Großbritannien - post Brexit

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Re: Großbritannien - post Brexit

Beitragvon Eiskalt » Do 25. Mär 2021, 20:37

H2O hat geschrieben:(22 Mar 2021, 07:34)

Wen es die Briten unter ihrer politischen Führung zu arg treiben sollten, dann könnte die EU GB als Drittstaat einordnen. Das will sicher kein vernünftiger Mensch, aber genug ist genug!


??? GB IST ein Drittstaat.....
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Re: Großbritannien - post Brexit

Beitragvon Eiskalt » Do 25. Mär 2021, 20:38

Kontrollen, Zertifikate, Kosten: Großbritanniens Handel mit der EU steht nach dem Brexit für viele Produkte fast still. Allein der Export von Lachs brach um 98 Prozent ein. Ob das ein Ausreißer bleibt, ist offen. Jetzt müssen die Briten eine wegweisende Entscheidung treffen.


https://www.welt.de/wirtschaft/article229064459/Brexit-Folgen-Briten-bleiben-auf-Lachs-Whisky-und-Cheddar-sitzen.html

98 % sind ja eine Hausnummer
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Re: Großbritannien - post Brexit

Beitragvon olli » Do 25. Mär 2021, 20:47

H2O hat geschrieben:(22 Mar 2021, 07:34)

Wen es die Briten unter ihrer politischen Führung zu arg treiben sollten, dann könnte die EU GB als Drittstaat einordnen. Das will sicher kein vernünftiger Mensch, aber genug ist genug!



???
GB ist ein Drittstaat seit dem EU-Austritt. Gönnen wir ihnen jetzt teure Zollgebühren beim Im-/Export und sehen zu das wir mit denen nichts mehr zu tun haben.
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Re: Großbritannien - post Brexit

Beitragvon H2O » Do 25. Mär 2021, 21:08

Eiskalt hat geschrieben:(25 Mar 2021, 20:37)

??? GB IST ein Drittstaat.....


Nun ja, dieser Drittstaat hat wohl doch einige Handelsvereinbarungen mit der EU getroffen. Die Kurzformel "Es gelten die Regeln der WTO" wäre dann das Ende der Fahnenstange... also der geltende Vertrag gilt dann leider auch nicht mehr. Hoffen wir, daß niemand durchdreht und alles über den Kanal hinweg noch schlechter funktioniert.
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Re: Großbritannien - post Brexit

Beitragvon Eiskalt » Di 30. Mär 2021, 12:20

Drei Monate nach dem endgültigen Brexit leiden vor allem kleine Unternehmen unter den Zollformalitäten. Rund ein Viertel von ihnen hat einer Umfrage zufolge seine Ausfuhren in die Europäische Union gestoppt.


https://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/brexit-folgen-belasten-kleine-britische-exporteure-17268521.html

Immer diese Kinderkrankheiten..... :x
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Re: Großbritannien - post Brexit

Beitragvon Eiskalt » Di 30. Mär 2021, 12:31

Brexit-Bureaucracy

https://www.zeit.de/politik/ausland/2021-03/brexit-einzelhandel-zoll-supermarkt-lieferanten-import

Aber immerhin lohnt es sich für die reichen Engländer :)
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Re: Großbritannien - post Brexit

Beitragvon Eiskalt » Di 30. Mär 2021, 12:35

Es ist ein ruhiger Morgen im Fischerhafen von Eyemouth. Der Sturm über Schottland ist abgezogen, aber der Seegang ist für die Krustentierfischer noch zu stark um rauszufahren. Ivan sitzt am Kai und flickt seine Netze. Ivan wollte den Brexit. Jetzt muss er für ihn bezahlen. "Es ist härter geworden, die Waren zu exportieren. Das ist ein Problem für die Spediteure. Für uns macht das nicht viel Unterschied, aber die Preise sind viel niedriger, weil es diese Erschwernisse beim Export gibt."


https://www.tagesschau.de/wirtschaft/weltwirtschaft/brexit-folgen-fuer-fischer-und-spediteure-101.html

Freiheiten haben nun einmal ihren Preis!!!! :x
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Re: Großbritannien - post Brexit

Beitragvon Eiskalt » Di 30. Mär 2021, 12:51

Ein großartiger Moment für das Land, erklärt Premierminister Boris Johnson in seiner Neujahrsansprache. "Wir halten unsere Freiheit in unseren Händen", sagt der Regierungschef, "und es liegt an uns, das meiste daraus zu machen."

Die Lkw-Fahrer, die Fischer und viele andere halten seitdem aber vor allem viel Papier in den Händen. Die befürchteten Staus am Eurotunnel in Folkestone und am Fährhafen in Dover sind zwar ausgeblieben – zum Teil, weil die Unternehmen Lagerbestände angelegt hatten, zum Teil, weil die Pandemie den Warenaustausch lahmlegt.

Aber der Papierkram schafft uns jetzt schon, sagt Nick Allen vom Verband der fleischverarbeitenden Industrie nach ein paar Wochen Grenzerfahrung: "Ein offizieller Veterinär muss jedes einzelne Produkt im Frachtraum durchgehen, ob das jeweilige Zertifikat vorliegt. Das muss er alles per Hand eintragen. Dann muss er das stempeln, für verschiedene Zertifikate in verschiedenen Farben. Und wenn ich das von England nach Frankreich und nach Deutschland transportiere, muss das in allen drei Sprachen vorliegen und gestempelt werden. Ich habe letztens ein Beispiel in die Hand bekommen, da waren mehr als fünfzig verschiedene Stempel drauf."


https://www.br.de/nachrichten/deutschland-welt/drei-monate-full-brexit-was-ist-nun-mit-der-grossen-freiheit,SSnDL7v

Vielleicht sollte ich einen Stempelhandel aufmachen :)
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Re: Großbritannien - post Brexit

Beitragvon Kohlhaas » Di 30. Mär 2021, 13:24

Tja, wer hätte gedacht, dass es für die Briten auch "einige Vorteile" hatte, der EU anzugehören...

Es ist bedauerlich, dass gerade die "Kleinen" dort jetzt unter den Brexit-Folgen leiden. Auf der anderen Seite: Die Brexetiers haben sich immer darüber beschwert, wie sehr sie doch von der Brüsseler Bürokratie gegängelt würden. Jetzt lernen die Menschen, dass offenbar gerade diese Brüsseler Bürokratie ihnen jede Menge bürokratischer Eigenleistungen erspart hat.

Das Grundproblem liegt darin, dass die Briten, die für den Brexit gestimmt haben, gedacht haben, dass nach dem Austritt alles genauso weiter geht: Man behält alle Rechte, hat aber keine Pflichten mehr. Den Wählern war nicht klar, dass das so nicht funktionieren kann. Die Politiker hätten es aber wissen müssen. Die müssen die Unterschiede zwischen dem Handel mit der EU und mit Drittstaaten gekannt haben.
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Re: Großbritannien - post Brexit

Beitragvon Eiskalt » Mi 31. Mär 2021, 07:00

Kohlhaas hat geschrieben:(30 Mar 2021, 13:24)

Tja, wer hätte gedacht, dass es für die Briten auch "einige Vorteile" hatte, der EU anzugehören...

Es ist bedauerlich, dass gerade die "Kleinen" dort jetzt unter den Brexit-Folgen leiden. Auf der anderen Seite: Die Brexetiers haben sich immer darüber beschwert, wie sehr sie doch von der Brüsseler Bürokratie gegängelt würden. Jetzt lernen die Menschen, dass offenbar gerade diese Brüsseler Bürokratie ihnen jede Menge bürokratischer Eigenleistungen erspart hat.

Das Grundproblem liegt darin, dass die Briten, die für den Brexit gestimmt haben, gedacht haben, dass nach dem Austritt alles genauso weiter geht: Man behält alle Rechte, hat aber keine Pflichten mehr. Den Wählern war nicht klar, dass das so nicht funktionieren kann. Die Politiker hätten es aber wissen müssen. Die müssen die Unterschiede zwischen dem Handel mit der EU und mit Drittstaaten gekannt haben.


Da bin ich nicht einmal sicher ob das alle in der Regierung gewusst haben. Siehe Dominic Raab
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Re: Großbritannien - post Brexit

Beitragvon Misterfritz » Mi 31. Mär 2021, 13:34

Eiskalt hat geschrieben:(31 Mar 2021, 07:00)

Da bin ich nicht einmal sicher ob das alle in der Regierung gewusst haben. Siehe Dominic Raab
Ich denke, die haben Fachleute in den Ministerien, die denen schon gesagt haben, was das für Folgen haben wird.
Das Salz in der Suppe des Lebens ist nicht Selbstdisziplin, sondern kontrollierte Unvernunft ;)
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Re: Großbritannien - post Brexit

Beitragvon Misterfritz » Mi 31. Mär 2021, 13:56

Spender sind ungleich Fachleute!
Es wird genügend Leute gegeben haben, die geahnt/gewusst haben, was auf die Briten zu kommt - vor Allem die kleineren Unternehmen, die in die EU exportieren wollen. Wahrscheinlich dürfte auch einigen klar gewesen sein, was auf die britischen Fischer zukommen würde.
Das Salz in der Suppe des Lebens ist nicht Selbstdisziplin, sondern kontrollierte Unvernunft ;)
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Re: Großbritannien - post Brexit

Beitragvon Kohlhaas » Mi 31. Mär 2021, 14:45

Eiskalt hat geschrieben:(31 Mar 2021, 07:00)

Da bin ich nicht einmal sicher ob das alle in der Regierung gewusst haben. Siehe Dominic Raab

Was soll denn die Personalie Raab an erhellendem Erkenntnisgewinn bringen? Der Brexit musste zwangsläufig dazu führen, dass GB im Verhältnis zur EU zum "Drittland" wird. Das muss der britischen Regierung klar gewesen sein. Und nur die britische Regierung hatte alle notwendigen Informationen, die notwendig waren, um die Folgen dieses Schritts zu erkennen. Wenn das nicht allen Regierungsmitgliedern klar gewesen ist, dann haben die definitiv einen Scheißjob gemacht. Die haben dann definitiv nicht die Arbeit geleistet, für die sie fürstlich bezahlt worden sind. Das Chaos, über das jetzt alle rumheulen, war seit Jahren abzusehen. Seit Jahren war klar, dass es genau so kommen musste. Und jetzt, da das erwartbare Ergebnis eingetreten ist, heulen die Leute rum.

Der einzige Vorteil an dieser elenden Situation: Der Brexit hat unmissverständlich klar gemacht, dass jeder Staat, der sich von der EU trennt, anschließend bis zur Oberkante der Unterlippe im Dreck sitzt. Möglichen "Nachahmern" wünsche ich viel Vergnügen. Auf Anhieb fällt mir da allerdings keiner ein. Die PIS-Pisser in Polen würden vielleicht gern dem britischen "Vorbild" folgen. Denen ist allerdings klar, dass sie mit einem sofortigen Volksaufstand rechnen müssten, wenn sie eine mögliche Trennung von der EU auch nur andeuten würden. In Ungarn sieht es ähnlich aus. Wer kommt sonst noch als "Austrittskandidat" in Betracht? Als erstes würde mir da Deutschland einfallen. Immerhin der wichtigste "Zahlmeister" der EU. Zum Glück gibt es keinerlei Tendenzen in diese Richtung.

Ne, ne, was immer man über den Brexit und seine Hintergründe denkt: Das war keine rationale Entscheidung. Und der Regierung muss von vornherein klar gewesen sein, wohin das führt.
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Re: Großbritannien - post Brexit

Beitragvon Adam Smith » Mi 31. Mär 2021, 17:26

Was trotz Brexit gleich bleiben wird.

das erstaunlichste ist, dass Johnson auch weiterhin niemandem erklären kann, wofür diese Opfer eigentlich nötig waren.

Stattdessen wird die EU auf altbewährte Weise weiter als Gegner und Sündenbock stilisiert, als sei der Brexit nie passiert.


https://www.tagesschau.de/ausland/europ ... z-101.html

Großbritannien wird weiterhin die EU verantwortlich machen. Im Moment und in Zukunft.
Das ist Kapitalismus:

Die ständige Wahl der Bürger bestimmt das Angebot.
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Re: Großbritannien - post Brexit

Beitragvon H2O » Mi 31. Mär 2021, 18:03

Adam Smith hat geschrieben:(31 Mar 2021, 17:26)

...
Großbritannien wird weiterhin die EU verantwortlich machen. Im Moment und in Zukunft.


Dann könnten wir Europäer uns doch höflich lächelnd und kommentarlos mit ernsthaften Fragen beschäftigen.
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Re: Großbritannien - post Brexit

Beitragvon Vongole » Do 1. Apr 2021, 18:13

Und wieder gibt ein britischer Unternehmer auf und zieht in die EU:
The founder of a Scottish dog food business has told how Brexit forced him to move to France after his exports to the EU were halted because of the new trade barriers in place since 1 January.
After 10 weeks of daily calls and emails to government representatives, who he said were “absolutely terrible”, Antoon Murphy said he was left with no other option than to relocate or face losing the business.
“The trade deal they agreed at Christmas is very close to as good as no deal,” he said.
https://www.theguardian.com/politics/20 ... 1617282776
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Re: Großbritannien - post Brexit

Beitragvon H2O » Do 1. Apr 2021, 18:41

Vongole hat geschrieben:(01 Apr 2021, 18:13)

Und wieder gibt ein britischer Unternehmer auf und zieht in die EU:


Herzlich willkommen in der Gemeinschaft! Wir Europäer sollten froh sein für jeden tatkräftigen und geschäftstüchtigen Unternehmer, der unsere Gemeinschaft bereichert... woher immer er auch kommen mag. Nur unsere Gesetze sollte er schon respektieren und Steuern auf seinen geschäftlichen Erfolg entrichten.

Mein Vorschlag: In GB und weltweit um Unternehmen werben, die sich in der EU niederlassen möchten. Vielleicht sogar staatliche Hilfen anbieten für die Verlegung von Geschäftssitzen in die EU. Die EU kann doch mit Recht sogar damit werben, daß Englisch als allgemeines Verständigungsmittel EU-weit gern gesehen ist.
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Re: Großbritannien - post Brexit

Beitragvon Vongole » Do 1. Apr 2021, 18:54

Ich sehe das zwar positiv für die EU, es stimmt mich aber auch traurig, dass sich Briten gezwungen sehen, ihr Land zu verlassen.
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Re: Großbritannien - post Brexit

Beitragvon Adam Smith » Do 1. Apr 2021, 19:05

H2O hat geschrieben:(01 Apr 2021, 18:41)

daß Englisch als allgemeines Verständigungsmittel EU-weit gern gesehen ist.


Amtssprachen hat die EU sehr viele. Die Verkehrssprache war und ist Englisch. Das gleiche gilt für Indien und die gesamte Erde.
Das ist Kapitalismus:

Die ständige Wahl der Bürger bestimmt das Angebot.

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