Islam - Islamismus?

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Bleibtreu
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Re: Islam - Islamismus?

Beitragvon Bleibtreu » Do 22. Jan 2015, 00:00

Platon » Mi 21. Jan 2015, 21:41 hat geschrieben:Al-Qaida und ISIS z.B. wird von der der überwältigenden Mehrheit abgelehnt, sie selbst halten ja auch die überwältigende Mehrheit der Muslime für Ungläubige.

Und was ändert das? Nix.

Neue Antworten erhält man, wenn man neue Fragen stellt.

Was nichts daran ändert, dass die Quellen aus der diese Fragen beantworten werden, alter Muff ist ===> http://de.wikipedia.org/wiki/Fiqh DAS ist doch die Krux!

Die Frage wie man in einem nicht-islamischen Land auf Dauer leben kann, war eine neue Frage, Tariq Ramadan z.B. hat eine neue Antwort gegeben.

Welche denn? Ich kann ihm nur sehr bedingt etwas abgewinnen. :|

Die Frage ob ein Islamischer Staat auch demokratisch sein kann, wurde innerhalb der islamischen Welt gestellt und die Bereitschaft sich an Wahlen zu beteiligen ist zumindest bei größeren Strömungen durchweg da und wird auch religiös gerechtfertigt.

Das betrifft Länder, in denen mehrheitlich Muslime leben. Ging es nicht gerade um Europa?

Wenngleich in vielen Fällen die politische Kultur zu wünschen übrig lässt. Das betrifft dann aber ja nicht nur die Islamisten. Der Knackpunkt ist ja dann auch immer der Status von Minderheiten, Wasteland hat da in diesem Strang auch jemanden verlinkt bzw. hier.

Und da sind wir genau bei dem Punkt, den ich ansprach:

Über die Vereinbarkeit von Islam und Demokratie
Der iranischstämmige Politikwissenschaftler Nader Hashemi ist der Ansicht, dass die jungen muslimischen Demokratien vor der großen Aufgabe stehen, die Scharia so anzupassen, dass sie mit zeitgemäßen demokratischen Werten und internationalen Rechtsstandards vereinbar ist.
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Re: Islam - Islamismus?

Beitragvon Platon » Do 22. Jan 2015, 00:08

Basschihan » Mi 21. Jan 2015, 23:36 hat geschrieben:
Oh aber kann nicht jeder nur seine persönliche Interpretation von etwas haben, oder weißt du was der Islam ist, oder weiß es Osama Bin Laden, oder weiß es der Mehmet vom Kisok? Du argumentierst mit Axiomen lieber Platon.
Aber ich weiß was du meinst, und ich möchte zugeben, dass ich kein Kenner des Islams bin. Aber deshalb bemühe ich mich ja auch nur um die Offensichtlichkeiten. Und es ist offensichtlich, dass in einer Gesellschaft, die ihr Voranschreiten durch das ständige Hinterfragen von geglaubten Wissen erst ermöglicht, es keine Ausnahmen für dieses Verfahren geben darf. Wieso sollen wir alles hinterfragen dürfen, und Ausnahmen bei Inhalten machen, nur weil sie von außen gerächt werden. Gerade hier, wo die Kritik auf Widerstände stößt, scheint sie doch sogar besonders angebracht, oder nicht?

was ICH meine steht hier, es ist am Ende entscheidend was die Muslime denken
viewtopic.php?p=2933031#p2933031
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Re: Islam - Islamismus?

Beitragvon Bleibtreu » Do 22. Jan 2015, 00:15

Platon » Do 22. Jan 2015, 00:08 hat geschrieben:was ICH meine steht hier, es ist am Ende entscheidend was die Muslime denken
viewtopic.php?p=2933031#p2933031

Nicht nur. Wenn Muslime in einer nicht-islamischen Gesellschaft leben, ist ebenso entscheidend, was die nicht-islamischen Mitglieder dieser Gesellschaft denken und wonach diese sich richten. Genau das ist doch der Ursprung der Probleme in Europa. Es muss ein Weg gefunden werden, wie ein Miteinander oder doch zumindest eine friedliche Koexistenz dauerhaft ermöglich wird. Wenn es sich weiter verschärft, nimmt das kein gutes Ende. :|
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Re: Islam - Islamismus?

Beitragvon Platon » Do 22. Jan 2015, 00:25

Bleibtreu » Do 22. Jan 2015, 00:00 hat geschrieben:Und was ändert das? Nix.

für dich offenbar nicht
Was nichts daran ändert, dass die Quellen aus der diese Fragen beantworten werden, alter Muff ist ===> http://de.wikipedia.org/wiki/Fiqh DAS ist doch die Krux!

Die religiösen Quellen haben sich noch bei keiner Religion geändert. Es ist immer alter Muff.
Welche denn? Ich kann ihm nur sehr bedingt etwas abgewinnen. :|

das in Europa Religionsfreiheit herrscht und man sich deswegen keinen Kopf machen soll
Das betrifft Länder, in denen mehrheitlich Muslime leben. Ging es nicht gerade um Europa?

Ich habe es als Beispiel angeführt, dass neue Fragen neue Antworten produzieren.
Die Demokratie in Europa wird sowieso nicht in Frage gestellt, weil es zumindest aus der Sicht des persönlichen Heils, und es ist ja Sinn und Zweck der Scharia aus muslimischer Sicht eine Gesellschaft so zu organisieren, dass der einzelne durch ein gottgefälliges Leben ins Paradies gelangen kann. Da ist es dann völlig unerheblich ist ob eine Demokratie herrscht oder irgendeine andere Staatsform, entscheidend ist ob man ein islamisches Leben führen und damit in den Himmel kommen kann. Wie gesagt, da Religionsfreiheit herrscht kann jeder seine Religion so ausüben wie er lustig ist, und dementsprechend kann er auch in den Himmel kommen, so Tariq Ramadan und ich widerspreche ihm da nicht. Hätten wir hierzulande z.B. eine sozialistische Diktatur, welche die Religionsausübung unterdrückt, wäre das natürlich etwas völlig Anderes.

Wenngleich in vielen Fällen die politische Kultur zu wünschen übrig lässt. Das betrifft dann aber ja nicht nur die Islamisten. Der Knackpunkt ist ja dann auch immer der Status von Minderheiten, Wasteland hat da in diesem Strang auch jemanden verlinkt bzw. hier.

Und da sind wir genau bei dem Punkt, den ich ansprach:

Über die Vereinbarkeit von Islam und Demokratie
Der iranischstämmige Politikwissenschaftler Nader Hashemi ist der Ansicht, dass die jungen muslimischen Demokratien vor der großen Aufgabe stehen, die Scharia so anzupassen, dass sie mit zeitgemäßen demokratischen Werten und internationalen Rechtsstandards vereinbar ist.
[/quote]
Wie gesagt grundsätzlich sehe ich das recht entspannt, weil man nicht die Religion komplett reformieren muss, vielmehr muss man bestimmte Punkte modernen Erfordernissen anpassen. Das Thema Minderheiten und Rechte der Frau steht da sicherlich ganz oben auf der Liste. Aber ich sage mal die Frage der Körperstrafen wie die Steinigung oder allgemein die Todesstrafe, wie sie z.B. im Iran praktiziert wird, wird von der Demokratie nicht grundsätzlich in Frage gestellt. Von daher muss Demokratisch nicht auch immer Liberal bedeuten, meines Erachtens.
Zuletzt geändert von Platon am Do 22. Jan 2015, 00:32, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Islam - Islamismus?

Beitragvon Platon » Do 22. Jan 2015, 00:27

Bleibtreu » Do 22. Jan 2015, 00:15 hat geschrieben:Nicht nur. Wenn Muslime in einer nicht-islamischen Gesellschaft leben, ist ebenso entscheidend, was die nicht-islamischen Mitglieder dieser Gesellschaft denken und wonach diese sich richten. Genau das ist doch der Ursprung der Probleme in Europa. Es muss ein Weg gefunden werden, wie ein Miteinander oder doch zumindest eine friedliche Koexistenz dauerhaft ermöglich wird. Wenn es sich weiter verschärft, nimmt das kein gutes Ende. :|

Der Punkt ist, dass in Deutschland die Muslime zum überwältigenden Anteil sehr gut integriert sind.
Diejenigen die Islamkritik machen und Angst vor Kopftüchern haben sind weitaus zahlreicher als die nicht-integrierten Muslime.

Es ist weniger notwendig, dass Muslime irgendwelche Forderungskataloge besorgter Bürger befolgen, als vielmehr, dass sie als Bürger Deutschlands zu akzeptieren sind und zwar vollständig und ohne Vorbehalte. Auch die Kopftuchmädchen.
Zuletzt geändert von Platon am Do 22. Jan 2015, 00:30, insgesamt 2-mal geändert.
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Re: Islam - Islamismus?

Beitragvon Bleibtreu » Do 22. Jan 2015, 00:50

Platon » Do 22. Jan 2015, 00:25 hat geschrieben:für dich offenbar nicht

Natürlich nicht, weil ich das nie bestritten habe. :|

Die religiösen Quellen haben sich noch bei keiner Religion geändert. Es ist immer alter Muff.

Das ist nicht korrekt. Die Methodik hat sich im Juden- wie auch im Christentum reformiert + liberalisiert, sie haben sich den Erfordernissen angepasst. Und damit schließt sich wieder der Kreis.

das in Europa Religionsfreiheit herrscht und man sich deswegen keinen Kopf machen soll

Und das soll eine Bahn brechende neue Antwort sein? Hüstel.


Ich habe es als Beispiel angeführt, dass neue Fragen neue Antworten produzieren.

Ein ScheinArgument. Du hüpfst immer hin und her, wie es gerade besser ist.

... entscheidend ist ob man ein islamisches Leben führen und damit in den Himmel kommen kann. Wie gesagt, da Religionsfreiheit herrscht kann jeder seine Religion so ausüben wie er lustig ist, und dementsprechend kann er auch in den Himmel kommen, so Tariq Ramadan und ich widerspreche ihm da nicht.

Haben wir nicht fest gestellt, dass es die unterschiedlichsten Auslegungen gibt, außer einer liberalen? Also gibt es auch die unterschiedlichsten Vorstellungen davon, was ein "islamisches Leben und gemäß der Scharia" ist. Von DER weicht er nämlich nicht ab.

Und da sind wir genau bei dem Punkt, den ich ansprach:

Wie gesagt grundsätzlich sehe ich das recht entspannt, weil man nicht die Religion komplett reformieren muss, vielmehr muss man bestimmte Punkte modernen Erfordernissen anpassen. .

Und genau DAS meine ich die ganze Zeit! :|
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Re: Islam - Islamismus?

Beitragvon Bielefeld09 » Do 22. Jan 2015, 00:50

Platon » Do 22. Jan 2015, 00:27 hat geschrieben:Der Punkt ist, dass in Deutschland die Muslime zum überwältigenden Anteil sehr gut integriert sind.
Diejenigen die Islamkritik machen und Angst vor Kopftüchern haben sind weitaus zahlreicher als die nicht-integrierten Muslime.

Es ist weniger notwendig, dass Muslime irgendwelche Forderungskataloge besorgter Bürger befolgen, als vielmehr, dass sie als Bürger Deutschlands zu akzeptieren sind und zwar vollständig und ohne Vorbehalte. Auch die Kopftuchmädchen.

So einfach ist das nun mal nicht. Warum arbeite ich mit einem Jungen der in Afghanistan sich einen Sprengstoffgürtel umschnallen sollte und hier sich seines Lebens erfreut?
Er ist immer noch Gläubiger Muslim. In der Arbeit akzeptiere ich den Glauben, aber ich verurteile die Taliban. Jene Gotteskrieger die diesen Menschen in die Luft sprengen wollten. Es geht um gegenseitigen Respekt, im täglichen Leben und der Glaube ist ein Teil davon. Aber der gegenseitige Respekt ist dabei das wichtigste auf der Grundlage unserer deutschen Verfassung.
Sorry Mods, es ist nie persönlich gemeint. Ihr habt immer recht. Sorry :( :p
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Re: Islam - Islamismus?

Beitragvon Tom Bombadil » Do 22. Jan 2015, 09:46

Wasteland » Mi 21. Jan 2015, 20:06 hat geschrieben:Das ist dann ein Lernprozess.

Dann wollen wir hoffen, dass die Ägypter daraus gelernt haben.
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Re: Islam - Islamismus?

Beitragvon Tom Bombadil » Do 22. Jan 2015, 09:52

Platon » Mi 21. Jan 2015, 22:11 hat geschrieben:Wie gesagt, deine persönliche Interpretation was der Islam ist, ist für andere unerheblich und für die Integration von Muslimen in westlichen Staaten ohne Bedeutung.

Wenn es aber heißt "der Islam gehört zu Deutschland", dann muss man sich auch die deutschen Stimmen anhören, wie sie den Islam sehen, für Deutschland sind sie nämlich von Bedeutung. Die Innenpolitik islamischer Staaten ist primär deren Sache, wenn die z.B. meinen, die Scharia wäre ein tolles Rechtssystem, bitte, dann sollen sie sie nutzen, dass Menschen so etwas aber für Deutschland ablehnen und sich auch davor fürchten, ist mindestens legitim.
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Re: Islam - Islamismus?

Beitragvon Basschihan » Do 22. Jan 2015, 10:05

Platon hat geschrieben:was ICH meine steht hier, es ist am Ende entscheidend was die Muslime denken
viewtopic.php?p=2933031#p2933031


Also du meinst, dass man immer nur eine Interpretation kritisieren kann, und nicht den Islam!?
Klar das stimmt zur Hälfte, aber gerade beim Islam lässt sich das Problem recht einfach lösen, indem man anfängt die grundlegenden Gemeinsamkeiten der Interpretation zu kritisieren - den Koran. Und zwar genau jene Stellen, von denen ich mir nicht vorstellen kann, sie argumentativ konsequent zu verteidigen. Du hast recht, entscheidend ist was die Muslime hierzulande über den Islam denken. Aber ich behaupte ja, dass sie nur aufgrund argumentativer Lücken behaupten können, der Islam sei eine ausschließlich friedliche Religion. Eine konkretere Stellungnahme kann meines Erachtens durchaus forciert werden, indem man in der öffentlichen Debatte nun genau diese Lücken zur Sprache bringt. Prinzipiell habe ich in dieser Diskussion dazu bisher auch noch kein Gegenargument gehört...

Oder nochmal anders: Wenn ich so darüber nachdenke, dann erscheint es mir fast so, als ob der Islam in Deutschland heiliger ist, als jede andere Religion. Ich möchte fast sagen, dass wir in Europa heute mehr Ehrfurcht vor Mohammed als vor Jesus haben. Witze und Anfeindungen in die Richtung der Kirche gehören schon längst zum guten Ton. Und das lässt sie erst Teil unserer Gesellschaft werden. Wieso nehmen wir den Islam davon aus? Nur weil er die Religion einer Minderheit ist? In polemischen Worten (und die sind hier wohl um der Aufmerksamkeit willen nötig) würde ich fast sagen, dass sich das Christentum über die letzten 500 Jahre hat prostituieren lassen, und sich der Aufklärung gefügig gemacht hat. Das Christentum ist heute fast schon beliebig, und trägt der Philosophie eigentlich nur noch ihre Werte hinterher. Und so negativ das klingt, die Prostitution des Christentums war der einzige Weg sich in unserer Gesellschaft zu halten, und das muss auch der Weg des Islam hier sein, auch wenn sich niemand gerne freiwillig prostituieren lässt. Polemik Ende: ersetze "Prostitution" durch "Anpassung".
Zuletzt geändert von Basschihan am Do 22. Jan 2015, 10:19, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Islam - Islamismus?

Beitragvon Zweiundvierzig » Do 22. Jan 2015, 12:33

Basschihan » Do 22. Jan 2015, 11:05 hat geschrieben:Ich möchte fast sagen, dass wir in Europa heute mehr Ehrfurcht vor Mohammed als vor Jesus haben.


Nimm mich davon aus, denn ich habe vor beiden keine Ehrfurcht.

Das Christentum ist heute fast schon beliebig, und trägt der Philosophie eigentlich nur noch ihre Werte hinterher. Und so negativ das klingt, die Prostitution des Christentums war der einzige Weg sich in unserer Gesellschaft zu halten, und das muss auch der Weg des Islam hier sein, auch wenn sich niemand gerne freiwillig prostituieren lässt. Polemik Ende: ersetze "Prostitution" durch "Anpassung".


Der Papst prostituiert(e) sich nicht, sondern herrscht immer noch absolut über einen Teil Europas. Zwar sind seine Ländereien nicht mehr so ausgedehnt wie zu Zeiten des Kirchenstaates, dennoch ist es beachtlich, dass er samt seiner Interpretation der Bibel und seiner weltlichen Macht selbst das Zeitalter des Nationalismus überlebt hat und nun über einen Teil Roms gebietet.

Die Zeremonien sind auch noch weitestgehend erhalten geblieben. Da werden z.B. auch heute noch der Fischerring oder die Füße geküsst.
Zuletzt geändert von Zweiundvierzig am Do 22. Jan 2015, 12:37, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Islam - Islamismus?

Beitragvon Córdoba » Do 22. Jan 2015, 13:23

Platon » Do 22. Jan 2015, 00:08 hat geschrieben:was ICH meine steht hier, es ist am Ende entscheidend was die Muslime denken
viewtopic.php?p=2933031#p2933031


Du willst sagen, eine Gruppe, in der nicht alle das gleiche Denken, die also indifferent ist, inhomogen ist, darf nicht kritisiert werden.
Dazu muß man sagen:
Es existiert keine Gruppe, die homogen ist, dann dürfte man keinen kritisieren.
Weder Evangelikale, noch Katholiken, noch Juden, noch Amerikaner, noch nichtmal Regierungs-Kabinette, Konservative, Linke, Liberale, noch Bayern.
Nirgendwo gibt es Homogenität.

Dürfen alle nicht mehr kritisiert werden.
In Zukunft ist also nur Kritik an Einzelpersonen erlaubt.
Denn zwei Menschen, die völlig gleich ticken, findet man selten.
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Re: Islam - Islamismus?

Beitragvon Ravin » Do 22. Jan 2015, 14:20

Córdoba » Do 22. Jan 2015, 13:23 hat geschrieben:
Du willst sagen, eine Gruppe, in der nicht alle das gleiche Denken, die also indifferent ist, inhomogen ist, darf nicht kritisiert werden.
Dazu muß man sagen:
Es existiert keine Gruppe, die homogen ist, dann dürfte man keinen kritisieren.


Unsinn ...

Weder Evangelikale, noch Katholiken, noch Juden, noch Amerikaner, noch nichtmal Regierungs-Kabinette, Konservative, Linke, Liberale, noch Bayern.
Nirgendwo gibt es Homogenität.


Doch sicher!, alle aufgezählten sind bis auf Juden Christen, genauer entspringen incl. der Juden/Zionisten, Linker, Liberaler, Rechter ectpp dem christlichen Kulturbereich. Du siehst der Westen Europa ist "aus einer bestimmten Perspektive" nicht so heterogen wie man glaubt ...
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Re: Islam - Islamismus?

Beitragvon Platon » Do 22. Jan 2015, 16:45

Córdoba » Do 22. Jan 2015, 13:23 hat geschrieben:
Du willst sagen, eine Gruppe, in der nicht alle das gleiche Denken, die also indifferent ist, inhomogen ist, darf nicht kritisiert werden.
Dazu muß man sagen:
Es existiert keine Gruppe, die homogen ist, dann dürfte man keinen kritisieren.
Weder Evangelikale, noch Katholiken, noch Juden, noch Amerikaner, noch nichtmal Regierungs-Kabinette, Konservative, Linke, Liberale, noch Bayern.
Nirgendwo gibt es Homogenität.

Dürfen alle nicht mehr kritisiert werden.
In Zukunft ist also nur Kritik an Einzelpersonen erlaubt.
Denn zwei Menschen, die völlig gleich ticken, findet man selten.

Nein. Ich wollte damit zum Ausdruck bringen, dass man Aussagen von Muslimen kritisieren soll und nicht das was man meint selbst aus dem Koran herausgelesen zu haben. Wenn man Evangelikale kritisiert, dann fängt man ja nicht damit an das persönliche Verständnis der Paulusbriefe zu diskutieren, sondern man kritisiert z.B. den Gottesdienst, das Verständnis von Geistesgaben oder auch der Geschlechterrollen.

Im Falle der Muslime würde das aber natürlich auch erst einmal voraussetzen sich überhaupt damit zu beschäftigen was die diversen Strömungen denn nun überhaupt so von sich geben.
Zuletzt geändert von Platon am Do 22. Jan 2015, 16:48, insgesamt 2-mal geändert.
Marie-Luise

Re: Islam - Islamismus?

Beitragvon Marie-Luise » Do 22. Jan 2015, 16:50

Platon » Do 22. Jan 2015, 16:45

Ich wollte damit zum Ausdruck bringen, dass man Aussagen von Muslimen kritisieren soll und nicht das was man meint selbst aus dem Koran herausgelesen zu haben.


Das tue ich die meiste Zeit, dann Koran, Scharia, Hadithe und - ganz wichtig - die kleinen und großen islamischen Organisation im Internet. Die Presse nicht zu vergessen.

Vorhin meintest Du doch noch, dass der eine Muslim den Koran usw. so und so interpretiert, während ein anderer alles wieder anders sieht. Wenn sollte man denn da kritisieren? Die, die sagen: "Islam ist Frieden"?
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Re: Islam - Islamismus?

Beitragvon Platon » Do 22. Jan 2015, 17:02

Marie-Luise » Do 22. Jan 2015, 16:50 hat geschrieben:
Das tue ich die meiste Zeit, dann Koran, Scharia, Hadithe und - ganz wichtig - die kleinen und großen islamischen Organisation im Internet. Die Presse nicht zu vergessen.

Vorhin meintest Du doch noch, dass der eine Muslim den Koran usw. so und so interpretiert, während ein anderer alles wieder anders sieht. Wenn sollte man denn da kritisieren? Die, die sagen: "Islam ist Frieden"?

Nun im Rahmen einer Integrationsdebatte sind alle Aussagen zu kritisieren, welche einer solchen zuwiderlaufen. Wie das man hierzulande die Scharia einführen sollte oder man dem deutschen Staat nicht trauen sollte. Das gibt es aber heutzutage nur von Salafisten und ähnlichen. Die Islamverbände sind mittlerweile recht geübt darin ihre Loyalität zum deutschen Staat und zum Grundgesetz zu bekunden, weswegen sie hier ja auch von der Politik anerkannt und akzeptiert sind.

Dazu habe ich immer so meine Probleme mit allzu konservativen Ansichten, die z.B. die Rolle der Frau angehen. Aber hier ist natürlich jeder frei selbst zu entscheiden, solange kein Zwang ausgeübt wird, kann jeder so konservativ sein wie er will, gefallen muss es mit natürlich trotzdem nicht.
Zuletzt geändert von Platon am Do 22. Jan 2015, 17:05, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Islam - Islamismus?

Beitragvon Córdoba » Do 22. Jan 2015, 18:09

Platon » Do 22. Jan 2015, 16:45 hat geschrieben: Wenn man Evangelikale kritisiert, dann fängt man ja nicht damit an das persönliche Verständnis der Paulusbriefe zu diskutieren, sondern man kritisiert z.B. den Gottesdienst, das Verständnis von Geistesgaben oder auch der Geschlechterrollen.


Die Geistesgaben der drei monotheistischen Religionen sind überwiegend ähnlich:
(Sollte wenig wundern, geschichtlich sind sie ja eng verbunden)
Konservativ, homophob, Evolution ist Teufelswerk,
Geschlechterrollen: Frauen stehen unter dem Mann, verhüllte Männer wird es kaum geben.
Von allen drei monotheistischen Religionen ist der Islam am Konservativsten.

Während man diese Geistesgaben seit Jahrzehnten bei den christlichen Konfessionen bekämpft, stellt man vergleichbare Werte beim Islam offensichtlich unter Kulturschutz.
Mit der Begründung, daß es ja auch Moslems gibt, die gar nicht so konservativ sind, also anders sind.
Nur das es diese "Anderen" auch bei Christen und Juden gibt.
Alle Gruppierungen sind fragmentiert.

Die USA sind überwiegend religiös, auch heute noch, dennoch haben viele Bundesstaaten die Homo-Ehe, in allen ist es legal.
In der islamischen Welt wird es fast immer hingerichtet, oder langjährige Haft.

Ich schlage vor, Kritik mit gleichem Maßstäben zu üben!
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Re: Islam - Islamismus?

Beitragvon Platon » Do 22. Jan 2015, 20:33

Córdoba » Do 22. Jan 2015, 18:09 hat geschrieben:
Die Geistesgaben der drei monotheistischen Religionen sind überwiegend ähnlich:
(Sollte wenig wundern, geschichtlich sind sie ja eng verbunden)

Es gibt weder im Judentum und schon gar nicht im Islam einen heiligen Geist, daher kann es auch keine Geistesgaben geben.
http://de.wikipedia.org/wiki/Gaben_des_ ... Bewegungen
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Re: Islam - Islamismus?

Beitragvon Wasteland » Do 22. Jan 2015, 21:03

Guter Artikel zum Thema:

Islamic history is full of free thinkers - but recent attempts to suppress critical thought are verging on the absurd

From their different perspectives, these and numerous other free thinkers of Islamic history arrived at a common conclusion: state-sponsored Islam is full of edicts and rituals that are absurd and insulting to reason. Free thought was the only way to cut through this nonsense and take us closer to God.

So why don't we hear more about these great thinkers and questioners today? Because concentrated attempts have been made, and continue to be made, to stifle free thinking and wipe its record from Islam's history. The traditional curriculum, unchanged for centuries, in most madrassas, seminaries and "Islamic universities" is devoted solely to the works of "approved" imams and scholars, and even the minutest critical thought is ruthlessly expunged.

(In Saudi Arabia and most Gulf states, for example, it is forbidden to teach the ideas and works of Ibn al-Rawandi, Ibn Rushd, and al-Biruni.) In recent years, Saudi Arabia's rulers have spent £70bn in attempts to suppress critical thought – funding mosques, madrassas, universities and tele-evangelicals – with the result that generations of Muslims around the world, including Britain, now imbibe the Wahhabi ideology.


What's more, British Muslims need to create and defend the freedom to question and, if necessary, reject religious authorities of the past and present. And why can't we see this theme explored on television, instead of the usual programmes about terrorism and the hajj? If nothing else, a TV series on free thought in Islam would supply some material to Westerners, so that they could engage with Muslims in a discourse based on mutual respect.

Finally, let us be heard. No doubt many Muslims want to protest against jihad. But, at the very least, we should also be rallying against the Saudi hijacking of Islam. You may "be" Charlie, and much good may it do you. But we'll know progress has been made when – outside the mosque – instead of "Je suis un couteau", we see signs saying: "Je suis Raif."

http://www.independent.co.uk/voices/com ... ebook-post

Der Artikel bringt es 100%ig auf den Punkt.
Zuletzt geändert von Wasteland am Do 22. Jan 2015, 21:33, insgesamt 4-mal geändert.
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Re: Islam - Islamismus?

Beitragvon Taner » Do 22. Jan 2015, 21:43

Was ist Islam ?

Islam wird in der Heiligen Buch der Mohammedaner ausführlich erklärt.

Islam ist die vollendete Religion Gottes und das Wort Gottes.

Was sagt Allah im Koran bzw. was lässt er seinen Propheten predigen ?

Der Herr unser Gott gibt darin an, er werde seinen Licht auf Erden trotz der Widerstand der Ungläubigen vollbringen und als Licht wird ebenso der Thora als auch der Bibel angegeben somit auch ihre Gemeinden denn von einer einzigen Gemeinde Gottes ist darin nicht die Rede.

Darin werden auch Geschichten erzählt, wie zum Beispiel die von den Israeliten wie sie zur Mohammed gehen und ihn um einen Rat fragen obwohl sie sich ebenso gut mit der Thora bedienen hätten können.

Ach ja, der Koran gibt auch an das die Trinität eine Irrelehre ist und Jesus Christus ein Gesandter Gottes ist und der Heilige Geist Gottes ebenso wenig ein Gott ist.

Doch all das bedeutet nicht das die Christen und auch die Juden in ihrem Ursprung nicht ein Teil des Religion Gottes nach der Koran waren also im Grunde genommen ebenso ein Teil seiner Religion Islam sind.

Denn im Koran wird angegeben das jeder der Gemeinden seine eigene Gesetze hat damit mit gegeneinander um Gute Absichten wetteifern und wenn die Gefahr nicht bestehen würde dass all diese Gemeinden mit ihrer Heiligen Buch sich mobilisieren könnten, der Herr ihre Wohnungen aus Silber angefertigt hätte.

Naja, anscheinend haben die Gesetze der Menschen mit all ihren Bräuche und Traditionen dafür gesorgt dass die Wörter Gottes verachtet werden, dennoch wie gesagt der Herr unser Gott gibt darin an dass er seinen Licht auf Erden vollbringen werde und wie die Ungläubigen versuchen seinen Licht mit ihren Wörter auszulöschen.

So gesehen sind die Menschen früher oder später dazu verdammt vernichtend geschlagen zu werden aber bevor es nicht dazu kommt werden wohl nur sehr wenige daran glauben.

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