Was ist eigentlich ein "Deutscher"?

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Mahmoud
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Re: Was ist eigentlich ein "Deutscher"?

Beitragvon Mahmoud » Do 19. Okt 2017, 08:15

Eritrea Ede hat geschrieben:(19 Oct 2017, 07:21)

Nö, nicht wirklich. Ich will nur wissen, was die deutsche Kultur denn ausmacht. Mir geht es nicht darum, die deutsche Kultur "abzuschaffen" und zu ersetzen.


Komisch....?! Weiter oben hast Du geschrieben, es gebe gar keine deutsche Kultur. Und jetzt willst Du wissen, was Diese ausmacht...?

Kleiner Tip am Rande: Überleg Dir erst mal, was Du willst und was Du glaubst. Und dann schreibst Du Etwas. Auf Quantität kommt es hier nicht an.

Irgendeiner hatte weiter vorne gesagt, es gebe hier verschiedene Blödheitsgrade im Forum. Ich denke, er hatte Recht.... :cool:

Und bevor Du mir antwortest: Erst überlegen!!! :D
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Re: Was ist eigentlich ein "Deutscher"?

Beitragvon Billie Holiday » Do 19. Okt 2017, 08:17

think twice hat geschrieben:(19 Oct 2017, 08:12)

Schönes Beispiel von Doppelmoral. Bei Russinnen ist es OK, bei männlichen Muslimen nicht. Die müssen deutsch sprechen, deutsch denken und der deutschen Kultur frönen, damit sie akzeptiert werden als Deutsche.


Die haben es schon nicht leicht. :(

Besagte Russin will gar nicht als Deutsche angesehen werden, man neigt aber dazu, weil sie sehr gut Deutsch spricht und mitten im Berufsleben steht.
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Re: Was ist eigentlich ein "Deutscher"?

Beitragvon Keoma » Do 19. Okt 2017, 08:18

think twice hat geschrieben:(19 Oct 2017, 08:12)

Schönes Beispiel von Doppelmoral. Bei Russinnen ist es OK, bei männlichen Muslimen nicht. Die müssen deutsch sprechen, deutsch denken und der deutschen Kultur frönen, damit sie akzeptiert werden als Deutsche.


Wenn der männliche Muslim seinen Glauben über die Gesetze stellt, ist er sicherlich kein Deutscher.
Jeder hat das Grundrecht auf eine eigene Meinung. Aber nicht auf eigene Fakten.
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Re: Was ist eigentlich ein "Deutscher"?

Beitragvon odiug » Do 19. Okt 2017, 08:27

schelm hat geschrieben:(19 Oct 2017, 00:57)

Ach was, bist du etwa ein Rassist ? Wenn der türkische Nationalismus NICHT tradiert wird, wie vererbt er sich dann ? Genetisch ? :D

Du Witzbold ... du glaubst wohl, daß das Weglassen des Attributs "familiär" deiner Aussage Substanz und Witz verleiht und du daraus den Schluß ableiten kannst, ich wäre ein Rassist :p
Nein ,,, tut es nicht ... ist nur in dem Sinn witzig, wie leicht durchschaubar du bist und wie weit entfernt von einer ernsthaften Diskussion :eek:
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Re: Was ist eigentlich ein "Deutscher"?

Beitragvon odiug » Do 19. Okt 2017, 08:33

Keoma hat geschrieben:(19 Oct 2017, 08:18)

Wenn der männliche Muslim seinen Glauben über die Gesetze stellt, ist er sicherlich kein Deutscher.

Wenn der braune Biodeutsche seine Ideologie über die Gesetze stellt, was ist der dann ?
Abgesehen davon ist das so eine lächerliche Behauptung.
ZB steht mein Unwille, an einer leeren Straße, mitten in der Nacht, an einer roten Ampel als Fußgänger dumm in der Gegend zu stehen, für mich auch über dem Gesetz.
Auf der anderen Seite gilt das für mich als Autofahrer nicht.
Und genau über diese Feinheiten müßte man reden ... wenn das bei dem Geschrei möglich wäre :rolleyes:
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Re: Was ist eigentlich ein "Deutscher"?

Beitragvon Keoma » Do 19. Okt 2017, 08:35

odiug hat geschrieben:(19 Oct 2017, 08:33)

Wenn der braune Biodeutsche seine Ideologie über die Gesetze stellt, was ist der dann ?
Abgesehen davon ist das so eine lächerliche Behauptung.
ZB steht mein Unwille, an einer leeren Straße, mitten in der Nacht, an einer roten Ampel als Fußgänger dumm in der Gegend zu stehen, für mich auch über dem Gesetz.
Auf der anderen Seite gilt das für mich als Autofahrer nicht.
Und genau über diese Feinheiten müßte man reden ... wenn das bei dem Geschrei möglich wäre :rolleyes:


Nun, wenn eine Nazi seine Gesinnung über das Gesetz stellt, ist er ein Verbrecher.
Es sei denn, er behält das für sich.
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Re: Was ist eigentlich ein "Deutscher"?

Beitragvon Mahmoud » Do 19. Okt 2017, 08:45

giih hat geschrieben:(15 Apr 2015, 23:57)

Was sind seine Eigenheiten/ Merkmale?


Eine Sache fällt mir ein, die halte ich für ziemlich typisch Deutsch. Winston Churchill sagte angeblich: "Man hat die Deutschen entweder an der Gurgel oder zu Füßen."

Ich interpretiere diese Aussage so: Die Deutschen neigen zu Extremen.

Im täglichen Leben beobachte ich, daß es in Diskussionen entweder Schwarz oder Weiß gibt. Die unzähligen Grautöne warden kaum erwähnt. Man ist entweder Spinner und Gutmensch oder Rassist und Nazi.

Hat man eine Meinung mal gefasst, hält man daran fest. Durch Realitäten lässt man sich nicht verwirren... :) Geistige Flexibilität ist nicht stark ausgeprägt. Das Ändern einer Meinung gilt als Schwäche, denn dann lag man ja vorher offensichtlich falsch, und diese Blöße mag man sich nicht geben.

Aber hat das etwas mit Kultur zu tun?
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Re: Was ist eigentlich ein "Deutscher"?

Beitragvon Billie Holiday » Do 19. Okt 2017, 08:47

Mahmoud hat geschrieben:(19 Oct 2017, 08:45)

Eine Sache fällt mir ein, die halte ich für ziemlich typisch Deutsch. Winston Churchill sagte angeblich: "Man hat die Deutschen entweder an der Gurgel oder zu Füßen."

Ich interpretiere diese Aussage so: Die Deutschen neigen zu Extremen.

Im täglichen Leben beobachte ich, daß es in Diskussionen entweder Schwarz oder Weiß gibt. Die unzähligen Grautöne warden kaum erwähnt. Man ist entweder Spinner und Gutmensch oder Rassist und Nazi.

Hat man eine Meinung mal gefasst, hält man daran fest. Durch Realitäten lässt man sich nicht verwirren... :) Geistige Flexibilität ist nicht stark ausgeprägt. Das Ändern einer Meinung gilt als Schwäche, denn dann lag man ja vorher offensichtlich falsch, und diese Blöße mag man sich nicht geben.

Aber hat das etwas mit Kultur zu tun?


Der gute Churchill hatte nicht unrecht. Heute liegen sie sehr gern zu Füßen. :)
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Re: Was ist eigentlich ein "Deutscher"?

Beitragvon odiug » Do 19. Okt 2017, 09:02

Keoma hat geschrieben:(19 Oct 2017, 08:35)

Nun, wenn eine Nazi seine Gesinnung über das Gesetz stellt, ist er ein Verbrecher.
Es sei denn, er behält das für sich.

Das sowieso ... das ist auch der "männliche Muslim", der das tut.
Bin sogar ich, wenn ich bei rot über die Ampel gehe ... na ja ... Verbrecher ist vielleicht zu viel, aber zumindest ein gewohnheitsmäßiger Ordnungswidrigskeitbegeher :p
Das Problem mit deiner Aussage ist, daß du dem Deutschsein einen moralischen Anspruch unterstellst, den es so pauschal nicht gibt, und gleichzeitig den Muslimen diesen Anspruch allgemein absprichst, was so auch nicht stimmt.
Und das kann keine Gesprächsgrundlage mit muslimischen Migranten in Deutschland sein.
Es ist nichteinmal eine Gesprächsgrundlagen für mich, der nun wirklich kaum etwas mit organisierter Religion zu tun hat und davon auch nicht belästigt werden will.
.
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Re: Was ist eigentlich ein "Deutscher"?

Beitragvon relativ » Do 19. Okt 2017, 09:36

Mahmoud hat geschrieben:(19 Oct 2017, 08:45)

Eine Sache fällt mir ein, die halte ich für ziemlich typisch Deutsch. Winston Churchill sagte angeblich: "Man hat die Deutschen entweder an der Gurgel oder zu Füßen."

Ich interpretiere diese Aussage so: Die Deutschen neigen zu Extremen.

Im täglichen Leben beobachte ich, daß es in Diskussionen entweder Schwarz oder Weiß gibt. Die unzähligen Grautöne warden kaum erwähnt. Man ist entweder Spinner und Gutmensch oder Rassist und Nazi.

Hat man eine Meinung mal gefasst, hält man daran fest. Durch Realitäten lässt man sich nicht verwirren... :) Geistige Flexibilität ist nicht stark ausgeprägt. Das Ändern einer Meinung gilt als Schwäche, denn dann lag man ja vorher offensichtlich falsch, und diese Blöße mag man sich nicht geben.

Aber hat das etwas mit Kultur zu tun?

Ja, stimmt noch ein wenig, mit dem englischen Pragmatismus können wir noch nicht konkurieren, aber auch da bröckelt es.
Ich würde nur aufpassen mit dem Wort Realitäten, denn diese sind nunmal Faktisch gesehen nicht für jeden gleich. Dem Deutschen werden häufig angekreidet, daß er sich Aussenstehenden gegenüber eher für Überlegen hält. Daher entsteht eher der Eindruck er wäre Starrsinnig, Arrogant und Unflexibel. Soweit würde ich nicht Gehen, ich würde eher behaupten, daß der Deutsche in der Regel und oberflächlich ein "gesundes" Selbstvertrauen hat welches es anderen schwerer macht, ihm vom einem vermeintlich bessern Gegenteil zu überzeugen, denn er selber glaubt , daß er (Staat, Gesellschaft ect.) schon auf einen guten, oder, bzw. besseren Weg ist. ;)
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Re: Was ist eigentlich ein "Deutscher"?

Beitragvon Milady de Winter » Do 19. Okt 2017, 10:26

MOD - zur "deutschen Kultur" und zu "Kultur" allgemein gibt es eigene Stränge. Bitte beachet das! Danke.
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Re: Was ist eigentlich ein "Deutscher"?

Beitragvon Eritrea Ede » Do 19. Okt 2017, 12:23

Milady de Winter hat geschrieben:(19 Oct 2017, 10:26)

MOD - zur "deutschen Kultur" und zu "Kultur" allgemein gibt es eigene Stränge. Bitte beachet das! Danke.



Mag sein. Aber wie soll man das Thema multiperspektivisch diskutieren, wenn der Blick so verengt wird? Natürlich muss man auch die kulturelle Identität berücksichtigen, um die Frage "Was ist ein Deutscher?" zu beantworten.
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Re: Was ist eigentlich ein "Deutscher"?

Beitragvon Milady de Winter » Do 19. Okt 2017, 15:43

MOD - die letzten Beiträge hier wurden in den Strang "Was ist eigentlich Kultur?" verschoben.
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Re: Was ist eigentlich ein "Deutscher"?

Beitragvon Dampflok94 » Do 19. Okt 2017, 16:58

Eritrea Ede hat geschrieben:(18 Oct 2017, 19:37)Solche Ansichten verstören mich. Es ist doch eine tolle Sache, dass die Menschen geblieben und jetzt ein Teil unseres Landes sind.

Sehe ich größtenteils auch so! :)
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Re: Was ist eigentlich ein "Deutscher"?

Beitragvon HansKlein » Di 2. Jul 2019, 05:16

Es gibt die Deutsche Staatsangehörigkeit wonach man Deutscher ist oder die Deutsche Volkszugehörigkeit wonach man Deutscher ist. Dann kann man auch Amerikanischer Staatsbürger sein wie Trump und trotzdem Deutscher. Sogar die liberalen Medien haben Trump als "Deutsch" bezeichnet. Hab ich auf Pro 7 gesehen und er gab ein Interview für Deutsche Medien wonach er sich als "stolzen Deutschen" bezeichnet hat. Ich glaube um ein richtiger Deutscher zu sein braucht man die Abstammung, wenn man nicht die Abstammung hat ist man kein richtiger Deutscher. Das ist auch nicht rassistisch. Es ist für jedes Volk das gleiche, genauso wenig kann man Japaner oder Kenianer sein wenn man nicht die Abstammung hat aber man kann die Nationalität/Staatsbürgerschaft besitzen dann ist man auch quasi Deutscher aber nach anderen Kriterien.
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Re: Was ist eigentlich ein "Deutscher"?

Beitragvon NMA » Di 26. Nov 2019, 15:21

giih hat geschrieben:(15 Apr 2015, 23:57)

Was sind seine Eigenheiten/ Merkmale?


Sie besitzen einen deutschen Pass.
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Re: Was ist eigentlich ein "Deutscher"?

Beitragvon Bartleby » Di 26. Nov 2019, 16:08

NMA hat geschrieben:(26 Nov 2019, 15:21)

Sie besitzen einen deutschen Pass.


Nicht unbedingt, wie einen das Grundgesetz in Art. 116 belehrt:

(1) Deutscher im Sinne dieses Grundgesetzes ist vorbehaltlich anderweitiger gesetzlicher Regelung, wer die deutsche Staatsangehörigkeit besitzt oder als Flüchtling oder Vertriebener deutscher Volkszugehörigkeit oder als dessen Ehegatte oder Abkömmling in dem Gebiete des Deutschen Reiches nach dem Stande vom 31. Dezember 1937 Aufnahme gefunden hat.
(2) Frühere deutsche Staatsangehörige, denen zwischen dem 30. Januar 1933 und dem 8. Mai 1945 die Staatsangehörigkeit aus politischen, rassischen oder religiösen Gründen entzogen worden ist, und ihre Abkömmlinge sind auf Antrag wieder einzubürgern. Sie gelten als nicht ausgebürgert, sofern sie nach dem 8. Mai 1945 ihren Wohnsitz in Deutschland genommen haben und nicht einen entgegengesetzten Willen zum Ausdruck gebracht haben.
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Re: Was ist eigentlich ein "Deutscher"?

Beitragvon H2O » Di 26. Nov 2019, 17:12

Muß man nicht auch noch ergänzen, daß Staatenlose und auch Ausländer einen Deutschen Paß besitzen können? Andernfalls wäre doch die Angabe der Staatsangehörigkeit im Paß und auf dem Personalausweis ganz überflüssig. Wer weiß hier rechtssicher, was Sache ist?

Ich kann eigenes Erleben aus Polen anliefern. Ich bin an meinem ehemaligen Wohnsitz in Deutschland formal abgemeldet. Die Meldebehörde schweißt dann auf den Deutschen Personalausweis anstelle der ausländischen Anschrift sinngemäß: "Der Ausweisinhaber hat keinen Wohnsitz in der Bundesrepublik Deutschland".

In Polen bekommt man einen Meldezettel und eine Personalnummer, jeweils 1 Seite DIN A4 mit der neuen Adresse. Den Meldezettel muß man zusammen mit dem Deutschen Personalausweis immer bei sich führen. Einfältig wie unsereiner ist, wurde ich wegen eines polnischen Personalausweises vorstellig. "Geht leider nicht, der ist nur für polnische Staatsbürger!" Was auch stimmt, denn ich habe das entsprechende Gesetz gefunden; eindeutig. Ärgerlich, denn natürlich steht auch auf Polnischen Personalausweisen die Staatsbürgerschaft des Ausweisinhabers.

Wenn es nach mir ginge, dann müßte es einen europäischen Personalausweis (Reisepaß) geben, den die nationale Meldebehörde am geltenden Wohnsitz erneuern kann und in den sie die geltende Wohnadresse eintragen darf.

Dann bin ich immer noch "Deutscher", werde aber auf EU-Ebene geführt. Über diese übergeordnete Klammer sollte die Deutsche Meldebehörde immer wissen, wo ich mich in der EU aufhalte... für den Fall, daß das Vaterland rufen sollte... Na ja, das habe ich mir wohl zu einfach ausgedacht! Tatsächlich gibt es die "Unionsbürgerschaft", die aber nicht die Staatsbürgerschaft ersetzen soll. Unionsbürger besitzen aber die 4 Grundfreiheiten der EU, sich in EU-Mitgliedsländern nieder zu lassen, zu arbeiten (Diskriminierungsverbot), Eigentum zu erwerben. Leider gibt es noch kein dazu passendes Ausweispapier.
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Re: Was ist eigentlich ein "Deutscher"?

Beitragvon Bartleby » Di 26. Nov 2019, 17:18

Nur mal zur Information deutscher Feinheiten:

https://de.wikipedia.org/wiki/Staatsangeh%C3%B6rigkeitsausweis

Und den 116er mal genau lesen ;)
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Re: Was ist eigentlich ein "Deutscher"?

Beitragvon NMA » Di 26. Nov 2019, 17:41

Bartleby hat geschrieben:(26 Nov 2019, 16:08)

Nicht unbedingt, wie einen das Grundgesetz in Art. 116 belehrt:



Fühle mich belehrt, danke schön!

Ich will damit nur sagen, dass meiner Meinung nach das Abstammungsthema nicht überhöht werden sollte. Wenn jemand Deutscher sein will, dann kümmert er sich darum, dass der den deutschen Pass bekommt. Wenn er das geschafft hat, ist er für mich Deutscher. Hautfarbe oder Migrationshintergrund sind für mich zweitrangig. Für mich zählt das Statement.

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