Schweizer Volksabstimmungen

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Misterfritz
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Schweizer Volksabstimmungen

Beitragvon Misterfritz » So 27. Sep 2020, 12:19

Heute gibt es in der Schweiz mehrere Abstimmungen.
Zumindest bei dem Antrag der SVP zur Begrenzung der Zuwanderung aus EU-Ländern scheint es einen eindeutigen Trend zu geben, also kein Schwexit.
https://www.srf.ch/news/abstimmungen-27-september-2020
Das Salz in der Suppe des Lebens ist nicht Selbstdisziplin, sondern kontrollierte Unvernunft ;)
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Re: Schweizer Volksabstimmungen

Beitragvon Misterfritz » So 27. Sep 2020, 14:50

Misterfritz hat geschrieben:(27 Sep 2020, 12:19)

Heute gibt es in der Schweiz mehrere Abstimmungen.
Zumindest bei dem Antrag der SVP zur Begrenzung der Zuwanderung aus EU-Ländern scheint es einen eindeutigen Trend zu geben, also kein Schwexit.
https://www.srf.ch/news/abstimmungen-27-september-2020

Schweizer stimmen gegen den "Schwexit"
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Re: Schweizer Volksabstimmungen

Beitragvon H2O » So 27. Sep 2020, 17:17

Wanderungen innerhalb der EU sind durch Staatsverträge zwischen den einzelnen Partnern geregelt. Sie folgen weitgehend einem gemeinsamen Muster. Man unterscheidet zwischen einer Aufenthaltserlaubnis und einem Aufenthaltsrecht. Ich kann nur grob das polnische Verfahren skizzieren.

    Die Aufenthaltserlaubnis setzt voraus, daß der unbescholtene Unionsürger durch Rente oder Arbeitsplatz im Gastland der Sozialfürsorge nicht zur Last fällt. Er erhält einen amtlichen Ausweis seiner Aufenthaltsgenehmigung. Durch schwere Straftaten verliert der Unionsbürgerer seine Aufenthaltserlaubnis im Gastland.

    Die Aufenthaltsberechtigung erwirbt der Unionsbürger nach 5 Jahren ununterbrochenem Aufenthalt im Gastland. Dazu erhält er einen amtlichen Ausweis seiner Aufenthaltsberechtigung (Den habe ich noch nie gesehen). Er verliert das Aufenthaltsrecht nicht durch Inanspruchnahme von Sozialleistungen oder durch Verübung minderer Straftaten.

    Nach insgesamt 9 Jahren ununterbrochenem Aufenthalt kann der unbescholtene Unionsbürger die Staatsbürgerschaft seines Gastlands erwerben. Dazu legt er eine Sprachprüfung ab (Sprachniveau C1) und wird zum politischen Aufbau des Gastlands befragt. Bei erfolgreichem Abschluß ist der Unionsbürger uneingeschränkt auch Staatsbürger seines Gastlands.

Ich vermute, daß das EU-Konzept "Aufenthaltserlaubnis / Aufenthaltsrecht" so auch für die Schweiz gilt. Beim EU-Konzept Staatsangehörigkeit zweifele ich aber sehr.
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Re: Schweizer Volksabstimmungen

Beitragvon Senexx » So 27. Sep 2020, 19:08

Die Schweizer rüsten auf.

Ich hoffe nicht, sie wollen uns überfallen.
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Re: Schweizer Volksabstimmungen

Beitragvon Teeernte » So 27. Sep 2020, 20:27

H2O hat geschrieben:(27 Sep 2020, 17:17)

Wanderungen innerhalb der EU sind durch Staatsverträge zwischen den einzelnen Partnern geregelt. Sie folgen weitgehend einem gemeinsamen Muster. Man unterscheidet zwischen einer Aufenthaltserlaubnis und einem Aufenthaltsrecht. Ich kann nur grob das polnische Verfahren skizzieren.

    Die Aufenthaltserlaubnis setzt voraus, daß der unbescholtene Unionsürger durch Rente oder Arbeitsplatz im Gastland der Sozialfürsorge nicht zur Last fällt. Er erhält einen amtlichen Ausweis seiner Aufenthaltsgenehmigung. Durch schwere Straftaten verliert der Unionsbürgerer seine Aufenthaltserlaubnis im Gastland.

    Die Aufenthaltsberechtigung erwirbt der Unionsbürger nach 5 Jahren ununterbrochenem Aufenthalt im Gastland. Dazu erhält er einen amtlichen Ausweis seiner Aufenthaltsberechtigung (Den habe ich noch nie gesehen). Er verliert das Aufenthaltsrecht nicht durch Inanspruchnahme von Sozialleistungen oder durch Verübung minderer Straftaten.

    Nach insgesamt 9 Jahren ununterbrochenem Aufenthalt kann der unbescholtene Unionsbürger die Staatsbürgerschaft seines Gastlands erwerben. Dazu legt er eine Sprachprüfung ab (Sprachniveau C1) und wird zum politischen Aufbau des Gastlands befragt. Bei erfolgreichem Abschluß ist der Unionsbürger uneingeschränkt auch Staatsbürger seines Gastlands.

Ich vermute, daß das EU-Konzept "Aufenthaltserlaubnis / Aufenthaltsrecht" so auch für die Schweiz gilt. Beim EU-Konzept Staatsangehörigkeit zweifele ich aber sehr.



10 Jahre wohnen , arbeiten und Steuern zahlen in der Schweiz - und "Frau" kann Schweizerin werden.

Den Ausweis zum ARBEITEN in der Schweiz - ist vor der Einreise zu beantragen - . Beim Wirtschaftsministerium - was dann zur Migration weiterreicht. AHV und Krankenversicherung sind in der Schweiz zu zahlen - wenn man länger als ein halbes Jahr in der Schweiz arbeitet. Vorher wird ein NACHWEIS von Rente und KV fällig.

Wohnen - darf man in der Schweiz - wenn man genug GELD hat - was ja bei der Umsiedlung zu deklarieren ist....solang man will. (Keine Arbeit in der Schweiz).
Obs zu kalt, zu warm, zu trocken oder zu nass ist:.... Es immer der >>menschgemachte<< Klimawandel. :D
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Re: Schweizer Volksabstimmungen

Beitragvon H2O » So 27. Sep 2020, 21:04

In der EU ist der Arbeitsmarkt offen (staatliche Verwaltungen als Ausnahmen?). Man kann sich also über Grenzen hinweg bewerben und mit etwas Glück die Stelle finden, von der man geträumt hat... wenn die geforderte Qualifikation erfüllt wird. Kann sein, daß hinter den Kulissen länderspezifisch eine kontrollierte Auswahl getroffen wird. Danach ist aber der Zuzug ohne weitere Hemmnisse möglich. Wohnung mieten, anmelden und dann Aufenthaltsgenehmigung (Ausweispapiere) beantragen und abholen.

Als Rentner Einkommensnachweis und Krankenversicherung, und schon ist der Aufenthalt genehmigt. (Vielleicht vergleichbar mit "genug Geld" in der Schweiz?). Man erteilt keine Aufenthaltsgenehmigung für Sozialfälle!

Mit der Aufenthaltsberechtigung (nach 5 Jahren zu beantragen) kann der unbescholtene Unionsbürger bis zu seinem seligen Ende in Polen bleiben... und, wenn ihm danach zumute ist, nach 9 Jahren ununterbrochenen Aufenthalts die polnische Staatsbürgerschaft erwerben. (Aktives und passives Wahlrecht...)

Mit dem Staatsbürgerrecht ist die Schweiz offenbar unkomplizierter... was mich dann doch verwundert... so ganz ohne Antrag und Prüfung?

Immerhin sehr erfreulich, daß die Schweizer sich aus eigenen Entschluß heraus gegenüber Unionsbürgern so verhalten, wie andere EU- Länder auch.
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Re: Schweizer Volksabstimmungen

Beitragvon Teeernte » So 27. Sep 2020, 22:17

H2O hat geschrieben:(27 Sep 2020, 21:04)

In der EU ist der Arbeitsmarkt offen (staatliche Verwaltungen als Ausnahmen?). Man kann sich also über Grenzen hinweg bewerben und mit etwas Glück die Stelle finden, von der man geträumt hat... wenn die geforderte Qualifikation erfüllt wird. Kann sein, daß hinter den Kulissen länderspezifisch eine kontrollierte Auswahl getroffen wird. Danach ist aber der Zuzug ohne weitere Hemmnisse möglich. Wohnung mieten, anmelden und dann Aufenthaltsgenehmigung (Ausweispapiere) beantragen und abholen.

Als Rentner Einkommensnachweis und Krankenversicherung, und schon ist der Aufenthalt genehmigt. (Vielleicht vergleichbar mit "genug Geld" in der Schweiz?). Man erteilt keine Aufenthaltsgenehmigung für Sozialfälle!

Mit der Aufenthaltsberechtigung (nach 5 Jahren zu beantragen) kann der unbescholtene Unionsbürger bis zu seinem seligen Ende in Polen bleiben... und, wenn ihm danach zumute ist, nach 9 Jahren ununterbrochenen Aufenthalts die polnische Staatsbürgerschaft erwerben. (Aktives und passives Wahlrecht...)

Mit dem Staatsbürgerrecht ist die Schweiz offenbar unkomplizierter... was mich dann doch verwundert... so ganz ohne Antrag und Prüfung?

Immerhin sehr erfreulich, daß die Schweizer sich aus eigenen Entschluß heraus gegenüber Unionsbürgern so verhalten, wie andere EU- Länder auch.



Antrag - klar ohne Antrag VOR Einreise geht nix. (ausser Urlaub) Prüfung ebenso - die Ämter sind voll-vernetzt auch untereinander.
Der Daten"Schutz" untereinander - von Amt zu Amt - scheint .....nicht wirklich zu existieren.

Sozialhilfe >>
Wer Sozialhilfe bezieht, verpflichtet sich dazu, vollständig und wahrheitsgetreu Auskunft über Einkommen, Vermögen, Arbeits- und Familienverhältnisse zu geben. Zudem untersteht er auch der Mitwirkungspflicht. Heisst: Er tut alles dafür, wieder auf eigenen Beinen zu stehen. Wer sich nicht kooperativ zeigt, muss mit Abzügen von bis zu 30 Prozent rechnen.
Sozialhilfe ist kein Geschenk. Auch rechtmässig bezogene Sozialhilfe muss zurückbezahlt werden. Diese Pflicht verjährt je nach Kanton nach fünf bis 20 Jahren nach dem letzten Bezug.


In der Schweiz beziehen rund drei Prozent oder etwa 278'000 Staatsangehörige Sozialhilfe. Etwa doppelt so hoch ist der Anteil ausländischer Staatsangehöriger, die Sozialhilfe beziehen.


https://www.aargauerzeitung.ch/schweiz/ ... -133934336
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Re: Schweizer Volksabstimmungen

Beitragvon H2O » Mo 28. Sep 2020, 07:42

Nach meinem Erkenntnisstand wäre es äußerst mißlich, als Ausländer in Polen Sozialhilfe beziehen zu müssen... auch bei Aufenthaltsberechtigung. Nicht ganz zufällig halten sich in der trüben Jahreszeit viele bedürftige Polen in und um Berlin auf. Das könnte in der Schweiz ähnlich liegen.

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