Großbritannien - post Brexit

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Re: Großbritannien - post Brexit

Beitragvon Misterfritz » Fr 22. Jan 2021, 22:26

sünnerklaas hat geschrieben:(22 Jan 2021, 22:20)

Die Briten werden dann sehr arm sein. Möglicherweise kommt dann nur noch ein Beitritt zur EU wieder in Frage, indem man als souveräner Staat in höchster Not einem einem Land beitritt, das EU-Mitglied ist. Nur mal so theoretisch gesehen.
Der Republik Irland, zu der dann auch Nordirland gehört? :p
Das Salz in der Suppe des Lebens ist nicht Selbstdisziplin, sondern kontrollierte Unvernunft ;)
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Re: Großbritannien - post Brexit

Beitragvon H2O » Fr 22. Jan 2021, 22:32

Misterfritz hat geschrieben:(22 Jan 2021, 22:26)

Der Republik Irland, zu der dann auch Nordirland gehört? :p


Oder der ehemaligen Britischen Zone?
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Re: Großbritannien - post Brexit

Beitragvon sünnerklaas » Sa 23. Jan 2021, 00:03

Misterfritz hat geschrieben:(22 Jan 2021, 22:26)

Der Republik Irland, zu der dann auch Nordirland gehört? :p


Zum Beispiel - oder Schottland, weil lange ausgetreten und EU-Mitglied. Bei Deutschen oder Franzosen wird man schwerlich nachfragen. Die Deutschen werden nach den Erfahrungen mit der Ostzone dankend abwinken. ;)

Allerdings gäbe es durchaus eine Chance, wieder rein zu kommen: Über Gibraltar. Gibraltar ist zwar Kronkolonie, aber de facto mehr Vollmitglied, als es die Briten jemals waren,
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Re: Großbritannien - post Brexit

Beitragvon Eiskalt » Sa 23. Jan 2021, 08:50

Das ist doch Mummenschanz
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Re: Großbritannien - post Brexit

Beitragvon Zinnamon » Sa 23. Jan 2021, 09:21

Bis zu einer erneuten Annäherung von EU und Briten kommt, wird die upper class den Umverteilungsprozess von unten nach oben wohl erfolgreich abgeschlossen und den ultimativen Beweis erbracht haben, dass bei einer opulenten Deregulierung der Märkte eben gar nichts von oben nach unten tropft. Zwar nicht so fulminant wie es bei einem noch härteren, eben dem hard Brexit der Fall gewesen wäre, aber vermutlich wirksam genug, dass es weitreichende Folgen für das tägliche Leben des Briten von nebenan und das politische Klima der Insel haben wird.



https://www.youtube.com/watch?v=bmoy5MKoL9g

Eine WDR Doku, die nochmals einen Blick auf die Finanziers der leave-Kampagne und den Teil der Politiker wirft, die bereit sind ihr Volk ohne wenn und aber für diesen Umverteilungsprozess zu verkaufen.

Ich kann mich noch gut an die Stimmung in D erinnern, die mehrheitlich in der Zeit nach dem Referendum herrschte. Auch wenn das cherry picking der vergangen Jahrzehnte und die EU feindliche, mit augenfälligen Lügen durchsetzte Propagandamaschinerie der Boulevardblätter am Schluss einfach nur noch ermüdend waren ..die Briten gehörten dazu, man bedauerte den Ausstieg, auch im Wissen, dass beide Seiten verlieren würden. Die Aussmaße der Desinformationskampagne, die Wahlbeteiligung, das sehr knappe Ergebnis ..all das führte bei vielen zur Annahme, dass das votum möglicherweise für die Remainers ausgefallen wäre, wenn der Fischer, die Industriearbeiter, die Verbraucher im Superpermarkt und die jugendlichen Nichtwähler ihre Informationsdefizite vor einem möglichen zweiten Referendum würden ausdünnen können.
Die Remainer informierten hinreichend lang. Und doch sprach jedes nachfolgenden Umfrageergebnisse dafür, dass auch ein zweites Referendum allenfalls knapp für remain, wenn nicht sogar erneut für leave ausfallen würde. Die mehrheitliche Priorität waren geschlossene Grenzen und das zurückerlangen der Kontrolle. Nur fragte man nicht, wer diese Kontrolle dann hätte und wie er sie ausüben würde. Das Emphatiebarometer sank. Und die mehrheitliche Stimmung in D schlug um vom Ehrgeiz alle möglichen Anstrengungen zu unternehmen, um die Folgen zu mindern zu einem händeringenden Flehen, dass diese destruktive Endloszeitschleife nur endlich ihr Ende finden möge.
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Re: Großbritannien - post Brexit

Beitragvon Eiskalt » Sa 23. Jan 2021, 11:36

Zinnamon hat geschrieben:(23 Jan 2021, 09:21)

Bis zu einer erneuten Annäherung von EU und Briten kommt, wird die upper class den Umverteilungsprozess von unten nach oben wohl erfolgreich abgeschlossen und den ultimativen Beweis erbracht haben, dass bei einer opulenten Deregulierung der Märkte eben gar nichts von oben nach unten tropft. Zwar nicht so fulminant wie es bei einem noch härteren, eben dem hard Brexit der Fall gewesen wäre, aber vermutlich wirksam genug, dass es weitreichende Folgen für das tägliche Leben des Briten von nebenan und das politische Klima der Insel haben wird.



https://www.youtube.com/watch?v=bmoy5MKoL9g

Eine WDR Doku, die nochmals einen Blick auf die Finanziers der leave-Kampagne und den Teil der Politiker wirft, die bereit sind ihr Volk ohne wenn und aber für diesen Umverteilungsprozess zu verkaufen.

Ich kann mich noch gut an die Stimmung in D erinnern, die mehrheitlich in der Zeit nach dem Referendum herrschte. Auch wenn das cherry picking der vergangen Jahrzehnte und die EU feindliche, mit augenfälligen Lügen durchsetzte Propagandamaschinerie der Boulevardblätter am Schluss einfach nur noch ermüdend waren ..die Briten gehörten dazu, man bedauerte den Ausstieg, auch im Wissen, dass beide Seiten verlieren würden. Die Aussmaße der Desinformationskampagne, die Wahlbeteiligung, das sehr knappe Ergebnis ..all das führte bei vielen zur Annahme, dass das votum möglicherweise für die Remainers ausgefallen wäre, wenn der Fischer, die Industriearbeiter, die Verbraucher im Superpermarkt und die jugendlichen Nichtwähler ihre Informationsdefizite vor einem möglichen zweiten Referendum würden ausdünnen können.
Die Remainer informierten hinreichend lang. Und doch sprach jedes nachfolgenden Umfrageergebnisse dafür, dass auch ein zweites Referendum allenfalls knapp für remain, wenn nicht sogar erneut für leave ausfallen würde. Die mehrheitliche Priorität waren geschlossene Grenzen und das zurückerlangen der Kontrolle. Nur fragte man nicht, wer diese Kontrolle dann hätte und wie er sie ausüben würde. Das Emphatiebarometer sank. Und die mehrheitliche Stimmung in D schlug um vom Ehrgeiz alle möglichen Anstrengungen zu unternehmen, um die Folgen zu mindern zu einem händeringenden Flehen, dass diese destruktive Endloszeitschleife nur endlich ihr Ende finden möge.

Ja eben. Die Mehrheit hat Leave gewählt und auch nach mehr Informationen deutete nichts daraufhin das ein 2. Referendum etwas signifikant geändert hätte.

Es war eben keine diktatorische Entscheidung sondern der freie Wille der Briten.
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Re: Großbritannien - post Brexit

Beitragvon Michael Alexander » Sa 23. Jan 2021, 11:49

Die antibritischen Phantasien hier im Strang sind ja erschreckend. Ist das noch eine Nachwirkung der althergebrachten Propaganda zum perfiden Albion?

Verabschiedet euch lieber von dem Gedanken, die Engländer würden sich vor euch im Staube wälzen und um Erbarmen bitten. Das sind nichts als eure Wunschvorstellungen, die euch von interessierter Seite eingepflanzt wurden. Kritik an der EU ist ja in Deutschland vollkommen tabu; viele Deutsche sind deswegen von Schule, Uni, Politik und Medien gehirngewaschen und nicht mehr zu einem objektiven Urteil befähigt. Die deutsche Presse klatscht der EU Beifall und bringt Rührstücke über hungernde britische Kinder, und die naiven Deutschen glauben, was ihnen an Propaganda vorgesetzt wird.

Die Realität ist, dass mit dem Vereinigten Königreich der wichtigste Nettozahler der EU nach Deutschland wegfällt, und dass ihr Deutschen die Zeche werdet zahlen müssen. Auch habt ihr einen wichtigen Verbündeten für Freihandel, effiziente Verwaltung und Selbstbeschränkung der EU verloren. Von nun an werden die Ansprüche der Südländer in den Himmel wachsen, und Deutschland wird zahlen, zahlen, zahlen für völlig unsinnige Projekte, die eben Geld in Richtung der lokalen, korrupten Eliten schaufeln und ihnen eine teure Klientelpolitik erlauben. Informiert euch doch einmal darüber, wofür Italien die Corona-Hilfen ausgibt. Informiert euch einmal, in welchem Alter die Leute in Italien in Rente gehen und wann in Deutschland.

Für Corona hat die EU auf diese Weise über 700 Mrd. zum Fenster rausgeworfen, für den Impfstoff war dann leider fast nichts mehr übrig. Das Vereinigte Königreich dagegen konnte unabhängig von der EU-Bürokratie selbst entscheiden und ist deswegen das erfolgreichste Land in Europa, was die Impfung angeht.

Der Brexit ist mit grossen Nachteilen für das Vereinigte Königreich verbunden, und es ist eine Schande, dass man sich zwischen den vernünftigen Ländern mit ähnlicher Interessenlage - also etwa Deutschland, Grossbritannien, Niederlande, Schweden, Norwegen, Finnland, Dänemark, Österreich, Schweiz und einige andere - nicht auf eine Freihandelszone oder sogar einen gemeinsamen Markt einigen konnte. Stattdessen hat man Frankreich den Aufbau der EU und auch jetzt die Verhandlungsführung überlassen, während sich Deutschland vollkommen der EU untergeordnet hat.

Die EU ist zu einem Selbstzweck geworden. Es geht nicht mehr um das beste Ergebnis für die Bürger, sondern um die Durchsetzung eines ideologischen Projektes.
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Re: Großbritannien - post Brexit

Beitragvon Tom Bombadil » Sa 23. Jan 2021, 11:59

Michael Alexander hat geschrieben:(23 Jan 2021, 11:49)

Die antibritischen Phantasien hier im Strang sind ja erschreckend.

Das legt sich wieder, sobald ein eher links eingestellter Premier in GB an die Macht kommt.
The tree of liberty must be refreshed from time to time with the blood of patriots and tyrants. It is its natural manure.
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Re: Großbritannien - post Brexit

Beitragvon sünnerklaas » Sa 23. Jan 2021, 12:10

Zinnamon hat geschrieben:(23 Jan 2021, 09:21)

Die mehrheitliche Priorität waren geschlossene Grenzen und das zurückerlangen der Kontrolle.

Und da ging es - laut den Brexiteers - einzig und allein um den Personenverkehr, der Abwehr von Diskriminierungsverboten und die Haltung der EU zur Homoehe. Bei allem anderen - v.a. der zollfreie Warenverkehr, der freie Finanzverkehr - würde sich, so das Versprechen damals, nichts ändern. Außerdem bekäme John Doe wieder Arbeit. Arbeit, die ihm Polen, Ungarn und Slowaken in GB wegnehmen würden. Das war der eine Teil des Narrativs. Der andere war der vom British Empire 2.0, das dann wieder käme. Australien und Neuseeland als "neue Nachbarländer". Das Ergebnis von Lügen und Fehleinschätzungen sieht man jetzt.
Und ja, die Brexiteers in der britischen Upper Class werden sich jetzt bedienen. Bei den Kleptokraten in deren Reihen herrscht zur Zeit Goldgräberstimmung. Zur Not hat man ja zur Begründung das Wohlstandsevangelium.
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Re: Großbritannien - post Brexit

Beitragvon Misterfritz » Sa 23. Jan 2021, 12:39

Noch eine Gruppe, die entdeckt, dass der Brexit ein Desaster für sie ist:
OFFENER BRIEF20.01.2021
Musikstars kritisieren Visaregeln für Künstler nach Brexit

Selbstverständlich schiebt London der EU die Schuld zu, aber
London gibt Brüssel die Schuld – und umgekehrt
In einer Unterhaus-Debatte diese Woche ließ eine Staatssekretärin aus dem Kultusministerium kritische Abgeordnete wissen, man habe der EU in den zurückliegenden Verhandlungen vergeblich ein »maßgeschneidertes« Angebot vorgelegt. Zuvor hatte auch Downing Street beteuert, die britischen Verhandlungsführer hätten sich ein »ehrgeizigeres Abkommen« gewünscht, das aber sei von Brüssel abgelehnt worden.

Auf EU-Seite klingt das allerdings ganz anders. Auf SPIEGEL-Anfrage teilte ein Kommissionssprecher mit, die britische Seite habe sich »geweigert«, ein Kapitel über Mobilität in den Vertrag über die künftigen Beziehungen aufzunehmen. Wie in anderen Verträgen mit Drittstaaten hätte man darin eine gemeinsame Erklärung formulieren können, mit der bestimmte Berufsgruppen bei Kurzaufenthalten ausdrücklich von der Visumpflicht befreit worden wären – »zum Beispiel Sportler, Künstler und Journalisten«.

Tatsächlich hatte die EU dieses Standardangebot bereits im März 2020 schriftlich vorgelegt. Die britische Regierung aber – für die der Brexit vor allem anderen das Ende der verhassten Personenfreizügigkeit bedeutet – ging auf das Angebot gar nicht erst ein. Erst Monate später legte London seinerseits ein abgespecktes Papier vor, das deutlich hinter dem EU-Vorschlag zurückblieb; es wäre im Ermessen jedes EU-Staates geblieben, auch von Künstlern bei Kurzaufenthalten Arbeitsvisa zu verlangen. Die EU lehnte ab.
https://www.spiegel.de/politik/ausland/ ... ba6262b93d
(Der Artikel liegt hinter der Bezahlschranke, deshalb habe ich die entsprechende Passage zitiert.)
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Re: Großbritannien - post Brexit

Beitragvon sünnerklaas » Sa 23. Jan 2021, 12:50

Misterfritz hat geschrieben:(23 Jan 2021, 12:39)

Noch eine Gruppe, die entdeckt, dass der Brexit ein Desaster für sie ist:
OFFENER BRIEF20.01.2021
Musikstars kritisieren Visaregeln für Künstler nach Brexit

Selbstverständlich schiebt London der EU die Schuld zu, aber


Wer nun recht hat - die EU oder die Briten - dürfte sich leicht an Hand der Sitzungsprotokolle u.ä. nachweisen lassen.
Aber: beim Brexit ging es eben im Wesentlichen um die Beschränkung der Personenfreizügigkeit und das Zurückfahren von grenzüberschreitenden Kontakten. Deshalb ist BoJo ja auch sofort aus Erasmus ausgestiegen. Negative Konsequenzen, so hieß es, wäre man "gerne bereit" in Kauf zu nehmen. Wie die dann aussehen, welche Folgen sie haben, das hat man leider nicht bedacht, konnte man - angeblich - vorher auch nicht wissen.
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Re: Großbritannien - post Brexit

Beitragvon Eiskalt » Sa 23. Jan 2021, 13:19

Boris Johnson war ganz in Brexit-Hochform, damals im November 2019 bei einem Treffen mit nordirischen Unternehmern. Einer von ihnen fragte den Regierungschef: "Was mache ich, wenn es trotz aller Versprechen Zollformalitäten geben wird?" Ganz einfach, antwortet Johnson. "Wenn jemand das von Ihnen verlangt, dann sagen Sie ihm, er soll den Premierminister anrufen. Und ich werfe das dann in den Papierkorb."

https://www.br.de/nachrichten/amp/deutschland-welt/nach-brexit-der-komplizierte-frachtverkehr-zwischen-gb-und-eu,SMr2Hmy

Was denn mit BoJo?
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Re: Großbritannien - post Brexit

Beitragvon Eiskalt » Sa 23. Jan 2021, 13:21

Roger Daltrey von The Who hat sich in der Vergangenheit lautstark für einen Brexit ausgesprochen. Die auch damals schon erwartbaren Folgen des EU-Austritts kritisiert der Musiker nun jedoch gemeinsam mit anderen Künstlern in einem offenen Brief an die britische Regierung.

https://www.rollingstone.de/brexit-unterstuetzer-roger-daltrey-uebt-kritik-an-neuen-visa-regeln-fuer-tourende-kuenstler-2237185/

Aber ging es nicht darum das man eben nicht einfach so in ein anderes EU Land kann um zu arbeiten?
Er sollte doch froh sein. :?:
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Re: Großbritannien - post Brexit

Beitragvon Kohlhaas » Sa 23. Jan 2021, 13:54

Eiskalt hat geschrieben:(23 Jan 2021, 13:21)

Roger Daltrey von The Who hat sich in der Vergangenheit lautstark für einen Brexit ausgesprochen. Die auch damals schon erwartbaren Folgen des EU-Austritts kritisiert der Musiker nun jedoch gemeinsam mit anderen Künstlern in einem offenen Brief an die britische Regierung.

https://www.rollingstone.de/brexit-unterstuetzer-roger-daltrey-uebt-kritik-an-neuen-visa-regeln-fuer-tourende-kuenstler-2237185/

Aber ging es nicht darum das man eben nicht einfach so in ein anderes EU Land kann um zu arbeiten?
Er sollte doch froh sein. :?:

Nein, nicht doch. Es ging darum, dass man vom Kontinent aus nicht mehr einfach so nach GB darf. Davon, dass Briten nicht mehr einfach auf den Kontinent dürfen, war nie die Rede. ;)
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Re: Großbritannien - post Brexit

Beitragvon Misterfritz » Sa 23. Jan 2021, 14:18

Kohlhaas hat geschrieben:(23 Jan 2021, 13:54) Davon, dass Briten nicht mehr einfach auf den Kontinent dürfen, war nie die Rede. ;)
Das werden die Briten, wenn man dann wieder reisen darf, auch noch erfahren ;)
Das Salz in der Suppe des Lebens ist nicht Selbstdisziplin, sondern kontrollierte Unvernunft ;)
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Re: Großbritannien - post Brexit

Beitragvon Mendoza » Sa 23. Jan 2021, 14:28

Michael Alexander hat geschrieben:(23 Jan 2021, 11:49)

Die antibritischen Phantasien hier im Strang sind ja erschreckend. Ist das noch eine Nachwirkung der althergebrachten Propaganda zum perfiden Albion?

Verabschiedet euch lieber von dem Gedanken, die Engländer würden sich vor euch im Staube wälzen und um Erbarmen bitten. Das sind nichts als eure Wunschvorstellungen, die euch von interessierter Seite eingepflanzt wurden. Kritik an der EU ist ja in Deutschland vollkommen tabu; viele Deutsche sind deswegen von Schule, Uni, Politik und Medien gehirngewaschen und nicht mehr zu einem objektiven Urteil befähigt. Die deutsche Presse klatscht der EU Beifall und bringt Rührstücke über hungernde britische Kinder, und die naiven Deutschen glauben, was ihnen an Propaganda vorgesetzt wird.

...


Wenn dir jemand die Freundschaft à la Brexit kündigt und behauptet er könne alles alleine viel besser, dann kann der kaum ernsthaft erwarten, dass du sagst: Mir egal. Ich mag dich immer noch genauso wie vorher.
Zuletzt geändert von Mendoza am So 24. Jan 2021, 11:35, insgesamt 1-mal geändert.
Churchill "Dem Kapitalismus wohnt ein Laster inne: Die ungleichmäßige Verteilung der Güter. Dem Sozialismus hingegen wohnt eine Tugend inne: Die gleichmäßige Verteilung des Elends."
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Re: Großbritannien - post Brexit

Beitragvon H2O » Sa 23. Jan 2021, 16:39

Erneut und immer wieder: Ich mag meine britischen Freunde genau so wie vor dem Brexit. Die fanden diesen Gedanken, sich vom europäischen Projekt ab zu koppeln, ziemlich hirnverbrannt, und das finden sie noch heute so. Soll ich denen um die Ohren hauen, daß eine Schicht imperial gesonnener Fossilien dem Brexit eine umwerfende Mehrheit von 3 Prozent verschafft hat? Das Imperium wird weder zurück schlagen noch wiederkehren. Großbritannien ist eine Mittelmacht wie viele europäische Staaten auch, die sich in der guten alten Zeit als Weltmächte immer wieder mit Krieg überzogen.

Das war der Grund, schrittweise die EU zu schaffen und die Zusammenarbeit stetig zu vertiefen. Da mochte GB irgendwann schon des Erfolges wegen nicht abseits stehen, aber bitte nicht ohne Sonderregelungen. Hat man ihnen zugestanden, aber die alte Linie fortgesetzt. Also wieder heraus aus diesem Wahnsinnsverein. Aber Donnerwetter, dieser Verein macht ganz einfach weiter. Wer hätte das gedacht?!

Und wir sollten auch das Ziel der stetig zusammenwachsenden Völker Europas weiter verfolgen. Die immer wieder sichtbaren Mißerfolge sollten uns Ansporn sein, unsere Angelegenheiten besser ab zu stimmen. Wenn in einigen Jahrzehnten die imperial gesonnenen Fossilien in GB kein Stimmrecht mehr ausüben können, dann wird auch GB mehrheitlich Geschmack am europäischen Projekt finden. Zumindest wir "aufgeklärten Europäer" sollten die freundschaftlichen Bande untereinander nicht zerreißen lassen! Dumme Reden wird es immer geben auf beiden Seiten des Kanals, vor allem unter national gesonnenen Fossilien. Üben wir uns im Weghören!
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Re: Großbritannien - post Brexit

Beitragvon Eiskalt » So 24. Jan 2021, 11:30

Seit dem ersten Januar haben britische Firmen es deutlich schwerer, Handel mit der Europäischen Union zu treiben. Das britische "Department of International Trade" schlägt den gebeutelten Unternehmern allerdings eine verblüffend selbstlose Lösung vor.

Britische Unternehmen, die Handel mit dem Festland treiben, werden offenbar von Handelsberatern der Regierung ermutigt, separate Unternehmen innerhalb der EU zu gründen. Damit liessen sich Gebühren, bürokratischer Aufwand und Steuern vermeiden, die mit dem Brexit verbunden sind. Das berichten der britische "Observer" und die Zeitung "Guardian".

https://www.n-tv.de/wirtschaft/Britische-Behoerde-raet-Firmen-zu-EU-Umzug-article22312310.html

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Re: Großbritannien - post Brexit

Beitragvon Kohlhaas » So 24. Jan 2021, 13:29

Eiskalt hat geschrieben:(24 Jan 2021, 11:30)

Seit dem ersten Januar haben britische Firmen es deutlich schwerer, Handel mit der Europäischen Union zu treiben. Das britische "Department of International Trade" schlägt den gebeutelten Unternehmern allerdings eine verblüffend selbstlose Lösung vor.

Britische Unternehmen, die Handel mit dem Festland treiben, werden offenbar von Handelsberatern der Regierung ermutigt, separate Unternehmen innerhalb der EU zu gründen. Damit liessen sich Gebühren, bürokratischer Aufwand und Steuern vermeiden, die mit dem Brexit verbunden sind. Das berichten der britische "Observer" und die Zeitung "Guardian".

https://www.n-tv.de/wirtschaft/Britische-Behoerde-raet-Firmen-zu-EU-Umzug-article22312310.html

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Jetzt bin ich verwirrt. Wie soll dadurch das Problem gelöst werden? Es müssen doch trotzdem noch Waren über die EU-Grenze transportiert werden. Dann ist halt nicht die Warenlieferung vom Anbieter zum Kunden steuer- und ggf. zollpflichtig, sondern die Lieferungen zwischen britischen Herstellern und ihren Tochterfirmen auf dem Festland.

Oder verstehe ich da etwas falsch?
Ove Haithabu
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Re: Großbritannien - post Brexit

Beitragvon Ove Haithabu » So 24. Jan 2021, 13:52

Misterfritz hat geschrieben:(23 Jan 2021, 12:39)
Noch eine Gruppe, die entdeckt, dass der Brexit ein Desaster für sie ist:
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Musikstars kritisieren Visaregeln für Künstler nach Brexit

Gerade Elton John sollte sich nicht aufregen, beim letzten Mal als er (vor Brexit) in Dublin war, wollte der EUR 160 für ein Ticket haben. Das war mir dann doch zuviel. Regt der sich nun tatsächlich über Extragebühren auf ?

Davon mal abgesehen laufen die meisten Tourneen eh weltweit und ernste Probleme damit scheinen die wenigsten Künstler damit zu haben.

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