Wo wäre die friedliche Gründung Israels möglich gewesen?

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ThorsHamar
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Re: Wo wäre die friedliche Gründung Israels möglich gewesen?

Beitragvon ThorsHamar » Sa 20. Dez 2014, 12:35

Gretel » Heute 11:23 hat geschrieben:Hier mal ein antisemitischer Text:

Mahatma Gandhi schrieb 1938, also 10 Jahre vor der Gründung des Staates Israels:

Palästina gehört den Arabern, so wie England den Engländern, Frankreich den Franzosen gehört. Es ist falsch und unmenschlich, die Juden den Arabern aufzuzwingen.

Was heute in Palästina vorgeht, lässt sich durch kein Moralgesetz rechtfertigen. Die Mandate beruhen lediglich auf dem letzten Krieg. Es wäre sicher ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit, die stolzen Araber zu erniedrigen, so dass Palästina den Juden ganz oder teilweise als ihre nationale Heimatstätte wiedergegeben werden könnte.

Es wäre edler, auf einer gerechten Behandlung der Juden zu bestehen, wo immer sie geboren und erzogen wurden. Die Juden, die in Frankreich geboren sind, sind genau so Franzosen, wie die Christen, die in Frankreich geboren sind.

Würden sich die Juden, wenn es keine andere Heimat als Palästina haben, mit dem Gedanken befreunden, dass sie gezwungen sind, die übrigen Teile der Welt, in denen sie sich niedergelassen haben, zu verlassen? Oder wollen sie eine doppelte Heimat, wo sie nach belieben bleiben können? Dieser Ruf nach der nationalen Heimatstätte liefert eine raffiniert vorgetäuschte Rechtfertigung für die deutsche Judenvertreibung. […] Ich habe keine Zweifel, dass die Juden in Palästina sich auf dem falschen Weg befinden. Das Palästina der Bibel ist kein geographisches Gebiet. Es liegt in ihren Herzen. Aber wenn sie das geographische Palästina als ihre nationale Heimatstätte ansehen müssen, ist es falsch, es im Schatten der britischen Geschütze zu betreten. Eine religiöse Tat kann nicht mit Hilfe von Bajonetten und Bomben ausgeführt werden. Sie können sich in Palästina nur mit Zustimmung der Araber niederlassen. Sie sollten versuchen, die Herzen der Araber zu bekehren. Derselbe Gott, der die Herzen der Juden beherrscht, herrscht auch über die Herzen der Araber. […] Es gibt Hunderte von Möglichkeiten, mit den Arabern zu verhandeln, wenn sie nur auf die Hilfe der Bajonetten verzichten. Solange das nicht geschieht, sind sie Spiessgesellen der Briten bei der Ausplünderung eines Volkes, das ihnen nichts Übles angetan hat.

Mahatma Gandhi (1938)
„Zur Lage der Juden in Deutschland und Palästina“, Harijan. Zitiert von: Vom Gestern zum Morgen. Zeitgeschichtliche Schriftenreihe. Band 4. 1961.


Das ist ja wirklich interessant. Es sind genau die Gedanken, auf die auch ich gekommen bin, nach Jahrzehnten Beschäftigung mit dem Thema.
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Re: Wo wäre die friedliche Gründung Israels möglich gewesen?

Beitragvon Zunder » Sa 20. Dez 2014, 14:06

Mahatma Gandhi scheint ja ein ganz edles Gemüt gewesen zu sein:

Zu einer Zeit, da die Leute die Hoffnung fast aufgegeben hatten, sandte Gandhi eine provozierende Botschaft an Leo Baeck: “Mein Rat an die deutschen Juden lautet, am selben Tag zur selben Stunde gemeinsam Selbstmord zu begehen. Dann wird das Gewissen Europas erwachen.”
http://www.liberale-juden.de/das-libera ... leo-baeck/
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Re: Wo wäre die friedliche Gründung Israels möglich gewesen?

Beitragvon Wolverine » Sa 20. Dez 2014, 14:53

Zunder » Sa 20. Dez 2014, 14:06 hat geschrieben:Mahatma Gandhi scheint ja ein ganz edles Gemüt gewesen zu sein:

Zu einer Zeit, da die Leute die Hoffnung fast aufgegeben hatten, sandte Gandhi eine provozierende Botschaft an Leo Baeck: “Mein Rat an die deutschen Juden lautet, am selben Tag zur selben Stunde gemeinsam Selbstmord zu begehen. Dann wird das Gewissen Europas erwachen.”
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Die Mär von Gandhi als friedlichem Unruhestifter ist meiner Ansicht nach schon längst auseinandergenommen. :)
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Re: Wo wäre die friedliche Gründung Israels möglich gewesen?

Beitragvon Zunder » Sa 20. Dez 2014, 14:59

ThorsHamar » Sa 20. Dez 2014, 12:35 hat geschrieben:
Das ist ja wirklich interessant. Es sind genau die Gedanken, auf die auch ich gekommen bin, nach Jahrzehnten Beschäftigung mit dem Thema.

Beeindruckend.
"Es gibt Hunderte von Möglichkeiten, mit den Arabern zu verhandeln, wenn sie nur auf die Hilfe der Bajonetten verzichten."
1938, während der Araberaufstand tobte, nach den Pogromen von 1929, den Juden in Palästina Gewaltverzicht abzuverlangen und den Juden in Deutschland zum kollektiven Selbstmord zu raten, disqualifiziert sich von selbst - jedenfalls, wenn man noch halbwegs bei Trost ist.

Den Brief, in dem Judah Magnes und Martin Buber Gandhi ein paar Fragen stellten, hat dieser übrigens nie beantwortet.
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Re: Wo wäre die friedliche Gründung Israels möglich gewesen?

Beitragvon Bleibtreu » Sa 20. Dez 2014, 15:29

Zunder » Sa 20. Dez 2014, 14:06 hat geschrieben:Mahatma Gandhi scheint ja ein ganz edles Gemüt gewesen zu sein:

Zu einer Zeit, da die Leute die Hoffnung fast aufgegeben hatten, sandte Gandhi eine provozierende Botschaft an Leo Baeck: “Mein Rat an die deutschen Juden lautet, am selben Tag zur selben Stunde gemeinsam Selbstmord zu begehen. Dann wird das Gewissen Europas erwachen.”
http://www.liberale-juden.de/das-libera ... leo-baeck/

Entzückend - wieso hat er seinem eigenen Volk nicht diesen Rat gegeben, wenn der so toll ist - hm? :dead:

Wolverine » Sa 20. Dez 2014, 14:53 hat geschrieben:Die Mär von Gandhi als friedlichem Unruhestifter ist meiner Ansicht nach schon längst auseinandergenommen. :)


Gandhi war mitnichten der Menschenfreund + Saubermann, als der er verkauft wird. LegendenBildungen haben oft wenig mit der Realität gemein. Er war ein Rassist und ein Anhänger des Kastensystems:

" [...] Roy: Gandhi war nicht über die Rassentrennung an sich empört. Die wirkliche Geschichte ist, dass er deshalb in diesem Abteil für Weiße saß, weil er glaubte, wohlhabende Inder aus den höheren Kasten sollten nicht mit "Kaffern", wie er die Schwarzen nannte, im selben Abteil reisen. Sich das klarzumachen war ein bisschen schockierend. In meinem Text habe ich mich darauf beschränkt, Gandhis eigene Schriften aus der Zeit von 1893 bis 1946 zu zitieren. Er schrieb mit einem schockierenden Ausmaß von Verachtung über schwarze Afrikaner, indische Leibeigene, Unberührbare, Arbeiter und Frauen. Die längste Zeit seiner 20 Jahre in Südafrika hat er damit verbracht, um die Freundschaft des weißen Regimes zu werben, bis hin zur Erklärung, er wünsche sich eine "imperiale Brüderschaft" mit den Briten. [...]

Man kann nicht einmal sagen, dass er eben "ein Mann seiner Zeit" gewesen sei, denn unter seinen Zeitgenossen, sowohl in Indien als auch anderswo auf der Welt, gab es Leute wie Ambedkar oder Jyotiba Phule, die viel fortschrittlicher waren. Gandhi ist ohnehin niemand, zu dem ich mich automatisch hingezogen gefühlt habe; ich habe keine besondere Liebe zu Frömmigkeit und Reinheit – Dingen, von denen er besessen war. Es fällt sogar schwer, ihn als gutartigen Spinner abzutun. Es ist da etwas viel Bösartigeres am Werk. Es geht nicht bloß um gewaltfreien Widerstand, Ejakulationsverzicht, Ziegenmilch und selbst gesponnene Baumwolle.

Er hat die politische und soziale Kastenproblematik auf das symbolische, totemhafte Thema Unberührbarkeit reduziert. Die Kastenfrage ist in erster Linie eine Frage von Rechten – auf Land, Bildung, öffentliche Dienstleistungen. Unberührbarkeit ist eines von mehreren gewaltsamen Mitteln, mit denen Dalits terrorisiert werden; man wäscht ihnen das Gehirn, damit sie bleiben, was sie sind: ein Reservoir an billigen Arbeitskräften, die ein System nicht herauszufordern wagen, das angeblich von den Göttern gewollt ist. Gandhi hat darauf bestanden, alle Kasten sollten bei ihrer erblichen Arbeit bleiben, aber keine Kaste solle für nobler gelten als eine andere – damit wollte er die Menschen dazu bringen, sich über ihre Erniedrigung sogar noch zu freuen.

Gandhis Doktrin der Gewaltlosigkeit ruht auf einem Fundament von dauernder, brutaler, extremer Gewalt – denn das ist das Kastensystem. Es kann ohne die Androhung und Anwendung von Gewalt nicht aufrechterhalten werden. Selbst heute noch laufen Dalits, die den Status quo infrage zu stellen wagen, Gefahr, einem regelrechten Ritualmord zum Opfer zu fallen. Es gab Massenproteste gegen die grauenhafte Gruppenvergewaltigung und Ermordung einer jungen Frau in einem Bus in Delhi im Dezember 2012. Im selben Jahr wurden 1500 Dalit-Frauen von Männern aus höheren Kasten vergewaltigt, und 650 Dalits wurden ermordet. Das gelangt kaum in die Nachrichten.
"
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Re: Wo wäre die friedliche Gründung Israels möglich gewesen?

Beitragvon Wolverine » Sa 20. Dez 2014, 15:57

Bleibtreu » Sa 20. Dez 2014, 15:29 hat geschrieben:Entzückend - wieso hat er seinem eigenen Volk nicht diesen Rat gegeben, wenn der so toll ist - hm? :dead:



Gandhi war mitnichten der Menschenfreund + Saubermann, als der er verkauft wird. LegendenBildungen haben oft wenig mit der Realität gemein. Er war ein Rassist und ein Anhänger des Kastensystems:

" [...] Roy: Gandhi war nicht über die Rassentrennung an sich empört. Die wirkliche Geschichte ist, dass er deshalb in diesem Abteil für Weiße saß, weil er glaubte, wohlhabende Inder aus den höheren Kasten sollten nicht mit "Kaffern", wie er die Schwarzen nannte, im selben Abteil reisen. Sich das klarzumachen war ein bisschen schockierend. In meinem Text habe ich mich darauf beschränkt, Gandhis eigene Schriften aus der Zeit von 1893 bis 1946 zu zitieren. Er schrieb mit einem schockierenden Ausmaß von Verachtung über schwarze Afrikaner, indische Leibeigene, Unberührbare, Arbeiter und Frauen. Die längste Zeit seiner 20 Jahre in Südafrika hat er damit verbracht, um die Freundschaft des weißen Regimes zu werben, bis hin zur Erklärung, er wünsche sich eine "imperiale Brüderschaft" mit den Briten. [...]

Man kann nicht einmal sagen, dass er eben "ein Mann seiner Zeit" gewesen sei, denn unter seinen Zeitgenossen, sowohl in Indien als auch anderswo auf der Welt, gab es Leute wie Ambedkar oder Jyotiba Phule, die viel fortschrittlicher waren. Gandhi ist ohnehin niemand, zu dem ich mich automatisch hingezogen gefühlt habe; ich habe keine besondere Liebe zu Frömmigkeit und Reinheit – Dingen, von denen er besessen war. Es fällt sogar schwer, ihn als gutartigen Spinner abzutun. Es ist da etwas viel Bösartigeres am Werk. Es geht nicht bloß um gewaltfreien Widerstand, Ejakulationsverzicht, Ziegenmilch und selbst gesponnene Baumwolle.

Er hat die politische und soziale Kastenproblematik auf das symbolische, totemhafte Thema Unberührbarkeit reduziert. Die Kastenfrage ist in erster Linie eine Frage von Rechten – auf Land, Bildung, öffentliche Dienstleistungen. Unberührbarkeit ist eines von mehreren gewaltsamen Mitteln, mit denen Dalits terrorisiert werden; man wäscht ihnen das Gehirn, damit sie bleiben, was sie sind: ein Reservoir an billigen Arbeitskräften, die ein System nicht herauszufordern wagen, das angeblich von den Göttern gewollt ist. Gandhi hat darauf bestanden, alle Kasten sollten bei ihrer erblichen Arbeit bleiben, aber keine Kaste solle für nobler gelten als eine andere – damit wollte er die Menschen dazu bringen, sich über ihre Erniedrigung sogar noch zu freuen.

Gandhis Doktrin der Gewaltlosigkeit ruht auf einem Fundament von dauernder, brutaler, extremer Gewalt – denn das ist das Kastensystem. Es kann ohne die Androhung und Anwendung von Gewalt nicht aufrechterhalten werden. Selbst heute noch laufen Dalits, die den Status quo infrage zu stellen wagen, Gefahr, einem regelrechten Ritualmord zum Opfer zu fallen. Es gab Massenproteste gegen die grauenhafte Gruppenvergewaltigung und Ermordung einer jungen Frau in einem Bus in Delhi im Dezember 2012. Im selben Jahr wurden 1500 Dalit-Frauen von Männern aus höheren Kasten vergewaltigt, und 650 Dalits wurden ermordet. Das gelangt kaum in die Nachrichten.
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Genau das meinte ich. Bin nur zu faul zum Suchen. :D :thumbup:
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Re: Wo wäre die friedliche Gründung Israels möglich gewesen?

Beitragvon InDubioProReo » Sa 20. Dez 2014, 16:34

Wolverine » Sa 20. Dez 2014, 07:05 hat geschrieben:
Um welches "palästinensische Inland " geht es denn ? Bis jetzt gibt es noch nicht mal einen palästinensischen Staat und so wie es aussieht wird es denn wohl auch nie geben.
Israel trägt überhaupt keine Schuld am Terror. Es ist ganz einfach. Die Terroristen der Hamas erklären Israel immer wieder den Krieg. Die UN meldet sich erst, wenn Israel damit droht sich zu wehren. Danach wird nur Israel verurteilt und die armen Terrortrottel werden bedauert. So löst man keine Konflikte. Durch Leute wie dich muss die Hamas sich ja darin bestätigt fühlen, dass ihr Weg der richtige ist. :rolleyes:


Um das auf dem die Nachbarn unmittelbaren Nachbarn Israels leben. Tatsächlich interessiert mich ,,die Schuldfrage" überhaupt nicht. Warum sollte ich mir den Kopf darüber zerbrechen, welche Partei in einem kriegerisch-terroristischen Gemetzel die besseren Rechtstitel auf ihrer Seite hat? Was hätte ich dann begriffen? Die andern haben angefangen, die andern sind die gewalttätigeren, man selber hat grundsätzlich nur „zurückgeschossen“: Diese Rechtfertigungen bekommt man seit jeher und zur Genüge stereotyp von allen Kampfparteien zu hören. Dazwischen soll ich mich entscheiden? Die Rechtfertigungen der einen Seite anerkennen, die der anderen verwerfen: Das wäre ein Erkenntnisgewinn? Über den Grund der Feindschaft, die da ohne Rücksicht auf Verluste ausgetragen wird, und ebenso über die strategischen Ziele, die von den Gegnern verfolgt werden, weiß ich jedenfalls noch gar nichts, wenn ich mich ideell in die Position des gerechten Richters begebe und die wechselseitigen Anklagen und Beschwerden gegeneinander abwäge und aufrechne.

Über die Brutalität des Kampfgeschehens brauchen wir uns nicht zu streiten; aber was bleibt von dem Unterschied zwischen militärischer und terroristischer Gewaltanwendung übrig, wenn Du ihn mal wirklich ohne das Interesse an moralischer Parteinahme betrachtest? Eine Staatsmacht wie Israel mit einem wohlorganisierten, professionellen, waffentechnisch perfekt ausgestatteten Militär geht anders zu Werk als eine terroristsiche Organisation. Sie bekämpft ihren Feind mit der Zerschlagung seiner Herrschaftsmittel und Machtquellen, also vorrangig seiner Streitkräfte und seiner Infrastruktur, seiner Verwaltung und seiner Wirtschaft; und weil das zivile Volk dabei nicht bloß öfters im Weg steht, sondern dem Feind durchaus auch als Manövriermasse zur Verfügung steht und insofern als letzte Machtbasis dient, richten sich auch auf die Zivilbevölkerung Angriffe, die auf Zermürbung berechnet sind und alles in den Schatten stellen, was Palästinas Terroristen an psychologischer Wirkung zustande bringen können.
Ich bin mit sicher, dass auchdie Hamas nichts lieber täte, als mit zielgenauen Jagdbomber-Angriffen die israelischen Streitkräfte zu zerschlagen und dabei noch weit mehr Israelis als bisher, Zivilisten aber nur noch begleitend und im Rahmen strategisch sinnvoller Aktionen umzubringen. Die Frage geht umgekehrt an Dich: Hättest Du in dem Fall für diese Volksbefreiungs- und Staatsgründungsfanatiker etwas übrig?

Weiterhin argumentierst Du teilweise so, als sollte man sich bei der Beurteilung des Krieges und für eine gerechte Urteilsfindung in die Lage eines bedrohten Israeli hineinversetzen, der von seinem Staat nichts anderes verlangt und bekommt, als dass der ihm die Bedrohung des friedlichen Alltagslebens durch terroristische An- und Übergriffe vom Hals schafft. Auch einem verschreckten Israeli würde ich aber, ebenso wie einem drangsalierten Palästinenser, die Frage zumuten, ob er denn wirklich meint, dass seine Obrigkeit nichts weiter als ihn und seinen Frieden schützt und ob er nicht noch ein bisschen unterscheiden kann zwischen sich und dem politischen Programm.

Und in diesem Zusammenhang kann man von dem hoch technisierten Staat Israel, mit einer breiten Mittelschicht und gut gebildeten Bevölkerung einfach mehr erwarten als von den sozial benachteiligten Palästinensern. Daher nehme ich Israel mMn berechtigterweise mehr in die Pflicht. Auf beiden Seiten leiden Menschen unter dem Krieg. Auf beiden Seiten lügen und morden die politischen Führungen. Wenn man schon erwartet, klar Stellung zu beziehen, dann doch bitte für die Menschen, die dem Krieg zum Opfer fallen. Die sind es nämlich, die sterben.
Und unbestreitbar sind es größtenteils unschuldige palästinensiche Zivilisten- Frauen, Kinder, - öder ganze Familien die ausgelöscht werden ohne etwas mit dem Terror am Hut zu haben.
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Re: Wo wäre die friedliche Gründung Israels möglich gewesen?

Beitragvon ThorsHamar » Sa 20. Dez 2014, 16:48

Zunder » Heute 14:59 hat geschrieben:Beeindruckend.
"Es gibt Hunderte von Möglichkeiten, mit den Arabern zu verhandeln, wenn sie nur auf die Hilfe der Bajonetten verzichten."
1938, während der Araberaufstand tobte, nach den Pogromen von 1929, den Juden in Palästina Gewaltverzicht abzuverlangen und den Juden in Deutschland zum kollektiven Selbstmord zu raten, disqualifiziert sich von selbst - jedenfalls, wenn man noch halbwegs bei Trost ist.

Den Brief, in dem Judah Magnes und Martin Buber Gandhi ein paar Fragen stellten, hat dieser übrigens nie beantwortet.


Na und?
Deshalb trifft Gretels Zitat trotzdem den Nagel auf den Kopf.
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Re: Wo wäre die friedliche Gründung Israels möglich gewesen?

Beitragvon Liegestuhl » Sa 20. Dez 2014, 17:32

ThorsHamar » Sa 20. Dez 2014, 16:48 hat geschrieben:Na und?
Deshalb trifft Gretels Zitat trotzdem den Nagel auf den Kopf.


Es offenbart allenfalls Gesinnungen.
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Re: Wo wäre die friedliche Gründung Israels möglich gewesen?

Beitragvon Bleibtreu » Sa 20. Dez 2014, 17:34

Was soll mir seichtes Geschwätz von einem Rassisten mit ekelhafter Gesinnung, siehe meinen obigen Beitrag, sagen? Heuchler wäre da noch sehr, sehr nett - oder? :D
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Re: Wo wäre die friedliche Gründung Israels möglich gewesen?

Beitragvon Liegestuhl » Sa 20. Dez 2014, 17:44

InDubioProReo » Sa 20. Dez 2014, 16:34 hat geschrieben:Ich bin mit sicher, dass auchdie Hamas nichts lieber täte, als mit zielgenauen Jagdbomber-Angriffen die israelischen Streitkräfte zu zerschlagen und dabei noch weit mehr Israelis als bisher, Zivilisten aber nur noch begleitend und im Rahmen strategisch sinnvoller Aktionen umzubringen.


Das wage ich zu bezweifeln. Die Hamas versucht bei ihren Anschlägen, die Anzahl der zivilen Opfer zu maximieren. Da werden zum Beispiel Selbstmordattentäter mit Schrauben und Nägeln versehen, damit diese bei der Explosion möglichst viele Zivilisten verletzen. Ja, denen geht es um Frieden.... :rolleyes:
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Re: Wo wäre die friedliche Gründung Israels möglich gewesen?

Beitragvon PublicEye » Sa 20. Dez 2014, 18:24

PublicEye » Sa 20. Dez 2014, 02:20 hat geschrieben:Terror gegen Israel kommt vom Judenhass in den Herzen, rede dir doch die Welt nicht schön, sondern nenn das Kind beim Namen!
Sonst kommst du nie auf einen grünen Zweig.

InDubioProReo » Sa 20. Dez 2014, 02:33 hat geschrieben:Vllt in Teilen. Nicht jeder Muslim ist Antisemit. Im Gegenteil. Das ist eine weitere Pauschalisierung deinerseits, die von einer enormen Unkenntnis der ,,muslimischen Glaubensgemeinschaft" zeugt. Auch Muslime sind Menschen. Und Menschen wollen in Frieden leben.

Aus meinen Worten kann man weder eine pauschale Aussage, jeder Mohammedaner sei ein Antisemit, noch dass Mohammedaner keine Menschen seien, herauslesen...

Ein etwas erfolgloser Ablenkungsversuch, meinst du nicht auch??

Bleib doch lieber mal beim Thema und sehe ein: Der unheilbare Terror gegen Israel kommt von einem Judenhass in den Herzen derjenigen Menschen.
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Re: Wo wäre die friedliche Gründung Israels möglich gewesen?

Beitragvon PublicEye » Sa 20. Dez 2014, 18:31

InDubioProReo » Sa 20. Dez 2014, 02:17 hat geschrieben:
Nur in geringem Maße. Aber Israel kann etwas gegen den Terrorismus tun. Derzeit stärkt das israelische Vorgehen den Terror im palästinensichen Inland.

Immer wieder Israel, Israel muss, Israel ist schuldig, Israel ist die Ursache..., schlimm, dass du so argumentierst.

Du klagst für alles und jedes Israel an, anstatt das Problem bei der Wurzel zu packen und Terroristen zu verurteilen.
Darum drehst du dich immer im Kreis und wirst keine Lösung finden und so niemals dazu beitragen können, genauso wie die Weltgemeinschaft.

Wenn Verbrechen nicht mehr als Verbrechen benannt wird und auch noch entschuldigt wird, dann wird dieser Terror überhand nehmen und dich selbst auch noch auffressen.
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Re: Wo wäre die friedliche Gründung Israels möglich gewesen?

Beitragvon PublicEye » Sa 20. Dez 2014, 18:38

Fuerst_48 » Sa 20. Dez 2014, 09:36 hat geschrieben:Israel ist ein Feindbild für alle jene, die von der realen Situation dort keine Ahnung haben, und sich von bestimmten Medien ein verqueres Bild frei Haus liefern lassen.

Ja, sie stimmen alle ein in diesen unsäglichen Antijudaismus, Antisemitismus, oder Antizionismus Chor gegen Israel.
Aber darin sind sie sich einig, Israel ist der Sündenbock und für alles Mögliche und Unmögliche schuldig...

Und weil sie in der Tat von den realen Umständen keine Ahnung haben, sind sie auch nicht wirklich kompetent in ihren Aussagen und ihre Vorschläge sind vertrottelt und sie machen Israel als den Sündenbock für alles aus.
So sind sie voll mitverantwortlich für die Probleme!
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Re: Wo wäre die friedliche Gründung Israels möglich gewesen?

Beitragvon PublicEye » Sa 20. Dez 2014, 18:44

Gretel » Heute 11:23 hat geschrieben:Hier mal ein antisemitischer Text:
[...]

ThorsHamar » Sa 20. Dez 2014, 12:35 hat geschrieben:Das ist ja wirklich interessant. Es sind genau die Gedanken, auf die auch ich gekommen bin, nach Jahrzehnten Beschäftigung mit dem Thema.

Das nennst du interessant... :?:
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Re: Wo wäre die friedliche Gründung Israels möglich gewesen?

Beitragvon PublicEye » Sa 20. Dez 2014, 18:46

Wolverine » Sa 20. Dez 2014, 14:53 hat geschrieben:
Die Mär von Gandhi als friedlichem Unruhestifter ist meiner Ansicht nach schon längst auseinandergenommen. :)

Genauso wie das Märchen von Israel/den Juden als die ewigen Sündenböcke.
Trotzdem gibt es immer noch Leute, die solchen Märchen Glauben schenken. Leider...
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Re: Wo wäre die friedliche Gründung Israels möglich gewesen?

Beitragvon InDubioProReo » Sa 20. Dez 2014, 19:10

PublicEye » Sa 20. Dez 2014, 18:24 hat geschrieben:
Aus meinen Worten kann man weder eine pauschale Aussage, jeder Mohammedaner sei ein Antisemit, noch dass Mohammedaner keine Menschen seien, herauslesen...

Ein etwas erfolgloser Ablenkungsversuch, meinst du nicht auch??

Bleib doch lieber mal beim Thema und sehe ein: Der unheilbare Terror gegen Israel kommt von einem Judenhass in den Herzen derjenigen Menschen.


Aber selbstverständlich. Du setzt immer wieder gerne jeden palästinensischen Bürger gleich der Hamas. Für dich ist jedes Hamas Mitglied ein ,,Judenhasser". Du meinst also den Wiederstand gegen das israelische System gibt es nur weil die Israelis mehrheitlich jüdischen Glaubens sind? Ich für meinen Teil sehe das völlig anders. Widerstand würde es genauso geben, wenn der israelische Staat mehrheitlich aus Christen, Schiitischen Muslimen, Alaviten oder gar sunnitschen Muslimen bestehen würde. Kein Volk würde die Situation widerstandslos ertragen. Ganz gleich welcher religiösen Gruppe ,,der Feind" angehört. Ich bestreite keinesfalls, dass innerhalb der Hamas Antisemiten gibt. Genau wie es auf israelischer zu genüge Menschen gibt die mit der muslimischen Religion nichts anfangen können, sie gar verabscheuen. Das beiderseitige Hauptmotiv ist mMn aber doch eher Rache bzw. Vergeltung.
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Re: Wo wäre die friedliche Gründung Israels möglich gewesen?

Beitragvon Tom Bombadil » Sa 20. Dez 2014, 19:12

Dann mach doch mal einen brauchbaren Vorschlag, was Israel tun soll, wenn es mal wieder Raketen und Mörsergranaten hagelt und Selbstmordkommandos durch Tunnel eingeschleust werden!
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Re: Wo wäre die friedliche Gründung Israels möglich gewesen?

Beitragvon InDubioProReo » Sa 20. Dez 2014, 19:16

PublicEye » Sa 20. Dez 2014, 18:31 hat geschrieben:Immer wieder Israel, Israel muss, Israel ist schuldig, Israel ist die Ursache..., schlimm, dass du so argumentierst.

Du klagst für alles und jedes Israel an, anstatt das Problem bei der Wurzel zu packen und Terroristen zu verurteilen.
Darum drehst du dich immer im Kreis und wirst keine Lösung finden und so niemals dazu beitragen können, genauso wie die Weltgemeinschaft.

Wenn Verbrechen nicht mehr als Verbrechen benannt wird und auch noch entschuldigt wird, dann wird dieser Terror überhand nehmen und dich selbst auch noch auffressen.


Weil einseitige Schuldzuweisungen nichts bringen. Ich habe oft genug betont, dass die Hamas eine schlimme Organisation ist, die kontraproduktiv handelt. Genau wie die israelische Regierung. Aber es macht keinen Sinn die Hände in den Schoß zu legen und abzuwarten bis sich die Hamas selbst auf den Mond schießt oder ein unerwarteter Sinneswandel bei deren Mitgliedern eintritt. Die Hamas spießt doch gerade aus dem Leid was der palästinensischen Bevölkerung widerfährt. Daher muss die Hamas gezielt bekämpft werden und die moderaten Kräfte innerhalb Palästinas müssen gestärkt werden. Und da kann Israel etwas tun. Von den Hamas Terroristen kann man doch nicht ernsthaft etwas erwarten...
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Re: Wo wäre die friedliche Gründung Israels möglich gewesen?

Beitragvon Wolverine » Sa 20. Dez 2014, 20:08

InDubioProReo » Sa 20. Dez 2014, 16:34 hat geschrieben:
Um das auf dem die Nachbarn unmittelbaren Nachbarn Israels leben....

Das ist Land, dessen Status noch geklärt werden muss. Palästinensisches Land gibt es nicht. Das hatten wir schon mehrfach.

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