Europäische Armee

Moderator: Moderatoren Forum 3

Euro Armee?

Ja
20
67%
Nein
10
33%
 
Abstimmungen insgesamt: 30
Lianus
Beiträge: 78
Registriert: Di 3. Mär 2020, 14:59

Europäische Armee

Beitragvon Lianus » Sa 19. Sep 2020, 11:47

Guten Aleikum liebe Mitmenschen und Mitmenschinnen,


aufgrund der vielen Probleme mit unseren Nachbarländern (Türkei, Libyen, eventuell Russland) wäre es von Vorteil wenn man die Kräfte in einer EU Armee bündelt. Natürlich wäre dies ein historischer Schritt und hätte viele Hürden zu meistern aber am Ende wäre eine zukunftssichere, schlagkräftige Armee die sogar noch Mittel spart aber um einiges effektiver einzusetzen wäre als die vielen nationalen Armeen.

Man müsste diese Armee wirklich auf Verteidigung trimmen denn dann kann es auch nicht zu großen Diskussionen führen wann sie eingesetzt wird denn der Fall der Verteidigung ist klar definiert.

Hier mal ein paar Zahlen:

Budget: 182 mrd. Euro
Anteil am BIP: 1,5 %
Soldaten: >1,6 mio
Flugzeugträger: 7
Kampfpanzer: >5300
Kampfflugzeuge: >2000
Atomwaffen

Technologie die an der Weltspitze steht, in jeder Sparte werden derzeit Neuentwicklungen angestrebt.

Wenn man in absoluten Zahlen schaut wären wir bereits jetzt mit den USA ganz oben in der Liste der stärksten Streitkräfte.

Die Zahlen schwanken und ich bin mir nicht sicher ob Großbritannien da noch mit eingerechnet ist oder nicht.
https://de.wikipedia.org/wiki/Europaarmee


Derzeit unterhält jede Nation seine eigenen Streitkräfte und viele nutzen ihre eigenen Rüstungserzeugnisse, wenn man sich dann auf wenige Betriebe beschränkt könnte man die EU Armee sehr effizient gestalten.


Man hätte eine ernstzunehmende Verteidigungsstreitmacht bei der auch Russland nicht mehr auf falsche Ideen kommen würde.
Die Türkei hätte kein so leichtes Spiel mehr da es von Sekunde 1 gegen eine europäische Armee statt einer kleinen griechischen entgegentreten müsste.


Wie seht ihr das, wäre es sinnvoll, machbar oder seid ihr dagegen?

Vor und Nachteile?
Theophan
Beiträge: 280
Registriert: Sa 11. Feb 2012, 13:52

Re: Europäische Armee

Beitragvon Theophan » Sa 19. Sep 2020, 13:34

Wer soll diese Armee befehligen ?
Lianus
Beiträge: 78
Registriert: Di 3. Mär 2020, 14:59

Re: Europäische Armee

Beitragvon Lianus » Sa 19. Sep 2020, 14:43

Theophan hat geschrieben:(19 Sep 2020, 13:34)

Wer soll diese Armee befehligen ?


Darüber kann man diskutieren. Ich würde sagen das europäische Parlament. Regeln und Gesetze für den Einsatz müssen natürlich geschaffen werden, vll. benötigt man auch einen neuen Ministerposten genau dafür.
Benutzeravatar
Tom Bombadil
Beiträge: 49217
Registriert: Sa 31. Mai 2008, 16:27
Benutzertitel: Non Soli Cedit

Re: Europäische Armee

Beitragvon Tom Bombadil » Sa 19. Sep 2020, 14:48

In der EU könnte das im V-Fall der Kommissionspräsident machen, in Friedenszeiten ist der Komissar für Außen- und Sicherheitspolitik zuständig.
The tree of liberty must be refreshed from time to time with the blood of patriots and tyrants. It is its natural manure.
Thomas Jefferson
Diffamierer der Linken.
Eulenwoelfchen

Re: Europäische Armee

Beitragvon Eulenwoelfchen » Sa 19. Sep 2020, 16:28

Lianus hat geschrieben:(19 Sep 2020, 11:47)

Guten Aleikum liebe Mitmenschen und Mitmenschinnen,


aufgrund der vielen Probleme mit unseren Nachbarländern (Türkei, Libyen, eventuell Russland) wäre es von Vorteil wenn man die Kräfte in einer EU Armee bündelt. Natürlich wäre dies ein historischer Schritt und hätte viele Hürden zu meistern aber am Ende wäre eine zukunftssichere, schlagkräftige Armee die sogar noch Mittel spart aber um einiges effektiver einzusetzen wäre als die vielen nationalen Armeen.

Man müsste diese Armee wirklich auf Verteidigung trimmen denn dann kann es auch nicht zu großen Diskussionen führen wann sie eingesetzt wird denn der Fall der Verteidigung ist klar definiert.

Hier mal ein paar Zahlen:

Budget: 182 mrd. Euro
Anteil am BIP: 1,5 %
Soldaten: >1,6 mio
Flugzeugträger: 7
Kampfpanzer: >5300
Kampfflugzeuge: >2000
Atomwaffen

Technologie die an der Weltspitze steht, in jeder Sparte werden derzeit Neuentwicklungen angestrebt.

Wenn man in absoluten Zahlen schaut wären wir bereits jetzt mit den USA ganz oben in der Liste der stärksten Streitkräfte.

Die Zahlen schwanken und ich bin mir nicht sicher ob Großbritannien da noch mit eingerechnet ist oder nicht.
https://de.wikipedia.org/wiki/Europaarmee


Derzeit unterhält jede Nation seine eigenen Streitkräfte und viele nutzen ihre eigenen Rüstungserzeugnisse, wenn man sich dann auf wenige Betriebe beschränkt könnte man die EU Armee sehr effizient gestalten.


Man hätte eine ernstzunehmende Verteidigungsstreitmacht bei der auch Russland nicht mehr auf falsche Ideen kommen würde.
Die Türkei hätte kein so leichtes Spiel mehr da es von Sekunde 1 gegen eine europäische Armee statt einer kleinen griechischen entgegentreten müsste.


Wie seht ihr das, wäre es sinnvoll, machbar oder seid ihr dagegen?

Vor und Nachteile?


Das hieße im Gegenzug dann, dass die Nato ihre Daseinsberechtigung ziemlich eingebüßt hätte.

Wie auch immer, Peter Scholl-Latour hat im übrigen schon immer davor gewarnt, dass irgendwann die USA ihrer
Schutzfunktion für Europa, auch speziell der für D, überdrüssig werden könnten ...oder auch ...wesentlich drängendere
Probleme und Interessenslagen bekommen könnten, wie sie sich bei Obama schon abzeichneten. Siehe den Konfliktraum
Pazifik und Südostasien, wo sie China unverhohlen drohend breit macht. Aktuell gerade mit einem Marine"aufmarsch" in der Strasse
von Taiwan, just als ein hochrangiger US-Diplomat das vormalige Formosa besuchte.

Und ein Kommentator der FAZ sich fragte, ob die USA einen Krieg mit China wg. Taiwan riskiernen würden, falls China den
"Putin" macht und genauso unverfroren mit militärischer Aggressivität Taiwan "heim ins Chinesische Reich" holt?

Was den Ausgangspunkt des Threadthemas angeht, wäre eine Europäische Armee, ihrem Charatker nach mit defensiver,
auf den EU-Raum ausgerichteter Kernaufgabe, sicherlich wünschenswert. Vielleich sogar notwendig, sofern der Wille der USA,
der sich schon unter Obama abzeichnete, unter Trump noch zunahm, Europa zu verteidigen, irgendwann gegen Null auflöst.

Ich sehe aber große Hürden, gerade auch was eine solche Europäische Armee angeht, die letztlich anhand hier ins Gespräch
gebrachter Kompetenzen und Entscheidungshoheiten eine Befugnis bei der EU ansiedelt. Immerhin in der Frage der nationalen
Sicherheit, bei der nicht mehr die Entscheidungen der EU-Regierungschefs ziehen.

Wenn man so will, eine Entscheidungshoheit und Verlagerung (Machtzuwachs) sowohl für die EU-Kommission als auch das
Parlament, die aktuell niemand in der EU will. Im Gegenteil, man will wieder mehr nationale Entscheidungshoheit und Souveränität.

Von daher bin ich sehr skeptisch, ob eine solche Europäische Armee nicht mehr ein Traum eines einigen Europa ist, der wenig Aussicht auf
Realisierung hat.

Grundsätzlich halte ich es aber als dringend notwendig für die Zukunft, dass das militärische Gewicht Europas verstärkt werden muss,
will man hinkünftig auch wirklich ernstgenommen werden im Konzert der Supermächte. Und letztlich auch, eine selbstbestimmte und unabhängige
Europäische Politik durchsetzen zu können. Statt Spielball der derzeitigen und künftigen Machtblöcke und deren Interessenslagen zu sein und zu bleiben (USA, China und die Russen).

Der wirtschafliche Schub und Faktor ist dabei hinsichtlich der Entwicklung europäischer, eigenständiger, innovativer und konkurrenzfähiger Technologien ebenfalls nicht
zu unterschätzen.
Benutzeravatar
Cobra9
Beiträge: 29924
Registriert: Mo 10. Okt 2011, 11:28

Re: Europäische Armee

Beitragvon Cobra9 » Di 17. Nov 2020, 11:33

Es wird in den nächsten 15 Jahren keine EU Armee geben. Wahrscheinlich länger nicht und derzeit ist es auch nicht möglich das zu haben. Zuviele Einzelinteressen.
Immer wieder grüßt das Murmeltier

Die Geschichte lehrt die Menschen, dass die Geschichte die Menschen nichts lehrt
Benutzeravatar
Adam Smith
Beiträge: 33103
Registriert: Mi 18. Jan 2012, 21:57

Re: Europäische Armee

Beitragvon Adam Smith » Di 17. Nov 2020, 13:40

Kramp-Karrenbauers strebt keine unabhängige europäische Armee aus Kostengründen an.

Sie verwies darauf, dass bislang rund 75 Prozent aller Fähigkeiten in der NATO von den USA zur Verfügung gestellt würden. Um dies vollständig auszugleichen, wären die Kosten auf deutscher Seite viel höher als die viel diskutierte NATO-Verpflichtung zur Aufwendung von zwei Prozent des Bruttoinlandsprodukts für Verteidigung


https://www.tagesschau.de/inland/grunds ... r-101.html
Audi
Beiträge: 7995
Registriert: Di 22. Mär 2016, 11:57

Re: Europäische Armee

Beitragvon Audi » Di 17. Nov 2020, 18:14

Die EU kann sich heute schon gegen jeden verteidigen. Dazu brauchen wir weder die USA oder sonst wen.
Bezüglich Rüstung, welches Land würde seine Firmen mit Absicht platt machen um es an ein anderes EU Land zu verlieren. Das ist doch utopisch
Pseudo_Nym
Beiträge: 98
Registriert: Sa 16. Apr 2016, 21:53

Re: Europäische Armee

Beitragvon Pseudo_Nym » Di 17. Nov 2020, 23:16

Das Problem ist, dass die Armee alleine überhaupt nichts bringt, ohne dass man sich auf eine gemeinsame Außenpolitik einigen würde und zwar endgültig, so das keiner mehr ohne weiteres aus der Reihe tanzen und die Strukturen blockieren kann.
Das bedeutet um eine effektiv wirklich funktionierende europäische Armee ins Werk setzen zu können, müssten die europäischen Staaten ihre außenpolitische Souveränität ein gutes Stück weit aufgeben und das bedeutet im Klartext den Übergang von einem Staatenbund in einen Bundesstaat.

Das wiederrum geht überhaupt nicht ohne jegliches wenn-und aber wei es auch eine Vereinheitlichung der Gesundheits- Sozial und Rentensysteme etc. voraussetzen würde und das nicht nur bei sehr verschiedenen Interessen, sondern auch vor dem Hintergerund sehr verschiedener Lohnniveaus, Lebenserhaltungskosten, etc.
Das wird man in uneingeschränkter Form nicht hinbekommen.

Die einzige Basis, auf der ich das vielleicht umsetzbar sehe wäre eine Umgestaltung der Europäischen Union, gewissermaßen nach dem Vorbild des Österreichisch-Ungarischen Ausgleichs von 1867.
Hieße, auch wenn das etwas antiquiert anmutet für mich konkret:

- Schaffung eines gemeinsamen europäischen Außen-, Wehr- und Finanzministeriums.
- Schaffung eines Kollegiums, zur Regelung der gesamteuropäischen Außenbeziehungen, gewählt und Beauftragt durch das europäische Parlament, inklusive ständiger Vertretung der Regierungen der Einzelstaaten bei diesem Kollegium.
- Festlegung einer einheitlichen Kommandosprache innerhalb der Armee
- Verbindliche Regelung der Hackordnung innerhalb der Armee, für den Verteidigungsfall
- Automatische Unterstellung der jeweiligen nationalen Streitkräfte unter einen vorher zu konkret zu benennenden Oberbefehl, für die Dauer der auseinandersetzung.

etc.

Das ganze bei weitgehender, fortgesetzter Autonomie der Einzelstaaten in allen, das Militär nicht betreffenden, innenpolitischen Fragen.

Etwas in der Art, könnte mMn gehen und das würde ich dann auch beführworten, kann mir aber derzeit nicht vorstellen, dass es irgendwelche Mehrheiten finden würde, auch nicht in absehbarer Zeit, dafür ist Europa derzeit zu zerstritten.

Sich einfach zur gemeinsamen Armee zu deklarieren, ohne verbindliche Regelung von Beschaffung des Materials, Ausbildung, Kommando im Kriegsfall etc. und in dieser Hinischt auch Souveränitätsverzicht der Einzelstaaten, braucht man nicht zu tun, das bringt nichts.
Eine große Ansammlung von Truppen ist noch lange keine funktionierende Armee und so lange die Befindlichkeiten der Einzelstaaten, nicht durch eine umfassendere Regelung ausgeklammert werden, jede Regierung eines Einzelstaates das letztendliche Oberkommando über die jeweils eigenen Truppen behält, kommt man zu nichts, weil dann im Zweifel jede Regierung versuchen würde, für das eigene Territorium maximalen Schutz zu erwirken und den Blutzoll so weit als möglich die anderen erbringen zu lassen oder sich gemeinsamen Operationen zu widersetzen um das eigene Gesicht zu wahren und der eigenen Bevölkerung die eigene Souveränität zu beweisen.

Auf die Weise kann man keinen Krieg führen.


Wie gesagt, bei Veränderung mindestens des außen- und wehrpolitischen Charakters der EU-Union hin zu einem Bundestaat mit, jedenfalls in dieser Hinischt, zentralen Organen, die das koordinierte Aufstellen und das koordinierte Führen und Finanzieren einer solchen Armee ermöglichen, hätte die Aufstellung derselben meinen Segen.
Aus der NATO müsste man ja deswegen nicht glecih austreten, wäre aber, falls die Amerikaner sich weiterhin zu einem eher unzuverlässigen, bis nicht mehr berechenbaren Akteur entwickelten, eine weitere Sicherheit.

Auch wäre die Schaffung einer solchen Armee, mit der man sich ggf. auch den Verzicht auf die unmittelbare, militärische Zusammenarbeit mit den USA leisten könnte, möglicherweise ein ganz effektiver außenpolitischer Hebel um die USA daran zu hindern künftig wieder irgendwelche Auseinandersetzungen im Mittelmeerraum oder im nahen Osten gegen unsere Interessen zu beginnen.

Es wird ja gerne mit den Kosten argumentiert, die, was den Verteidigungsetat massiv hochgehen würden, wenn man sich aus der NATO ausklinkte, was an sich auch richtig ist, sich aber ein gutes Stück weit wieder egalisiert, wenn Verbleib in der NATO und kritiklose Hinnahme der bestehenden Strukturen bedeutet, dass Europa die demographischen Folgen (Flüchtlinge) der amerikanischen und britischen außenpolitischen Abenteuer zu tragen hat.
Dann bin ich schon der Meinung, sollte man lieber ein gesamteuropäisches Militär unterhalten und eine gemeinsame außenpolitische Linie finden um derlei künftig zu vermeiden und das der amerikanischen Seite bei Bedarf denn auch vorzutragen.

-
Eulenwoelfchen

Re: Europäische Armee

Beitragvon Eulenwoelfchen » Mi 18. Nov 2020, 02:46

AKK's sicherheitspolitische Lagebeurteilung und Analyse ist sicherlich realistisch und in mehrfacher Hinsicht die einzige Option.
Letzlich war und ist die transatlantische Sicherheitspartnerschaft mit den USA unter dem Dach der NATO der Garant für Frieden und Freiheit. Nicht nur für D, sondern ganz Europa (ausser RUS).

Eine Europäische Armee ist einfach nur ein Hirngespinst angesichts einer zerstrittenen EU, die nicht einmal zu einer einheitlichen und wirksamen Sicherung seiner Aussengrenzen fähig ist. Stichwort Frontex mit gesamteuropäischer, zentraler Handlungs- und Kommandobefugnis.

Mir ist auch nicht wirklich klar, was Macron eigentlich en Detail will, und wesalb er da AKK so vehement angiftet?

Wenn es ihm in Wirklichkeit um mehr Rüstungsaufträge, vor allem für franz. Rüstungsfirmen geht, könnte ich das noch nachvollziehen. Oder um gesamtschuldnerisch haftenden Finanztransfer nach Paris "von hinten durch die Brust ins Auge"...

Ansonsten kann Herr Macron doch nicht so behämmert sein, zu glauben, dass eine Europäische Armee eine Sicherheitsgarantie für Europa in absehbarer Zeit abgeben könne. Ebenso dürfte es mehr als utopisch sein, mit dem Ansatz einer Europäischen Armee eine gesamtschuldnerisch Haftende Währungsunion ins Werk setzen zu können. Ohne auch nur ansatzweise eine politische Union als essentielle Grundvoraussetzung für eine Europäische Armee zu haben.

Macron scheint dem damaligen franz. Denkansatz aufzuliegen, dass mit der Klammerwirkung EURO auch eine politische Union, ein einiges Europa, entstehen würde. Was definitiv scheiterte. Ein Ei zu bekommen, ohne vorher ein legefähiges Huhn zu haben, ist ein skurriler Ansatz.

So bleibt für mich Macrons EU-Welt eine, die ich nicht betreten kann. Ich kann nicht nachvollziehen, was er wirklich will?
Europa kann er jedenfalls nicht verteidigen ohne die USA und die NATO (incl. der anderen, nichteuropäischen Partner in diesem Schutzbund).
Nichts hat das eindrücklicher gezeigt, als der letzte Krieg in Europa. Ohne die USA hätte man den Balkan nicht befrieden können.
Ob der Krieg vorher mit friedlichen Mitteln nicht besser zu verhindern gewesen wäre, steht auf einem anderen Blatt.

Militärisch war die EU eine Maus. Und das ist sie auch heute und morgen noch. Schutzlos ohne ihren lieben Elefanten USA.
Benutzeravatar
grün
Beiträge: 419
Registriert: So 1. Nov 2015, 02:09

Re: Europäische Armee

Beitragvon grün » Mi 18. Nov 2020, 04:04

Ich finde es immer wieder beeindruckend, wie selten ich in diesem Zusammenhang die Frage lese, gegen wen die EU sich nach 1991 eigentlich noch militärisch schützen müsste.

Ein "Garant für Frieden" wäre übrigens die Demilitarisierung. Aber aus irgendeinem Grund wirkt die Propaganda der rechtspopulistischen Bundesregierung, die seit Jahrzehnten stur von einer großen Bedrohung faselt, indem Deutschland schon morgen von irgendwem (und sei es nur wieder "der Iwan", dieses Feindbild wirkt ja seit dem frühen 20. Jahrhundert ganz gut) überrollt werden würde, wenn wir nur weniger Geld in das Abknallen von Ausländern in irgendwelchen "Schurkenstaaten" (komisch: die USA sind nie gemeint...) stecken würden.

Ist es nicht erstaunlich, wie viel Geld für Krieg in irgendwelchen Budgets in dem Land, von dem nie wieder Krieg ausgehen dürfe, steckt?
Die Ideen der Linken sind vor allem langweilig.
-- Nicolás Gómez Dávila
Wähler
Beiträge: 6086
Registriert: Di 25. Dez 2012, 13:04
Benutzertitel: Bürgerjournalismus
Wohnort: Bayern

Re: Europäische Armee

Beitragvon Wähler » Mi 18. Nov 2020, 08:17

grün hat geschrieben:(18 Nov 2020, 04:04)
Ist es nicht erstaunlich, wie viel Geld für Krieg in irgendwelchen Budgets in dem Land, von dem nie wieder Krieg ausgehen dürfe, steckt?

Eine gemeinsame Europäische Armee würde zu Synergieeffekten führen. Der Atomschild Frankreichs könnte durchaus für die anderen EU-Mitgliedsstaaten angesichts der Atomwaffenarsenale der Russen und Chinesen eine geringere Abhängigkeit von den USA und damit mehr verteidigungspolitischen Spielraum bedeuten. Die ausschließliche Orientierung an der Kennzahl 2% des Bruttoinlandsproduktes ist als eindimensional abzulehnen.
Zeitungstexte bei Genios mit Bibliotheksausweis kostenlos: https://www.wiso-net.de/login?targetUrl=%2Fdosearch (Zugang auch bundesweit)
Benutzeravatar
Cobra9
Beiträge: 29924
Registriert: Mo 10. Okt 2011, 11:28

Re: Europäische Armee

Beitragvon Cobra9 » Mi 18. Nov 2020, 09:22

Audi hat geschrieben:(17 Nov 2020, 18:14)

Die EU kann sich heute schon gegen jeden verteidigen. Dazu brauchen wir weder die USA oder sonst wen.
Bezüglich Rüstung, welches Land würde seine Firmen mit Absicht platt machen um es an ein anderes EU Land zu verlieren. Das ist doch utopisch


1-die EU kann sich nicht verteidigen da keine Armee, Streitkräfte vorhanden

2-die EU ist nicht als Bündnis zur Verteidigung ect gedacht oder geführt.

Einfach mal Nachdenken vor den Posten.


EU is nicht Nato.
Immer wieder grüßt das Murmeltier

Die Geschichte lehrt die Menschen, dass die Geschichte die Menschen nichts lehrt
Benutzeravatar
grün
Beiträge: 419
Registriert: So 1. Nov 2015, 02:09

Re: Europäische Armee

Beitragvon grün » Mi 18. Nov 2020, 11:03

Wähler hat geschrieben:(18 Nov 2020, 08:17)

Der Atomschild Frankreichs könnte durchaus (...) mehr verteidigungspolitischen Spielraum bedeuten.


Gegen wen genau verteidigt uns dieser Schild?
Die Ideen der Linken sind vor allem langweilig.
-- Nicolás Gómez Dávila
Benutzeravatar
Dieter Winter
Beiträge: 17518
Registriert: Fr 6. Jan 2012, 22:08

Re: Europäische Armee

Beitragvon Dieter Winter » Mi 18. Nov 2020, 11:14

Cobra9 hat geschrieben:(18 Nov 2020, 09:22)

2-die EU ist nicht als Bündnis zur Verteidigung ect gedacht

Als was genau ist die EU überhaupt gedacht? EWG iss klar, aber welche Union ist konkret gemeint? Manche halten sich an die Vorgaben aus Brüssel, andere weniger. Einige haben die Gemeinschaftswährung (und -haftung), andere nicht.... Die Einen kommen, andere gehen.
Never approach a bull from the front, a horse from the rear, or an idiot from any direction.
Wähler
Beiträge: 6086
Registriert: Di 25. Dez 2012, 13:04
Benutzertitel: Bürgerjournalismus
Wohnort: Bayern

Re: Europäische Armee

Beitragvon Wähler » Mi 18. Nov 2020, 11:24

Wähler hat geschrieben:(18 Nov 2020, 08:17)
Eine gemeinsame Europäische Armee würde zu Synergieeffekten führen. Der Atomschild Frankreichs könnte durchaus für die anderen EU-Mitgliedsstaaten angesichts der Atomwaffenarsenale der Russen und Chinesen eine geringere Abhängigkeit von den USA und damit mehr verteidigungspolitischen Spielraum bedeuten. Die ausschließliche Orientierung an der Kennzahl 2% des Bruttoinlandsproduktes ist als eindimensional abzulehnen.

grün hat geschrieben:(18 Nov 2020, 11:03)
Gegen wen genau verteidigt uns dieser Schild?

Euractiv 22. Oktober 2020 EU-Parlament fordert mehr Engagement gegen Atomwaffen
https://www.euractiv.de/section/eu-auss ... tomwaffen/
"Die Abgeordneten warnen, dass die Überprüfung des Vertrags in einem besonders schwierigen internationalen Sicherheitskontext stattfinde, da „mehrere Kernwaffenstaaten planen oder dabei sind, ihre Kernwaffen oder Trägersysteme zu modernisieren“. Einige dieser Länder würden außerdem ihre „Schwellenwerte für den Einsatz dieser Waffen und Systeme in ihren nationalen Militärdoktrinen senken“."
Wir leben in einer multipolaren Welt, so dass die Bedrohungslage nicht mehr so klar ist, wie zu Zeiten des Kalten Krieges. Die EU ist daran interessiert, dass der Iran keine Atomwaffen produzieren kann. Russland und China modernisieren zur Zeit ihre Atomwaffenarsenale.
Zeitungstexte bei Genios mit Bibliotheksausweis kostenlos: https://www.wiso-net.de/login?targetUrl=%2Fdosearch (Zugang auch bundesweit)
Benutzeravatar
grün
Beiträge: 419
Registriert: So 1. Nov 2015, 02:09

Re: Europäische Armee

Beitragvon grün » Mi 18. Nov 2020, 11:38

Du bist meiner Frage ausgewichen. Glaubst du, irgendeiner dieser Staaten würde uns ohne diesen Schild völlig unprovoziert angreifen? Wenn ja, warum sollte er?

Bonus: warum haben die USA eigentlich Atomwaffen bei uns herumliegen und warum ist das völlig akzeptabel?
Die Ideen der Linken sind vor allem langweilig.
-- Nicolás Gómez Dávila
Benutzeravatar
Cobra9
Beiträge: 29924
Registriert: Mo 10. Okt 2011, 11:28

Re: Europäische Armee

Beitragvon Cobra9 » Mi 18. Nov 2020, 11:57

Dieter Winter hat geschrieben:(18 Nov 2020, 11:14)

Als was genau ist die EU überhaupt gedacht? EWG iss klar, aber welche Union ist konkret gemeint? Manche halten sich an die Vorgaben aus Brüssel, andere weniger. Einige haben die Gemeinschaftswährung (und -haftung), andere nicht.... Die Einen kommen, andere gehen.



Ich würde vereinfacht sagen mindestens zu 50% ein wirtschaftlicher Verbund und der Zweck ist ja in Ordnung.




Der geimsame Binnenmarkt ist der wichtigste Motor der EU-Wirtschaft. Er gewährleistet Freizügigkeit für die meisten Waren, Dienstleistungen, Kapitalvermögen und Menschen. Meine Meinung.

Natürlich soll auch gemeinsam eune Ausen, Sicherheitspolitik ect. gemacht werden.

Seh ich sehr wenig davon
Immer wieder grüßt das Murmeltier

Die Geschichte lehrt die Menschen, dass die Geschichte die Menschen nichts lehrt
Benutzeravatar
Cobra9
Beiträge: 29924
Registriert: Mo 10. Okt 2011, 11:28

Re: Europäische Armee

Beitragvon Cobra9 » Mi 18. Nov 2020, 11:58

grün hat geschrieben:(18 Nov 2020, 11:38)

Du bist meiner Frage ausgewichen. Glaubst du, irgendeiner dieser Staaten würde uns ohne diesen Schild völlig unprovoziert angreifen? Wenn ja, warum sollte er?

Bonus: warum haben die USA eigentlich Atomwaffen bei uns herumliegen und warum ist das völlig akzeptabel?


Kannst Du ausschließen das jemand angreift??
Bonus hat rein gar nichts mit dem Thema zu tun. Das basiert auf der Nato Politik.
Immer wieder grüßt das Murmeltier

Die Geschichte lehrt die Menschen, dass die Geschichte die Menschen nichts lehrt
Benutzeravatar
grün
Beiträge: 419
Registriert: So 1. Nov 2015, 02:09

Re: Europäische Armee

Beitragvon grün » Mi 18. Nov 2020, 12:05

Ach so: Uns könnte ja jemand angreifen, deswegen müssen wir dringend aufrüsten.
Komisch. Ich dachte, damit hätten wir in den Sechzigern schon aufgehört..

Aber nach der Logik wäre ja auch der Atomwaffenbesitz von Iran, Korea, Russland und den USA nicht weiter schlimm. Die könnte ja wer angreifen, deswegen brauchen sie die.
Die Ideen der Linken sind vor allem langweilig.
-- Nicolás Gómez Dávila

Zurück zu „31. EU - EFTA“

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: Nudelholz und 8 Gäste