Blickwinkel zu Nord Stream 2 EU und Alternativen

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Teeernte
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Re: Blickwinkel zu Nord Stream 2 EU und Alternativen

Beitragvon Teeernte » Fr 22. Jan 2021, 14:00

Troh.Klaus hat geschrieben:(22 Jan 2021, 13:50)

Zwei Anmerkungen:
1) NS1 geht nicht durch die Ukraine (ich denke, das ist nur unglücklich formuliert).
2) "Mancher" war u.a. ich. Weil man genau das tun müsste, kappen aller Wirtschaftsbeziehungen der USA und Europas und ihrer weiteren Verbündeten, wenn man denn das eigene Gesülze von den Menschenrechten, etc. ernst nehmen würde. Da das aber eben nicht passiert, kann das auch nicht der Grund sein. Und da bleibt dann eben nur die Wirtschaftskarte.

Als die Russen in Afghanistan einmarschiert sind, hat man in (West-) Deutschland auch nicht den Ölimport aus der damaligen Sowjetunion, dem Erzfeind des Westens, eingestellt. Und die Russen haben vertragstreu geliefert. Wir haben auch nicht die kleinste Sanktion gegen die USA oder andere aus der "Koalition der Willigen" verhängt, als die 2003 völkerrechtswidrig im Irak marodiert haben. Es gab weiterhin business as usual. Und auch Putin wird uns nicht einfach "den Hahn abdrehen". Nicht, solange es keinen heißen Krieg mit Russland gibt, den ja wohl niemand wünschen kann, ich jedenfalls nicht. Also ist das "Prinzip der deutschen Außenpolitik", wie Du es genannt hast, tatsächlich der bessere Weg, mit Russland umzugehen.



Einfach mal Deutlich formuliert -

Man gönnt dem Russen das WEST-Geld NICHT.

Der Chinese ist ja glücklicherweise weiter weg - und hier erfährt (durch die guuuute "Informationspolitik" ) keiner von den chinesischen TOTEN und deren groooooossser Demokratie.

Keiner will die BILLIGE Werkbank China aufgeben - die sind zwar viel VERHEERENDER .....unterdrücken NUR eine MILLIARDE MEHR MENSCHEN.....aber schön lautlos - ohne viel Bilder etwas härter...


Der Russe ist "DER" Erzfeind. PUNKTUM. (Unser "SCHILD" gegen China.) :D :D :D
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Re: Blickwinkel zu Nord Stream 2 EU und Alternativen

Beitragvon Troh.Klaus » Fr 22. Jan 2021, 14:05

Tom Bombadil hat geschrieben:(22 Jan 2021, 12:41)
Danke, also existieren Pipelines. Aber können die auch die benötigte Mehrmenge liefern?

Derzeit kommen knapp 50% unseres Bedarfs über diese Röhren (davon Norwegen ca. 27%, Niederlande ca. 22%). Ob die mehr könnten - da bin ich überfragt. Aber eine zusätzliche Pipeline nach Emden sollte doch innerhalb Jahresfrist möglich sein, wenn man sich soweit wie möglich von deutschem Hoheitsgebiet fern hält. Da gibt es dann ja auch kein Veto der USA. Oder vielleicht doch, falls die Polen und Balten dadurch auf Sparflamme gesetzt würden. Weil es neben der Beschränkung beim Transport ja auch eine Beschränkung bei der Förderung in der Nordsee gibt, die ja schon seit Jahren rückläufig ist.
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Re: Blickwinkel zu Nord Stream 2 EU und Alternativen

Beitragvon Teeernte » Fr 22. Jan 2021, 14:19

Troh.Klaus hat geschrieben:(22 Jan 2021, 14:05)

Derzeit kommen knapp 50% unseres Bedarfs über diese Röhren (davon Norwegen ca. 27%, Niederlande ca. 22%). Ob die mehr könnten - da bin ich überfragt. Aber eine zusätzliche Pipeline nach Emden sollte doch innerhalb Jahresfrist möglich sein, wenn man sich soweit wie möglich von deutschem Hoheitsgebiet fern hält. Da gibt es dann ja auch kein Veto der USA. Oder vielleicht doch, falls die Polen und Balten dadurch auf Sparflamme gesetzt würden. Weil es neben der Beschränkung beim Transport ja auch eine Beschränkung bei der Förderung in der Nordsee gibt, die ja schon seit Jahren rückläufig ist.


Die !!!Hälfte !!!des IMPORTs wird wieder exportiert. 12% DES IMPORTS gehen nach Frankreich.

Es geht hier NICHT um Deutschland.....da kommt ausrechend an....

Man will mehr VERKAUFEN an GerdGas.

2.402.913 Export .....................Jan-Okt 19 gesamt Aufkommen (eigenförderung, Import und Speichersaldo) >> 4.515.614

https://www.bafa.de/DE/Energie/Rohstoff ... _node.html
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Re: Blickwinkel zu Nord Stream 2 EU und Alternativen

Beitragvon Kohlhaas » Fr 22. Jan 2021, 14:37

Nightrain hat geschrieben:(22 Jan 2021, 13:24)

Ich erinnere mich an ältere Berichte, dass den alten Pipelines bis zu 20% Wasserstoff beigemischt werden kann, während Northstream 2 auf bis zu 70% Wasserstoff bereits ausgelegt ist.

Das wusste ich nicht. Interessant. Da war offenbar schon bei der Planung der Pipeline klar, dass der Handel mit Erdgas ein sterbendes Geschäftsmodell ist.

Das passt auch dazu, dass Russland mehrere günstige Möglichkeiten hat Wasserstoff zu erzeugen: Elektrolyse mit Atomstrom und Methanpyrolyse aus Erdgas (Wasserstoff + feste Asche)

Northstream 2 ist meiner Meinung nach als moderne Wasserstoffpipeline ausgelegt, die die Liefervorherrschaft in Europa sichern soll.

Ich kann mir gut vorstellen, dass Putin das gern hätte. Das passt nur nicht zu den deutschen Plänen für die zukünftige Energieversorgung. Was ich mir noch vorstellen könnte, wäre der Bau neuer Atomkraftwerke, um nach japanischem Vorbild klimaneutral "schwarzen Wasserstoff" zu erzeugen. Glaube ich aber auch nicht.
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Re: Blickwinkel zu Nord Stream 2 EU und Alternativen

Beitragvon Kohlhaas » Fr 22. Jan 2021, 14:39

Teeernte hat geschrieben:(22 Jan 2021, 13:26)

ich hab an einer Japanischen Ammoniaksyntheseanlage meinen Facharbeiter+Abi gemacht - drin läuft das mit Wasserstoff.

70 cm dicker rein-EISEN mit zusätzlichem Stahlspannring (Reaktor) hindern den Wasserstoff NICHT zu entweichen - im Sommer gibts kleine blaue Flämmchen aus dem Stahlspannring ....

Dann haben die da wohl was falsch gemacht. Ich bin im Ruhrgebiet aufgewachsen. Da war mehr als hundert Jahre lang eine Wasserstoff-Pipeline in Betrieb. Blaue Flämmchen habe ich nie gesehen.
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Re: Blickwinkel zu Nord Stream 2 EU und Alternativen

Beitragvon Kohlhaas » Fr 22. Jan 2021, 14:43

Teeernte hat geschrieben:(22 Jan 2021, 14:00)Der Chinese ist ja glücklicherweise weiter weg - und hier erfährt (durch die guuuute "Informationspolitik" ) keiner von den chinesischen TOTEN und deren groooooossser Demokratie.

Woher weißt Du dann davon? :?
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Re: Blickwinkel zu Nord Stream 2 EU und Alternativen

Beitragvon Teeernte » Fr 22. Jan 2021, 14:52

Kohlhaas hat geschrieben:(22 Jan 2021, 14:39)

Dann haben die da wohl was falsch gemacht. Ich bin im Ruhrgebiet aufgewachsen. Da war mehr als hundert Jahre lang eine Wasserstoff-Pipeline in Betrieb. Blaue Flämmchen habe ich nie gesehen.


Es gibt keinen Nachweisanzeiger für Wasserstoff (so wie für CO, Co2....) weil es (Wasserstoff) so schnell (nach oben) weg ist. Die blauen Flämmchen sind fast unsichtbar - und mit wenig Wärmestrahlung.

(Viel UV Licht...) ...deshalb die ruhrgebietsche Naturbräune... :D :D :D


Die unsichtbare Flamme ist über 2000 Grad C heiß und kann in Abhängigkeit vom Ausströmdruck Längen von bis zu 30 m haben; dabei gibt sie nur eine geringe Wärmestrahlung ab. Es besteht deswegen die Gefahr, dass man sich ihr unbewusst zu sehr nähert.


Wasserstoff
und dessen Gefahren
Ein Leitfaden für Feuerwehren (Arbeitsgemeinschaft Berufsfeuerwehren)
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Re: Blickwinkel zu Nord Stream 2 EU und Alternativen

Beitragvon Teeernte » Fr 22. Jan 2021, 14:57

Kohlhaas hat geschrieben:(22 Jan 2021, 14:43)

Woher weißt Du dann davon? :?


Mehrere Jahre im "KOLLEKTIV" mit Chinesen gearbeitet.... 1 Parteisekretär und einen Geheimdienstler auf 8 "Werktätige" - hier in Feindesland.

Mein Studienkollege ist noch "da".

Ich war jung und brauchte das Geld. :D :D :D
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Re: Blickwinkel zu Nord Stream 2 EU und Alternativen

Beitragvon Kohlhaas » Fr 22. Jan 2021, 16:28

Teeernte hat geschrieben:(22 Jan 2021, 14:52)
...deshalb die ruhrgebietsche Naturbräune... :D :D :D

Ach, Bräune war da nicht das Problem. Manche Leute klagen da eher über rote Gesinnung. In meiner Jugendzeit war auch Pseudokrupp noch ein weit verbreitetes Phänomen. Mit Wasserstoff konnte man da aber schon vor hundert Jahren umgehen, ohne dass sich das einfach verflüchtigt hat. Ist erwiesenermaßen eine technisch lösbare Aufgabe.
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Re: Blickwinkel zu Nord Stream 2 EU und Alternativen

Beitragvon Teeernte » Fr 22. Jan 2021, 17:15

Kohlhaas hat geschrieben:(22 Jan 2021, 16:28)

Ach, Bräune war da nicht das Problem. Manche Leute klagen da eher über rote Gesinnung. In meiner Jugendzeit war auch Pseudokrupp noch ein weit verbreitetes Phänomen. Mit Wasserstoff konnte man da aber schon vor hundert Jahren umgehen, ohne dass sich das einfach verflüchtigt hat. Ist erwiesenermaßen eine technisch lösbare Aufgabe.


Ja den "Abfall" durch die Gegend karren....sowas wie Chlor oder Wasserstoff.... hat man ja im Griff - seit 100 Jahren.

Nippeln immer wieder ein paar ab - aber ... es gibt 5000 Eu "Schadenersatz" pro Leiche....

---------------------

Die Amis haben da 2 Mio Dollar je LEICHE - und VOLLER Schadenersatz bei "Beeinträchtigung". Das REGELT solche Technischen Scheinheiligkeiten.

Wer soll DAS versichern ? ....Sicher im Ruhrgebiet reicht da eine Inc. - im Wert von 5 Hühnern. (Eine 5 Pfund "INC") abwink.

Bis vor wenigen Jahren ist der Chlorzug durch halbeuropa noch gefahren. Das hätt im Unfall eine Großstadt voll GEKILLT.
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Re: Blickwinkel zu Nord Stream 2 EU und Alternativen

Beitragvon Quatschki » Fr 22. Jan 2021, 17:26

Beim Stadtgas war doch auch Wasserstoff Hauptbestandteil?
Das wurde im städtischen Gaswerk durch Kohleverschwelung gewonnen.
Und die Mutti blickte stumm.
Auf dem ganzen Tisch herum.
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Re: Blickwinkel zu Nord Stream 2 EU und Alternativen

Beitragvon Kohlhaas » Fr 22. Jan 2021, 17:29

Quatschki hat geschrieben:(22 Jan 2021, 17:26)

Beim Stadtgas war doch auch Wasserstoff Hauptbestandteil?
Das wurde im städtischen Gaswerk durch Kohleverschwelung gewonnen.

Genau so ist es. Also eine völlig neue und offensichtlich unbeherrschbare Technologie, die Sache mit dem Wasserstoff. ;)
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Re: Blickwinkel zu Nord Stream 2 EU und Alternativen

Beitragvon Orbiter1 » Sa 23. Jan 2021, 13:43

H2O hat geschrieben:(21 Jan 2021, 11:32)

Nö, über unsere deutsche Wirtschaftspolitik hat kein Gericht etwas zu bestimmen. Darüber bestimmt die Bundesregierung und da wir ja demnächst Wahlen haben werden, das deutsche Wahlvolk. Das kann ja sagen: "Schluß damit, koste es, was es wolle!" Also: Entweder Entschädigung oder Fortsetzung. Kein Gericht.

Woher nehmen Sie die Erkenntnis, daß heute unsere östlichen Partner sich um Bewertungen des EuGH kümmern? Da klappt doch nur etwas, wenn plötzlich auf Gemeinschaftsbeschluß die Kasse nicht mehr stimmt. Und die stimmt, weil wirtschaftlich erfolgreiche Länder dort Geld nachschieben.

Man kann die Interessen anderer gern beachten, sollte das sogar ausdrücklich tun, wenn die nicht unseren deutschen Interessen zuwider laufen. Ansonsten müssen wir den Handschuh entschlossen aufnehmen. Wir tun niemandem etwas Böses; uns Deutschen aber entsteht ein Vorteil: Wir können wählen, wer uns zu welchen Kosten versorgen darf. Und wir haben einen Anknüpfungspunkt für weitere Handelsgespräche und weitergehende Zusammenarbeit. Über die berühmten Lieferketten sind dann auch unsere Partner daran beteiligt. Das finden die meist ganz gut.
Da sprechen sie mir aus der Seele. Und was die angebliche Abhängigkeit von Russland betrifft, die ist auf der russischen Seite noch viel größer als auf der deutschen oder gar europäischen Seite. Russland hat nach wie vor fast nur Rohstoffe als Exportprodukt. Ich empfehle mal sich die Bilanz von einem Unternehmen wie Gazprom anzusehen. Das macht zwar ca die Hälfte des Umsatzes in Russland, aber über 90% der Gewinne kommen aus Europa. Einfach deswegen weil innerhalb Russlands die Produkte von Gazprom nur knapp über dem Selbstkostenpreis verkauft werden. Aus meiner Sicht sollte NS2 realisiert werden um Russland noch abhängiger zu machen. Parallel dazu kann man ja die geeigneten Häfen für die Anlandung von LNG-Gas aurüsten um im Falle eines Falles auch tatsächlich gegen Russland die "Gaskarte" ziehen zu können.

Und was die lieben Mittel- und Osteuropäer betrifft, die sich so vehement gegen NS2 wehren. Mit der gegenüber Russland mittelfristig noch viel größeren Gefahr unter Chinas Einfluß zu gelangen haben die alle Null Probleme. Da findet jedes Jahr der 17+1 Gipfel statt und so mancher Regierungschef fühlt sich im Umgang mit dem autokratischen China durchaus wohler als mit der EU, mit ihrem lästigen Rechtsstaatlichkeit-Gedöns.
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Re: Blickwinkel zu Nord Stream 2 EU und Alternativen

Beitragvon Tom Bombadil » Sa 23. Jan 2021, 13:55

Orbiter1 hat geschrieben:(23 Jan 2021, 13:43)

Ich empfehle mal sich die Bilanz von einem Unternehmen wie Gazprom anzusehen. Das macht zwar ca die Hälfte des Umsatzes in Russland, aber über 90% der Gewinne kommen aus Europa.

Es ist natürlich viel schlimmer, auf Gewinn zu verzichten, als im Winter ohne Strom und Wärme zu sein.
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Re: Blickwinkel zu Nord Stream 2 EU und Alternativen

Beitragvon DarkLightbringer » Sa 23. Jan 2021, 14:13

Wenn ich der Mafia einen Obolus entrichte, mache ich sie von mir abhängig. Logisch, denn sie müssen dann ja immer wieder kommen, um ihr Geld abzuholen.
;)
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Re: Blickwinkel zu Nord Stream 2 EU und Alternativen

Beitragvon H2O » Sa 23. Jan 2021, 16:03

DarkLightbringer hat geschrieben:(23 Jan 2021, 14:13)

Wenn ich der Mafia einen Obolus entrichte, mache ich sie von mir abhängig. Logisch, denn sie müssen dann ja immer wieder kommen, um ihr Geld abzuholen.
;)


Wenn mir diese Mafia eine gesuchte und ersehnte Ware anbietet, die sie niemandem mit Gewalt abpresst, und die sie mir vergleichsweise preisgünstig überläßt, dann soll sie mir willkommen sein. Auch sehe ich dort einen möglichen Kunden, der bei uns mit seinen Erlösen aus dem Öl- und Gasexport Waren und Dienstleistungen einkauft und mit uns das Gespräch sucht.

Vor allem hatte das Verfahren auch schon einmal erfolgreich zu Veränderungen im Reich des Bösen geführt. Wir haben unsere Wiedervereinigung bekommen; der Hegemon hat einen Teil seiner Kriegsbeute und seines Kolonialreichs frei gelassen. Sein Rechtsnachfolger knüpft an an diese Zusammenarbeit. Natürlich müssen wir stets auf dem qui-vive sein... so, aber auch unter schlechteren Bedingungen und auch mit anderen aufstrebenden Mächten. Das ist doch nichts umwerfend Neues.
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Re: Blickwinkel zu Nord Stream 2 EU und Alternativen

Beitragvon DarkLightbringer » Sa 23. Jan 2021, 16:29

H2O hat geschrieben:(23 Jan 2021, 16:03)

Wenn mir diese Mafia eine gesuchte und ersehnte Ware anbietet, die sie niemandem mit Gewalt abpresst, und die sie mir vergleichsweise preisgünstig überläßt, dann soll sie mir willkommen sein. Auch sehe ich dort einen möglichen Kunden, der bei uns mit seinen Erlösen aus dem Öl- und Gasexport Waren und Dienstleistungen einkauft und mit uns das Gespräch sucht.

Vor allem hatte das Verfahren auch schon einmal erfolgreich zu Veränderungen im Reich des Bösen geführt. Wir haben unsere Wiedervereinigung bekommen; der Hegemon hat einen Teil seiner Kriegsbeute und seines Kolonialreichs frei gelassen. Sein Rechtsnachfolger knüpft an an diese Zusammenarbeit. Natürlich müssen wir stets auf dem qui-vive sein... so, aber auch unter schlechteren Bedingungen und auch mit anderen aufstrebenden Mächten. Das ist doch nichts umwerfend Neues.

Die Sowjetunion ist nicht an einem guten Geschäft untergegangen, sondern an einem schlechten.
Das us-amerikanische Waffensystem für den Weltraum hat zwar nie funktioniert, war aber unglaublich teuer. Da konnte oder wollte der Wettbewerber nicht mehr mithalten, da die Kühlschränke eh schon leer waren.
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Re: Blickwinkel zu Nord Stream 2 EU und Alternativen

Beitragvon H2O » Sa 23. Jan 2021, 16:51

DarkLightbringer hat geschrieben:(23 Jan 2021, 16:29)

Die Sowjetunion ist nicht an einem guten Geschäft untergegangen, sondern an einem schlechten.
Das us-amerikanische Waffensystem für den Weltraum hat zwar nie funktioniert, war aber unglaublich teuer. Da konnte oder wollte der Wettbewerber nicht mehr mithalten, da die Kühlschränke eh schon leer waren.


Ja, oder weil eben sehr offenkundig die Dinge im Westen besser liefen als in der SU. Wir können beobachten, wie sich in RUS eine neue Unzufriedenheit mit der gesellschaftlichen Entwicklung abzeichnet, die offenbar nicht ab zu schütteln ist. Man wird irgendwann Zugeständnisse machen müssen, um nicht einen völligen Zusammenbruch herbei zu führen. Daraus ergeben sich erneut Chancen für eine bessere gemeinsame Zukunft. Gute wirtschaftliche Beziehungen zwischen D und RUS sind auf diesem Wege nicht der schlechteste aller möglichen Anknüpfungspunkte. Ich jedenfalls ziehe aus der Not der Menschen in Rußĺand keine innere Zufriedenheit!
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Re: Blickwinkel zu Nord Stream 2 EU und Alternativen

Beitragvon DarkLightbringer » Sa 23. Jan 2021, 16:59

H2O hat geschrieben:(23 Jan 2021, 16:51)

Ja, oder weil eben sehr offenkundig die Dinge im Westen besser liefen als in der SU. Wir können beobachten, wie sich in RUS eine neue Unzufriedenheit mit der gesellschaftlichen Entwicklung abzeichnet, die offenbar nicht ab zu schütteln ist. Man wird irgendwann Zugeständnisse machen müssen, um nicht einen völligen Zusammenbruch herbei zu führen. Daraus ergeben sich erneut Chancen für eine bessere gemeinsame Zukunft. Gute wirtschaftliche Beziehungen zwischen D und RUS sind auf diesem Wege nicht der schlechteste aller möglichen Anknüpfungspunkte. Ich jedenfalls ziehe aus der Not der Menschen in Rußĺand keine innere Zufriedenheit!

Aktuell macht die Opposition von sich Reden, mit buchstäblich nichts außer der Entschlossenheit.

Gasgeschäfte mit diesem Regime sind ein Kriegsgewinn, der nicht zuletzt etwas mit der Not der Ukrainer zu tun hat.
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Re: Blickwinkel zu Nord Stream 2 EU und Alternativen

Beitragvon H2O » Sa 23. Jan 2021, 17:03

DarkLightbringer hat geschrieben:(23 Jan 2021, 16:59)

Aktuell macht die Opposition von sich Reden, mit buchstäblich nichts außer der Entschlossenheit.

Gasgeschäfte mit diesem Regime sind ein Kriegsgewinn, der nicht zuletzt etwas mit der Not der Ukrainer zu tun hat.


Der Herrgott wollte nun einmal, daß die Ukraine keine großen Gas- und Ölvorkommen ausbeuten kann.

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