Der Kuscheljustiz-Urteile Strang

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relativ
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Re: Der Kuscheljustiz-Urteile Strang

Beitragvon relativ » Di 23. Jun 2015, 15:32

Makumba » Mo 22. Jun 2015, 23:38 hat geschrieben:
Junge, der Versuch ist strafbar. Die haben doch alles in Kauf genommen!
Sollen die jetzt weniger Strafe bekommen, nur weil das OPFER glück hatte?
Dann beim nächsten Mal länger in den Knast, oder wie?


Das wr versuchter Mord, aus niedrigsten Beweggründen.


Meinen tiefsten Respekt an die Frau, sie hatte bis zum Letzten Widerstand geleistet.

Und diesen Widerstand hatten die täter mit allerbrutalster Gewalt über Minuten hinweg gebrochen.
Das kannst du armes Würstchen dir gar nicht vorstellen.


Wer das Urteil zu hoch findet, sollte mal ganz schnell wieder klarkommen.
[...]

Subjektiv stimme ich dir völlig zu, aber man sollte dabei nicht vergessen, daß ein Strafrecht wie unseres auch die Möglichkeit der Resozialisierung beinhaltet. Gerade bei Jungen Menschen ist dies nicht zu vernachlässigen, denn sind Strafen zu Hoch bzw. zu lang, kann man das mit einer möglichen Resozialisierung wohl eher vergessen. Dann sollte man eher auf ein System umschwenken, welches bei solchen Delikten gleich lebenslange Haftstrafen, bzw. sehr lange Haftstrafen mit sich bringt.
Die Frage ist auch, ob man damit dann solche Taten eher verhindert, oder ob nicht sogar die Tötungshemmschwelle bei solchen Delikten niedriger wird.
Das Banale braucht man nicht zu schälen.
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Re: Der Kuscheljustiz-Urteile Strang

Beitragvon Atheist » Di 23. Jun 2015, 16:17

Provokateur » Di 23. Jun 2015, 15:20 hat geschrieben:Skrupellosigkeit, Kraft, Geistesgegenwart, Erfahrung (auch Kampfsportkenntnisse zähle ich hier zu) und Kreativität sind die Faktoren, die bei Handgreiflichkeiten zum Erfolg führen. Gewicht und Größe spielen eine Rolle, aber sie treten hinter diesen Faktoren zurück.
Wenn wir den genannten Faktoren numerische Werte für beide Kontrahenten zuweisen und diese dann addieren, finden wir recht sicher heraus, wer von beiden in einem unbewaffneten Kampf Erfolg haben wird.
Dann gibt es noch temporäre Faktoren wie Einfluss von Substanzen, Verletzungen, Stimmung, Hunger, Durst und Müdigkeit. Auch diese haben Einfluss auf den Ausgang der Auseinandersetzung, zudem natürlich das Gelände und die Kleidung.

Das alleine am Gewicht fest zu machen ist jedenfalls ziemlich hirnrissig.

Edit: Die Anbahnung habe ich vergessen. All dieses Aufrechnen nützt nichts, wenn der unterlegene Kontrahent ohne Vorwarnung dem Überlegenen von hinten die Nüsse unter die Nippel kickt.


Warum gibt es dann beim Boxen unterschiedliche Gewichtsklassen, wenn das Gewicht so unerheblich ist und problemlos durch neurophysiologische oder physiologische, jedoch nicht gewichtbezogene Eigenschaften verdrängt werden kann?
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Re: Der Kuscheljustiz-Urteile Strang

Beitragvon Provokateur » Di 23. Jun 2015, 16:34

Weil Boxen keine Straßenprügelei, sondern ein streng reglementierter Sport ist, der von trainierten Athleten unter kontrollierten Bedingungen nur mit ganz bestimmten Techniken durchgeführt wird.
Harry riss sich die Augen aus dem Kopf und warf sie tief in den Wald. Voldemort schaute überrascht zu Harry, der nun nichts mehr sehen konnte.
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Re: Der Kuscheljustiz-Urteile Strang

Beitragvon GG146 » Mi 24. Jun 2015, 01:31

Es ging bei der von mir zitierten Urteilskritik des Prof. Erb nicht darum, wer die besseren Chancen bei einer Schlägerei hat, sondern um die Behauptung des Gerichts, dass der Verteidiger wegen seines Gewichts quasi ohne jede Eigengefährdung schonend mit dem Angreifer hätte umgehen können. Das ist nämlich die Voraussetzung dafür, eine Überschreitung des Notwehrrechts auszuurteilen. Wenn der Verteidiger mit der Wahl eines milderen Mittels überhaupt ein höheres Risiko für sich selbst eingehen muss, ist ihm das nicht zuzumuten, das schärfere Mittel ist dann legal. Deshalb hat der Prof. sich so erbittert über das Urteil geäussert, das Gericht hatte ernsthaft behauptet, dass der dicke Verteidiger ganz locker und völlig risikolos den schmaleren Straßenschläger hätte wegschubsen können. So einen brüllenden Justiz - Unfug kann man nicht oft genug anprangern.

Siehe auch:

http://www.heise.de/tp/artikel/31/31167/1.html
Zuletzt geändert von GG146 am Mi 24. Jun 2015, 01:31, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Der Kuscheljustiz-Urteile Strang

Beitragvon Cat with a whip » Di 28. Jul 2015, 19:06

http://www.tagesspiegel.de/weltspiegel/ ... 14526.html

:)

Ist aber typisch für BRD-Urteile wo reale Schmerzen von Menschen weniger wert sind als ne Beule im Kotflügel des heiligen Blechs mit vier Gummirädern.
Zuletzt geändert von Cat with a whip am Di 28. Jul 2015, 19:06, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Der Kuscheljustiz-Urteile Strang

Beitragvon Amtsschimmel » Di 28. Jul 2015, 19:42

Cat with a whip » Di 28. Jul 2015, 19:06 hat geschrieben:http://www.tagesspiegel.de/weltspiegel/urteil-in-hannover-stuhl-weggezogen-schueler-muss-kein-schmerzensgeld-zahlen/12114526.html

:)

Ist aber typisch für BRD-Urteile wo reale Schmerzen von Menschen weniger wert sind als ne Beule im Kotflügel des heiligen Blechs mit vier Gummirädern.


Das hat doch nur ein Geschmäckle, weil das Opfer zufällig Bluter ist. Ansonsten: Lächerliche, irrelevante und alltägliche Schulhänselei, die normalerweise keine S.. interessiert.
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Re: Der Kuscheljustiz-Urteile Strang

Beitragvon nichtkorrekt » Fr 7. Aug 2015, 18:10

Hat jemand von diesem Fall mitbekommen:

http://www.welt.de/vermischtes/article1 ... twehr.html

Rund ein Jahr nach dem gewaltsamen Tod eines Ehepaares in Maintal (Main-Kinzig-Kreis) hat das Landgericht die beiden Angeklagten freigesprochen. Die Staatsanwaltschaft hatte einem 61 Jahre alten Mann und seinem 30-jährigen Sohn Mord beziehungsweise Totschlag vorgeworfen. Die beiden hatten zwar eingeräumt, das Vermieter-Paar im Juni 2014 getötet zu haben, beriefen sich aber auf Notwehr. Die Version der beiden Männer sei nicht zu widerlegen gewesen, sagte der Vorsitzende Richter Peter Graßmück am Mittwoch. "Es gab keine unmittelbaren Tatzeugen, aber es ist ausgeschlossen, jemanden aufgrund bloßer Spekulationen zu verurteilen."


Wie denkt ihr darüber? Ich habe dazu keine Meinung, weil bislang nichts davon mitbekommen hatte, aber ein Freispruch unter diesen Bedingungen ist schon krass, wir hatten ja schon des Öfteren die Diskussion wie weit Notwehr gehen darf.
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Re: Der Kuscheljustiz-Urteile Strang

Beitragvon Provokateur » Fr 7. Aug 2015, 21:01

In dubio pro reo galt hier. Jemand mit der entsprechenden Physis könnte 17 panische Messerstiche schon brauchen, um zu Boden zu gehen.

Aber es ist zumindest fraglich.
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Re: Der Kuscheljustiz-Urteile Strang

Beitragvon GG146 » Sa 8. Aug 2015, 00:20

Provokateur » Fr 7. Aug 2015, 21:01 hat geschrieben:In dubio pro reo galt hier. Jemand mit der entsprechenden Physis könnte 17 panische Messerstiche schon brauchen, um zu Boden zu gehen.

Aber es ist zumindest fraglich.


Das könnte ein anderer Richter aber seeeehr leicht ausschließen - mit einem Halbsatz in der Urteilsbegründung. Bei Schüssen in den Rücken brauchen den Angeklagten nicht wohlgesonnene Richter auch nicht mehr als einen Halbsatz, um Notwehr auszuschließen:

(...)

Die Kammer billigte ihm Notwehr zu - und dem Vater Nothilfe. Der Mann war laut Verteidigung eingeschritten, als die Frau seinen Sohn mit einem Beil attackierte. Er erschoss sie aus zwei Metern Entfernung. Was nach Ansicht der Nebenklage entschieden gegen die Notwehr-These spricht: Zwei Schüsse hätten die Frau von hinten getroffen.

(...)


http://hessenschau.de/panorama/freispru ... h-100.html

Das Urteil ist aber kein Einzelfall, ab und zu sehen sich Richter aus kaum nachvollziehbaren Gründen veranlasst, Notwehrlagen anzunehmen, wo nach menschlichem Ermessen und nach der üblichen Rechtsprechung beim besten Willen keine Notwehr vorliegen kann:

http://www.spiegel.de/panorama/justiz/e ... 95678.html

Umgekehrt wird die Notwehr ab und zu verleugnet, wo sie eindeutig vorliegt:

http://www.heise.de/tp/artikel/31/31167/1.html

Unter dem Strich all dieser Urteile kommt das schlechtestmögliche Arbeitsergebnis heraus, das Richter abliefern können: totale Rechtsunsicherheit bei den Normalbürgern, den Adressaten des Rechts.

Derzeit muss es jedem Normalbürger in einer Gefahrensituation als pure Frage von Glück oder Pech vorkommen, ob er sich mit Widerstand gegen eine rechtswidrige Aggression selbst strafbar macht oder nicht. Richter, die für so eine Situation verantwortlich zeichnen, sind für ihren Beruf schlichtweg ungeeignet.
Zuletzt geändert von GG146 am Sa 8. Aug 2015, 00:30, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Der Kuscheljustiz-Urteile Strang

Beitragvon nichtkorrekt » Sa 8. Aug 2015, 10:27

Provokateur » Fr 7. Aug 2015, 20:01 hat geschrieben:In dubio pro reo galt hier. Jemand mit der entsprechenden Physis könnte 17 panische Messerstiche schon brauchen, um zu Boden zu gehen.

Aber es ist zumindest fraglich.


Oft sind ja ausgerechnet die abstrusesten Geschichten wahr und es stimmt schon, dass ihnen wohl niemand geglaubt hätte - umso erstaunlicher, dass sie jetzt freigesprochen wurden. Ich bin in diesem Fall indifferent, krass ist es schon, zumal sie die Pistole denke ich nicht hätten mit sich führen dürfen - hatten sie sie legal besessen?
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Re: Der Kuscheljustiz-Urteile Strang

Beitragvon Ammianus » Sa 8. Aug 2015, 11:33

nichtkorrekt » Sa 8. Aug 2015, 09:27 hat geschrieben:
Oft sind ja ausgerechnet die abstrusesten Geschichten wahr und es stimmt schon, dass ihnen wohl niemand geglaubt hätte - umso erstaunlicher, dass sie jetzt freigesprochen wurden. Ich bin in diesem Fall indifferent, krass ist es schon, zumal sie die Pistole denke ich nicht hätten mit sich führen dürfen - hatten sie sie legal besessen?


Und das mit der Pistole ist nur eine Sache die nicht aus dem doch kurzen Zeitungsartikel hervorgeht. Grob kann ich nur sagen, dass ich in so einem Verfahren nicht Richter sein möchte. Und der dürfte einen ganzen Berg Gutachten und Protokolle auf dem Tisch haben. Für einen Laien dürfte es eigentlich kaum möglich sein. So eine wirkliche Entscheidung zu treffen.

Es gibt tatsächlich Verfahren, bei denen der Angeklagte nicht wegen unerlaubten Waffenbesitz bestraft wurde, weil er die Waffe in Notwehr verwandte.
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Re: Der Kuscheljustiz-Urteile Strang

Beitragvon Provokateur » Sa 8. Aug 2015, 12:46

nichtkorrekt » Sa 8. Aug 2015, 10:27 hat geschrieben:
Oft sind ja ausgerechnet die abstrusesten Geschichten wahr und es stimmt schon, dass ihnen wohl niemand geglaubt hätte - umso erstaunlicher, dass sie jetzt freigesprochen wurden. Ich bin in diesem Fall indifferent, krass ist es schon, zumal sie die Pistole denke ich nicht hätten mit sich führen dürfen - hatten sie sie legal besessen?


Auf eigenem, umfriedeten Grund und Boden darfst du ohne Erlaubnis eine legal besessene Schusswaffe geladen und schussbereit mit dir führen. Und wenn du 20 Hektar eingezäunt hast, kannst du überall da deine Pistole im Holster bei dir tragen.
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Re: Der Kuscheljustiz-Urteile Strang

Beitragvon Amtsschimmel » Sa 8. Aug 2015, 16:04

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Re: Der Kuscheljustiz-Urteile Strang

Beitragvon nichtkorrekt » So 9. Aug 2015, 09:08

Provokateur » Sa 8. Aug 2015, 11:46 hat geschrieben:
Auf eigenem, umfriedeten Grund und Boden darfst du ohne Erlaubnis eine legal besessene Schusswaffe geladen und schussbereit mit dir führen. Und wenn du 20 Hektar eingezäunt hast, kannst du überall da deine Pistole im Holster bei dir tragen.


Aber es waren doch die Vermieter die getötet wurden, demnach kann es ja garnicht der eigene Grund des Schützen gewesen sein. Bin allerdings mit den Einzelheiten des Falls nicht vertraut.
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Re: Der Kuscheljustiz-Urteile Strang

Beitragvon Provokateur » So 9. Aug 2015, 12:37

Auch der Mieter hat Hausrecht, und solange ein gültiger Mietvertrag besteht, gelden diese Rechte auch für den Mieter. Du darfst als Mieter so einiges:
http://www.welt.de/vermischtes/article128723274/Mieter-darf-Vermieterin-aus-der-Wohnung-werfen.html
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Re: Der Kuscheljustiz-Urteile Strang

Beitragvon jack000 » Mo 24. Aug 2015, 18:57


Interessanter Beitrag ... das wurde doch immer anders verkauft?
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Re: Der Kuscheljustiz-Urteile Strang

Beitragvon jack000 » Mo 24. Aug 2015, 19:04

Waiblingen - Der Gewaltausbruch war heftig. Erst beschimpfte Jochen V. (alle Namen geändert) seine Ex-Freundin als „Hure und „Schlampe“, dann packte er sie am Hals und schlug 20 Minuten lang auf sie ein. Doch dem nicht genug. Nur wenige Stunden zuvor versetzte er dem gemeinsamen Sohn Karsten L. 20 Faustschläge ins Gesicht.

Kürzlich musste sich Jochen V. nun wegen beider Vorfälle vor dem Amtsgericht Waiblingen verantworten. Die Anklage lautete: Körperverletzung und schwere Körperverletzung. Der 54-Jährige wollte sich allerdings nicht persönlich zu den beiden Vorfällen, die in der Nacht vom 6. auf den 7. Dezember vergangenen Jahres passiert sind, äußern. Über seinen Verteidiger ließ er jedoch ausrichten, dass er alle Vorwürfe einräumt.

Die Richterin Bidell konnte sich anhand verschiedener Fotos ein Bild von den Verletzungen machen. Anita L. hatte während des 20-minütigen Martyriums Hämatome, Schnittverletzungen und eine Nasenbeinfraktur erlitten. In ihrer Fellbacher Wohnung wurde sie gegen 3 Uhr vor allem mit Faustschlägen ins Gesicht und Tritten in den Bauch traktiert.

Der Täter droht mit Vergewaltigung

Doch der Gewalt nicht genug. Wie der Staatsanwalt in der Anklageschrift verlas, schlug Jochen V. auch mehrfach mit einem Setzkasten auf seine frühere Partnerin ein. Dieser war mit kleinen Parfümflaschen gefüllt. Auch mit einem Glaswindlicht soll er auf das Opfer eingedroschen haben. Außerdem soll er ihr die Kleider vom Leib gerissen und mit einer Vergewaltigung gedroht haben.

Wieso der Angeklagte das getan habe, wollte die Vorsitzende des Gerichts wissen. Der Verteidiger betonte, dass es im Vorfeld familiäre Spannungen gab.

[...]
Das Verhältnis zwischen Jochen V. und seiner Ex-Partnerin ist schon seit längerer Zeit gestört. „Sie hat mich immer wieder belogen und betrogen“, sagte der Angeklagte. „Ich habe sie auch zweimal in flagranti erwischt.“ In der Tatnacht war er alkoholisiert. Rund 1,2 Promille soll er im Blut gehabt haben, berichtete sein Verteidiger. Der Angeklagte, der eine Zeitarbeitsfirma leitet, entschuldigte sich vor Gericht. „Ich habe rot gesehen“, sagte er. „Ich bedauere den Vorfall außerordentlich.“ Sein Geständnis kürzte das Verfahren ab, da auf die Befragung von Zeugen verzichtet werden konnte.

Der Staatsanwalt forderte eine Gesamtfreiheitsstrafe von einem Jahr und acht Monaten. Dem Vertreter der Anklage missfiel vor allem, dass Jürgen V. schon einmal wegen Körperverletzung vor Gericht stand. Insgesamt fünf Eintragungen hat der Stuttgarter im Bundeszentralregister – darunter Diebstahl und Betrug.

Die Richterin Bidell verurteilte Jürgen V. zu einer Gesamtfreiheitsstrafe von einem Jahr, die auf drei Jahre zur Bewährung ausgesetzt wird. Zudem muss der Angeklagte 4000 Euro an eine gemeinnützige Einrichtung zahlen.


Und jetzt kommts:
Das relativ milde Urteil begründete die Vorsitzende des Gerichts damit, dass Jürgen V. eine günstige Sozialprognose habe.

http://www.stuttgarter-zeitung.de/inhal ... df275.html

Letzteres hatten die Verantwortlichen wohl auch immer gedacht ... Aber in diesem Fall reicht ein Brutto-Monatsgehalt und die Sache ist vom Tisch!
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Re: Der Kuscheljustiz-Urteile Strang

Beitragvon jack000 » Mi 26. Aug 2015, 17:46

Baby fast totgeschlagen: 600 Euro Geldstrafe

BOCHUM Atemnot, Krämpfe, Hirnblutungen: Vor einem Jahr wäre ein Baby aus Bochum fast gestorben. Am Montag stand der Vater des Babys wegen Kindesmisshandlung vor Gericht. Herausgekommen ist schließlich aber nur eine kleine Geldstrafe.

https://www.ruhrnachrichten.de/staedte/ ... 53?ref=yfp
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Re: Der Kuscheljustiz-Urteile Strang

Beitragvon Marie-Luise » Mi 26. Aug 2015, 18:44

Provokateur » Di 23. Jun 2015, 16:34 hat geschrieben:Weil Boxen keine Straßenprügelei, sondern ein streng reglementierter Sport ist, der von trainierten Athleten unter kontrollierten Bedingungen nur mit ganz bestimmten Techniken durchgeführt wird.


In der Türkei hat ein kuwaitisch-irischer Tourist (Boxer) es mit einer ganzen Reihe von Geschäftsinhabern aufgenommen und sie in die Flucht geschlagen:

http://www.hurriyetdailynews.com/video- ... sCatID=341
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Re: Der Kuscheljustiz-Urteile Strang

Beitragvon GG146 » Do 17. Sep 2015, 20:16

Der hat 8 Jahre Knast bekommen und läuft anschließend frei in Deutschland herum? :mad2: :mad2: :mad2:

Er stach mit einem Messer auf eine Beamtin ein

Polizei erschießt Terroristen in Berlin

(...)

Oberstaatsanwalt Dirk Feuerberg bestätigte auf einer Pressekonferenz: „Bei der getöteten Person handelt es um einen uns bekannten irakischen Staatsbürger, der 2008 wegen Mitgliedschaft in einer ausländischen terroristischen Vereinigung zu acht Jahren Haft verurteilt wurde.“

(...)


http://www.bild.de/news/inland/terroris ... .bild.html

Der hätte zwingend ausgewiesen werden müssen:

§ 53 Zwingende Ausweisung

Ein Ausländer wird ausgewiesen, wenn er

1. wegen einer oder mehrerer vorsätzlicher Straftaten rechtskräftig zu einer Freiheits- oder Jugendstrafe von mindestens drei Jahren verurteilt worden ist oder wegen vorsätzlicher Straftaten innerhalb von fünf Jahren zu mehreren Freiheits- oder Jugendstrafen von zusammen mindestens drei Jahren rechtskräftig verurteilt oder bei der letzten rechtskräftigen Verurteilung Sicherungsverwahrung angeordnet worden ist,

(...)


http://dejure.org/gesetze/AufenthG/53.html

An der Stelle der Polizeibeamtin würde ich die A ... cher von der Ausländerbehörde verklagen! :mad2:

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