Der Konflikt USA versus Iran

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Re: Der Konflikt USA versus Iran

Beitragvon DarkLightbringer » Do 16. Mai 2019, 21:30

imp hat geschrieben:(16 May 2019, 18:39)

ist folgerichtig. Die übrigen Partner bieten ohne USA und vor allem gegen USA keinen attraktiven Gegenwert gegen den Verzicht auf eine robuste Verteidigung. Der Iran hat gelernt, dass Verträge mit USA uneinbringlich sind. Wozu sollte man da verhandeln? Auf welcher Grundlage sollte man glauben, dass ein nächster Vertrag besser honoriert würde?

Der Iran geht hier den richtigen Weg. Entweder die EU hat etwas zu bieten oder sie ist als Restpartner uninteressant.

Die Vorne-Verteidigung terroristischer Verbände im Großraum Nah- und Mittelost ist auf Nachschub angewiesen.
Sollten die Nachschublinien aufgrund von Mangelwirtschaft empfindlich gestört werden, ist es natürlich konsequent, erneut auf die ultimative Wunderwaffe zu setzen.

Dennoch sollten m. E. die EU-Staaten der Erpressung nicht Folge leisten, sondern vielmehr nach dem Vorbild Griechenlands im 2. Weltkrieg einen Nein-Tag festlegen.
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Re: Der Konflikt USA versus Iran

Beitragvon DarkLightbringer » Do 16. Mai 2019, 21:57

unity in diversity hat geschrieben:(16 May 2019, 14:41)

Falsche Fragen provozieren falsche Antworten.
Der WK I, war nur ein Versehen.
Solange sich Sunniten und Schiieten gegenseitig abtreiben, gewinnt Europa und Israel.

Aber nicht, wenn "Sunniten und Schiiten", also militante Gruppen, Israel attackieren oder das Islamische Reich nuklear bestückbare Raketen gegen Europa richtet.
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Re: Der Konflikt USA versus Iran

Beitragvon Alexyessin » Do 16. Mai 2019, 22:03

DarkLightbringer hat geschrieben:(16 May 2019, 21:57)

Aber nicht, wenn "Sunniten und Schiiten", also militante Gruppen, Israel attackieren oder das Islamische Reich nuklear bestückbare Raketen gegen Europa richtet.


Mit welcher Raketentechnik ? Werde doch mal konkret.
Der neue Faschismus wird nicht sagen: Ich bin der Faschismus. Er wird sagen: Ich bin kein Nazi, aber...
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Re: Der Konflikt USA versus Iran

Beitragvon unity in diversity » Do 16. Mai 2019, 22:04

DarkLightbringer hat geschrieben:(16 May 2019, 21:57)

Aber nicht, wenn "Sunniten und Schiiten", also militante Gruppen, Israel attackieren oder das Islamische Reich nuklear bestückbare Raketen gegen Europa richtet.

Die richtige Kriegskunst besteht darin, dafür zu sorgen, daß sich ideologie- und religionsabhängige Hinz- und Kunzbollas gegenseitig abtreiben.
Damit die Freiheit gewinnt.
Jeder gefallene Sunnit und Schiit, dient der Freiheit.
Für jedes Problem gibt es 2 Lösungsansätze:
Den Falschen und den Unsrigen.
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Re: Der Konflikt USA versus Iran

Beitragvon DarkLightbringer » Do 16. Mai 2019, 22:18

unity in diversity hat geschrieben:(16 May 2019, 22:04)

Die richtige Kriegskunst besteht darin, dafür zu sorgen, daß sich ideologie- und religionsabhängige Hinz- und Kunzbollas gegenseitig abtreiben.
Damit die Freiheit gewinnt.
Jeder gefallene Sunnit und Schiiet, dient der Freiheit.

Hamas und Hisbollah ziehen am selben Strang.
Die sind ja nicht doof und wenn sie erkannt haben, dass Europa das schwächste Glied ist, reagieren sie genau darauf.
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Re: Der Konflikt USA versus Iran

Beitragvon Adam Smith » Do 16. Mai 2019, 22:24

Alexyessin hat geschrieben:(16 May 2019, 22:03)

Mit welcher Raketentechnik ? Werde doch mal konkret.


Hier gibt es einen Link.

https://amp-welt-de.cdn.ampproject.org/ ... ichen.html
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Re: Der Konflikt USA versus Iran

Beitragvon unity in diversity » Do 16. Mai 2019, 22:25

DarkLightbringer hat geschrieben:(16 May 2019, 22:18)

Hamas und Hisbollah ziehen am selben Strang.
Die sind ja nicht doof und wenn sie erkannt haben, dass Europa das schwächste Glied ist, reagieren sie genau darauf.

Ich würde Araber gegen Perser hetzen.
Damit wird dem unterschiedlichen Glauben Rechnung getragen, Sunniten vs. Schiiten und dem Rassenwahn.
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Re: Der Konflikt USA versus Iran

Beitragvon Audi » Do 16. Mai 2019, 22:41

Adam Smith hat geschrieben:(16 May 2019, 22:24)

Hier gibt es einen Link.

https://amp-welt-de.cdn.ampproject.org/ ... ichen.html

Und wo sind die auf Europa gerichtet? Ist das nicht eher so

USA schlagen Alarm: "Iran bewegt sein Land immer näher an unsere Truppen heran!"

https://www.der-postillon.com/2019/05/usa-iran.html

:D
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Re: Der Konflikt USA versus Iran

Beitragvon DarkLightbringer » Do 16. Mai 2019, 22:45

unity in diversity hat geschrieben:(16 May 2019, 22:25)

Ich würde Araber gegen Perser hetzen.
Damit wird dem unterschiedlichen Glauben Rechnung getragen, Sunniten vs. Schiiten und dem Rassenwahn.

Wie gesagt, die sind ja nicht doof und kommen auf einen ganz ähnlichen Gedanken.
Sie verbrüdern sich (die Hamas ist sunnitisch) und treiben lieber einen Keil in die Kreuzfahrer-Nationen.
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Re: Der Konflikt USA versus Iran

Beitragvon Iwan der Liebe » Do 16. Mai 2019, 23:21

Audi hat geschrieben:(16 May 2019, 22:41)

Und wo sind die auf Europa gerichtet? Ist das nicht eher so

USA schlagen Alarm: "Iran bewegt sein Land immer näher an unsere Truppen heran!"

https://www.der-postillon.com/2019/05/usa-iran.html

:D


Selbstverständlich, Bewegung ist immer relativ. Und wenn sich US-Kriegsschiffe in Richtung Iran bewegen, dann kann man natürlich dem Iran vorwerfen, sich in Richtung der Schiffe zu bewegen und diese zu bedrohen. :thumbup:

Mal ganz nebenbei, darf man eigentlich "US-Kriegsschiffe" sagen? Ich meine, das Kriegsministerium nennt man ja auch politisch korrekt "Verteidigungsministerium". Sind das "Verteidigungsschiffe" oder "Brunnenbohrschiffe"? :?:
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Re: Der Konflikt USA versus Iran

Beitragvon DarkLightbringer » Do 16. Mai 2019, 23:31

Schiffe befahren Gewässer, das ist tatsächlich nicht ganz untypisch.

Prof. Volker Perthes, der renommierte Leiter der Stiftung Wissenschaft und Politik, sagt im Interview folgendes:

Die amerikanische Strategie hat funktioniert.
https://www.sueddeutsche.de/politik/ira ... -1.4440625

Das bezieht sich auf das Abkommen, von dem das iranische Regime sagt, die Europäer hätten nur noch wohlfeile Worte zu bieten.
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Re: Der Konflikt USA versus Iran

Beitragvon Eulenwoelfchen » Fr 17. Mai 2019, 01:12

DarkLightbringer hat geschrieben:(16 May 2019, 15:24)

Vermutlich wird das Regime eine direkte Konfrontation mit den USA vermeiden, wohl aber die Handlanger-Milizen zu verstärkten Aktivitäten anregen - im Jemen, Gaza oder sonstwo.
Spannend wird es dann, wenn das an Europa gestellte Ultimatum abläuft.
Und die Frage ist, was tun die Ayatollahs, wenn das Geld einfach nicht mehr für alles reicht. An der Bevölkerung wird ja schon länger eisern gespart, aber Milizen überall, Raketenbau und dann noch Nuklearspielereien, das dürfte weiterhin kostspielig sein.


Das ist wohl das realistischste Szenario, dass Sie hier kurz umrissen haben. Ich glaube auch, dass sich dir iran. Mullahs nicht in eine offene militärische Auseindandersetzung mit den USA wagen, sondern mehr die
z.B. von Putins Rußland vorgemachte, anonymisierte Kriegs- bzw. Guerillataktik anwenden. Die man dann hochoffiziell als Beteiligter abstreitet, begleitet von einem digitalen und institutionellen Propagandafeldzug (UNO und Unterorganisationen, NGOs usw.).

Wieweit die knallharten Wirtschaftssanktionen der USA das Land und vor allem die Menschen des Iran in eine immer katastrophalere existenzielle Notsituation bringen, die dann von innen heraus das Mullahregime den Diktatorenkopf kosten könnte, ist meiner Meinung nach offen. In der Vergangenheit war jedenfalls das Ergebnis, dass der eiserne Griff der Mullah-Diktatur jeden Aufstand gnadenlos und mit voller Gewalt niederschlug.

Ob die USA letztlich einen Regimechange über die wirtschaftliche Knebelschiene anstreben oder "nur" neue Verhandlungsbereitschaft des Iran in Sachen Atomdeal und weitergehender Vereinbarungen (wie von Ischinger beschrieben) erzwingen wollen, bleibt unklar. Aktuell tippe ich, auch unter Berücksichtigung des nicht unbedingt begeisternden IQ von Trump und seiner generellen politischen Gangart als TRUMPeltier, eher auf ersteres.

Allerdings hört man zu konkreteren Inhalten neuer Verhandlungen, die auch Substanz hätten, etwa wie Ischingers Denkanstöße, die auch tatsächlich Verhandlungen mit inhaltlich sinnvoller Verhandlungsmasse füllen würden seitens der Trump-Regierung nichts, was den Rest der Welt dafür mitnehmen könnte. Wohl auch deshalb, weil das Prinzip "America first" keine Berücksichtigung von Lösungen vorsieht, die nicht zum ausschließlichen Vorteil der Trump-definierten USA führen. Wobei diese United States of America des Donald Trump und seiner Politfalken nicht die USA generell sind, sondern leider eine Ausblühung direkt aus der Klooschüssel, die es irgendwie geschafft hat, politischen Durchfall nicht in die Kanalisation zu spülen, sondern diesen auf allen wichtigen politischen Tischen zu verteilen, wie ein schmerzfreier Monsanto-Güllbauer seinen obskuren Dünger auf leidtragende EU-Wiesen und -Felder.

Und wie das immer so ist, die ganze Welt muss dann irgendwie mit dieser G.W.Bush- und Donald Trump-verursachten politischen Umweltverseuchung und ihren Langfristfolgen leben. Samt Chlorhühnchen und "freedom fries".
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Re: Der Konflikt USA versus Iran

Beitragvon unity in diversity » Fr 17. Mai 2019, 06:51

Cobra9 hat geschrieben:(16 May 2019, 18:43)

Wie kommst Du jetzt darauf das der Verteidigungsfall ausgelöst würde wegen dem Iran ?

Ist doch Blödsinn. Was Deutschland machen sollte wäre den noch vorhandenen Einfluss auf beide Seiten zu nutzen um einen Kompromiss eventuell zu erzielen.

Raushalten sollte man sich aus jeglichem Konflikt soweit möglich. Einzige Ausnahme eventuell deutsche Schiffe zu schütze

Vielleicht haben Russland und China rote Linien markiert, bei deren Überschreitung aus dem kaspischen Meer etwas in Richtung persischen Golf und indischen Ozean geschossen wird. Ziel sind Flugzeugträger, wobei die Trefferwahrscheinlichkeit ziemlich hoch ist.
Dann muß Europa Farbe bekennen. Das war es dann mit der menschlichen Zivilisation. Mit solchen Aussichten bricht weltweit jede staatliche Ordnung zusammen.
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Re: Der Konflikt USA versus Iran

Beitragvon DarkLightbringer » Fr 17. Mai 2019, 08:46

Eulenwoelfchen hat geschrieben:(17 May 2019, 01:12)

Das ist wohl das realistischste Szenario, dass Sie hier kurz umrissen haben. Ich glaube auch, dass sich dir iran. Mullahs nicht in eine offene militärische Auseindandersetzung mit den USA wagen, sondern mehr die z.B. von Putins Rußland vorgemachte, anonymisierte Kriegs- bzw. Guerillataktik anwenden. Die man dann hochoffiziell als Beteiligter abstreitet, begleitet von einem digitalen und institutionellen Propagandafeldzug (UNO und Unterorganisationen, NGOs usw.).
(...)

Die iranische Außenpolitik wird schlicht unerschwinglich, Kürzungen für Milizen in Syrien sollen bereits erfolgt sein.

Iran habe durch die Ölsanktionen schon zehn Milliarden Dollar verloren, bilanzierte Hook im März.
https://www.sueddeutsche.de/politik/usa ... -1.4439277

Der israelische Premier rechnete vor, 2017 habe das Regime vom Nuklearabkommen profitiert und durch erhöhte Ölförderung über 40 Milliarden Dollar erhalten.
Ein Großteil des Geldes sei dann direkt in den Terrorismus geflossen, der andere Teil in die Taschen hochrangiger Beamter.

Die Drohung, mit Ablauf des Ultimatums die höhere Urananreicherung aufzunehmen, ist ein ernstes Problem.
Dennoch sind die europäischen Vertragspartner kaum in der Lage, dem Iran gute Einnahmen zu garantieren. Überdies wäre es fatal, einer Nuklearerpressung zu folgen.
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Re: Der Konflikt USA versus Iran

Beitragvon Adam Smith » Fr 17. Mai 2019, 09:04

unity in diversity hat geschrieben:(17 May 2019, 06:51)

Vielleicht haben Russland und China rote Linien markiert, bei deren Überschreitung aus dem kaspischen Meer etwas in Richtung persischen Golf und indischen Ozean geschossen wird. Ziel sind Flugzeugträger, wobei die Trefferwahrscheinlichkeit ziemlich hoch ist.
Dann muß Europa Farbe bekennen. Das war es dann mit der menschlichen Zivilisation. Mit solchen Aussichten bricht weltweit jede staatliche Ordnung zusammen.


Erstens haben die USA noch nicht mal Assad angegriffen. Nur Hillary Clinton hätte das gemacht. Zweitens mischen sich die Chinesen leider nirgends ein. Drittens möchte die russische Bevölkerung keinen Krieg. Putin wäre dann aus dem Amt.
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Re: Der Konflikt USA versus Iran

Beitragvon zollagent » Fr 17. Mai 2019, 09:17

unity in diversity hat geschrieben:(17 May 2019, 06:51)

Vielleicht haben Russland und China rote Linien markiert, bei deren Überschreitung aus dem kaspischen Meer etwas in Richtung persischen Golf und indischen Ozean geschossen wird. Ziel sind Flugzeugträger, wobei die Trefferwahrscheinlichkeit ziemlich hoch ist.
Dann muß Europa Farbe bekennen. Das war es dann mit der menschlichen Zivilisation. Mit solchen Aussichten bricht weltweit jede staatliche Ordnung zusammen.

Die "hohe Trefferwahrscheinlichkeit" leitest du woraus ab?
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Re: Der Konflikt USA versus Iran

Beitragvon odiug » Fr 17. Mai 2019, 09:20

Adam Smith hat geschrieben:(17 May 2019, 09:04)

Erstens haben die USA noch nicht mal Assad angegriffen. Nur Hillary Clinton hätte das gemacht. Zweitens mischen sich die Chinesen leider nirgends ein. Drittens möchte die russische Bevölkerung keinen Krieg. Putin wäre dann aus dem Amt.

Erstens stimmt deine erste Behauptung schon nicht : https://de.wikipedia.org/wiki/Luftangri ... %CA%BFirat
Und zweitens, ich finde es schon befremdlich, was Hillary so alles unterstellt wird.
Auf der einen Seite wird ihr vorgeworfen, nach Bengazi nicht mit einem Militärschlag reagiert zu haben und auf der anderen Seite wird ihr Kriegstreiberei in allen möglichen und unmöglichen Szenarien unterstellt ... irgendwie passt das nicht zusammen.
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Re: Der Konflikt USA versus Iran

Beitragvon King Kong 2006 » Fr 17. Mai 2019, 09:25

Trump braucht eine Exit-Strategie.

Er ist zwar ein big mouth und ein bully, aber wenn es hart wird kneift er. Wie erfolgreich während des Vietnamkrieges. Wenn es mit Sprüchen gegen Kriegsveteranen und Behinderte geht, ist er sehr mutig mit seinen finanziellen Erbe und seinem Amt + Establishment im Rücken. Bei Staaten und Staatengruppen funktioniert das nicht. Das sah man exemplarisch mit Nordkorea. Dort muß er dann anschließend seinen ganzen diplomatischen Intellekt einsetzen. D.h., seine Performance pendelte zwischen hysterisch (totale Vernichtung) und kitschiger Unterwürfigkeit (Verehrung von Kim).

Er hat systematisch fähige Berater rausgeschmissen bzw. die haben das Handtuch geworfen. Hardliner wie Bolton haben systematisch daran gearbeitet an ihn heranzukommen. Gerade Bolton wurde lange Zeit von ihm ferngehalten. Dazu kommt, das Trump wie andere Staatsführer der Geschichte gerne dynastisch Familienmitglieder in Posten steckt. In der Annahme, sie wären loyal. Kompetent bedeutet das nicht. Nämlich Kushner. Der enge familiäre Verbindungen zu Netanjahu unterhält. Die Dankesbekundungen von Bibi an Trump bei all seinen Aktionen spricht ja für sich selbst. Kurzum, Trump hat Versprochen weniger zu kämpfen. Das Problem: Wer so eine große Klappe hat und immer provoziert und sich solche Berater bewußt anschafft und andere vergrault, weil er das nicht hören mag, was sie sagen, der kann sich nicht herausreden "das alles nicht gewollt zu haben".

Trump ist ein Pokerspieler, irgendwann muß er nach bluffen und reizen mal zeigen. Das merkt er jetzt. Sonst droht ein immenser Gesichtsverlust. Das geht zwar auf Kosten von vielen, aber das dürfte ihm egal sein. Langsam dämmert es dem Absolventen eines Demenztestes wohl...

Trump's irritation with top aides grows over Iran strategy

https://edition.cnn.com/2019/05/16/poli ... index.html


Aber wie gesagt, er hat dafür die Straße gepflastert. Mit seinen "Top Aides".

Das geht denselben Weg wie seinerzeit Bush. Der Verstand dann die Welt nicht mehr. Sprichwörtlich. Weil alle fragten, wann er denn in den Krieg ziehen wolle. Er verstand all den "Krach" (Noise) überhaupt nicht. Wer wolle denn in den Krieg ziehen? Das Problem? Damit hatte er Entwicklungen in Gang gebracht, die Erweiterung des iranischen Atomprogramms und Allianzbildungen Irans für den Verteidigungsfall, das dann für Obama eine 13jährige (in der Summe) Verhandlungsnuss wurde. Die Trump jetzt demoliert hat.
Wenn man zuviel weiß, wird es immer schwieriger, einfache Entscheidungen zu treffen.
Wissen stellt eine Barriere dar, die einen daran hindert, etwas in Erfahrung zu bringen.
- Frank Herbert, Die Kinder des Wüstenplaneten
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Re: Der Konflikt USA versus Iran

Beitragvon Adam Smith » Fr 17. Mai 2019, 09:34

odiug hat geschrieben:(17 May 2019, 09:20)

Erstens stimmt deine erste Behauptung schon nicht : https://de.wikipedia.org/wiki/Luftangri ... %CA%BFirat
Und zweitens, ich finde es schon befremdlich, was Hillary so alles unterstellt wird.
Auf der einen Seite wird ihr vorgeworfen, nach Bengazi nicht mit einem Militärschlag reagiert zu haben und auf der anderen Seite wird ihr Kriegstreiberei in allen möglichen und unmöglichen Szenarien unterstellt ... irgendwie passt das nicht zusammen.


Zu Hillary Clinton gibt es hier Links.

viewtopic.php?f=24&t=68064&p=4430062&hilit=Hillary#p4430062
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Re: Der Konflikt USA versus Iran

Beitragvon Eulenwoelfchen » Fr 17. Mai 2019, 09:46

DarkLightbringer hat geschrieben:(16 May 2019, 23:31)

Schiffe befahren Gewässer, das ist tatsächlich nicht ganz untypisch.

Prof. Volker Perthes, der renommierte Leiter der Stiftung Wissenschaft und Politik, sagt im Interview folgendes:

https://www.sueddeutsche.de/politik/ira ... -1.4440625

Das bezieht sich auf das Abkommen, von dem das iranische Regime sagt, die Europäer hätten nur noch wohlfeile Worte zu bieten.


Der Mann gilt ja nicht nur als Kenner, sondern auch als DER oder einer der maßgeblichsten Berater der Bundesregierung in Sachen Nahost/Middle east.

Im von Ihnen eingestellten Artikel ist mir eine Formulierung des Herrn Sicherheitsberaters besonders aufgefallen in Bezug auf neue Verhandlungen und erweiterte Themen
zwischen Iran und USA, um den Konflikt beizulegen und ggf. auch ein neues Atomabkommen inkl. tatsächlich wirksamer Kontrollmechanismen auf den Weg zu
bringen, die sicherstellen, dass Iran weder weiterhin an Technologien oder direkt an einem klammheimlichen Atomprogramm weiterarbeitet, das mit
dem Verweis auf Belange der Nationalen Sicherheit - wie im bisherigen Atomabkommen festgeschrieben - vor Kontrollen seitens Iran geschützt werden kann,
resp. der Zugang für Kontrolleure seitens Iran verweigert werden kann.

Prof. Perthes dazu:
Dann reden wir aber auch darüber...was Israel im Gazastreifen macht oder im Westjordanland - und über Jerusalem. Diese Liste lässt sich fortsetzen. ...

Jetzt stellt sich die Frage, was Herr Perthes darunter versteht, wenn er sagt, "was Israel in Gaza und dem Westjordanland macht. Und was mit Jerusalem sei".
Und wie er genau diese von ihm "leicht sybillinisch" formulierten Sachverhalte der Bundesregierung im Klartext erkärt.

Hat da einer etwa zuviel Propalästinensisches Weihwasser getrunken, oder andersherum, ist dieser Prof. Perthes jemand, der Israel ebenso wie
der ehemalige BMA Gabriel als Besatzer und Apartheidsregime sieht, das einseitig und eindeutig (als Schuldiger und Friedenslösungsverhinderer) Gaza zum Gefängnis macht?
Mit unverhältnismäßigen, militärischen Mitteln maltretiert. Oder in der Westbank den dortigen Palästinensern buchstäblich das "Wasser" abgräbt,
ihr Land illegal besiedelt und generell gar nicht an einer Friedenslösung, schon gar nicht an einer Zweistaatenlösung interessiert sei?

Sondern die Palästinenser lieber wirtschaftlich und militärisch niederwalzt und an einer ganz kurzen Leine hält, deren Länge natürlich nur
Israel bestimmt. Um hier nur ein paar jener Argumentationslinien anzureissen, die nur zu gerne Israel - zumindest hinter vorgehaltener Hand -
nicht nur national, sondern auch innerhalb der EU oder der UNO in genau diesem Beurteilungs- oder präziser formuliert - Verurteilungslicht sieht...?

Ich kann mich des unguten Gefühls nicht erwehren, dass es genau diese Sorte sog. Berater sind, die sich nicht nur D, sondern auch die EU insgesamt leistet und leider auf diese hört,
und die politische Handlungslinie entlang dieser einseitigen, Schuldzuweisungschublade ausgerichtet wird. Mangels eigenen Willens oder Fähigkeiten zu objektiven Analysen und entsprechend daraus
resultierender, realistischer Bewertung der Faktenlage und sich ergebender logischer Konsequenzen für die politische Positionierung.

Im Zusammenhang mit Iran wäre sowieso fragen, warum und wieso bei Verhandlungen zwischen USA und Iran von iranischer Seite
das, was Israel in "Gaza macht ...oder der Westbank ... oder in Jerusalem" (um diese merkwürdige Formulierung des Herrn Perthes nochmals aufzugreifen), den Iran überhaupt etwas angeht? - Iran ist kein arabisches Land,
sondern persisch.

Selbst hinsichtlich der religiösen Unterschiede - einerseits das schiitische Persien und auf der anderen Seiten die ganzen
Terroristencliquen von Hezbollah, Islami Jihad, PFLP, besonders auch Hamas bis hin zum durch das EU-Parlament geadelten Antisemiten "inspiring Abbas", die allesamt nicht gerade als Hort des schiitischen Islam auffallen.

Was also soll das Thema Israel / Palästinenser bei diesen Verhandlungen? Mit welcher Berechtigung und Begründung mischt sich da Iran
in etwas ein, was ihn weder betrifft noch irgendetwas angeht?

Ausser dem Umstand, dass die abgefeimte Drohkulisse und Terrorunterstützung des Iran für sunnitische oder andersreligiöse Verbrechercliquen wie in Syrien Assad, die
die Vernichtung Israels wollen, als Verhandlungsmasse dafür dient, auf anderen Gebieten für Iran politisches Erpressungspotential
zu bieten. Das man aufbaute und intensiv pflegt, um proiranische Interessen -bei welchen Verhandlungen auch immer-
durchzusetzen, mit der dann iranischen Gegenleistung, Israel künftig in Ruhe zu lassen und die ganzen Terrorcliquen nicht
weiter mit Geld und Raketen, miltiärischer Logistik, anonymen Kampftruppen etc. zu versorgen. Damit diese gedungenen Mordbrenner auf palästinensischer Seite den Staat Israel und seine
Menschen attackieren, in Angst und Schrecken versetzen und möglichst wahllos ermorden können. Egal, ob Soldat oder Kinder auf dem
Schulweg.

Schon merkwürdig, was sich da in den oft verborgenen politischen Hinterstübchen und " Denkfabriken" an political dirty dancing abspielen könnte und ...dürfte.
Wie im Falle der Beratung der Bundesregierung. Mir erscheint dieser Prof. Perthes als jemand, den man in Italien als "ambiguo" bezeichnen würde.
Egal, welche Renommée-Fama ihn nach aussen hin mit dem Heiligenschein des objektiven Experten umhüllt.

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