Woke: Befreiung von Rassismus, oder identitärer Tugendterror?

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JJazzGold
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Re: Woke: Befreiung von Rassismus, oder identitärer Tugendterror?

Beitragvon JJazzGold » Mi 13. Okt 2021, 19:42

Tom Bombadil hat geschrieben:(13 Oct 2021, 19:26)

Über den Werbeetat diverser Unternehmen bezahlst auch du dessen Gage.


Es sei ihm gegönnt. Leben und leben lassen.
Offensichtlich hat er einen Job gefunden der ihm Spaß macht, der seinen Lebensunterhalt sichert und der sein Alter absichert.
Die gefährlichste aller Weltanschauungen ist die der Leute, welche die Welt nie angeschaut haben.
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Re: Woke: Befreiung von Rassismus, oder identitärer Tugendterror?

Beitragvon Dark Angel » Mi 13. Okt 2021, 20:28

schokoschendrezki hat geschrieben:(13 Oct 2021, 09:54)
Nach meiner Ansicht ist und bleibt "Herkunft" ein durch und durch rechter Begriff. Und linke Politik ist grundsätzlich nur mit einem universalistischen Menschenbild machbar.

Selten so was dämliches gelesen?
Seit wann ist die Frage "Woher kommst du? ein durch und durch rechter Begriff?
Diese Frage wird anderen Menschen gestellt, seit Menschen gelernt haben, sich mittels Sprache zu verständigen.
Diese Frage signalisiert in allererster Linie Interesse an dem Menschen, den man gerade kennen gelernt hat bzw im Begriff ist kennen zu lernen UND sie signalisiert Interesse an der "Gegend" aus der der Mensch kommt.
Die Frage nach der Herkunft sagt null-Komma-gar nichts darüber aus, welches Menschenbild jemand hat.

Und was Universalismus, ein universalistisches Menschenbild betrifft, das hat wiederum absolut nix mit links oder linker Politik zu tun, sondern mit Humanismus/den Ideen des Humanismus - es besagt dass alle Menschen gleiche Rechte haben - nicht mehr, aber auch nicht weniger!
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Re: Woke: Befreiung von Rassismus, oder identitärer Tugendterror?

Beitragvon Billie Holiday » Mi 13. Okt 2021, 20:32

Ich bin im Ausland auch so oft gefragt worden, wo ich herkomme….alles Rechtsradikale. :D
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„Just because you’re offended, doesn’t mean you’re right.“ (Ricky Gervais)
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Re: Woke: Befreiung von Rassismus, oder identitärer Tugendterror?

Beitragvon Dark Angel » Mi 13. Okt 2021, 20:38

Michael_B hat geschrieben:(13 Oct 2021, 16:48)

Heieiei, besser altersgerechte Sprache, die beiden Omas kommen sonst bestimmt nicht mit, wenn die Darnell nicht mal kennen. :cool:

Da die beiden Omas, junge Enkel haben, sind die Sprache betreffend, wahrscheinlich noch mehr auf dem Laufenden als du. :p
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Re: Woke: Befreiung von Rassismus, oder identitärer Tugendterror?

Beitragvon Dark Angel » Mi 13. Okt 2021, 20:42

Billie Holiday hat geschrieben:(13 Oct 2021, 16:53)

Vielleicht sind die Omas nur wählerischer, was das TV Programm angeht. Oder gucken überhaupt kein TV. :cool:
Ich glaub, die anwesenden Omas beherrschen die englische Sprache.
Muß ja nicht jeder seine Zeit mit Heidi Klum verschwenden. ;)

Richtig - die Omas, sind wählerischer, was TV angeht, die müssen sich "Volksverblödungsssendungen wie "Bauer sucht Sau - ähem Frau" oder Dschungel-Camp" und wie die alle heißen, nicht antun.
Wenn ich unbedingt was "Seichtes" sehen will, dann schaue ich "Leben am Polarkreis" oder "Extrem Survival" - das hat wenigstens noch ein Minimum an Bildungswert. :D
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Re: Woke: Befreiung von Rassismus, oder identitärer Tugendterror?

Beitragvon schokoschendrezki » Fr 15. Okt 2021, 11:04

Dark Angel hat geschrieben:(13 Oct 2021, 20:28)

Selten so was dämliches gelesen?
Seit wann ist die Frage "Woher kommst du? ein durch und durch rechter Begriff?
Diese Frage wird anderen Menschen gestellt, seit Menschen gelernt haben, sich mittels Sprache zu verständigen.
Diese Frage signalisiert in allererster Linie Interesse an dem Menschen, den man gerade kennen gelernt hat bzw im Begriff ist kennen zu lernen UND sie signalisiert Interesse an der "Gegend" aus der der Mensch kommt.
Die Frage nach der Herkunft sagt null-Komma-gar nichts darüber aus, welches Menschenbild jemand hat.

Und was Universalismus, ein universalistisches Menschenbild betrifft, das hat wiederum absolut nix mit links oder linker Politik zu tun, sondern mit Humanismus/den Ideen des Humanismus - es besagt dass alle Menschen gleiche Rechte haben - nicht mehr, aber auch nicht weniger!

Richtig. Meine Bemerkung war nicht ganz korrekt. Die politische Aufladung und vor allem Instrumentalisierung der Herkunftsfrage ist durch und durch rechts. Jeder Mensch hat trivialerweise eine Herkunft und selbstverständlich auch das gute Recht sich in welcher Weise auch immer seiner Herkunft zu widmen.

Herkunft darf aber politisch keine Rolle spielen. Bzw. wenn sie doch eine Rolle spielt, dann haben wir es eben mit rechter Politik zu tun.

Umgekehrt jedoch: Dass ein universalistisches Menschenbild Voraussetzung für linke Politik ist ... das sehe ich schon so. Wenn der kleinste gemeinsame Nenner für allgemein "links" "solidarisch" ist. Es geht dabei ja auch nicht um das Menschenbild der "Herkünftigen" sondern um das Menschenbild derer, die sich gegenüber Herkunft irgendwie verhalten. Es ist ein uralter Grundsatz von Hilfebereitschaft im allgemeinen, dass diese nicht von der Person abhängen sollte. Dass er allen unabhängig von ihrer Herkunft zu gelten habe.

Was sich hier irgendwie nebulös nach "Moral" anhört ... kann in der Politik schon sehr konkret werden. Gewerkschaften zum Beispiel treten nicht selten für die Interessen einheimischer Beschäftigter gegenüber nichteinheimischen ein.

Und "Fremdarbeiter"-LaFontaine ist definitv kein linker Politiker.

Es ist aus meiner Sicht diese besonders in Skandinavien verbreitete Form von Sozialdemokratismus: Dass man ein Wohlstandssozialsystem von "glücklichen Menschen" zur Not auch mit harten Abwehrmaßnahmen aufrechtzuerhalten hat. Siehe aktuell Dänemark.
Zuletzt geändert von schokoschendrezki am Fr 15. Okt 2021, 11:16, insgesamt 3-mal geändert.
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Re: Woke: Befreiung von Rassismus, oder identitärer Tugendterror?

Beitragvon Keoma » Fr 15. Okt 2021, 11:06

Tom Bombadil hat geschrieben:(13 Oct 2021, 16:53)

Okay. Im Mannequingang, im Posieren vor der Kamera und im Stilvoll sein :D


Kaum zu glauben, dass er sechs Jahre Para bei der 82nd Airborne Division war.
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Re: Woke: Befreiung von Rassismus, oder identitärer Tugendterror?

Beitragvon Stoner » Fr 15. Okt 2021, 11:16

schokoschendrezki hat geschrieben:(15 Oct 2021, 11:04)


Herkunft darf aber politisch keine Rolle spielen. Bzw. wenn sie doch eine Rolle spielt, dann haben wir es eben mit rechter Politik zu tun.



Nein. Ich glaube nicht, dass es "rechts" ist, wenn man sagt, dass Menschen aus bestimmten Ländern hier keinen Anspruch auf Asyl haben oder wenn man bestimmte Länder zu sicheren Herkunftsländern erklärt und Menschen dorthin - also ihrer Herkunft von dort wegen - abschiebt.
Das Recht auf Dummheit gehört zur Garantie der freien Entfaltung der Persönlichkeit. (Mark Twain)
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Re: Woke: Befreiung von Rassismus, oder identitärer Tugendterror?

Beitragvon tarkomed » Fr 15. Okt 2021, 12:15

Stoner hat geschrieben:(15 Oct 2021, 11:16)

Nein. Ich glaube nicht, dass es "rechts" ist, wenn man sagt, dass Menschen aus bestimmten Ländern hier keinen Anspruch auf Asyl haben oder wenn man bestimmte Länder zu sicheren Herkunftsländern erklärt und Menschen dorthin - also ihrer Herkunft von dort wegen - abschiebt.

Da gebe ich dir endlich auch einmal recht, denn das würde ja bedeuten, dass das Asylrecht in Deutschland auch rechts wäre.
Gib dich nicht so, dass alle andern dich für etwas halten, was du nicht sein willst.
Wenn sie es trotzdem tun, dann bist du es...
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Re: Woke: Befreiung von Rassismus, oder identitärer Tugendterror?

Beitragvon Dark Angel » Fr 15. Okt 2021, 12:49

schokoschendrezki hat geschrieben:(15 Oct 2021, 11:04)

Richtig. Meine Bemerkung war nicht ganz korrekt. Die politische Aufladung und vor allem Instrumentalisierung der Herkunftsfrage ist durch und durch rechts. Jeder Mensch hat trivialerweise eine Herkunft und selbstverständlich auch das gute Recht sich in welcher Weise auch immer seiner Herkunft zu widmen.

Nein, die (politische) Instrumentalisierung der Herkunftsfrage ist nicht durch und durch rechts, sondern genauso Bestandteil linker Identitätspolitik.
Genau darauf basieren die woken Segregationsbestrebungen - auf Herkunft, Gruppenzugehörigkeit etc

schokoschendrezki hat geschrieben:(15 Oct 2021, 11:04)Herkunft darf aber politisch keine Rolle spielen. Bzw. wenn sie doch eine Rolle spielt, dann haben wir es eben mit rechter Politik zu tun.

Seit wann sind Asylrecht (Art.16 GG; Art.14 AEMR) und Genfer Konvention rechte Politik?
Das wäre ja mal was ganz was neues.

schokoschendrezki hat geschrieben:(15 Oct 2021, 11:04)Umgekehrt jedoch: Dass ein universalistisches Menschenbild Voraussetzung für linke Politik ist ... das sehe ich schon so. Wenn der kleinste gemeinsame Nenner für allgemein "links" "solidarisch" ist. Es geht dabei ja auch nicht um das Menschenbild der "Herkünftigen" sondern um das Menschenbild derer, die sich gegenüber Herkunft irgendwie verhalten.

Linke Politik basiert gerade nicht auf einem universalistischen Menschenbild, ganz im Gegenteil.
Linke Politik folgt der Ideologie des Multikulturalismus, die Bestandteil des Kulturrelativismus ist und damit dem Universalismus diametral entgegen steht.
"Aus kulturrelativistischer Perspektive sind Kulturen nicht vergleichbar und können nicht aus dem Blickwinkel einer anderen Kultur beurteilt werden. Intrakulturelle Verhaltensformen, aber auch Gesetze und Traditionen einer Gesellschaft müssen im Licht des jeweiligen Wertekontextes und Kulturverständnisses gesehen werden. Ein Urteil darüber darf demnach nur im eigenen kulturellen Kontext gefällt werden.
Quelle


Genau diese Sichtweise wird von linker Politik - insbesondere linker Identitätspolitik - vertreten und die hat mit Universalismus/einem universalistischen Menschenbild rein gar nichts zu tun, denn

"Der Gegenpol von Kulturrelativismus, nämlich Universalismus, besagt, dass die Gültigkeit von Menschenrechten kulturübergreifend, und somit universell, ist. Dem zugrunde liegt die Vorstellung, dass der „Kern des Menschen“ bei allen Menschen gleich sei. ...Menschenrechte im Universalismus gelten daher vor- und überstaatlich ..."
gleiche Quelle
Gegen die menschliche Dummheit sind selbst die Götter machtlos.

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Re: Woke: Befreiung von Rassismus, oder identitärer Tugendterror?

Beitragvon schokoschendrezki » Fr 15. Okt 2021, 13:14

Dark Angel hat geschrieben:(15 Oct 2021, 12:49)

Nein, die (politische) Instrumentalisierung der Herkunftsfrage ist nicht durch und durch rechts, sondern genauso Bestandteil linker Identitätspolitik.
Genau darauf basieren die woken Segregationsbestrebungen - auf Herkunft, Gruppenzugehörigkeit etc
[/url]
Ja. "linke Identitätspolitik" ist zwar ein reales Phänomen aber gleichzeitig auch ein Widerspruch in sich.

Seit wann sind Asylrecht (Art.16 GG; Art.14 AEMR) und Genfer Konvention rechte Politik?
Das wäre ja mal was ganz was neues.
[/quote]
Art. 16. GG zum Beispiel hat nix, aber auch gar nix mit irgendeiner "Herkunft" zu tun. Sondern lediglich mit Staatsangehörigkeit. In Deutschland leben alle möglichen Menschen mit deutscher Staatsangehörigkeit und unterschiedlichsten Herkünften.

Wenn ich diesen Artikel noch mal direkt zitieren darf (auch wenn ich versprochen hatte, Zitate einzuschränken)
(1) Die deutsche Staatsangehörigkeit darf nicht entzogen werden. Der Verlust der Staatsangehörigkeit darf nur auf Grund eines Gesetzes und gegen den Willen des Betroffenen nur dann eintreten, wenn der Betroffene dadurch nicht staatenlos wird.
(2) Kein Deutscher darf an das Ausland ausgeliefert werden. Durch Gesetz kann eine abweichende Regelung für Auslieferungen an einen Mitgliedstaat der Europäischen Union oder an einen internationalen Gerichtshof getroffen werden, soweit rechtsstaatliche Grundsätze gewahrt sind.

Im ersten Absatz ist von "deutscher Staatsangehörigkeit" die Rede. Dieser Begrifff ist vollkommen klar und rechtlich jederzeit eindeutig klärbar. Im zweiten Absatz ist von "Kein Deutscher" die Rede. Was soll das eigentlich sein: "Ein Deutscher"? Was soll ich auf die Frage antworten: "Sind Sie 'ein Deutscher'"? Ich habe absolut keine Ahnung! Frag mal einen Menschen jüdischer Herkunft mit deutscher Staatsangehörigkeit, ob er "ein Deutscher" ist. Die einen werden möglicherweise sagen, sie sind Menschen mit deutscher Muttersprache aber jüdischer Herkunft, die anderen werden schlicht und einfach sagen, sie "sind Juden". Da können sie nicht gleichzeitig "Deutsche" sein. Gut, dass du mich auf diesen Paragrafen hingewiesen hast. Der ist genauso fragwürdig wie der aktuell umstrittene Mordparagraf.
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Re: Woke: Befreiung von Rassismus, oder identitärer Tugendterror?

Beitragvon schokoschendrezki » Fr 15. Okt 2021, 13:15

Dark Angel hat geschrieben:(15 Oct 2021, 12:49)

Nein, die (politische) Instrumentalisierung der Herkunftsfrage ist nicht durch und durch rechts, sondern genauso Bestandteil linker Identitätspolitik.
Genau darauf basieren die woken Segregationsbestrebungen - auf Herkunft, Gruppenzugehörigkeit etc

Ja. "linke Identitätspolitik" ist zwar ein reales Phänomen aber gleichzeitig auch ein Widerspruch in sich.
Seit wann sind Asylrecht (Art.16 GG; Art.14 AEMR) und Genfer Konvention rechte Politik?
Das wäre ja mal was ganz was neues.

Art. 16. GG zum Beispiel hat nix, aber auch gar nix mit irgendeiner "Herkunft" zu tun. Sondern lediglich mit Staatsangehörigkeit. In Deutschland leben alle möglichen Menschen mit deutscher Staatsangehörigkeit und unterschiedlichsten Herkünften.

Wenn ich diesen Artikel noch mal direkt zitieren darf (auch wenn ich versprochen hatte, Zitate einzuschränken)
(1) Die deutsche Staatsangehörigkeit darf nicht entzogen werden. Der Verlust der Staatsangehörigkeit darf nur auf Grund eines Gesetzes und gegen den Willen des Betroffenen nur dann eintreten, wenn der Betroffene dadurch nicht staatenlos wird.
(2) Kein Deutscher darf an das Ausland ausgeliefert werden. Durch Gesetz kann eine abweichende Regelung für Auslieferungen an einen Mitgliedstaat der Europäischen Union oder an einen internationalen Gerichtshof getroffen werden, soweit rechtsstaatliche Grundsätze gewahrt sind.

Im ersten Absatz ist von "deutscher Staatsangehörigkeit" die Rede. Dieser Begrifff ist vollkommen klar und rechtlich jederzeit eindeutig klärbar. Im zweiten Absatz ist von "Kein Deutscher" die Rede. Was soll das eigentlich sein: "Ein Deutscher"? Was soll ich auf die Frage antworten: "Sind Sie 'ein Deutscher'"? Ich habe absolut keine Ahnung! Frag mal einen Menschen jüdischer Herkunft mit deutscher Staatsangehörigkeit, ob er "ein Deutscher" ist. Die einen werden möglicherweise sagen, sie sind Menschen mit deutscher Muttersprache aber jüdischer Herkunft, die anderen werden schlicht und einfach sagen, sie "sind Juden". Da können sie nicht gleichzeitig "Deutsche" sein. Gut, dass du mich auf diesen Paragrafen hingewiesen hast. Der ist genauso fragwürdig wie der aktuell umstrittene Mordparagraf.
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Re: Woke: Befreiung von Rassismus, oder identitärer Tugendterror?

Beitragvon Dark Angel » Fr 15. Okt 2021, 15:08

schokoschendrezki hat geschrieben:(15 Oct 2021, 13:14)
Art. 16. GG zum Beispiel hat nix, aber auch gar nix mit irgendeiner "Herkunft" zu tun. Sondern lediglich mit Staatsangehörigkeit. In Deutschland leben alle möglichen Menschen mit deutscher Staatsangehörigkeit und unterschiedlichsten Herkünften.

Eine Staatsangehörigkeit IST eine Herkunft!
Es sind Rechte und Linke, die im Rahmen ihrer jeweiligen Identitätspolitik Herkunft (Migrationshintergrund) als Merkmal einer Gruppenzugehörigkeit politisch instrumentalisieren.

schokoschendrezki hat geschrieben:(15 Oct 2021, 13:14)Im ersten Absatz ist von "deutscher Staatsangehörigkeit" die Rede. Dieser Begrifff ist vollkommen klar und rechtlich jederzeit eindeutig klärbar. Im zweiten Absatz ist von "Kein Deutscher" die Rede. Was soll das eigentlich sein: "Ein Deutscher"? Was soll ich auf die Frage antworten: "Sind Sie 'ein Deutscher'"? Ich habe absolut keine Ahnung! Frag mal einen Menschen jüdischer Herkunft mit deutscher Staatsangehörigkeit, ob er "ein Deutscher" ist. Die einen werden möglicherweise sagen, sie sind Menschen mit deutscher Muttersprache aber jüdischer Herkunft, die anderen werden schlicht und einfach sagen, sie "sind Juden". Da können sie nicht gleichzeitig "Deutsche" sein. Gut, dass du mich auf diesen Paragrafen hingewiesen hast. Der ist genauso fragwürdig wie der aktuell umstrittene Mordparagraf.

Zunächst mal ist jeder mit deutscher Staatsangehörigkeit ein Deutscher - MdB Dr. Karamba Diaby IST Deutscher!
DU scheinst derjenige zu sein, der ein Problem mit Herkunft hat, ein Problem damit, nach der Herkunft - "woher kommst du?" zu fragen.
Ich kann nicht mehr zählen, wie oft mir diese Frage gestellt worden ist und ich habe absolut kein Problem damit, diese Frage zu beantworten und Millionen Menschen ebenfalls nicht.
Und weißte was, mir is vollkommen wurscht, was mir ein Jude antwortet, wenn ich nach seiner Herkunft frage.
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