"Russlandversteher"

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NMA
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"Russlandversteher"

Beitragvon NMA » Do 5. Nov 2015, 14:50

Oder die Zuspitzung "Putinversteher".

Angewandt wird diese Bezeichung heutzutage abfällig und stigmatisierend gegenüber allen, die nicht eine klare antirussische Postionierung vornehmen.

(...)Als Russlandversteher bezeichnen die Kritiker des russischen Präsidenten Wladimir Putin in Deutschland ironisch alle, denen sie das Gegenteil dessen vorwerfen, was der Begriff im Wortsinn bedeutet. Nämlich die Absichten Putins gerade nicht zu verstehen, sondern sich aus emotionalen Gründen - Angst vor einem Krieg, diffuse Weltkriegs-Schuldgefühle oder Anti-Amerikanismus - im Ukraine-Krieg auf die Seite Russlands zu schlagen.(...)

http://www.sueddeutsche.de/bildung/russ ... -1.2424616

Allzu schnell wird man seitens der Vertreter des Mainstreams aus unreflektierten Russlandkritikern abgestempelt: Putin/Russland sind böse. So einfach ist das. Ihr versteht es nur nicht.

Es ist en vogue, den "Russlandversteher" zu ächten, denn sie sind in der Unterzahl. Die wenigen, die nicht ins selbe "Russland-ist-der-alleinige-Aggressor-Horn" blasen, sind westfeindlich mit einem romantisch verklärten Hang zum Kommunismus und sie verehren Putin, weswegen sie abstoßend sind, denn sie bekämpfen ja schließlich nicht den alleinigen Kriegstreiber.

Diese Stigmatisierung ist aber verfehlt und auch eine unlautere Methode in den Auseinandersetzungen.

Denn aus meiner Sicht hat das "Russlandverstehen" nichts mit einer Positionierung zu tun. Diese wird einem aber allzu schnell unterstellt. Unterschlagen wird da gerne die Tatsache, dass "verstehen und "applaudieren" unterschiedliche Bedeutungen haben. Macht ja nichts. Da man sich im Mainstream des allgemeinen, inzwischen immer weniger kritischen Mainstream des Russland-Bashings befindet, hat man sowieso recht.

"Verstehen" hat aber seine eigene Bedeutung: Wenn man versteht, kennt man Hintergründe und kann Ursache und Wirkung unterscheiden, ist man in der Lage, Einzeldifferenzierungen vorzunehmen und kann Dinge richtig einordnen. "Verstehen" ist eigentlich wertfrei und entbindet keinesfalls von Kritik und das lässt sich auch nicht reininterpretieren. Wenn man sagt, "Ich verstehe, dass du den Liebhaber deines Partners umbringen willst", heißt das noch lange nicht, dass man das für gut heißt.

Bei aller Kritik an Putins Skrupellosigkeit gibt es dennoch eine ganze Menge Dinge, die gerne vom Westen ausgeblendet werden, weil man sich so eindimensional im Recht sieht. Dahinter stecken sehr oft tief verwurzelte Feindbilder.

Diese Feinbilder sind es auch, welche bei unserer vergleichsweise guten, aber dennoch nicht sakrosankten Bereichterstattung eine Rolle spielen. Ich halte nichts von Verschwörungstheorien irgendwelcher Direktiven oder Einflussnahmen. Dennoch gibt es schwache, aber nicht uninteressante Tendenzen, nach welchen die Berichterstattung sich im Ukrainekonflikt bzw. bei Nachrichten zu Putin sehr schnell auf eine Seite schlägt. Die etablierten Medien verfolgen dabei aber wohl kaum böse Absichten. Eher wirkt es, als ob man da glaubt, man müsse den von alten Feindbildern gelenkten Mainstream bedienen.
Die Medien haben es auch nicht mehr einfach: Kaum ein Konflikt wurde bisher von einer Flut unterschiedlichster, vielschichtigster Propaganda aus dem Netz einer Vielzahl an Konfliktlinien (Akteure, Motive) begleitet.

Auf der Suche nach der Wahrheit sollte der Medienkonsument ebenso wie der Mediendienstleister – und der Diskutant – immer im Hinterkopf behalten, dass es die eine Wahrheit nicht gibt. Das anzuerkennen und zu berücksichtigen hilft auch dabei, etwas zu verstehen und sich ein halbwegs treffsicheres Urteil bilden zu können.
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Re: "Russlandversteher"

Beitragvon zollagent » Do 5. Nov 2015, 14:58

Dieses selbstmitleidige Opfergehabe ist einfach nur albern. Aber da besteht ja schon seit Sowjetzeiten eine lange Tradition.
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Re: "Russlandversteher"

Beitragvon schokoschendrezki » Do 5. Nov 2015, 15:02

Die Autoren des politischen Buchs: "Wir sind die Guten", Mathias Broeckers und Paul Schreyer:
Seit im Zuge der Krise um die Ukraine in den Medien das Wort "Putinversteher" aufgetaucht ist und als Diskreditierung all jener eingesetzt wird, die sich weigern, diesen Konflikt als Schwarzweißfilm mit eindeutiger Rollenverteilung in Gute (USA, EU und Nato) und Böse (Putin und Russland) zu sehen, sind wir, die Autoren, bekennende Putinversteher. Dass "Verständnis" nicht "Zustimmung" oder "Akzeptanz" bedeutet - diese semantische Klarstellung scheint wichtig zu sein: Hitler zu "verstehen" heißt keinesfalls, ihm zuzustimmen.

(http://www.heise.de/tp/artikel/42/42539/2.html)
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Re: "Russlandversteher"

Beitragvon zollagent » Do 5. Nov 2015, 15:03

Ob das auch auf die hier so definierten "Putinversteher" zutrifft? Wenn man die Beiträge so liest, die eigentlich immer in die Richtung tendieren, daß Russland ja "ein gewisses Recht hätte", weil man in seinen Hinterhof eingreift, weil man es einkreist, weil man "Russland hasst" und daraus eine Berechtigung zum Bruch internationalen Rechts ableiten oder zumindest andeuten, dann sehe ich hier mehr Einverständnis als Verständnis.
Zuletzt geändert von zollagent am Do 5. Nov 2015, 15:05, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: "Russlandversteher"

Beitragvon schokoschendrezki » Do 5. Nov 2015, 15:08

Wobei ich zwischen "Russlandversteher" und "Putinversteher" noch einen gewissen Unterschied sehe. "Russland verstehen" bezieht sich ganz sicher nur auf den Erkenntnisaspekt des "Verstehens". Putin dagegen ist nicht nur ein Dämon, eine politische Figur, das abstrakte Synonym für einen autokratischen Machtapparat sondern eben auch eine Person aus Fleisch und Blut. Und da bedeutet "Verstehen" bis zu einem gewissen Grad mindestens auch ein Sich-Hineinversetzen-können, was zwangsläufig auch einen gewissen Grad an Empathie mit einschließt.
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Re: "Russlandversteher"

Beitragvon zollagent » Do 5. Nov 2015, 15:10

schokoschendrezki » Do 5. Nov 2015, 15:08 hat geschrieben:Wobei ich zwischen "Russlandversteher" und "Putinversteher" noch einen gewissen Unterschied sehe. "Russland verstehen" bezieht sich ganz sicher nur auf den Erkenntnisaspekt des "Verstehens". Putin dagegen ist nicht nur ein Dämon, eine politische Figur, das abstrakte Synonym für einen autokratischen Machtapparat sondern eben auch eine Person aus Fleisch und Blut. Und da bedeutet "Verstehen" bis zu einem gewissen Grad mindestens auch ein Sich-Hineinversetzen-können, was zwangsläufig auch einen gewissen Grad an Empathie mit einschließt.

Nicht auch ein identifizieren mit den sichtbar werdenden Zielen?
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Re: "Russlandversteher"

Beitragvon Yossarian » Do 5. Nov 2015, 15:15

Wie sollte man diese Gruppe denn nennen?
Wenn ich einen Vogel sehe der wie eine Ente watschelt und wie eine Ente schwimmt und wie eine Ente quakt dann nenne ich ihn eine Ente. Und wenn der Vogel dementiert eine Ente zu sein ist es eine russische Ente.
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Re: "Russlandversteher"

Beitragvon Tom Bombadil » Do 5. Nov 2015, 15:17

Ach du Schande, der 9/11-Bröckers mit seiner antisemitischen Verschwörungstheorie, ein feiner "Kronzeuge" :D :D :D

Ich hatte es schonmal gefragt, wofür genau man bei Putin/Russland Verständnis haben soll/muss? Für den Überfall auf Nachbarstaaten wird es von mir kein Verständnis geben. Also: Verständnis wofür?
Zuletzt geändert von Tom Bombadil am Do 5. Nov 2015, 15:18, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: "Russlandversteher"

Beitragvon Yossarian » Do 5. Nov 2015, 15:22

Im englischen und amerikanischen Kulturkreis wird der "Putinversteher" übrigens als Putinfluffer" bezeichnet.
Können wir gerne übernehmen wenn das bevorzugt wird.
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Re: "Russlandversteher"

Beitragvon schokoschendrezki » Do 5. Nov 2015, 15:31

Tom Bombadil » Do 5. Nov 2015, 16:17 hat geschrieben:Ach du Schande, der 9/11-Bröckers mit seiner antisemitischen Verschwörungstheorie, ein feiner "Kronzeuge" :D :D :D

Zur Erinnerung: Einstein sprach im Zusammenhang mit der Quantenphysik von "spukhafter Fernwirkung" und hat ihre Relevanz bis ans Lebensende bezweifelt. Wollen wir jetzt einen Thread über die Irrelevanz der Relativitätstheorie aufmachen?
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Re: "Russlandversteher"

Beitragvon DarkLightbringer » Do 5. Nov 2015, 15:43

Es ist fester Bestandteil der staatlichen russischen Propaganda, jede Regime-Kritik und auch jeden kritischen Russen der Russophobie zu bezichtigen.
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Re: "Russlandversteher"

Beitragvon Tom Bombadil » Do 5. Nov 2015, 15:56

schokoschendrezki » Do 5. Nov 2015, 15:31 hat geschrieben:Zur Erinnerung: Einstein sprach im Zusammenhang mit der Quantenphysik von "spukhafter Fernwirkung" und hat ihre Relevanz bis ans Lebensende bezweifelt. Wollen wir jetzt einen Thread über die Irrelevanz der Relativitätstheorie aufmachen?

Kannst du machen, ist mir völlig wumpe, hat nur nichts mit dem Thema zu tun. Oder hat sich Einstein zu Putins imperialen Bestrebungen geäußert?
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Re: "Russlandversteher"

Beitragvon DarkLightbringer » Do 5. Nov 2015, 16:02

Yossarian » Donnerstag 5. November 2015, 15:22 hat geschrieben:Im englischen und amerikanischen Kulturkreis wird der "Putinversteher" übrigens als Putinfluffer" bezeichnet.
Können wir gerne übernehmen wenn das bevorzugt wird.

Der Ausdruck ist aber wenig galant. Oder wie ist das gemeint - durch Überhöhung Putins zum russischen Gott wird das schlaffe Russland wieder groß?
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Re: "Russlandversteher"

Beitragvon schokoschendrezki » Do 5. Nov 2015, 16:12

Tom Bombadil » Do 5. Nov 2015, 16:56 hat geschrieben:Kannst du machen, ist mir völlig wumpe, hat nur nichts mit dem Thema zu tun. Oder hat sich Einstein zu Putins imperialen Bestrebungen geäußert?


Die Analogie als rhetorischer Begriff bezeichnet ein Stilmittel, in welchem ähnliche Strukturen oder Sachverhalte in einen Zusammenhang gestellt werden. Zwischen zwei Dingen besteht eine Analogie, wenn sie sich durch ein Merkmal ähnlich sind, auch wenn sie sich in anderen Merkmalen unterscheiden können.


Im übrigen, um zum Thema zu kommen. Ich habe das Buch von Broeckers/Schreyer gelesen. Die Analyse der Mechanismen der hiesigen Mediengesellschaft haben mich da eher überzeugt als die Analyse der russischen Politik und des Ukrainekonflikts. Sich diesen Mechanismen der Mainstreamisierung entgegenzustellen, und sei es durch eine solch eigentlich eher etwas kindische Selbstbezeichnung wie "Putinversteher" ist sicher kein hinreichendes Kriterium für Glaubwürdigkeit. Aber ein notwendiges ganz bestimmt.
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Re: "Russlandversteher"

Beitragvon Tom Bombadil » Do 5. Nov 2015, 16:31

Dein Versuch einer Analogie geht weit am Ziel vorbei, alleine Einstein in Verbindung mit Bröckers zu nennen... :D :D :D

Und wenn Bröckers meint, Medienkritik betreiben zu müssen, dann kann er das gerne tun, in meinen Augen ist diese Person komplett unglaubwürdig, völlig unabhängig von seiner Meinung zu Russland.
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Re: "Russlandversteher"

Beitragvon Yossarian » Do 5. Nov 2015, 16:46

DarkLightbringer » Do 5. Nov 2015, 17:02 hat geschrieben:Der Ausdruck ist aber wenig galant. Oder wie ist das gemeint - durch Überhöhung Putins zum russischen Gott wird das schlaffe Russland wieder groß?


Ich fürchte nein, der neologismus hat wenig von seinem ursprünglichen kontext verloren. Nicht dass ich ihn unpassend finde, wenn auch ein wenig vulgär.
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Re: "Russlandversteher"

Beitragvon robro43 » Do 5. Nov 2015, 17:04

schokoschendrezki » Do 5. Nov 2015, 15:08 hat geschrieben:Wobei ich zwischen "Russlandversteher" und "Putinversteher" noch einen gewissen Unterschied sehe. "Russland verstehen" bezieht sich ganz sicher nur auf den Erkenntnisaspekt des "Verstehens". Putin dagegen ist nicht nur ein Dämon, eine politische Figur, das abstrakte Synonym für einen autokratischen Machtapparat sondern eben auch eine Person aus Fleisch und Blut. Und da bedeutet "Verstehen" bis zu einem gewissen Grad mindestens auch ein Sich-Hineinversetzen-können, was zwangsläufig auch einen gewissen Grad an Empathie mit einschließt.


Ich halte mich für einen "Putinversteher" ohne alles zu billigen was er veranlasst obwohl ich ihm erstaunlich rationales und besonnenes agieren zubillige im Gegensatz zu vielen anderen Staatslenkern die mehr auf Krawall gebürstet zu sein scheinen. Sein Bestreben in Syrien die verfeindeten Gruppen
an den Verhandlungstisch zu bringen um eine Allianz gegen die Bedrohung durch islamistische Terrororganisationen zu schmieden sehe ich uneingeschränkt positiv.

Russland verstehen zu wollen halte ich für erheblich schwieriger, zwischen dem Jelzin-Russland
und dem Putin-Russland liegen Welten wobei ich Russland mit Putin für stabiler, verlässlicher und
berechenbarer halte, es könnte sich für "den" Westen lohnen Putin ernster zu nehmen und ihm auf Augenhöhe zu begegnen auch zu Gunsten des Weltfriedens um den ich fürchte.
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Re: "Russlandversteher"

Beitragvon frems » Do 5. Nov 2015, 17:06

Verstehen -- auch im Sinne von "Verständnis haben" statt "nachvollziehen können" -- und verehren sind in der deutschen Sprache zwei unterschiedliche Dinge.
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Re: "Russlandversteher"

Beitragvon Fadamo » Do 5. Nov 2015, 17:47

zollagent » Do 5. Nov 2015, 15:03 hat geschrieben:Ob das auch auf die hier so definierten "Putinversteher" zutrifft? Wenn man die Beiträge so liest, die eigentlich immer in die Richtung tendieren, daß Russland ja "ein gewisses Recht hätte", weil man in seinen Hinterhof eingreift, weil man es einkreist, weil man "Russland hasst" und daraus eine Berechtigung zum Bruch internationalen Rechts ableiten oder zumindest andeuten, dann sehe ich hier mehr Einverständnis als Verständnis.


Da kannste auf russland wettern wie du willst,der russe ist der gute .
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Re: "Russlandversteher"

Beitragvon frems » Do 5. Nov 2015, 17:53

Fadamo » Do 5. Nov 2015, 17:47 hat geschrieben:
Da kannste auf russland wettern wie du willst,der russe ist der gute .

Ist er ja von Natur aus immer.
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