EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

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sünnerklaas
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Re: EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

Beitragvon sünnerklaas » Fr 13. Sep 2019, 10:28

Eulenwoelfchen hat geschrieben:(12 Sep 2019, 23:32)

Das war eine rein politische Entscheidung Kohls, der sich damit die Wiedervereinigung erkaufte. Frankreich bestand nämlich darauf, dass Deutschland seine enorm harte und stabile
Währung DM zugunsten einer späteren Gemeinschaftswährung aufgibt. Dreimal dürfen sie raten, weshalb das den Franzosen so wichtig war?

Und wenn Sie möchten, können Sie sich auch Gedanken darüber machen, warum noch nie ein Deutscher (z.B. ein Bundesbank-Chef) EZB-Chef wurde, nur ganz zu Beginn ein
Niederländer (W. Duisenberg) dieses Amt rel. kurze Zeit (1998-2003) innehatte, und ihm dann kurz nach der Einführung des Euro ein Franzose nachfolgte (J.C. Trichet), dem dann ein Italiener (M.Draghi) nachfolgte,
dem wiederum eine Französin (Ch. Lagarde) nachfolgen wird...Ab dem Zeitpunkt der ersten franz. EZB-Präsidentschaft unter Trichet durfte man auch Griechenland mit seiner extrem harten Drachme in
der Eurofamilie begrüßen. :)

Kohl und sein Waigl opferten für die Wiedervereinigung das Sparvermögen der Deutschen und ihre Altersvorsorge. Wie die jüngste EZB-Entscheidung (noch unter Draghi) heute zeigt,
ging und geht dieser Weg der Vernichtung besonders der privaten deutschen Sparvermögen der Masse der kleinen Leute, die für diese Altersversorgung ihr Lebtag sparten und schufteten,
nachhaltig weiter. Wir merken uns, nachhaltig ist immer gut. (c) by DIE GRÜNEN.

Mit nunmehr 0,5% Strafzins für Banken, die das Geld lieber bei der EZB parken, als es mühselig und zudem zu wenig lukrativ in den Wirtschaftskreislauf zu bringen.
Sofern man es nicht für Börsenspekulationen oder Investments der anderen Art braucht. Arme Banken. Ich litt wie ein halbverhungerter Straßenköter mit Ihnen mit, während ich diese Zeilen schrub.

Aber das führt insoweit etwas vom Thema weg. Obgleich hier die britische Anti-Haltung gegenüber der Rest-EU, besonders dem EURO-Raum nachvollziehbar und SEHR weise war. Indem man darauf bestand, das Pfund behalten zu wollen.
Gut, die Briten hatten es auch leichter. Sie waren ja (sehr entscheidende) WWII-Siegermacht. Wofür man ihnen noch heute danken muss und das nie vergessen sollte. Auch nicht in BREXIT-Zeiten.
Deutschland war hingegen Kriegsverlierer und ein geteiltes Land, das für die Wiedervereinigung -unter anderem- mit der Aufgabe der DM bezahlen musste. Sich dem Euro nicht so einfach verweigern konnte wie GB.
Wer dafür dankbar sein will, kann das am Grabmal des Oggersheimer-Saumagenliebhaber machen.

Aber Fakt ist auch, dass der Euro D nicht daran hinderte, alle anderen Länder der EU in Sachen ökonomischer Power abzuhängen und mindestens so gut zu gedeihen wie die britische Volkswirtschaft mit ihrem
"Währungs-Pfund". Feixenderweise könnte man sagen, D steht trotz Wiedervereinigung und keiner eigenen Währung recht gut da. Im Vergleich zu Ländern mit eigener Währung.
Okay, die Sparer und ihre schwindenden Ersparnisse und Altersrücklagen sind ein kleines Problem. Ein ganz kleines. Und nur für D. Nicht für die anderen Eurostaaten. Oder auch GB.

Fazit: Reichtum ist nichts. Persönlichkeit alles! - Und überhaupt: Irgendetwas ist immer! :D



Ich meine mich dunkel daran erinnern zu können, dass es auch Margret Thatcher war, die auf eine Einbindung Deutschlands in die Gemeinschaftswährung bestand. Die Idee: alle anderen Mitglieder der Gemeinschaftswährung sollten von Deutschlands wirtschaftlicher Stärke profitieren, wirtschaftlich schwache Länder sollten AUCH etwas von dem in D erwirtschafteten Wohlstand abbekommen. Es war NICHT die Idee, dass D wirtschaftlich schwache Länder so stärkt, dass sie selber auf die Beine kommen. Das hat natürlich in manchen Ländern Begehrlichkeiten geweckt - Länder, in denen die Regierungen wussten, dass die Partner sie auf Grund geostrategischer Gründe finanziell nie im Stich lassen würden.
Ich möchte den Naivlingen Kohl, Lothar de Maizière und Waigel nicht die alleinige Schuld geben. Ebenso naiv und kurzsichtig waren Margret Thatcher und Francois Mitterand. Praktisch niemand von denen, die damals am Verhandlungstisch saßen hatten das bedacht.
Ein weiteres Problemfeld ergab sich aus der überhasteten EU-Osterweiterung. Dass die osteuropäischen Staaten in die NATO und die EU durften, war die Erfüllung eines ehernen Versprechens aus der Zeit des Kalten Krieges. Man hatte allerdings weder in Paris, noch in Bonn und auch nicht in London bedacht, dass das auf lange Sicht eine massive Ab- und Auswanderungswelle aus Osteuropa zur Folge haben würde. Genau diese Ab- und Auswanderungswelle war auch ein Grund für viele Briten, für den Brexit zu stimmen.
Im Grunde fliegt uns im Moment alles um die Ohren: der 2+4-Vertrag und die Vertragswerke zur EU-Osterweiterung. Im Grunde ist das alles gescheitert.
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Re: EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

Beitragvon sünnerklaas » Fr 13. Sep 2019, 10:37

Alter Stubentiger hat geschrieben:(12 Sep 2019, 20:53)

Die sind dann unter die Räder gekommen. Griechenland, Italien, aber auch Frankreich.


Dort hatte man wohl gedacht, die Deutschen würden schon zahlen...
Griechenland und Italien sind geostrategisch sehr wichtige Länder, die um jeden Preis sowohl in der EU, als auch ganz besonders in der NATO gehalten werden mussten. Sowas weckt Begehrlichkeiten und eröffnet Chancen, an Geld zu kommen.
Und Kohl und Schröder haben die Griechen ja in den 1990ern mit ihrer Strategie durchkommen lassen. Die Griechen bekamen die Gemeinschaftswährung, obwohl sie die Vorraussetzungen gar nicht erfüllten.
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Re: EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

Beitragvon sünnerklaas » Fr 13. Sep 2019, 10:39

Ger9374 hat geschrieben:(13 Sep 2019, 03:13)

Die DUP aus Nordirland wäre bereit einige E.U Gesetze weiter gelten zu lassen.
Aber aus der Zollunion soll GB mit Nordirland gemeinsam als ein Staat austreten .
Was würde das überhaupt bringen?
Augenwischerei oder ernsthaft gemeinte Chance auf ein weiterkommen bei den stagnierenden Gesprächen?!


Wie soll das gehen?
Klingt nach einer weiter fortgesetzten Rosinenpickerei.

Der Chef des britischen Unterhauses Bercow fordert inzwischen, dass sich die Briten eine schriftlich fixierte Verfassung geben (Quelle).
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Re: EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

Beitragvon lili » Fr 13. Sep 2019, 11:20

1) Bercow will "zusätzliche rechtliche Kreativität" zulassen

https://www.sueddeutsche.de/politik/brexit-bercow-johnson-1.4599380


2) Die Briten und der Chaos-Brexit: Zunehmende Angst vor Folgen

https://www.waz.de/politik/brexit-britische-regierung-rechnet-mit-unruhen-bei-chaos-brexit-id227035287.html

Ob die Angst berechtigt ist? Abwarten....
,,Was sind unsere geistreichen und gebildeten Subjekte größenteils? Hohnlächelte Sklavenbesitzer und selber - Sklaven." Das unwahre Prinzip unserer Erziehung"

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Re: EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

Beitragvon Eulenwoelfchen » Fr 13. Sep 2019, 12:13

sünnerklaas hat geschrieben:(13 Sep 2019, 10:28)

Ich meine mich dunkel daran erinnern zu können, dass es auch Margret Thatcher war, die auf eine Einbindung Deutschlands in die Gemeinschaftswährung bestand. Die Idee: alle anderen Mitglieder der Gemeinschaftswährung sollten von Deutschlands wirtschaftlicher Stärke profitieren, wirtschaftlich schwache Länder sollten AUCH etwas von dem in D erwirtschafteten Wohlstand abbekommen. Es war NICHT die Idee, dass D wirtschaftlich schwache Länder so stärkt, dass sie selber auf die Beine kommen. Das hat natürlich in manchen Ländern Begehrlichkeiten geweckt - Länder, in denen die Regierungen wussten, dass die Partner sie auf Grund geostrategischer Gründe finanziell nie im Stich lassen würden.
Ich möchte den Naivlingen Kohl, Lothar de Maizière und Waigel nicht die alleinige Schuld geben. Ebenso naiv und kurzsichtig waren Margret Thatcher und Francois Mitterand. Praktisch niemand von denen, die damals am Verhandlungstisch saßen hatten das bedacht.
Ein weiteres Problemfeld ergab sich aus der überhasteten EU-Osterweiterung. Dass die osteuropäischen Staaten in die NATO und die EU durften, war die Erfüllung eines ehernen Versprechens aus der Zeit des Kalten Krieges. Man hatte allerdings weder in Paris, noch in Bonn und auch nicht in London bedacht, dass das auf lange Sicht eine massive Ab- und Auswanderungswelle aus Osteuropa zur Folge haben würde. Genau diese Ab- und Auswanderungswelle war auch ein Grund für viele Briten, für den Brexit zu stimmen.
Im Grunde fliegt uns im Moment alles um die Ohren: der 2+4-Vertrag und die Vertragswerke zur EU-Osterweiterung. Im Grunde ist das alles gescheitert.


Ich lasse Ihre Sicht umkommentiert, obwohl es dazu einiges zu entgegnen gäbe. Aber das ist hier der Thread zum Thema BREXTIT, und eine weitere Diskussion speziell zu dem von Ihnen (und leider vorher schon von mir ) angesprochenen EU- und Wiedervereinigungsaspekten) führte vom Thema weg. Und das möchte ich vermeiden. Ich hoffe auf Ihr Verständnis. ;)
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Re: EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

Beitragvon sünnerklaas » Fr 13. Sep 2019, 12:22

lili hat geschrieben:(13 Sep 2019, 11:20)

1) Bercow will "zusätzliche rechtliche Kreativität" zulassen

https://www.sueddeutsche.de/politik/brexit-bercow-johnson-1.4599380


2) Die Briten und der Chaos-Brexit: Zunehmende Angst vor Folgen

https://www.waz.de/politik/brexit-britische-regierung-rechnet-mit-unruhen-bei-chaos-brexit-id227035287.html

Ob die Angst berechtigt ist? Abwarten....



Man kann Protestierende und politische Gegner als IRA-Terroristen und "Kommunisten" brandmarken.
Hilft das nichts·, kann man Unruhen mit mit Armeeeinsätzen im Innern niederschlagen.
Funktioniert das nicht, kann man sich hilfesuchend an das Weiße Haus - oder, wenn von dort nichts kommt - an den Kreml wenden. Väterchen Wladimir würde BoJo sicherlich helfen, er hätte nur gern ein paar Wünsche, die BoJo ihm sicherlich ganz einfach und ganz schnell erfüllen könnte...
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Re: EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

Beitragvon lili » Fr 13. Sep 2019, 12:37

sünnerklaas hat geschrieben:(13 Sep 2019, 12:22)

Man kann Protestierende und politische Gegner als IRA-Terroristen und "Kommunisten" brandmarken.
Hilft das nichts·, kann man Unruhen mit mit Armeeeinsätzen im Innern niederschlagen.
Funktioniert das nicht, kann man sich hilfesuchend an das Weiße Haus - oder, wenn von dort nichts kommt - an den Kreml wenden. Väterchen Wladimir würde BoJo sicherlich helfen, er hätte nur gern ein paar Wünsche, die BoJo ihm sicherlich ganz einfach und ganz schnell erfüllen könnte...


Es bringt aber nichts ihn anzugreifen. Das führt immer ins Gegenteil.
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Re: EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

Beitragvon sünnerklaas » Fr 13. Sep 2019, 13:56

lili hat geschrieben:(13 Sep 2019, 12:37)

Es bringt aber nichts ihn anzugreifen. Das führt immer ins Gegenteil.


Da braucht man nichts anzugreifen. Leistung gegen Gegenleistung. Väterchen Putin hilft und wird dem BoJo machen ein Angebot, das BoJo nicht kann ausschlagen.
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Re: EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

Beitragvon lili » Fr 13. Sep 2019, 14:35

sünnerklaas hat geschrieben:(13 Sep 2019, 13:56)

Da braucht man nichts anzugreifen. Leistung gegen Gegenleistung. Väterchen Putin hilft und wird dem BoJo machen ein Angebot, das BoJo nicht kann ausschlagen.


Ich meinte damit den Anti-Kurs.
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Re: EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

Beitragvon Alter Stubentiger » Fr 13. Sep 2019, 16:38

Eulenwoelfchen hat geschrieben:(12 Sep 2019, 23:32)

Das war eine rein politische Entscheidung Kohls, der sich damit die Wiedervereinigung erkaufte. Frankreich bestand nämlich darauf, dass Deutschland seine enorm harte und stabile
Währung DM zugunsten einer späteren Gemeinschaftswährung aufgibt. Dreimal dürfen sie raten, weshalb das den Franzosen so wichtig war?

Und wenn Sie möchten, können Sie sich auch Gedanken darüber machen, warum noch nie ein Deutscher (z.B. ein Bundesbank-Chef) EZB-Chef wurde, nur ganz zu Beginn ein
Niederländer (W. Duisenberg) dieses Amt rel. kurze Zeit (1998-2003) innehatte, und ihm dann kurz nach der Einführung des Euro ein Franzose nachfolgte (J.C. Trichet), dem dann ein Italiener (M.Draghi) nachfolgte,
dem wiederum eine Französin (Ch. Lagarde) nachfolgen wird...Ab dem Zeitpunkt der ersten franz. EZB-Präsidentschaft unter Trichet durfte man auch Griechenland mit seiner extrem harten Drachme in
der Eurofamilie begrüßen. :)

Kohl und sein Waigl opferten für die Wiedervereinigung das Sparvermögen der Deutschen und ihre Altersvorsorge. Wie die jüngste EZB-Entscheidung (noch unter Draghi) heute zeigt,
ging und geht dieser Weg der Vernichtung besonders der privaten deutschen Sparvermögen der Masse der kleinen Leute, die für diese Altersversorgung ihr Lebtag sparten und schufteten,
nachhaltig weiter. Wir merken uns, nachhaltig ist immer gut. (c) by DIE GRÜNEN.

Mit nunmehr 0,5% Strafzins für Banken, die das Geld lieber bei der EZB parken, als es mühselig und zudem zu wenig lukrativ in den Wirtschaftskreislauf zu bringen.
Sofern man es nicht für Börsenspekulationen oder Investments der anderen Art braucht. Arme Banken. Ich litt wie ein halbverhungerter Straßenköter mit Ihnen mit, während ich diese Zeilen schrub.

Aber das führt insoweit etwas vom Thema weg. Obgleich hier die britische Anti-Haltung gegenüber der Rest-EU, besonders dem EURO-Raum nachvollziehbar und SEHR weise war. Indem man darauf bestand, das Pfund behalten zu wollen.
Gut, die Briten hatten es auch leichter. Sie waren ja (sehr entscheidende) WWII-Siegermacht. Wofür man ihnen noch heute danken muss und das nie vergessen sollte. Auch nicht in BREXIT-Zeiten.
Deutschland war hingegen Kriegsverlierer und ein geteiltes Land, das für die Wiedervereinigung -unter anderem- mit der Aufgabe der DM bezahlen musste. Sich dem Euro nicht so einfach verweigern konnte wie GB.
Wer dafür dankbar sein will, kann das am Grabmal des Oggersheimer-Saumagenliebhaber machen.

Aber Fakt ist auch, dass der Euro D nicht daran hinderte, alle anderen Länder der EU in Sachen ökonomischer Power abzuhängen und mindestens so gut zu gedeihen wie die britische Volkswirtschaft mit ihrem
"Währungs-Pfund". Feixenderweise könnte man sagen, D steht trotz Wiedervereinigung und keiner eigenen Währung recht gut da. Im Vergleich zu Ländern mit eigener Währung.
Okay, die Sparer und ihre schwindenden Ersparnisse und Altersrücklagen sind ein kleines Problem. Ein ganz kleines. Und nur für D. Nicht für die anderen Eurostaaten. Oder auch GB.

Fazit: Reichtum ist nichts. Persönlichkeit alles! - Und überhaupt: Irgendetwas ist immer! :D


Wo stehen die Briten mit ihrem Pfund denn besser da? Das ist ja mal eine ganz steile These.

Im übrigen glaubte man im Ausland ebenso an den Mythos D-Mark wie du. Was man nicht sah dass die D-Mark schon Ende der 80er Jahre ihre besten Zeiten hinter sich hatte. Es gab allerlei Faktoren die die D-Mark lange begünstigten. Vor allem die chronische Unterbewertung der D-Mark im Bretton-Woods System spielte da eine große Rolle. Bis zum Scheitern von Bretton-Woods konnte D. sich so eine starke Wirtschaft auf Kosten der USA aufbauen. Japan auch. Das war damals auch durchaus gewollt damit Deutsche und Japaner sich nicht Richtung UDSSR orientierten.

Zur Zeit des 2+4 Abkommens war die D-Mark nur noch Ballast und wir können froh sein sie gegen den €uro tauschen zu können. Heute ist zwar in der Tat der Zins für den Kleinsparer verloren. Aber dies ist ja weltweit so und mitnichten nur im €uroraum.

Also kein Grund für EU-Bashing!
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Re: EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

Beitragvon Alter Stubentiger » Fr 13. Sep 2019, 16:43

sünnerklaas hat geschrieben:(13 Sep 2019, 10:28)

Ich meine mich dunkel daran erinnern zu können, dass es auch Margret Thatcher war, die auf eine Einbindung Deutschlands in die Gemeinschaftswährung bestand. Die Idee: alle anderen Mitglieder der Gemeinschaftswährung sollten von Deutschlands wirtschaftlicher Stärke profitieren, wirtschaftlich schwache Länder sollten AUCH etwas von dem in D erwirtschafteten Wohlstand abbekommen. Es war NICHT die Idee, dass D wirtschaftlich schwache Länder so stärkt, dass sie selber auf die Beine kommen. Das hat natürlich in manchen Ländern Begehrlichkeiten geweckt - Länder, in denen die Regierungen wussten, dass die Partner sie auf Grund geostrategischer Gründe finanziell nie im Stich lassen würden.
Ich möchte den Naivlingen Kohl, Lothar de Maizière und Waigel nicht die alleinige Schuld geben. Ebenso naiv und kurzsichtig waren Margret Thatcher und Francois Mitterand. Praktisch niemand von denen, die damals am Verhandlungstisch saßen hatten das bedacht.
Ein weiteres Problemfeld ergab sich aus der überhasteten EU-Osterweiterung. Dass die osteuropäischen Staaten in die NATO und die EU durften, war die Erfüllung eines ehernen Versprechens aus der Zeit des Kalten Krieges. Man hatte allerdings weder in Paris, noch in Bonn und auch nicht in London bedacht, dass das auf lange Sicht eine massive Ab- und Auswanderungswelle aus Osteuropa zur Folge haben würde. Genau diese Ab- und Auswanderungswelle war auch ein Grund für viele Briten, für den Brexit zu stimmen.
Im Grunde fliegt uns im Moment alles um die Ohren: der 2+4-Vertrag und die Vertragswerke zur EU-Osterweiterung. Im Grunde ist das alles gescheitert.


Gerade die britische Wirtschaft hat von der Zuwanderung durch Osteuropäer profitiert. Diese Leute verlassen jetzt das Land was zu großen Problemen führt. Vor allem im Gesundheitsbereich.
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Re: EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

Beitragvon Kohlhaas » Fr 13. Sep 2019, 17:50

Troh.Klaus hat geschrieben:(12 Sep 2019, 13:58)

Es würde mich wundern, wenn Johnson mit einem solchen "Deal" noch lange PM wäre. Da würde sogar Rees-Mogg selbst das "no-confidence"-Verfahren einleiten.

Wundern wir uns nicht schon lange über das, was auf der Insel so alles abläuft? Wäre da ein neues "Wunder" so überraschend? Wie "wunderbar" wir beide das finden würden, ist dazu noch nebensächlich. Johnson liebäugelt offenbar mit diesem Lösungsansatz:

https://www.br.de/nachrichten/deutschla ... op,Rbshvwu

In dem BR-Bericht ist nur "schräg", dass der Vorschlag Theresa May zugeschrieben wird. In Wahrheit stammt er von Barnier.

Unabhängig davon würden sich damit zwei gravierende Probleme lösen lassen:

1.) Es müsste keine harte Grenze zwischen Nordirland und der Republik Irland geben.

2.) GB dürfte trotzdem mit außereuropäischen Nationen Verhandlungen über Handelsabkommen beginnen.
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Re: EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

Beitragvon Kohlhaas » Fr 13. Sep 2019, 17:51

Ger9374 hat geschrieben:(13 Sep 2019, 03:13)

Die DUP aus Nordirland wäre bereit einige E.U Gesetze weiter gelten zu lassen.
Aber aus der Zollunion soll GB mit Nordirland gemeinsam als ein Staat austreten .
Was würde das überhaupt bringen?

Natürlich würde das gar nichts bringen. Wenn Nordirland nicht mehr der Zollunion (oder dem EU-Binnenmarkt) angehört, werden Zollkontrollen notwendig. Sowohl auf EU-Seite als auch auf GB-Seite! Die DUP schmeißt solche Nonsens-Vorschläge nur in den Raum, weil sie erkennen muss, dass sie als „Mehrheitsbeschafferin“ nicht mehr gebraucht wird und demzufolge nichts mehr zu melden hat. May war auf die DUP angewiesen, um ihre Mehrheit zu behalten. Johnson hat mit dem Rausschmiss von knapp zwei Dutzend Tories zudem bewiesen, dass er glaubt, gar keine Mehrheit im Parlament zu benötigen. Und klar ist zudem: Johnson interessiert sich nicht groß für Irland. Deswegen wird die DUP plötzlich hektisch. Offensichtlich wird sie nicht mehr gebraucht und offensichtlich interessiert es niemanden mehr, was die DUP will.
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Re: EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

Beitragvon Alter Stubentiger » Fr 13. Sep 2019, 18:08

sünnerklaas hat geschrieben:(13 Sep 2019, 10:37)

Dort hatte man wohl gedacht, die Deutschen würden schon zahlen...
Griechenland und Italien sind geostrategisch sehr wichtige Länder, die um jeden Preis sowohl in der EU, als auch ganz besonders in der NATO gehalten werden mussten. Sowas weckt Begehrlichkeiten und eröffnet Chancen, an Geld zu kommen.
Und Kohl und Schröder haben die Griechen ja in den 1990ern mit ihrer Strategie durchkommen lassen. Die Griechen bekamen die Gemeinschaftswährung, obwohl sie die Vorraussetzungen gar nicht erfüllten.

Na daran waren wohl auch andere Europäer beteiligt. Im Nachhinein sicher ein Fehler. Aber letztlich kriegen auch die Griechen nichts geschenkt um müssen jetzt die große €uro-Party mühsam abbezahlen. Und auch daran verdient Deutschland.
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Re: EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

Beitragvon Orbiter1 » Fr 13. Sep 2019, 18:16

Alter Stubentiger hat geschrieben:(13 Sep 2019, 16:43)

Gerade die britische Wirtschaft hat von der Zuwanderung durch Osteuropäer profitiert. Diese Leute verlassen jetzt das Land was zu großen Problemen führt. Vor allem im Gesundheitsbereich.
Die werden jetzt durch Inder und Pakistanis ersetzt. Was da der große Vorteil gegenüber den Osteuropäern sein soll hab ich noch nicht verstanden. Stehen denen die Briten kulturell näher weil es mal eine Kolonie war?
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Re: EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

Beitragvon Kohlhaas » Fr 13. Sep 2019, 18:24

Orbiter1 hat geschrieben:(13 Sep 2019, 18:16)Stehen denen die Briten kulturell näher weil es mal eine Kolonie war?

Wie kommst Du auf die Idee, dass es beim Brexit um "Kultur" geht?
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Re: EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

Beitragvon Orbiter1 » Fr 13. Sep 2019, 18:46

Kohlhaas hat geschrieben:(13 Sep 2019, 18:24)

Wie kommst Du auf die Idee, dass es beim Brexit um "Kultur" geht?
Was hat ihre Frage mit meiner Frage zu tun?
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Re: EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

Beitragvon Kohlhaas » Fr 13. Sep 2019, 18:50

Orbiter1 hat geschrieben:(13 Sep 2019, 18:46)

Was hat ihre Frage mit meiner Frage zu tun?

Du hast was über kulturelle Nähe geschrieben. War das nicht so gemeint`?
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Re: EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

Beitragvon Alter Stubentiger » Fr 13. Sep 2019, 20:50

Orbiter1 hat geschrieben:(13 Sep 2019, 18:16)

Die werden jetzt durch Inder und Pakistanis ersetzt. Was da der große Vorteil gegenüber den Osteuropäern sein soll hab ich noch nicht verstanden. Stehen denen die Briten kulturell näher weil es mal eine Kolonie war?

Aha. Also Brexit damit keine ausgebildeten Krabkenpfleger und Klempner mehr aus Osteuropa kommen. Dafür dann Inder und Pakistaner. Ich denke so hat der typische Brexit Wähler sich dass aber nicht vorgestellt.
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Re: EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

Beitragvon Eulenwoelfchen » Fr 13. Sep 2019, 22:12

Alter Stubentiger hat geschrieben:(13 Sep 2019, 16:38)

Wo stehen die Briten mit ihrem Pfund denn besser da? Das ist ja mal eine ganz steile These.

Im übrigen glaubte man im Ausland ebenso an den Mythos D-Mark wie du. Was man nicht sah dass die D-Mark schon Ende der 80er Jahre ihre besten Zeiten hinter sich hatte. Es gab allerlei Faktoren die die D-Mark lange begünstigten. Vor allem die chronische Unterbewertung der D-Mark im Bretton-Woods System spielte da eine große Rolle. Bis zum Scheitern von Bretton-Woods konnte D. sich so eine starke Wirtschaft auf Kosten der USA aufbauen. Japan auch. Das war damals auch durchaus gewollt damit Deutsche und Japaner sich nicht Richtung UDSSR orientierten.

Zur Zeit des 2+4 Abkommens war die D-Mark nur noch Ballast und wir können froh sein sie gegen den €uro tauschen zu können. Heute ist zwar in der Tat der Zins für den Kleinsparer verloren. Aber dies ist ja weltweit so und mitnichten nur im €uroraum.

Also kein Grund für EU-Bashing!


Wie ich schon einem anderen - allerdings kompetenten User - erklärte, werde ich hier das Thema D-Mark und Euro nicht weiter diskutieren, weil
es von Threadthema wegführt.

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