Strafrecht: "Lebenslänglich" abschaffen?

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Tantris
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Re: Strafrecht: "Lebenslänglich" abschaffen?

Beitragvon Tantris » Di 3. Mär 2015, 23:58

Makumba » Mi 4. Mär 2015, 00:13 hat geschrieben:
Ich schrieb MÖRDER und nicht "tatverdächtiger", also ist schuld und umstände der tat bekannt.

seltsame logik... und warum erscheinen dir 5 jahre pauschalstrafe für mörder als besonders streng? Kommt mir eher wie eine verweichlichtung vor.

Sammel dich mal, wisch dir den schaum vorm mund weg und überlege, was du uns eigentlich sagen willst!


thema des stranges ist strafe und nicht beweisführung.


du meinst, deswegen brauchst du ncihts belegen? :)

junger freund, dein wunsch recht und freiheit abzuschaffen können wir leider nicht unterstützen.
Zweiundvierzig

Re: Strafrecht: "Lebenslänglich" abschaffen?

Beitragvon Zweiundvierzig » Mi 4. Mär 2015, 00:06

Makumba » Mi 4. Mär 2015, 00:10 hat geschrieben:
Lol. Oh mann, was du immer mit dem Wort "absolut" hast.


Ich persönlich gar nichts, denn ich will dieses systemwidrige und nicht angewendete Relikt aus vergangenen Zeiten abgeschafft sehen. Es ist ohnehin nur ein Zugeständnis an jene Teile der Bevölkerung, die vor diesem Absoluten ehrfurchtsvoll, gottergeben sowie gesenkten Hauptes auf die Knie fallen und befürchten, dass "gerechter und göttlicher Zorn auflodert" (sorry, aber du bleibst mir als der mit dem "lodernden gerechten und göttlichen Zorn" in Erinnerung ;) ). Die Armen sind ja so sehr mit Horror erfüllt und fürchten jederzeit die Heimsuchung der Furien, sollten sie sich eines Verstoßes gegen die "göttliche Ordnung" schuldig machen, dass ich durchaus empathisches Verständnis für deren emotionale Befindlichkeit aufbringe. Dennoch verbietet es mir mein Verstand, dieses verfassungswidrige Element als heilsamen und tröstenden Seelenbalsam für die zuvor Genannten beizubehalten. Denn es ist weder mit konkreten Artikeln des Grundgesetzes noch mit dem Wertegefüge, das ihm innewohnt und welches auch auf jeden im dessen Geltungsbereich lebenden Bürger ausgestrahlt wird, vereinbar, den Menschen zum bloßen Mittel staatlichen Handelns abzuwerten. Du kannst es drehen, wie auch immer du willst, doch gegen die Menschenwürdegarantie wirst du argumentativ nicht ankommen.

Welche Strafe (in Jahren) hälst Du denn für die heimtückische Auslöschung eines Menschenleben angemessen?

Interessiert mich.


Na sag mal! Wirst du wohl aufhören, heimtückisch ausgelöschte Menschenleben als argumentatives Mittel zur Durchsetzung privater Rachegelüste und sonstiger barbarischer Rechtsansichten zu missbrauchen? Der Zweck des staatlichen Strafens liegt nicht ausschließlich und auch nicht maßgeblich(!) in der Vergeltung.

Ich stimme dafür, den Strafrahmen bei 25 Jahren zu kappen. Damit liege ich auch bei den üblicherweise genannten 20-25 Jahren, nach denen bei der Haftstrafe die negativen Effekte überwiegen und Aussicht auf positive Verhaltensänderung gegen Null läuft. Dessen unbenommen sollte die Verhängung von Maßregeln zur (Besserung und) Sicherung weiterhin grundsätzlich möglich bleiben.
Zuletzt geändert von Zweiundvierzig am Mi 4. Mär 2015, 00:09, insgesamt 1-mal geändert.
Makumba

Re: Strafrecht: "Lebenslänglich" abschaffen?

Beitragvon Makumba » Mi 4. Mär 2015, 00:16

Zweiundvierzig » Mi 4. Mär 2015, 00:06 hat geschrieben:Du kannst es drehen, wie auch immer du willst, doch gegen die Menschenwürdegarantie wirst du argumentativ nicht ankommen.

.............

Ich stimme dafür, den Strafrahmen bei 25 Jahren zu kappen. Damit liege ich auch bei den üblicherweise genannten 20-25 Jahren, nach denen bei der Haftstrafe die negativen Effekte überwiegen und Aussicht auf positive Verhaltensänderung gegen Null läuft. Dessen unbenommen sollte die Verhängung von Maßregeln zur (Besserung und) Sicherung weiterhin grundsätzlich möglich bleiben.



Das muss ich auch gar nicht.

Nämlich du musst überzeugen.
Wir leben in einer Demokratie. Die Mehrheit der Bevölkerung will diesen Schwachsinn nicht.

Es wird zu einer Revolution kommen, wenn die Bevölkerung das Justizsystem auf Dauer als nicht mehr gerecht empfindet.

Davor freilich werden Volksabstimmungen durchgeführt, und spätestens da stehen Theoretiker wie du alleine auf weiter Flur :)

-.....


Du kappst also den Strafrahmen bei 25 Jahren, weil: danach bringt es angeblich auch nichts mehr und der Inhaftierte bessert sich auch nicht mehr.

Also lässt du die Unverbesserlichen nach 25 Jahren wieder raus?
Warum? Wem tust du damit einen Gefallen?

Könntest DU ruhig schlafen wenn einer der Mörder, das nach alten System in Haft geblieben wäre rückfällig wird? Wäre Dir das egal?

wurden .... 25 Gefangene mit diesem Urteil entlassen, davon vier nach 15 Jahren, einer nach 37 Jahren Haft (längste Haftdauer). Die durchschnittliche Haftzeit zu „lebenslänglich“ Verurteilter beträgt in Bayern 21,84 Jahre. Auch in Niedersachsen stehen nur Zahlen nach Entlassung zur Verfügung. „Statistische Unterlagen zur Vollzugsdauer der Gefangenen werden hier nicht geführt“, sagt die Pressestelle des Justizministeriums. Seit 1982 sind 31 „Lebenslängliche“ in Niedersachsen entlassen worden, 10 davon mit 15 Jahren, einer mit 27 Jahren Haft (längste Haftdauer).

Beispielsweise wurde trotz „besonderer Schwere der Schuld“ einer der Mörder von Walter Sedlmayr nach 16 Jahren entlassen,[3] andererseits ist Hans-Georg Neumann seit mehr als 50 Jahren in Haft.
Zuletzt geändert von Makumba am Mi 4. Mär 2015, 00:23, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Strafrecht: "Lebenslänglich" abschaffen?

Beitragvon Tantris » Mi 4. Mär 2015, 00:21

Makumba » Mi 4. Mär 2015, 01:16 hat geschrieben:

Das muss ich auch gar nicht.

Nämlich du musst überzeugen.
Wir leben in einer Demokratie. Die Mehrheit der Bevölkerung will diesen Schwachsinn nicht.

Es wird zu einer Revolution kommen, wenn die Bevölkerung das Justizsystem auf Dauer als nicht mehr gerecht empfindet.

Davor freilich werden Volksabstimmungen durchgeführt, und spätestens da stehen Theoretiker wie du alleine auf weiter Flur :)

-.....


Also, deine kristallkugel gibt dir recht. Sonst noch was?


Du kappst also den Strafrahmen bei 25 Jahren, weil: danach bringt es angeblich auch nichts mehr und der Inhaftierte bessert sich auch nicht mehr.

Also lässt du die Unverbesserlichen nach 25 Jahren wieder raus?
Warum? Wem tust du damit einen Gefallen?

Könntest DU ruhig schlafen wenn einer der Mörder, das nach alten System in Haft geblieben wäre rückfällig wird? Wäre Dir das egal?


Der einzelfall wird natürlich geprüft und nicht jeder ist über 70 noch gefährlich.




Beispielsweise wurde trotz „besonderer Schwere der Schuld“ einer der Mörder von Walter Sedlmayr nach 16 Jahren entlassen,[3] andererseits ist Hans-Georg Neumann seit mehr als 50 Jahren in Haft.
[/quote]

...und hat er seitdem noch viele umgebracht?

nein?

also... deine theorie haut schon beim ersten von dir selbet gewählten fall nicht hin.

gibt dir das zu denken?
Zweiundvierzig

Re: Strafrecht: "Lebenslänglich" abschaffen?

Beitragvon Zweiundvierzig » Mi 4. Mär 2015, 00:23

Makumba » Mi 4. Mär 2015, 01:16 hat geschrieben:Das muss ich auch gar nicht.

Nämlich du musst überzeugen.
Wir leben in einer Demokratie. Die Mehrheit der Bevölkerung will diesen Schwachsinn nicht.

Es wird zu einer Revolution kommen, wenn die Bevölkerung das Justizsystem auf Dauer als nicht mehr gerecht empfindet.

Davor freilich werden Volksabstimmungen durchgeführt, und spätestens da stehen Theoretiker wie du alleine auf weiter Flur :)


Noch nicht gehört? Revolution fällt erst mal aus. :rolleyes:

Später vielleicht, irgendwann mal...

Makumba » Mi 4. Mär 2015, 01:16 hat geschrieben:
Du kappst also den Strafrahmen bei 25 Jahren, weil: danach bringt es angeblich auch nichts mehr und der Inhaftierte bessert sich auch nicht mehr.

Also lässt du die Unverbesserlichen nach 25 Jahren wieder raus?
Warum? Wem tust du damit einen Gefallen?

Könntest DU ruhig schlafen wenn einer der Mörder, das nach alten System in Haft geblieben wäre rückfällig wird? Wäre Dir das egal?



Willst du nun von Einzelfällen auf Allgemeinheiten induzieren, um der wischi-waschi Kuscheljustiz Unfähigkeit unterzujubeln?
Makumba

Re: Strafrecht: "Lebenslänglich" abschaffen?

Beitragvon Makumba » Mi 4. Mär 2015, 00:29

Nö, ich zieh mich jetzt raus aus der Diskussion.
Von meiner Seite aus ist alles gesagt.

Von deiner Seite auch. En Menschenleben ist für dich maximal 25 Jahre wert.

Ich finde, Lebenslänglich sollte Lebenslänglich bleiben.

Das begründe ich damit, das man ein Menschenleben nicht in Jahren aufwiegen kann. Das hat auch etwas mit der unantastbaren Würde des Menschen zu tun.
Jede Zahl, so hoch oder niedrig sie auch sein mag, erscheint mir fehl am Platze und setzt sich immer über den einzeln zu betrachtenden, individuellen Fall hinweg. :)


Ich bedanke mich dennoch für die Diskussion, das Zusammentragen und Lesen von Geschichten und Fakten hat mir Freude bereitet und ich habe etwas dazugelernt. :)
Zuletzt geändert von Makumba am Mi 4. Mär 2015, 00:31, insgesamt 2-mal geändert.
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Re: Strafrecht: "Lebenslänglich" abschaffen?

Beitragvon Zweiundvierzig » Mi 4. Mär 2015, 00:35

Makumba » Mi 4. Mär 2015, 01:29 hat geschrieben:Nö, ich zieh mich jetzt raus aus der Diskussion.
Von meiner Seite aus ist alles gesagt.

Von deiner Seite auch. En Menschenleben ist für dich maximal 25 Jahre wert.

Ich finde, Lebenslänglich sollte Lebenslänglich bleiben.

Das begründe ich damit, das man ein Menschenleben nicht in Jahren aufwiegen kann. Das hat auch etwas mit der unantastbaren Würde des Menschen zu tun.
Jede Zahl, so hoch oder niedrig sie auch sein mag, erscheint mir fehl am Platze und setzt sich immer über den einzeln zu betrachtenden, individuellen Fall hinweg. :)


Ich bedanke mich dennoch für die Diskussion, das Zusammentragen und Lesen von Geschichten und Fakten hat mir Freude bereitet und ich habe etwas dazugelernt. :)


Na, noch ein letztes(?) Mal den Täter als Mittel zum Zweck missbraucht? ;)

Na dann mal bis bald, der mit dem lodernden göttlichen Zorn. :D
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Re: Strafrecht: "Lebenslänglich" abschaffen?

Beitragvon Der Neandertaler » Do 5. Mär 2015, 08:30

Hallo zusammen.
Als gelernter Berufskraftfahrer, der immer auf dem neuesten Stand bleiben will ... bleiben muß, bin ich es gewohnt, mit Gesetzen umzugehen. Dabei kommt mir schon ab und an auch das Ein oder Andere zusätzlich unter. Allerdings ist dies hier behandelte Thema nichts, womit ich mich bisher sehr intensiv beschäftigt habe - Rechenschaftsberichte habe ich zur Kenntnis genommen ... hab sie aber ebenso schnell wieder vergeßen. Die Thematik mir ist vom Grundsatz her aber schon bewußt - ebenso der (grobe) Zusammenhang. Um auch hier einigermaßen auf Augenhöhe diskutieren zu können (wir haben hier jemanden, der anscheinend recht gut mit Statistiken umgehen kann, diese entsprechend lesen und wissenschaftlich korrekt auswerten kann), deswegen habe ich mich erst etwas intensiver einlesen müssen.

Grundlage, dies betont er jedenfalls immer, sei eine Statistik des BKA, die besagt, daß "Gewalttaten ... in der BRD 100% mehr ... seit 1980" geworden seien. Die Hintergründe, die eventuell dazu geführt haben könnten, zählen in seinen Augen nicht - er setzt lediglich auf Abschreckung durch harte Strafen. Wenn allerdings der Sicherheitsgedanke im Vordergrund steht (und dies sollte immer der Fall sein!), kommt man um Prävention nicht herum ... zu wissen, warum dies geschah, damit dies etwa zukünftig verhindert werden kann.

Nun habe ich mir diese Statistik mal etwas genauer angesehen. Das heißt: Ich habe eine andere Statistik gefunden, die, wie ich finde, besser aufgemacht ist - weil graphisch dargestellt. (nackte Zahlen sind so dröge!)
    (Ich hätte gerne die Graphik veröffentlicht - ging aber nicht, also muß jeder selber lesen!)
Bevor nun der berechtigte Einwand kommt, diese Seite sei aber nicht vom BKA! Stimmt! Diese fußt aber auf Daten des BKA.
Statista - Das Statistik-Portal hat geschrieben:Basis der Erhebung ist die Polizeiliche Kriminalstatistik, die vom Bundeskriminalamt erstellt wird.
In dieser Statistik sind alle "registrierten Straftaten in Deutschland von 1987 bis 2013" berücksichtigt. Die Aussage, daß seit 1980 die Straftaten gestiegen sind, ist nicht von der Hand zu weisen, ...
Da in dieser Statistik nur die allgemeinen Straftaten (also ohne Auswertung nach Bereichen) berücksichtigt sind, geht Wachstum einzelner Bereiche (Körperverletzung etwa, etc.) daraus nicht hervor. Sicher ist, daß zumindest die Intensität - also die Härte der Gewalt zugenommen hat - die Straftaten allgemein sind aber kontinuierlich zurückgegangen. Dabei kommt es, wie es bei Statistiken eben so ist, immer auf den Betrachtungszeitraum an. Gestiegen sind die Gewalttaten in der Tat:
    seit 1987 - von knapp 4,5 Mill. auf knapp 6 Mill. im Jahre 2013.
"alle registrierten Straftaten" heißt aber auch, daß darin Körperverletzung ebenso vertreten ist, wie etwa Verstöße gegen Asylgesetze oder Paßvergehen. Asylgesetze und Paßvergehen können aber in den wenigsten Fällen von Deutschen begangen werden.

Auffallend ist aber zumindest, daß, nachdem die Straftaten 1987 knapp 4,5 Mill. betrugen, es in der oben genannten Zeit eine Bereich gibt (1993 bis 2009), in der die Straftaten knapp oberhalb oder weit über 6 Mill. lagen, diese sind danach allerdings sukzessive gesunken. Auch ergibt sich, daß in dem Zeitraum von 1993 bis 2009 die Zahl der Straftaten eine Wellenbewegung darstellen - dies ist weitgehend "normal", da etwa die Einstellung zur Gewalt nicht immer die Gleiche ist. 2004 war etwa solch ein Höhepunkt - über 6,6 Mill. Straftaten. 2004 war allerdings auch die Fünfte EU-Ost-Erweiterung - vielleicht ist dies mithin auch ein Grund, warum die Straftaten gestiegen sind?!?
Fazit:
    gestiegen sind Gewalttaten in der Tat - 1987 bis 1993. In Wellenbewegungen bis 2009 und von da an kontinuierlich gesunken.
Auch zur Jugendkriminalität habe ich eine Seite gefunden - diese besagt, daß "ein Anstieg der Jugendkriminalität ... in den letzten Jahren nicht feststellbar" ist. Im Gegenteil:Zusätzlich habe ich eine detailierte Statistik für das Jahr 2013 gefunden, in dieser werden Jugendliche polizeilich erfaßt, denen gefährliche und schwere Körperverletzung zur Last gelegt wurde. Anscheinend haben einige Maßnahmen der letzten Jahre positiv gegriffen. ("Jugendwarnschußarrest" - 2013 eingeführt, etc.) Eine Langzeitstudie zur Jugendkriminalität widerlegt zudem das Klischee:
Fazit:
    härtere Strafen sind nicht vonnöten - die bestenden gereichen allemal einem Rechtsstaat. Besser ist es allemal, wenn man über Bedingungen zum besseren Verständnis nachdenkt. Viele Straftaten, begangen von Jugendlichen, sind, in der Regel eine Art Mutprobe. Sollte die "Bestrafung" nicht auf dem Fuß folgen - also: unmittelbar nach der Tat, wird dies von dem Jugendlichen als einen gewißen "Sieg" empfunden.
"Ich teile Ihre Meinung nicht, ich werde aber bis zu meinem letzten Atemzug kämpfen, daß Sie Ihre Meinung frei äußern können." (Voltaire)
Makumba

Re: Strafrecht: "Lebenslänglich" abschaffen?

Beitragvon Makumba » Do 5. Mär 2015, 15:48

Sorry, aber dazu muss ich Stellung nehmen.

Der Neandertaler » Do 5. Mär 2015, 08:30 hat geschrieben:Hallo zusammen.
Als gelernter Berufskraftfahrer, der immer auf dem neuesten Stand bleiben will ... bleiben muß, bin ich es gewohnt, mit Gesetzen umzugehen.

[...]


Aha. Na, dann schauen wir doch mal, zu was deine Qualifikation geführt hat --->

Der Neandertaler » Do 5. Mär 2015, 08:30 hat geschrieben:Grundlage, dies betont er jedenfalls immer, sei eine Statistik des BKA, die besagt, daß "Gewalttaten ... in der BRD 100% mehr ... seit 1980" geworden seien. Die Hintergründe, die eventuell dazu geführt haben könnten, zählen in seinen Augen nicht - er setzt lediglich auf Abschreckung durch harte Strafen. Wenn allerdings der Sicherheitsgedanke im Vordergrund steht (und dies sollte immer der Fall sein!), kommt man um Prävention nicht herum ... zu wissen, warum dies geschah, damit dies etwa zukünftig verhindert werden kann.

[...]


Genau.
!.) Handelt es sich nicht um EINE Statistik des BKA, sondern um DIE Kriminalitätsstatistik des BKA. Das is nicht irgendeine, sondern die maßgabliche.

Und zu den Hintergründen habe ich mich auch geäußert. LESEN hilft.

Zu einem Anstieg von ca. +100% im BEREICH der SCHWEREN Körperverletzung und +200% im Bereich der (leichten) Körperverletzung,

ist es gekommen, weil man die Täter nicht mit der ausschöpfbaren Härte des Gesetzes betraft hat, INtensivtäter zu oft ohne Konsequenzen auf freien Fuß gesetzt hat, etc.

Der Neandertaler » Do 5. Mär 2015, 08:30 hat geschrieben:Nun habe ich mir diese Statistik mal etwas genauer angesehen. Das heißt: Ich habe eine andere Statistik gefunden, die, wie ich finde, besser aufgemacht ist - weil graphisch dargestellt. (nackte Zahlen sind so dröge!)
    (Ich hätte gerne die Graphik veröffentlicht - ging aber nicht, also muß jeder selber lesen!)
Bevor nun der berechtigte Einwand kommt, diese Seite sei aber nicht vom BKA! Stimmt! Diese fußt aber auf Daten des BKA.In dieser Statistik sind alle "registrierten Straftaten in Deutschland von 1987 bis 2013" berücksichtigt. Die Aussage, daß seit 1980 die Straftaten gestiegen sind, ist nicht von der Hand zu weisen, ...

[...]


Sorry, aber wer lieber BILDCHEN gucken will, der muss auch die richtigen BILDCHEN anschauen.
Davon habe ich sogar eines verlinkt. Das was du hier ablieferst hat schon fast Bildzeitungsniveau.
"Der Text war mir zu dröge, deswegen habe ich solange nach Bildern gegoogelt, bis ich eines fand was mir gefiel" (bzw. das erstbeste)

Bei meinen Posts ging es immer nur um GEWALTTATEN. Es ist also totaler Schwachsinn, sich nun auf alle STRAFTATEN insgesamt zu beziehen,

dazu kommt dann noch, das du dir gerade selber ein EI legst indem du dich auf ALLE STRAFTATEN beziehst, WENN NÄMLICH die Gesamtstraftaten STAGNIEREN oder sogar RÜCKLÄUFIG ist, bei gleichzeitiger +100% oder +200% Anstieg der Körperverletzungsdelikte dann bedeutet das natürlich das KÖRPERVERLETZUNGEN in RELATION prozentual nochmal deutlich mehr angestiegen sind.


Der Neandertaler » Do 5. Mär 2015, 08:30 hat geschrieben:Da in dieser Statistik nur die allgemeinen Straftaten (also ohne Auswertung nach Bereichen) berücksichtigt sind, geht Wachstum einzelner Bereiche (Körperverletzung etwa, etc.) daraus nicht hervor. Sicher ist, daß zumindest die Intensität - also die Härte der Gewalt zugenommen hat - die Straftaten allgemein sind aber kontinuierlich zurückgegangen.


Da also deine Statistik ein wenig nichtsagend in Bezug auf GEWALTVERBRECHEN ist, erschließt sich mir gar bnicht, warum du sie überhaupt postst und damit dein UNvermögen zum Ausdruck bringst.

Das ist es doch was ich auch anprangere, die Leute sind einfach zu blöde und lassen sich gerne mit absoluten Zahlen abspeisen, anstatt mal genauer hinzuschauen.

ich persönlich finde ja einen Anstieg von +100% bzw. +200% bei den Gewaltaten bedenklich.

Der Neandertaler » Do 5. Mär 2015, 08:30 hat geschrieben:Dabei kommt es, wie es bei Statistiken eben so ist, immer auf den Betrachtungszeitraum an. Gestiegen sind die Gewalttaten in der Tat:
    seit 1987 - von knapp 4,5 Mill. auf knapp 6 Mill. im Jahre 2013.
"alle registrierten Straftaten" heißt aber auch, daß darin Körperverletzung ebenso vertreten ist, wie etwa Verstöße gegen Asylgesetze oder Paßvergehen.


Und hier haust du dann endgültig alles durcheinander :rolleyes:
oben schreibst du noch das in der statistik alles drin ist (was richtig ist)

und auf einmal meinst du es wären 4,5 bzw. 6 Millionen GEWALTTATEN,
nur um in nächsten HAlbsatz zu erwähnen, das es doch nicht so sei, und das ja alle anderen Taten auch darin wären.

Nur mal so:
Ob die ABSOLUTE Zahlen sinken oder steigen hat überhaupt keine Aussagekraft über einen bestimmten bereich.

Du kannst also nicht ableiten ob die Gewalttaten gestiegen sind nur weil die absoluten Zahlen gestiegen sind oder umgekehrt.

Der Neandertaler » Do 5. Mär 2015, 08:30 hat geschrieben:Fazit:
    gestiegen sind Gewalttaten in der Tat - 1987 bis 1993. In Wellenbewegungen bis 2009 und von da an kontinuierlich gesunken.


Nein. Das ist alles Quatsch was du schreibst.

Hier ist die in einer Grafik ausgewertete Statistik für GEFÄHRLICHE und SCHWERE KÖRPERVERLETZUNG

http://de.wikipedia.org/wiki/Schwere_K% ... lle%29.png

Hatte ich in einem früheren Link schon gepostet. Was ist daran zu schwer zu verstehen?
Wenn du den Zahlen in der Tabelle nicht traust, dann schau auf der Seite von BKA.. Habe ich auch schon in diesem Thread gepostet.

Irgendeine Tabelle zu posten mit ganz anderen Inhalten, erinnert mich an Zahlenlegastheniker, die keinen Schimmer haben was sie da überhaupt anglotzen, hauptsache man muss sich nciht mit den Fakten auseinandersetzen.

Fakten
Die Gewalttaten sind bis 2007/2008 kontinuierlich gestiegen, und seitdem leicht rückläufig

von 65.000 im Jahr 1980
auf 155.000 (!) im Jahr 2007
und nun bei 140.000 im Jahr 2011

mittlerweile sind wir bei 130.000
immer noch +100%

der trend ist rückläufig und das ist, hast du richtig erkannt, weil

Anscheinend haben einige Maßnahmen der letzten Jahre positiv gegriffen. ("Jugendwarnschußarrest" - 2013 eingeführt, etc.)



Außerdem geht es in diesem thread darum "geringere" Strafen zu erlassen, und das ist mMn falsch

härtere Strafen sind nicht vonnöten - die bestenden gereichen allemal einem Rechtsstaat. Besser ist es allemal, wenn man über Bedingungen zum besseren Verständnis nachdenkt. Viele Straftaten, begangen von Jugendlichen, sind, in der Regel eine Art Mutprobe. Sollte die "Bestrafung" nicht auf dem Fuß folgen - also: unmittelbar nach der Tat, wird dies von dem Jugendlichen als einen gewißen "Sieg" empfunden.


und ich finde das toll, das du glaubst die jungens wollen nur spielen wenn sie einem den Kopf eintreten, und es handelt sich ja "nur" um eine mutprobe. aber ich denke da schießt du mit deinem gutmütterlichem verständnis ein wneig über das ziel hinaus.

asoziale gewalttäter müssen mit der ausschöpfbaren härte des gestzes bestrfat werden.

jugendarrestwarnschüsse am besten noch in einem stadium bevor die täter völlig verroht sind und es zu an grausamkeit nicht mehr nachzuvollziehbaren taten kommt.
Zuletzt geändert von Makumba am Do 5. Mär 2015, 15:51, insgesamt 2-mal geändert.
Makumba

Re: Strafrecht: "Lebenslänglich" abschaffen?

Beitragvon Makumba » Do 5. Mär 2015, 15:59

und hier die statistiken des BKA:
(man braucht nur aus den link des jeweiligen jahres klicken, und sich die ZAHLEN anschauen.


1980
http://www.bka.de/nn_242508/DE/Publikat ... __nnn=true


2011:
http://www.bka.de/nn_242508/DE/Publikat ... __nnn=true



HATTE ICH AUCH SCHON GEPOSTET, auf SEite 4 dieses Threads.

Und das wird dir, lieber Neandertaler, wohl kaum entgangen sein, denn du hast sogar noch darauf geantwortet.

Man weiß also nicht ob es Dummheit, Verzweiflung oder Bösartigkeit ist, hier solch einen Schwachsinn zu posten
Makumba

Re: Strafrecht: "Lebenslänglich" abschaffen?

Beitragvon Makumba » Do 5. Mär 2015, 21:14

Übrigens,

wenn man die unterschiedlichen Einwohnerzahlen der BRD von 1980 und 2011 berücksichtigt.

nämlich ca. 60.000.000 Einwohner 1980 (und 65.000 Delikte "gefährliche/schwere Körperverletzung")
und ca. 80.000.000 Einwohner 2011 (und 140.000 Delikte "gefährliche/schwere Körperverletzung")
(60 mio sind 75% von 80 mio, deswegen muss man auch nur 75% der Straftaten von 80 mio in vergleich setzen)

kommen wir auf einen relativen Anstieg der gefährilichen Körperverletzungsdelikte von 61%

also in absoluten Zahlen ist die Rate um 100% gestiegen, aber fairerweise muss ich anmerken, das man natürlich die erhöhte Einwohnerzahl berücksichtigen muss.

also ein Anstieg in relation zur Bevölkerungsanzahl der schweren Körperverletzungen um 61%
normale Körperverletzungen sind demnach nicht um 200% sondern um ca. 140% gestiegen

was dennoch ordentlich ist.
Zuletzt geändert von Makumba am Do 5. Mär 2015, 21:17, insgesamt 2-mal geändert.
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Re: Strafrecht: "Lebenslänglich" abschaffen?

Beitragvon Zweiundvierzig » Do 5. Mär 2015, 22:48

Makumba » Do 5. Mär 2015, 22:14 hat geschrieben:(60 mio sind 75% von 80 mio, deswegen muss man auch nur 75% der Straftaten von 80 mio in vergleich setzen)


Nur wenn die Wahrscheinlichkeiten der Gewaltkriminalität in Ost und West gleichverteilt sind (und es auch im betrachteten Zeitraum waren).
Zuletzt geändert von Zweiundvierzig am Do 5. Mär 2015, 23:21, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Strafrecht: "Lebenslänglich" abschaffen?

Beitragvon jack000 » Do 5. Mär 2015, 23:08

Makumba » Do 5. Mär 2015, 21:14 hat geschrieben:also ein Anstieg in relation zur Bevölkerungsanzahl der schweren Körperverletzungen um 61%
normale Körperverletzungen sind demnach nicht um 200% sondern um ca. 140% gestiegen

was dennoch ordentlich ist.

Das eine Thema ist natürlich der starke Anstieg, aber auch da sollte genauer hingeschaut werden. Wenn Personen in Streit geraten und durch Gewalt dann manche in Krankenhaus oder im Sarg liegen, dann ist das die eine Sache. Aber die andere Sache ist, dass man als völlig Unbeteiligter (z.B. man hat nichts anderes gemacht als eine U-Bahn-Haltestelle zu betreten) Gewaltopfer werden kann.
=> Es wäre interessant zu wissen, wie dabei die Chance gestiegen ist Opfer zu werden.
DU30
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Makumba

Re: Strafrecht: "Lebenslänglich" abschaffen?

Beitragvon Makumba » Fr 6. Mär 2015, 02:39

Zweiundvierzig » Do 5. Mär 2015, 22:48 hat geschrieben:Nur wenn die Wahrscheinlichkeiten der Gewaltkriminalität in Ost und West gleichverteilt sind (und es auch im betrachteten Zeitraum waren).


nö.

denn ich setze nur die anstieg relativ zur Bevölkerung und gehe dabei so oder so von einer homogenen masse aus.

ob nun die ossis tendenziell krimineller sind als die wessis oder umgekehrt ist für mein beispiell völlig unerheblich. kann man aber auch auschließen, weil die wiedervereinigung ca. mit 20.000 Fällen zu buche schlägt (bei +20.000.000 mio einwohnern). intererssanterweise gab es im westen 75.000 (bei 60.000.000 mio einwohnern). also westen knapp mehr, relativ zu bevölkerung.

ich persönlich GLAUBE, das die ostdeutschen weniger straftaten begehen, also die homogenisierung der straftaten dem westen zugute kommt, aber bin auch zu faul um die einzelnen Länder auseinanderzunehmen.

aber der gesunde menschenverstand genügt auch um zu erAHNEN, das die Gewalt im osten, relativ zur bevölkerung SEIT der wiedervereinigung nicht um 225% porzent zugenommen haben wird, während der westen stagniert ;)

wie gesagt, dafür müsste man sich die statistiken der einzelen Länder anschauen, ist aber auch unerheblich :)

es spielt keine rolle WO die GEwalttäter genau rumlaufen. aber sie sollten gestoppt werden.
Zweiundvierzig

Re: Strafrecht: "Lebenslänglich" abschaffen?

Beitragvon Zweiundvierzig » Fr 6. Mär 2015, 05:17

Makumba » Fr 6. Mär 2015, 03:39 hat geschrieben:
nö.

denn ich setze nur die anstieg relativ zur Bevölkerung und gehe dabei so oder so von einer homogenen masse aus.

ob nun die ossis tendenziell krimineller sind als die wessis oder umgekehrt ist für mein beispiell völlig unerheblich. kann man aber auch auschließen, weil die wiedervereinigung ca. mit 20.000 Fällen zu buche schlägt (bei +20.000.000 mio einwohnern). intererssanterweise gab es im westen 75.000 (bei 60.000.000 mio einwohnern). also westen knapp mehr, relativ zu bevölkerung.

ich persönlich GLAUBE, das die ostdeutschen weniger straftaten begehen, also die homogenisierung der straftaten dem westen zugute kommt, aber bin auch zu faul um die einzelnen Länder auseinanderzunehmen.

aber der gesunde menschenverstand genügt auch um zu erAHNEN, das die Gewalt im osten, relativ zur bevölkerung SEIT der wiedervereinigung nicht um 225% porzent zugenommen haben wird, während der westen stagniert ;)

wie gesagt, dafür müsste man sich die statistiken der einzelen Länder anschauen, ist aber auch unerheblich :)

es spielt keine rolle WO die GEwalttäter genau rumlaufen. aber sie sollten gestoppt werden.


Interessant ist es dennoch, weshalb gerade in der im Vergleich zur BRD jüngeren DDR-Bevölkerung Gewaltkriminalität (junge Männer sind in Gewaltdelikten führend) vermeintlich verhältnismäßig weniger verbreitet war als in der BRD. Vielleicht haben die Genossen ja irgendetwas richtig gemacht, das wir hier übernehmen könnten. Du bist ja auch nicht allzu scheu, um die Beibehaltung oder Einführung von Verfassugnswidrigem zu fordern. Da könnte man auch auf altbewährte Methoden zur Volksknechtung greifen.

Da wir gerade dabei sind, hier drei unvergessliche Perlen des DDR-Strafrechts:


§ 106. Staatsfeindliche Hetze.
(1) Wer die verfassungsmäßigen Grundlagen der sozialistischen Staats- und Gesellschaftsordnung der Deutschen Demokratischen Republik angreift oder gegen sie aufwiegelt, indem er
1. die gesellschaftlichen Verhältnisse, Repräsentanten oder andere Bürger der Deutschen Demokratischen Republik wegen deren staatlicher oder gesellschaftlicher Tätigkeit diskriminiert;
2. Schriften, Gegenstände oder Symbole zur Diskriminierung der gesellschaftlichen Verhältnisse, von Repräsentanten oder anderen Bürgern herstellt, einführt, verbreitet oder anbringt;
3. die Freundschafts- und Bündnisbeziehungen der Deutschen Demokratischen Republik diskriminiert;
4. Verbrechen gegen den Staat androht oder dazu auffordert, Widerstand gegen die sozialistische Staats- und Gesellschaftsordnung der Deutschen Demokratischen Republik zu leisten;
5. den Faschismus oder Militarismus verherrlicht oder Rassenhetze treibt, wird mit Freiheitsstrafe von einem bis zu acht Jahren bestraft.
(2) Wer zur Durchführung des Verbrechens mit Organisationen, Einrichtungen oder Personen zusammenwirkt, deren Tätigkeit gegen die Deutsche Demokratische Republik gerichtet ist oder das Verbrechen planmäßig durchführt, wird mit Freiheitsstrafe von zwei bis zu zehn. Jahren bestraft.
(3) Vorbereitung und Versuch sind strafbar.

§ 215. Rowdytum.
(1) Wer sich an einer Zusammenrottung von Personen beteiligt, die aus Mißachtung der öffentlichen Ordnung oder der Regeln des sozialistischen Gemeinschaftslebens Gewalttätigkeiten, Drohungen oder grobe Belästigungen gegenüber Personen oder böswillige Beschädigungen von Sachen oder Einrichtungen begeht, wird mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Haftstrafe bestraft.

§ 249. Beeinträchtigung der öffentlichen Ordnung und Sicherheit durch asoziales Verhalten.
(1) Wer das gesellschaftliche Zusammenleben der Bürger oder die öffentliche Ordnung und Sicherheit beeinträchtigt, indem er sich aus Arbeitsscheu einer geregelten Arbeit entzieht, obwohl er arbeitsfähig ist, wird mit Verurteilung auf Bewährung, Haftstrafe oder mit Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren bestraft.
(2) Ebenso wird bestraft, wer der Prostitution nachgeht oder in sonstiger Weise die öffentliche Ordnung und Sicherheit durch eine asoziale Lebensweise beeinträchtigt.
(3) In leichten Fällen kann von Maßnahmen der strafrechtlichen Verantwortlichkeit abgesehen und auf staatliche Kontroll- und Erziehungsaufsicht erkannt werden.
(4) Ist der Täter nach Absatz 1 oder 2 oder wegen eines Verbrechens bereits bestraft, kann auf Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren erkannt werden.
(5) Zusätzlich kann auf Aufenthaltsbeschränkung und auf staatliche Kontroll- und Erziehungsaufsicht erkannt werden.


http://www.verfassungen.de/de/ddr/strafgesetzbuch74.htm

:D :D

Übrigens, warum hast du es so sehr auf die Gewaltkriminalität abgesehen? Ist Wirtschaftskriminalität für dich von nachrangiger Bedeutung?
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Re: Strafrecht: "Lebenslänglich" abschaffen?

Beitragvon Der Neandertaler » Sa 7. Mär 2015, 10:43

Hallo Zweiundvierzig.
Zweiundvierzig hat geschrieben:Übrigens, warum hast du es so sehr auf die Gewaltkriminalität abgesehen? Ist Wirtschaftskriminalität für dich von nachrangiger Bedeutung?
Gewaltkriminalität?
    Vielleicht hat er selber welche erlebt - in Frankreich ist sie ja immer noch nicht eindeutig verboten.
Wirtschaftskriminalität?
    ... kann er sich bildlich nicht vorstellen?
      ... weil nie in die Kneipe geht?!?
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Re: Strafrecht: "Lebenslänglich" abschaffen?

Beitragvon Katenberg » Sa 7. Mär 2015, 11:00

Tantris » Mo 2. Mär 2015, 03:24 hat geschrieben:Jugendliche, die man wegen jeden furz monatelang einsperrt können viel effizienter und schneller zu berufsverbrechern ausgebildet werden.


Quelle, Beleg?
There was blood upon t risers
there were brains upon t chute
Intestines were a-dangling from his paratroopers suit
He was a mess, they picked him up
and poured him from his boots
And he ain't gonna jump no more
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Re: Strafrecht: "Lebenslänglich" abschaffen?

Beitragvon Der Neandertaler » Sa 7. Mär 2015, 16:15

Hallo Katenberg.
Katenberg hat geschrieben:Quelle, Beleg?
Diese Frage ... diese Bitte hat latent irgendetwas mit Diskreditierung zu tun. Ich meine, wer genug und ausdauernd sucht, der wird bestimmt fündig. Im Internet findet sich bestimmt auch ein Beleg für diese oder jene Meinung ... und sei sie auch weitgehend eine Einzelmeinung. Somit hat der, der zwar etwas irgendwo mal gehört hat (weiß aber nicht mehr wo und von wem dies gesagt wurde), erstmal schlechte Karten ... er ist primär und weitgehend unglaubwürdig. Denn, ob der Beleg richtig ist ... ob die Quelle seriös ist, ist dabei erstmal zweitrangig (wird auch vorerst nicht hinterfragt), es wird nur zur Kenntnis genommen ... es wird lediglich gefragt:
    "Hab ich eine Quelle ... einen Beleg?"

Ja, ja, wir bewegen uns zu innerhalb einer belegten Gesellschaft!

À propos Quelle ... Beleg - falls Du diesen Hinweis akzeptierst:
    Ich habe - nach obiger Methode - einen Hinweis auf eine Studie gefunden. Diese bezieht sich aber nicht explizit auf Deine Fragestellung, sondern beleuchtet Jugendkriminalität - seine Folgen und Voraussetzungen allgemein.

uni.aktuell - Klaus Boers hat geschrieben:
Strafen schrecken nicht ab – im Gegenteil: Haftstrafen können den Kontakt zu gewaltbereiten Gruppen fördern und soziale Bindungen schwächen. Die Forscher empfehlen deshalb, strafrechtliche Eingriffe auf das Notwendige zu beschränken.
"Ich teile Ihre Meinung nicht, ich werde aber bis zu meinem letzten Atemzug kämpfen, daß Sie Ihre Meinung frei äußern können." (Voltaire)
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Re: Strafrecht: "Lebenslänglich" abschaffen?

Beitragvon Makumba » So 8. Mär 2015, 11:37

Der Neandertaler » Sa 7. Mär 2015, 16:15 hat geschrieben:Diese Frage ... diese Bitte hat latent irgendetwas mit Diskreditierung zu tun. Ich meine, wer genug und ausdauernd sucht, der wird bestimmt fündig. Im Internet findet sich bestimmt auch ein Beleg für diese oder jene Meinung ... und sei sie auch weitgehend eine Einzelmeinung. Somit hat der, der zwar etwas irgendwo mal gehört hat (weiß aber nicht mehr wo und von wem dies gesagt wurde), erstmal schlechte Karten ... er ist primär und weitgehend unglaubwürdig. Denn, ob der Beleg richtig ist ... ob die Quelle seriös ist, ist dabei erstmal zweitrangig (wird auch vorerst nicht hinterfragt), es wird nur zur Kenntnis genommen ... es wird lediglich gefragt:
    "Hab ich eine Quelle ... einen Beleg?"




weisste, sorry, aber du hast Die Diskussionskultur hier anshcienend noch nicht mitbekommen.
(mit "rot-grün-links" sind übrigens im folgenden bestimmte anhänger gewisser parteien/ideologien gemeint, das ist nicht diskriminierend oder abwertend gemeint, sondern dient lediglich der besseren lesbarkeit, wem der schuh passt, der soll ihn sich anziehen)


1.) Werden von rot-grün-linker seite IMMER belege eingefordert
2.) werden von rot-grün-linker seite bestimmte quellen grundsätzlich nicht akzeptiert
3.) Begrüdnungen wie "das habe ich irgendwo einaml gehört/gelesen/als Rauchzeichen wahrgenommen werden erden von rot-grün-linker seite sowieso nicht akzeptiert.

3.a) Finde ich das bis zueinem gewissen Grad legitim, denn:

3.b) rot-grüne-argumentation speist sich hauptsächlich aus dummen allgemeinplätzen, die nicht belegt oder begründet werden können, weil sie einfach "ausgedachte" konzepte sind, ohne emprirische belegbarkeit

3.c) als beispiel sei die unter grün-intellektuellen vertretene these von 1980 genannt, kleine Kinder seien kleine"erwachsene" und hätten auch ein recht auf sexualität, das man ihnen nicht verwehren dürfe.
auch heute noch sind einige grün-gefärbte der ansicht, das kinder kleine erwachsene sind, die ihre eigenen entscheidungen treffen können.

das ist mittlerweile wissenschaftlich widerlegt.
(und glücklicherweise ist der gesetzgeber da auch anderer ansicht, und deswegen sind kinder auch nicht voll-geschäftsfähig)




und genauso lohnt es sich rot-grün-linke floskeln bezüglich des strafvollzuges in frage zu stellen.

Dieser Satz ist übrigens der Knaller:

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Strafen schrecken nicht ab – im Gegenteil: Haftstrafen können den Kontakt zu gewaltbereiten Gruppen fördern und soziale Bindungen schwächen. Die Forscher empfehlen deshalb, strafrechtliche Eingriffe auf das Notwendige zu beschränken.


"Die Forscher empfehlen deshalb, strafrechtliche Eingriffe auf das Notwendige zu beschränken."

Was denn nun genau NOTWENDIG ist, damit alle Aspekte des Strafrechts zu Geltung kommen, und damit eine optimale Wirkung erzeilt wird, lassen die Forscher offen.

Und auch ich bin selber der Meinung das strafrechtlich Eingriffe auf das NOTWENDIGE beschränkt werden sollten.

Die Auffassung, was Notwendig ist, steht allerdings zur Diskussion.
Die Entwicklung der Gewaltkriminalität ist ein deutliches Zeichen dafür, das aktuelle Positionen hinterfragt werden müssen. Dafür lohnt es sich diverse Statistiken auch aus anderen Ländern zu vergleichen um objektiv einschätzen zu können welche Faktoren für eine Zunahme der Gewaltkriminalität sprechen und welche Maßnahmen geholfen haben diese einzudämmen.


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Strafen schrecken nicht ab – im Gegenteil: Haftstrafen können den Kontakt zu gewaltbereiten Gruppen fördern und soziale Bindungen schwächen.


Marihuanakonsum kann den Kontakt zu anderen Rauschgiftsüchtigen fördern und zum Konsum härterer Drogen führen. :D

Geile Sache, so eine erdachte Kausalkette.


Meine Fragen:
Ist das denn Zwangsläufig?
Ist das Risiko das jemand im Knast verroht höher als das Risiko das jemand verroht, weil er immer wieder Grenzen überschreitet und dabei nicht gestoppt wird?
Ist das potenziell tragische Leben eine Gewaltkriminellen höher zu bewerten als das seiner potenziellen Opfer, die durch Gewaltkriminalität aus dem Leben gerissen werden und teilweise lebenslange Folgen davon tragen, mindestens aber traumatisiert sind?
Werden durch nicht-bestrafen von Tätern nicht aktuelle unkalkulierbare soziele Reaktionen ausgelöst, die mindestens wenn nicht noch stärker Gewaltbereitschaft fördern?
Zuletzt geändert von Makumba am So 8. Mär 2015, 11:42, insgesamt 2-mal geändert.
Makumba

Re: Strafrecht: "Lebenslänglich" abschaffen?

Beitragvon Makumba » So 8. Mär 2015, 11:50

[...]
Zuletzt geändert von Weltregierung am So 8. Mär 2015, 13:05, insgesamt 2-mal geändert.
Grund: Spam

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