Wie weiter mit Syrien ?

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sylvester
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Re: Wie weiter mit Syrien ?

Beitragvon sylvester » Di 29. Jan 2013, 11:52

DarkLightbringer » Di 29. Jan 2013, 10:23 hat geschrieben:
Die Luftangriffe sind ein Kriegsverbrechen.
Die Berichte von Human Rights Watch und anderen Organisationen sind natürlich nicht zu leugnen, sondern besorgniserregend. Allerdings gibt es keinen Hinweis darauf, dass die Nationalkoalition für inkriminierte Vorfälle im Bürgerkrieg verantwortlich zu machen sei. Das tut meines Wissens nach auch HRW nicht.




Dummes Geschwätz !!
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Re: Wie weiter mit Syrien ?

Beitragvon DarkLightbringer » Di 29. Jan 2013, 11:59

Tankist » Di 29. Jan 2013, 12:47 hat geschrieben:
Wer ist dann für die Verbrechen der Rebellen verantwortlich, wenn nicht ihre Führung? Allah? :?


Wen macht HRW verantwortlich ?
Würdest du die Verbrechen des Regimes ausklammern wollen aus der Betrachtung?
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Re: Wie weiter mit Syrien ?

Beitragvon DarkLightbringer » Di 29. Jan 2013, 12:01

sylvester » Di 29. Jan 2013, 12:52 hat geschrieben:


Dummes Geschwätz !!


Also, wenn man beispielsweise gezielt eine Warteschlange vor der Bäckerei angreift, ist das natürlich ein Kriegsverbrechen.
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Re: Wie weiter mit Syrien ?

Beitragvon sylvester » Di 29. Jan 2013, 12:08

DarkLightbringer » Di 29. Jan 2013, 12:01 hat geschrieben:
Also, wenn man beispielsweise gezielt eine Warteschlange vor der Bäckerei angreift, ist das natürlich ein Kriegsverbrechen.




Niemand greift eine Warteschlange vor einer Bäckerei an,wozu auch ??
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Re: Wie weiter mit Syrien ?

Beitragvon DarkLightbringer » Di 29. Jan 2013, 12:21

sylvester » Di 29. Jan 2013, 13:08 hat geschrieben:


Niemand greift eine Warteschlange vor einer Bäckerei an,wozu auch ??


Niemand hatte auch je die Absicht, eine Mauer zu bauen.

Ende August hatte die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch Assads Truppen vorgeworfen, innerhalb von drei Wochen allein in der nordsyrischen Provinz Aleppo mindestens zehn Bäckereien bombardiert zu haben. Dabei seien viele Menschen getötet worden, allein 60 bei einem Bombardement in der Stadt Aleppo Mitte August.

http://www.spiegel.de/politik/ausland/syrien-konflikt-sorge-um-chemiewaffen-einsatz-waechst-a-874533.html

Tja, warum macht man sowas... offiziell "Terrorbekämpfung", tatsächlich wohl eher ein eskalierendes Stilmittel des Krieges, um Angst und Schrecken zu verbreiten, evtl. auch als "Vergeltung" (vgl. Partisanenbekämpfung WK II) oder mangels anderer Ziele.

Das ICC in Den Haag befasst sich mit lauter solchen Dingen, kannst dich ja mal einlesen.
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Re: Wie weiter mit Syrien ?

Beitragvon ToughDaddy » Di 29. Jan 2013, 12:23

DarkLightbringer » Di 29. Jan 2013, 11:18 hat geschrieben:
1 + 2 Teheran und Moskau haben nichts zu melden ?! Ohne die dürfte Assad bereits am Zahnfleisch gehen.
Mir geht es um die Einblendung wichtiger Gruppen, Hauptthema vor Nebenthema.
Vorbehalte gegen "westliche Regierungen" sind ja schön und gut, nur ist ein Chatib so "westlich" oder "unwestlich" wie Syrien an sich. Das hängt ja nur am Betrachter. Manche definieren Freiheit als "westlich", andere nicht. Länder wie Indien, Südafrika, Brasilien oder Indonesien sind ja eigens genannt worden, um ein bißchen von dieser Ostwest-Falle weg zu kommen. Die Länder außerhalb des "Westens", gar südlich des Äquators, kommen halt auch auf den entscheidenden Punkt, das Wesentliche zu sehen - die Alternative heißt Regime oder Übergangsregierung. Salopp formuliert, für philosophische Betrachtungen des historischen Ostwest-Verhältnisses hat man gerade nicht überall auf der Welt ein so tiefes Verständnis.

4 + 5 Sind alle Parteien und Personen der Nationalkoalition "pro-westlich" ? Das würde mich wundern. Meiner Ansicht nach sind diese vor allem pro-syrisch. Eine Nebengruppe wie Nusra Front mag eindeutig "anti-westlich" sein, aber eben auch totalitär. Möglicherweise ist allein schon dieses Muster von "West" und "Anti-West" ein sehr westliches Denken.

6 + 7 Bezüglich der Stunde Null hat es 3 oder 4 Jahre gedauert, oder? Will heißen, man braucht etwas Geduld. Libyen kann (!) etwas gelingen, aber wohl nicht in 6 Monaten.

Post an Tankist:
Gerade bei Tankist geht es in besonderer Weise erstmal darum, das Wesentliche überhaupt einzublenden.
Man kann sich den Tod von zwei Christen heraussuchen und dann sagen, aha, das ist ein religiöser Konflikt zwischen Christen und Moslems. Das ist aber Unsinn. Man könnte im Nordirlandkonflikt einen katholisch-protestantischen Konfessionskrieg darstellen, was aber eben auch die Sache kaum annähernd trifft.
Wiederum salopp formuliert - die bloße Erwähnung des Luftwaffenproblems ist ein großer Schritt für manche, für andere allerdings ein eher kleiner. ;) Ich denke, du verstehst das Gemeinte schon.


1. + 2. Du weißt doch, inwieweit diese beiden Staaten was zu melden haben. Bzgl. Übergangsregierung, Verhandlungen der westlichen Staaten haben die eben nichts zu melden. Und welche Gruppen wichtig sind, bestimmt natürlich die westliche Politik? Dies wird also nicht bzgl. ihrem politischen und militärischen Einfluss gemessen? Die sog. Ost-West-Falle ist dennoch vorhanden. Das weißt Du auch. Dies sieht man bei solchen Ländern auch immer wieder bei anderen Abstimmungen, da werden Abhängigkeiten deutlich. Stimmt, man hat dafür kein Verständnis solange die Übergangsregierung prowestlich ist. Wäre es anders, dann wäre aber der Teufel los. Heuchelei ist in der Politik nichts neues.

4. + 5. Fast alle sind pro-westlich. Vor allem jene Gruppen, welche in dieser Koalitione etwas zu meden haben. Sorry, aber solche Floskeln ala pro-syrisch kannst vielleicht dummen Leuten an den Kopf werfen, aber nicht mehr. Die sind natürlich vor allem pro-egoistisch wie alle auf dieser Welt. Ist schon klar, alles, was nicht pro-westlich ist, muss totalitär sein, vor allem müssen dies alle Gruppen sein, die nicht in den elitären Verein rein durften. Nö, westlich ist es eher, dieses Offensichtlichkeiten abzustreiten.

6. + 7. Wie gesagt, die Voraussetzungen waren ganz andere. Und man hat komischerweise jeglichen Nazihelferparteien weiterhin zugelassen. Man hat sogar die Nazis weiter in Amt und Würde gelassen. Und Sippenhaft gab es gleich gar nicht wie in Libyen. Darum ist eben der Vergleich nichts wert.

Und bzgl. Luftangriffe auf Zivlisten oder allgemein Kriegsverbrechen sollten die heuchelnden Politiker im Westen lieber die Schnauze halten. Denn dort gibt es dies auch zu Hauf, aber da ist es natürlich wieder gerechtfertigt. Da schützt man sich gegenseitig mit Pseudoargumenten.
Zuletzt geändert von ToughDaddy am Di 29. Jan 2013, 12:25, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Wie weiter mit Syrien ?

Beitragvon sylvester » Di 29. Jan 2013, 12:29

DarkLightbringer » Di 29. Jan 2013, 12:21 hat geschrieben:
Niemand hatte auch je die Absicht, eine Mauer zu bauen.


http://www.spiegel.de/politik/ausland/syrien-konflikt-sorge-um-chemiewaffen-einsatz-waechst-a-874533.html

Tja, warum macht man sowas... offiziell "Terrorbekämpfung", tatsächlich wohl eher ein eskalierendes Stilmittel des Krieges, um Angst und Schrecken zu verbreiten, evtl. auch als "Vergeltung" (vgl. Partisanenbekämpfung WK II) oder mangels anderer Ziele.

Das ICC in Den Haag befasst sich mit lauter solchen Dingen, kannst dich ja mal einlesen.




Der Kaspervereinn befasst sich mit allerlei wenn der Tag lang ist und falls er überhaupt eine Berechtigung vorweisen möchte dann sollte er sich mal mit den Kriegsverbrechen der Amerikaner im Irak beschäftigen,immer schön der Reihe nach,nicht wahr ??
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Re: Wie weiter mit Syrien ?

Beitragvon Liegestuhl » Di 29. Jan 2013, 19:29

Syrien: Asma al-Assad soll schwanger sein

http://www.spiegel.de/politik/ausland/s ... 80379.html

Es ist so rührend! Ich gratuliere den stolzen Eltern.
Ich schulde dem Leben das Leuchten in meinen Augen.
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Re: Wie weiter mit Syrien ?

Beitragvon Adam Smith » Di 29. Jan 2013, 19:43

sylvester » Di 29. Jan 2013, 12:08 hat geschrieben:


Niemand greift eine Warteschlange vor einer Bäckerei an,wozu auch ??


Terroristen machen so etwas.
Das ist Kapitalismus:

Die ständige Wahl der Bürger bestimmt das Angebot.
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Re: Wie weiter mit Syrien ?

Beitragvon DarkLightbringer » Mi 30. Jan 2013, 11:12

ToughDaddy » Di 29. Jan 2013, 13:23 hat geschrieben:
1. + 2. Du weißt doch, inwieweit diese beiden Staaten was zu melden haben. Bzgl. Übergangsregierung, Verhandlungen der westlichen Staaten haben die eben nichts zu melden. Und welche Gruppen wichtig sind, bestimmt natürlich die westliche Politik? Dies wird also nicht bzgl. ihrem politischen und militärischen Einfluss gemessen? Die sog. Ost-West-Falle ist dennoch vorhanden. Das weißt Du auch. Dies sieht man bei solchen Ländern auch immer wieder bei anderen Abstimmungen, da werden Abhängigkeiten deutlich. Stimmt, man hat dafür kein Verständnis solange die Übergangsregierung prowestlich ist. Wäre es anders, dann wäre aber der Teufel los. Heuchelei ist in der Politik nichts neues.

4. + 5. Fast alle sind pro-westlich. Vor allem jene Gruppen, welche in dieser Koalitione etwas zu meden haben. Sorry, aber solche Floskeln ala pro-syrisch kannst vielleicht dummen Leuten an den Kopf werfen, aber nicht mehr. Die sind natürlich vor allem pro-egoistisch wie alle auf dieser Welt. Ist schon klar, alles, was nicht pro-westlich ist, muss totalitär sein, vor allem müssen dies alle Gruppen sein, die nicht in den elitären Verein rein durften. Nö, westlich ist es eher, dieses Offensichtlichkeiten abzustreiten.

6. + 7. Wie gesagt, die Voraussetzungen waren ganz andere. Und man hat komischerweise jeglichen Nazihelferparteien weiterhin zugelassen. Man hat sogar die Nazis weiter in Amt und Würde gelassen. Und Sippenhaft gab es gleich gar nicht wie in Libyen. Darum ist eben der Vergleich nichts wert.

Und bzgl. Luftangriffe auf Zivlisten oder allgemein Kriegsverbrechen sollten die heuchelnden Politiker im Westen lieber die Schnauze halten. Denn dort gibt es dies auch zu Hauf, aber da ist es natürlich wieder gerechtfertigt. Da schützt man sich gegenseitig mit Pseudoargumenten.


1 + 2 Teheran droht mit direktem Eingreifen, Moskau hält im Sicherheitsrat seine Hand über Schützling Assad. Ernsthafte Gespräche gibt es keine - das wäre ja eher Ziel eines UN-Sondervermittlers. Man wartet also auf eine rein militärische Lösung.
Vermutlich ist das "westlichen Anti-Westlern" auch recht so. Halten bis zum letzten Mann, als Rache für Libyen und für "Abstimmungen"?
Eine Übergangsregierung ist primär zum Übergang da, sprich, das syrische Volk muss dann per Abstimmung diese oder jene Partei auf den Schild heben. Ob diese dann als "pro- oder antiwestlich" eingestuft wird, dürfte von Beobachtern abhängen.
Doppelstandards sind nicht nur in der Politik nichts neues. Wer am Bombenhagel in Syrien nichts auszusetzen hat, dürfte eigentlich auch sonst kein Bombardement kritisieren.

4 + 5 Der "Westen" wird im Raum vielleicht von der Türkei repräsentiert und diese hat sich frühzeitig zugunsten des Aufstandes positioniert. Chatibs Schriften in seiner früheren Zeit befassen sich mit Fragen der syrischen Gesellschaft, dem Verhältnis von Staat und Gesellschaft, Religion, Toleranz und Bürgerrechte.
Vor allem aber wird die Revolution natürlich nicht seine Feinde umarmen, aber diese positionieren sich ja selbst. Wer hilfreich ist, ist willkommen - so war schon die Formel der Rotmützen in Libyen.

6 + 7 Es geht um Zeit, nicht um Vergleichbarkeit in einem diffusen Sinne. Schweizer Verhältnisse in einer unmöglich kurzen Zeit zu erwarten, ist einfach unrealistisch. Auch für Syrien ist eine komplette Wandlung binnen 72 Stunden kaum zu erwarten. Allerdings ist die gegenwärtige Situation das Problem. Und die hält schon zwei Jahre lang an; mit einer Zwischenbilanz von 60.000 Toten, 1, 2 Millionen Binnenflüchtlinge, desolate Versorgungslage, Zerstörung von Städten usw.

8 Kriegsverbrechen sind eben Kriegsverbrechen. Man kann dazu schweigen, auf andere verweisen (was dann doch wohl Doppelstandard ist) oder sie kritisieren. Das hängt vom Standpunkt ab. Dass in Syrien Kriegsverbrechen stattfinden, dürfte indes kaum strittig sein.
Die südafrikanische ehemalige Anti-Apartheids-Anwältin Navi Pillay kritisiert sie jedenfalls überdeutlich.
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Re: Wie weiter mit Syrien ?

Beitragvon DarkLightbringer » Mi 30. Jan 2013, 11:31

sylvester » Di 29. Jan 2013, 13:29 hat geschrieben:


Der Kaspervereinn befasst sich mit allerlei wenn der Tag lang ist und falls er überhaupt eine Berechtigung vorweisen möchte dann sollte er sich mal mit den Kriegsverbrechen der Amerikaner im Irak beschäftigen,immer schön der Reihe nach,nicht wahr ??


Was du hier forderst, entspricht einer politischen Justiz, wobei dann die Nationalität an erster Stelle steht. Das ist ja genau das, was die Architekten des ICC eben nicht wollten.
ICJ und ICC sind nicht zu verwechseln, bei ersterem können nur Staaten Parteien sein, beim letzteren geht es um konkrete Verantwortlichkeit von Individuen.

"Kaspervereine", die im Privatsektor eine Art ICJ nachspielen und ausschließlich das Ziel verfolgen, die USA symbolisch zu verurteilen, gibt es ja.
Bei Interesse wird dir das Internet weiterhelfen. ;)
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Re: Wie weiter mit Syrien ?

Beitragvon sylvester » Mi 30. Jan 2013, 12:03

DarkLightbringer » Mi 30. Jan 2013, 11:31 hat geschrieben:
Was du hier forderst, entspricht einer politischen Justiz, wobei dann die Nationalität an erster Stelle steht. Das ist ja genau das, was die Architekten des ICC eben nicht wollten.
ICJ und ICC sind nicht zu verwechseln, bei ersterem können nur Staaten Parteien sein, beim letzteren geht es um konkrete Verantwortlichkeit von Individuen.

"Kaspervereine", die im Privatsektor eine Art ICJ nachspielen und ausschließlich das Ziel verfolgen, die USA symbolisch zu verurteilen, gibt es ja.
Bei Interesse wird dir das Internet weiterhelfen. ;)




Blödes Gewäsch,wie fast immer zu diesem Thema.

Der ICC kann nur Personen vor Gericht stellen und auch nur aus Staaten die den Vertrag ratifiziert haben,somit ist Assad schon mal außen vor,denn um den geht es dir doch in der Hauptsache,nicht ??
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Re: Wie weiter mit Syrien ?

Beitragvon ToughDaddy » Mi 30. Jan 2013, 12:34

DarkLightbringer » Mi 30. Jan 2013, 11:12 hat geschrieben:
1 + 2 Teheran droht mit direktem Eingreifen, Moskau hält im Sicherheitsrat seine Hand über Schützling Assad. Ernsthafte Gespräche gibt es keine - das wäre ja eher Ziel eines UN-Sondervermittlers. Man wartet also auf eine rein militärische Lösung.
Vermutlich ist das "westlichen Anti-Westlern" auch recht so. Halten bis zum letzten Mann, als Rache für Libyen und für "Abstimmungen"?
Eine Übergangsregierung ist primär zum Übergang da, sprich, das syrische Volk muss dann per Abstimmung diese oder jene Partei auf den Schild heben. Ob diese dann als "pro- oder antiwestlich" eingestuft wird, dürfte von Beobachtern abhängen.
Doppelstandards sind nicht nur in der Politik nichts neues. Wer am Bombenhagel in Syrien nichts auszusetzen hat, dürfte eigentlich auch sonst kein Bombardement kritisieren.

4 + 5 Der "Westen" wird im Raum vielleicht von der Türkei repräsentiert und diese hat sich frühzeitig zugunsten des Aufstandes positioniert. Chatibs Schriften in seiner früheren Zeit befassen sich mit Fragen der syrischen Gesellschaft, dem Verhältnis von Staat und Gesellschaft, Religion, Toleranz und Bürgerrechte.
Vor allem aber wird die Revolution natürlich nicht seine Feinde umarmen, aber diese positionieren sich ja selbst. Wer hilfreich ist, ist willkommen - so war schon die Formel der Rotmützen in Libyen.

6 + 7 Es geht um Zeit, nicht um Vergleichbarkeit in einem diffusen Sinne. Schweizer Verhältnisse in einer unmöglich kurzen Zeit zu erwarten, ist einfach unrealistisch. Auch für Syrien ist eine komplette Wandlung binnen 72 Stunden kaum zu erwarten. Allerdings ist die gegenwärtige Situation das Problem. Und die hält schon zwei Jahre lang an; mit einer Zwischenbilanz von 60.000 Toten, 1, 2 Millionen Binnenflüchtlinge, desolate Versorgungslage, Zerstörung von Städten usw.

8 Kriegsverbrechen sind eben Kriegsverbrechen. Man kann dazu schweigen, auf andere verweisen (was dann doch wohl Doppelstandard ist) oder sie kritisieren. Das hängt vom Standpunkt ab. Dass in Syrien Kriegsverbrechen stattfinden, dürfte indes kaum strittig sein.
Die südafrikanische ehemalige Anti-Apartheids-Anwältin Navi Pillay kritisiert sie jedenfalls überdeutlich.


1. + 2. Machen doch die westlichen Mächte nicht anders. Die machen es nur propagandistisch schlauer. Oh genau die bösen Anti-Westler. Tja wer einmal lügt.... kennst doch bestimmt das Sprichwort. Und so handelt eben Russland. Primär sollte es so sein, darum auch die Begriffswahl, die Wirklichkeit sieht wieder anders aus. Mithin mal wieder ein Verweis auf die Geschichte. Falsch: Wer nur am Bombenhagel in Syrien was auszusetzen hat und sonst nicht, der sollte ruhig sein.

4. + 5. Wird er schon lange nicht mehr. Dafür gibts TV, Telefon, Internet usw. Schön wieder für Chatib, aber er ist eben nicht alleine. Stimmt, da sind auch Terroristen und Islamisten willkommen. Mithin ein Grund mehr, endlich mal aus der Geschichte zu lernen.

6. + 7. Um mal aus der Heuchelecke rauszukommen: In Afrika sind in den Bürgerkriegen schon viel, viel mehr gestorben, da hat man sich aber nicht dafür interessiert. Kannst mal ein wenig raten, warum es da egal war.

8. Falsch, ich prangere alle Kriegsverbrechen an, im Gegensatz zur westlichen Politik und zu den meisten Usern hier im Forum, welche da auf Linie mit der Politik sind. Und gerade jene sind es, die Doppelstandards setzen, indem sie sonst Kriegsverbrechen verteidigen, gar selber verüben und dann den Finger heben. Mithin ist es reine Heuchelei.
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Re: Wie weiter mit Syrien ?

Beitragvon DarkLightbringer » Mi 30. Jan 2013, 13:40

Liegestuhl » Di 29. Jan 2013, 20:29 hat geschrieben: Syrien: Asma al-Assad soll schwanger sein

http://www.spiegel.de/politik/ausland/s ... 80379.html

Es ist so rührend! Ich gratuliere den stolzen Eltern.


Seit einem Jahr ist Asma nicht mehr öffentlich aufgetreten. Mutter und Schwester des Diktators sollen sich nach Dubai abgesetzt haben.
Wo ist die britisch-syrische Staatsbürgerin, die für ihre luxuriösen Shoppingtouren so bekannt war?

Wenn sie tatsächlich das nunmehr 4. Kind erwartet, wäre es doch eine gute Gelegenheit für Baschar abzudanken und das Familienglück in einer Privatvilla zu genießen.

Man erinnere sich an Idi Amin - der ist friedlich im Exil an Altersschwäche verstorben.
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Re: Wie weiter mit Syrien ?

Beitragvon sylvester » Mi 30. Jan 2013, 13:54

DarkLightbringer » Mi 30. Jan 2013, 13:40 hat geschrieben:
Seit einem Jahr ist Asma nicht mehr öffentlich aufgetreten. Mutter und Schwester des Diktators sollen sich nach Dubai abgesetzt haben.
Wo ist die britisch-syrische Staatsbürgerin, die für ihre luxuriösen Shoppingtouren so bekannt war?

Wenn sie tatsächlich das nunmehr 4. Kind erwartet, wäre es doch eine gute Gelegenheit für Baschar abzudanken und das Familienglück in einer Privatvilla zu genießen. Man erinnere sich an Idi Amin - der ist friedlich im Exil an Altersschwäche verstorben.




Oha,so großzügig plötzlich woher denn der Sinneswandel.
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Re: Wie weiter mit Syrien ?

Beitragvon DarkLightbringer » Mi 30. Jan 2013, 16:58

ToughDaddy » Mi 30. Jan 2013, 13:34 hat geschrieben:
1. + 2. Machen doch die westlichen Mächte nicht anders. Die machen es nur propagandistisch schlauer. Oh genau die bösen Anti-Westler. Tja wer einmal lügt.... kennst doch bestimmt das Sprichwort. Und so handelt eben Russland. Primär sollte es so sein, darum auch die Begriffswahl, die Wirklichkeit sieht wieder anders aus. Mithin mal wieder ein Verweis auf die Geschichte. Falsch: Wer nur am Bombenhagel in Syrien was auszusetzen hat und sonst nicht, der sollte ruhig sein.

4. + 5. Wird er schon lange nicht mehr. Dafür gibts TV, Telefon, Internet usw. Schön wieder für Chatib, aber er ist eben nicht alleine. Stimmt, da sind auch Terroristen und Islamisten willkommen. Mithin ein Grund mehr, endlich mal aus der Geschichte zu lernen.

6. + 7. Um mal aus der Heuchelecke rauszukommen: In Afrika sind in den Bürgerkriegen schon viel, viel mehr gestorben, da hat man sich aber nicht dafür interessiert. Kannst mal ein wenig raten, warum es da egal war.

8. Falsch, ich prangere alle Kriegsverbrechen an, im Gegensatz zur westlichen Politik und zu den meisten Usern hier im Forum, welche da auf Linie mit der Politik sind. Und gerade jene sind es, die Doppelstandards setzen, indem sie sonst Kriegsverbrechen verteidigen, gar selber verüben und dann den Finger heben. Mithin ist es reine Heuchelei.


1 + 2 Hast du persönlich denn am Bombenhagel in Syrien etwas auszusetzen oder nicht?

Das Land bricht vor aller Augen Stück für Stück auseinander. Die Tragödie muss ein Ende finden", appellierte Brahimi an die Vereinten Nationen. "Nur die internationale Gemeinschaft kann helfen und da vor allem der Sicherheitsrat", sagte der Diplomat, der für die Arabische Liga und die Vereinten Nationen in dem Konflikt vermittelt.

http://www.spiegel.de/politik/ausland/krieg-gegen-assad-a-880434.html

Brahimis Worte appellieren, die Worte der südafrikanischen UN-Hochkommissarin Navi Pillay sind noch deutlicher. Der Sicherheitsrat versagt indes, drei Resolutionen sind bislang allein am Veto von Russland und China gescheitert.

Nun kann man freilich sagen, egal, die syrische Bevölkerung muss nunmal zugunsten und aufgrund einer westkritischen Betrachtungsweise geopfert werden. Ob das dann eine glaubwürdige Politik ist, darf bezweifelt werden.

4 + 5 Wofür gibt es TV, Telefon, Internet ? Dieser Punkt ist mir nicht verständlich.
Chatib ist als Vorsitzender der Nationalkoalition natürlich nicht alleine und laut FTD sogar "Assads gefährlichster Gegner". Dass dieser ehemalige Imam der Omajaden-Moschee von Damaskus einem "prowestlichen" Kurs folge, ist zunächst mal sehr fraglich wenn nicht ohnehin reine Spekulation.
In der Notlage des syrischen Volkes sind Gespräche mit der Türkei oder Katar nicht sonderlich verwunderlich. Da die UN nunmal blockiert ist, sucht man andere Lösungen.

6 + 7 Dennoch braucht es Zeit, um etwas aufzubauen und dabei war von Libyen die Rede. Bezüglich anderer Fälle müsste man diese dann konkret benennen. Ruanda hatte ja eine gewisse Aufmerksamkeit, Sudan, Südafrika, derzeit Westafrika...

8 Dieser Punkt wäre so zu verstehen, dass du die Kriegsverbrechen in Syrien anprangerst, wie alle anderen auch.
Was ist mit der "Linie der Politik" gemeint - die Linie der Bundesregierung ?
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Re: Wie weiter mit Syrien ?

Beitragvon DarkLightbringer » Mi 30. Jan 2013, 17:04

sylvester » Mi 30. Jan 2013, 14:54 hat geschrieben:


Oha,so großzügig plötzlich woher denn der Sinneswandel.


Gemeint ist, dass sich eine Gelegenheit anböte, nicht, dass ich persönlich für Straffreiheit und Diktatorenglück wäre.
Im Gegenteil, eine Auslieferung an den ICC oder an den syrischen Nachfolgestaat ist natürlich unabdingbar. Nicht zuletzt im Sinne der Generalprävention.

Das Familienglück der Durchschnittsfamilie in Syrien ist ja derzeit etwas unter Druck, wenn nicht gar in Tragödien verstrickt - weshalb völlig zurecht Gerechtigkeit verlangt werden wird.
Zuletzt geändert von DarkLightbringer am Mi 30. Jan 2013, 17:07, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Wie weiter mit Syrien ?

Beitragvon sylvester » Mi 30. Jan 2013, 17:51

DarkLightbringer » Mi 30. Jan 2013, 17:04 hat geschrieben:
Gemeint ist, dass sich eine Gelegenheit anböte, nicht, dass ich persönlich für Straffreiheit und Diktatorenglück wäre.
Im Gegenteil, eine Auslieferung an den ICC oder an den syrischen Nachfolgestaat ist natürlich unabdingbar. Nicht zuletzt im Sinne der Generalprävention.

Das Familienglück der Durchschnittsfamilie in Syrien ist ja derzeit etwas unter Druck, wenn nicht gar in Tragödien verstrickt - weshalb völlig zurecht Gerechtigkeit verlangt werden wird.





Daraus wird wohl nichts werden !!
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Re: Wie weiter mit Syrien ?

Beitragvon DarkLightbringer » Mi 30. Jan 2013, 18:07

sylvester » Mi 30. Jan 2013, 18:51 hat geschrieben:



Daraus wird wohl nichts werden !!


Und warum? Weil du als strammer Assadist es zu verhindern wissen wirst, ein Kriegsschiff ihn von Tartus abholt oder weil Dubai die Kings Suite im Burj Khalifa reservieren lässt ?
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Re: Wie weiter mit Syrien ?

Beitragvon sylvester » Mi 30. Jan 2013, 18:13

DarkLightbringer » Mi 30. Jan 2013, 18:07 hat geschrieben:
Und warum? Weil du als strammer Assadist es zu verhindern wissen wirst, ein Kriegsschiff ihn von Tartus abholt oder weil Dubai die Kings Suite im Burj Khalifa reservieren lässt ?



Laß das dumme Gequatsche!


Ein Kriegsschiff holt ihn also ab und wo bringt es ihn hin ??

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