Doppelmoral

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Uffhausen
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Re: Doppelmoral

Beitragvon Uffhausen » Mo 23. Sep 2019, 10:36

imp hat geschrieben:(23 Sep 2019, 01:08)
Ich bin total fuer Meinungsfreiheit - besonders, wenn sie Doppelmoral aufzeigt beim Meinenden.

Du bist auch total für Andeutungs-Rhetorik, wie mir scheint.

Macht nix, du musst es verstehen - nicht ich! :|
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imp
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Re: Doppelmoral

Beitragvon imp » Mo 23. Sep 2019, 10:40

Uffhausen hat geschrieben:(23 Sep 2019, 10:36)

Du bist auch total für Andeutungs-Rhetorik, wie mir scheint.

Macht nix, du musst es verstehen - nicht ich! :|

Am liebsten ist mir, wenn man's klaert. Deshalb ja meine Nachfragen. Also wir sind uns einig, dass die Urteile, die dir nicht gefallen, vollkommen rechtens und im Rahmen des ueblichen Verfahrens ergehen, so wie man das vom Rechtsstaat kennt? Oder verstehe ich das nicht richtig?
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Adam Smith
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Re: Doppelmoral

Beitragvon Adam Smith » Mo 23. Sep 2019, 10:54

Doppelmoral ist, wenn man selber ein Auto besitzt und mit dem Flugzeug fliegt, andere aber unbedingt davon abbringen möchte.

Oder wenn man grundsätzlich alles einfach auf den Boden wirft und sich dann über Müll auf dem Boden aufregt.
Das ist Kapitalismus:

Die ständige Wahl der Bürger bestimmt das Angebot.
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Re: Doppelmoral

Beitragvon Uffhausen » Mo 23. Sep 2019, 11:22

imp hat geschrieben:(23 Sep 2019, 10:40)
Am liebsten ist mir, wenn man's klaert. Deshalb ja meine Nachfragen. Also wir sind uns einig, dass die Urteile, die dir nicht gefallen, vollkommen rechtens und im Rahmen des ueblichen Verfahrens ergehen, so wie man das vom Rechtsstaat kennt? Oder verstehe ich das nicht richtig?

Das verstehst du schon richtig.

Ich habe nur die MORAL dahinter hinterfragt. Und für persönliches, MORALISCHES EMPFINDEN - positiv wie negativ - gibt es keine entsprechenden Gesetze; ich kann folglich mit meiner Meinung auch nicht den Rechtsstaat infrage stellen. Was gibt es da für dich zu klären? :?:

Steht für dich der Rechtsstaat über der Moral; oder befindest du, sobald der Rechtsstaat involviert ist, müsse man sich moralisches Empfinden verkneifen? Beides würde jetzt nicht unbedingt für den Rechtsstaat sprechen, finde ich. Aus moralischer Sicht, versteht sich.

Aber das würde mir jetzt erklären, warum du von mir den Rechtsstaat infrage gestellt siehst, nur weil ich ihn nach meinen moralischen Ansprüchen bewerte.

Anbei: Der Rechtsstaat stellt seine Moral doch regelmäßig selbst infrage - siehe doch aktuell bzgl. des Klimaschutzes. Also kann man Moral auch sehr wohl in seinen Gesetzen und in seinen Vorgängen suchen, finden und bei Bedarf kritisieren. Ich hab' mir nichts vorzuwerfen.
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Re: Doppelmoral

Beitragvon imp » Mo 23. Sep 2019, 11:57

Uffhausen hat geschrieben:(23 Sep 2019, 11:22)

Das verstehst du schon richtig.

Ich habe nur die MORAL dahinter hinterfragt. Und für persönliches, MORALISCHES EMPFINDEN - positiv wie negativ - gibt es keine entsprechenden Gesetze; ich kann folglich mit meiner Meinung auch nicht den Rechtsstaat infrage stellen. Was gibt es da für dich zu klären? :?:

Die Verwendung des Wortes "Gesetze" wenn du damit deine private Meinung zu Gesetzen meinst ist eben ein Quell der Verwirrung. Gut, dass wir das geklaert haben.

Steht für dich der Rechtsstaat über der Moral; oder befindest du, sobald der Rechtsstaat involviert ist, müsse man sich moralisches Empfinden verkneifen? Beides würde jetzt nicht unbedingt für den Rechtsstaat sprechen, finde ich. Aus moralischer Sicht, versteht sich.

Man kann im Rechtsstaat zu Urteilen und Gesetzen eine Meinung haben, man kann Urteile auch falsch finden. Das macht sie aber nicht ungesetzlich.

Anbei: Der Rechtsstaat stellt seine Moral doch regelmäßig selbst infrage - siehe doch aktuell bzgl. des Klimaschutzes. Also kann man Moral auch sehr wohl in seinen Gesetzen und in seinen Vorgängen suchen, finden und bei Bedarf kritisieren. Ich hab' mir nichts vorzuwerfen.

Was stellt der Rechtsstaat in Frage bezueglich des Klimaschutzes? Da kann ich gerade wieder nicht folgen.
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Re: Doppelmoral

Beitragvon Uffhausen » Mo 23. Sep 2019, 12:35

imp hat geschrieben:(23 Sep 2019, 11:57)
Was stellt der Rechtsstaat in Frage bezueglich des Klimaschutzes? Da kann ich gerade wieder nicht folgen.


Die Klimaschutz-Proteste zielen ja auf auf ein moralisches Umdenken im Rechtsstaat ab. Der Fanclub von der Schweden-Gretel klagt ja schließlich auch keine Gesetzesverstöße seitens des Rechtsstaats an, lediglich seine moralische Haltung, welche sie ihm als klimafeindlich auslegen - und der Rechtsstaat reagiert entsprechend selbiger moralischer Forderungen bspw. mit der Überlegung, Vorbereitung oder Androhung bspw. neuer Gesetze oder höherer Steuern.

Oder 2015 hat die Regierung auch kurzfristig Moral vor Gesetz gestellt - als sie die Grenzen für die Flüchtlinge öffnete = und das fliegt ihr seither um die Ohren. Die Rechten in der Gesellschaft erkennen diese Moral aber nicht an, bzw. nicht in der Form, wie sie letztlich vollführt wurde. Sie sehen moralische Verpflichtung durch den Rechtsstaat eher bei der eigenen Bevölkerung. Bei den Linken in der Gesellschaft erscheint es anders herum zu sein; sie erwarten mehr moralische Rücksichtsnahme für "Andere" durch den Rechtsstaat.
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Re: Doppelmoral

Beitragvon imp » Mo 23. Sep 2019, 12:42

Uffhausen hat geschrieben:(23 Sep 2019, 12:35)

Die Klimaschutz-Proteste zielen ja auf auf ein moralisches Umdenken im Rechtsstaat ab. Der Fanclub von der Schweden-Gretel klagt ja schließlich auch keine Gesetzesverstöße seitens des Rechtsstaats an, lediglich seine moralische Haltung, welche sie ihm als klimafeindlich auslegen - und der Rechtsstaat reagiert entsprechend selbiger moralischer Forderungen bspw. mit der Überlegung, Vorbereitung oder Androhung bspw. neuer Gesetze oder höherer Steuern.


Die Schaffung neuer Gesetze faellt in den Bereich von Politik und Demokratie. Das entscheiden die gewaehlten Politiker und mittelbar die Waehler, nicht die Klimademos. Die Auslegung bestehender Gesetze am Gericht dagegen entzieht sich normalerweise den politischen Leidenschaften.

Oder 2015 hat die Regierung auch kurzfristig Moral vor Gesetz gestellt

Keineswegs. Das Handeln der Regierung war nach den Gesetzen moeglich und vom Parlament gebilligt. Es wurde final durch die folgende Wahl bestaetigt.

und das fliegt ihr seither um die Ohren.

Davon sehe ich nichts. Es sieht alles so aus als wuerde Frau Merkel diese Regierung bis zu ihrem selbstgewaehlten Ruhestand anfuehren.

Die Rechten in der Gesellschaft erkennen diese Moral aber nicht an, bzw. nicht in der Form, wie sie letztlich vollführt wurde.

Viele Rechte sind ganz einfach gegen diese Gesellschaft. Sie sind gegen Deutschland und gegen die Freiheit. Deshalb gibt es auch von Union und FDP bis Gruene und Linke, von Gewerkschaft bis Kirche und Sportverein einen Schulterschluss gegen rechts.
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Re: Doppelmoral

Beitragvon Uffhausen » Mo 23. Sep 2019, 12:54

imp hat geschrieben:(23 Sep 2019, 12:42)
Die Schaffung neuer Gesetze faellt in den Bereich von Politik und Demokratie. Das entscheiden die gewaehlten Politiker und mittelbar die Waehler, nicht die Klimademos. Die Auslegung bestehender Gesetze am Gericht dagegen entzieht sich normalerweise den politischen Leidenschaften.

Das ist die trockene, moralisch befreite Version davon. Ist aber auch richtig.


Keineswegs. Das Handeln der Regierung war nach den Gesetzen moeglich und vom Parlament gebilligt. Es wurde final durch die folgende Wahl bestaetigt.

Kann man so interpretieren, muss man nicht.


Davon sehe ich nichts. Es sieht alles so aus als wuerde Frau Merkel diese Regierung bis zu ihrem selbstgewaehlten Ruhestand anfuehren.

Und dennoch ist nichts mehr, wie es mal war...


Viele Rechte sind ganz einfach gegen diese Gesellschaft. Sie sind gegen Deutschland und gegen die Freiheit. Deshalb gibt es auch von Union und FDP bis Gruene und Linke, von Gewerkschaft bis Kirche und Sportverein einen Schulterschluss gegen rechts.

Das ist mir wiederrum allzusehr Schubladen-Denken. So einfach und selbstverständlich ist das alles nun wirklich nicht. Ansonsten hätten wir die Probleme schließlich nicht (mehr), die wir (immernoch) haben.
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Re: Doppelmoral

Beitragvon imp » Mo 23. Sep 2019, 13:16

Uffhausen hat geschrieben:(23 Sep 2019, 12:54)

Und dennoch ist nichts mehr, wie es mal war...

Ist das so? Nach wie vor Demokratie und Marktwirtschaft, nach wie vor ist Deutschland sicher und reich, trotz anbahnender Weltkrise liegen die Arbeitsstellen sozusagen auf der Strasse. Der Sommer 2019 war einer der schoensten der letzten Jahre, nur leider etwas trocken. Ich sehe hier alles seinen gewohnten Gang gehen.

Das ist mir wiederrum allzusehr Schubladen-Denken. So einfach und selbstverständlich ist das alles nun wirklich nicht. Ansonsten hätten wir die Probleme schließlich nicht (mehr), die wir (immernoch) haben.

Mir ist das auch zu viel Schublade, aber man kann sich die Leute ja nicht backen. Jeder ist eingeladen, sich konstruktiv an der Gesellschaft zu beteiligen.
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Re: Doppelmoral

Beitragvon Uffhausen » Mo 23. Sep 2019, 15:13

imp hat geschrieben:(23 Sep 2019, 13:16)
Ich sehe hier alles seinen gewohnten Gang gehen.

Oberflächlich, ausblendend und wegdenkend betrachtet trifft das durchaus zu. :s

Ich versuche lieber realistisch zu sein. Als Schwarzmaler oder Schönredner tauge ich nicht.
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Re: Doppelmoral

Beitragvon imp » Mo 23. Sep 2019, 15:19

Uffhausen hat geschrieben:(23 Sep 2019, 15:13)

Oberflächlich, ausblendend und wegdenkend betrachtet trifft das durchaus zu. :s

Ich versuche lieber realistisch zu sein. Als Schwarzmaler oder Schönredner tauge ich nicht.

Dann sag doch mal realistisch: "Nichts mehr, wie es war" - wie war es denn? Wie ist es jetzt? Kostet die Diddl-Maus jetzt mehr? Ist irgendwo das Brot knapp? Haben sie das Rezept fuer Coca-Cola geaendert? Musste irgendwo das Volksfest ausfallen? Wurde die Bild-Zeitung eingestellt? Ich bin da sehr interessiert, denn fuer mich hat sich praktisch nichts geaendert.
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Re: Doppelmoral

Beitragvon Uffhausen » Mo 23. Sep 2019, 16:02

imp hat geschrieben:(23 Sep 2019, 15:19)

Dann sag doch mal realistisch: "Nichts mehr, wie es war" - wie war es denn? Wie ist es jetzt? Kostet die Diddl-Maus jetzt mehr? Ist irgendwo das Brot knapp? Haben sie das Rezept fuer Coca-Cola geaendert? Musste irgendwo das Volksfest ausfallen? Wurde die Bild-Zeitung eingestellt? Ich bin da sehr interessiert, denn fuer mich hat sich praktisch nichts geaendert.

Bspw. die Diskussionskultur hat sich verändert - früher hat man sich noch mehr zugehört, heute packt man sich lieber schnell in Schubladen. Es wird weniger auf Qualität und Nachhaltigkeit geachtet, weil kodexartig "Geiz-ist-geil" und Bequemlichkeit das Konsumverhalten bestimmen. Es wird immer mehr als Selbstverständlichkeit genommen und man will immer weniger dafür tun müssen. Ach, da gibt es so einiges.

Soviele Probleme lohnt es sich, zu hinterfragen. Ich finde, vieles ließe sich LEICHT lösen, wenn man sich vorher MÜHE machen würde. So wie beim Unkraut im Garten - es reicht nicht, regelmäßig die Auswüchse abzuschneiden und sich jedesmal darüber aufzuregen. Das Zeug hat schließlich Wurzeln - und so ist es auch mit unseren Problemen. Einfach mal bis zu den Wurzeln vordringen, vielleicht bekommt man sie dann besser aus der Welt.

Ich finde, unter dem Gesichtspunkt der Moral kann man zu Problem-Wurzeln vordringen. Ich hab's probiert und bin dabei vielmals auf Doppelmoral gestoßen = und wenn man diese in den Griff bekäme (gänzlich ausmerzen kann man sie nicht, genauso wie das Unkraut im Garten), könnte sich vieles zu besseren entwickeln; viele Probleme vielleicht gar nicht erst zum Auswuchs kommen.
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