EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

Moderator: Moderatoren Forum 3

sünnerklaas
Beiträge: 3985
Registriert: Do 10. Aug 2017, 15:41

Re: EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

Beitragvon sünnerklaas » Sa 14. Sep 2019, 09:38

Alter Stubentiger hat geschrieben:(13 Sep 2019, 16:43)

Gerade die britische Wirtschaft hat von der Zuwanderung durch Osteuropäer profitiert. Diese Leute verlassen jetzt das Land was zu großen Problemen führt. Vor allem im Gesundheitsbereich.


Das interessiert BoJos und Farages Anhänger nicht die Bohne. Sie wollen davon nichts wissen. Sie glauben, das würde dann schon irgendwie gehen, der Markt würde das schon regeln.
Benutzeravatar
Misterfritz
Vorstand
Beiträge: 9740
Registriert: So 4. Sep 2016, 15:14
Benutzertitel: Cheffe vons Rudel
Wohnort: Badische Sahelzone

Re: EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

Beitragvon Misterfritz » Sa 14. Sep 2019, 10:03

Alter Stubentiger hat geschrieben:(13 Sep 2019, 20:50)

Aha. Also Brexit damit keine ausgebildeten Krabkenpfleger und Klempner mehr aus Osteuropa kommen. Dafür dann Inder und Pakistaner. Ich denke so hat der typische Brexit Wähler sich dass aber nicht vorgestellt.
Die meinen wahrscheinlich die Inder und Pakistanis, die eh' schon im Land leben.
Warum die aber jetzt die Arbeit der Osteuropäer übernehmen sollen/wollen, erschliesst sich mir noch nicht so ganz.
sünnerklaas
Beiträge: 3985
Registriert: Do 10. Aug 2017, 15:41

Re: EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

Beitragvon sünnerklaas » Sa 14. Sep 2019, 10:20

Alter Stubentiger hat geschrieben:(13 Sep 2019, 18:08)

Na daran waren wohl auch andere Europäer beteiligt. Im Nachhinein sicher ein Fehler.


Da waren nicht nur andere Europäer mit beteiligt, sondern auf Grund der geostrategischen Bedeutung Griechenlands sicherlich auch die USA.
Benutzeravatar
Julian
Beiträge: 9704
Registriert: Di 5. Jan 2016, 00:38

Re: EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

Beitragvon Julian » Sa 14. Sep 2019, 10:34

Eiskalt hat geschrieben:(12 Sep 2019, 08:27)

Ach sooooo.
Warum haben die Briten das denn nicht damals gemacht als sie der kranke Mann Europas waren?


Bis zur Zeitenwende 1989/90 ging es in der Europäischen Gemeinschaft primär um wirtschaftliche Aspekte, vor allem den Binnenmarkt. Doe Komponente einer politischen Union trat erst seit den Neunzigerjahren immer mehr in den Vordergrund.
Victrix causa deis placuit, sed victa Catoni
Benutzeravatar
Julian
Beiträge: 9704
Registriert: Di 5. Jan 2016, 00:38

Re: EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

Beitragvon Julian » Sa 14. Sep 2019, 10:40

Alter Stubentiger hat geschrieben:(12 Sep 2019, 16:11)

Dir ist nicht klar wie sic hdie Gewichte Richtung Asien verschieben durch die selbstverschuldete Schwäche der Briten. Wenn die Londoner Börse nach Asien geht ist dies eine gewaltige Machtverschiebung Richtung Asien.

Wo investiert Deutschland denn genau? Und wer eigentlich? Der deutsche Staat oder wer?


Die deutsche Realwirtschaft, aber auch Anleger investieren kräftig im Ausland, weil sich in Deutschland vieles nicht mehr lohnt, Innovationen woanders entstehen und auch die Wachstumsmärkte woanders liegen. Leider geschieht dies aber häufig nicht auf sehr intelligente Weise - siehe die Fehlinvestition von Daimler in Chrysler. Ob die Investition von Bayer in Monsanto auch dazu zählt, wird man noch sehen müssen.

Auf jeden Fall ist es nichts Negatives, Ziel von Auslandsinvestitionen zu sein, auch wenn dadurch eigene Firmen übernommen werden. Das zeigt die Attraktivität eines Standortes.
Victrix causa deis placuit, sed victa Catoni
Benutzeravatar
Julian
Beiträge: 9704
Registriert: Di 5. Jan 2016, 00:38

Re: EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

Beitragvon Julian » Sa 14. Sep 2019, 10:49

Kohlhaas hat geschrieben:(12 Sep 2019, 19:30)

Der "Wasserkopf" sitzt wohl gerade vor dem Bildschirm und postet unter dem Usernamen "Julian" völlig absurde Thesen. Ich habe nicht die Hoffnung, dass Du es verstehst oder auch nur verstehen willst, aber ich schreibe es jetzt nochmal:

Die Nationen, die der Welthandelsorganisation (WTO) angeschlossen sind, haben Regeln festgelegt, wie Handel zwischen Nationen abzulaufen hat. Zu diesen Regeln gehört die Pflicht, Warenverkehr zu überwachen und Zollrichtlinien durchzusetzen. ALLE EU-Staaten gehören der WTO an. Auch Großbritannien. Also hat auch Großbritannien sich den Regeln der WTO zu fügen. Wie da ein gewisser "Julian" auf die Idee kommt, der EU vorzuwerfen, dass sie GB von "Freihandel" abhalten wolle, erschließt sich wohl nur dem notorischen EU-Hasser namens "Julian". Du flötest hier steile Thesen über "Freihandel" und hast nicht mal begriffen, dass Leute wie Johnson und Trump gar keinen Freihandel wollen. Die wollen "bilaterale Verträge". Die wollen ganz willkürlich entscheiden, mit wem sie unter welchen Bedingungen "freien Handel" treiben. Diesen Anspruch verteidigst Du und scheltest gleichzeitig die EU dafür, dass sie verbindliche Regeln für freien Handel festgelegt hat???

Entschuldige, wenn das jetzt persönlich klingen sollte, aber Deine Beiträge zeugen von einem undifferenzierten und durch keinerlei Fakten unterlegten Hass auf die EU. Nichts was Du schreibst, kann man ernst nehmen.


Aus Ihrem Beitrag geht nicht hervor, warum ein gemeinsamer Markt automatisch mit Subventionen, Umverteilungen, einer gemeinsamen Währung und einer Banken- und Sozialunion einhergehen muss.

Die Briten hätten nichts gegen Freihandel gehabt. Was sie stört, ist die Richtung, die die EU seit 1992 genommen hat, eben in Richtung einer politischen Union. Selbst die Währungsunion war politisch motiviert; wirtschaftlich hat sie nie Sinn ergeben für solch heterogene Länder wie Griechenland und Deutschland.

Eiskalt hat geschrieben:(12 Sep 2019, 19:32)

Don‘t feed the Troll!


Es ist typisch für unsere Zeit, dass die fundamentalen Entscheidungen in Deutschland gar nicht mehr diskutiert werden dürfen. Man ist so eingebettet in dem, was Politik und Medien tagtäglich auf allen Kanälen verbreiten.

Ich gebe Ihnen einen Tipp: Lesen sie ausländische Medien, um aus Ihrer Blase herauszukommen und auch Argumente der anderen Seite wenigstens wahrzunehmen.

Ich verstehe nicht, wie man sich hier anmaßen kann, über den Brexit zu diskutieren, dann aber grundsätzlich alle Argumente der Brexit-Befürworter und sogar die Foristen, die diese darlegen, zu diskreditieren und nur eine Meinung als die allein gültige zuzulassen, eine Meinung, die zufällig der Regierungslinie entspricht.
Victrix causa deis placuit, sed victa Catoni
Benutzeravatar
Julian
Beiträge: 9704
Registriert: Di 5. Jan 2016, 00:38

Re: EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

Beitragvon Julian » Sa 14. Sep 2019, 11:04

Alter Stubentiger hat geschrieben:(08 Sep 2019, 16:47)

Vermögen heißt nicht "bar zur Verfügung". Unheimlich viele Griechen und Italiener haben alte Häuschen und Grundstücke in heruntergekommenen Dörfern oder abgelegenen Inseln. Das ist aber Vermögen welches nicht wirklich nutzbar ist für den Italiener der aus diesen Dörfern in die Zentren oder Deutschland gezogen ist.

Deutschland dagegen ist ein Volk von Mietern. Bei uns wurde ja viel zerbombt und konnte nicht wie in den Südländern vererbt werden. Der Deutsche hat also ein sehr gutes Einkommen aber zu hohe Ausgaben. Vor allem für die Mieten. Und dann fehlt es eben an greifbaren Vermögenswerten bei der Unterschicht und unteren Mittelschicht.

Wenn du weiterdenkst erkennst du warum der typische Italiener nun trotzdem weniger für seinen Konsum oder zum sparen hat als der typische Deutsche.


Die Deutschen leiden vor allem unter dem Anlagenotstand, den die EZB verursacht hat. Man bekommt keine Zinsen mehr für sichere Anlagen, und der Aktienmarkt spiegelt nicht mehr in erster Linie die wirtschaftliche Entwicklung wieder, sondern die Geldpolitik der EZB.

Wie sollen die Deutschen denn für ihre Rente vorsorgen? Wie sollen dies institutionelle Anleger (private Rentenversicherungen, Versorgungswerke etc.) tun, die gesetzlich verpflichtet sind, einen Teil in sichere Anlagen zu investieren (also z.B. festverzinsliche Wertpapiere und keine Aktien)?

Auch ist der Außenwert des Euro wesentlich geringer als der einer D-Mark. Dies sorgt für ein massives Ungleichgewicht im Außenhandel Deutschlands zwischen hohen Exporten und niedrigen Importen. Außerdem sorgt es für einen Wohlstandsverlust der Deutschen, die sich eben keine teuren Produkte aus dem Ausland, Auslandsreisen oder Auslandsinvestitionen leisten können - im Gegensatz zu den reichen Schweizern.

Diese Rechnung gehört in die Gesamtrechnung dessen, was die EU einem Land und dessen Bewohnern bringt - wird in Deutschland aber normalerweise nicht betrachtet, weil ja das Mantra gilt: Deutschland sei der Hauptprofiteur der EU.

Die Briten sind nicht ganz so unselbständig im Denken wie die Deutschen. Sie sehen Dinge, die in Deutschland nicht diskutiert werden, und sie denken sehr langfristig. Das hat sich historisch bei den Briten bewährt, während Deutschland immer dazu geneigt hat, sich selbst zu überschätzen, sich in die Angelegenheiten anderer einzumischen - nur um sich dann irgendwann in einem selbst verschuldeten Alptraum wiederzufinden.
Victrix causa deis placuit, sed victa Catoni
Benutzeravatar
Alter Stubentiger
Beiträge: 5419
Registriert: Fr 6. Jan 2012, 08:20
Benutzertitel: Sozialdemokrat

Re: EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

Beitragvon Alter Stubentiger » Sa 14. Sep 2019, 17:13

Julian hat geschrieben:(14 Sep 2019, 11:04)

Die Deutschen leiden vor allem unter dem Anlagenotstand, den die EZB verursacht hat. Man bekommt keine Zinsen mehr für sichere Anlagen, und der Aktienmarkt spiegelt nicht mehr in erster Linie die wirtschaftliche Entwicklung wieder, sondern die Geldpolitik der EZB.

Wie sollen die Deutschen denn für ihre Rente vorsorgen? Wie sollen dies institutionelle Anleger (private Rentenversicherungen, Versorgungswerke etc.) tun, die gesetzlich verpflichtet sind, einen Teil in sichere Anlagen zu investieren (also z.B. festverzinsliche Wertpapiere und keine Aktien)?

Auch ist der Außenwert des Euro wesentlich geringer als der einer D-Mark. Dies sorgt für ein massives Ungleichgewicht im Außenhandel Deutschlands zwischen hohen Exporten und niedrigen Importen. Außerdem sorgt es für einen Wohlstandsverlust der Deutschen, die sich eben keine teuren Produkte aus dem Ausland, Auslandsreisen oder Auslandsinvestitionen leisten können - im Gegensatz zu den reichen Schweizern.

Diese Rechnung gehört in die Gesamtrechnung dessen, was die EU einem Land und dessen Bewohnern bringt - wird in Deutschland aber normalerweise nicht betrachtet, weil ja das Mantra gilt: Deutschland sei der Hauptprofiteur der EU.

Die Briten sind nicht ganz so unselbständig im Denken wie die Deutschen. Sie sehen Dinge, die in Deutschland nicht diskutiert werden, und sie denken sehr langfristig. Das hat sich historisch bei den Briten bewährt, während Deutschland immer dazu geneigt hat, sich selbst zu überschätzen, sich in die Angelegenheiten anderer einzumischen - nur um sich dann irgendwann in einem selbst verschuldeten Alptraum wiederzufinden.

1. Es gibt EU-Länder mit höheren Zinsen. Obwohl dort auch die EZB zuständig ist. Außerdem heißen niedrige Zinsen auch niedrige Last für alle die Hypotheken oder ein Darlehen haben. Diese Leute profitieren durch die niedrigen Zinsen. Und Altersvorsorge durch Sparzinsen oder die klassische Kapitallebensversicherung waren schon vor 30 Jahren nicht rentabel. Das weiß aber eigentlich jeder.

2. Der Außenwert des €uro gilt auch für andere €uro-Länder und deren Außenhandel mit dem Rest der Welt. Auch für Griechenland. Also kann deine These ja wohl nicht stimmen. Und Deutschland ist auf Platz drei der Länder mit den meisten Reisenden ins Ausland. Auch wenn Sachsen da vielleicht nicht mithalten kann. Der Rest Deutschlands ist weltoffen und reist gern ins Ausland.

3. Die Briten zeigen gerade dass sie zu sehr einer Welt nachtrauern die längst untergegangen ist. Und Boris Johnson zeigt wie alle Populisten und EU-Hasser dass er nur ans eigene Ego glaubt und das eigene Land ihm völlig egal ist. Da wird Patriotismus nur vorgeschoben weil es der Selbstdarstellung nutzt.
Niemand hat vor eine Mauer zu errichten (Walter Ulbricht)
...und die Mauer wird noch in 50 oder 100 Jahren stehen (Erich Honecker)
Benutzeravatar
Alter Stubentiger
Beiträge: 5419
Registriert: Fr 6. Jan 2012, 08:20
Benutzertitel: Sozialdemokrat

Re: EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

Beitragvon Alter Stubentiger » Sa 14. Sep 2019, 17:17

Julian hat geschrieben:(14 Sep 2019, 10:40)

Die deutsche Realwirtschaft, aber auch Anleger investieren kräftig im Ausland, weil sich in Deutschland vieles nicht mehr lohnt, Innovationen woanders entstehen und auch die Wachstumsmärkte woanders liegen. Leider geschieht dies aber häufig nicht auf sehr intelligente Weise - siehe die Fehlinvestition von Daimler in Chrysler. Ob die Investition von Bayer in Monsanto auch dazu zählt, wird man noch sehen müssen.

Auf jeden Fall ist es nichts Negatives, Ziel von Auslandsinvestitionen zu sein, auch wenn dadurch eigene Firmen übernommen werden. Das zeigt die Attraktivität eines Standortes.


In einer anderen Antwort hast du geschrieben dass das arme Deutschland sich keine Auslandsinvestitionen leisten kann. Hier schreibst du nun dass deutsche Firmen und Anleger zuviel Auslandsinvestitionen tätigen. Ja was denn nun?
Niemand hat vor eine Mauer zu errichten (Walter Ulbricht)
...und die Mauer wird noch in 50 oder 100 Jahren stehen (Erich Honecker)
Benutzeravatar
Alter Stubentiger
Beiträge: 5419
Registriert: Fr 6. Jan 2012, 08:20
Benutzertitel: Sozialdemokrat

Re: EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

Beitragvon Alter Stubentiger » Sa 14. Sep 2019, 17:18

sünnerklaas hat geschrieben:(14 Sep 2019, 10:20)

Da waren nicht nur andere Europäer mit beteiligt, sondern auf Grund der geostrategischen Bedeutung Griechenlands sicherlich auch die USA.

Verschwörungstheorie.
Niemand hat vor eine Mauer zu errichten (Walter Ulbricht)
...und die Mauer wird noch in 50 oder 100 Jahren stehen (Erich Honecker)
Benutzeravatar
Alter Stubentiger
Beiträge: 5419
Registriert: Fr 6. Jan 2012, 08:20
Benutzertitel: Sozialdemokrat

Re: EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

Beitragvon Alter Stubentiger » Sa 14. Sep 2019, 17:22

Misterfritz hat geschrieben:(14 Sep 2019, 10:03)

Die meinen wahrscheinlich die Inder und Pakistanis, die eh' schon im Land leben.
Warum die aber jetzt die Arbeit der Osteuropäer übernehmen sollen/wollen, erschliesst sich mir noch nicht so ganz.

Offensichtlich sind zu wenige von denen examierte Pflegekräfte, gelernte Elektriker oder Maurer. Es wurde bei der Abstimmung kolportiert dass die EU-Ausländer den Briten die Arbeitsplätze wegnehmen. Das ist der wirkliche Grund warum Farage und Johnson die Arbeitnehmerfreizügigkeit abschaffen wollen. Auch die AfD argumentiert ja so.
Niemand hat vor eine Mauer zu errichten (Walter Ulbricht)
...und die Mauer wird noch in 50 oder 100 Jahren stehen (Erich Honecker)
Benutzeravatar
Eiskalt
Beiträge: 2734
Registriert: Mi 2. Dez 2009, 11:05
Benutzertitel: Der Staat bin ich

Re: EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

Beitragvon Eiskalt » Sa 14. Sep 2019, 19:00

Julian hat geschrieben:(14 Sep 2019, 10:49)

Aus Ihrem Beitrag geht nicht hervor, warum ein gemeinsamer Markt automatisch mit Subventionen, Umverteilungen, einer gemeinsamen Währung und einer Banken- und Sozialunion einhergehen muss.

Die Briten hätten nichts gegen Freihandel gehabt. Was sie stört, ist die Richtung, die die EU seit 1992 genommen hat, eben in Richtung einer politischen Union. Selbst die Währungsunion war politisch motiviert; wirtschaftlich hat sie nie Sinn ergeben für solch heterogene Länder wie Griechenland und Deutschland.



Es ist typisch für unsere Zeit, dass die fundamentalen Entscheidungen in Deutschland gar nicht mehr diskutiert werden dürfen. Man ist so eingebettet in dem, was Politik und Medien tagtäglich auf allen Kanälen verbreiten.

Ich gebe Ihnen einen Tipp: Lesen sie ausländische Medien, um aus Ihrer Blase herauszukommen und auch Argumente der anderen Seite wenigstens wahrzunehmen.

Ich verstehe nicht, wie man sich hier anmaßen kann, über den Brexit zu diskutieren, dann aber grundsätzlich alle Argumente der Brexit-Befürworter und sogar die Foristen, die diese darlegen, zu diskreditieren und nur eine Meinung als die allein gültige zuzulassen, eine Meinung, die zufällig der Regierungslinie entspricht.


Doch darf man und muss man.
Nur schreibst du Sachen die einfach sachlich falsch sind.
Memento mori
-Römisches Sprichwort
Maikel
Beiträge: 425
Registriert: So 4. Jun 2017, 19:44

Re: EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

Beitragvon Maikel » Sa 14. Sep 2019, 20:48

Aus https://www.heise.de/tp/features/Doppelstandards-in-Sachen-Brexit-4523183.html:
Von mangelnden Respekt Johnsons vor dem Parlament war in den letzten Tagen viel die Rede. Doch wieso spricht niemand von mangelndem Respekt der EU vor dem Unterhaus? Schließlich beharrt sie weiter auf einem Abkommen, das vom britischen Parlament gleich mehrmals abgelehnt wurde.

Wenn dann von EU-Seite unisono betont wird, man werde das Abkommen keineswegs neuverhandeln, dann ist das doch eine klare Ignoranz des Parlaments. Wenn man ein bilaterales Abkommen schließen will und das bisherige Ergebnis von einer Seite nicht akzeptiert wird, geht eben kein Weg an Neuverhandlungen vorbei. Ansonsten ist es ein Diktat von der Deutsch-EU gegenüber Großbritannien.

Das Argument gefällt mir.
Troh.Klaus
Beiträge: 1906
Registriert: Sa 28. Okt 2017, 21:56

Re: EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

Beitragvon Troh.Klaus » Sa 14. Sep 2019, 20:55


Heißt das, die EU ist - aus Respekt - verpflichtet, das Abkommen solange anzupassen, bis das britische Parlament zustimmt? Was ist mit dem Respekt für das europäische Parlament und die 27 nationalen Parlamente der EU-Staaten, die dem Abkommen auch zustimmen müssen? Vernachlässigbar?
In varietate concordia.
Benutzeravatar
Orbiter1
Beiträge: 5282
Registriert: Fr 23. Feb 2018, 13:25

Re: EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

Beitragvon Orbiter1 » So 15. Sep 2019, 08:28

Hulk Boris.

"Der britische Premierminister Boris Johnson hat seine Entschlossenheit unterstrichen, Großbritannien am 31. Oktober aus der EU zu führen. Er werde Wege finden, ein jüngst vom Parlament verabschiedetes Gesetz zu umgehen, sagte Johnson im Interview mit der "Mail on Sunday". Dabei verglich er sich mit der widerspenstigen Comicfigur "Der unglaubliche Hulk". "Umso wütender Hulk wird, desto stärker wird Hulk", sagte Johnson. "Hulk ist jedes Mal entkommen, egal wie sehr er in der Enge schien - und das gleiche gilt für dieses Land. Wir werden am 31. Oktober ausscheiden." Quelle: https://amp.tagesspiegel.de/politik/ums ... 16652.html

Na hoffentlich hat Juncker morgen noch ein paar Rosinen anzubieten, sonst wird Hulk Boris endgültig zum Wüterich. :D
Maikel
Beiträge: 425
Registriert: So 4. Jun 2017, 19:44

Re: EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

Beitragvon Maikel » So 15. Sep 2019, 08:44

Troh.Klaus hat geschrieben:(14 Sep 2019, 20:55)
Heißt das, die EU ist - aus Respekt - verpflichtet, das Abkommen solange anzupassen, bis das britische Parlament zustimmt? Was ist mit dem Respekt für das europäische Parlament und die 27 nationalen Parlamente der EU-Staaten, die dem Abkommen auch zustimmen müssen? Vernachlässigbar?

Nein, die anderen Parlamente sind natürlich nicht vernachlässigbar. Die haben übrigens dem bisherigen Verhandlunsgergebnis auch noch nicht zugestimmt.

Es ist nun mal bei Verhandlungen so, daß man nur dann zu einem abschließenden Ergebnis kommen kann, wenn das Ergebnis für beide Seiten akzeptabel ist. Da ist es nicht hilfreich, wenn die eine Seite darauf besteht "bis hierhin und nicht weiter".

Bei Tarifverhandlungen z.B. kommt es dann zu einem Arbeitskampf. Auch bei Tarifverhandlungen sind die Gewerkschaftsvertreter nur Unterhändler, einem erzielten Verhandlungsergebnis können ggf. noch die Mitglieder in einer Urabstimmung widersprechen.
Dann muß ein neuer Kompromiß gefunden werden, oder es kann im Ernstfall zu Entlassungen und Betriebsschließung kommen.
lili
Beiträge: 4226
Registriert: Mi 5. Nov 2014, 20:51

Re: EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

Beitragvon lili » So 15. Sep 2019, 09:35

,,Was sind unsere geistreichen und gebildeten Subjekte größenteils? Hohnlächelte Sklavenbesitzer und selber - Sklaven." Das unwahre Prinzip unserer Erziehung"

Max Stirner
sünnerklaas
Beiträge: 3985
Registriert: Do 10. Aug 2017, 15:41

Re: EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

Beitragvon sünnerklaas » So 15. Sep 2019, 10:33



Johnson wird den vertragslosen Brexit durchprügeln - notfalls eben ohne Parlament, mit Begleitschreiben, in dem er erklärt, man wolle keinen Aufschub. Damit schafft er vollendete Tatsachen. Zur Rechenschaft kann er erst nach Vollzug des chaotischen Brexits gezogen werden. Zurück können die Briten dann nicht mehr, egal, wer da dann nun Premier ist. Es müsste alles, aber auch alles neu verhandelt und von den Mitgliedsstaaten der EU einstimmig beschlossen werden. Genau das ist Johnsons Kalkül.
Und es gibt noch etwas anderes: gibt es wieder Bürgerkrieg in Nordirland, kann Johnson alle seine politischen Gegner als Terroristen bzw. Terroristen-Versteher brandmarken.
lili
Beiträge: 4226
Registriert: Mi 5. Nov 2014, 20:51

Re: EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

Beitragvon lili » So 15. Sep 2019, 11:48

sünnerklaas hat geschrieben:(15 Sep 2019, 10:33)

Johnson wird den vertragslosen Brexit durchprügeln - notfalls eben ohne Parlament, mit Begleitschreiben, in dem er erklärt, man wolle keinen Aufschub. Damit schafft er vollendete Tatsachen. Zur Rechenschaft kann er erst nach Vollzug des chaotischen Brexits gezogen werden. Zurück können die Briten dann nicht mehr, egal, wer da dann nun Premier ist. Es müsste alles, aber auch alles neu verhandelt und von den Mitgliedsstaaten der EU einstimmig beschlossen werden. Genau das ist Johnsons Kalkül.
Und es gibt noch etwas anderes: gibt es wieder Bürgerkrieg in Nordirland, kann Johnson alle seine politischen Gegner als Terroristen bzw. Terroristen-Versteher brandmarken.



Ich könnte mir vorstellen, dass ein genereller Bürgerkrieg kommen wird. Die Gesellschaft klafft auseinander und es bringt meiner Meinung nach nichts sich über den Brexit zu ändern. Da muss man sich eher fragen was denn aktuell schief gelaufen ist?
,,Was sind unsere geistreichen und gebildeten Subjekte größenteils? Hohnlächelte Sklavenbesitzer und selber - Sklaven." Das unwahre Prinzip unserer Erziehung"

Max Stirner
Benutzeravatar
JJazzGold
Beiträge: 36738
Registriert: Mo 25. Mai 2009, 01:34
Benutzertitel: L'État, c'est moi

Re: EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

Beitragvon JJazzGold » So 15. Sep 2019, 11:59

lili hat geschrieben:(15 Sep 2019, 11:48)

Ich könnte mir vorstellen, dass ein genereller Bürgerkrieg kommen wird. Die Gesellschaft klafft auseinander und es bringt meiner Meinung nach nichts sich über den Brexit zu ändern. Da muss man sich eher fragen was denn aktuell schief gelaufen ist?


Bürgerkrieg? In GB?
Von was träumen Sie nachts noch?

Da räume ich ja sogar einem zweiten Referendum höhere Chancen ein.
Die gefährlichste aller Weltanschauungen ist die der Leute, welche die Welt nie angeschaut haben.
Alexander Freiherr von Humboldt

Zurück zu „31. EU - EFTA“

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 1 Gast