Indiens Mondprogramme...

Moderator: Moderatoren Forum 3

Benutzeravatar
Papaloooo
Beiträge: 975
Registriert: Sa 8. Jul 2017, 15:11
Wohnort: Nürnberg
Kontaktdaten:

Re: Indiens Mondprogramme...

Beitragvon Papaloooo » Mo 7. Okt 2019, 16:49

schokoschendrezki hat geschrieben:(07 Oct 2019, 15:33)

Das ist so eine Begründung aus einer lange gewachsenen historisch anderen Kultur ...

Was mir bislang überhaupt nicht klar war: Die indischen "Maharadschas" zum Beispiel, mit ihren sagenhaften Reichtümern, ihren weißen Elefanten, Luxuswaggons in Privatbesitz, Gold und Edelsteinen ... sind gar nicht, wie ich bislang glaubte, irgendwie Teil einer jahrhundertealten Kultur sondern schlicht und einfach Produkt der historisch viel jüngeren britischen Fremdherrschaft. Die Maharadschas, die "großen Herrscher" der kleinen Fürstenstaaten waren bis zur Ankunft der Briten eher kleine Lokalfürsten, die sich gegenseitig bekriegten. Die Briten übertrugen ihnen mit dem Prinzip der "indirekten Herrschaft" die volle Macht über ihre Fürstenreiche. Sie konnten nach Belieben Steuern eintreiben und die großen Gewinne aus dem Handel abschöpfen.

Die Parallele ist die Folgende (auch wenns vom Thema abweicht): Auch die Chefs der sogenannten afghanischen "Nordallianz" wurden überhaupt erst durch die Europäer und den Westen zu dem aufgepäppelt, was sie heute sind. Die nicht nur militärisch das Sagen haben, sondern auch über den Drogenhandel MIllionen kassieren.

Ja das stimmt mit den Maharajas, aber ihre Macht ist längst beschnitten.
Inzwischen müssen sie aus ihren Tempeln über den Tourismus Profite einfachen.
Manche von ihnen, die viele Ländereien haben, stehen natürlich schlecht vor der Bevölkerung da, deren Vorfahren enteignet wurden.
Andere wiederum werden vom Volk geehrt, wie etwa die Tempelmänner.
Das System ist insgesamt ist sehr starr und in Religion, sowie Traditionen verhaftet.
Und dann kommt natürlich noch der Fatalismus der niederen Kaste dazu: das, was ich jetzt durchleiden muss, das habe ich in einem früheren Leben selbst verbockt. So wie sehen die oberen Kasten auch immer vorspiegeln.
Das ist Kapitalismus:
Man kauft Dinge, die man nicht braucht von Geld, das man nicht hat, um Leute zu beeindrucken, die man nicht leiden kann.

Volker Pispers
Benutzeravatar
Papaloooo
Beiträge: 975
Registriert: Sa 8. Jul 2017, 15:11
Wohnort: Nürnberg
Kontaktdaten:

Re: Indiens Mondprogramme...

Beitragvon Papaloooo » Mo 7. Okt 2019, 16:55

schokoschendrezki hat geschrieben:(07 Oct 2019, 15:20)

Welche "Staatengemeinschaft"? Gleich nebenan befindet sich ein Riesenstaat, dem mit der kontrollierten Mondrückseitenlandung kürzlich eine der eindrücklichsten Ramfahrtprojekte geglückt ist. Multilateralismus ist nicht mehr angesagt. Wie auch, wenn technologische Erfolge nicht dem Prestige nur der einen eigenen Nation angerechnet werden kann. US-Amerikaner müssen/sollen die nächsten Menschen sein, die auf dem Mond landen. Und nicht Inder oder Chinesen.

Preiswert war die Aktion aber schon. Zum Vergleich: Eine bemannte Mondmission, die - derzeit jedenfalls - kaum mehr bringen würde an wissenschaftlicher Erkenntnis als eine unbemannte, würde etwa das Tausendfache kosten.

Nun ja, in einer gewissen Weise treibt das Denken: "wir werden die Ersten sein" Projekte mehr an, als Gemeinschaftsprojekte es könnten.
Bitter ist das für diejenigen aber dennoch, die nicht Mal sauberes Trinkwasser oder Toiletten haben.
Das ist Kapitalismus:
Man kauft Dinge, die man nicht braucht von Geld, das man nicht hat, um Leute zu beeindrucken, die man nicht leiden kann.

Volker Pispers

Zurück zu „32. Asien – Fernost“

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 2 Gäste