Terroranschläge auf Sri Lanka

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al-Faylasuf
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Re: Terroranschläge auf Sri Lanka

Beitragvon al-Faylasuf » Mi 24. Apr 2019, 13:09

Ergänzung: Die „dem Islam zugrunde liegende Philosophie“ ist - wie dies im obigen Beitrag bereits angeschnitten wurde – die der Mäßigung. An dieser Stelle sollte man sich bewusst machen, dass der puritanische Salafismus ein Reform-Islam moderner Prägung ist, der Authentizität vorgaukelt, tatsächlich jedoch (siehe die obigen Stichpunkte, die Liste wäre um einiges zu ergänzen) sämtliche traditionellen Elemente des Islams ablehnt. Es ist eine Ironie der Geschichte, dass Friedrich II. Barbarossa – als er mit dem ayyubischen Sultan al-Kamil und vor allem einem Emir namens Fahr ad-Din diskutierte – von den säkularen Elementen des islamischen Reiches beeindruckt war:
- wo der Kalif zur reinen geistlichen Symbol- und Repräsentationsfigur begrenzte, während sich Friedrich mit einem Papst herumschlagen musste, der ihn exkommuniziert hatte.
- wo die theologisch-juristische Vereinigung der "Ulemas" eine wichtige eigenständige Rolle übernahm. Die Paralellen zwischen der Instanz der Ulemas und den von Friedrich II. gegründeten Universität von Neapel, welche juristische Kanzleibeamte ins Reich holen sollte. Tatsächlich bestand in den meisten islamischen Reichen der Klassik und Nachklassik eine faktische Dreiteilung innerhalb des Staates. Der moderne islamische Staat oder islamische Republik ist lediglich eine zentralistische Diktatur mit Anleihen aus dem Sozialismus und Faschismus, dem ein islamischer Anstrich verpasst wurde. In einem solchen Staat beten die Menschen eher aus Angst vor der Obrigkeit, wo Dissidenz mit Blasphemie gleichgesetzt wird. Kurz gesagt: solch eine von Islamisten propagierte Version einer autoritären Theokratie ist ein Novum in der islamischen Geschichte und eben kein Rückkehr zur Tradition (die prophetische Zeit hat, da ja nach islamischer Auffassung Muhammad das "Siegel der Gesandten" ist, ein Alleinstellungsmerkmal. Bekanntermaßen haben sich die Schiiten mit ihrer Auffassung eines von einem unfehlbaren Imam gelenkten Theokratie innerhalb der muslimischen Welt nicht durchsetzen können. Das nur zu dem sich hartnäckig haltenden Vorurteil "Der Islam kennt keine Grenze zwischen Staat und Religion". Wer sich mal mit der Entstehungsgeschichte von Napoleons Code Civil näher befasst oder mit dem oben kurz angeschnittenen Biographie von Friedrich II. Barbarossa, wird eines besseren belehrt. In Bezug zu den Problematiken und der Geschichte des staatsrechtlichen Konzepts im Islams sei hier abermals "The impossible state" von Wael Hallaq empfohlen, der fundiert und für jeden nachvollziehbar die Absurdität und nicht vorhandene historische Authentizität und Legimation des "Islamischen Staates" moderner Prägung aufzeigt.


Edit @ Skeptiker:

Alles klar. Und ich hatte noch die Befürchtung, mich ZU KNAPP ausgedrückt zu haben. Meine Sorge war also unbegründet :-)
Zuletzt geändert von al-Faylasuf am Mi 24. Apr 2019, 13:38, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Terroranschläge auf Sri Lanka

Beitragvon Alpha Centauri » Mi 24. Apr 2019, 13:17

Wolverine hat geschrieben:(24 Apr 2019, 13:04)

Die Nazis hatten die Islamisten schon 1940 zu Gast, um das Problem mit den Juden auch im Nahen Osten zu lösen. Der Mufti von Jerusalem war ein geduldiger Zuhörer und gründete sogar 2 SS-Divisionen, die wegen ihrer Brutalität gefürchtet waren. Nur mit Muslimen aus Bosnien z.B.
Die Nazis sind für bestimmte Teile der muslimischen Welt immer noch die Heilsbringer überhaupt, weil sie die größte Judenverfolgung in der Geschichte der Menschheit durchgezogen haben.



In der Tat beim.Thema Judentum , Zionismus , Israel ( was oft genug ja in ein Topf geworfen wird) können sich völkisch rechte Nazis und Islamisten,Salafisten die Hände einig reichen, denn beide sind sie ( wenn auch jeder aus verschiedenen Motiven heraus) Antisemiten , aber schnell hören die Gemeinsamkeiten auf und dann ist der Eine in den Augen des Anderen auch schon ein religiös sündiger, dreckiger Ungläubiger bzw. ein ethnisch- rassisch Kultur fremdartiger Minderwertiger und der fanatisch geführte mörderische Konflikt beginnt
Zuletzt geändert von Alpha Centauri am Mi 24. Apr 2019, 13:22, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Terroranschläge auf Sri Lanka

Beitragvon al-Faylasuf » Mi 24. Apr 2019, 13:19

Wolverine hat geschrieben:(24 Apr 2019, 13:04)

Kleiner Hinweis
Die Nazis hatten die Islamisten schon 1940 zu Gast, um das Problem mit den Juden auch im Nahen Osten zu lösen. Der Mufti von Jerusalem war ein geduldiger Zuhörer und gründete sogar 2 SS-Divisionen, die wegen ihrer Brutalität gefürchtet waren. Nur mit Muslimen aus Bosnien z.B.
Die Nazis sind für bestimmte Teile der muslimischen Welt immer noch die Heilsbringer überhaupt, weil sie die größte Judenverfolgung in der Geschichte der Menschheit durchgezogen haben.


Die "Muslime aus Bosnien" waren seit Ende 1941 der massenhaften Verfolgung durch serbische Tschetnik-Einheiten ausgesetzt. In den letzten Studien in Jugoslawien von den Historikern Dedijer und Miletic (beides keine Muslime) kam sogar das Ergebnis, dass die slawischen Muslime im besetzten Jugoslawien, gemessen am prozentualen Anteil der Bevölkerung, tatsächlich nach den Juden die größte Zahl an Opfern stellten. Als Bürger der NDH, des faschistischen Staates Kroatien, wurden dessen Bürger zu den "Domobrani", der kroatischen "Landser-Version" eingezogen. Doch waren die bosnischen Muslimen sowohl im Staat als auch in der Administration tatsächlich unterpräsentiert. Die SS-Einheit "Handschar", 22.000 Mann stark, die zu 60 Prozent aus bosnischen Muslimen und zu 40 % aus "Volksdeutschen" bestand, wurde im Herbst 1943 ins Leben gerufen. Insbesondere aus Ostbosnien meldeten sich Freiwillige, weil sie vor allem hofften, ihre von Tschetniks heimgesuchten Heimatdörfer verteidigen zu können. Faktisch wurden sie gegen die Rote Arme eingesetzt, ab 1944 vorwiegend an der ungarischen Front.
Tatsächlich haben führende bosnisch-muslimische Geistliche und Intellektuelle mehrere Male in öffentlichen Deklarationen im faschistischen Kroatienstaat die Verfolgung von Serben und Sinti-Roma verurteilt. Und in der Realität gab es zig-Fälle, in denen jüdische Zivilisten von ihren muslimischen Mitbürgern geschützt oder versteckt wurden. Die Mehrheit der Muslime - und es gab ja niemanden, der sie irgendwie hätte vertreten können, weder Nazis noch Ustaschas, kämpfte schließlich für die kommunistischen Partisanen, die während des 2.WK ihre Ideologie eher in den Hintergrund rückten und "gleiche Rechte für alle südslawischen Nationen" propagierten.
Das nur dazu.

Edit: Ich kannte noch einen vor wenigen Jahren verstorben ehemaligen Soldaten der Handschar-Division. Er lobte einerseits die Kameradschaft und die deutsche Disziplin, andererseits war er darüber enttäuscht, dass er, aus Srebrenica stammend (falls dir dieser Ort etwas sagt), dass er und seine Kameraden in Ungarn gegen die Russen verheizt wurde, ursprünglich wollte er nur seinen Ort verteidigen, der im Gegensatz zu Städten wie Foca (1941), wo es zu Massenprogromen an Muslimen kam, noch nicht heimgesucht wurde. Auch meine Familie floh im Februar 1943 im Zuge einer Tschetnik-Säuberungs-Kampagne aus dieser Region in letzter Sekunde. Damals gab es noch keine muslimischen SS-Einheiten. Das nur als Ergänzung.
Zuletzt geändert von al-Faylasuf am Mi 24. Apr 2019, 13:27, insgesamt 4-mal geändert.
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Re: Terroranschläge auf Sri Lanka

Beitragvon Orbiter1 » Mi 24. Apr 2019, 13:22

Adam Smith hat geschrieben:(24 Apr 2019, 13:01)

Die Chinesen haben ja sogar noch weniger Probleme mit dem Internetzeitalter als wir. Abriss von alten Gebäuden. Kein Problem. Kein Bargeld. Kein Problem. Überwachung. Kein Problem.
Moslems im großen Stil in Lager sperren (Uiguren). Kein Problem.
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Adam Smith
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Re: Terroranschläge auf Sri Lanka

Beitragvon Adam Smith » Mi 24. Apr 2019, 13:23

al-Faylasuf hat geschrieben:(24 Apr 2019, 13:09)

Ergänzung: Die „dem Islam zugrunde liegende Philosophie“ ist - wie dies im obigen Beitrag bereits angeschnitten wurde – die der Mäßigung. An dieser Stelle sollte man sich bewusst machen, dass der puritanische Salafismus ein Reform-Islam moderner Prägung ist, der Authentizität vorgaukelt, tatsächlich


Damals gab es noch z.B. kein Kino. Nach dem Angriff auf die Mosche 1979 wurde das Kino verboten. Problem weg. Dann kam das Internet. Die Probleme wurden grösser. Nun gibt es das Smartphone. Die gesamte Welt gibt es zu sehen.
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Re: Terroranschläge auf Sri Lanka

Beitragvon Adam Smith » Mi 24. Apr 2019, 13:28

Hier z.B.


Nicht einmal 2000 belletristische Werke erschienen 1996 einem UN-Bericht zufolge im


Und obwohl es nur elf Millionen Griechen gibt, werden pro Jahr fünfmal so viele Bücher ins Griechische wie ins Arabische übersetzt. Als beliebteste Werke gelten in der arabischen Welt Lehrbücher und religiöse


https://mobil.stern.de/kultur/buecher/b ... 41056.html



Im Jahr 2017 wurden laut dem Börsenverein des Deutschen Buchhandels knapp 72.500 Neuerscheinungen in Deutschland gezählt.


https://de.statista.com/statistik/daten ... utschland/

Und nun gibt es Kindle und automatische Übersetzer.
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Re: Terroranschläge auf Sri Lanka

Beitragvon al-Faylasuf » Mi 24. Apr 2019, 13:32

Adam Smith hat geschrieben:(24 Apr 2019, 13:23)

Damals gab es noch z.B. kein Kino. Nach dem Angriff auf die Mosche 1979 wurde das Kino verboten. Problem weg. Dann kam das Internet. Die Probleme wurden grösser. Nun gibt es das Smartphone. Die gesamte Welt gibt es zu sehen.



Wenn Du von Saudi Arabien sprichst, dann solltest Du wissen, dass in dem Rest der islamischen Welt nicht nur das Kino nicht verboten war, sondern bsp. Ägypten recht passable eigene Filmproduktionen hatten (naja, Geschmacksfrage, gibt ja auch Leute, die Bollywood-Filme mögen). Saudi Arabien ist ein Teil des Problems, der Wahhabismus und die salafische Auslegung ist ein Reform-Islam.

Ich gab dieses Beispiel bereits an anderer Stelle: Stellt euch vor, dass Calvins Genfer Kirchenstaat, in dem andersdenkende verbrannt wurden (Servetus, der die Dreifaltigkeit ablehnte) wäre auf Öl gestoßen und hätte einen mächtigen Verbündeten, sagen wir das Osmanische Reich seinerzeit, der ihn aufbaut und unterstützt. Und stellt euch weiter vor, dass dieser Genfer Kirchenstaat seine Ideologie (nach den von mir oben angeführten Vorgehensweise der Saudis heute) überall im christlichen Europa erfolgreich ausbreitet.
Was heißt nun dieser Erfolg? Dass Calvins Staat "die authentische christliche Lehre" sei?
Eben.

Kurz und für historische Kenner gesagt: Der Islam braucht einen Erasmus, und keinen Luther!
Zuletzt geändert von al-Faylasuf am Mi 24. Apr 2019, 13:50, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Terroranschläge auf Sri Lanka

Beitragvon al-Faylasuf » Mi 24. Apr 2019, 13:41

@ Skeptiker

Zur Lösung:

Ich würde dies ganze auf einer höheren Ebene und in einem größeren Zusammenhang stellen. Will die Religion an sich überhaupt eine Berechtigung heute haben, hat sie wesentliche Antworten in genau jenen Punkten zu liefern, in denen uns unsere Rationalität und unsere Vernunft, die wir bis zum Exzess getrieben haben, und die von den Vertretern der Postmoderne auf unterschiedlichsten Ebenen kritisiert wurden. Und der Islamismus ist deswegen gescheitert, egal wie lautstark und gewalttätig er sich äußert, weil er wesentliche Fragen gar nicht behandelt hat. Wozu Offenbarung? Was könnte Gerechtigkeit sein? Wie kann man die Welt besser machen? Und so weiter. Hier gibt es übrigens erstaunliche Parallelen zu den evangelikalen Fundamentalisten, die sich ebenso wenig mit Gerechtigkeits-, Gleichheits, fairer Handel oder Umweltfragen befassen.
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Re: Terroranschläge auf Sri Lanka

Beitragvon al-Faylasuf » Mi 24. Apr 2019, 13:48

Edit: Gelöscht wegen "anderes Thema", gehört dann doch mehr ins Fach "Geschichte".
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Re: Terroranschläge auf Sri Lanka

Beitragvon relativ » Mi 24. Apr 2019, 14:37

TheManFromDownUnder hat geschrieben:(24 Apr 2019, 11:42)

In unseren Breitengraden welche Alternativen wuerdest du ihnen geben koennen. Sie Leben in Sicherheit, mit sozialen Auffang networks, haben Zugang zu Bildung, Gesundheitsfuersorge usw. Was noch bitte?? Massen Konvertierung zum Islam?
Natürlich gibt es in anderen Regionen auf diesen Erdball größere Baustellen auf die man zuerst sein Augenmerk richten sollte. In unseen Breitengraden sollte man erst mal versuchen den Menschen wieder klar zu machen, in welchen, zwar nicht optimalen aber durchaus guten und ausbaufähigen System sie leben.

Die Golfstaaten und Saudi sind bereits fundamentalistisch und ein Paradies fuer Strengglauebige.
Strengläubige sind nicht automatisch anfälliger für die Rekrutierung als Terrorist. Denn zur Terrorist Neigung gehört noch, daß man Gewaltaffin ist und ein gewissen Minderwertigkeitskomplex mit sich herrum trägt.
In Drittlaender wie Sri Lanka kann man sicher noch etwas mehr tun. Aber Sri Lanka war nie auf einer Gefaehrdungsliste fuer islamistische Terroristen. Das Land hat nie gegen Mosleme diskriminiert. Das Tamil Problem war kein moslemisches Problem.
Sri Lnka warum ausgerechnet Sri Lanka? Evtl. weil es ein sehr weiches und damit leicht zu treffendes und zu destabilisierendes Ziel war.

Parkistan?? Welche Hoffnungslosigkeit haben dort Moslems??? Christen ja aber da kraeht kein Hahn danach.
Falsche Fragestellung. Welche Hoffungslosigkeit haben dort die Menschen und wie schnell sind sie mit einfachen Parolen im Kombination mit dieser "Hoffungslosigkeit" und den von mir beschriebenen Eigenschaften zu erreichen, für z.B. Terroristenzellen

Ich schaue nach Indonesien, ein moderates moslemisches Land wo natürlich Moslems in keinster Weise benachteiligt sind und ihnen mehr Moeglichkeiten offen stehen als anderen Gruppen und trotzdem nimmt der Radiklaismus zu.

Du glaubst immer noch es geht um die Benachteiligung der Moslems? Es gibt zwar sowas wie einen globalen islamischen Minderwertigkeitsomplex bei Moslems, der auch eine Rolle spielt, aber in erster LInie geht es hierbei um Ideologien und Macht.

Btw. Der Radikalismus ist generell auf den Vormarsch auch bei uns. Gründe dafür wurden ja schon vielfach benannt.
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Re: Terroranschläge auf Sri Lanka

Beitragvon Alpha Centauri » Mi 24. Apr 2019, 15:00

relativ hat geschrieben:(24 Apr 2019, 14:37)

Natürlich gibt es in anderen Regionen auf diesen Erdball größere Baustellen auf die man zuerst sein Augenmerk richten sollte. In unseen Breitengraden sollte man erst mal versuchen den Menschen wieder klar zu machen, in welchen, zwar nicht optimalen aber durchaus guten und ausbaufähigen System sie leben.

Strengläubige sind nicht automatisch anfälliger für die Rekrutierung als Terrorist. Denn zur Terrorist Neigung gehört noch, daß man Gewaltaffin ist und ein gewissen Minderwertigkeitskomplex mit sich herrum trägt.
Sri Lnka warum ausgerechnet Sri Lanka? Evtl. weil es ein sehr weiches und damit leicht zu treffendes und zu destabilisierendes Ziel war.

Falsche Fragestellung. Welche Hoffungslosigkeit haben dort die Menschen und wie schnell sind sie mit einfachen Parolen im Kombination mit dieser "Hoffungslosigkeit" und den von mir beschriebenen Eigenschaften zu erreichen, für z.B. Terroristenzellen


Du glaubst immer noch es geht um die Benachteiligung der Moslems? Es gibt zwar sowas wie einen globalen islamischen Minderwertigkeitsomplex bei Moslems, der auch eine Rolle spielt, aber in erster LInie geht es hierbei um Ideologien und Macht.

Btw. Der Radikalismus ist generell auf den Vormarsch auch bei uns. Gründe dafür wurden ja schon vielfach benannt.


Korrekt, vor allem der rechte völkische - nationale Extremismus ( UKIP, LEGA NORD, Orbans FIDES, Teile der AFD) sind es.
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Re: Terroranschläge auf Sri Lanka

Beitragvon Keoma » Mi 24. Apr 2019, 15:01

Alpha Centauri hat geschrieben:(24 Apr 2019, 15:00)

Korrekt, vor allem der rechte völkische - nationale Extremismus ( UKIP, LEGA NORD, Orbans FIDES, Teile der AFD) sind es.


Die AfD ist Schuld an den Attentaten in Sri Lanka?
Jeder hat das Grundrecht auf eine eigene Meinung. Aber nicht auf eigene Fakten.
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Re: Terroranschläge auf Sri Lanka

Beitragvon zollagent » Mi 24. Apr 2019, 15:03

Keoma hat geschrieben:(24 Apr 2019, 15:01)

Die AfD ist Schuld an den Attentaten in Sri Lanka?

Btw. Der Radikalismus ist generell auf den Vormarsch auch bei uns. Gründe dafür wurden ja schon vielfach benannt.


Das war die Antwort auf DIESEN Satz. Bitte, bitte, versuch erst zu denken.
Wer an Absurditäten glaubt, wird Abscheulichkeiten begehen. (Voltaire)
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Re: Terroranschläge auf Sri Lanka

Beitragvon Alpha Centauri » Mi 24. Apr 2019, 15:05

zollagent hat geschrieben:(24 Apr 2019, 15:03)

Das war die Antwort auf DIESEN Satz. Bitte, bitte, versuch erst zu denken.



Ich befürchte dass mit dem denken bzw. Kopf ein.statt ausschalten ist bei einigen ( Ideologie bedingt) sinnlos. :D
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Re: Terroranschläge auf Sri Lanka

Beitragvon Papaloooo » Mi 24. Apr 2019, 15:16

TheManFromDownUnder hat geschrieben:(24 Apr 2019, 11:47)

Dein Ansinnen ist lobenswert aber versuch mal einem fundamentalistischen Fanatiker deine Theorie schmackhaft zu machen! Ich waere da gerne die Fliege an der Wand :)

Davon war überhaupt nicht die Rede, lieber man from down under.
Ich würde einfach sagen der Großteil der Muslime steht nicht hinter den Fanatikern.
Nur hat der Großteil der Muslime leider wenig Stimmgewalt.
Und da würde ich mir wünschen, dass ich daran etwas ändert, und wenigstens das ist nicht allzu unrealistisch!
Zuletzt geändert von Papaloooo am Mi 24. Apr 2019, 15:32, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Terroranschläge auf Sri Lanka

Beitragvon Skeptiker » Mi 24. Apr 2019, 22:56

al-Faylasuf hat geschrieben:(24 Apr 2019, 12:20)

Das ist ein sehr beeindruckender Beitrag der darstellt wie viele Entwicklungen im Detail betrachtet zu verstehen sind. Ich kann und will da garnicht auf jede Aussage eingehen - das ist im Zusammenhang mit dem Thema auch garnicht notwendig. Es gibt auch keine Fragen an mich, außer zweien, die ich als rhetorische Frage einstufen würde.

Du schreibst, dass der Islamismus wenig spirituell ist und sich darin weltlichen Herrschaftsformen annähert. Das mag durch den höheren Grad das Dogmatik in der Auslegung so sein. Jedoch verstehe ich Spiritualität nicht als Neigung einer Glaubensströmung Glaubensinhalte in den Kontext der Zeit zu setzen. Spiritualität steht für mich für die Zuwendung zu irrational emotionalen Erklärungsmustern. Beim Islamismus mag die emotionale Komponente wohl weniger stark ausgeprägt sein, die irrationale dogmatische ist es umso mehr.

Ich bin weder Islamwissenschaftler noch humanistischer Philosoph, aber so wie sich der Faschismus auf rechter Ideologie begründet und der Linksextremismus auf linker Ideologie aufbaut, so fußt der Islamismus nunmal auf dem Islam. Natürlich befiehlt der Koran keine Selbstmordattentate, aber offensichtlich legen diverse Koranferse brutale Abgrenzung zu Anders- oder Ungläubigen nahe. Dadurch wird es der Interpretation durch den jeweiligen Zeitgeist überlassen, wie sich diese in der Realität äußert. Dass Moslems nahezu überall auf der Welt eine kaum oder schwer zu integrierende Gruppe bilden, ist in meinen Augen durch eben diese Verse begründet. Die islamische Glaubenslehre und -praktik zieht nunmal einen scharfen Schnitt in der Gesellschaft, indem sie wie keine andere mir bekannte Religion die Menschen in Gläubige und Ungläubige einteilt. Es ist damit nicht akzeptabel die extremistischen Auswüchse diese auf dem Koran aufbauenden Lehre vom Islam abzukoppeln.
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Re: Terroranschläge auf Sri Lanka

Beitragvon Skeptiker » Mi 24. Apr 2019, 23:21

al-Faylasuf hat geschrieben:(24 Apr 2019, 13:09)
Ergänzung: Die „dem Islam zugrunde liegende Philosophie“ ist - wie dies im obigen Beitrag bereits angeschnitten wurde – die der Mäßigung. An dieser Stelle sollte man sich bewusst machen, dass der puritanische Salafismus ein Reform-Islam moderner Prägung ist, der Authentizität vorgaukelt, tatsächlich jedoch (siehe die obigen Stichpunkte, die Liste wäre um einiges zu ergänzen) sämtliche traditionellen Elemente des Islams ablehnt. Es ist eine Ironie der Geschichte, dass Friedrich II. Barbarossa – als er mit dem ayyubischen Sultan al-Kamil und vor allem einem Emir namens Fahr ad-Din diskutierte – von den säkularen Elementen des islamischen Reiches beeindruckt war:
- wo der Kalif zur reinen geistlichen Symbol- und Repräsentationsfigur begrenzte, während sich Friedrich mit einem Papst herumschlagen musste, der ihn exkommuniziert hatte.
- wo die theologisch-juristische Vereinigung der "Ulemas" eine wichtige eigenständige Rolle übernahm. Die Paralellen zwischen der Instanz der Ulemas und den von Friedrich II. gegründeten Universität von Neapel, welche juristische Kanzleibeamte ins Reich holen sollte. Tatsächlich bestand in den meisten islamischen Reichen der Klassik und Nachklassik eine faktische Dreiteilung innerhalb des Staates. Der moderne islamische Staat oder islamische Republik ist lediglich eine zentralistische Diktatur mit Anleihen aus dem Sozialismus und Faschismus, dem ein islamischer Anstrich verpasst wurde. In einem solchen Staat beten die Menschen eher aus Angst vor der Obrigkeit, wo Dissidenz mit Blasphemie gleichgesetzt wird. Kurz gesagt: solch eine von Islamisten propagierte Version einer autoritären Theokratie ist ein Novum in der islamischen Geschichte und eben kein Rückkehr zur Tradition (die prophetische Zeit hat, da ja nach islamischer Auffassung Muhammad das "Siegel der Gesandten" ist, ein Alleinstellungsmerkmal. Bekanntermaßen haben sich die Schiiten mit ihrer Auffassung eines von einem unfehlbaren Imam gelenkten Theokratie innerhalb der muslimischen Welt nicht durchsetzen können. Das nur zu dem sich hartnäckig haltenden Vorurteil "Der Islam kennt keine Grenze zwischen Staat und Religion". Wer sich mal mit der Entstehungsgeschichte von Napoleons Code Civil näher befasst oder mit dem oben kurz angeschnittenen Biographie von Friedrich II. Barbarossa, wird eines besseren belehrt. In Bezug zu den Problematiken und der Geschichte des staatsrechtlichen Konzepts im Islams sei hier abermals "The impossible state" von Wael Hallaq empfohlen, der fundiert und für jeden nachvollziehbar die Absurdität und nicht vorhandene historische Authentizität und Legimation des "Islamischen Staates" moderner Prägung aufzeigt.

Es mag sein, dass dem Islam ursprünglich die Philosophie der Mäßigung nahestand. Leider folgte der Phase aus Mekka die Phase in Medina, wodurch für die islamischen Rechtsgelehrten die kriegerischen Verse aus Medina über den friedfertigen aus Mekka stehen. Genau das spiegelt sich eben auch in der Realität heute wieder.

Das der Islam vor hunderten von Jahren dem Christentum in wissenschaftlicher und gesellschaftlicher Sicht überlegen war, ist unbestritten. Genauso ist aber unbestritten, dass sich das geändert hat. Das Christentum ist seiner Macht beraubt worden und christliche Gesellschaften wurden säkularisiert. Der Islam dagegen zwängt die ihm folgenden Gesellschaften überall in autokratische Herrschaftssysteme. Die Anpassungsfähigkeit des Islam hat sich in dogmatisches Festhalten an überlieferten Riten gewandelt. Damit ist er hochattraktiv für Menschen die eine sicheren Alternative zu rationalen westlichen Gesellschaften suchen, aber genau darin spaltet er die Welt wiedermal.

Es hilft nichts zu beklagen, wie gut der Islam eigentlich sein könnte. Das erinnert mich ehrlich gesagt an Leute die darüber schwadronieren dass dem Kommunismus eigentlich ein guter Gedanke zugrunde liegt. Es geht aber nicht um den "guten Gedanken", sondern darum was in der Realität daraus wird. Da muss mal leider festhalten, dass Islam NICHT für Demokratie steht, er steht NICHT für individuelle Freiheit, er steht NICHT für Gleichberechtigung und er steht auch NICHT für Toleranz gegenüber Anders- oder Ungläubigen. Das ist leider alles die reale Auswirkung der islamischen Glaubenslehre. Das das alles nicht so gemeint ist, mag sein, ist aber leider irrelevant.
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Re: Terroranschläge auf Sri Lanka

Beitragvon Skeptiker » Mi 24. Apr 2019, 23:41

al-Faylasuf hat geschrieben:(24 Apr 2019, 13:41)
Zur Lösung:

Ich würde dies ganze auf einer höheren Ebene und in einem größeren Zusammenhang stellen. Will die Religion an sich überhaupt eine Berechtigung heute haben, hat sie wesentliche Antworten in genau jenen Punkten zu liefern, in denen uns unsere Rationalität und unsere Vernunft, die wir bis zum Exzess getrieben haben, und die von den Vertretern der Postmoderne auf unterschiedlichsten Ebenen kritisiert wurden.

Wir betreiben Rationalität und Vernunft nicht bis zum Exzess! Im Gegenteil. Diejenigen die Du als "Postmoderne" beschreibst, sind in meinen Augen nichts weiter als sich vollkommen überschätzende Plauderer, die mit weltfremden Thesen als Unterstützer eines politischen Kultes agieren.
al-Faylasuf hat geschrieben:(24 Apr 2019, 13:41)
Und der Islamismus ist deswegen gescheitert, egal wie lautstark und gewalttätig er sich äußert, weil er wesentliche Fragen gar nicht behandelt hat. Wozu Offenbarung? Was könnte Gerechtigkeit sein? Wie kann man die Welt besser machen? Und so weiter. Hier gibt es übrigens erstaunliche Parallelen zu den evangelikalen Fundamentalisten, die sich ebenso wenig mit Gerechtigkeits-, Gleichheits, fairer Handel oder Umweltfragen befassen.

Der Islamismus ist leider noch nicht gescheitert. Die islamische Welt wird immer konservativer. Sie wird immer mehr zu einer Gegenwelt, attraktiv für alle, die mit Rationalität nichts anfangen können.
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Re: Terroranschläge auf Sri Lanka

Beitragvon DarkLightbringer » Do 25. Apr 2019, 01:22

Skeptiker hat geschrieben:(23 Apr 2019, 09:17)

Keine Ahnung wie stark der Religionsbezug bei Christchurch war. Ich will den garnicht leugnen, aber ich sehe durchaus einen Unterschied darin einen Hass auf Muslime zu haben - aus den wildesten Motiven heraus, oder ob Gruppierungen öffentlich und eindeutig sich in ihrem Fanatismus auf ihre heilige Schrift berufen, bestärkt durch religiöse Hassprediger. Letzteres ist bei radikalislamistischen Gruppierungen ja der Fall. Hat Tarrent etwa erklärt die Bibel oder sein Glaube hat ihn zu den Taten getrieben?
Sorry, ich finde den Vergleich eher an den Haaren herbeigezogen. Jeden religös motivierte Hass gilt es zu bekämpfen. Die Motivlage bei rechten Spinnern und islamistischen Kämpfern - beides Terroristen - scheint da doch ein paar Unterschiede aufzuweisen.
Tarrent und Breivik sehen sich als eine Art von Tempelrittern, als Speerspitze eines Kreuzzuges.
Die Extremisten auf der anderen Seite akzeptieren das auch so, das sitzt man sozusagen im selben Kino und schaut sich den selben Film an. Nur sehen letztere den Westen insgesamt als Kreuzzügler, die nicht nur zufällig Christen seien. Da ist man als Nicht-Extremist und Demokrat ein paar hundert Jahre weiter und sieht einen ganz anderen Film.

DarkLightbringer, das waren keine Terroristen die "quasi zufällig" auch Moslems waren. Es sollte Dir doch klar sein, dass ihr Glaube kausal mit ihren Taten in Verbindung steht. Nochmal, es handelt sich um Anhänger eine radikalislamistischen Gruppierung. Sorry, aber da gehört schon ein besonderer Grad der Realitätsverweigerung dazu dort keine Kausalitäten zu erkennen.
Es handelt sich um Terroristen, die von Zivilisten zu unterscheiden sind. Die Genfer Konvention verlangt zwingend einen humanen Umgang mit Zivilisten, gleich welchen Glaubens.
Wir befinden uns in einer Realität des 21. Jahrhunderts, nicht in der des 15. Jahrhunderts.

Über die Orthodoxie brauchst Du mir nichts zu erklären, ich bin mit einer orthodoxen Christin verheiratet. Kiew ist die Wiege Russlands und die Russen und die Ostukrainer weisen weder signifikante religiöse noch enthnische Unterschiede auf. Das werte ich als reine Vernebelung. Der Zusammenhang ist schlicht unsinnig.

Meine Empfehlung an die Frau Gemahlin.

Es gibt gewisse Ansichten über Groß-, Klein-, Alt- oder Neurussland, das nähert sich ja fast schon den nahöstlichen Leidenschaften. Nach internationaler Auffassung aber ist die Ukraine nicht Russland, so wenig wie Österreich zum Deutschen Reich gehört. Ja, es gibt russophone Ukrainer, es gibt auch frankophone Kanadier.
Seit dem Krieg driften Ukrainer und russische Nachbarn auch immer mehr auseinander, gerade, was etwa die Geschichtspolitik angeht.
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TheManFromDownUnder
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Re: Terroranschläge auf Sri Lanka

Beitragvon TheManFromDownUnder » Do 25. Apr 2019, 01:51

Skeptiker hat geschrieben:(24 Apr 2019, 12:53)

Ich habe dafür kein Patentrezept. Vielleicht ist es ein langsamer Modernisierungsprozess von oben. Da müßten dann aber auch Staaten wir Saudi-Arabien mitspielen.

Gäbe es auch den Willen zur Modernisierung nicht, dann läuft für mich alles auf einen großen Konflikt zu, der begründet ist auf den zwei unterschiedlichen Weltvorstellungen Modernität und Rationalismus und auf der anderen Seite Spiritualität und Dogmatismus. So wie im Rechts-/Linksschema sich die Gräben aber immer weiter vertiefen, sehe ich auch bei den Weltvorstellungen keinen Trend zur Annäherung.


Das Problem ist das Staaten wie Saudi Arabien an einem Modernisierungsprozess sehr wenig Interesse haben, da das dortige System (die absolute Monarchie) sich selbst in Frage stellen muesste.

Darueberhinaus sehe ich in moslemischen Laendern eine Abkehr von Liberalitaet und Pluralismus und eine Zuwendung zum Konservatismus und Fundamentalismus. Als Beispiel nenne ich Malaysia. Als ich dort lebte und arbeitete waren die Ueberzahl der Frauen nicht verschleiert, man traf in den Pubs viele Malay Moslems die auch mal ein Bier tranken. Religion wenn auch staatlich gefoerdert war mehr Privatsache und Fundamentalismus als rueckstaendig und weltfremd verpoent. Heutzutage tragen fast die Haelfte der Moslema die locale Version des Hijab und kein Make Up. Die oestlichen Bundesstaaten haben Sharia eingefuehrt und die Religionspolizei kontrolliert junge Moslems in den Pubs und Restaurants. Das gleiche passiert in Indonesien. Die Provinz Aceh in Indonesien hat Sharia law. Alkohol und Tanzverbot. Auch in Jakarta sieht man immer mehr Frauen im traditionellen Moslem Gewand.

Leider ist es so wie du schreibst. Die Graeben vertiefen sich immer mehr.
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