Bundeswehr und Rüstungsindustrie

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Teeernte
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Re: Bundeswehr und Rüstungsindustrie

Beitrag von Teeernte »

Cobra9 hat geschrieben: Do 28. Apr 2022, 13:47 Prinzipiell richtige Idee und Forderung. Aber um das zu Erreichen müsste man das Budget, Konzept ect neu anpassen komplett.
..aber das Gesamtkonzept Landesverteidigung....

(Wie kommt die Bundeswehr zur Front ? ...mit nem 9 Euro Ticket im Nahverkehr)
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Teeernte
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Re: Bundeswehr und Rüstungsindustrie

Beitrag von Teeernte »

Ganz NEU - JDER darf die Kinder in der Bundeswehr nun mitbringen !!
Verteidigungsministerium verweist darauf, dass Lambrecht den Mitflug ordnungsgemäß beantragt und die Kosten voll übernommen habe.
...und "Ferienflieger" ist von der Steuer absetzbar - wenn man kurz vorher noch den "Kunden" vor Ort besucht.
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Cobra9
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Re: Bundeswehr und Rüstungsindustrie

Beitrag von Cobra9 »

H2O hat geschrieben: Mi 11. Mai 2022, 22:48 Dieser Vorwurf geht mir zu weit! Eine Armee wird immer Wünsche bezüglich Mannschaftsstärke und Bewaffnung haben, die sie im Vergleich zu ihren möglichen Gegnern in


Mein Vorwurf ist an der Realität orientiert. Ich bin über 20 Jahre dabei und weiß auch als Verantwortlicher selbst was mehrfach pro Jahr passiert.

Man schreibt den Bedarf auf. Eventuell noch ein paar Wünsche wie mehr Munition zum üben, besser Westen ect.

Dann wird das nochmal durch verschiedene Stellen erfasst und in Form gebracht. Geht über das VM dann an die Politik plus Bericht des /der Wehrbeauftragten.

Der Ausschuß für Verteidigung wird wie das Kabinett mehrfach pro Jahr informiert im Detail. Wenn der Truppe was fehlt liegt es nicht an der Truppe sondern am Dienstherrn.

Die Defezite sind schriftlich bekannt. Es ist eben die politische Verantwortung wo ihren Job nicht macht

Beispiel Luftabwehr. Seit 20 Jahren eine Lücke. Tornado ersetzt man nicht, durch die Mehrkosten könnte man schon längst den Ersatz dreimal finanzieren.

Kann ich weiterführen.

Zu wenig Panzer, Spz.

Gibt es denn keine Interessenvertretung der Soldaten, die sich mit dieser Schieflage politisch zu Wort meldet? Für uns unbedarfte Staatsbürger war das bis eben noch gar kein Staatsversagen. Was ist da falsch gelaufen?

Deutscher BundeswehrVerband -, Verbände der Reservisten ect. und unter anderem die Wehrbeauftragte. Selbst der Rechnungshof warnte m

Die Berichte jeweils belegen die Warnungen, Berichte über Mängel, Defezite.

Dazu ist der Umgang mit Veteranen, Soldaten teilweise eine Sauerei. Ich musste auch klagen und das nach ewiger Zeit aktiv. Gewonnen habe ich zwar, aber man erwarte ernsthaft noch Entgegenkommen danach von Mir. Nix da. Das Gericht hat in letzter Instanz ebenfalls gesagt bin im Recht. Wohlgemerkt war das Problem der zivile Part der Verwaltung in der Truppe. Sitzend im VM.

Das ist auch das Hauptproblem. Eine Verwaltung mit einem zivilen Wasserkopf der unbeweglich ist und größtenteils nicht wirklich kompetent sowie die eigenen Regeln Gesetze nicht kapiert..

Der Dienstherr der seine Aufgabe nicht erfüllt. Das ist sprichwörtlich entweder Versagen. Wir haben einen Stau an Investitionen von über 500 Milliarden eigentlich.



Dann könnte man daran denken, mit Polen ein Abkommen zu schließen, daß das Wehrmaterial für Polen weitgehend gleich gehalten wird mit dem der Bundeswehr, und auch über die Finanzierung des Wehrmaterials muß man in dem Zusammenhang reden. Im Fall der Fälle werden unsere beiden Länder in Mitteleuropa den ersten Ansturm Rußlands abwehren müssen. Dann sollte es möglichst wenig "Gewusele" geben... Logistik ist wohl fast alles für erfolgreiche Streitkräfte. Leider kann man solchen Wahnsinn nicht mehr ausschließen, so lange Rußland kein demokratischer Rechtsstaat geworden ist.

Stopp. Ich will keine massive Aufrüstung und zur Macht werden. Aber die Bundeswehr braucht dringend mehr Soldaten, mehr Ausrüstung und ähnliches.

Ich bin mit meinen Forderungen beim Reservedienst Verband.


Reservistenverband fordert mehr Personal »Mit rund 200.000 Soldaten ist die Bundeswehr zu klein«
Russlands Angriff auf die Ukraine hat die deutsche Verteidigungspolitik umgekrempelt. Rund hundert Milliarden Euro sollen in die Bundeswehr fließen. Ein Verband verlangt nun auch eine wachsende Truppenstärke.




Angesichts der Debatte über eine bessere Ausstattung der Bundeswehr fordert der Reservistenverband mehr Soldaten. »Insgesamt muss man auch über die Truppenstärke nachdenken. Mit rund 200.000 Soldaten ist die Bundeswehr zu klein«, sagte Verbandspräsident Patrick Sensburg der »Rheinischen Post«. Für die Landesverteidigung seien rund 340.000 Soldaten und 100.000 regelmäßig übende Reservisten nötig
.


https://www.spiegel.de/politik/deutschl ... f471447579


Ich habe mittlerweile ein Dutzend Angebote für verschiedene Verwendungen als Reservist. Es fehlt an Personal. Aber ich steh nur noch zur Verfügung für die Übungen ect. im notwendigen Umfang. Training mach ich mit Kameradschaften privat oder Arbeitgeber. Katastrophen helf ich lieber via DRK.




Warum.....




Der Reservistenverband hat einen deutlichen Mangel an einfachen Waffen für die Verteidigungsfähigkeit der Bundeswehr für die Landesverteidigung beklagt. „Bei den Reservisten gibt es die Sorge, dass nicht für jeden eine Waffe zur Verfügung steht“, sagte Verbands-Präsident Patrick Sensburg unserer Redaktion. „Es gibt einen Mangel bei der persönlichen Ausrüstung, an Funkgeräten, an Fahrzeugen aller Art und an Waffen samt Munition“, betonte der frühere CDU-Bundestagsabgeordnete. „Wir stellen ein Drittel der Truppe – 200.000 Soldaten, 100.000 Reservisten“, betonte der Oberst der Reserve.

Sensburg forderte mindestens eine Milliarde aus dem geplanten Sondervermögen für die Bundeswehr, um die Reserve angemessen auszurüsten. Zudem müsse sichergestellt werden, dass jeder Reservist wie vorgesehen im Schnitt drei Wochen pro Jahr üben könne. Dazu seien jedoch Finanzmittel für rechnerisch 10.000 Vollzeitstellen, statt der derzeit 4500 nötig. „Wir brauchen mehr gut ausgebildete Soldaten und Reservisten, die in der Lage sind zu kämpfen“, betonte Sensburg. „Dass die Truppenstärke eine wesentliche Rolle spielt, sehen wir gerade in der Ukraine“, fügt er hinzu

https://m.augsburger-allgemeine.de/poli ... 81081.html



Wenn Wir die Ukraine wären hätte man keine Chance gehabt. Das sollte zu denken geben
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H2O
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Re: Bundeswehr und Rüstungsindustrie

Beitrag von H2O »

Cobra9 hat geschrieben: Do 12. Mai 2022, 13:16 Mein Vorwurf ist an der Realität orientiert. Ich bin über 20 Jahre dabei und weiß auch als Verantwortlicher selbst was mehrfach pro Jahr passiert.

Man schreibt den Bedarf auf. Eventuell noch ein paar Wünsche wie mehr Munition zum üben, besser Westen ect.
Dennoch hat der Deutsche Bundestag das Recht, die Kopfzahl der Truppe und ihre Ausrüstung der Bedrohungslage an zu passen. Es kann nicht sein, daß die Soldaten bestimmen, was ihnen der Staat zu genehmigen hat.

Eine auf Fehlannahmen beruhende Politik ist auch eine Politik von Wählers Gnaden. Da ist eben leider ein schrecklicher politischer Fehler begangen worden, für den wir nun zu bezahlen haben, und der sich bestenfalls in 10 Jahren abstellen läßt... bis das notwendige Material gebaut, geschult und einsatzbereit verfügbar ist. Ob sich die dazu notwendigen Menschen finden lassen, das wäre die nächste Hürde. Ich möchte keiner Truppe angehören, der der Vorwurf der Unfähigkeit voraus geht.

Durchaus möglich, daß die zivile Verwaltung der Streitkräfte ihre besonderen Mängel hat. Ich kann diese Mängel nicht benennen und schon gar nicht beurteilen.
Wenn Wir die Ukraine wären hätte man keine Chance gehabt. Das sollte zu denken geben
Klar, das gibt zu denken. Weshalb ja erst einmal der Begriff "Zeitenwende" ins Spiel gebracht wurde. Nun müssen wir alle darauf sehen, daß der Plan nicht politisch zerfasert sondern zielgerichtet umgesetzt wird. Aber bitte auch hier wieder: Der Deutsche Bundestag entscheidet darüber, was wir dort aufbieten wollen. Niemand sonst. Genügend viele Abgeordnete haben wir dort bestimmt!
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Re: Bundeswehr und Rüstungsindustrie

Beitrag von Kohlhaas »

H2O hat geschrieben: Do 12. Mai 2022, 15:16 Dennoch hat der Deutsche Bundestag das Recht, die Kopfzahl der Truppe und ihre Ausrüstung der Bedrohungslage an zu passen. Es kann nicht sein, daß die Soldaten bestimmen, was ihnen der Staat zu genehmigen hat.
Die Soldaten bestimmen das ja auch gar nicht. Sie melden lediglich einen Bedarf an. Und wenn die Politik, die das zu genehmigen hat, irgendwann zu dem nun gezogenen Schluss kommt, dass die Streitkräfte erbärmlich ausgestattet sind, dann liegt das an Fehlern der Politik und nicht an Fehlern der Soldaten.

Als Beispiel nochmal die anderenorts erwähnten Panzerhaubitzen: Der Bundestag hat beschlossen, dass 120 davon beschafft werden. Und dann hat er entschieden, 80 davon vergammeln zu lassen. Dafür können die Streitkräfte nichts.

Oder nehmen wir Auslandseinsätze: Der Bundestag definiert die Pflichten der Streitkräfte und schickt Soldaten ins Ausland, gibt ihnen aber nicht die nötige Ausrüstung. Sieht man gerade wieder in Mali. Da ist der Einsatz der Bundeswehr vom Parlament verlängert worden. Kein Wort darüber und keinerlei Rücksicht darauf, dass Frankreich seine Truppen mitsamt der Hubschrauber abzieht und Deutschland gar nicht genug einsatzfähige Hubschrauber hat, um diesen Verlust zu ersetzen.

Es geht hier gar nicht darum, dass Soldaten bestimmen würden, was der Staat "zu genehmigen hat". Es geht darum, dass der Staat gefälligst finanzieren soll, was er selbst genehmigt oder schon genehmigt hat.
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Re: Bundeswehr und Rüstungsindustrie

Beitrag von Kohlhaas »

sünnerklaas hat geschrieben: Do 12. Mai 2022, 16:23 Daran konnten aber weder Bartels, noch Lambrecht, noch Scholz etwas ändern, da es Proporz-Beschlüsse gibt, die auf Bundesparteitagen mit Mehrheit beschlossen wurden und die bindend sind. Und es gibt ja nicht nur Geschlechterproporze, sondern auch Regionalproporze (letztere haben z.B. zu Guttenberg ins Amt des Wirtschafts- und danach des Verteidigunsministers gespült.
Das lasse ich nicht gelten. Erstens gibt es in Deutschland kein imperatives Mandat und zweitens war durch keine Proporz-Regel zu erzwingen, dass ausgerechnet zu Guttenberg und Lambrecht Verteidigungsminister werden.
Was ja auch vom Ausland, insbesondere von den NATO-Partnern lange Zeit goutiert wurde. Ein militärisch starkes Deutschland und ganz besonders das Bild des schnarrenden preußischen Armeeoffiziers war in den Nachbarländern gefürchtet.
Richtig. Das ist sogar in den 2-plus-4-Verhandlungen vereinbart worden. Allerdings: Damals war mit der Sowjetunion verabredet, dass die Bundeswehr höchstens 370.000 Mann stark sein dürfe. Deutschland hat aber auf 180.000 Mann runtergerüstet. Das Ausland hat auch nicht gefordert, dass die Bundeswehr jämmerlich ausgestattet werden müsse. Das haben die deutschen Politiker aus eigenem Antrieb entschieden.
Hinzu kam bei vielen Deutschen die Erfahrung aus dem 2. Weltkrieg: erst in eine Armee und in den Krieg gezwungen zu werden, danach dafür dann auch noch bestraft zu werden, wohingegen die Führungskräfte zum großen Teil ganz billig davongekommen sind. Der schlechte Ruf der Armee in Deutschland hat sehr viel mit der Zeit zwischen 1933 und 1945 zu tun.
Selbstverständlich.

Übrigens fällt mir auf, dass wir das gerade im falschen Strang bereden. Vielleicht kann die Moderation das ja umheben... ;)
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Re: Bundeswehr und Rüstungsindustrie

Beitrag von Vongole »

Kohlhaas hat geschrieben: Do 12. Mai 2022, 17:15 (..)

Übrigens fällt mir auf, dass wir das gerade im falschen Strang bereden...
Jetzt nicht mehr. ;)
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H2O
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Re: Bundeswehr und Rüstungsindustrie

Beitrag von H2O »

Kohlhaas hat geschrieben: Do 12. Mai 2022, 17:06 Die Soldaten bestimmen das ja auch gar nicht. Sie melden lediglich einen Bedarf an. Und wenn die Politik, die das zu genehmigen hat, irgendwann zu dem nun gezogenen Schluss kommt, dass die Streitkräfte erbärmlich ausgestattet sind, dann liegt das an Fehlern der Politik und nicht an Fehlern der Soldaten.
(...)
Es geht hier gar nicht darum, dass Soldaten bestimmen würden, was der Staat "zu genehmigen hat". Es geht darum, dass der Staat gefälligst finanzieren soll, was er selbst genehmigt oder schon genehmigt hat.
Sie dürfen gern das Parlament rügen, das Sie selbst gewählt haben.... oder doch richtiger: Das von einer politischen Mehrheit mit Entscheidungsvollmachten ernannt wurde. Und nur dort hat entschieden zu werden. Niemand ist verpflichtet, als Soldat für einen kopflosen Hammelhaufen den eigenen Kopf hin zu halten. Und so ganz überraschend ist ja die Selbstverstümmelung der Bundeswehr wirklich nicht über uns gekommen!.

Wenn wir diese Gemengelage durchgekaut haben, können wir über unsere Träume und Wünsche gern debattieren... wie wir uns unsere Äußere Sicherheit vorstellen. Vielleicht müssen wir danach aber bei Wahlen dieses Thema ebenfalls bemühen, wenn unsere "Zeitenwender" dazu keine Lust verspüren sollten. Jetzt haben die erst einmal Zeit für ihre Zeitenwende bis September 2025.
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sünnerklaas
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Re: Bundeswehr und Rüstungsindustrie

Beitrag von sünnerklaas »

Kohlhaas hat geschrieben: Do 12. Mai 2022, 17:15 Das lasse ich nicht gelten. Erstens gibt es in Deutschland kein imperatives Mandat und zweitens war durch keine Proporz-Regel zu erzwingen, dass ausgerechnet zu Guttenberg und Lambrecht Verteidigungsminister werden.
Guttenberg wurde wegen des Regionalproporzes der CSU erst Wirtschafts-, danach Verteidigungsminister. ("Innerparteilicher Proporz vor fachlicher Eignung"). Die Proporze dienen der Befriedung von innerparteilichen Konflikten. Werden die nicht eingehalten, gibt es Ärger, es werden Intrigen gesponnen und Fallen gestellt. Auch sollte man die großen Landesverbände nicht verärgern, wenn die nicht ausreichend zur Geltung kommen, sich hintergangen fühlen, gibt es ebenso innerparteilichen Ärger. Da wird dann z.B. beim nächsten Bundesparteitag der Bundesvorstand öffentlich abgewatscht. Oder es kommen plötzlich keine Mehrheiten zustande oder irgendwer plaudert aus dem Nähkästchen. So läuft das dann. Und ein Landesverband, wie der hessische schickt eine Menge Deligierte zu einem Bundesparteitag.
Und was das Intrigenspiel und die Fallenstellerei innerhalb einer Partei für eine Rolle spielen kann, davon können Leute, wie die früheren CSU-Vorsitzenden Edmund Stoiber und Erwin Huber ein Lied singen. Mit Erwin Huber ist man ja ganz übel umgegangen. Sein Nachfolger Seehofer wollte sowas wohl auf gar keinen Fall erleben.
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Re: Bundeswehr und Rüstungsindustrie

Beitrag von Kohlhaas »

sünnerklaas hat geschrieben: Do 12. Mai 2022, 17:45 Guttenberg wurde wegen des Regionalproporzes der CSU erst Wirtschafts-, danach Verteidigungsminister. ("Innerparteilicher Proporz vor fachlicher Eignung"). Die Proporze dienen der Befriedung von innerparteilichen Konflikten.
Wir reden aneinander vorbei. Der Proporz hat verlangt, dass ein CSU-Mensch Verteidigungsminister wird. Er hat nicht verlangt, dass es ausgerechnet zu Guttenberg sein musste. Jüngst hat der Proporz verlangt, dass eine sozialdemokratische Frau das Verteidigungsministerium übernehmen musste. Er hat nicht verlangt, dass das ausgerechnet Frau Lambrecht sein musste. Mal abgesehen davon, dass auch jedes andere "SPD-Ministerium" hätte genutzt werden können, um den eigenartigen Proporz-Gedanken zu verwirklichen.
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jorikke
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Re: Bundeswehr und Rüstungsindustrie

Beitrag von jorikke »

Kohlhaas hat geschrieben: Do 12. Mai 2022, 17:55 Wir reden aneinander vorbei. Der Proporz hat verlangt, dass ein CSU-Mensch Verteidigungsminister wird. Er hat nicht verlangt, dass es ausgerechnet zu Guttenberg sein musste. Jüngst hat der Proporz verlangt, dass eine sozialdemokratische Frau das Verteidigungsministerium übernehmen musste. Er hat nicht verlangt, dass das ausgerechnet Frau Lambrecht sein musste. Mal abgesehen davon, dass auch jedes andere "SPD-Ministerium" hätte genutzt werden können, um den eigenartigen Proporz-Gedanken zu verwirklichen.
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Cobra9
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Re: Bundeswehr und Rüstungsindustrie

Beitrag von Cobra9 »

H2O hat geschrieben: Do 12. Mai 2022, 15:16 Dennoch hat der Deutsche Bundestag das Recht, die Kopfzahl der Truppe und ihre Ausrüstung der Bedrohungslage an zu passen. Es kann nicht sein, daß die Soldaten bestimmen, was ihnen der Staat zu genehmigen hat.
Ich habe nie gesagt die Bundeswehr soll selbst bestimmen dürfen über Konzeption, Umfang, Budget, Gesetz ect.

Das ist nicht meine Aussage. Ich bezog mich dafür eher auf deine Aussage die Truppe hat quasi selbst schuld. Wenn Ich das falsch verstanden oder du es entsprechend formuliert hast so, aber insgesamt anders meintest ok.


Zitat



Beitrag Mi 11. Mai 2022, 07:42
.... wenn unseren Soldaten endlich klar ist, welche Ausrüstung sie benötigen, um der militärischen Großmacht Rußland standhalten zu können
.

Versteh mich nicht falsch bitte. Aber hier steht unsere Soldaten wissen nicht was Sie an Ausrüstung und Waffen ect benötigen.

Das ist falsch. Die Bundeswehr weiß schon was Sie braucht und 99% der Soldaten & Reservisten auch. Aber zwischen dem Bedarf nennen können und was die Bundesregierung umsetzt zusammen mit dem Parlament liegen Welten.

Aber was man braucht oder benötigt weiß man.
Eine auf Fehlannahmen beruhende Politik ist auch eine Politik von Wählers Gnaden. Da ist eben leider ein schrecklicher politischer Fehler begangen worden, für den wir nun zu bezahlen haben, und der sich bestenfalls in 10 Jahren abstellen läßt... bis das notwendige Material gebaut, geschult und einsatzbereit verfügbar ist. Ob sich die dazu notwendigen Menschen finden lassen, das wäre die nächste Hürde. Ich möchte keiner Truppe angehören, der der Vorwurf der Unfähigkeit voraus geht.
Das ist per se gar nicht mehr das Problem möchte Ich sagen. Mörder, Depp in einer Trottel Armee ist man gewohnt. Solche Scheiße bewegt Mich gar nicht.

Das sind Aussagen von Idioten für Mich. Ich weiß Wir haben unsere Pflicht erfüllt und die Missionen militärisch inklusive Katastrophen Hilfe mehrfach erfolgreich abgeschlossen. Aber man muss unterscheiden zwischen wie gewinnen Wie neue Soldaten *innen und wie halte Ich aktive Soldaten & Reservisten bei der Truppe.

Neue Soldaten gewinnt man nur wenn die Grundlagen passen und da ist man meist nicht sehr gut. Wer mit maroden Kasernen, uralten Geräten und fehlender Ausrüstung noch Werbung machen muss gute Nacht.

Der andere Punkt ist eben nicht mehr viele Soldaten bleiben ihr Leben bei der Bundeswehr, die Reservedienstler wie ich sind oft frustriert. Aber bei dem Umgang kein Wunder. Der Dienstherr darf das gerne ändern. Eventuell macht man dann mehr wieder.


Durchaus möglich, daß die zivile Verwaltung der Streitkräfte ihre besonderen Mängel hat. Ich kann diese Mängel nicht benennen und schon gar nicht beurteilen
Naja ließ all die Berichte in der Presse zur Beschaffung und Entwicklung, Personalverwaltung.....

Berichte des/der Wehrbeauftragten ect.


Klar, das gibt zu denken. Weshalb ja erst einmal der Begriff "Zeitenwende" ins Spiel gebracht wurde. Nun müssen wir alle darauf sehen, daß der Plan nicht politisch zerfasert sondern zielgerichtet umgesetzt wird. Aber bitte auch hier wieder: Der Deutsche Bundestag entscheidet darüber, was wir dort aufbieten wollen. Niemand sonst. Genügend viele Abgeordnete haben wir dort bestimmt
Eher zuviel. Aber sollen die Entscheidungen treffen. Ich habe nur noch meine paar Übungen für die LV und privat mit meinen Jungs & Mädels kann man eh besser üben.

Aber ich hab letztens die Frage gestellt bekommen. Würdest du wirklich für solche Arschlöcher kämpfen und ist es diese Gesellschaft wert. So ganz falsch ist sie nicht die Frage.

Aber ich seh es trotzdem immer noch so. Deutschland ist nicht Scholz und ein paar Deppen die ich nicht mag.
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Cobra9
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Re: Bundeswehr und Rüstungsindustrie

Beitrag von Cobra9 »

Guter Artikel zum Sondervermögen


https://www.schwaebische.de/ueberregion ... 07314.html


Ja ob die 100 Milliarden reichen ist zu bezweiflen. Und ohne ausreichende Finanzierung keine effektive Truppen. Nebenbei seh ich bei anderen Punkten keine Lösung.

Aber wir streiten auch um die 100 Milliarden

https://www.tagesschau.de/inland/bundes ... t-101.html
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Re: Bundeswehr und Rüstungsindustrie

Beitrag von H2O »

Cobra9 hat geschrieben: Fr 13. Mai 2022, 11:17 Ich habe nie gesagt die Bundeswehr soll selbst bestimmen dürfen über Konzeption, Umfang, Budget, Gesetz ect.
(...)
Die Bundeswehr weiß schon was Sie braucht und 99% der Soldaten & Reservisten auch. Aber zwischen dem Bedarf nennen können und was die Bundesregierung umsetzt zusammen mit dem Parlament liegen Welten.
Sehe ich genau so; Regierung und Parlament müssen schon öffentlich vertreten, was sie mit den verfügbaren Mitteln bewirken wollen. Das gilt auch für die Landesverteidigung.
Aber was man braucht oder benötigt weiß man.
(...)
Ich weiß Wir haben unsere Pflicht erfüllt und die Missionen militärisch inklusive Katastrophen Hilfe mehrfach erfolgreich abgeschlossen. Aber man muss unterscheiden zwischen wie gewinnen Wie neue Soldaten *innen und wie halte Ich aktive Soldaten & Reservisten bei der Truppe.
Das hat wieder etwas mit Wertschätzung zu tun... sowohl der daran beteiligten Menschen als auch der erfüllten Aufgaben.
Neue Soldaten gewinnt man nur wenn die Grundlagen passen und da ist man meist nicht sehr gut. Wer mit maroden Kasernen, uralten Geräten und fehlender Ausrüstung noch Werbung machen muss gute Nacht.
(...)
Naja ließ all die Berichte in der Presse zur Beschaffung und Entwicklung, Personalverwaltung.....

Berichte des/der Wehrbeauftragten ect.
(...)
Als Außenseiter fällt mir zu Regierung und Parlament dann nur noch der Begriff "Arbeitsverweigerung" ein... wenn die Mißstände bei etwas gutem Willen leicht zu erkennen sind. Ich geb's nicht auf... aber wer besetzt lebenswichtige Funktionen mit Arbeitsverweigerern? Sind das nicht am langen Ende wir selbst?
Aber ich hab letztens die Frage gestellt bekommen. Würdest du wirklich für solche Arschlöcher kämpfen und ist es diese Gesellschaft wert. So ganz falsch ist sie nicht die Frage.
(...)
Sehr schwierig; ich wünsche mir auch ein besseres deutsches Volk, für das ich gern und freiwillig besonders gute Leistungen abliefern möchte (na ja, vor 30 Jahren...). Da hilft dann nur wieder der "Blick über den Gartenzaun", der mir in meiner persönlichen Umgebung tagtäglich zur Verfügung steht. Also gut... bis zur Abwertung "Arschlöcher" geht meine Bewertung unserer Gesellschaft danach dann doch nicht. Aber bis zur "Heiligsprechung" ist auch wieder viel Luft nach oben! Bohren wir geduldig unsere dicken Bretter!
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Re: Bundeswehr und Rüstungsindustrie

Beitrag von Cobra9 »

Die Bundeswehr reaktiviert wieder Depots


https://www.swr.de/swraktuell/baden-wue ... s-100.html
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Re: Bundeswehr und Rüstungsindustrie

Beitrag von Cobra9 »

H2O hat geschrieben: Fr 13. Mai 2022, 15:14 Sehe ich genau so; Regierung und Parlament müssen schon öffentlich vertreten, was sie mit den verfügbaren Mitteln bewirken wollen. Das gilt auch für die Landesverteidigung.
Da kann Ich zustimmen. Was Mir aber fehlt ist auch einfach eine gute Zusammenarbeit und auch Wertschätzung untereinander.

Ich halte es für wichtig das die Bundesrepublik Deutschland eine klare Linie hat was wollen Wir von unseren Streitkräften. Dann zusammen mit der Truppe den Bedarf evaluatiert.

Die Ausrüstung muss gut sein sowie die Truppe bestmöglich auch schützen können und in ausreichend Anzahl vorhanden sein.

Zusätzlich fordere Ich die Versorgung bzw Betreuung von Soldaten, Reservisten oder Veteranen zu verbessern bei Erkrankungen die vom Dienst kommen.

Optimierung bei der Beschaffung wäre der nächste Punkt. Es kann nicht sein das Geld verbrannt wird. Was Ich mir bei der Entwicklung überlegt habe.

Warum gibt's keine echte Koordinierung bzw Stelle die Forschung bündelt, kontrolliert. Vorzugsweise bei der EU in Verbindung mit der Nato .

Ich glaube nicht daran dass die Türkei lange ihren Widerstand aufrecht erhalten wird. Man kann sehr viel Synergien erzeugen.

Das hat wieder etwas mit Wertschätzung zu tun... sowohl der daran beteiligten Menschen als auch der erfüllten Aufgaben.
Ich geb ja auch zu meine Wertschätzung ist reduziert. Aber das liegt auch an den Erfahrungen und der Art der Menschen gerade in der Politik.

Nimm Frau Lambrecht. Also an Instinktlosigkeit und Fingerspitzengefühl ist die nicht zu überbieten. Aber so jemand will Respekt haben.

Scholz ähnlich in vielen Bereichen. Wie sagt man so. Geben und Nehmen passt nicht mehr.
Als Außenseiter fällt mir zu Regierung und Parlament dann nur noch der Begriff "Arbeitsverweigerung" ein... wenn die Mißstände bei etwas gutem Willen leicht zu erkennen sind. Ich geb's nicht auf... aber wer besetzt lebenswichtige Funktionen mit Arbeitsverweigerern? Sind das nicht am langen Ende wir selbst?
Indirekt ja. Aber was wie passiert in Behörden fragt uns niemand. Ich weiß schon was unter anderem ein Problem ist.

Ist so die Fluktuation ist in vielen Bereichen bei der zivilen Verwaltung bei der Bundeswehr viel zu hoch. Der Grund ist auch das viel Personal einfach nicht qualitativ viel zu bieten hat.

Aber woher kommt das? Kaum Einarbeitung. Oft kommt das Personal fachfremd rein. Wenn man vom ganz anderen Stellen kommt wirds schwer.

Dazu ein Chaos das sich gewaschen hat. Ich bin Gott sei Dank da nicht angestellt.
Sehr schwierig; ich wünsche mir auch ein besseres deutsches Volk, für das ich gern und freiwillig besonders gute Leistungen abliefern möchte (na ja, vor 30 Jahren...). Da hilft dann nur wieder der "Blick über den Gartenzaun", der mir in meiner persönlichen Umgebung tagtäglich zur Verfügung steht. Also gut... bis zur Abwertung "Arschlöcher" geht meine Bewertung unserer Gesellschaft danach dann doch nicht. Aber bis zur "Heiligsprechung" ist auch wieder viel Luft nach oben! Bohren wir geduldig unsere dicken Bretter!
Ich fall gleich vom Stuhl. Wir sind ja fast einer Meinung bzw nah dran :thumbup:
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Re: Bundeswehr und Rüstungsindustrie

Beitrag von Cobra9 »

Ein paar Gedanken zu Frau Lambrecht



Die Null-Bock-Ministerin
Im sechsten Monat ihrer Amtszeit als Verteidigungsministerin sorgt Christine Lambrecht mit ihren privaten Aktivitäten für Schlagzeilen – politisch aber ist die Sozialdemokratin bisher ein Totalausfall


https://www.spiegel.de/politik/deutschl ... f938ffec88




Verteidigungsministerin Lambrecht: Qualifikation – nicht nötig

Die Verteidigungsministerin ist eine Fehlbesetzung. Die Personalie zeigt, nach welchen merkwürdigen Kriterien MinisterInnen zu oft ausgesucht werden


https://taz.de/Verteidigungsministerin- ... /!5851989/


Kann ich verstehen was da geschrieben wird. Die Frau ist für dieses Amt explizit nicht geeignet. Keine Qualifikation dafür und ein Elefant im Porzellanwaren Laden ist dagegen kein Vergleich.
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Re: Bundeswehr und Rüstungsindustrie

Beitrag von Teeernte »

Cobra9 hat geschrieben: Fr 13. Mai 2022, 21:18 Ein paar Gedanken zu Frau Lambrecht
https://www.focus.de/politik/deutschlan ... 10802.html
Frau Lambrecht, bitte wegtreten! Kanzler Scholz, diese Ministerin beschädigt unser Ansehen
Die Verteidigungsministerin sollte als Inhaberin der Befehls- und Kommandogewalt mehr Fingerspitzengefühl zeigen und nicht die Luftwaffe mit der Lufthansa verwechseln.
https://www.tagesschau.de/inland/innenp ... n-101.html

Na - es könnte noch schlechter kommen... :D :D. Ein Getränkeautomat hätte Verteidigungsminister werden können.
Zuletzt geändert von Teeernte am Fr 13. Mai 2022, 21:43, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Bundeswehr und Rüstungsindustrie

Beitrag von PeterK »

Cobra9 hat geschrieben: Fr 13. Mai 2022, 21:18 Ein paar Gedanken zu Frau Lambrecht
Kabinettsumbildungen nach nur ca. sechs Monaten sind wahrscheinlich nur schwierig zu vermitteln. In diesem Fall hielte ich es aber eher für ein Zeichen der Stärke, wenn Scholz sich dazu durchringen könnte.
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Re: Bundeswehr und Rüstungsindustrie

Beitrag von Cobra9 »

Was hab ich denn gegen Scholz und SPD Politik...
so zu tun als wäre man nicht verantwortlich auch für den Zustand der Bundeswehr. Man war Teil der Groko

Aber natürlich immer unschuldig.


https://www.welt.de/politik/deutschland ... swehr.html

Das nervt langsam
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Re: Bundeswehr und Rüstungsindustrie

Beitrag von Teeernte »

PeterK hat geschrieben: Fr 13. Mai 2022, 21:41 Kabinettsumbildungen nach nur ca. sechs Monaten sind wahrscheinlich nur schwierig zu vermitteln. In diesem Fall hielte ich es aber eher für ein Zeichen der Stärke, wenn Scholz sich dazu durchringen könnte.
Das "5. Element" schiesst sich schon darauf ein..
13.05.2022 - 22:38 Uhr
Verteidigungsministerin Christine Lambrecht (56, SPD) ist wegen ihres Urlaubsflugs mit Sohn Alexander (21) immer mehr unter Druck!
In einer repräsentativen INSA-Umfrage für BILD (1001 Teilnehmer) spricht sich eine absolute Mehrheit der Deutschen für einen Rücktritt der Ministerin aus.
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Re: Bundeswehr und Rüstungsindustrie

Beitrag von Aldus »

PeterK hat geschrieben: Fr 13. Mai 2022, 21:41 Kabinettsumbildungen nach nur ca. sechs Monaten sind wahrscheinlich nur schwierig zu vermitteln. In diesem Fall hielte ich es aber eher für ein Zeichen der Stärke, wenn Scholz sich dazu durchringen könnte.
Scholz ist aber leider nicht stark.

Jedenfalls konnte ich bisher keine Anzeichen dafür erkennen - Gelegenheiten gab´s genug. Aber es bleibt immer bei halben Sachen; ist bei Lambrecht eben nicht anders.
Cobra9 hat geschrieben: Sa 14. Mai 2022, 07:51 Was hab ich denn gegen Scholz und SPD Politik...
so zu tun als wäre man nicht verantwortlich auch für den Zustand der Bundeswehr. Man war Teil der Groko

Aber natürlich immer unschuldig.
Was erwartest du? Hier in NRW macht die CDU mittlerweile allen Ernstes Werbung mit "Für sichere und bezahlbare Energie". :dead: Man möchte angesichts unserer Gas-Abhängigkeit spontan vor den Laternenpfahl brechen, an dem besagtes Plakat hängt. Aber so ist das eben - Politiker; Dreistigkeit bis zum Anschlag und jeden Bürger offensichtlich für vollkommen blöde haltend.

Ich hoffe ja immer noch, das Scholz nur noch die Landtagswahlen abwartet und diese unfähige Pfeife Lambrecht danach endlich rausschmeißt. Andererseits, mal ehrlich - würde es viel ändern? Klar, der Fisch stinkt vom Kopf her, und so... Aber es gibt gerade im Verteidigungsministerium so unendlich viele Köpfe - und "stinken" tun die fast alle...
Zuletzt geändert von Aldus am Sa 14. Mai 2022, 11:40, insgesamt 1-mal geändert.
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Cobra9
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Re: Bundeswehr und Rüstungsindustrie

Beitrag von Cobra9 »

Aldus hat geschrieben: Sa 14. Mai 2022, 11:31 Scholz ist aber leider nicht stark.

Jedenfalls konnte ich bisher keine Anzeichen dafür erkennen - Gelegenheiten gab´s genug. Aber es bleibt immer bei halben Sachen; ist bei Lambrecht eben nicht anders.
Weswegen in der Truppe und der Reserve man sehr reserviert reagiert. Ich glaube Scholz wird Lambrecht entlassen müssen mittelfristig
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Re: Bundeswehr und Rüstungsindustrie

Beitrag von Teeernte »

Anfang 2022 soll Lambrecht laut anonymen Aussagen aus Ministeriumskreisen mehrere Versuche unternommen haben, den Generalinspekteur der Bundeswehr faktisch zu entmachten. Dabei sollten die dem Generalinspekteur unterstellten Bereiche auf ihre Staatssekretäre verteilt werden. Das Verteidigungsministerium dementierte dies.[
Huch hach ...

Man hätte doch den Coca Cola Kühlschrank aus dem SPD Büro nehmen sollen !!

SPD ....Rot und schon lange im Büro.... den kann man NOCH BESSER vors Loch schieben !!
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Cobra9
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Re: Bundeswehr und Rüstungsindustrie

Beitrag von Cobra9 »

100 Milliarden werden nicht reichen. Sagte ich auch schon. Immer mehr Experten äußern sich. Gleichzeitig ist Kritik der FDP an Scholz doch zu lesen.

https://www.report-k.de/ruestungsexpert ... rden-euro/


Was Mich tatsächlich etwas wundert. Ja das Interesse an der Bundeswehr ist gestiegen. Nur Klicks auf die Website ect ergeben keine Soldaten.

Kaum Debatte um Konsequenzen der "Zeitenwende" für Landesverteidigung ist echt arm. Natürlich ist es nicht toll sich damit zu beschäftigen. Aber hat man immer noch nichts gelernt?

Diskussion gestern. Auch Ukraine Krieg. Bundeswehr soll Eingreifen und überhaupt muss Sie Deutschland schützen können. Bei Katastrophen besser helfen und ähnliches.

Ich habe dann mal gefragt wer soll das denn bitte ausführen Na die Bundeswehr. Dann sag ich mit welchem Material und vor allem welchen Soldaten.

Na da gibt's doch welche. Richtig meine Antwort. Nur allein schon für die Landesverteidigung wäre das was da ist nie ausreichend im Ernstfall. Also gehst du zur Reserve. Nehme euch mit.

Stille auf der Terrasse. Ich habe dann nicht mehr viel gesagt.

Waffen sind das Eine. Soldaten zur Bedingung und kämpfen braucht man trotzdem. Dieses Ich will was, aber dafür was tun nervt mich echt.

Und die Politik. Na ja. Fakt ist die Bundeswehr ein "Arbeitskräfteproblem". 2021 waren über 20.000 Dienstposten nicht besetzt bei einer angestrebten Personalstärke von 203.000 Soldatinnen und Soldaten. Die Anwerbeversuche für einen "freiwilligen Wehrdienst für den Heimatschutz" verliefen mit 326 Bewerbern eher im Sande.

Reservisten stehen so auch nicht mehr wie früher zur Verfügung. A haben viele wie ich die Schnauze voll und B woher soll der Aufwuchs kommen.

Die Debatte was wir angesichts der "Zeitenwende", aktuellen Bedrohung und Personal mangels getan werden muss reduziert sich auf die Wehrpflicht.

Typisch Politik. Typisch faule Menschen in der Gesellschaft. Wenn man will kann man was erreichen. Siehe Ausbildung der Ukraine Soldaten.
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Re: Bundeswehr und Rüstungsindustrie

Beitrag von Cobra9 »

Leben Politiker in einer anderen Welt....

Sie sieht es so...


Christine Lambrecht wehrte sich im t-online-Interview gegen Vorwürfe an ihrer Amtsführung: Sie habe in wenigen Monaten bereits viel Gutes erreicht

Verteidigungsministerin Christine Lambrecht hat Vorwürfe an ihrer Amtsführung zurückgewiesen. Sie bekomme "vor Ort von den Soldatinnen und Soldaten etwas völlig anderes gespiegelt als von den Medien", sagte sie im Interview mit t-online.


.


Aber ich kenn niemanden der Sie achtet oder für kompetent hält.



Doch was denken die Soldaten über ihre Chefin

Das sehen nicht alle in der Truppe so. Dort hat die Ministerin den Ruf, sich nicht wirklich für die Belange der Soldatinnen und Soldaten zu interessieren und auch ein überschaubares Interesse für die Strukturen aufzubringen

In Chatforen von Soldaten kursieren zahlreiche Memes, bearbeitete Videos und Bilder, die sich über die Ministerin lustig machen. Auf einem ist Lambrecht zu sehen, wie sie mit ihrem Sohn telefoniert. Es ist eine Anspielung auf den Vorfall, dass Lambrecht unlängst ihren Sohn im Bundeswehrhelikopter mitnahm
Nach wie vor herrscht auch Verdruss darüber, dass die Ministerin und ihr Umfeld als abgeschottet wahrgenommen werden. Bis heute hat weder eine Leitungsklausur noch die Bundeswehrtagung stattgefunden. Im Ministerium heißt es, Lambrecht habe angeordnet, ihren Terminkalender mit nicht zu vielen Truppenbesuchen vollzupacken. Tatsächlich wundern sich langjährige Mitarbeiter aus dem Leitungsstab über die überschaubare Anzahl an Besuchen



https://www.t-online.de/nachrichten/deu ... recht.html


Ich sag es ungern. Aber Sie ist arrogant, nicht kompetent und bringt mit Scholz zusammen viele dazu zu sagen.... Nein danke
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Re: Bundeswehr und Rüstungsindustrie

Beitrag von Teeernte »

Cobra9 hat geschrieben: Fr 20. Mai 2022, 17:33 Leben Politiker in einer anderen Welt....

Sie sieht es so...
.....
Ich sag es ungern. Aber Sie ist arrogant, nicht kompetent und bringt mit Scholz zusammen viele dazu zu sagen.... Nein danke
„Christine Lambrecht ist nächste offenbare Notbesetzung eines wichtigen Staatsamtes durch die SPD. Das zeigt, dass die SPD nun auch nicht mehr in der Lage ist, zentrale politische Ämter mit profilierten Persönlichkeiten zu besetzen. Neben den politischen Ideen geht den Sozialdemokraten offensichtlich auch das für Ministerämter qualifizierte Personal aus.
Selbstherrlich und arrogant.

Gefangen in ihrer Opferrolle lässt einen die Narzisstin spüren, wenn man es wagt, ihr zu widersprechen. Sie bestraft es mit Schmollen oder gar Drohungen und lässt einen deutlich spüren, dass man in ihrem Film nur eine billige Statistenrolle übernommen hat.
:D :D
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Re: Bundeswehr und Rüstungsindustrie

Beitrag von Teeernte »

Ring-Tausch....zu blöd zum..."changeln"?
Verteidigungsministerin Lambrecht musste deswegen am vergangenen Montag in einer vertraulichen Runde von Fachpolitikern der Koalition einräumen, dass sie kaum noch Hoffnung hat, dass man mit Warschau zu einer Einigung kommt.

Dabei hatte sich Polen, das als Nachbar der Ukraine direkt von der Krise betroffen ist, geradezu vorbildhaft verhalten. Schon kurz nach dem Start der russischen Invasion in die Ukraine gab Warschau fast alle seiner 240 Panzer aus russischer Produktion an das Nachbarland ab, da die ukrainische Armee auf diesen Modellen geschult ist. Damals, so laut polnischen Regierungskreisen, habe man sich auf die deutsche Zusage verlassen, die entstandenen Lücken mit modernen Panzern wieder aufzufüllen.

Doch was sich in Theorie einfach anhört, wurde in der Realität mehr als kompliziert. Denn anders als Tschechien will sich Polen beim Panzerersatz nicht mit älteren deutschen Panzern zufriedengeben. Folglich forderte man in den Gesprächen mit Deutschland, die durch die Abgabe an die Ukraine nun geleerten polnischen Panzerbestände müssten durch deutsche Leopard-Panzer des neuesten Typs aufgefüllt werden, alles andere würde die Verteidigungsfähigkeit Polens gefährden.
https://www.spiegel.de/politik/deutschl ... d8b045fb94
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Cobra9
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Re: Bundeswehr und Rüstungsindustrie

Beitrag von Cobra9 »

Na ja die Artikel sprechen für sich eigentlich

Das hier ist eigentlich nicht neu.

Warum Einkaufen für die Bundeswehr nicht so einfach ist

Rascher Vergabe der 100 Milliarden Euro stehen zu viele Hindernisse im Weg. Beschaffungsfachleute der Bundeswehruniversität skizzieren Verbesserungsmöglichkeiten

https://m.faz.net/aktuell/wirtschaft/wa ... 47663.html



Eva Högl bei "Lanz" : Wehrbeauftragte: Zustand des Heeres skandalös


https://www.zdf.de/nachrichten/politik/ ... d-100.html



Defizite in NATO-Einsatz spürbar Heeresinspekteur: Bundeswehr fehlen abhörsichere Funkgeräte


https://www.n-tv.de/politik/Heeresinspe ... 38210.html


: Kostet viel, taugt wenig, und es dauert
100 Milliarden Euro mehr machen die Bundeswehr noch nicht besser. Eine Studie des renommierten Experten Michael Brzoska bestätigt: Das Problem bleibt die Beschaffung

https://www.zeit.de/politik/deutschland ... el-brzoska


Haushaltsauschuss setzt Lambrecht unter Druck: Reform des Beschaffungswesens muss „mit Hochdruck“ kommen
Von: Frank Specht

Damit das 100-Milliarden-Euro-Sondervermögen rasch und ohne Verschwendung bei der Truppe ankommt, verlangen die Haushälter regelmäßig Bericht über erreichte Fortschritte.

https://app.handelsblatt.com/politik/de ... 62110.html


Mali

https://www.zdf.de/nachrichten/politik/ ... g-100.html


Ich finde es falsch den Einsatz zu verlängern. Aber ich muss ja auch nicht mehr so Blödsinn mitmachen
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Re: Bundeswehr und Rüstungsindustrie

Beitrag von Kohlhaas »

Cobra9 hat geschrieben: Fr 13. Mai 2022, 17:31 Die Bundeswehr reaktiviert wieder Depots


https://www.swr.de/swraktuell/baden-wue ... s-100.html
Das ist ein ganz entscheidender und höchst wichtiger Schritt. Es war ein saudämlicher Fehler vergangener Bundesregierungen, solche Mun-Lager und Depots in wirtschaftsliberaler Idiotie zu beseitigen und zu behaupten, dass die Industrie alle benötigten Güter "just in time" liefern könnte. Monatelang konnten sämtliche deutschen U-Boote nicht auslaufen, weil Ersatzteile fehlten. Noch länger konnten Eurofighter nicht abheben, weil irgendwelche lumpigen kleinen Dichtringe nicht lieferbar waren. Die Liste ließe sich endlos verlängern. Und da sind wir dann noch gar nicht bei der fehlenden Mun! Die sollte eigentlich für 30 Tage reichen, würde im Ernstfall aber schon nach spätestens zwei Tagen ausgehen.

Ein bisschen was macht die neue Bundesregierung also richtig. Es wurde Zeit!
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Re: Bundeswehr und Rüstungsindustrie

Beitrag von Teeernte »

Cobra9 hat geschrieben: Sa 21. Mai 2022, 17:02 Na ja die Artikel sprechen für sich eigentlich

Defizite in NATO-Einsatz spürbar Heeresinspekteur: Bundeswehr fehlen abhörsichere Funkgeräte


https://www.n-tv.de/politik/Heeresinspe ... 38210.html


: Kostet viel, taugt wenig, und es dauert
100 Milliarden Euro mehr machen die Bundeswehr noch nicht besser. Eine Studie des renommierten Experten Michael Brzoska bestätigt: Das Problem bleibt die Beschaffung
Nur mal - NEBENBEI gefragt - warum kauft "BW" keine israelischen oder australischen Geräte ?
(Nato zugelassen, (kampf)erprobt, sicher, ...bezahlbar)

...selbst die alten belgischen sind ja noch besser als der Bestand.

>> Die Technik dahinter ist ja schon alt...die hab ich im Osten `80 noch "mitgelernt".
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Re: Bundeswehr und Rüstungsindustrie

Beitrag von Cobra9 »

Was macht Projekte so teuer für die Bundeswehr

An erster Stelle dass die Politik sich zu sehr einmischen mit Wünschen die teilweise idiotisch sind.


Korrekterweise muss man leider sagen, in Deutschland ist das alles immens teuer, da in Deutschland für alles (!) Sondervorschriften existieren, die sonst für keinen (oder kaum einen) anderen Kunden umgesetzt werden...

Beispiele sonst

- Arbeitssicherheit
- Systemsicherheit (IEC 61508 lässt grüßen vs. MIL-STD-882E)
- Abstrahlsicherheit
- Umweltverträglichkeit
- Projektmanagementaufwand (V-Modell XT Bw...)
- Logistische Sonderwege (SASPF)
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