Blickwinkel zu Nord Stream 2 EU und Alternativen

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Re: Blickwinkel zu Nord Stream 2 EU und Alternativen

Beitragvon Cobra9 » Sa 20. Feb 2021, 21:30

Orbiter1 hat geschrieben:(20 Feb 2021, 18:52)

Das US-Fracking Gas als Ersatz des Russen-Gas, und dieser Prozess läuft bereits im großen Stil, ist den Grünen noch viel weniger erklärbar.



Wss für Fracking Gas.
Belege bitte.

Stand heute nix vereinbart.
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Re: Blickwinkel zu Nord Stream 2 EU und Alternativen

Beitragvon Cobra9 » Sa 20. Feb 2021, 21:33

Troh.Klaus hat geschrieben:(20 Feb 2021, 20:24)

Wir haben in Deutschland kein LNG-Terminal. Und das wird wohl auch so bleiben, u.a. weil Umweltverbände wie die DUH dagegen klagen. Wie auch gegen NS2. Demnächst klagen sie sicher auch gegen die baltic pipe, weil umwelt-technisch ist die ja nicht anders zu bewerten wie NS2. Wird lustig.



Wir haben in der EU genug Kapazitäten und auch bei Erdgas mehr Zulieferer langfristig. Ach nebenbei was hast Du denn für ein Problem das jemand wie die Umwelt Hilfe den Rechtsstaat bemüht. Das erklär mal
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Re: Blickwinkel zu Nord Stream 2 EU und Alternativen

Beitragvon DarkLightbringer » Sa 20. Feb 2021, 21:45

Troh.Klaus hat geschrieben:(20 Feb 2021, 21:01)

Ja, z.B. in Odessa. Aber das können und sollen die anderen europäischen Länder halten, wie sie wollen. Das ist schließlich ihre Sache.
Kann uns in Deutschland wurscht sein. Wir brauchen keine LNG-Importe.

So sagt auch Prof. Kemfert vom DIW, exakt.
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Re: Blickwinkel zu Nord Stream 2 EU und Alternativen

Beitragvon Troh.Klaus » Sa 20. Feb 2021, 21:53

Cobra9 hat geschrieben:(20 Feb 2021, 21:33)
Wir haben in der EU genug Kapazitäten und auch bei Erdgas mehr Zulieferer langfristig.

Wozu noch mehr Zulieferer? In zehn Jahren brauchen wir doch kein Erdgas mehr - sagen Deine Studien, nicht wahr ...
Ach nebenbei was hast Du denn für ein Problem das jemand wie die Umwelt Hilfe den Rechtsstaat bemüht. Das erklär mal

Oh, das soll die DUH gerne tun. Gegen LNG-Terminals, gegen NS2, gegen die baltic pipe, gegen alles, was sie stört.
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Re: Blickwinkel zu Nord Stream 2 EU und Alternativen

Beitragvon Cobra9 » Sa 20. Feb 2021, 22:07

Troh.Klaus hat geschrieben:(20 Feb 2021, 21:53)

Wozu noch mehr Zulieferer? In zehn Jahren brauchen wir doch kein Erdgas mehr - sagen Deine Studien, nicht wahr


Meine Studien gibt es nicht. Ich beziehe Mich auf frei zugängliches Material inklusive Studien.

Jap mehr Zulieferer da nicht wenige Staaten wie Polen, Italien, Spanien usw. irgendwie die Überzeugung teilweise entwickelt haben es ist klüger selbst aktiv zu werden statt auf " Freunde" sich zu verlassen.

Gut die Pipeline-Projekte nach Afrika machen Sinn.
Später für Wasserstoff.


Wie gesagt. Ich habe persönlich eine Meinung dazu, aber wenn die Regierungen das anders machen wollen. Bitte nur zu.

Ich dürfte soweit noch ganz gut durchkommen. Mir tun die danach leid.
Oh, das soll die DUH gerne tun. Gegen LNG-Terminals, gegen NS2, gegen die baltic pipe, gegen alles, was sie stört.


Na dann. Solange die Organisation legal ist muss man es akzeptieren.

Ich bin auch gern bereit auf Erdgas und Erdöl als Brennstoff zu verzichten. Sofort. :)
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Re: Blickwinkel zu Nord Stream 2 EU und Alternativen

Beitragvon Troh.Klaus » Sa 20. Feb 2021, 22:33

Cobra9 hat geschrieben:(20 Feb 2021, 22:07)
Ich bin auch gern bereit auf Erdgas und Erdöl als Brennstoff zu verzichten. Sofort. :)

Ich auch. Ich heize mit Holz.
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Re: Blickwinkel zu Nord Stream 2 EU und Alternativen

Beitragvon DarkLightbringer » Sa 20. Feb 2021, 22:35

Troh.Klaus hat geschrieben:(20 Feb 2021, 22:33)

Ich auch. Ich heize mit Holz.

Das musst du aber ändern, wenn der Gasbedarf steigen soll.
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Re: Blickwinkel zu Nord Stream 2 EU und Alternativen

Beitragvon Teeernte » Sa 20. Feb 2021, 22:38

DarkLightbringer hat geschrieben:(20 Feb 2021, 22:35)

Das musst du aber ändern, wenn der Gasbedarf steigen soll.


viel mehr Verbrauch...geht nicht - das wird zu warm.....im Haus.
Obs zu kalt, zu warm, zu trocken oder zu nass ist:.... Es immer der >>menschgemachte<< Klimawandel. :D
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Re: Blickwinkel zu Nord Stream 2 EU und Alternativen

Beitragvon Troh.Klaus » Sa 20. Feb 2021, 22:39

DarkLightbringer hat geschrieben:(20 Feb 2021, 22:35)
Das musst du aber ändern, wenn der Gasbedarf steigen soll.

Ich muss erst dann etwas ändern, wenn mein Holz-Dealer sanktioniert wird.
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Re: Blickwinkel zu Nord Stream 2 EU und Alternativen

Beitragvon Teeernte » Sa 20. Feb 2021, 22:43

Troh.Klaus hat geschrieben:(20 Feb 2021, 22:39)

Ich muss erst dann etwas ändern, wenn mein Holz-Dealer sanktioniert wird.


Ist doch schon teuer....meine Bauern heizen mit Futtergetreide. Geht wie Pellets.
Obs zu kalt, zu warm, zu trocken oder zu nass ist:.... Es immer der >>menschgemachte<< Klimawandel. :D
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Re: Blickwinkel zu Nord Stream 2 EU und Alternativen

Beitragvon Cobra9 » So 21. Feb 2021, 12:48

Troh.Klaus hat geschrieben:(20 Feb 2021, 22:33)

Ich auch. Ich heize mit Holz.


Geothermie, Holz+ Pellets in BWK Format. Testweise noch ne kleine BWZ ohne Fossil-Brenner. Was Solar noch mit pv kann = Respekt.

Mal unabhängig davon was aus Ns2 wird. Ich denke teilweise sollte man viel mehr weg von Gas und Co.

Zumindest wo das möglich ist. Was ist denn sinnvoll wenn man keine Gas Leitung Infrastruktur hat.
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Re: Blickwinkel zu Nord Stream 2 EU und Alternativen

Beitragvon Cobra9 » So 21. Feb 2021, 12:57

Teeernte hat geschrieben:(20 Feb 2021, 22:43)

Ist doch schon teuer....meine Bauern heizen mit Futtergetreide. Geht wie Pellets.



Pellets oder Holz teuer :?:

Du bist mit Pellets immer noch einiges günstiger wie mit Gas

https://www.oekofen.com/de-de/aktueller-pelletspreis/

https://www.carmen-ev.de/service/marktu ... e-pellets/


Bei Stück bzw Scheitholz ist es nicht so einfach das zu sagen. Wenn Ich günstig ran komme kann es sein ich Zahl umgerechnet nur 3 Cent im Vergleich.
Kann aber auch 5 Cent werden gerechnet.

Achtung.
Ich bin auf dem Land. Derzeit ist Holz hier eher zuviel vorhanden. Holz, BBiomasse kann durchaus ne Alternative sein zu Gas.
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Re: Blickwinkel zu Nord Stream 2 EU und Alternativen

Beitragvon Kohlhaas » So 21. Feb 2021, 13:08

Troh.Klaus hat geschrieben:(20 Feb 2021, 20:24)

Wir haben in Deutschland kein LNG-Terminal. Und das wird wohl auch so bleiben, u.a. weil Umweltverbände wie die DUH dagegen klagen. Wie auch gegen NS2. Demnächst klagen sie sicher auch gegen die baltic pipe, weil umwelt-technisch ist die ja nicht anders zu bewerten wie NS2. Wird lustig.

Bitte nicht falsch verstehen, aber ich hätte nichts dagegen, wenn in Deutschland ein oder zwei LNG-Terminals errichtet würden. Ich fände das sogar durchaus sinnvoll. Dann könnten nämlich die Erdgasfelder im östlichen Mittelmeer ausgebeutet werden, ohne dass man zig Milliarden in eine Pipeline investieren muss, die höchstens noch 20 Jahre in Betrieb sein kann.

Mir ging es eigentlich nur um die völlig unbelegte absurde Behauptung, dass Deutschland demnächst in großem Maßstab russisches Erdgas durch US-Fracking-Gas ersetzen würde.
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Re: Blickwinkel zu Nord Stream 2 EU und Alternativen

Beitragvon Kohlhaas » So 21. Feb 2021, 13:25

Troh.Klaus hat geschrieben:(20 Feb 2021, 22:33)

Ich auch. Ich heize mit Holz.

Betreibst Du auch Dein Auto mit Holz? Erzeugst Du auch den Strom, der für den Betrieb des Computers nötig war, mit dem Du diesen Beitrag geschrieben hast, mit Holz?

Es führt kein Weg vorbei an der Erkenntnis, dass wir mindestens noch ein paar Jahrzehnte fossile Energieträger brauchen werden. Meiner Ansicht nach ist Erdgas hier die sinnvollste Lösung. Es ist erstens ein "bisschen sauberer" als andere Energieträger. Noch viel wichtiger: Erdgas kann zweitens Schritt für Schritt durch klimaneutral erzeugtes "Windgas" oder irgendwann durch Wasserstoff ersetzt werden.

Sobald das irgendwie möglich ist, würde ich auch aus der Nutzung von Gas, Kohle oder Öl aussteigen. Bis dahin möchte ich aber schon noch Strom für meinen Computer und Sprit für mein Auto haben... ;)

P.S.: Ich selbst habe diesbezüglich getan, was ich konnte. Eine Dachhälfte meines Hauses ist nach Süden ausgerichtet. Da ist inzwischen eine Solaranlage drauf. Das Ding ist erstaunlich rentabel.
Zuletzt geändert von Kohlhaas am So 21. Feb 2021, 13:31, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Blickwinkel zu Nord Stream 2 EU und Alternativen

Beitragvon Cobra9 » So 21. Feb 2021, 13:29

Kohlhaas hat geschrieben:(21 Feb 2021, 13:25)

Betreibst Du auch Dein Auto mit Holz? Erzeugst Du auch den Strom, der für den Betrieb des Computers nötig war, mit dem Du diesen Beitrag geschrieben hast, mit Holz?

Es führt kein Weg vorbei an der Erkenntnis, dass wir mindestens noch ein paar Jahrzehnte fossile Energieträger brauchen werden. Meiner Ansicht nach ist Erdgas hier die sinnvollste Lösung. Es ist erstens ein "bisschen sauberer" als andere Energieträger. Noch viel wichtiger: Erdgas kann zweitens Schritt für Schritt durch klimaneutral erzeugtes "Windgas" oder irgendwann durch Wasserstoff ersetzt werden.

Sobald das irgendwie möglich ist, würde ich auch aus der Nutzung von Gas, Kohle oder Öl aussteigen. Bis dahin möchte ich aber schon noch Strom für meinen Computer und Sprit für mein Auto haben... ;)


Strom ist nicht das Problem wirklich. Ich kann tatsächlich größtenteils ohne Fossil-Brenner leben. Die breite Masse nicht.

Das ist mir klar. Aber was mich ärgert ist das man nicht konsequent die Möglichkeit nutzt den Verbrauch zu senken unter Einsatz der verfügbaren Technik und Möglichkeiten.

Wir können viel mehr tun. Und hinten rum um Ns2 zu retten macht man den USA Angebote... . . das ist ein bißchen fragwürdig
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Re: Blickwinkel zu Nord Stream 2 EU und Alternativen

Beitragvon gallerie » So 21. Feb 2021, 13:39

Cobra9 hat geschrieben:(21 Feb 2021, 13:29)

Strom ist nicht das Problem wirklich. Ich kann tatsächlich größtenteils ohne Fossil-Brenner leben. Die breite Masse nicht.

Das ist mir klar.

...es geht nicht um die breite Masse, es geht um Unternehmen die viel Energie zur Gewinnung eines Produktes benötigen.
Größter Energieverbraucher war im Jahr 2019 die Chemische Industrie mit einem Anteil von 29 %, gefolgt von der Metallerzeugung und -bearbeitung mit 22 % sowie der Kokerei und Mineralölverarbeitung mit 10 %.
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Re: Blickwinkel zu Nord Stream 2 EU und Alternativen

Beitragvon Cobra9 » So 21. Feb 2021, 13:41

gallerie hat geschrieben:(21 Feb 2021, 13:39)

...es geht nicht um die breite Masse, es geht um Unternehmen die viel Energie zur Gewinnung eines Produktes benötigen.
Größter Energieverbraucher war im Jahr 2019 die Chemische Industrie mit einem Anteil von 29 %, gefolgt von der Metallerzeugung und -bearbeitung mit 22 % sowie der Kokerei und Mineralölverarbeitung mit 10 %.



Und weiter. Auch hier ist die Technik dazu verfügbar massiv einzusparen.
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Re: Blickwinkel zu Nord Stream 2 EU und Alternativen

Beitragvon gallerie » So 21. Feb 2021, 13:42

Cobra9 hat geschrieben:(21 Feb 2021, 13:41)

Und weiter. Auch hier ist die Technik dazu verfügbar massiv einzusparen.

...stimmt, aber warum tut sie es nicht?
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Re: Blickwinkel zu Nord Stream 2 EU und Alternativen

Beitragvon Kohlhaas » So 21. Feb 2021, 13:43

Cobra9 hat geschrieben:(21 Feb 2021, 13:29)

Strom ist nicht das Problem wirklich. Ich kann tatsächlich größtenteils ohne Fossil-Brenner leben. Die breite Masse nicht.

Das ist mir klar. Aber was mich ärgert ist das man nicht konsequent die Möglichkeit nutzt den Verbrauch zu senken unter Einsatz der verfügbaren Technik und Möglichkeiten.

Wir können viel mehr tun.

Da gebe ich Dir völlig recht. Wir könnten und müssten viel mehr tun. Insbesondere bezüglich der Entwicklung von Möglichkeiten zur Speicherung regenerativ erzeugter Energie. Es ist doch im Grunde völlig widersinnig, dass Windkraft- und Photovoltaikanlagen ABGESCHALTET werden müssen, wenn sie wegen viel Wind und viel Sonne gerade am effektivsten arbeiten können und deshalb "zu viel" Strom erzeugen. Hier sind wir mit einer Schattenseite der freien Marktwirtschaft konfrontiert: Der freie Markt wird auf die Nutzung fossiler Energieträger setzen, solange in dem Bereich Gewinne zu erzielen sind. Schau Dir nur die Autohersteller an. Die werden erst dann alternative Antriebstechniken entwickeln, wenn sich "Verbrenner" nicht mehr rentieren. Dabei haben die die Technologien für alternative Möglichkeiten längst in ihren Konzern-Schubladen.
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Re: Blickwinkel zu Nord Stream 2 EU und Alternativen

Beitragvon Cobra9 » So 21. Feb 2021, 13:53

gallerie hat geschrieben:(21 Feb 2021, 13:42)

...stimmt, aber warum tut sie es nicht?


Die Antwort wäre eine Doktorarbeit. Verschiedene Gründe. Unsicherheit was ist denn langfristig angesichts der Investition tragfähig. Dann Finanzierung. Gesetzgeber schafft Hürden,Baurecht ect.

Ich schau nach Schweden.


„Hybrit“ krempelt den traditionellen Herstellungsprozess um dort.

Schon recht weit fortgeschritten sind die Bemühungen in einem Gemeinschaftsprojekt dreier schwedischer Unternehmen. Des Stahlkonzerns SSAB, des Bergbaukonzerns LKAB und des Energiekonzerns Vattenfall. „Hybrit“, kurz für „Hydrogen Breakthrough Ironmaking Technology“, soll ab dem Jahr 2020 CO2-freien Stahl produzieren. In einer Anlage im nordschwedischen Luleå wurde dazu die traditionelle Herstellungsweise drastisch verändert.

Ich würde eher für Deutschland was anderes wählen. Ein neues Hochofenmodell macht Kokereien überflüssig.

Thyssen Krupp Steel hat einen „Fahrplan für die wasserstoffbasierte Stahlerzeugung aufgestellt“, wie der Chef der Stahlsparte Andreas Goss dem Handelsblatt Anfang des Jahres erklärte. Spätestens bis zum Jahr 2050 sollen am Standort Duisburg-Bruckhausen alle Hochöfen erlöschen – bis dahin will der Konzern zehn Milliarden Euro in die Entwicklung von Prozessen zur CO2-freien Stahlproduktion investieren.

Für das Wasserstoff-Verfahren benötigt man anstatt Hochöfen spezielle Reduktionsanlagen und Elektroöfen. Sukzessive will Thyssen Krupp daher die bestehenden Anlagen modernisieren oder durch neue ersetzen.

In den Niederlanden erprobt Tata Steel Europe, zweitgrößter Stahlhersteller Europas, eine andere Methode, um die Emissionen der Stahlherstellung zu senken. Derzeit verursache die Produktion einer Tonne Stahl im Werk in Ijmuiden 1,7 Tonnen Kohlenstoffdioxid, so der Konzern. Das sei zwar deutlich weniger als andere Anlagen emittieren (rund 4 Tonnen CO2), doch auch annähernd das Minimum dessen, was sich im herkömmlichen Produktionsprozess erreichen lasse.



Ich denke Geld, Unsicherheit ist ein Problem.

Für Unternehmer muss was sich rechnen.
Zuletzt geändert von Cobra9 am So 21. Feb 2021, 13:57, insgesamt 1-mal geändert.
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