Macron und die Folgen

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Audi
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Re: Macron und die Folgen

Beitragvon Audi » So 10. Feb 2019, 20:19

DarkLightbringer hat geschrieben:(10 Feb 2019, 20:08)

Wie schon gesagt - wenn man es so macht, dass es den Krieg ins Unrentable bringt, könnte es dabei helfen, das Aggressionspotential zu mindern.
Ein Experte der Shberbank prognostizierte die Unrentabilität, er wurde aber entlassen.

Meiner persönlichen Meinung nach aber sollte die Russische Föderation gezwungen werden, sich zu entscheiden, ob es Krieg gegen Europa führen will oder eben nicht.
Und wenn ja, sollte es nicht mal Bakschisch geben.

Also bringt die NS2 den Krieg ins unrentable? Wo ist dann dein Problem?
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DarkLightbringer
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Re: Macron und die Folgen

Beitragvon DarkLightbringer » So 10. Feb 2019, 20:45

Audi hat geschrieben:(10 Feb 2019, 20:19)

Also bringt die NS2 den Krieg ins unrentable? Wo ist dann dein Problem?

Kann ich so nicht sagen, ich bin an der Planung nicht beteiligt.
Aber wenn ich daran beteiligt wäre, bliebe es sicherlich unrentabel. ;)
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imp
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Re: Macron und die Folgen

Beitragvon imp » Mo 11. Feb 2019, 13:23

Audi hat geschrieben:(10 Feb 2019, 19:58)

"Am besten, wir finanzieren beide Kriegspartner, sowohl den Angreifer wie auch den Angegriffenen."

Ich dachte Russland zahlt da drauf? Hast du das nicht vorhin gepostet? Also ist doch die Pipeline gut und zieht Moskau das Geld für Krieg aus der Tasche. Ich habe dich auf deinen propagandistischen Fehler hingewiesen, du bist lernresistent :rolleyes:

Es ist nicht so richtig konsistent. Man soll kein Gas aus Russland haben und das soll dann durch die Ukraine kommen ;)
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Re: Macron und die Folgen

Beitragvon schokoschendrezki » Mo 11. Feb 2019, 14:25

Vielleicht werden bei NS2 die technischen Aspekte ein wenig vernachlässigt. Ich habe neulich ein Interview mit dem technischen Leiter in Lubmin gehört, der das ein wenig erklärte. LNG nur wenige Kilometer weiter in Swinemünde schön und gut. Aber die Anlieferung von Flüssiggas per Schiff ist verglichen mit einer nagelneuen Erdgasleitung so etwas von ineffizient. Und bezeichnenderweise dämpft der zweite große Lieferant Norwegen selbst die Hoffnungen. Größere Ausfuhrsteigerungen werden nicht mehr möglich sein. Die Entscheidung gegen NS2 würde ich prinzipiell selbst auch befürworten. Aber es wäre vor allem eine Entscheidung fürs Energiesparen bzw. auch für höhere Energiepreise.
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Re: Macron und die Folgen

Beitragvon imp » Mo 11. Feb 2019, 14:33

schokoschendrezki hat geschrieben:(11 Feb 2019, 14:25)

Vielleicht werden bei NS2 die technischen Aspekte ein wenig vernachlässigt. Ich habe neulich ein Interview mit dem technischen Leiter in Lubmin gehört, der das ein wenig erklärte. LNG nur wenige Kilometer weiter in Swinemünde schön und gut. Aber die Anlieferung von Flüssiggas per Schiff ist verglichen mit einer nagelneuen Erdgasleitung so etwas von ineffizient. Und bezeichnenderweise dämpft der zweite große Lieferant Norwegen selbst die Hoffnungen. Größere Ausfuhrsteigerungen werden nicht mehr möglich sein. Die Entscheidung gegen NS2 würde ich prinzipiell selbst auch befürworten. Aber es wäre vor allem eine Entscheidung fürs Energiesparen bzw. auch für höhere Energiepreise.

Höhere Preise machen dein Haus im Winter nicht warm und in der Nacht deine Lampe nicht an. Die beste Knappheit ist die, die man nicht hat. Wir haben extrem gute Voraussetzungen, doch wir müssen sie auch nutzen: Weg mit der Kohle, her mit dem sauberen Gasbrenner. Ja zu der Kraft der zwei Rohre, aber deshalb LNG nicht gleich verwerfen. Das Ziel muss sein, als nächstes dann immer weniger Erdgas zu brauchen. Aber vorher müssen Atom, Kohle und - mittelbar - Deponiegas weg.
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Re: Macron und die Folgen

Beitragvon Audi » Mo 11. Feb 2019, 15:44

schokoschendrezki hat geschrieben:(11 Feb 2019, 14:25)

Vielleicht werden bei NS2 die technischen Aspekte ein wenig vernachlässigt. Ich habe neulich ein Interview mit dem technischen Leiter in Lubmin gehört, der das ein wenig erklärte. LNG nur wenige Kilometer weiter in Swinemünde schön und gut. Aber die Anlieferung von Flüssiggas per Schiff ist verglichen mit einer nagelneuen Erdgasleitung so etwas von ineffizient. Und bezeichnenderweise dämpft der zweite große Lieferant Norwegen selbst die Hoffnungen. Größere Ausfuhrsteigerungen werden nicht mehr möglich sein. Die Entscheidung gegen NS2 würde ich prinzipiell selbst auch befürworten. Aber es wäre vor allem eine Entscheidung fürs Energiesparen bzw. auch für höhere Energiepreise.

So ist es. Erkläre mal den Verbrauchern wieso die mehr zahlen müssen damit Polen und die Ukraine einen schöneren Staatshaushalt hat :rolleyes:
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Re: Macron und die Folgen

Beitragvon Europa2050 » Mo 11. Feb 2019, 19:13

Audi hat geschrieben:(11 Feb 2019, 15:44)

So ist es. Erkläre mal den Verbrauchern wieso die mehr zahlen müssen damit Polen und die Ukraine einen schöneren Staatshaushalt hat :rolleyes:


Ich sag’s mal mit Lenin, einem Kenner der Szene: „Die Kapitalisten werden uns noch den Strick verkaufen, mit dem wir sie aufknüpfen.“

Putin hat seit 2011 keine Gelegenheit ausgelassen, die EU zu schädigen.
Von der Unterstützung EU-feindlicher Politiker von Le Pen bis AfD über das Agieren für Brexit und Trump über Lawrows Fake-Story um „unser Mädchen Lisa“ und das Anheizen des 2015er Flüchtlingsstromes nach Europa durch gezielte Bombardements der russischen Luftwaffe in Syrien.

Die Evidenz ist unübersehbar. Erfolgreiche, vereinte und wohlhabende Europäer in Nachbarschaft sind einfach marketingmässig schlecht für Putins Standing im Inland.

Ja, wir brauchen das russische Gas. Aber so wenig wie möglich und für den russischen Staatshaushalt so ertragsarm wie möglich.
Wegen Lenin. Du weisst schon ...
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stolz auf Dinge zu sein, die Du nie getan hast und
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Re: Macron und die Folgen

Beitragvon Audi » Mo 11. Feb 2019, 20:09

Europa2050 hat geschrieben:(11 Feb 2019, 19:13)

Ich sag’s mal mit Lenin, einem Kenner der Szene: „Die Kapitalisten werden uns noch den Strick verkaufen, mit dem wir sie aufknüpfen.“

Putin hat seit 2011 keine Gelegenheit ausgelassen, die EU zu schädigen.
Von der Unterstützung EU-feindlicher Politiker von Le Pen bis AfD über das Agieren für Brexit und Trump über Lawrows Fake-Story um „unser Mädchen Lisa“ und das Anheizen des 2015er Flüchtlingsstromes nach Europa durch gezielte Bombardements der russischen Luftwaffe in Syrien.

Die Evidenz ist unübersehbar. Erfolgreiche, vereinte und wohlhabende Europäer in Nachbarschaft sind einfach marketingmässig schlecht für Putins Standing im Inland.

Ja, wir brauchen das russische Gas. Aber so wenig wie möglich und für den russischen Staatshaushalt so ertragsarm wie möglich.
Wegen Lenin. Du weisst schon ...

Die EU versucht Russland genau so zu schaden vor allem seit dem Osteuropa dabei ist

Russland hat ganz bestimmt nicht gezielt Flüchtlinge zu uns getrieben. Sein fehler war anscheinend Alle Islamisten wie z.B. Al Nusra zu bomben. Da kann Putin ncihts dafür mit wem der Westen ins Bett steigt. Aber wie hat Putin gezielt gebombt damit Flüchtlinge nach Europa kommen :D Während die westlichen medien geheult haben: "Putin greift ha nicht nur den IS an" gab es zig andere Islamisten Gruppen in Syrien. Siehe jetzt Idlib. Russland hat inder syrien Operation alles richtig gemacht. Und IMMER wenn es den Islamisten an den hals ging hat der westen seine Propaganda hochgefahren

Wenn Russland mehr Gas durch Polen und Ukraine pumpen würde, würde kein Hahn danach krähen weil ja man dazu verdient nicht wahr?
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Re: Macron und die Folgen

Beitragvon schokoschendrezki » Di 12. Feb 2019, 10:36

Audi hat geschrieben:(11 Feb 2019, 15:44)

So ist es. Erkläre mal den Verbrauchern wieso die mehr zahlen müssen damit Polen und die Ukraine einen schöneren Staatshaushalt hat :rolleyes:

Zumindest im Falle von Polen dürften die Motive eher "Unabhängigkeit von Russland" als "schönerer Staatshaushalt" sein.

Das Problem ist vielleicht komplizierter als man erstmal denkt. Auf der einen Seite ist etwa LNG-Erdgas aus Katar, das im polnischen Swinemünde per Schiff anlandet im Endeffekt ziemlich teuer im Vergleich zu russischem Erdgas für Deutschland. Auf der anderen Seite gestaltet das russische Unternehmen Gazprom die Preise nicht einfach nur nach Angebot und Nachfrage sondern auch nach den Alternativmöglichkeiten des Endkunden. Mit Abstand am meisten müssen für russisches Erdgas ziemlich arme Länder wie Nordmazedonien oder Bosnien bezahlen. Mazedonien: 564 Dollar pro 1000 Kubikmeter. Das reiche Deutschland bekommt dieselbe Menge für lediglich 379 Dollar. UK sogar für nur 313 Dollar. Das heißt: Russland erpresst gnadenlos die Endkunden, die sich von russischen Gaslieferungen abhängig gemacht haben. Insofern ist eine Diversifizierung durchaus sinnvoll. Wenn man es nüchtern und ökonomisch betrachtet, müsste man massiv diversifizieren und gleichzeitig massiv in Russland Erdgas kaufen.
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Re: Macron und die Folgen

Beitragvon Orbiter1 » Di 12. Feb 2019, 10:52

schokoschendrezki hat geschrieben:(12 Feb 2019, 10:36)

Wenn man es nüchtern und ökonomisch betrachtet, müsste man massiv diversifizieren und gleichzeitig massiv in Russland Erdgas kaufen.
Aber genau das passiert doch in Deutschland. Neben Nordstream 2 kommt z. B. ja auch noch das große LNG-Terminal in Brunsbüttel. https://www.zeit.de/news/2019-02/11/ber ... doc-1db8se Das Deutschland wg Nordstream 2 von Russland erpresst werden könnte ist kompletter Unsinn. Ist aber jetzt alles ziemlich OT, eigentlich geht`s hier um Macron.

Edit:
"Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) geht von zwei neuen Terminals in Deutschland zum Import von Flüssigerdgas (LNG) etwa aus den USA aus. "Ich bin zuversichtlich, dass mindestens zwei Terminals gebaut werden", so Altmaier. Zuvor war nur vom Bau eines Terminals die Rede gewesen." / Quelle: Guidants News https://news.guidants.com
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Re: Macron und die Folgen

Beitragvon H2O » Fr 15. Feb 2019, 14:48

Präsident Macron hatte mit einem Vertrauen erweckendem Wahlprogramm und starken europäischen Verheißungen die französische Staatspräsidentschaft gesichert. Das stärkste davon war noch, das Gespräch mit dem französischen (europäischen) Bürger suchen zu wollen. Das ist immer eine schwierige Zirkusnummer. Das Wahlergebnis war so gut, daß Präsident Macron offenbar "durchregieren" wollte.

Die Gelbhemden haben ihm diese Art des Regierens nun unmöglich gemacht; sie sind auch nicht mehr gewillt (70% Mehrheit) dieses Gespräch zu führen. Das versprochene europäische Gespräch nicht nicht begonnen, das unter Druck als Abhilfe gedachte Gespräch unmöglich. Schade, von dem Machtwechsel in Frankreich hatte ich mir für Europa mehr erhofft.
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Re: Macron und die Folgen

Beitragvon Senexx » So 17. Feb 2019, 20:18

Sie hatten sich vom "Machtwechsel" in Frankreich was erhofft.

Dazu gibt es zwei Dinge zu sagen:

1. In F hat es keinen Machtwechsel gegeben. Die ENArchen herrschen weiter.

2. Wie kann man auf die absurde Idee kommen, sich von F was für Europa zu erhoffen?

F ruht in sich selbst und ist nur an sich selbst interessiert.
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Re: Macron und die Folgen

Beitragvon H2O » So 17. Feb 2019, 20:31

Mir ist in meinen sämtlichen Begegnungen mit Franzosen der gebildeten Klassen beruflich und privat nicht einer begegnet, der nicht der europäischen Einigung das Wort geredet hätte. Daß französischen Politikern das Wohl ihres Landes und ihrer Wähler dabei nicht gleichgültig sein kann, das halte ich für völlig normal. Wenn es zu Gesprächen kommt, die den nationalen Rahmen verlassen, dann muß man diese Punkte offen ansprechen und gemeinsame Lösungen suchen, die jeder "zu Hause" als seinen kleinen Erfolg vorzeigen kann.

Wenn Franzosen und Frankreich so sehr "in sich selbst" ruhten, dann hätten wir die EU nie und nimmer so weit voran bringen können.
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Re: Macron und die Folgen

Beitragvon Senexx » So 17. Feb 2019, 22:37

H2O hat geschrieben:(17 Feb 2019, 20:31)

Mir ist in meinen sämtlichen Begegnungen mit Franzosen der gebildeten Klassen beruflich und privat nicht einer begegnet, der nicht der europäischen Einigung das Wort geredet hätte.

Es ist zu begrüßen, daß Sie schon einmal Franzosen begegnet sind.

Aber Ihre Primärerfahrungen sind hier irrelevant. N=1, würde der Soziologe sinnbildlich sagen, auch wenn N>1.

Daß französischen Politikern das Wohl ihres Landes und ihrer Wähler dabei nicht gleichgültig sein kann, das halte ich für völlig normal. Wenn es zu Gesprächen kommt, die den nationalen Rahmen verlassen, dann muß man diese Punkte offen ansprechen und gemeinsame Lösungen suchen, die jeder "zu Hause" als seinen kleinen Erfolg vorzeigen kann.


Ja, und wir fassen uns alle bei den Händen und singen gemeinsam.

Wenn Franzosen und Frankreich so sehr "in sich selbst" ruhten, dann hätten wir die EU nie und nimmer so weit voran bringen können.


Ich bin mir nicht sicher, ob Ihnen die Entstehungsgeschichte, die Genese der Europäischen Gemeinschaften und deren Fortgang wirklich präsent sind. Von de Gaulle soll der Spruch stammen, Länder hätten keine Freunde, sondern Interessen.

Und von François Mauriac ist der Spruch überliefert, den Mitterand gerne zitiert haben soll, als er Widerstand gegen die Wiedervereinigung leistete

Ich liebe Deutschland. Ich liebe es so sehr, daß ich zufrieden bin, weil es gleich zwei Deutschland gibt
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Re: Macron und die Folgen

Beitragvon H2O » So 17. Feb 2019, 22:57

Senexx hat geschrieben:(17 Feb 2019, 22:37)

Es ist zu begrüßen, daß Sie schon einmal Franzosen begegnet sind.

Aber Ihre Primärerfahrungen sind hier irrelevant. N=1, würde der Soziologe sinnbildlich sagen, auch wenn N>1.


Das hohe Roß steht Ihnen gar nicht gut! Ich sehe auf fast 50 Jahre meist sehr enger Zusammenarbeit zurück. Allerdings meist Berufskollegen mit hoher Qualifikation.

Ja, und wir fassen uns alle bei den Händen und singen gemeinsam.

Erwischt, tatsächlich; hat zu später Stunde übrigens allseits Spaß gemacht.

Ich bin mir nicht sicher, ob Ihnen die Entstehungsgeschichte, die Genese der Europäischen Gemeinschaften und deren Fortgang wirklich präsent sind. Von de Gaulle soll der Spruch stammen, Länder hätten keine Freunde, sondern Interessen.

Richtig; und diese Interessen kann man ausleben oder ausgleichen. Ich bin für den Ausgleich und die Zusammenarbeit, so weit das irgendeinen Sinn ergibt. Dabei kommt für beide mehr heraus. Meine französischen Partner sahen das auch so.

Und von François Mauriac ist der Spruch überliefert, den Mitterand gerne zitiert haben soll, als er Widerstand gegen die Wiedervereinigung leistete

Solche Sprüche haben uns nicht geschadet; sie sind geprägt von schlechten Erfahrungen in zwei Weltkriegen. Ganz schnell vergessen und eine bessere gemeinsame Zukunft ansteuern. Ich habe erfahren, daß das möglich ist. Es gibt keinen Grund, in diesen Bemühungen nach zu lassen.
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Re: Macron und die Folgen

Beitragvon Senexx » So 17. Feb 2019, 23:06

H2O hat geschrieben:(17 Feb 2019, 22:57)

Das hohe Roß steht Ihnen gar nicht gut! Ich sehe auf fast 50 Jahre meist sehr enger Zusammenarbeit zurück. Allerdings meist Berufskollegen mit hoher Qualifikation.

Von welchen hohen Ross sprechen Sie?

Sie argumentieren doch, mit welch wichtigen Menschen Sie so Kontakt hatten. Sie versuchen doch, auf ein hohes Ross zu steigen.

Ich habe zu meinen Kontakten überhaupt nichts gesagt. Vielleicht könnte ich auf ein viel höheres Ross steigen? Es fiele mir doch im Traum niemals ein, in einen Schwanzlängenvergleich einzusteigen.

Ich habe argumentiert, dass Primärerfahrungen völlig irrelevant sind. Das war ein sozialwissenschaftliches Argument.

Selbstverständlich dürfen Sie ins Anekdotenhafte verfallen.

Ich ziehe wissenschaftliche Analyse vor.
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Re: Macron und die Folgen

Beitragvon H2O » So 17. Feb 2019, 23:23

Senexx hat geschrieben:(17 Feb 2019, 23:06)

Von welchen hohen Ross sprechen Sie?

Sie argumentieren doch, mit welch wichtigen Menschen Sie so Kontakt hatten. Sie versuchen doch, auf ein hohes Ross zu steigen.

Ich habe zu meinen Kontakten überhaupt nichts gesagt. Vielleicht könnte ich auf ein viel höheres Ross steigen? Es fiele mir doch im Traum niemals ein, in einen Schwanzlängenvergleich einzusteigen.

Damit bewegen Sie sich hin zur Unverschämtheit! Was habe ich gesagt: Daß ich mit Dumpfbacken wenig Kontakt hatte. Mit denen können Sie sich gern in Vergleichen üben.

Ich habe argumentiert, dass Primärerfahrungen völlig irrelevant sind. Das war ein sozialwissenschaftliches Argument.

Selbstverständlich dürfen Sie ins Anekdotenhafte verfallen.

Die Sache mit dem Argument werden nur Sie allein verstehen. Ich muß mich auf das verlassen, was ich selbst wahrgenommen und erfahren habe. Das hat sich bewährt.
Ich ziehe wissenschaftliche Analyse vor.
Mit solchen Redensarten bewegen Sie politisch gar nichts.
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Re: Macron und die Folgen

Beitragvon Orbiter1 » Mo 18. Feb 2019, 06:23

H2O hat geschrieben:(17 Feb 2019, 20:31)

Mir ist in meinen sämtlichen Begegnungen mit Franzosen der gebildeten Klassen beruflich und privat nicht einer begegnet, der nicht der europäischen Einigung das Wort geredet hätte.
Das entspricht, zumindest aktuell, nicht dem Durchschnittsfranzosen. Im letzten Europabarometer landet Frankreich bei der Frage "Glauben Sie die EU-Mitgliedschaft ist insgesamt eine gute Sache für unser Land" beim EU-Durchschnitt, bei der Frage "Glauben Sie unser Land hat insgesamt profitiert von der EU-Mitgliedschaft" ein paar Plätze unter dem EU-Durchschnitt und bei den Fragen "Entwickelt sich die EU in die richtige Richtung" bzw "Sehen sie die Zukunft der EU optimistisch" unter den letzten drei Mitgliedsländern (alle Fragen sinngemäß, nicht wortwörtlich). EU-Begeisterung ist jedenfalls was anderes.
Zuletzt geändert von Orbiter1 am Mo 18. Feb 2019, 06:36, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Macron und die Folgen

Beitragvon Senexx » Mo 18. Feb 2019, 06:33

Er spricht aber nicht vom Durchschnittsfranzosen, sondern den "gebildeten Klassen" , in denen er ja verkehrt.

Und er behauptet, aufgrund seiner Primärerfahrungen deren Einstellung einschätzen zu können.
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Re: Macron und die Folgen

Beitragvon H2O » Mo 18. Feb 2019, 10:21

Orbiter1 hat geschrieben:(18 Feb 2019, 06:23)

Das entspricht, zumindest aktuell, nicht dem Durchschnittsfranzosen. Im letzten Europabarometer landet Frankreich bei der Frage "Glauben Sie die EU-Mitgliedschaft ist insgesamt eine gute Sache für unser Land" beim EU-Durchschnitt, bei der Frage "Glauben Sie unser Land hat insgesamt profitiert von der EU-Mitgliedschaft" ein paar Plätze unter dem EU-Durchschnitt und bei den Fragen "Entwickelt sich die EU in die richtige Richtung" bzw "Sehen sie die Zukunft der EU optimistisch" unter den letzten drei Mitgliedsländern (alle Fragen sinngemäß, nicht wortwörtlich). EU-Begeisterung ist jedenfalls was anderes.


Ich glaube schon, daß das Befragungsergebnis eine Frage des Bildungsstands der angesprochenen Personen ist. Stellen wir uns hier den Personenkreis vor, der als Wutbürger Frust schiebt. Oder die nationaleren Kreise, die zudem auch nicht gleichverteilt über unser Land angetroffen werden. Was fängt man mit solchen Leuten an? Mir fällt dazu nichts ein, außer sie mir möglichst weit vom Halse zu halten.

Wenn die Gelben Westen gerade einmal so zu Hauf' herum stehen, dann könnte man sie zur EU befragen. Das Ergebnis dürfte dem entsprechen, was ich auch unter unseren Wutbürgern erwarte. Dennoch dürfen wir nicht unsere Demokratie aufgeben und auch das Europäische Projekt nicht. Populisten wachen immer erst dann wieder auf, wenn sie vor den rauchenden Trümmern ihrer besinnungslosen Wut stehen.

Ich stelle mir vor, die EU bräche durch das Wirken dieser unverantwortlichen Menschen zusammen, der gemeinsam erreichte Wohlstand schrumpft, und die vielen gewährten sozialen Besitzstände gehen dahin. Wie das Treiben in einem Aquarium können wir nun einmal die Folgen des Brexits beobachten, ohne selbst davon unerträglich betroffen zu sein. So sieht das Gesicht des Populismus aus. Verantwortung? Nanu, was ist denn das?

Möglicherweise erleben wir in Italien ganz ähnliche Abläufe. Auch das ist ein vergleichsweise hochentwickeltes Land, das sich zielstrebig einem Abgrund nähert. Auch dort ist es so, daß die gebildete Klasse das europäische Projekt unterstützt, aber eben doch weite Bereiche für ihr Leben keinen Vorteil darin sehen. Bis für sie noch schlimmere Zeiten kommen.

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