beitrag von Kamikaze »

JJazzGold hat geschrieben: Fr 23. Sep 2022, 10:27 Der Minister hat seinem Amtseid Folge zu leisten:

“Ich schwöre, daß ich meine Kraft dem Wohle des Volkes widmen, Verfassung und Gesetze wahren, meine Pflichten gewissenhaft erfüllen und Gerechtigkeit gegen jedermann üben werde.
Dass der Minister einen besseren Überblick über das Für und Wider eines AKW-Weiterbetriebs hat als Sie kann nicht sein? Darf nicht sein? :?
Auf welche Beweise stützen Sie Ihre Anschuldigung, dass der Minister meineidig wäre?
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Re: Kernkraftwerke länger betreiben und stillgelegte Anlagen reaktivieren

Beitrag von H2O »

JJazzGold hat geschrieben: Fr 23. Sep 2022, 10:27 Der Minister hat seinem Amtseid Folge zu leisten:

“Ich schwöre, daß ich meine Kraft dem Wohle des Volkes widmen, Verfassung und Gesetze wahren, meine Pflichten gewissenhaft erfüllen und Gerechtigkeit gegen jedermann üben werde.

Darin steht nichts von “grün ideologischem Gewissen“ folgen.
Das muß da auch gar nicht stehen; das ist selbstverständlich. Dafür ist die Partei der DIE GRÜNEN gewählt worden. Der Minister gehörte dem besonders gut sichtbaren Teil der grünen Wahlkämpfer an. Was erwarten Sie denn sonst von einem Grünen? Wobei ich mich in Sachen "ideologisches Gewissen" frage, wer da wohl der/die Verbiestertere sein könnte.
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Re: Kernkraftwerke länger betreiben und stillgelegte Anlagen reaktivieren

Beitrag von JJazzGold »

Kamikaze hat geschrieben: Fr 23. Sep 2022, 10:32 Mit Personal, das mit viel Geld davon überzeugt wird nicht zum vereinbarten Zeitpunkt in den Ruhestand zu gehen, in der Hoffnung, dass man genug überzeugen kann. Der Rest wird auf Kosten der Sicherheit von der Abbau-Crew mit erledigt. Warum sollte auch nicht der Mechatroniker-Praktikant auf den Pilotensitz eines Passagierjets, wenn man sonst niemanden hat, der das machen will/kann?

Mit welchen Ersatzteilen werden die Anlagen eingetlich so lange instand gesetzt?
Das können Sie vermutlich ebensowenig wahrheitsgemäß beantworten, wie die übrigen ungeklärten Fragen rund um einen Weiterbetrieb.
Wenn es eine Frage des Geldes ist, dann stünde dasselbe Personal auch länger zur Verfügung.

Mit vorhandenen Ersatzteile. Explizit Verschleißteile wie z.B. Ventile werden nicht als Einzelstücke handgefertigt, sondern in Menge x produziert, abgenommen und auf Vorrat gelagert. Ansonsten lohnt es sich nämlich nicht, die Maschinen anzuwerfen.
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Re: Kernkraftwerke länger betreiben und stillgelegte Anlagen reaktivieren

Beitrag von JJazzGold »

Kamikaze hat geschrieben: Fr 23. Sep 2022, 10:35 Dass der Minister einen besseren Überblick über das Für und Wider eines AKW-Weiterbetriebs hat als Sie kann nicht sein? Darf nicht sein? :?
Auf welche Beweise stützen Sie Ihre Anschuldigung, dass der Minister meineidig wäre?
Könnte sein, ist aber nachweislich nicht so.

Meineid? Wo wollen Sie aus dem Amtseid als Antwort auf "Nur seinem Gewissen verpflichtet" einen Meineidvorwurf herauslesen?
Keine Antwort nötig; die können Sie logisch begründet ohnehin nicht geben, wäre insofern für mich Zeitverschwendung mich durch Ihre Windungen zu lesen.
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Re: Kernkraftwerke länger betreiben und stillgelegte Anlagen reaktivieren

Beitrag von Kamikaze »

JJazzGold hat geschrieben: Fr 23. Sep 2022, 12:34 z.B. Ventile werden nicht als Einzelstücke handgefertigt, sondern in Menge x produziert, abgenommen und auf Vorrat gelagert.
Blöd nur, dass praktisch alle sicherheitsrelevanten Bauteile in AKW Einzelanfertigungen (und jedes entsprechende Bauteil einzeln zertifiziert) sind und die Ersatzteillager seit 13 Jahre nicht mehr aufgefüllt wurden. :rolleyes:
Ich bin sicher die Franzosen haben auch alle wichtigen Ersatzteile zigfach auf Lager und Personal im Überfluss - deshalb laufen die Reperaturen ja auch wie geschmiert. Da gibt es ganz sicher keinen massiven finanziellen Wettbewerb um AKW-Personal...
Aber was soll's? Geld ist nur dann ein Hindernis, wenn es nicht um AKW geht. Für die Strahlenbüchsen ist natürlich weder die Schuldengrenze, noch ökonomische Sinnhaftigeit ein Thema. :dead:
Energiewende: https://graslutscher.de/how-to-energiew ... herkommen/
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Re: Kernkraftwerke länger betreiben und stillgelegte Anlagen reaktivieren

Beitrag von JJazzGold »

H2O hat geschrieben: Fr 23. Sep 2022, 10:42 Das muß da auch gar nicht stehen; das ist selbstverständlich. Dafür ist die Partei der DIE GRÜNEN gewählt worden. Der Minister gehörte dem besonders gut sichtbaren Teil der grünen Wahlkämpfer an. Was erwarten Sie denn sonst von einem Grünen? Wobei ich mich in Sachen "ideologisches Gewissen" frage, wer da wohl der/die Verbiestertere sein könnte.
Von einem Minister erwarte ich, dass er zum Wohle aller Bürger die Verantwortung seines Amtes wahrnimmt, statt nur zum Wohl seiner Grünen Wähler.
Ginge es nach Ihrer Vorstellung von Verantwortung, dann müsste in Habecks Fall der Minister Amtseid lauten:



“Ich schwöre, daß ich meine Kraft dem Wohle den Grünen Wählern dieses Volkes widmen, entsprechend deren Interessen Verfassung und Gesetze wahren oder ändern werde, meine Pflichten den grünen Wählern gegenüber gewissenhaft erfüllen und Gerechtigkeit gegen jeden günen Wähler üben werde. “
Zuletzt geändert von JJazzGold am Fr 23. Sep 2022, 13:16, insgesamt 1-mal geändert.
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JJazzGold
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Re: Kernkraftwerke länger betreiben und stillgelegte Anlagen reaktivieren

Beitrag von JJazzGold »

Kamikaze hat geschrieben: Fr 23. Sep 2022, 12:51 Blöd nur, dass praktisch alle sicherheitsrelevanten Bauteile in AKW Einzelanfertigungen (und jedes entsprechende Bauteil einzeln zertifiziert) sind und die Ersatzteillager seit 13 Jahre nicht mehr aufgefüllt wurden. :rolleyes:
Ich bin sicher die Franzosen haben auch alle wichtigen Ersatzteile zigfach auf Lager und Personal im Überfluss - deshalb laufen die Reperaturen ja auch wie geschmiert. Da gibt es ganz sicher keinen massiven finanziellen Wettbewerb um AKW-Personal...
Aber was soll's? Geld ist nur dann ein Hindernis, wenn es nicht um AKW geht. Für die Strahlenbüchsen ist natürlich weder die Schuldengrenze, noch ökonomische Sinnhaftigeit ein Thema. :dead:

Sie haben keine Ahnung, wie viele Ersatzteile noch vorrätig sind.
Die Betreiber wissen das.
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Re: Kernkraftwerke länger betreiben und stillgelegte Anlagen reaktivieren

Beitrag von H2O »

JJazzGold hat geschrieben: Fr 23. Sep 2022, 12:58 Von einem Minister erwarte ich, dass er zum Wohle aller Bürger die Verantwortung seines Amtes wahrnimmt, statt nur zum Wohl seiner Grünen Wähler.
Ginge es nach Ihrer Vorstellung von Verantwortung, dann müsste in Habecks Fall der Minister Amtseid lauten:


“Ich schwöre, daß ich meine Kraft dem Wohle den Grünen Wählern dieses Volkes widmen, entsprechend deren Interessen Verfassung und Gesetze wahren oder ändern werde, meine Pflichten den grünen Wählern gegenüber gewissenhaft erfüllen und Gerechtigkeit gegen jeden günen Wähler üben werde. “
Sie meinen also, daß ein Mensch, der Ihre Vorstellungen nicht teilt und das auch im Wahlkampf so vertreten hat, als Minister
das zu tun hat, was Sie für seine Pflicht halten möchten? Der wird genau das tun, wofür er gewählt wurde und was im Rahmen der Koalitionsverhandlungen vereinbart wurde... ein ganzer Haufen Kompromisse. Damit erfüllt er seinen Amtseid. Verläßlichkeit ist doch nicht aller Laster Anfang!

Mir kommt der Hickhack hier bekannt vor. Im Krieg der Knöpfe fiel der schöne Satz: "Wenn ich das gewußt hätte, dann wäre ich nicht mitgekommen." Viel klarer kann man aber als führende Kraft im grünen Wahlkampf wirklich nicht sagen, wofür man einsteht!
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Re: Kernkraftwerke länger betreiben und stillgelegte Anlagen reaktivieren

Beitrag von Alster »

Kamikaze hat geschrieben: Fr 23. Sep 2022, 12:51 Geld ist nur dann ein Hindernis, wenn es nicht um AKW geht. ...
... und wenn es nichct um PV geht. Da sind nämlich momentan die Kapazitäten der Errichter der Bottleneck.
dies ist keine Rechtsberatung sondern nur meine persönliche Meinung
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Re: Kernkraftwerke länger betreiben und stillgelegte Anlagen reaktivieren

Beitrag von JJazzGold »

H2O hat geschrieben: Fr 23. Sep 2022, 13:24 Sie meinen also, daß ein Mensch, der Ihre Vorstellungen nicht teilt und das auch im Wahlkampf so vertreten hat, als Minister
das zu tun hat, was Sie für seine Pflicht halten möchten? Der wird genau das tun, wofür er gewählt wurde und was im Rahmen der Koalitionsverhandlungen vereinbart wurde... ein ganzer Haufen Kompromisse. Damit erfüllt er seinen Amtseid. Verläßlichkeit ist doch nicht aller Laster Anfang!

Mir kommt der Hickhack hier bekannt vor. Im Krieg der Knöpfe fiel der schöne Satz: "Wenn ich das gewußt hätte, dann wäre ich nicht mitgekommen." Viel klarer kann man aber als führende Kraft im grünen Wahlkampf wirklich nicht sagen, wofür man einsteht!
Ich meine, dass ein Minister für das gesamte Volk in Verantwortung steht und nicht nur für die Wähler seine Partei.

Wir hören besser auf, ansonsten wäre Andreas Scheuers Millonenverschleuderung damit entschuldigt, dass er als Verkehrsminister nur seinem Gewissen gegenüber verpflichtet war.
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Re: Kernkraftwerke länger betreiben und stillgelegte Anlagen reaktivieren

Beitrag von relativ »

Alster hat geschrieben: Fr 23. Sep 2022, 13:36 ... und wenn es nichct um PV geht. Da sind nämlich momentan die Kapazitäten der Errichter der Bottleneck.
Wir haben uns aber entschlossen auf diese Technologie zu setzen. Aber anders als bei der Atomkraft, wo der Staat noch über den Steuertopf die AKWs subventioniert hat, macht es jetzt der Verbraucher.
Das Banale braucht man nicht zu schälen.
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Re: Kernkraftwerke länger betreiben und stillgelegte Anlagen reaktivieren

Beitrag von Schnitter »

Seidenraupe hat geschrieben: Fr 23. Sep 2022, 09:30 Die Situation ist brisant, auch wenn es bei manchen noch nicht angekommen zu sein scheint (die gesamte Ampelregierung und den WiKlimi nehme ich ausdrücklich davon aus, die dürften bereits wissen, dass es 5 nach 12 ist!!)

es geht aber nicht nur um Erkenntnis sondern um Umsetzen.
und da wird es schwierig. richtig schwierig.
Naturwissenschaft lässt sich mit Moral oder Ideologie weder austricksen noch überwinden.

https://www.heise.de/tp/features/Energi ... 73147.html
Gibt es für die Behauptungen auch eine seriöse Quelle ?

Ich wäre da ein wenig vorsichtig in deinem Eifer: Der Autor "Bernd Müller" ist ein Autor der normalerweise für die marxistische Junge Welt schreibt und ausgewiesener Kreml-Freund.

Kurz: Statt Heise kann man auch das Micky Maus Heft verlinken ;)
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