Abtreibung bis zum 9. Monat ?

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Re: Abtreibung bis zum 9. Monat ?

Beitragvon Kritikaster » Fr 14. Dez 2018, 10:01

Vongole hat geschrieben:(13 Dec 2018, 18:47)

Ich sprach lediglich von dem Vorstoß dieser Juso Feministas, genau der fließt jetzt in die ganze Debatte ein und ist Wasser auf die Mühlen der Abtreibungsgegner.

Ja, das ist oft so bei politischen Dummheiten: Frau erreicht das Gegenteil dessen, was sie anstrebt. Ausbaden dürfen das dann halt die Vernunftbegabten.

Dass sich radikale Vorstellungen in der Lebenspraxis als kontraproduktiv erweisen, ist schon fast als allgemein gültig zu betrachten. Ich würde allerdings bestreiten, dass der Begriff "Abtreibungsgegner" auf diejenigen zutrifft, die die geltende Fristenlösung als angemessen betrachten und sich lediglich gegen die Wahnvorstellung positionieren, Frauen hätten - medizinisch begründbare Ausnahmen ausgenommen - das Recht, nach eigenem Gutdünken über die Tötung lebensfähiger Menschen zu entscheiden.
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Re: Abtreibung bis zum 9. Monat ?

Beitragvon Ein Terraner » Fr 14. Dez 2018, 10:04

Skeptiker hat geschrieben:(14 Dec 2018, 09:54)

... also, dass das Verbot Abtreibungen verhindert.

Sorry, aber welches Gesetz verhindert die Ausübung einer Straftat?

Einige, aber eine Frau die dein Scenario erfüllt wird ein Gesetzt wohl herzlich wenig interessieren.

Nach Deiner Logik können wir eigentlich alle unsere Gesetze abschaffen, weil keines davon die Tat verhindert.

Soll ich mal polemisch werden und fragen warum du Volksverhetzung nicht mehr verbieten möchtest? Die Diskussion können wir uns doch sparen …

Wenn wir immer wieder betonen, dass das Grundgesetz unseren Wertekanon darstellt, dann können wir uns nicht einfach gegen dieses Prinzip stellen, nur weil wir wie bockige Kinder unseren Willen nicht bekommen. Auch Du musst dich auf politischem Wege dafür einsetzen, dass Dein Rechtsempfinden sich in den Gesetzen wiederfindet. Gesetze als unnötig und unwirksam darzustellen, schüttet das Kind mit dem Bade aus.


Nein können wir nicht, nur ist es wichtig zu unterscheiden ob ein Gesetz hilfreich ist oder benötigte Hilfe verhindert. Was wäre dir lieber, wenn eine Frau einen festen Abtreibungswunsch hat, mit diesen zu einer offiziellen Stelle gehen können wo sich entsprechend ausgebildete Menschen dessen annehme könnten und vielleicht sogar das ganze verhindern könnten. Oder das sie sich irgendwo in einem Hinterhof nach eine Lösung sucht ?
Wer eine nukleare Explosion verursacht wird nach StGB §328 mit einer Freiheitsstrafe von bis zu fünf Jahren oder einer Geldstrafe bestraft.
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Re: Abtreibung bis zum 9. Monat ?

Beitragvon Skeptiker » Fr 14. Dez 2018, 10:06

Ein Terraner hat geschrieben:(14 Dec 2018, 09:28)
Na da unterhalten wir uns über Fristen, wie sieht es auch wenn Krankheiten im Spiel sind, das Leben der Mutter bedroht ist. Welche Frist setzt du der Mutter oder dem Kind bei eine späten Erkennung ?

Ist doch alles geregelt. Nennt sich medizinische Indikation. Ich kenne die Fristen nicht im Detail, aber da haben schlaue Leute genaue Abwägungen vorgenommen. Denen traue ich an der Stelle mehr, als Marktschreiern der Jusos.
Beim Extremfall der konkreten Lebensgefahr für die Mutter gehen die Fristen sogar bis unmittelbar vor der Geburt, wenn ich das richtig verstehe - aber eben aus ethischen Erwägungen, nicht aus persönlichen.
Ein Terraner hat geschrieben:(14 Dec 2018, 09:28)
Du zeichnest absichtlich ein absolut überzeichnetes und absurdes Horrorszenario das nichts mit der Realität zu tun hat und stellt das dann als Grundlage auf der Entscheidungen getroffen werden sollen. Wie willst du so jemals eine vernünftige Lösung finden wenn du immer vom schlimmsten ausgehst ? Wie schaffst du das im Leben ?

Du hast ganz offensichtlich keine Ahnung was Gedankenexperimente sind. Lese Dich mal ein:
Ein Gedankenexperiment (auch Gedankenversuch oder Gedankenspiel) ist ein gedankliches Hilfsmittel, um bestimmte Theorien zu untermauern, zu widerlegen, zu veranschaulichen oder weiterzudenken. Es wird dabei gedanklich eine Situation konstruiert, die real so nicht oder nur sehr schwer herzustellen ist (zum Beispiel eine Reise mit annähernd Lichtgeschwindigkeit). Sodann malt man sich im Geiste aus, welche Folgen sich aus dieser Situation ergeben, wenn man die Theorie auf die Situation anwendet.

https://de.wikipedia.org/wiki/Gedankenexperiment
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Re: Abtreibung bis zum 9. Monat ?

Beitragvon Skeptiker » Fr 14. Dez 2018, 10:13

Vongole hat geschrieben:(13 Dec 2018, 18:47)
Ich sprach lediglich von dem Vorstoß dieser Juso Feministas, genau der fließt jetzt in die ganze Debatte ein und ist Wasser auf die Mühlen der Abtreibungsgegner.

Die Juso Feministas offenbaren aber eine ethische Position, die in der Gesellschaft so in Teilen vorhanden ist. Also ist es nur korrekt diese Position in die Diskussion mit einzubringen.

Es ist doch gut für die Debatte, wenn man sich nicht scheinheilig hinter einlullenden Phrasen verbirgt, sondern die Maske fallenlässt und offen ausspricht: "Die persönliche Freiheit der Frau geht im Zweifelsfall auch über das Leben und die körperliche Unversehrtheit eines weit entwickelten Fötus".

Wenn das deren Position ist, dann sollen die sie in DIESER FORM auch in die Debatte mit einbringen. Das ist nur fair. Dann soll die Gesellschaft halt entscheiden, ob diese Position mehrheitsfähig ist.

Für mich ist das nicht "dumm", sondern einfach der richtige Weg diese Frage, in der es um Leben und Tod geht, zu klären.
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Re: Abtreibung bis zum 9. Monat ?

Beitragvon Fliege » Fr 14. Dez 2018, 10:18

Skeptiker hat geschrieben:(14 Dec 2018, 10:06)
Beim Extremfall der konkreten Lebensgefahr für die Mutter gehen die Fristen sogar bis unmittelbar vor der Geburt, wenn ich das richtig verstehe - aber eben aus ethischen Erwägungen, nicht aus persönlichen.

Beim dann nötigen Kaiserschnitt hat der Arzt allerdings zwei Patienten und nicht, wie bei Abtreibungen, nur einen Patienten.
Medienversagen: "für den gehobenen Moralbedarf"; Migrationsdesaster: "wie ein Hippie-Staat"; Klimahysterie: "weltweit dümmste Energiepolitik".
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Re: Abtreibung bis zum 9. Monat ?

Beitragvon Ein Terraner » Fr 14. Dez 2018, 10:22

Skeptiker hat geschrieben:(14 Dec 2018, 10:06)

Ist doch alles geregelt. Nennt sich medizinische Indikation. Ich kenne die Fristen nicht im Detail, aber da haben schlaue Leute genaue Abwägungen vorgenommen. Denen traue ich an der Stelle mehr, als Marktschreiern der Jusos.
Beim Extremfall der konkreten Lebensgefahr für die Mutter gehen die Fristen sogar bis unmittelbar vor der Geburt, wenn ich das richtig verstehe - aber eben aus ethischen Erwägungen, nicht aus persönlichen.

Dann passt doch alles. Wie sieht es bei dem Aufklärungsverbot und der 12 Wochen Frist aus, siehst du hier Handlungsbedarf ?

Du hast ganz offensichtlich keine Ahnung was Gedankenexperimente sind. Lese Dich mal ein:

Diese sollten einer Logik folgen wo ist diese bei dir zu finden ?
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Re: Abtreibung bis zum 9. Monat ?

Beitragvon Skeptiker » Fr 14. Dez 2018, 10:51

Ein Terraner hat geschrieben:(14 Dec 2018, 10:22)
Dann passt doch alles.

Ja eben!
Ein Terraner hat geschrieben:(14 Dec 2018, 10:22)
Wie sieht es bei dem Aufklärungsverbot und der 12 Wochen Frist aus, siehst du hier Handlungsbedarf ?

Ich könnte mir vorstellen, dass die Beratungsstellen Informationen für den Zugang zu Institutionen bereitstellen, die Abbrüche durchführen. Wie das auch immer geregelt würde, ich würde es über die offiziellen Kanäle steuern.
Bei der Frist sehe ich keinen Handlungsbedarf. Die ist mit der 12. Schwangerschaftswoche mE ausreichend bemessen. Wie schonmal am Anfang betont, sehe ich keine feste Grenze ab wann es ethisch unvertretbar wird (was ja der Grund für das komplette Verbot ist). Also wird man da nur willkürlich eine Grenze für die Straffreiheit setzen können - die aktuelle erscheint mir dazu korrekt zu sein.
Ein Terraner hat geschrieben:(14 Dec 2018, 10:22)
Diese sollten einer Logik folgen wo ist diese bei dir zu finden ?

Ethische Gedankenexperimente prüfen nicht die Logik sondern das ethische Empfinden. Die von mir beschriebene Situation ist ein ethisches Gedankenexperiment.
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Re: Abtreibung bis zum 9. Monat ?

Beitragvon Umetarek » Fr 14. Dez 2018, 10:59

Der Paragraph 218 beinhaltet eklatante Widersprüche, der gehört einfach aufgeräumt, das kann so nicht bleiben, meine Meinung.

Kriminalisierung voller Widersprüche

Diese aktuelle Rechtslage ist mit der verfassungsgerichtlichen Rechtsprechung kaum in Einklang zu bringen. Die Absolutheit der Urteile aus Karlsruhe führt letztlich nur in Wertungswidersprüche. Wenn die Interessen des Fetus den Rechten der Schwangeren unbedingt vorgehen, ist letztlich weder eine Fristen- noch Indikationenlösung erklärlich. Die Formel von "rechtswidrig, aber straffrei" bleibt eine hohle Phrase. Sie entspricht auch nicht der geltenden Rechtslage, denn § 218a Absatz 1 StGB regelt explizit, dass bei der Fristenlösung schon der Tatbestand von § 218 StGB nicht erfüllt ist.


https://www.lto.de/recht/hintergruende/ ... schland/3/
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Re: Abtreibung bis zum 9. Monat ?

Beitragvon Skeptiker » Fr 14. Dez 2018, 11:04

Ein Terraner hat geschrieben:(14 Dec 2018, 10:04)
Einige, aber eine Frau die dein Scenario erfüllt wird ein Gesetzt wohl herzlich wenig interessieren.

Nein können wir nicht, nur ist es wichtig zu unterscheiden ob ein Gesetz hilfreich ist oder benötigte Hilfe verhindert. Was wäre dir lieber, wenn eine Frau einen festen Abtreibungswunsch hat, mit diesen zu einer offiziellen Stelle gehen können wo sich entsprechend ausgebildete Menschen dessen annehme könnten und vielleicht sogar das ganze verhindern könnten. Oder das sie sich irgendwo in einem Hinterhof nach eine Lösung sucht ?

Das Gesetz was wir haben ist offensichtlich hilfreich, weil es Frauen vor illegalen Spätabtreibungen bewahrt, indem es ihnen die Möglichkeit gibt in den ersten 12. Wochen zu einer straffreien Lösung zu kommen. Mir ist aus Deutschland keine illegale Szene von Spätabtreibern bekannt. Das ist doch positiv!

Also worauf willst Du hinaus? Bedenke eben auch gut, dass die aktuelle Regelung auch einen Schutz für die Frauen darstellt, die ggf. gegen die Interessen des zukünftigen Vaters das Kind austragen wollen. Die dürften mE deutlich in der Mehrheit sein gegenüber Frauen die nach 12 Wochen noch abtreiben wollen.

Ich sehe mit einer weiteren Liberalisierung also auch erhebliche Nachteile für die große Mehrheit der gebärwilligen Frauen zugunsten einer sehr kleinen Gruppe gebärunwilliger Frauen, die sich nicht um Fristen scheren wollen.
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Re: Abtreibung bis zum 9. Monat ?

Beitragvon Ein Terraner » Fr 14. Dez 2018, 11:07

Skeptiker hat geschrieben:(14 Dec 2018, 10:51)

Ich könnte mir vorstellen, dass die Beratungsstellen Informationen für den Zugang zu Institutionen bereitstellen, die Abbrüche durchführen. Wie das auch immer geregelt würde, ich würde es über die offiziellen Kanäle steuern.
Bei der Frist sehe ich keinen Handlungsbedarf. Die ist mit der 12. Schwangerschaftswoche mE ausreichend bemessen. Wie schonmal am Anfang betont, sehe ich keine feste Grenze ab wann es ethisch unvertretbar wird (was ja der Grund für das komplette Verbot ist). Also wird man da nur willkürlich eine Grenze für die Straffreiheit setzen können - die aktuelle erscheint mir dazu korrekt zu sein.

Das ist eine Willkürliche Annahme, gibt es hier Studien darüber wie oft die 12 Wochen nicht ausgereicht haben um zu reagieren? Auch Beratungsstellen sich aktuell unmöglich da diese sofort über das Werbeverbot kassiert werden, war ja gerade Live zu verfolgen.

https://www.zeit.de/wissen/2018-10/veru ... bestaetigt

Ethische Gedankenexperimente prüfen nicht die Logik sondern das ethische Empfinden. Die von mir beschriebene Situation ist ein ethisches Gedankenexperiment.

Nein, auch das war eine Willkürliche Annahme, "Gesetz weg = Hölle". Wenn du wirklich ein Gedankenexperiment machen willst, dann zeig auch den Weg auf wie du zu deinem Ergebnis kommst.
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Re: Abtreibung bis zum 9. Monat ?

Beitragvon Ein Terraner » Fr 14. Dez 2018, 11:10

Skeptiker hat geschrieben:(14 Dec 2018, 11:04)

Also worauf willst Du hinaus?


Das die Gesetze sinnvoll überarbeitet werden.
Wer eine nukleare Explosion verursacht wird nach StGB §328 mit einer Freiheitsstrafe von bis zu fünf Jahren oder einer Geldstrafe bestraft.
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Re: Abtreibung bis zum 9. Monat ?

Beitragvon Eulenwoelfchen » Fr 14. Dez 2018, 11:49

firlefanz11 hat geschrieben:(13 Dec 2018, 17:46)
Na ja, die meisten Frauen in so einer Situation entscheiden sich, wie ich annehme sehr viel früher als dem 6. o. gar 8. Monat dafür abzutreiben würde ich mal postulieren. Und wenn sie doch so lange für die Entscheidungsfindung brauchen würde hätte sie mMn auch immer noch jedes Recht dazu es zu tun...Wenn das ganze aber nur auf einer Bierlaune beruht anstatt eine Vergewaltigung fände ich es etwas unverantwortlich...


Was meinen Sie mit Bierlaune? - Die des beteiligten Mannes? Oder dass die Frau besoffen war? Als ihr ein wohl nicht unwilliger Dreibeiner ein Kind machte.
Und Sie, wenn ich Ihrer Logik weiter folgen darf, dann bis zum 6. oder 8. Monat überlegt? Um schlußendlich dann doch zu entscheiden, abzutreiben. Weil sie dieses Suffkind von dem Kerl, der ihre durch den Alkoholkonsum deutlich herabgesetzte Hemmschwelle oder verminderte Steuerungsfähigkeit
schamlos ausnutzte? Eine sehr merkwürdige, aber innerhalb dieses Diskussionsthemas von Männerseite nicht sehr aussergewöhnliche Diskussions- bzw. Beispielsvariante. Am Ende kann man dann im worst case-modus immer wieder schön der Frau eins reinwürgen: "etwas verantwortungslos". ;)

Wie auch immer. Ob das dann verantwortungslos wäre, ist spekulativ. Für die heiligen Abtreibungsgegner, die selbst die Fristenlösung für Teufelswerk Gotteslästerung oder eine Todsünde am Schöpfungswerk des christlichen Männergottes halten, spielt es sowieso keine Rolle. Für jene anderen, die Abtreibung innerhalb dieser Fristenlösung zwar "gestatten" wollen, die Abtreibung (selbst wenn sie im Frühstadium erfolgt) prinzipiell aber auch als Tötung eines Menschen ansehen, ist es auch egal.
Frauen, die abtreiben, sind im Prinzip - sowohl rechtlich als auch ethisch - natürlich immer (oder immer noch) kriminell. Und ja, verantwortungslos. Die Männer hingegen, die nicht zuletzt durchaus mitverantwortlich sind, natürlich nicht. Sie sind immer fein raus, um dann herumzulaufen mit erhobenen moralischen Zeigefinger auf Frauen zu zeigen... "Gefickt eingeschädelt" könnte man sagen, oder nicht?

So ist das halt innerhalb des weltweit existierenden patriarchaischen Herrschaftssystems...Frauen sind immer dem Macht- und Unterdrückungsdiktat der Männer ausgesetzt. Real in den Folgen des täglichen Lebens als auch in der theoretischen Werte- und Rechtediskussion sind ihre Positionen, sofern sie keine Gesinnungskumpanei mit den Männern eingehen, zweitklassig, zweitrangig oder verantwortungslos, wie auch immer man(n) das nennen will.

An diesem Gesamtzustand werden leider auch Männer wie Sie mit einer eher liberalen Haltung nichts ändern.



firlefanz11 hat geschrieben:(13 Dec 2018, 17:46)

Hmm... An welche hierzulande relativ neu hinzugekommene Gruppe von Männern erinnert uns diese Beschreibung...? :?

Dachte mir fast, dass dieser Kontext kommen wird...

Mir ging es aber um die Gesamtdarstellung der männerdominierten Welt. Einer Welt, die den Machtanspruch und die Unterwerfung der Frau beschreibt und innerhalb der das Thema Kinderkriegen/eingeschränktes oder gar nicht zugestandenes Selbstbestimmungsrecht der "Frau" in all seinen Facetten (inc. dem Thema Abtreibung) sichtbar wird. Und wie diese Machtausübung und Machterhaltung der Männer auch in der Sexualität und der Fortpflanzungsfrage gegen Frau angewendet und fintenreich bis verbrecherisch genutzt wird. Systematisch und gezielt. Bis heute. Und ich würde nicht darauf setzen, dass im Falle einer Krise deutsche Männer nicht auch vergewaltigen würden. Siehe Kosovokrieg, My Lai, IS/jesiden, Afrika (Boko Haram) ... die männerdominierte Welt - im globalen - Maßstab ist ein "Gesamtkunstwerk" der Repression, Erniedrigung, Rechteverweigerung und Wertetigmatisierung gegenüber Frauen allgemein. (So lange ist das bei uns auch noch nicht her, dass, wie ich bereits erwähnte, Vergewaltigung in der Ehe nicht mehr straffrei ist. Gerade mal zwanzig Jährchen...)

Ceterum censeo $218 und §219a esse delendam
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Re: Abtreibung bis zum 9. Monat ?

Beitragvon Skeptiker » Fr 14. Dez 2018, 13:16

Ein Terraner hat geschrieben:(14 Dec 2018, 11:07)
Das ist eine Willkürliche Annahme, gibt es hier Studien darüber wie oft die 12 Wochen nicht ausgereicht haben um zu reagieren? Auch Beratungsstellen sich aktuell unmöglich da diese sofort über das Werbeverbot kassiert werden, war ja gerade Live zu verfolgen.

https://www.zeit.de/wissen/2018-10/veru ... bestaetigt

Nein, auch das war eine Willkürliche Annahme, "Gesetz weg = Hölle". Wenn du wirklich ein Gedankenexperiment machen willst, dann zeig auch den Weg auf wie du zu deinem Ergebnis kommst.

Keine Ahnung wie die 12 Wochen zustandekommen, aber sicher ist da irgendwo auch eine Willkür drin. Wenn man auf Prinzipien rumreiten wollte, dann dürfte man keine Fristen für Straffreiheit setzen. Die 12 Wochen sind mE angemessen.

Ich rede von den offiziellen Stellen für das vorgeschriebene Beratungsgespräch. Willst Du mich missverstehen? :?: Natürlich dürfen Ärzte das nicht. Das sollte ihnen bekannt sein. Inwiefern man das ändern möchte, genau das kann man diskutieren.

Du magst das mit dem ethischen Gedankenexperiment nicht verstehen - okay, vielleicht verlange ich Zuviel von Dir. Ethik ist ein sittliches Verständnis. Das muss nicht auf Logik beruhen, sondern eben nur auf dem Moralempfinden der Menschen.
Mein Gedankenexperiment lautet: Jemand tut das Unvorstellbare, er nutzt nämlich die Legalisierung des Schwangerschaftsabbruches vollumfänglich aus - so wie er das auch für jedes andere Recht tun darf. Das Ergebnis halten wir beide für unethisch. Es ist vollkommen egal warum wir es für unethisch halten, wir sind uns da aber einig, dass es unethisch ist, das zu tun.
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Re: Abtreibung bis zum 9. Monat ?

Beitragvon Skeptiker » Fr 14. Dez 2018, 13:24

Ein Terraner hat geschrieben:(14 Dec 2018, 11:10)
Das die Gesetze sinnvoll überarbeitet werden.

Das sage ganz konkret was Du willst und schwurbel nicht rum. Bedenke aber bei jedem Vorschlag, dass Menschen innerhalb des so gesetzten gesetzlichen Rahmens handeln dürfen und werden.

Es wäre in meinen Augen widersinnig den gesetzlichen Rahmen weiter zu stecken, als das was man ethisch für vertretbar hält. Ich kenne niemanden in der Politik der das anders machen würde - auch die Jusos nicht, deren Ethik dem ungeborenen Leben offenbar z.T. keinerlei Schutzstatus zubilligt (siehe dritte Rednerin). Ist halt deren Ethik, nicht meine.
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Re: Abtreibung bis zum 9. Monat ?

Beitragvon Ein Terraner » Fr 14. Dez 2018, 13:35

Skeptiker hat geschrieben:(14 Dec 2018, 13:16)

Du magst das mit dem ethischen Gedankenexperiment nicht verstehen - okay, vielleicht verlange ich Zuviel von Dir. Ethik ist ein sittliches Verständnis. Das muss nicht auf Logik beruhen, sondern eben nur auf dem Moralempfinden der Menschen.

Ethik hat nicht das geringste mit Moral zu tun.


Mein Gedankenexperiment lautet: Jemand tut das Unvorstellbare, er nutzt nämlich die Legalisierung des Schwangerschaftsabbruches vollumfänglich aus - so wie er das auch für jedes andere Recht tun darf. Das Ergebnis halten wir beide für unethisch. Es ist vollkommen egal warum wir es für unethisch halten, wir sind uns da aber einig, dass es unethisch ist, das zu tun.


Und durch welchen Gedanken gehst du davon aus das ein Mensch der sich zu diesem sehr großen unethischen Schritt entschlossen hat von der Illegalität davon abgehalten wird ? Welchen Sinn hat so ein Gesetz wenn es im Fall der Fälle nichts bewirkt ?
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Re: Abtreibung bis zum 9. Monat ?

Beitragvon Ein Terraner » Fr 14. Dez 2018, 13:46

Skeptiker hat geschrieben:(14 Dec 2018, 13:16)

Keine Ahnung wie die 12 Wochen zustandekommen, aber sicher ist da irgendwo auch eine Willkür drin. Wenn man auf Prinzipien rumreiten wollte, dann dürfte man keine Fristen für Straffreiheit setzen. Die 12 Wochen sind mE angemessen.

Auf welchen Erfahrungswerten beruht hier deine Einschätzung das es angemessen ist ?

Ich rede von den offiziellen Stellen für das vorgeschriebene Beratungsgespräch. Willst Du mich missverstehen? :?: Natürlich dürfen Ärzte das nicht. Das sollte ihnen bekannt sein. Inwiefern man das ändern möchte, genau das kann man diskutieren.

Dabei ging es nicht mal um Beratung sondern um reine Information.
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Re: Abtreibung bis zum 9. Monat ?

Beitragvon Fliege » Fr 14. Dez 2018, 13:50

Ein Terraner hat geschrieben:(14 Dec 2018, 13:46)
Auf welchen Erfahrungswerten beruht hier deine Einschätzung das es angemessen ist ?

Kennst du Erfahrungswerte, dass zwölf Wochen nicht genügen? Wie wäre es mit 15 Wochen?
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Re: Abtreibung bis zum 9. Monat ?

Beitragvon imp » Fr 14. Dez 2018, 13:53

Fest steht: Das Werberbot für Schwangerschaftsabbrüche soll prinzipiell beibehalten werden. Allerdings soll geregelt werden, dass und wie Ärzte und Krankenhäuser über die Tatsache informieren können, dass sie Abtreibungen vornehmen, erklärten die zuständigen Minister. Der umstrittene Paragraf 219a soll dafür ergänzt werden. "Werbung für einen Schwangerschaftsabbruch darf es jedoch auch in Zukunft nicht geben", sagte Kanzleramtschef Helge Braun (CDU).

https://www.sueddeutsche.de/politik/kom ... -1.4250551
Ich hatte es schon skizziert: Die Info, welcher Arzt abtreibt, darf bald ins Internet, die CDU bleibt bei ihrer grundsätzlichen Haltung, jeder kann seinen kleinen Sieg feiern, nur der rechte Rand steht doof da.
Ein großer Sieg für Kevin Künast und seine Jusos.
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Re: Abtreibung bis zum 9. Monat ?

Beitragvon Fliege » Fr 14. Dez 2018, 13:57

imp hat geschrieben:(14 Dec 2018, 13:53)
Ein großer Sieg für Kevin Künast und seine Jusos.

Zur EU-Wahl können die Jusos ihren Sieg sicherlich groß auskosten. :-)
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Re: Abtreibung bis zum 9. Monat ?

Beitragvon Vongole » Fr 14. Dez 2018, 14:01

Kritikaster hat geschrieben:(14 Dec 2018, 10:01)

Ja, das ist oft so bei politischen Dummheiten: Frau erreicht das Gegenteil dessen, was sie anstrebt. Ausbaden dürfen das dann halt die Vernunftbegabten.

Dass sich radikale Vorstellungen in der Lebenspraxis als kontraproduktiv erweisen, ist schon fast als allgemein gültig zu betrachten. Ich würde allerdings bestreiten, dass der Begriff "Abtreibungsgegner" auf diejenigen zutrifft, die die geltende Fristenlösung als angemessen betrachten und sich lediglich gegen die Wahnvorstellung positionieren, Frauen hätten - medizinisch begründbare Ausnahmen ausgenommen - das Recht, nach eigenem Gutdünken über die Tötung lebensfähiger Menschen zu entscheiden.


Warum nur werde ich in diesem Thread permanent missverstanden?
Wenn ich Abtreibungsgegner schreibe, dann meine ich genau das, und nicht die Befürworter einer Fristenlösung.

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