Europäische Armee

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Euro Armee?

Ja
20
67%
Nein
10
33%
 
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Kohlhaas
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Re: Europäische Armee

Beitragvon Kohlhaas » Sa 5. Dez 2020, 13:47

Audi hat geschrieben:(05 Dec 2020, 11:16)

Europa müsste dann aus der Deckung gehen und aufhören Islamisten zu verklären. Man bleibt lieber im Hintergrund und spielt das Spiel einfach weiter. Arme Bevölkerung vs Assad und Putin. Wie laut war das Geschrei als Russland nicht nur den IS sondern auch Al Nusra und Co gebombt hat? " Russland greift ja nicht nur IS an sondern auch die Moderate Opposition"
So ein dreckiges Spiel könnten die westlichen Staaten nicht mehr spielen wenn diese offiziell eingreifen

Ach, rede doch keinen Quatsch. Der einzige, der in Syrien ein dreckiges Spiel spielt, ist Putin. Der hat in Syrien Menschen weggebomt und Krankenhäuser zu Klump geschossen. Welches "dreckige Spiel" sollen denn die westlichen Staaten in Syrien gespielt haben? Die haben sich doch vornehm rausgehalten! Es ist doch wohl bestenfalls zynisch, den westlichen Staaten ein "dreckiges Spiel" nachzusagen und gleichzeitig das ungehemmte Morden durch russische Kampfflugzeuge zu ignorieren.

Ich sage schon seit langer Zeit immer wieder, dass gerade die EU gut beraten gewesen wäre, bei Ausbruch des syrischen Bürgerkriegs dort militärisch einzugreifen. Man hätte damals eine Flugverbotszone im Norden Syriens einrichten sollen und Bodentruppen in die Kurdengebiete schicken sollen. Wäre das passiert, hätten Putin und Erdogan nicht die Gelegenheit gehabt, sich wie Zecken an Syrien festzusaugen. Es hätte dann auch keine Ströme von Millionen Flüchtlingen in Richtung Europa gegeben. In den Kurdengebieten wäre auch kein Krieg ausgebrochen.
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Re: Europäische Armee

Beitragvon Audi » So 6. Dez 2020, 15:02

Kohlhaas hat geschrieben:(05 Dec 2020, 13:47)

Ach, rede doch keinen Quatsch. Der einzige, der in Syrien ein dreckiges Spiel spielt, ist Putin. Der hat in Syrien Menschen weggebomt und Krankenhäuser zu Klump geschossen. Welches "dreckige Spiel" sollen denn die westlichen Staaten in Syrien gespielt haben? Die haben sich doch vornehm rausgehalten! Es ist doch wohl bestenfalls zynisch, den westlichen Staaten ein "dreckiges Spiel" nachzusagen und gleichzeitig das ungehemmte Morden durch russische Kampfflugzeuge zu ignorieren.

Ich sage schon seit langer Zeit immer wieder, dass gerade die EU gut beraten gewesen wäre, bei Ausbruch des syrischen Bürgerkriegs dort militärisch einzugreifen. Man hätte damals eine Flugverbotszone im Norden Syriens einrichten sollen und Bodentruppen in die Kurdengebiete schicken sollen. Wäre das passiert, hätten Putin und Erdogan nicht die Gelegenheit gehabt, sich wie Zecken an Syrien festzusaugen. Es hätte dann auch keine Ströme von Millionen Flüchtlingen in Richtung Europa gegeben. In den Kurdengebieten wäre auch kein Krieg ausgebrochen.

Man hat sich rausgehalten? Die syrische pseudoregierung war wo? Wer hat Islamisten verklärt? Putin war der einzige welcher die staatliche Ordnung aufrecht erhalten konnte während man hier Islamisten Bewegung hat. Wir kennen das aus Afghanistan. Gegen Russen waren es Freiheitskämpfer. Danach wurde man schnell zum Terroristen. Ich habe kobane gesehen nach der westlichen Befreiung kein Stein stand auf den anderen. Die Bomben haben anscheinend große Bögen um die tausend Krankenhäuser gemacht. Wenn die EU in Syrien aktiv werden soll muss man Ross und Reiter benennen. Das haut dann nicht hin mit guten Islamisten und den weniger guten. Den Schuh wird man sich nicht anziehen. Russische mordende Kampfflugzeuge und westliche? Sondern die Frischluft ab? Die Kampfdrohnen schmeißen wohl Gummibärchen.
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Re: Europäische Armee

Beitragvon Kohlhaas » So 6. Dez 2020, 15:13

Audi hat geschrieben:(06 Dec 2020, 15:02)

Man hat sich rausgehalten?

Ja, man hat sich rausgehalten. Kannst Du als bekenneder Putinins das Gegenteil belegen? Oder kannst Du als bekennender Putinist erklären, warum russische Kampfugzeue Krankenhäser plattgemacht haben? Gibt es einen einzigen Fall, dass "westliche'" Flugzeuge in Syrien Krakenhäuser bombadiert haben?
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Re: Europäische Armee

Beitragvon Adam Smith » So 6. Dez 2020, 15:30

Kohlhaas hat geschrieben:(06 Dec 2020, 15:13)

Ja, man hat sich rausgehalten. Kannst Du als bekenneder Putinins das Gegenteil belegen? Oder kannst Du als bekennender Putinist erklären, warum russische Kampfugzeue Krankenhäser plattgemacht haben? Gibt es einen einzigen Fall, dass "westliche'" Flugzeuge in Syrien Krakenhäuser bombadiert haben?


Die USA haben in Afghanistan auch mal ein Krankenhaus bombardiert.

https://de.m.wikipedia.org/wiki/Bombard ... _in_Kundus

Die Anzahl der zerstörten Krankenhäuser in Syrien ist natürlich viel höher.
Das ist Kapitalismus:

Die ständige Wahl der Bürger bestimmt das Angebot.
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Re: Europäische Armee

Beitragvon Kohlhaas » So 6. Dez 2020, 15:35

Adam Smith hat geschrieben:(06 Dec 2020, 15:30)Die Anzahl der zerstörten Krankenhäuser in Syrien ist natürlich viel höher.

Woran mag das wohl liegen?
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Re: Europäische Armee

Beitragvon Eulenwoelfchen » Mo 7. Dez 2020, 13:16

Apropos Europäische Armee:

Sie schrieben an den König
Ex-Militärs rufen zum Putsch in Spanien auf
https://www.t-online.de/nachrichten/ausland/id_89070490/empoerung-in-spanien-ex-offiziere-rufen-zum-putsch-auf.html

Die Zentralregierung reagierte bereits: Verteidigungsministerin Margarita Robles erstattete Anzeige bei der Staatsanwaltschaft. Die seit Monaten via Whatsapp verbreiteten und nun unter anderem vom staatlichen Fernsehsender RTVE veröffentlichten Aussagen seien "Grund zur Sorge, zumal in einer komplizierten politischen Lage mit Notstand, Pandemie und Wirtschaftskrise", erklärte sie. Die Aktivitäten der mehr als 70 ehemaligen ranghohen Offiziere der Luftwaffe könnten einen Straftatbestand erfüllen, betonte sie.
...
Anhänger von Ex-Diktator Franco

In ihrem Brief an König Felipe schrieb die Gruppe, die Regierung werde von Anhängern von Terroristen und Separatisten unterstützt und bedrohe die nationale Einheit Spaniens.


https://www.faz.net/aktuell/politik/ausland/ex-militaers-in-spanien-wuenschen-sich-in-chat-neuen-putsch-17088998.html

CHAT VON EX-MILITÄRS IN SPANIEN :
„26 Millionen Hurensöhne erschießen“

In Spanien tauchen Chats von pensionierten Militärangehörigen auf. Sie hetzen gegen die Sozialisten, wollen Millionen ihrer Anhänger erschießen, träumen von einem neuen Militärputsch. Kopf soll ein alter Franco-Anhänger sein.
...
Wenn sie unter sich sind, nehmen sie kein Blatt vor den Mund. „Es bleibt keine andere Möglichkeit, als damit zu beginnen, 26 Millionen Hurensöhne zu erschießen“, schreibt der pensionierte Luftwaffengeneral Francisco Beca.


-------------------
Die Vorstellungen dieser Ex-Militärs - möglicherweise auch noch aktiver - denen sie ihre kranken Nazi-Ideen mitgaben, scheinen bezüglich einer europäischen Armee eher in Richtung einer vereinigten Legion Condor zu gehen...
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Re: Europäische Armee

Beitragvon Audi » Mo 7. Dez 2020, 17:18

Kohlhaas hat geschrieben:(06 Dec 2020, 19:17)

Pseudoregierung in Deutschland? Du redest wirr. Und wo haben denn westliche Bomben zuletzt Krankenhäuser getroffen? Ist das jemals passiert? Da mag es mal Unfälle gegeben haben, aber nie haben westliche Länder gezielt und gewollt Krankenhäuser zusammengeschossen. Dein hochheiliges Russland hatte in der Hinsicht keine Bedenken. Hör einfach auf zu faseln.

Du hast Recht . Westliche Bomben treffen einfach keine Krankenhäuser. :thumbup:
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Re: Europäische Armee

Beitragvon Adam Smith » Di 8. Dez 2020, 12:53

Grossbritannien rüstet massiv auf.


Großbritannien will künftig wieder so viel Geld für Rüstung ausgeben wie zuletzt zum Ende des Kalten Krieges. "Die internationale Situation ist gefährlicher und kompetitiver als zu jeder anderen Zeit seit dem Kalten Krieg und Großbritannien muss zu seiner Geschichte und zu seinen Verbündeten stehen", sagte der britische Premier Boris Johnson einer Mitteilung zufolge.


https://amp-n--tv-de.cdn.ampproject.org ... 78458.html

Entweder gibt es wirklich Probleme oder das Empire soll wiederbelebt werden.
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Re: Europäische Armee

Beitragvon Kohlhaas » Di 8. Dez 2020, 13:30

Adam Smith hat geschrieben:(08 Dec 2020, 12:53)

Grossbritannien rüstet massiv auf.



https://amp-n--tv-de.cdn.ampproject.org ... 78458.html

Entweder gibt es wirklich Probleme oder das Empire soll wiederbelebt werden.

Da kann es sich auch um eine "Spätfolge" bereits getroffener Entscheidungen handeln. GB ist gerade dabei, zwei Flugzeugträger in Dienst zu stellen. Jedes dieser Schiffe kostet nach heutigem Stand der Dinge 3,7 Milliarden Euro. Auf jedem der Schiffe sollen meiner Kenntnis nach 24 F-35B-Kampfflugzeuge stationiert werden. Stückpreis: 90 Millionen. Außerdem brauchen die Träger Geleitschutz in Form von Fregatten, Zerstörern, U-Booten. Da werden wohl noch zusätzliche Schiffe gebaut werden müssen, denn gegenwärtig müsste ein erheblicher Teil der existierenden britischen Flotte quasi zu einer "Begleitflotte" für die Träger umfunktioniert werden. Hinzu kommt, dass die Betriebskosten solcher Flugzeugträger enorm sind.

Allein das alles dürfte die von Johnson angekündigte Erhöhung der Militärausgaben zu einem guten Teil erklären.

Was die Briten mit diesen beiden Trägerverbänden vorhaben, wissen wohl nur sie selbst. Für die Verteidigung Europas sehe ich auf Anhieb höchstens begrenzten Nutzen. Aber wer weiß?

Der erste "Einsatz" der Queen Elisabeth soll wohl im Pazifik erfolgen. Anfang 2021 soll das Schiff nach Japan fahren, um der "wachsenden Militärmacht Chinas" entgegenzutreten. Ob dafür zwei Flugzeugträger im STOVL-Design ausreichen werden???

https://sumikai.com/nachrichten-aus-jap ... an-284963/
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Re: Europäische Armee

Beitragvon Kohlhaas » Di 8. Dez 2020, 16:52

Schon witzig, das wir hier über eine Europäische Armee diskutieren, während die deutsche Politik nicht mal bereit oder in der Lage ist, für eine auch nur annähernd einsatzbereite deutsche Armee zu sorgen, obwohl für den Verteidigungshaushalt mittlerweile 50 Milliarden Euro pro Jahr rausgeblasen werden...

Rechnungshof rügt konzeptlose Geldverschwendung durch das Verteidigungsministerium:
https://www.welt.de/politik/deutschland ... t-AKK.html

Währenddessen hat die SPD ihre pazifistische Ader neu entdeckt und ist jetzt plötzlich wieder gegen die Beschaffung bewaffneter Drohnen:
https://www.welt.de/debatte/kommentare/ ... swehr.html

Es ist einfach nur noch unerträglich, und es wird Zeit, dass diese elende Große Koalition endlich endet. In diesem Zustand der Selbstzersetzung ist die SPD nicht mehr regierungsfähig. Vielleicht schafft es ja eine neue Regierungskoalition, dieses unsägliche Rumgeeiere endlich zu beenden.
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Re: Europäische Armee

Beitragvon Cobra9 » Mi 9. Dez 2020, 13:01

Kohlhaas hat geschrieben:(08 Dec 2020, 16:52)

Schon witzig, das wir hier über eine Europäische Armee diskutieren, während die deutsche Politik nicht mal bereit oder in der Lage ist, für eine auch nur annähernd einsatzbereite deutsche Armee zu sorgen, obwohl für den Verteidigungshaushalt mittlerweile 50 Milliarden Euro pro Jahr rausgeblasen werden...

Rechnungshof rügt konzeptlose Geldverschwendung durch das Verteidigungsministerium:
https://www.welt.de/politik/deutschland ... t-AKK.html

Währenddessen hat die SPD ihre pazifistische Ader neu entdeckt und ist jetzt plötzlich wieder gegen die Beschaffung bewaffneter Drohnen:
https://www.welt.de/debatte/kommentare/ ... swehr.html

Es ist einfach nur noch unerträglich, und es wird Zeit, dass diese elende Große Koalition endlich endet. In diesem Zustand der Selbstzersetzung ist die SPD nicht mehr regierungsfähig. Vielleicht schafft es ja eine neue Regierungskoalition, dieses unsägliche Rumgeeiere endlich zu beenden.



Die SPD ist einfach nur. . . . erbärmlich.
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Re: Europäische Armee

Beitragvon Cobra9 » Mi 9. Dez 2020, 13:04

Audi hat geschrieben:(07 Dec 2020, 17:18)

Du hast Recht . Westliche Bomben treffen einfach keine Krankenhäuser. :thumbup:


Wieder mal. Du bist pauschal, oberflächlich. Hat niemand behauptet das Streitkräften aus Nato, EU nie Fehler gemacht haben oder tun werden. Es kann auch zu Kriegsverbrechen gekommen sein.

Aber eine gezielte Kampagne wie Russland es getan hat ist nicht passiert.

Wenn Du das selbst glaubst. Russland hat nicht nur mal ein Krankenhaus getroffen sondern Dutzende. Das nenn Ich gezielt.

Kriegsverbrecher entsprechend.


https://en.m.wikipedia.org/wiki/Russian ... g_campaign

https://www.tagesschau.de/ausland/syrie ... t-101.html



Wenn Du nicht in der Lage bist zu differenzieren okay.

Aber dann stell Dich nicht als Moralist per se hin.
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Re: Europäische Armee

Beitragvon Albstreuner » Mi 9. Dez 2020, 13:37

Mir fällt spontan kein anderes Land auf der Welt ein, das so tiefgreifende Lehren aus seiner eigenen Geschichte gezogen hat, wie Deutschland.
Und das nicht nur formal auf Verfassungs- und Gesetzesebene, sondern verinnerlicht im kollektiven Bewusstsein einer überwältigenden Mehrheit der Bevölkerung.
Ich bin davon überzeugt, dass Deutschland in der Lage wäre, ohne jede militärische Veteidigung dauerhaft in Frieden mit allen anderen Mächten zu leben.

Diese Überzeugung ist natürlich politisch nicht relevant, denn wie jede andere Überzeugung beinhaltet auch sie die Möglichkeit, dass ich mich irre.
Wenn wir politisch verantwortungsbewusst handeln wollen, werden wir also um eine Armee nicht herumkommen.
Und da würde es uns auch nicht helfen, eine "humanistisch-orientierte" Alibi-Armee aufzustellen.
Wenn wir (was ich nicht erwarte) einmal die Hilfe einer Armee bräuchten, dann müsste diese so stark, brutal und hemmungslos sein, wie nur möglich.
Denn genau so wird unser Gegner sein.
Und ich denke, da sind wir bei den Amerikanern in "guten Händen"

Mir fällt da immer ein früherer Arbeitskollege ein, der in den Achtzigerjahren in der Rhön stationiert war, und dessen Standortkommandeur bei der Begrüßung erklärt haben soll:
"Wir haben die Aufgabe, hier zwei Stunden durchzuhalten ... bis richtiges Militär kommt.
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Re: Europäische Armee

Beitragvon Kohlhaas » Mi 9. Dez 2020, 14:23

Albstreuner hat geschrieben:(09 Dec 2020, 13:37)

Mir fällt spontan kein anderes Land auf der Welt ein, das so tiefgreifende Lehren aus seiner eigenen Geschichte gezogen hat, wie Deutschland.
Und das nicht nur formal auf Verfassungs- und Gesetzesebene, sondern verinnerlicht im kollektiven Bewusstsein einer überwältigenden Mehrheit der Bevölkerung.
Ich bin davon überzeugt, dass Deutschland in der Lage wäre, ohne jede militärische Veteidigung dauerhaft in Frieden mit allen anderen Mächten zu leben.

Diese Überzeugung ist natürlich politisch nicht relevant, denn wie jede andere Überzeugung beinhaltet auch sie die Möglichkeit, dass ich mich irre.
Wenn wir politisch verantwortungsbewusst handeln wollen, werden wir also um eine Armee nicht herumkommen.
Und da würde es uns auch nicht helfen, eine "humanistisch-orientierte" Alibi-Armee aufzustellen.
Wenn wir (was ich nicht erwarte) einmal die Hilfe einer Armee bräuchten, dann müsste diese so stark, brutal und hemmungslos sein, wie nur möglich.
Denn genau so wird unser Gegner sein.
Und ich denke, da sind wir bei den Amerikanern in "guten Händen"

Mir fällt da immer ein früherer Arbeitskollege ein, der in den Achtzigerjahren in der Rhön stationiert war, und dessen Standortkommandeur bei der Begrüßung erklärt haben soll:
"Wir haben die Aufgabe, hier zwei Stunden durchzuhalten ... bis richtiges Militär kommt.

Ich kann keiner Deiner Aussagen zustimmen.

Ob Deutschland ohne militärische Verteidigung leben könnte, hängt nicht von Deutschland ab, sondern von den möglichen Kräften, die Deutschland bedrohen. Dass es solche Kräfte gibt, ist nicht zu leugnen. Krieg wird grundsätzlich NIE durch die Partei ausgelöst, die angegriffen wird. Krieg entsteht IMMER nur durch die Partei, die angreift.

Und Dein Arbeitskollege, der den Spruch vom "richtigen Militär" abgesondert hat, war definitiv ein Depp. In den 80er-Jahren hatte Deutschland noch ein einsatzbereites Militär. Welches "richtige Militär" hätte denn da kommen sollen? Die Bundeswehr war damals in Europa die Speerspitze der Nato. Zwölf voll ausgerüstete Divisionen. Acht davon gepanzert und vorrangig für den Angriff vorgesehen.

Europa kann sich nicht länger darauf verlassen, dass die USA uns verteidigen. Das wollen die USA nicht mehr und das können sie auch nicht mehr. Wir müssen das schon selbst erledigen. Nur so kann sichergestellt werden, dass es in einer Weise erledigt wird, die UNSEREN Interessen entspricht und nicht den Interessen zum Beispiel der USA.
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Re: Europäische Armee

Beitragvon Adam Smith » Mi 9. Dez 2020, 14:42

Hier mal Wikipedia zu der Aussage vom Arbeitskollegen.

Auf wenigen hunderten Quadratkilometern standen sich mehr als 150.000 Soldaten und etwa 4.000 Kampfpanzer und andere gepanzerte Gefechtsfahrzeuge[13] gegenüber. Mit nur 150 Kilometern Tiefe von Geisa in Thüringen bis Frankfurt und wenigen natürlichen Hindernissen für Panzer stellte das Fulda Gap die „Wespentaille“ und damit eine besondere strategische Pfortensituation[14] in Westdeutschland dar. Das Gelände galt im Allgemeinen als schwierig[15] zu verteidigen. Der Verlust dieses Raumes hätte die beiden Armeegruppen NORTHAG und CENTAG voneinander getrennt und die Gesamtverteidigung Westeuropas ins Wanken gebracht. Man ging davon aus, dass sich in der Zone zwischen Bad Hersfeld und Fulda entschieden hätte, ob ein konventioneller Dritter Weltkrieg zu einem Atomkrieg eskaliert wäre. Unter Präsident Ronald Reagan entwickelte die NATO unter der Bezeichnung General Defense Plan 31001 allgemeine Verteidigungspläne für die Bundesrepublik und Westeuropa für den Fall einer Invasion durch Streitkräfte des

...

Im Rahmen des General Defense Plan wären massiv US-amerikanische Truppenverbände um Fulda konzentriert worden, um einen solchen Angriff zu bremsen, bis Nachschub eingetroffen wäre. Zu diesem Zweck wurde auch der Einsatz taktischer Kernwaffen in Betracht gezogen, im Bereich um Fulda herum wären beispielsweise 141 taktische Atomwaffen im Rahmen des so genannten „Zebra-Pakets“ eingesetzt worden. Außerdem wurden in vielen Straßen – vermehrt innerhalb eines etwa 50 Kilometer breiten Gürtels entlang der Grenze – Sprengschächte angelegt, die nach ihrer Zündung die Bewegungen der feindlichen Armeen verlangsamen sollten.

Der SACEUR[18] Bernard W. Rogers bekräftigte noch im Jahr 1984, dass nur wenige Tage lang hätte konventionell[19] verteidigt werden können. Danach wäre der Einsatz von Kernwaffen unumgänglich geworden. Dennoch wurde in den 1980er Jahren die Panzerabwehrfähigkeit des NATO-Heeres durch einen kombinierten Einsatz von Luftwaffe (Fairchild-Republic A-10 Erdkampfflugzeugen und General Dynamics F-16 Jagdbombern[12]), moderner Panzerabwehrminen (AT-2 Panzerabwehr-Wurfminen[20]), Panzerabwehrhubschrauber und Panzerabwehrlenkraketen (MILAN, HOT und TOW[21]) massiv erhöht. Diese Verteidigungspläne am Fulda Gap behielten ihre Gültigkeit bis zum Ende des Kalten Krieges und zur Deutschen Wiedervereinigung 1990, auf dem Papier bis ins Jahr



https://de.m.wikipedia.org/wiki/Fulda_Gap
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Re: Europäische Armee

Beitragvon Kohlhaas » Mi 9. Dez 2020, 15:07

Adam Smith hat geschrieben:(09 Dec 2020, 14:42)

Hier mal Wikipedia zu der Aussage vom Arbeitskollegen.



https://de.m.wikipedia.org/wiki/Fulda_Gap

Willst Du damit sagen, dass die deutschen Soldaten, die seinerzeit in der Rhön stationiert waren, keine "richtigen Soldaten" waren? Fulda-Gap war damals ein strategisches Problem für Deutschland und die Nato. Genauso wie heutzutage die dünne Landbrücke zwischen Polen und dem Baltikum ein schwerwiegendes strategisches Problem für die Nato ist. Aber was soll das mit Erwägungen über "richtiges Militär" zu tun haben?

Selbstverständlich gibt es in militärischen Auseinandersetzungen immer das Problem, dass bestimmte Positionen nicht verteidigt werden können. Das hat schon Sun Zu vor mehr als 2500 Jahren "eingestanden". Weder die Aussagen von Sun Zu noch der von Dir zitierte Beitrag zum Fulda-Gap belegt aber die Behauptung, dass Deutschland in den 1980er Jahren nur "Spielzeugsoldaten" hatte, deren Funktion es gewesen wäre, gerade so lange durchzuhalten, bis "richtiges Militär" eintrifft.

Was der erwähnte "Arbeitskollege" gesagt hat, mag für seinen speziellen Stationierungsort gegolten haben, aber ganz gewiss nicht für das gesamte deutsche Militär. Hör also bitte auf mit dem Versuch, meine Aussagen mit Hinweis auf irgendwelche möglichen Spezialfälle verdrehen zu wollen.
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Re: Europäische Armee

Beitragvon Adam Smith » Mi 9. Dez 2020, 19:09

Kohlhaas hat geschrieben:(09 Dec 2020, 15:07)

Willst Du damit sagen, dass die deutschen Soldaten, die seinerzeit in der Rhön stationiert waren, keine "richtigen Soldaten" waren?


Vielleicht war der Arbeitskollege nur ein Wehrpflichtiger der sich und und die anderen Wehrpflichtigen überfordert ansah die Rote Armee aufzuhalten. Denn der Plan sah vor, dass die Rote Armee hier hätte aufgehalten werden sollen. Vielleicht wurde den Wehrpflichtigen die Aufgabe sogar mitgeteilt und er bekam es dann mit der Angst zu tun.
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Re: Europäische Armee

Beitragvon Kohlhaas » Mi 9. Dez 2020, 20:45

Adam Smith hat geschrieben:(09 Dec 2020, 19:09)

Vielleicht war der Arbeitskollege nur ein Wehrpflichtiger der sich und und die anderen Wehrpflichtigen überfordert ansah die Rote Armee aufzuhalten. Denn der Plan sah vor, dass die Rote Armee hier hätte aufgehalten werden sollen. Vielleicht wurde den Wehrpflichtigen die Aufgabe sogar mitgeteilt und er bekam es dann mit der Angst zu tun.

Dann hat der genannte Wehrpflichtige schlicht nicht verstanden, was ein Verzögerungsgefecht ist. Das kann bei unbedarften Wehrpflichtigen vorkommen. Darüber reden wir hier aber nicht. Es ging um die völlig bescheuerte Behauptung, dass die Bundeswehr lediglich so lange durchhalten sollte, bis "richtiges Militär" eintrifft. Hast Du es jetzt verstanden oder soll ich es Dir aufmalen?
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Re: Europäische Armee

Beitragvon Cobra9 » Do 10. Dez 2020, 09:06

Albstreuner hat geschrieben:(09 Dec 2020, 13:37)

Mir fällt spontan kein anderes Land auf der Welt ein, das so tiefgreifende Lehren aus seiner eigenen Geschichte gezogen hat, wie Deutschland.
Und das nicht nur formal auf Verfassungs- und Gesetzesebene, sondern verinnerlicht im kollektiven Bewusstsein einer überwältigenden Mehrheit der Bevölkerung.
Ich bin davon überzeugt, dass Deutschland in der Lage wäre, ohne jede militärische Veteidigung dauerhaft in Frieden mit allen anderen Mächten zu leben.

Diese Überzeugung ist natürlich politisch nicht relevant, denn wie jede andere Überzeugung beinhaltet auch sie die Möglichkeit, dass ich mich irre.
Wenn wir politisch verantwortungsbewusst handeln wollen, werden wir also um eine Armee nicht herumkommen.
Und da würde es uns auch nicht helfen, eine "humanistisch-orientierte" Alibi-Armee aufzustellen.
Wenn wir (was ich nicht erwarte) einmal die Hilfe einer Armee bräuchten, dann müsste diese so stark, brutal und hemmungslos sein, wie nur möglich.
Denn genau so wird unser Gegner sein.
Und ich denke, da sind wir bei den Amerikanern in "guten Händen"

Mir fällt da immer ein früherer Arbeitskollege ein, der in den Achtzigerjahren in der Rhön stationiert war, und dessen Standortkommandeur bei der Begrüßung erklärt haben soll:
"Wir haben die Aufgabe, hier zwei Stunden durchzuhalten ... bis richtiges Militär kommt.




Die Bundeswehr war damals keine Lachtruppe sondern professionell und gut aufgerüstet. Die Behauptung des Kollegen ist idiotisch.

Richtig ist eine langfristige Verteidigung oder gar Offensive hätte das stationierte Kontingent damals allein nicht machen können. Aber Ich stell den Arbeitskollegen von Dir gern mal ins Manöver.

Er kriegt eine Kompanie, Ich ein Regiment. Ergebnis liegt auf der Hand. Natürlich hätte im Konflikt keine Garnison allein lange überleben können.

Der Warschauer Pakt hatte enorm Manpower und Material. Aber das Zusammwirken der Kräfte war schon immer Teil des Konzept.

Du hast auch nie genug Kräfte um die gesamte Front so zu verteidigen das nie irgendwelche Verstärkung wo gebraucht wird.
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Re: Europäische Armee

Beitragvon Cobra9 » Do 10. Dez 2020, 09:09

Adam Smith hat geschrieben:(09 Dec 2020, 19:09)

Vielleicht war der Arbeitskollege nur ein Wehrpflichtiger der sich und und die anderen Wehrpflichtigen überfordert ansah die Rote Armee aufzuhalten. Denn der Plan sah vor, dass die Rote Armee hier hätte aufgehalten werden sollen. Vielleicht wurde den Wehrpflichtigen die Aufgabe sogar mitgeteilt und er bekam es dann mit der Angst zu tun.



Ja der Plan sah vor so lange Stand zuhalten bis Verstärkung kommt oder eine neue Stellung bezogen wird.

Was hat das dann damit zu tun das man schlechte Soldaten hatte.

Null. Nada.
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