12,5 mio. Arme in Deutschland

Moderator: Moderatoren Forum 8

Benutzeravatar
Realist2014
Beiträge: 42595
Registriert: Mo 26. Mai 2014, 15:12
Benutzertitel: Sozialer Marktwirtschaftler
Wohnort: München , Stadt des FC Bayern

Re: 12,5 mio. Arme in Deutschland

Beitragvon Realist2014 » Mi 4. Mär 2015, 18:03

ToughDaddy » Mi 4. Mär 2015, 06:40 hat geschrieben:Irgendwann werden mehr und mehr Leute vielleicht mal mitbekommen, dass sie Rentenversicherungsbeiträge zwar zahlen, aber am Ende genauso viel an Rente bekommen, als hätten sie nie Beiträge gezahlt.



das wird sicher NICHT passieren

weilo das Äquivalenzprinzip sicher BLEIBEN wird...
Laut Aussage der linken Ideologen sind alle ökonomisch erfolgreichen dumm, und die wahre Intelligenz tritt sich in der untersten ökonomischen Etage auf die Füße.....daher muss diese Etage ausgebaut werden
Benutzeravatar
Realist2014
Beiträge: 42595
Registriert: Mo 26. Mai 2014, 15:12
Benutzertitel: Sozialer Marktwirtschaftler
Wohnort: München , Stadt des FC Bayern

Re: 12,5 mio. Arme in Deutschland

Beitragvon Realist2014 » Mi 4. Mär 2015, 18:11

Marmorkater » Di 3. Mär 2015, 22:04 hat geschrieben:Bereits um 1990 wurden Arbeitskreise und Initiativen von jungen Erwachsenen, die die Rentengerechtigkeit der BRD in Frage stellten, erst in den öffentlich rechtlichen Medien ausgestrahlt, dann aber gezielt nach und nach unterminiert.

Dein Äquivalenzprinzip ist eine Chimäre, der 60jährige Betriebselektriker Reich im Industriepark FFM Höchst bezieht z.B. ein Einkommen von 4250 Euro Brutto, weil er noch aus der alten Garde stammt und sämtliche Privilegien und Zulagen von früher erhält, der 45 Jährige Betriebselektriker Arm auf dem selben Betriebsgelände, der eine gleichwertige Tätigkeit ausübt, erhält durch die angebundende Servicefirma ein Bruttogehalt von 2400,- Euro (und geringere anderweitige Zulagen und Bezüge und keine Essenszulage).

Betriebselektriker Reich wird eine äußerst auskömmliche Rente erhalten und verfügt bereits jetzt schon über hohen Lebensstandard mit abbezahlten Häuschen, bei seinem Gehalt kein Problem, Betriebselektriker Arm entstammt einer späteren Generation, die Pfründe waren bereits schon verteilt, er konnte sich trotz seiner Kompetenz und Mühen nie besser etablieren.

Warum sollte Betriebselektriker Arm mit seiner Rentenabgabe Betriebselektriker Reich subventionieren, wenn er selbst nur eine Armutsrente beziehen wird und dazu noch 2 Jahre länger arbeiten muss ?
Glaubst Du wirklich, dass Betriebselektriker Arm wirklich wesentlich länger leben wird und dieser extrem asymmetrische Leistungsbezug gerechtfertigt ist ?

Was ist denn hier nun gerecht, Betriebselektriker Reich hatte einfach nur das Glück einer Einstellung zu einem Zeitpunkt der goldenen Jahre, als Betriebselektriker Arm den Arbeitsmarkt erreichte, waren die guten Stellen bereits besetzt und ausser Leih- und Zeitarbeit und ominöse Servicefirmen gab es nichts zu gewinnen.


du hast das mit dem Äquivalenzprinzip leider nicht verstanden...und das Umlagesystem und die Rentenmathematik auch nicht..

deine "Relation" ist daher kompletter UNSINN

du vesuchst hier auf "Berufsebene" zu argumentieren- wo es früher möglicherweise höhere Gehälter gab als heute.

Das ist aber völlig irrelevant- denn das Rentensystem und die Rentenmathematik interessiert sich einen Scheiss um den "Beruf"- sondern NUR um die entrichteten (relativen) Beiträge und die daraus resultirenden Rentenpunkte

daher IST das Rentensystem transparent, fair und gerecht

dein Betriebselektriker bringt halt heute für die Unternehmen nicht mehr die gleiche Wertschöpfung wie früher

dafür gibt es hunderte von "Berufen" im IT-Bereich- die sehr GUT bezahlt werden..

das nennt man Fortschritt... :x

und es gibt - schau auf Monster.de, Stelleanzeigen.de, Experteer.de, Placement24.de usw hunderttausende von GUT bezahlten Stellenangeboten...
Laut Aussage der linken Ideologen sind alle ökonomisch erfolgreichen dumm, und die wahre Intelligenz tritt sich in der untersten ökonomischen Etage auf die Füße.....daher muss diese Etage ausgebaut werden
Benutzeravatar
Marmorkater
Beiträge: 1093
Registriert: Sa 6. Sep 2014, 23:09

Re: 12,5 mio. Arme in Deutschland

Beitragvon Marmorkater » Mi 4. Mär 2015, 22:09

Realist2014 » Mi 4. Mär 2015, 18:11 hat geschrieben:dein Betriebselektriker bringt halt heute für die Unternehmen nicht mehr die gleiche Wertschöpfung wie früher

Selbstverständlich bringt der (fiktive) Betriebselektriker bei gleicher Tätigkeit und Ausbildung die gleiche Wertschöpfung, die Gewinne des z.B. Chemiekonzern sind ja nicht gefallen, die Anforderungen an das Aufgabengebiet sogar eher gestiegen.

Du verwechselst hier obsolet gewordene berufliche Tätigkeiten mit einfach nur schlechter bezahlten Stellen, erstere erzielen keinen ausreichenden Gewinn, letztere sind nur schlechter entlohnt, weil sich die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen änderten und Arbeitnehmer besser ausgenutzt werden können.

Warum sollten Luxus-Rentner nicht auch von diesen geänderten Bedingungen betroffen sein, sie werden ja nicht aus einem virtuellen Sparsäckel finanziert, sondern aus jetzigen Umlagen.
Wenn die Löhne extrem sinken, müssen die derzeitigen Renten ebenfalls in Frage gestellt sein, da sie immer durch ein Jetztzeit-Umlagesystem subventioniert sind.

Das was ich hier schreibe, unterliegt sogar einer zwingenden Logik, sollten sich die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen weiter extrem nach unten verändern und die jetzige Masse der Arbeitnehmer wäre kaum noch in der Lage, ihre eigenen Lebenshaltungskosten zu bestreiten, blieben faktisch keine Ressourcen für Jetzt-Rentner und Pensionäre übrig.
Glaubst Du ernsthaft, Griechenland oder Portugal hilft uns da aus der Misere ?

Wer ist so blöde und darbt vor sich hin, um in grauer Vorzeit entstandene fiktive Ansprüche fremder Personen zu bedienen, so etwas funktioniert zumindest nicht unbegrenzt.
Du kannst Dir dann Deine Ansprüche in den Rachen stopfen; ich bin nicht so naiv und würde es auch moralisch ablehnen, dass eine immer prekärer lebende Nachfolgegeneration renitenten Alten die Zuckerstückchen in den Arsch schiebt.

Die Höhe der Rente ist, eine gewisse Friktion mal außer Acht gelassen, immer direkt am derzeitigen gesellschaftlichen Lebensstandard gekoppelt, sollten Außerirdische in 5 Jahren hier für blühende Landschaften und einem immerwährenden Quell aus Milch und Honig sorgen, partizipieren alle von diesem Umstand und es gäbe keine Armut. Da interessiert es auch nicht, wer mal was "eingezahlt" hat.

Du kannst sogar erkennen, dass meine Prognose anfängt, sich auszuwirken.
Durch die faktische Nullzinspolitik sind private, auf Geld basierende Altervorsorgemaßnahmen neutralisiert, die Überschussbeteiligung von Lebensversicherungen nicht mehr gewährleistet, sollten die wirtschaftlichen Verhältnisse weiter stagnieren, entfällt sogar die Banken-Sicherung auf Spareinlagen.
Dann träume mal schön weiter davon, dass ausgerechnet Deine Rente in diese Höhe sicher ist, weil Du so viele Rentenpunkte angesammelt hast :rolleyes:
Benutzeravatar
Realist2014
Beiträge: 42595
Registriert: Mo 26. Mai 2014, 15:12
Benutzertitel: Sozialer Marktwirtschaftler
Wohnort: München , Stadt des FC Bayern

Re: 12,5 mio. Arme in Deutschland

Beitragvon Realist2014 » Mi 4. Mär 2015, 22:43

Marmorkater » Mi 4. Mär 2015, 22:09 hat geschrieben:Selbstverständlich bringt der (fiktive) Betriebselektriker bei gleicher Tätigkeit und Ausbildung die gleiche Wertschöpfung, die Gewinne des z.B. Chemiekonzern sind ja nicht gefallen, die Anforderungen an das Aufgabengebiet sogar eher gestiegen.

Du verwechselst hier obsolet gewordene berufliche Tätigkeiten mit einfach nur schlechter bezahlten Stellen, erstere erzielen keinen ausreichenden Gewinn, letztere sind nur schlechter entlohnt, weil sich die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen änderten und Arbeitnehmer besser ausgenutzt werden können.

Warum sollten Luxus-Rentner nicht auch von diesen geänderten Bedingungen betroffen sein, sie werden ja nicht aus einem virtuellen Sparsäckel finanziert, sondern aus jetzigen Umlagen.
Wenn die Löhne extrem sinken, müssen die derzeitigen Renten ebenfalls in Frage gestellt sein, da sie immer durch ein Jetztzeit-Umlagesystem subventioniert sind.

Das was ich hier schreibe, unterliegt sogar einer zwingenden Logik, sollten sich die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen weiter extrem nach unten verändern und die jetzige Masse der Arbeitnehmer wäre kaum noch in der Lage, ihre eigenen Lebenshaltungskosten zu bestreiten, blieben faktisch keine Ressourcen für Jetzt-Rentner und Pensionäre übrig.
Glaubst Du ernsthaft, Griechenland oder Portugal hilft uns da aus der Misere ?

Wer ist so blöde und darbt vor sich hin, um in grauer Vorzeit entstandene fiktive Ansprüche fremder Personen zu bedienen, so etwas funktioniert zumindest nicht unbegrenzt.
Du kannst Dir dann Deine Ansprüche in den Rachen stopfen; ich bin nicht so naiv und würde es auch moralisch ablehnen, dass eine immer prekärer lebende Nachfolgegeneration renitenten Alten die Zuckerstückchen in den Arsch schiebt.

Die Höhe der Rente ist, eine gewisse Friktion mal außer Acht gelassen, immer direkt am derzeitigen gesellschaftlichen Lebensstandard gekoppelt, sollten Außerirdische in 5 Jahren hier für blühende Landschaften und einem immerwährenden Quell aus Milch und Honig sorgen, partizipieren alle von diesem Umstand und es gäbe keine Armut. Da interessiert es auch nicht, wer mal was "eingezahlt" hat.

Du kannst sogar erkennen, dass meine Prognose anfängt, sich auszuwirken.
Durch die faktische Nullzinspolitik sind private, auf Geld basierende Altervorsorgemaßnahmen neutralisiert, die Überschussbeteiligung von Lebensversicherungen nicht mehr gewährleistet, sollten die wirtschaftlichen Verhältnisse weiter stagnieren, entfällt sogar die Banken-Sicherung auf Spareinlagen.
Dann träume mal schön weiter davon, dass ausgerechnet Deine Rente in diese Höhe sicher ist, weil Du so viele Rentenpunkte angesammelt hast :rolleyes:


die Wertschöpfung ist NICHT die gleiche...

und was willst du eigentlich immer mit "meiner" Rente?

du kannst noch so seltsam an der Realität und den Fakten des Umlagesystems vorbei argumentieren mit deinen "früher hat der Elektriker mehr verdient usw".

Basis der Rente sind die erworbenen Rentenpunkte. Und gemäß denen wird der durch die Beiträge gebackenen Rentenkuchen verteilt- und davon werde ich logischerweise MEINE Rente auch gemäß MEINEN Rentenpunkten bekommen.

Und da die Gesamtsumme der Gehälter der RV-Beitragszahler weit höher ist- und auch in Zukunft sein wird- als du hier "bejammerst"- gibt es genügend zur Rentenzahlung - mit den entsprechenden Anpassungen der Rentenformel. Und in dieser Rentenformel stckt ja auch die Entwicklung der Löhne.

Logischwerweise werden deine "Niedriglöhner" - deren Anteil bei den Vollzeitbeschäftigten kaum höher ist als vor 10 Jahren ( 15%)- dann auch nur eine niedrige Rente bekommen - wie schon IMMER

denn es gibt keine "Veränderung nach unten" bei den OBEREN 80% der Erwerbstätigen in D

da lebst du offenbar in einer realitätsfernen Wahrnehmung

wobei mich mal interessieren würde- zu welcher Generation und Einkommensklasse DU eigentlich gehörst... :x
Zuletzt geändert von Realist2014 am Mi 4. Mär 2015, 22:51, insgesamt 1-mal geändert.
Laut Aussage der linken Ideologen sind alle ökonomisch erfolgreichen dumm, und die wahre Intelligenz tritt sich in der untersten ökonomischen Etage auf die Füße.....daher muss diese Etage ausgebaut werden
Orwellhatterecht
Beiträge: 4549
Registriert: Mo 16. Feb 2015, 17:06

Re: 12,5 mio. Arme in Deutschland

Beitragvon Orwellhatterecht » Do 5. Mär 2015, 19:38

Realist2014 » So 1. Mär 2015, 20:16 hat geschrieben:

aktuell beziehen 2,5% der Rentner Grundischerung im Alter

KEINER von denen hat auch nur 30 Beitragsjahre mit Vollzeitjobs....
zukünftig liegt das Probelm liegt einzig und allein an der längeren Lebensdauer- und der damit verbunden immer schelchteren Relation zwischen Arbeits=Beitragszeit und der Rentenbezugszeit

an kann es einfach formulieren:

der bis zum Beginn des Rentenbezugs erworebene Rentenanspruch muss immer länger "reichen"- logischerweise SINKT dadurch der monatliche Beitrag gegenüber den "kürzeren" Rentenbezugszeiten in der Vergangenheit

alles andere sind Peanuts zu DIESER Ursache



2012 betrug der Anteil der Rentner mit Grundsicherung 2,7 %, in Menschen ausgedrückt waren das immerhin 465.000 Personen über 65 Jahre, deren Rente schon so mickrig war, dass sie Anspruch auf Grundsicherung hatten. Gegenüber 2011 war das bereits eine Steigerung um 6,6 %, gegenüber 2005 gar um


465.000 Personen über 65 Jahre Grundsicherung. Die Zahl derjenigen, die auf diese Hilfe angewiesen sind, stieg im Vergleich zum Vorjahr stark um 6,6 Prozent.

https://www.destatis.de/DE/PresseServic ... 6_221.html
Die Großen hören auf zu herrschen, wenn die Kleinen aufhören zu kriechen!“
(Friedrich Schiller)
Piedro

Re: 12,5 mio. Arme in Deutschland

Beitragvon Piedro » Do 5. Mär 2015, 19:58

Orwellhatterecht » Do 5. Mär 2015, 19:38 hat geschrieben:

2012 betrug der Anteil der Rentner mit Grundsicherung 2,7 %, in Menschen ausgedrückt waren das immerhin 465.000 Personen über 65 Jahre, deren Rente schon so mickrig war, dass sie Anspruch auf Grundsicherung hatten. Gegenüber 2011 war das bereits eine Steigerung um 6,6 %, gegenüber 2005 gar um


465.000 Personen über 65 Jahre Grundsicherung. Die Zahl derjenigen, die auf diese Hilfe angewiesen sind, stieg im Vergleich zum Vorjahr stark um 6,6 Prozent.

https://www.destatis.de/DE/PresseServic ... 6_221.html


Du kannst davon ausgehen, daß dies noch überwiegend Menschen sind, die mehrheitlich nicht oder kaum erwerbstätig waren, oder mit Minimallöhnen ausgebeutet wurden. Da ist die Grundsicherung die richtige Konsequenz: nix eingebracht, aber du mußt im Alter nicht verrecken. Zu kritisieren ist, daß die Grundsicherrung nicht wirklich existenzsichernd ist und in ihrer Ausgestaltung an vielen Stellen nicht greift.

Zukünftig wird es aber so sein, daß einige Millionen trotz Arbeit oder weil sie zB Kinder erzogen haben, auf die Grundsicherung angewiesen sein werden. Wenn 40 Jahre Einzahlen in die Rentenkasse nicht zu mehr führt als Grundsicherung, wenn man den Durchschnittsverdienst erzielt hat, dann ist das eine wirklich üble Perspektive.

Auch der Verweis auf betriebliche und private Altersvorsorge greift da nur bedingt. Die betriebliche steht nicht allen Arbeitnehmern zur Verfügung. Die private zahlt sich nicht aus. Viele, die auf die Riesterrente gesetzt haben, haben ihr Geld verloren, als die Fonds im Zuge der "Bankenkrise" geplatzt sind. Inzwischen liegt die gesetzliche Verzinsung knapp unter oder, mit Glück, marginal über der Inflationsrate. Die Zinspolitik der Zentralbank entwertet das eingezahlte Geld systematisch und anhaltend. Abgesehen davon, auch die private Vorsorge für viele einfach nicht leistbar ist.

Das Umlagesystem wird die soziale Gerechtigkeit der Vergangenheit nicht aufrecht erhalten können. Es ist nicht gerecht, nach 40 Jahren Tätigkeit mit Durchschnittslohn auf Sozialhilfeniveau abzusinken, zumal die Vermögensfreibeträge bei der Grundsicherung im Alter noch unter denen des Alg2-Bezugs liegen.
Orwellhatterecht
Beiträge: 4549
Registriert: Mo 16. Feb 2015, 17:06

Re: 12,5 mio. Arme in Deutschland

Beitragvon Orwellhatterecht » Do 5. Mär 2015, 20:39

Piedro » Do 5. Mär 2015, 19:58 hat geschrieben:
Du kannst davon ausgehen, daß dies noch überwiegend Menschen sind, die mehrheitlich nicht oder kaum erwerbstätig waren, oder mit Minimallöhnen ausgebeutet wurden. Da ist die Grundsicherung die richtige Konsequenz: nix eingebracht, aber du mußt im Alter nicht verrecken. Zu kritisieren ist, daß die Grundsicherrung nicht wirklich existenzsichernd ist und in ihrer Ausgestaltung an vielen Stellen nicht greift.

Zukünftig wird es aber so sein, daß einige Millionen trotz Arbeit oder weil sie zB Kinder erzogen haben, auf die Grundsicherung angewiesen sein werden. Wenn 40 Jahre Einzahlen in die Rentenkasse nicht zu mehr führt als Grundsicherung, wenn man den Durchschnittsverdienst erzielt hat, dann ist das eine wirklich üble Perspektive.

Auch der Verweis auf betriebliche und private Altersvorsorge greift da nur bedingt. Die betriebliche steht nicht allen Arbeitnehmern zur Verfügung. Die private zahlt sich nicht aus. Viele, die auf die Riesterrente gesetzt haben, haben ihr Geld verloren, als die Fonds im Zuge der "Bankenkrise" geplatzt sind. Inzwischen liegt die gesetzliche Verzinsung knapp unter oder, mit Glück, marginal über der Inflationsrate. Die Zinspolitik der Zentralbank entwertet das eingezahlte Geld systematisch und anhaltend. Abgesehen davon, auch die private Vorsorge für viele einfach nicht leistbar ist.

Das Umlagesystem wird die soziale Gerechtigkeit der Vergangenheit nicht aufrecht erhalten können. Es ist nicht gerecht, nach 40 Jahren Tätigkeit mit Durchschnittslohn auf Sozialhilfeniveau abzusinken, zumal die Vermögensfreibeträge bei der Grundsicherung im Alter noch unter denen des Alg2-Bezugs liegen.



Die Zahlen von 2013 und 2014 liegen mir noch nicht vor, sie dürften jeweils abermals noch um einiges höher sein als 2012. "Working poor" ist dank Agenda2010 nicht mehr die Ausnahme sondern wird immer mehr zur Regel!
Die Großen hören auf zu herrschen, wenn die Kleinen aufhören zu kriechen!“
(Friedrich Schiller)
Dr. Nötigenfalls

Re: 12,5 mio. Arme in Deutschland

Beitragvon Dr. Nötigenfalls » Do 5. Mär 2015, 20:46

Orwellhatterecht » Do 5. Mär 2015, 20:39 hat geschrieben:Die Zahlen von 2013 und 2014 liegen mir noch nicht vor, sie dürften jeweils abermals noch um einiges höher sein als 2012. "Working poor" ist dank Agenda2010 nicht mehr die Ausnahme sondern wird immer mehr zur Regel!


Vieleicht sollten diese Leute mal den Arsch hoch bekommen und alle wählen gehen.
Oder weiter Flaschen sammeln,...
Orwellhatterecht
Beiträge: 4549
Registriert: Mo 16. Feb 2015, 17:06

Re: 12,5 mio. Arme in Deutschland

Beitragvon Orwellhatterecht » Do 5. Mär 2015, 20:50

ToughDaddy » Mi 4. Mär 2015, 06:40 hat geschrieben:Irgendwann werden mehr und mehr Leute vielleicht mal mitbekommen, dass sie Rentenversicherungsbeiträge zwar zahlen, aber am Ende genauso viel an Rente bekommen, als hätten sie nie Beiträge gezahlt.



Etliche haben ihr ganzes Leben hart gearbeitet und freuen sich auf den verdienten Ruhestand, doch bevor sie ihn erreichen, rafft sie Gevatter Tod dahin! Tägliches Geschehen hier und anderswo !
Die Großen hören auf zu herrschen, wenn die Kleinen aufhören zu kriechen!“
(Friedrich Schiller)
Benutzeravatar
Bielefeld09
Beiträge: 8613
Registriert: Mo 19. Jan 2015, 19:48

Re: 12,5 mio. Arme in Deutschland

Beitragvon Bielefeld09 » Do 5. Mär 2015, 21:04

Dr. Nötigenfalls » Do 5. Mär 2015, 20:46 hat geschrieben:
Vieleicht sollten diese Leute mal den Arsch hoch bekommen und alle wählen gehen.
Oder weiter Flaschen sammeln,...

Sorry, aber welche Partei hat gesagt sie nhme die Rentensorgen nach der Agenda 2010 noch ernst?
Wen hätten sie wählen sollen?
Sorry Mods, es ist nie persönlich gemeint. Ihr habt immer recht. Sorry :( :p
Benutzeravatar
3x schwarzer Kater
Beiträge: 17904
Registriert: Mo 26. Mai 2014, 16:25
Benutzertitel: Do legst di nieda
Wohnort: Schwaben

Re: 12,5 mio. Arme in Deutschland

Beitragvon 3x schwarzer Kater » Do 5. Mär 2015, 21:09

Realist2014 » Di 3. Mär 2015, 20:01 hat geschrieben:
es ist seit 20 Jahren klar- das ZUSÄTZLICHE Vorsorge nötig ist

.


Das wäre 1995. Ich würde eher sagen, dass es mindestens 30 Jahre klar ist.
„Es wurde schon alles gesagt, nur noch nicht von jedem.“ (Karl Valentin)
Elvis Domestos

Re: 12,5 mio. Arme in Deutschland

Beitragvon Elvis Domestos » Do 5. Mär 2015, 23:17

ja- alles Matehmatik und der steigenden Rentenbezusgzeit geschuldet

eine Lösung wäre das Systemverträgliche Ableben der rentenbezieher wie vor 30 Jahren..

es ist seit 20 Jahren klar- das ZUSÄTZLICHE Vorsorge nötig ist

wer das nicht kann- für den wurde die Grundsicherung im Alter geschaffen. Die werden in 30 Jahren dann wohl 15% beziehen.


Eine interessante Schätzung, 15 % in 30 Jahren, ca 2045!

Sinkt - wie von der Bundesregierung angenommen - das Nettorentenniveau vor Steuern von 51,6 Prozent (2010) auf 46,2 Prozent (2025), und wird im Jahr 2030 das Rentenniveau bis auf die Höhe der Niveausicherungsklausel (43 %) abgeschmolzen, muss ein Durchschnittsverdiener schon 32,5 Beitragsjahre aufweisen, ein Beschäftigter mit einer Entgeltposition von 70 Prozent sogar 46,5 Jahre, um das Grundsicherungsniveau zu erreichen.

Es sollte klar sein, welche Berufe ab 2030 nie und never über das Grundsicherungsniveau kommen werden; es werden alle Berufe sein, wo mann deutlich weniger wie der sog. Durchschnittsverdiener pro Monat erhält! Das durchschnittliche Bruttogehalt 2015 ist 34.999 Euro und wird weiter steigen, genauso das Grundsicherungsniveau!
Friseure, Pflegeberufe, Köche, Gebäudereiniger usw usw werden allesamt ab 2030 unter Grundsicherungsniveau rutschen, vermutlich auch dann, wenn sie zusätzlich eine Riesterrente beziehen werden! Ich schätze demnach, in 30 Jahren werden ca 40 % Grundsicherung beziehen! Heute werden ca 1,5 Mill. Menschen von den Tafeln versorgt, das wären dann in 30 Jahren ca 10 bis 20 Millionen!
Aber bis dahin fließt noch viel Wasser die Weser hinauf! :|
Zuletzt geändert von Elvis Domestos am Do 5. Mär 2015, 23:20, insgesamt 1-mal geändert.
Piedro

Re: 12,5 mio. Arme in Deutschland

Beitragvon Piedro » Do 5. Mär 2015, 23:30

Orwellhatterecht » Do 5. Mär 2015, 20:39 hat geschrieben:

Die Zahlen von 2013 und 2014 liegen mir noch nicht vor, sie dürften jeweils abermals noch um einiges höher sein als 2012. "Working poor" ist dank Agenda2010 nicht mehr die Ausnahme sondern wird immer mehr zur Regel!


Aktuell beziehen um die 3% der Rentner Grundsicherung im Alter.
Benutzeravatar
Bielefeld09
Beiträge: 8613
Registriert: Mo 19. Jan 2015, 19:48

Re: 12,5 mio. Arme in Deutschland

Beitragvon Bielefeld09 » Do 5. Mär 2015, 23:46

Piedro » Do 5. Mär 2015, 23:30 hat geschrieben:
Aktuell beziehen um die 3% der Rentner Grundsicherung im Alter.

Ist das die Größe von Armut in Deutschland?
Mittlerweile sind 500 00 Jugendliche von jugendhilfe betroffen.
Was geht da in einem reichstem Land der Welt?
Vielleicht muss man die Leistungsdiskussion neu betrachten?
Sorry Mods, es ist nie persönlich gemeint. Ihr habt immer recht. Sorry :( :p
Dr. Nötigenfalls

Re: 12,5 mio. Arme in Deutschland

Beitragvon Dr. Nötigenfalls » Fr 6. Mär 2015, 05:49

Bielefeld09 » Do 5. Mär 2015, 21:04 hat geschrieben:Sorry, aber welche Partei hat gesagt sie nhme die Rentensorgen nach der Agenda 2010 noch ernst?
Wen hätten sie wählen sollen?


Berechtigte Frage,jedoch ist es zurerst einmal wichtig,die verfilzte Parteienstruktur aufzubrechen.

Gebt jungen frischen Parteien eine Chance.
Hier mal eine Liste (inkl. der die man niicht wählen sollte):
http://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_ ... eutschland
Benutzeravatar
3x schwarzer Kater
Beiträge: 17904
Registriert: Mo 26. Mai 2014, 16:25
Benutzertitel: Do legst di nieda
Wohnort: Schwaben

Re: 12,5 mio. Arme in Deutschland

Beitragvon 3x schwarzer Kater » Fr 6. Mär 2015, 06:52

Bielefeld09 » Do 5. Mär 2015, 23:46 hat geschrieben:Ist das die Größe von Armut in Deutschland?
Mittlerweile sind 500 00 Jugendliche von jugendhilfe betroffen.
Was geht da in einem reichstem Land der Welt?
Vielleicht muss man die Leistungsdiskussion neu betrachten?


Der Armutsbegriff ist relativ. Als eines der reichsten Länder der Welt haben wir auch mit die reichsten Armen.
„Es wurde schon alles gesagt, nur noch nicht von jedem.“ (Karl Valentin)
Orwellhatterecht
Beiträge: 4549
Registriert: Mo 16. Feb 2015, 17:06

Re: 12,5 mio. Arme in Deutschland

Beitragvon Orwellhatterecht » Fr 6. Mär 2015, 08:10

3x schwarzer Kater » Do 5. Mär 2015, 21:09 hat geschrieben:
Das wäre 1995. Ich würde eher sagen, dass es mindestens 30 Jahre klar ist.



Die Sozialversicherung wurde systematisch kaputt gemacht, das angeblich demographische Problem soll darüber hinweg täuschen, dass sich vor allem die Versicherungswirtschaft dank staatlicher Unterstützung schamlos daran bereichert hat !
Die Großen hören auf zu herrschen, wenn die Kleinen aufhören zu kriechen!“
(Friedrich Schiller)
Benutzeravatar
Realist2014
Beiträge: 42595
Registriert: Mo 26. Mai 2014, 15:12
Benutzertitel: Sozialer Marktwirtschaftler
Wohnort: München , Stadt des FC Bayern

Re: 12,5 mio. Arme in Deutschland

Beitragvon Realist2014 » Fr 6. Mär 2015, 08:21

Orwellhatterecht » Do 5. Mär 2015, 19:38 hat geschrieben:

2012 betrug der Anteil der Rentner mit Grundsicherung 2,7 %, in Menschen ausgedrückt waren das immerhin 465.000 Personen über 65 Jahre, deren Rente schon so mickrig war, dass sie Anspruch auf Grundsicherung hatten. Gegenüber 2011 war das bereits eine Steigerung um 6,6 %, gegenüber 2005 gar um


465.000 Personen über 65 Jahre Grundsicherung. Die Zahl derjenigen, die auf diese Hilfe angewiesen sind, stieg im Vergleich zum Vorjahr stark um 6,6 Prozent.

https://www.destatis.de/DE/PresseServic ... 6_221.html



das sind diejenigen, die ZU WENIGE Beiträge in die RV bezahlt habe und auch nicht anderweiteg vorgesorgt haben

genau für DIESE Personen wurde die Grundsicherung im Alter ja geschaffen....
Laut Aussage der linken Ideologen sind alle ökonomisch erfolgreichen dumm, und die wahre Intelligenz tritt sich in der untersten ökonomischen Etage auf die Füße.....daher muss diese Etage ausgebaut werden
Benutzeravatar
Realist2014
Beiträge: 42595
Registriert: Mo 26. Mai 2014, 15:12
Benutzertitel: Sozialer Marktwirtschaftler
Wohnort: München , Stadt des FC Bayern

Re: 12,5 mio. Arme in Deutschland

Beitragvon Realist2014 » Fr 6. Mär 2015, 08:22

Orwellhatterecht » Fr 6. Mär 2015, 08:10 hat geschrieben:

Die Sozialversicherung wurde systematisch kaputt gemacht, das angeblich demographische Problem soll darüber hinweg täuschen, dass sich vor allem die Versicherungswirtschaft dank staatlicher Unterstützung schamlos daran bereichert hat !



da wurde gar nicht "systematisch" kaputt gemacht- es wurde lediglich mehr SYSTEMATISCHE EIGENVERANTWORTUNG an die Bürger übertragen
Laut Aussage der linken Ideologen sind alle ökonomisch erfolgreichen dumm, und die wahre Intelligenz tritt sich in der untersten ökonomischen Etage auf die Füße.....daher muss diese Etage ausgebaut werden
Benutzeravatar
Realist2014
Beiträge: 42595
Registriert: Mo 26. Mai 2014, 15:12
Benutzertitel: Sozialer Marktwirtschaftler
Wohnort: München , Stadt des FC Bayern

Re: 12,5 mio. Arme in Deutschland

Beitragvon Realist2014 » Fr 6. Mär 2015, 08:23

Orwellhatterecht » Do 5. Mär 2015, 20:50 hat geschrieben:

Etliche haben ihr ganzes Leben hart gearbeitet und freuen sich auf den verdienten Ruhestand, doch bevor sie ihn erreichen, rafft sie Gevatter Tod dahin! Tägliches Geschehen hier und anderswo !



tja

das ist das Lebensrisiko von JEDEM

WAS hat das nun mit dem Rentensystem zu tun?
Laut Aussage der linken Ideologen sind alle ökonomisch erfolgreichen dumm, und die wahre Intelligenz tritt sich in der untersten ökonomischen Etage auf die Füße.....daher muss diese Etage ausgebaut werden

Zurück zu „8. Gesellschaft“

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 6 Gäste