Hongkonger wollen Arbeit niederlegen

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unity in diversity
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Re: Hongkonger wollen Arbeit niederlegen

Beitragvon unity in diversity » Di 26. Nov 2019, 14:57

Die demütige Denkpause ist vorbei, Carry Lam will jetzt relative Ruhe und relativen Frieden:
https://www.zeit.de/politik/ausland/201 ... iebewegung
Zugeständnisse hält sie nicht für erforderlich und einen Rücktritt schon gar nicht. Peking sieht sie nicht in der Verantwortung.
Ein zu gründendes Komitee soll soziale Probleme bewerten, die zu Groll beigetragen haben.
Lam fordert ein Ende der Ausschreitungen und will die Bürger beteiligen…
Hat jemand eine ungefähre Vorstellung, was Lam meint und was relative Ruhe und relativer Frieden kostet?
Für jedes Problem gibt es 2 Lösungsansätze:
Den Falschen und den Unsrigen.
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DarkLightbringer
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Re: Hongkonger wollen Arbeit niederlegen

Beitragvon DarkLightbringer » Mi 27. Nov 2019, 08:02

Der_Aleks hat geschrieben:(25 Nov 2019, 23:53)

Ich würde gerne wissen, ob Sie sich selbst zu hören?
Aufmerksamer als Dritte, wie mir oft scheint. ;)

Ist es nicht anmaßend, für etwas sich so in Euphorie zu versetzen, ohne zu verstehen, worum es tatsächlich geht?
Irgendwie ist es für mich schwer nachvollziehbar, wenn jemand über Demokratie spricht, dabei aber hofft, dass ein Staat in sich zusammen fallen soll. Das Ende dieses Wunsches wird ein gnadenloser Bürgerkrieg sein mit Millionen toten Menschen.[/quote]
In Hongkong wäre es kein Bürgerkrieg, da sich die Bürger ja einig sind. Lediglich Carrie Lam hat sich entschieden, im Koma verharren zu wollen.

Sie sind davon Gott sei Dank nicht betroffen, denn Sie sitzen Tausende von Kilometern entfernt in einem stabilen Land.
Haben Sie einen Hass auf Peking und Chinesen, dass Sie gerne sie tot sehen wollen?
Es obliegt der korrupten Partei in Peking, ob sie der Armee befiehlt, Hongkong zu besetzen und Leute umzubringen.

Wieso können die Demokraten und Liberalen zB Saudi-Arabien nicht zum Glück verhelfen oder einem anderen schönen befreundeten Land?
Ich weiß zB, dass in China eine Frau ihr Leben selbst bestimmen kann. Bei unseren Freunden ist es nicht der Fall. Ich weiß auch, dass Peking hunderttausende Sozialwohnungen baut und gebaut hat. Bei unseren Freunden auf der arabischen Halbinsel werden Gastarbeiter wie Sklaven gehalten und erhalten durchschnittlich 750 Dollar Lohn pro Monat bei schlechten Arbeitsbedingungen. In China haben sich die Arbeitsbedingungen deutlich verbessert. Es wurde ein riesen Schritt in den letzten 30 Jahren gemacht.
Und ich weiß, dass zB der Osten Europas sich extrem langsam in den letzten 30 Jahren entwickelt hat.
Immer wieder streben Völker und Nationen die Selbstbestimmung an, ob in Lateinamerika, Afrika oder Asien. Derzeit findet der Mut der Hongkonger viel Beachtung.

Wieso die Unruhen in Hongkong passieren, hat eine ganz andere Bedeutung als die westlichen Medien uns zu erzählen mögen.

Was uns kaum übermittelt wird, das ist der Begriff der "Chinazis", den die Mehrheitsoppositionellen gern und öfters verwenden.

Hongkong-Chinesen berichten, Gefangene würden in Sonderzügen nach Shenzhen verbracht werden, wahrscheinlich in Lager zur "Umerziehung" - also zur Misshandlung.
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Re: Hongkonger wollen Arbeit niederlegen

Beitragvon Der_Aleks » Mi 27. Nov 2019, 09:49

DarkLightbringer hat geschrieben:(27 Nov 2019, 08:02)
In Hongkong wäre es kein Bürgerkrieg, da sich die Bürger ja einig sind. Lediglich Carrie Lam hat sich entschieden, im Koma verharren zu wollen.

Also 1,48 Mrd Chinesen sind einig? Oder zählt man heutzutage die Chinesen in Hongkong zu einer eigenen Art? Ich würde gerne bieten, dass man so einen Schwachsinn unterlassen würde.
Zudem sind nicht alle Bürger der Stadt Hongkong einig. Und wir sind nicht im Mittelalter, wo die Städte ihre Souveränität bekunden können.
Ich vermute, dass Sie überhaupt nicht verstehen wollen oder können, was es bedeutet, wenn dritte die Spaltung einer Gesellschaft und eines Staates anstreben.

DarkLightbringer hat geschrieben:(27 Nov 2019, 08:02)
Es obliegt der korrupten Partei in Peking, ob sie der Armee befiehlt, Hongkong zu besetzen und Leute umzubringen.

Wir wollen ganz sachlich bleiben und populistisch und beleidigend. die Korrupte Partei hat über 200.000 korrupte Beamte verhaftet und über 30.000 hingerichtet. Würden wir die gleichen Mitteln bei BER oder Stuttgart 21 anwenden, wären diese Projekte vor dem Zieltermin fertig und heute den millionsten Passagier abfertigen.
Zudem sollte man mit solchen Aussagen vorsichtig sein, wenn die eigene Regierung und Gesellschaft korrupt ist.

DarkLightbringer hat geschrieben:(27 Nov 2019, 08:02)
Immer wieder streben Völker und Nationen die Selbstbestimmung an, ob in Lateinamerika, Afrika oder Asien. Derzeit findet der Mut der Hongkonger viel Beachtung.

Aha, Romantiker. Genau, die chinesische Nation hat im 20 Jahrhundert die Selbstbestimmung angestrebt und sie erreicht. Nachdem sie die Blut saugenden europäischen und japanischen Imperialisten aus dem Land geworfen hat. Nur leider war China zu schwach, um Hongkong sich zurück zu holen und die Faschisten aus Taiwan raus zu schlagen.
Das Lied von Selbstbestimmung wird immer komischerweise von denen gesungen, die davor auf die brutalste Weise die Welt ausgebeutet haben. Ein gutes Beispiel, wenn ein Volk entscheidet souverän zu sein, ist Kongo. Da würde ich mich mal erkundigen, was der zivilisierte Westen vor der Unabhängigkeit dort getrieben hat und danach. Da wird man Brügge, Paris und Washington mit ganz anderen Augen betrachten.
Und wenn China erlaubt, dass die ehemaligen Imperialisten, die China ex­ploi­tie­rt haben, ihr auf der Nase rum tanzen und Radikale unterstützen, dann wird China den Weg von Jugoslawien oder Kongo antreten. Dann heißt es "Auf wiedersehen Sozialpolitik. Auf wiedersehen kostenlose Bildung, medizinische Versorgung und soziale Absicherungen".
Darum denke ich, dass 1,48 Mrd Chinesen mehr oder weniger mit der jetzigen Situation vollkommen zufrieden sind. Da sie noch ganz genau wissen und sich erinnern, was es bedeutet, wenn man am Tag nur eine Schüssel Reis zu essen hatte und warmes fließendes Wasser im haus purer Luxus war.
Irgendwelche andere Gegenangebote aus dem Westen? Vielleicht die Mär von Wahlen zwischen zwei und mehreren Kandidaten, wo man überhaupt nicht weiß, ob es einen Tag morgen gibt? Erzähl mal uns hier, wie wichtig Demokratie statt Sicherheit, Stabilität und einem vollen Kühlschrank ist.

DarkLightbringer hat geschrieben:(27 Nov 2019, 08:02)
Was uns kaum übermittelt wird, das ist der Begriff der "Chinazis", den die Mehrheitsoppositionellen gern und öfters verwenden.

BILD (gibt) dir deine Meinung.
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Re: Hongkonger wollen Arbeit niederlegen

Beitragvon DarkLightbringer » Mi 27. Nov 2019, 15:10

Der_Aleks hat geschrieben:(27 Nov 2019, 09:49)

Also 1,48 Mrd Chinesen sind einig? Oder zählt man heutzutage die Chinesen in Hongkong zu einer eigenen Art? Ich würde gerne bieten, dass man so einen Schwachsinn unterlassen würde.
Zudem sind nicht alle Bürger der Stadt Hongkong einig. Und wir sind nicht im Mittelalter, wo die Städte ihre Souveränität bekunden können.
Ich vermute, dass Sie überhaupt nicht verstehen wollen oder können, was es bedeutet, wenn dritte die Spaltung einer Gesellschaft und eines Staates anstreben.

Die Hongkong-Chinesen sind sich einig, zumindest weitgehendst, wie die Symbolwahl gezeigt hat. Die übrigen Chinesen werden ja nicht gefragt.
Es geht auch weniger um Souveränität als vielmehr um die Frage der Mitbestimmung.

Wir wollen ganz sachlich bleiben und populistisch und beleidigend. die Korrupte Partei hat über 200.000 korrupte Beamte verhaftet und über 30.000 hingerichtet. Würden wir die gleichen Mitteln bei BER oder Stuttgart 21 anwenden, wären diese Projekte vor dem Zieltermin fertig und heute den millionsten Passagier abfertigen.
Zudem sollte man mit solchen Aussagen vorsichtig sein, wenn die eigene Regierung und Gesellschaft korrupt ist.

Die korrupte Partei kann nicht mal Carrie Lam abziehen. Die Opposition, die eigentlich die Mehrheit hinter sich hat, sagt, Carrie Lam habe sich für das Koma entschieden.


Aha, Romantiker. Genau, die chinesische Nation hat im 20 Jahrhundert die Selbstbestimmung angestrebt und sie erreicht. Nachdem sie die Blut saugenden europäischen und japanischen Imperialisten aus dem Land geworfen hat. Nur leider war China zu schwach, um Hongkong sich zurück zu holen und die Faschisten aus Taiwan raus zu schlagen.
Das Lied von Selbstbestimmung wird immer komischerweise von denen gesungen, die davor auf die brutalste Weise die Welt ausgebeutet haben. Ein gutes Beispiel, wenn ein Volk entscheidet souverän zu sein, ist Kongo. Da würde ich mich mal erkundigen, was der zivilisierte Westen vor der Unabhängigkeit dort getrieben hat und danach. Da wird man Brügge, Paris und Washington mit ganz anderen Augen betrachten. Und wenn China erlaubt, dass die ehemaligen Imperialisten, die China ex­ploi­tie­rt haben, ihr auf der Nase rum tanzen und Radikale unterstützen, dann wird China den Weg von Jugoslawien oder Kongo antreten. Dann heißt es "Auf wiedersehen Sozialpolitik. Auf wiedersehen kostenlose Bildung, medizinische Versorgung und soziale Absicherungen".
Darum denke ich, dass 1,48 Mrd Chinesen mehr oder weniger mit der jetzigen Situation vollkommen zufrieden sind. Da sie noch ganz genau wissen und sich erinnern, was es bedeutet, wenn man am Tag nur eine Schüssel Reis zu essen hatte und warmes fließendes Wasser im haus purer Luxus war.
Irgendwelche andere Gegenangebote aus dem Westen? Vielleicht die Mär von Wahlen zwischen zwei und mehreren Kandidaten, wo man überhaupt nicht weiß, ob es einen Tag morgen gibt? Erzähl mal uns hier, wie wichtig Demokratie statt Sicherheit, Stabilität und einem vollen Kühlschrank ist.

Über philosophische Abhandlungen lässt sich reden, die zentralen Forderungen der Hongkonger aber sind:

- Rücktritt von Carrie Lam;
- unabhängige Untersuchung krimineller Polizeigewalt;
- Amnestie für politische Gefangene;
- freie Wahlen und Mitbestimmung der Bürger.

BILD (gibt) dir deine Meinung.

Es gibt heutzutage Handys, Zensur ist nicht mehr so einfach wie früher. Manche Dinge werden sogar live übertragen.
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Re: Hongkonger wollen Arbeit niederlegen

Beitragvon unity in diversity » Do 28. Nov 2019, 00:32

In Deutschland redet man über das Wetter, hat aber keinen eigenen 5 G-Ausrüster geschaffen.
5 G wird Energieeinsatz und Rohstoffaufwand optimieren.
Das Ergebnis ist eine ambivalente Kanzlerin:
https://www.handelsblatt.com/dpa/wirtsc ... ady11o-ap1
Gegen Spionage und Cybercrime will man sich abschirmen, fragt sich nur, wie man das anstellt?
Wenn man den Anschluß an den technischen Fortschritt verloren hat, kann man gut über Demokratie und Grundrechte reden, aber nichts mehr durchsetzen.

Ob sich Trump durchsetzt?
https://www.spiegel.de/politik/ausland/ ... 98625.html
Der "relative Frieden" von Lam nimmt Kontur an.
Für jedes Problem gibt es 2 Lösungsansätze:
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Re: Hongkonger wollen Arbeit niederlegen

Beitragvon Tom Bombadil » Do 28. Nov 2019, 09:20

unity in diversity hat geschrieben:(28 Nov 2019, 00:32)

5 G wird Energieeinsatz und Rohstoffaufwand optimieren.

Deutsche Politiker und Wirtschaftsbosse fallen auf die Knie, wenn Peking das befiehlt: https://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/ ... 39108.html
Deswegen wird Huawei in Deutschland auch das Rennen machen, da bin ich mir ziemlich sicher. Die humanitären "Werte", die immer so gerne von der "Elite" gepredigt werden, zählen nämlich immer nur dann, wenn es diesen Leuten in den Kram passt, das sieht man auch am Umgang mit Saudi-Arabien.
The tree of liberty must be refreshed from time to time with the blood of patriots and tyrants. It is its natural manure.
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Re: Hongkonger wollen Arbeit niederlegen

Beitragvon Brainiac » Sa 11. Jan 2020, 08:09

In Hongkong ist seitdem eine Menge passiert. Am Neujahr waren wieder Hunderttausende auf den Straßen und skandierten zweisprachig "Stand with Hong Kong" und "Five Demands, not one less" auf chinesisch und englisch.

Nachdem die Vertreter der Demokratiebewegung bei den Kommunalwahlen im November einen sehr deutlichen Sieg errungen haben, ist die Suggestion der Chinesischen Regierung wie auch der von Hongkong, die Proteste seien hauptsächlich durch westliche Mächte gesteuert, mehr oder weniger widerlegt. Derweil gehen auch die Ausschreitungen weiter, es gibt unter den Protestern eine Art Schwarzen Block, der immer wieder mit gezielter Sachbeschädigung und Stören der öffentlichen Ordnung auf die Demokratiebewegung und deren Ziele aufmerksam macht, was aber auch in der Bewegung teilweise auf Ablehnung stösst. Spektakulärste Aktion am Neujahrstag war das Anzünden der Löwenstatue vor dem HSBC Tower.


HSBC steht in der Kritik der Bewegung, weil ein Crowdfunding-Konto gesperrt wurde - ob in staatlichem Auftrag, weiß man nicht so genau.

Des weiteren ist die Polizei und ihr Vorgehen das Dauerthema. Dass diese gegen Vandalismus vorgehen muss, ist unbestritten, man hört, liest und sieht aber auch immer wieder von Übergriffen und unangemessener Brutalität.

Was kann man den Hongkongern raten? Bislang hat die Regierungschefin Carrie Lam zwar das umstrittene Auslieferungsgesetz zurückgezogen, das all das ja erst ausgelöst hatte, die sonstigen Forderungen der Bewegung (insbesondere nach Untersuchung der polizeilichen Übergriffe) ignoriert sie jedoch beharrlich. Und China wird nicht erklären: "Ja, liebe Hongkonger, wir sehen ein, ihr habt recht. Hier habt ihr Freiheit, allgemeines Wahlrecht und Unanbhängigkeit" Das wird nicht passieren. Andererseits ist Hongkong für China natürlich ein wichtiger Wirtschaftsfaktor und zu sehr wollen sie es sich mit der Bevölkerung wohl auch nicht verscherzen. Es wird wohl noch einige Zeit in dieser Pattsituation weitergehen. :|

Die besten und authentischsten Informationen gibt es hier:
https://www.hongkongfp.com/category/topics/politics-protest/ (Pro Demokratiebewegung)
https://www.scmp.com/topics/hong-kong-protests (neutral bis kritisch, insbesondere gegenüber den Ausschreitungen - aber das arrivierteste Medium in Hongkong)

Die BBC berichtet auch relativ gut und zeitnah.
Jeder hat das Recht

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