Was will Boris Johnson?

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Re: Was will Boris Johnson?

Beitragvon Vongole » Sa 31. Aug 2019, 18:20

H2O hat geschrieben:(31 Aug 2019, 17:50)

Mein Sohn hat in Tischgesprächen die Sicherheitslage in FFM sehr viel schlechter bewertet. Deshalb war ich denn doch überrascht. Da kommt es vermutlich ganz auf die Gegend an, in der man sich aufhält.

Es gibt ein Viertel in Bahnhofsnähe, wo man, oder besser gesagt, Frau sich nach Einbruch der Dunkelheit nicht zu lange aufhalten sollte.
Ansonsten hab ich mich in Ffm., im Gegensatz zu vielen Großstädten auf der Welt, immer sehr sicher gefühlt.
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H2O
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Re: Was will Boris Johnson?

Beitragvon H2O » Sa 31. Aug 2019, 18:27

Vongole hat geschrieben:(31 Aug 2019, 18:20)

Es gibt ein Viertel in Bahnhofsnähe, wo man, oder besser gesagt, Frau sich nach Einbruch der Dunkelheit nicht zu lange aufhalten sollte.
Ansonsten hab ich mich in Ffm., im Gegensatz zu vielen Großstädten auf der Welt, immer sehr sicher gefühlt.


Das erwähnte er im Gespräch, aber auch weitere Problemviertel mit Wohnsilos.
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Re: Was will Boris Johnson?

Beitragvon Ger9374 » Sa 31. Aug 2019, 18:52

Nun sind die Briten im Falle des Finanzplatzes London übersensibilisiert!
Arbeitsplätze , Renommee , Geld !
Da mag etwas die Bewertung für Frankfurt
zu positiv (Panikmache) ausgefallen sein.
Europas Finanzzentren werden noch eine ganze Weile neidisch auf London blicken.
Warten wir ab was in einem Jahr die Finanzwelt als Fazit des Brexit zieht!
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Alexyessin
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Re: Was will Boris Johnson?

Beitragvon Alexyessin » Sa 31. Aug 2019, 19:34

Julian hat geschrieben:(31 Aug 2019, 08:51)

Dabei ist das Vorgehen doch ganz normal. Eher ungewöhnlich ist, dass die Sitzung des Parlamentes für so lange Zeit nicht unterbrochen wurde.


Wo gab es den vergleichbaren Fall? Bitte um Quellen.
Der neue Faschismus wird nicht sagen: Ich bin der Faschismus. Er wird sagen: Ich bin kein Nazi, aber...
Baier is ma ned so - Baier sei is a Lebenseinstellung
Mia glangt das i woas das i kennt wenn i woin dadat
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Re: Was will Boris Johnson?

Beitragvon Ger9374 » Sa 31. Aug 2019, 19:37

Alexyessin hat geschrieben:(31 Aug 2019, 19:34)

Wo gab es den vergleichbaren Fall? Bitte um Quellen.



Das Vorgehen in GB soll es 1948 schon Mal gegeben haben.Für andere Demokratien ist mir solche Möglichkeit unbekannt.
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Re: Was will Boris Johnson?

Beitragvon Julian » Sa 31. Aug 2019, 19:42

Vongole hat geschrieben:(31 Aug 2019, 16:38)

Sie haben nicht nur von GB keine Ahnung, sondern auch von der Finanzwelt.
Frankfurt ist seit dem Brexit-Votum 2016 im Global Financial Center Index von Rang 23 auf Rang 10 aufgestiegen, nicht zuletzt wegen der Infrastruktur, einem Reservoir top qualifizierter Leute,
und dass die Stadt es gerade unter die Top 20 der sichersten Städte der Welt geschafft hat, dürfte auch eine Rolle gespielt haben.


odiug hat geschrieben:(31 Aug 2019, 16:49)

Dabei ist das sooo einfach zu googeln ... wie auch seine aussagen über Katalonien oder Südtirol.
Vorurteile und eingebildetes Wissen ohne Substanz, vorgetragen mit einer Einbildung, als handele es sich um der Weisheit letzter Schluss und mit einer einfachen Googlesuche widerlegt ... soooo tragisch :p


Alter Stubentiger hat geschrieben:(31 Aug 2019, 18:04)

Es ist vollkommen wurscht wie schön oder hässlich Frankfurt ist. Firmen wie Morgan Stanley siedeln in die EU um weil sie auf dem Binnenmarkt gute Geschäfte machen können. Das geht nach einem No Deal Brexit nicht mehr. Es steht eine Zahl von 800.000.000.000 €uro im Raum die aus London abgezogen werden müssen. Das ist das Ende des Finanzplatzes London.


Sie wollen doch nicht ernsthaft die Londoner City mit Frankfurt vergleichen? In London arbeiten so viele in der Finanzbranche, wie Frankfurt Einwohner hat.

Und mit Infrastruktur meinte ich das Angebot von Leistungen, die mit der Finanzindustrie in Zusammenhang stehen, also etwa Rechtsanwaltskanzleien und Beratungsunternehmen, aber auch die entsprechenden hochwertigen Freizeitangebote wie gute Restaurants. Ja tatsächlich: Die Banker sind anspruchsvoll. Ärmliche, hässliche Fünfzigerjahre-Architektur wie im Zentrum Frankfurts kommt da nicht so gut; wir reden hier nicht von Sozialhilfeeempfängern, die noch nie etwas anderes gesehen haben.

Es mag ja sein, dass Frankfurt von einem Platz unter ferner liefen nun auf Platz 10 aufgestiegen ist, das ist immer noch lächerlich als angebliches Finanzzentrum der viertgrößten Wirtschaft der Welt. Das liegt daran, dass hochwertige Finanz- und Rechtsdienstleistungen auch für die deutsche Wirtschaft in London und New York erbracht werden. Dort werden auch die hohen Gewinne gemacht, während man in Deutschland damit ja nichts zu tun haben möchte.

Als deutsche Banken sich ins Investmentbanking vorwagten, haben sie das übrigens über London oder New York gemacht; die entsprechenden Banker haben auch dankend abgelehnt, als es um einen Umzug ins hässliche und langweilige Frankfurt ging.

Außerdem kommt die Rechtskultur hinzu; die ist in London liberal und durch das Common Law geprägt; in Frankfurt dagegen durch Überregulierung und deutsche Provinzialität. Soll denn nicht aktuell wieder eine Finanztransaktionssteuer kommen in der EU? London wird so möglicherweise das, was es nun verliert, mehr als zurückgewinnen.

In der Finanzbranche in New York und London hat Frankfurt einen schlechten Ruf.

„Vorurteile, Mythen und Klischees – Die unterschätzte Metropole Frankfurt“ heißt der zwei Minuten lange Cartoon-Kurzfilm von Frankfurt Main Finance, der Initiative zur Vermarktung des Finanzplatzes. Oder auch „To Fall in Love with Frankfurt“.

Und er soll endlich aufräumen mit den Vorurteilen um die Stadt: nicht aufgeschlossen, grässliches Essen, keine Kultur, langweilig. Schädliche Gerüchte seien das, „die allzu oft von den Wettbewerbern angefacht werden“, heißt es in der kurzen Einleitung auf der Web-Seite der Initiative.

Doch der Schuss ist nach hinten losgegangen. Auf Twitter, Facebook und YouTube, über die der Film verbreitet wird, erntet er nichts als Spott. Als „erbärmlich“ kanzelt der Londoner Kommunikationsberater Chris Whitehouse die Kampagne auf Twitter ab. „Glaubt Frankfurt wirklich, dass dieser billige Unsinn die Stadt den Leuten in der City schmackhaft macht?“

https://www.welt.de/wirtschaft/article1 ... t-aus.html

Angelsächsische Medien ätzen dieser Tage, Frankfurt sei "ziemlich klein" (CNN), "provinziell" ( Financial Times) und "langweilig" ( Wall Street Journal). Da passt es leider ins Bild, dass auf der neuen Website der Region über etwas "called the Mietspiegel" geschrieben wird. Als ob Banker, die in London selbst für kleinste Butzen Tausende Pfund im Monat bezahlen und in Restaurants wie dem Tramshed essen, dessen Herzstück eine Skulptur des Starkünstlers Damien Hirst bildet, mit der Höhe deutscher Mieten haderten.

https://www.zeit.de/2016/29/brexit-lond ... -frankfurt
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Re: Was will Boris Johnson?

Beitragvon Julian » Sa 31. Aug 2019, 19:46

odiug hat geschrieben:(31 Aug 2019, 16:49)

Dabei ist das sooo einfach zu googeln ... wie auch seine aussagen über Katalonien oder Südtirol.
Vorurteile und eingebildetes Wissen ohne Substanz, vorgetragen mit einer Einbildung, als handele es sich um der Weisheit letzter Schluss und mit einer einfachen Googlesuche widerlegt ... soooo tragisch :p


Südtirol und Katalonien wird im Gegensatz zu Nordirland oder Schottland keineswegs das Recht zugesprochen, eine Abstimmung über einen Austritt abzuhalten. Was soll daran nun per Google widerlegt sein? Informieren Sie sich, bevor Sie hier wirre Behauptungen aufstellen.
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Re: Was will Boris Johnson?

Beitragvon Julian » Sa 31. Aug 2019, 19:55

Alexyessin hat geschrieben:(31 Aug 2019, 19:34)

Wo gab es den vergleichbaren Fall? Bitte um Quellen.


Das Parlament wird fast jedes Jahr einmal suspendiert; die Legislaturperiode wird dadurch in verschiedene Sitzungen unterteilt. Es ist nicht ungewöhnlich, dass ein neuer Premierminister davon Gebrauch macht und die Königin ein neues Parlament eröffnen lässt. Die aktuelle Sitzung war schon die längste seit vielen hundert Jahren und hätte schon längst unterbrochen gehört.

Da das Parlament ohnehin im recess ist vom 13. September bis zum 8. Oktober, ist die Zeitspanne auch nicht ungewöhnlich lang.

Can the prime minister close Parliament?
Yes, he can.

The official term for shutting down Parliament is "proroguing".
[...]
How is Parliament normally closed?
Parliament is normally prorogued once a year for a short period - usually in April or May.

During this time, all business stops, so most laws that haven't completed their passage through Parliament die a death (although some may be "carried over" to the next session).

MPs keep their seats and ministers remain in position - but no debates and votes are held in Parliament.

This is different to "dissolving" Parliament - where all MPs give up their seats to campaign in a general election.

It's also different to a recess - a break in the parliamentary session - which was due to take place this year from roughly 13 September - 8 October.

So in theory prorogation only loses MPs up to seven parliamentary days - but, unlike recess dates which MPs get to approve, they will not be consulted.

It's normal for new governments to shut down Parliament, in order to hold a Queen's Speech, which sets out the government's plans for the next year or so.

The length of time varies - in 2016 Parliament was closed for four working days, while in 2014 it was closed for 13 days.

This year, Parliament would be suspended for about 23 working days before the new Queen's speech on 14 October.

While prorogation is normal, the timing of it in this case is "clearly hugely controversial", says Maddy Thimont-Jack at the Institute for Government think tank.

Why is it controversial?
As well as reducing the influence of the elected Parliament in a major decision, it could also make planning for a no-deal Brexit harder.

That's because the prime minister - without a sitting Parliament - will not be able to pass laws to cushion the impact of no deal. Such laws, for example, might deal with allocating extra money or resources.

It also brought the Queen right into the Brexit dispute. Normally, a prime minister's request to the Queen to prorogue is extremely straightforward. In fact, the House of Commons Library says it has been a formality in the UK for more than a century.

https://www.bbc.com/news/uk-politics-48936711
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Re: Was will Boris Johnson?

Beitragvon Vongole » Sa 31. Aug 2019, 20:02

Julian hat geschrieben:(31 Aug 2019, 19:42)

Sie wollen doch nicht ernsthaft die Londoner City mit Frankfurt vergleichen? In London arbeiten so viele in der Finanzbranche, wie Frankfurt Einwohner hat.

(..)

Ich will gar nichts vergleichen, ich halte mich an Fakten.

Ein Profiteur ist unterdessen der Finanzplatz Deutschland. „Frankfurt ist dabei einer der großen Gewinner des Brexit“, sagte Krautscheid unserer Redaktion, „sofern man bei dieser unglücklichen Entwicklung überhaupt von Gewinnern sprechen mag.“ Bisher hätten 45 internationale Finanzinstitute ihre Geschäfte an den Main verlagert. „Sie bringen neue Geschäfte und weiteres Personal dorthin.“

https://www.morgenpost.de/wirtschaft/ar ... tiert.html

Wir haben uns wacker geschlagen: Die Mehrzahl der Banken hat sich für Frankfurt entschieden“, freut sich Väth. Kürzlich berichtete Bundesfinanzminister Olaf Scholz, dass insgesamt 52 Finanzdienstleister einen Antrag gestellt hätten, Geschäft nach Deutschland zu verlagern oder hier neu aufzubauen. „Über 30 davon haben jetzt ihre Europazentrale in Frankfurt“, ergänzt Väth.

Hinter Frankfurt folgen mit deutlichem Abstand Paris, das – wie Väth einräumt – „zum Ende hin Boden gutgemacht hat“, sowie Luxemburg und Dublin. Außerdem seien die Frankfurt-Commitments der Banken – entgegen anderslautender Stimmen vor allem aus Frankreich – von hoher Qualität: „Die Behauptung, dass die Dealmaker und Kundenleute nach Paris gehen und Frankfurt lediglich die juristischen Hüllen bekommt, ist absoluter Unsinn“, meint Väth.

https://www.finance-magazin.de/banking- ... t-2043171/

Was den Finanzplatz London nach dem Brexit angeht:
Im Zuge des Brexit werden Geldhäuser nach Einschätzung der EZB-Bankenaufsicht in erheblichem Umfang Geschäfte in den Euro-Raum umschichten. "Am Ende des Prozesses werden wir Vermögenswerte in Höhe von etwa rund 1,3 Billionen Euro haben, die von London in den Euro-Raum verlagert werden", sagte der Chef der Bankenaufsicht der Europäischen Zentralbank (EZB), Andrea Enria, in einem am Mittwoch veröffentlichten Interview.
24 Banken werden nach Angaben Enrias umziehen. 7 davon werden unter direkter Aufsicht der EZB stehen, die 17 anderen fallen unter die jeweilige nationale Aufsicht ihres künftigen Standorts, wie der oberste EZB-Bankenaufseher ausführte. Die EZB mit Sitz in Frankfurt überwacht seit November 2014 die größten Geldinstitute im Euro-Raum direkt. Derzeit sind es 114 Banken und Bankengruppen.
Der angestrebte britische EU-Austritt zwingt Banken am Finanzplatz London, sich zumindest teilweise umzuorientieren. Denn sobald Großbritannien aus der Europäischen Union ausgeschieden ist, dürfen Banken nicht mehr wie bisher von London aus Finanzgeschäfte in der EU betreiben.

https://www.manager-magazin.de/finanzen ... 84109.html

Und wo Banker wohnen, ausgehen oder sich sonst vergnügen, dass weiß ich ganz betimmt besser als Sie. :D
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Re: Was will Boris Johnson?

Beitragvon odiug » Sa 31. Aug 2019, 20:03

Julian hat geschrieben:(31 Aug 2019, 19:42)

Sie wollen doch nicht ernsthaft die Londoner City mit Frankfurt vergleichen? In London arbeiten so viele in der Finanzbranche, wie Frankfurt Einwohner hat.

Und mit Infrastruktur meinte ich das Angebot von Leistungen, die mit der Finanzindustrie in Zusammenhang stehen, also etwa Rechtsanwaltskanzleien und Beratungsunternehmen, aber auch die entsprechenden hochwertigen Freizeitangebote wie gute Restaurants. Ja tatsächlich: Die Banker sind anspruchsvoll. Ärmliche, hässliche Fünfzigerjahre-Architektur wie im Zentrum Frankfurts kommt da nicht so gut; wir reden hier nicht von Sozialhilfeeempfängern, die noch nie etwas anderes gesehen haben.

Es mag ja sein, dass Frankfurt von einem Platz unter ferner liefen nun auf Platz 10 aufgestiegen ist, das ist immer noch lächerlich als angebliches Finanzzentrum der viertgrößten Wirtschaft der Welt. Das liegt daran, dass hochwertige Finanz- und Rechtsdienstleistungen auch für die deutsche Wirtschaft in London und New York erbracht werden. Dort werden auch die hohen Gewinne gemacht, während man in Deutschland damit ja nichts zu tun haben möchte.

Als deutsche Banken sich ins Investmentbanking vorwagten, haben sie das übrigens über London oder New York gemacht; die entsprechenden Banker haben auch dankend abgelehnt, als es um einen Umzug ins hässliche und langweilige Frankfurt ging.

Außerdem kommt die Rechtskultur hinzu; die ist in London liberal und durch das Common Law geprägt; in Frankfurt dagegen durch Überregulierung und deutsche Provinzialität. Soll denn nicht aktuell wieder eine Finanztransaktionssteuer kommen in der EU? London wird so möglicherweise das, was es nun verliert, mehr als zurückgewinnen.

In der Finanzbranche in New York und London hat Frankfurt einen schlechten Ruf.


https://www.welt.de/wirtschaft/article1 ... t-aus.html


https://www.zeit.de/2016/29/brexit-lond ... -frankfurt

Weißt du eigentlich, warum London, New York und Frankfurt für die Finanzbranche heute so attraktiv sind ?
Nein ... es ist nicht der gute Japaner mit dem ausgezeichneten Sushi an der Ecke ...
Es ist weil alle drei Städte sind Internet Hubs.
Daher sind die Banken-Rechenzentren in New York alle down town ... so nah wie möglich am trans atlantik Kabel.
Banken folgen der Informationsinfrastruktur.
Der Rechtsanwalt oder Finanzfachmann folgt den Banken und diesen folgt der ausgezeichnete, japanische Sushi Koch.
Moderatoren sind die Herren des Forums :x
Aber wir sind edel und gut, gerecht und unbestechlich und sorgen uns innig um das Wohlergehen unsrer Foristen.
Ich habe nun eine deutsche Tastatur ... äöüß :cool:
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Re: Was will Boris Johnson?

Beitragvon Julian » Sa 31. Aug 2019, 20:11

odiug hat geschrieben:(31 Aug 2019, 20:03)

Weißt du eigentlich, warum London, New York und Frankfurt für die Finanzbranche heute so attraktiv sind ?
Nein ... es ist nicht der gute Japaner mit dem ausgezeichneten Sushi an der Ecke ...
Es ist weil alle drei Städte sind Internet Hubs.
Daher sind die Banken-Rechenzentren in New York alle down town ... so nah wie möglich am trans atlantik Kabel.
Banken folgen der Informationsinfrastruktur.
Der Rechtsanwalt oder Finanzfachmann folgt den Banken und diesen folgt der ausgezeichnete, japanische Sushi Koch.


Es gehört mehr dazu als eine gute Internetverbindung.

Schauen Sie mal hier:
https://www.statista.com/statistics/270 ... res-index/

New York - London - Hongkong - Singapur - Schanghai - Tokio - Toronto - Zürich - Peking... und dann erst Frankfurt. Aus gutem Grund. Frankfurt ist als Stadt schon viel zu klein für eine Funktion als ernst zu nehmende Finanzmetropole. Zürich ist in der Liste auch nur zu finden aufgrund der Verwaltung von privatem Wohlstand, der sich in die Schweiz flüchtet und dort ansammelt.
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Re: Was will Boris Johnson?

Beitragvon Julian » Sa 31. Aug 2019, 20:12

Vongole hat geschrieben:(31 Aug 2019, 20:02)
Und wo Banker wohnen, ausgehen oder sich sonst vergnügen, dass weiß ich ganz betimmt besser als Sie. :D


Na dann viel Spaß mit dem Äbbelwoi und den billigen Lokalen im Bahnhofsviertel.


London will be central to global financial markets whatever shape Britain’s exit deal from the European Union (EU) takes, senior players in British banking said on Thursday.

https://www.reuters.com/article/uk-brit ... SKCN1R20UE
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Re: Was will Boris Johnson?

Beitragvon odiug » Sa 31. Aug 2019, 20:19

Julian hat geschrieben:(31 Aug 2019, 20:11)

Es gehört mehr dazu als eine gute Internetverbindung.

Schauen Sie mal hier:
https://www.statista.com/statistics/270 ... res-index/

New York - London - Hongkong - Singapur - Schanghai - Tokio - Toronto - Zürich - Peking... und dann erst Frankfurt. Aus gutem Grund. Frankfurt ist als Stadt schon viel zu klein für eine Funktion als ernst zu nehmende Finanzmetropole. Zürich ist in der Liste auch nur zu finden aufgrund der Verwaltung von privatem Wohlstand, der sich in die Schweiz flüchtet und dort ansammelt.

Natürlich gehört mehr dazu ... aber ein Vorteil von Frankfurt ist nun mal, da ist der weltweit größte, kommerzielle Internetknoten.
Neben den politischen Ränken auch der Grund für den Sitz der EZB.
Und die deutsche Börse ist das eigentlich Problem ... sie ist zu national, zu wenig global.
Frankfurt liegt da nicht einmal unter den ersten 10 der Welt und das liegt an der deutschen Sparermentalität ... Lebensversicherung, Bausparvertrag und wenn man mutig ist, Bundesanleihen ... das ist Deutschland auf den Finanzmärkten :p
Das heißt ... ab und zu wagt sich mal eine Landesbank an den internationalen Derivatehandel kurz vor dem Immobilien Crash ... 2007 nannte man das an der Wall Street :" stupid german money" in Anlehnung an einen Begriff aus der Filmindustrie: https://de.wikipedia.org/wiki/Stupid_German_Money
Ist heute immer noch so:
https://www.stern.de/wirtschaft/stupid- ... 788636.htm

Hätte sich vielleicht mit dem Zusammenschluss der Gruppe Deutsche Börse mit der London Stock Exchange Group geändert, aber wer weiß noch, was aus dem wird in Zeiten des Brexit.
Aber ich bin mir eh nicht sicher, ob ich das vollgekokste Investmentbankergesocks aus London unbedingt auch in Deutschland haben will.
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Re: Was will Boris Johnson?

Beitragvon odiug » Sa 31. Aug 2019, 20:35

Julian hat geschrieben:(31 Aug 2019, 20:12)

Na dann viel Spaß mit dem Äbbelwoi und den billigen Lokalen im Bahnhofsviertel.



https://www.reuters.com/article/uk-brit ... SKCN1R20UE

Warst du die letzten Jahre mal in Frankfurt :?:
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Re: Was will Boris Johnson?

Beitragvon unity in diversity » So 1. Sep 2019, 07:29

Die Engländer demonstrieren gegen den postdemokratischen Boris Johnson.

Hongkong übermittelt sympathische Grüße und wünscht viel Erfolg.
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Re: Was will Boris Johnson?

Beitragvon John Galt » So 1. Sep 2019, 08:21

Vielleicht sollten die Engländer mal gegen die Queen demonstrieren.

Sie und ihre Sippe verhindern seit mehreren Jahrhunderten eine vernünftige Verfassung.
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Re: Was will Boris Johnson?

Beitragvon Alter Stubentiger » So 1. Sep 2019, 16:08

Julian hat geschrieben:(31 Aug 2019, 19:42)

Sie wollen doch nicht ernsthaft die Londoner City mit Frankfurt vergleichen? In London arbeiten so viele in der Finanzbranche, wie Frankfurt Einwohner hat.

Und mit Infrastruktur meinte ich das Angebot von Leistungen, die mit der Finanzindustrie in Zusammenhang stehen, also etwa Rechtsanwaltskanzleien und Beratungsunternehmen, aber auch die entsprechenden hochwertigen Freizeitangebote wie gute Restaurants. Ja tatsächlich: Die Banker sind anspruchsvoll. Ärmliche, hässliche Fünfzigerjahre-Architektur wie im Zentrum Frankfurts kommt da nicht so gut; wir reden hier nicht von Sozialhilfeeempfängern, die noch nie etwas anderes gesehen haben.

Es mag ja sein, dass Frankfurt von einem Platz unter ferner liefen nun auf Platz 10 aufgestiegen ist, das ist immer noch lächerlich als angebliches Finanzzentrum der viertgrößten Wirtschaft der Welt. Das liegt daran, dass hochwertige Finanz- und Rechtsdienstleistungen auch für die deutsche Wirtschaft in London und New York erbracht werden. Dort werden auch die hohen Gewinne gemacht, während man in Deutschland damit ja nichts zu tun haben möchte.

Als deutsche Banken sich ins Investmentbanking vorwagten, haben sie das übrigens über London oder New York gemacht; die entsprechenden Banker haben auch dankend abgelehnt, als es um einen Umzug ins hässliche und langweilige Frankfurt ging.

Außerdem kommt die Rechtskultur hinzu; die ist in London liberal und durch das Common Law geprägt; in Frankfurt dagegen durch Überregulierung und deutsche Provinzialität. Soll denn nicht aktuell wieder eine Finanztransaktionssteuer kommen in der EU? London wird so möglicherweise das, was es nun verliert, mehr als zurückgewinnen.

In der Finanzbranche in New York und London hat Frankfurt einen schlechten Ruf.

https://www.welt.de/wirtschaft/article1 ... t-aus.html

https://www.zeit.de/2016/29/brexit-lond ... -frankfurt


Du verstehst es einfach nicht was? Die Banken müssen aufs Festland umsiedeln. Ob es ihnen gefällt oder nicht. Ich erwähnte ja nicht nur Frankfurt. Amsterdam, Paris und Dublin profitieren ja auch vom Londoner Exodus.
Der Brexit wirft seinen Schatten auch geldpolitisch voraus: Finanzströme im Umfang von 1,3 Billionen Euro fließen von Großbritannien in den Euroraum. Die Bankenaufsicht der Europäischen Zentralbank wacht auch darüber, dass der Umzug zahlreicher Geldhäuser nach Frankfurt geordnet abläuft.
https://www.n-tv.de/wirtschaft/Brexit-s ... 35882.html

Das passiert gerade eben jetzt. In Echtzeit. Da kann man nicht so tun als ob dass alles nichts besonderes sei und nur ein paar Filialen in den Euroraum verlagert werden.
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...und die Mauer wird noch in 50 oder 100 Jahren stehen (Erich Honecker)
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Re: Was will Boris Johnson?

Beitragvon Alter Stubentiger » So 1. Sep 2019, 16:10

John Galt hat geschrieben:(01 Sep 2019, 08:21)

Vielleicht sollten die Engländer mal gegen die Queen demonstrieren.

Sie und ihre Sippe verhindern seit mehreren Jahrhunderten eine vernünftige Verfassung.

Es gibt Leute die lassen sich auch vor einer geschriebenen Verfassung nicht aufhalten. Johnson gehört dazu.
Niemand hat vor eine Mauer zu errichten (Walter Ulbricht)
...und die Mauer wird noch in 50 oder 100 Jahren stehen (Erich Honecker)
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Re: Was will Boris Johnson?

Beitragvon Ger9374 » So 1. Sep 2019, 16:30

Alter Stubentiger hat geschrieben:(01 Sep 2019, 16:10)

Es gibt Leute die lassen sich auch vor einer geschriebenen Verfassung nicht aufhalten. Johnson gehört dazu.



Bin mir gar nicht sicher ob eine Verfassung formell auf die Queen angewiesen ist!
Sind doch nur Kasperlfiguren für ein Jahrhunderte altes Theaterstück!
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Re: Was will Boris Johnson?

Beitragvon Adam Smith » So 1. Sep 2019, 16:34

Alexyessin hat geschrieben:(31 Aug 2019, 19:34)

Wo gab es den vergleichbaren Fall? Bitte um Quellen.


Hier.


Parlamentarische Sommerpause
Die parlamentarische Sommerpause dauert in der Regel zwei Monate, von Juli bis August. In dieser Zeit finden im Deutschen Bundestag keine Sitzungen statt. Die Abgeordneten widmen sich in dieser Zeit ihrem Wahlkreis, befassen sich mit Detailfragen, planen Sitzungen und Anhörungen und bereiten Gesetzentwürfe für den Herbst vor. Außerdem steht die Nachbereitung der beschlossenen Gesetze und eingebrachten Gesetzesinitiativen an.


https://www.bundestag.de/services/gloss ... use-247336

Und hier noch mal der Greta-Fall.


Das britische Parlament, das im Urlaub ist, soll in den ersten beiden Septemberwochen zusammentreten, bevor eine Pause für die jährlichen Parteikonferenzen eingelegt wird. Es war geplant, am 9. Oktober wieder zusammenzukommen. Der Umzug von Herrn Johnson bedeutet, dass das Parlament am 14. Oktober wieder aufgenommen wird.


https://www.straitstimes.com/world/euro ... xit-report
Zuletzt geändert von Adam Smith am So 1. Sep 2019, 16:50, insgesamt 1-mal geändert.
Das ist Kapitalismus:

Die ständige Wahl der Bürger bestimmt das Angebot.

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