Identitäre Bewegung in Europa: Legitime Aktivisten oder Nazi-Hipster?

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Quatschki
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Re: Identitäre Bewegung in Europa: Legitime Aktivisten oder Nazi-Hipster?

Beitragvon Quatschki » Mo 5. Aug 2019, 13:18

ThorsHamar hat geschrieben:(05 Aug 2019, 10:42)

Die sächsischen Wutbürger, um die ging es gerade, nicht um "die" Sachsen, fahren in den Urlaub nach Afrika?

Selbstverständlich.
Zumindest die, die ich kenne, und von denen ich annehme, dass sie AfD wählen,
waren alle mindestens schon in Tunesien oder Ägypten. Mehrere auch in Dubai oder Marokko.
Vereinzelt auch in Kenia, Simbabwe, Südafrika oder Namibia.
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Selina
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Re: Identitäre Bewegung in Europa: Legitime Aktivisten oder Nazi-Hipster?

Beitragvon Selina » Mo 5. Aug 2019, 13:25

zollagent hat geschrieben:(05 Aug 2019, 10:51)

Diese sächsischen "Wutbürger" sind der rassistische Kern, der sich in der DDR mit ihrer autoritären Struktur gut erhalten konnte. Die brauchen nicht nach Afrika zu fahren, bei denen reicht es, ihre diffusen Ängste zu wecken und schon sind sie williges Fußvolk für die, die ihnen versprechen, daß sie die ihnen vermeintlich zustehende Privilegierung dann auch erhalten würden. Versprechen kann man halt viel.


Da ist schon was dran. Nur würde ich für das Heranbilden und Entwickeln dieser "Wutbürger" nicht die 30 Jahre Nachwende-Zeit außer acht lassen. Da ist schon allerhand passiert, was diese Leute hat so werden lassen, wie sie heute sind. Und damit meine ich nicht irgendeine angeblich "falsche Flüchtlingspolitik", sondern die vielen Fehler, die beim Zusammenwachsen von Ost und West gemacht worden sind. Das hat das Wutpotenzial bei etlichen schon ganz schön ansteigen lassen.
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Re: Identitäre Bewegung in Europa: Legitime Aktivisten oder Nazi-Hipster?

Beitragvon schokoschendrezki » Mo 5. Aug 2019, 13:28

Julian hat geschrieben:(05 Aug 2019, 10:50)

Am Anfang steht die Erkenntnis, dass wir ein Problem mit illegaler Einwanderung, mit mangelnder Integration und Parallelgesellschaften haben - und dass darauf letztlich auch der aufkeimende Rechtsextremismus zurückgeht.

Das ist eine verbreitete Abwehrhaltung. Ja. Speziell der "Identitären Bewegung" geht es aber im Kern um etwas anderes. Sie richtet sich gar nicht oder gar nicht so sehr gegen "Kulturfremde". Sondern vor allem gegen die Generation ihrer eigenen Mütter und Väter. Die sich um Eigenheim, Doppelhaushälfte, Mittelklasseauto und Mallorcaurlaub sorgte. Und ihren Kindern nix von irgendeiner "Identität" vermittelte. Keine Vorgabe machte, wofür sie ihren Idealismus einsetzen soll. Bzw. wozu sie überhaupt irgendetwas wie Idealismus entwickeln soll. Die Leute in Mazedonien, die sich im Namensstreit gegen "Nordmazedonien" und für den Anspruch auf die Nachfolge Alexanders des Großen einsetzten, stehen den Identitären näher als die Generation ihrer Eltern, die sich für "Pizza Hawaii" interessierten. Das ist das Spezifische an dieser Bewegung im Unterschied etwa zu den Philosophen der Nouvelle droite oder den Stiefelnazis.
Zuletzt geändert von schokoschendrezki am Mo 5. Aug 2019, 13:31, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Identitäre Bewegung in Europa: Legitime Aktivisten oder Nazi-Hipster?

Beitragvon Selina » Mo 5. Aug 2019, 13:44

schokoschendrezki hat geschrieben:(05 Aug 2019, 13:28)

Das ist eine verbreitete Abwehrhaltung. Ja. Speziell der "Identitären Bewegung" geht es aber im Kern um etwas anderes. Sie richtet sich gar nicht oder gar nicht so sehr gegen "Kulturfremde". Sondern vor allem gegen die Generation ihrer eigenen Mütter und Väter. Die sich um Eigenheim, Doppelhaushälfte, Mittelklasseauto und Mallorcaurlaub sorgte. Und ihren Kindern nix von irgendeiner "Identität" vermittelte. Keine Vorgabe machte, wofür sie ihren Idealismus einsetzen soll. Bzw. wozu sie überhaupt irgendetwas wie Idealismus entwickeln soll. Die Leute in Mazedonien, die sich im Namensstreit gegen "Nordmazedonien" und für den Anspruch auf die Nachfolge Alexanders des Großen einsetzten, stehen den Identitären näher als die Generation ihrer Eltern, die sich für "Pizza Hawaii" interessierten. Das ist das Spezifische an dieser Bewegung im Unterschied etwa zu den Philosophen der Nouvelle droite oder den Stiefelnazis.


Aber vor allem sind sie für das Schaffen oder Festigen von "echten Gemeinschaften", wie sie sagen. Und das natürlich nur mit "Jugendlichen ohne Migrationshintergrund". Das findet man zumindest wortwörtlich auf ihrer Homepage.
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Re: Identitäre Bewegung in Europa: Legitime Aktivisten oder Nazi-Hipster?

Beitragvon JFK » Mo 5. Aug 2019, 13:47

Selina hat geschrieben:(05 Aug 2019, 13:10)

Du sagst es. Den Sachsen oder die Sachsen gibt es nicht. Genauso wenig, wie es den Bayern oder die Bayern gibt. Auch politisch gehts in Sachsen schon noch etwas differenzierter zu. 75 Prozent haben nix am Hut mit den Rechtsaußen-Leuten. Allerdings halte ich 25 Prozent, die die AfD wählen (und mit ihr genaugenommen auch die ideologisch im Gleichklang tickenden Identitären, die hinten dranhängen), schlicht für zu viel. Da sollten sich die anderen Parteien schon mal temporär zusammenschließen, um größeres Unheil in vier Wochen noch zu verhindern.


Das mit dem Zusammenschluss der Demokraten gegen die Rechtsradikale Partei sieht gar nicht mal so schlecht aus, selbst Ministerpräsident Kretschmer findet ungewohnt klare Worte

https://www.faz.net/aktuell/politik/sac ... 16094.html


Keine Koalition, keine Duldung: Bleibt er Regierungschef in Dresden, will Michael Kretschmer Distanz zur AfD halten. Er nennt Beispiele für Sprache, die ihn an die NPD erinnere.


Gut vier Wochen vor der Landtagswahl in Sachsen hat Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) die Attacken auf die AfD verschärft. „Von der AfD kommt eine Tonlage, die wir bisher nur von der NPD kannten“, sagte er „Focus Online“. „AfD-Repräsentanten rennen durch die Gegend und nennen andere 'Volksverräter’ oder ’Deutschlandhasser’. Oder sie starten Debatten mit dem ’Die Jagdsaison ist eröffnet’.“

Der CDU-Politiker bekräftigte seine Absage an jegliche Zusammenarbeit mit der Partei – auch in einer Minderheitsregierung. „Ich habe das glasklar gesagt: Keinerlei Zusammenarbeit mit der AfD. Und auch nicht mit der Linkspartei.“

Sachsen wählt im September
In Sachsen und Brandenburg werden am 1. September neue Landtage gewählt. Umfragen sagen ein weiteres Erstarken der AfD voraus. In beiden Ländern könnte die Partei, wie kürzlich bei der Europawahl, stärkste Kraft werden.

In Thüringen ist die Wahl am 27. Oktober. In Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern stehen 2021 die nächsten Wahlen an.



Das kennen wir ja hier auch zugenüge
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Re: Identitäre Bewegung in Europa: Legitime Aktivisten oder Nazi-Hipster?

Beitragvon Selina » Mo 5. Aug 2019, 13:51

JFK hat geschrieben:(05 Aug 2019, 13:47)

Das mit dem Zusammenschluss der Demokraten gegen die Rechtsradikale Partei sieht gar nicht mal so schlecht aus, selbst Ministerpräsident Kretschmer findet ungewohnt klare Worte

https://www.faz.net/aktuell/politik/sac ... 16094.html



Das kennen wir ja hier auch zugenüge


Ja, diese Kretschmer-Aussagen haben viele Zeitungen gebracht. Finde ich auch richtig gut. Hauptsache, der CDU-Mann fällt dann später nicht um. Denn immerhin sind etliche der CDU-Landtagskandidaten für ein Zusammengehen mit der AfD bzw. sie schließen es nicht aus. Mehr als ein Drittel.
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Re: Identitäre Bewegung in Europa: Legitime Aktivisten oder Nazi-Hipster?

Beitragvon Keoma » Mo 5. Aug 2019, 13:56

ThorsHamar hat geschrieben:(05 Aug 2019, 13:47)

Weil man die Akzeptanz erhöht und sogar wirtschaftlich unterstützt?


Na ja, ich sehe nichts Schlechtes daran, Arbeitsplätze etwa in Marokko zu unterstützen.
Das senkt die Wirtschaftsemigration.
Auch Moralapostel sollten, aus Gründen der Abschreckung, dann und wann gekreuzigt werden.
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Re: Identitäre Bewegung in Europa: Legitime Aktivisten oder Nazi-Hipster?

Beitragvon JFK » Mo 5. Aug 2019, 13:57

Selina hat geschrieben:(05 Aug 2019, 13:51)

Ja, diese Kretschmer-Aussagen haben viele Zeitungen gebracht. Finde ich auch richtig gut. Hauptsache, der CDU-Mann fällt dann später nicht um. Denn immerhin sind etliche der CDU-Landtagskandidaten für ein Zusammengehen mit der AfD bzw. sie schließen es nicht aus. Mehr als ein Drittel.


Ein Drittel dürfte in einer konservativen Partei wie die Sachsen-CDU ganz normal sein, solange die Mehrheit besonnen genug ist, sich nicht weiter nach rechts trieben zu lassen, welche sowieso schon von der AfD besetzt wurde.
Zuletzt geändert von JFK am Mo 5. Aug 2019, 13:57, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Identitäre Bewegung in Europa: Legitime Aktivisten oder Nazi-Hipster?

Beitragvon schokoschendrezki » Mo 5. Aug 2019, 13:57

Selina hat geschrieben:(05 Aug 2019, 13:44)

Aber vor allem sind sie für das Schaffen oder Festigen von "echten Gemeinschaften", wie sie sagen. Und das natürlich nur mit "Jugendlichen ohne Migrationshintergrund". Das findet man zumindest wortwörtlich auf ihrer Homepage.

Ja. Aber eben mit dem Ziel: Jeder an seinem Ort. Ethnopluralismus. Vordergründig und subjektiv. Objektiv läuft das in der heutigen globalisierten Welt fast zwangsläufig auf eine Fremdenfeindschaft hinaus. Weil sich diese globalisierte Welt nicht mehr so einfach in die einzelnen Kartons zurücksperren lässt.
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Re: Identitäre Bewegung in Europa: Legitime Aktivisten oder Nazi-Hipster?

Beitragvon Selina » Mo 5. Aug 2019, 13:58

JFK hat geschrieben:(05 Aug 2019, 13:57)

Ein Drittel dürfte in einer konservativen Partei wie die Sachsen-CDU ganz normal sein, solange die Mehrheit besonnen genug ist, sich nicht weiter nach rechts trieben zu lassen, welche sowieso schon von der AfD besetzt wurde.


Deine Worte in Gottes Gehörgang :D :thumbup:
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Re: Identitäre Bewegung in Europa: Legitime Aktivisten oder Nazi-Hipster?

Beitragvon Selina » Mo 5. Aug 2019, 14:01

schokoschendrezki hat geschrieben:(05 Aug 2019, 13:57)

Ja. Aber eben mit dem Ziel: Jeder an seinem Ort. Ethnopluralismus. Vordergründig und subjektiv. Objektiv läuft das in der heutigen globalisierten Welt fast zwangsläufig auf eine Fremdenfeindschaft hinaus. Weil sich diese globalisierte Welt nicht mehr so einfach in die einzelnen Kartons zurücksperren lässt.


Genau. Nicht nur "zwangsläufig". Das ist Fremdenfeindschaft. Ganz bewusst. Subjektiv und objektiv. Für die Identitären gibts einen treffenden Begriff. Den darf man hier aber nicht ungestraft sagen. Aber ist ja eigentlich auch alles bekannt.
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Re: Identitäre Bewegung in Europa: Legitime Aktivisten oder Nazi-Hipster?

Beitragvon Quatschki » Mo 5. Aug 2019, 14:04

ThorsHamar hat geschrieben:(05 Aug 2019, 13:38)

Aber als Islamablehner in den Urlaub in islamische Länder zu fahren, ist besonders doof. Das muss ich schon sagen .....

Dann hast du den Kern der identitären Denkweise nicht verstanden.
Nur weil man die Islamisierung Deutschlands und die Masseneinwanderung ablehnt, hat man ja nichts gegen das Selbstbestimmungsrecht der islamischen Völker in ihren angestammten Heimatregionen und auch nichts gegen freien Warenaustausch, Tourismus, Austauschstudenten oder Gastspiele von Musikern.
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Re: Identitäre Bewegung in Europa: Legitime Aktivisten oder Nazi-Hipster?

Beitragvon ThorsHamar » Mo 5. Aug 2019, 14:05

Keoma hat geschrieben:(05 Aug 2019, 13:56)

Na ja, ich sehe nichts Schlechtes daran, Arbeitsplätze etwa in Marokko zu unterstützen.
Das senkt die Wirtschaftsemigration.


Es stärkt den Islam und somit dessen Möglichkeit der Ausbreitung ..... :)
Das steht dann im krassen Widerspruch zur eigenen Haltung, denn JEDE Stärkung erhöht die Potenz.
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Re: Identitäre Bewegung in Europa: Legitime Aktivisten oder Nazi-Hipster?

Beitragvon ThorsHamar » Mo 5. Aug 2019, 14:07

Quatschki hat geschrieben:(05 Aug 2019, 14:04)

Dann hast du den Kern der identitären Denkweise nicht verstanden.
Nur weil man die Islamisierung Deutschlands und die Masseneinwanderung ablehnt, hat man ja nichts gegen das Selbstbestimmungsrecht der islamischen Völker in ihren angestammten Heimatregionen und auch nichts gegen freien Warenaustausch, Tourismus, Austauschstudenten oder Gastspiele von Musikern.


Na doch, ich habe den Kern durchaus vollumfänglich verstanden. :)
Mir ging es gerade nur im Kontext um sächsische Islamablehner, die ihren Urlaub im Islam verbringen, bildlich natürlich. Ich finde das eben putzig und hochgradig inkonsequent.
Nun zurück zum Thema ....bitte ... :cool:
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Re: Identitäre Bewegung in Europa: Legitime Aktivisten oder Nazi-Hipster?

Beitragvon Selina » Mo 5. Aug 2019, 14:09

Man braucht nur mal die Stellungnahme der Identitären zur Beobachtung durch den Bundesverfassungsschutz zu lesen. Sagt alles.
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Re: Identitäre Bewegung in Europa: Legitime Aktivisten oder Nazi-Hipster?

Beitragvon Keoma » Mo 5. Aug 2019, 14:12

ThorsHamar hat geschrieben:(05 Aug 2019, 14:05)

Es stärkt den Islam und somit dessen Möglichkeit der Ausbreitung ..... :)
Das steht dann im krassen Widerspruch zur eigenen Haltung, denn JEDE Stärkung erhöht die Potenz.


Wage ich zu bezweifeln, wenn ich vor Ort Arbeitsplätze erhalte, stärke ich nicht den Islam, sondern mindere die Chance auf Ausbrietung.
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Re: Identitäre Bewegung in Europa: Legitime Aktivisten oder Nazi-Hipster?

Beitragvon Selina » Mo 5. Aug 2019, 14:19

Quatschki hat geschrieben:(05 Aug 2019, 14:04)

Dann hast du den Kern der identitären Denkweise nicht verstanden.
Nur weil man die Islamisierung Deutschlands und die Masseneinwanderung ablehnt, hat man ja nichts gegen das Selbstbestimmungsrecht der islamischen Völker in ihren angestammten Heimatregionen und auch nichts gegen freien Warenaustausch, Tourismus, Austauschstudenten oder Gastspiele von Musikern.


Gibts eigentlich einen Ideologie-Unterschied zwischen Identitären und AfD?
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Re: Identitäre Bewegung in Europa: Legitime Aktivisten oder Nazi-Hipster?

Beitragvon ThorsHamar » Mo 5. Aug 2019, 14:29

Keoma hat geschrieben:(05 Aug 2019, 14:12)

Wage ich zu bezweifeln, wenn ich vor Ort Arbeitsplätze erhalte, stärke ich nicht den Islam, sondern mindere die Chance auf Ausbrietung.


Ich sehe in der Stärkung eines islamischen Staates eine Stärkung des Islams. Und der ist eine sich ausbreitende, mentale Seuche des Mittelalters, im Selbstverständnis der Auftrag der Weltrettung. Insofern ....
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Re: Identitäre Bewegung in Europa: Legitime Aktivisten oder Nazi-Hipster?

Beitragvon Keoma » Mo 5. Aug 2019, 14:31

ThorsHamar hat geschrieben:(05 Aug 2019, 14:29)

Ich sehe in der Stärkung eines islamischen Staates eine Stärkung des Islams. Und der ist eine sich ausbreitende, mentale Seuche des Mittelalters, im Selbstverständnis der Auftrag der Weltrettung. Insofern ....


Wenn ich ein paar Arbeitsplätze sichere?
Im Gegenteil, wenn es diesen Staaten wirtschaftlich schlecht geht, kommen mehr nach Europa.
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Re: Identitäre Bewegung in Europa: Legitime Aktivisten oder Nazi-Hipster?

Beitragvon BlueMonday » Mo 5. Aug 2019, 14:40

schokoschendrezki hat geschrieben:(05 Aug 2019, 13:57)

Ja. Aber eben mit dem Ziel: Jeder an seinem Ort. Ethnopluralismus. Vordergründig und subjektiv. Objektiv läuft das in der heutigen globalisierten Welt fast zwangsläufig auf eine Fremdenfeindschaft hinaus. Weil sich diese globalisierte Welt nicht mehr so einfach in die einzelnen Kartons zurücksperren lässt.


Es geht auch nicht um irgendein "Zurück". Kann es ja gar nicht. Die Zeit kennt nur ein Voranschreiten. Nur wird die Zukunft höchstwahrscheinlich keine gleichgültige "One World" hervorbringen, sondern im Gegenteil werden die Gesellschaften und Staaten zunehmend in unzählige Nischen, Unternehmungen und Machtsphären zerfallen. Vor dieser Einsicht stehen auch diese "Identitären", also dass die zukünftigen Grenzen nicht die eines Nationalstaates sein werden und dass gerade darin eine große Chance der Vielfalt liegt.
Greif niemals in ein Wespennest, doch wenn du greifst, dann greife fest.

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