Angriff auf Weihnachtsmarkt in Straßburg

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Re: Angriff auf Weihnachtsmarkt in Straßburg

Beitragvon DarkLightbringer » So 16. Dez 2018, 19:06

PeterK hat geschrieben:(16 Dec 2018, 18:52)

Weder gangbar noch praktikabel.

Weiß ich nicht. Da müsste man eben konkret werden - Gedanken vorab ließen sich nicht bestrafen und ansonsten müsste man schon festlegen, welches Plakat der Bürger nun aufhängen darf und welches nicht.
Die bloße Überlegung, etwas könnte unsympathisch sein und irgend jemand notiert sich das, reicht freilich nicht.
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Re: Angriff auf Weihnachtsmarkt in Straßburg

Beitragvon McKnee » So 16. Dez 2018, 19:23

DarkLightbringer hat geschrieben:(16 Dec 2018, 18:51)

Da ist der heikle Punkt gut erkannt. Eine Strafe, die auf eine Strafe folgt, müsste gut begründet sein und dem Rechtssystem nicht komplett widersprechen.


Die Ingewahrsamnahme ist keine Strafe, auch wenn sie in die Rechte eines Menschen eingreift.
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Re: Angriff auf Weihnachtsmarkt in Straßburg

Beitragvon McKnee » So 16. Dez 2018, 19:25

PeterK hat geschrieben:(16 Dec 2018, 18:52)

Weder gangbar noch praktikabel.


Natürlich doch, weil im Prinzip seit Jahrzehnten verfassungskonform praktiziert. Im neuen Ansatz geht es um die Dauer und den Gefahrengrad, der aber auch nicht neu ist.
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Re: Angriff auf Weihnachtsmarkt in Straßburg

Beitragvon DarkLightbringer » So 16. Dez 2018, 19:29

McKnee hat geschrieben:(16 Dec 2018, 19:23)

Die Ingewahrsamnahme ist keine Strafe, auch wenn sie in die Rechte eines Menschen eingreift.

Sie hält aber auch nicht viel länger als 24 Stunden, oder ?
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Re: Angriff auf Weihnachtsmarkt in Straßburg

Beitragvon Tom Bombadil » So 16. Dez 2018, 20:17

PeterK hat geschrieben:(16 Dec 2018, 18:41)

Ich hoffe und nehme an, dass Du verstehst, worum es geht.

Ich weiß, worum es geht, ich verstehe nur nicht, weswegen du meintest, dieses Zitat anzubringen, weil mMn. durch die Überwachung radikalisierter Straftäter keine grundlegende Freiheit aufgegeben wird.
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Re: Angriff auf Weihnachtsmarkt in Straßburg

Beitragvon Tom Bombadil » So 16. Dez 2018, 20:20

DarkLightbringer hat geschrieben:(16 Dec 2018, 18:49)

Evtl. ein gangbarer Weg, wenn Experten halbwegs definieren würden, was "Radikalisierung" konkret heißt.

Mir würde ein in der Zelle aufgehängtes Poster von Adolf Hitler oder Osama bin Laden diesbezüglich vollkommen ausreichen, um die Person als "Gefährder" einzustufen.
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Re: Angriff auf Weihnachtsmarkt in Straßburg

Beitragvon Tom Bombadil » So 16. Dez 2018, 20:20

DarkLightbringer hat geschrieben:(16 Dec 2018, 18:51)

Eine Strafe, die auf eine Strafe folgt, müsste gut begründet sein und dem Rechtssystem nicht komplett widersprechen.

Eine Überwachung oder die Auflage, sich bei der Polizei zu melden, ist keine Strafe.
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Re: Angriff auf Weihnachtsmarkt in Straßburg

Beitragvon PeterK » So 16. Dez 2018, 20:54

Tom Bombadil hat geschrieben:(16 Dec 2018, 20:20)
Mir würde ein in der Zelle aufgehängtes Poster von Adolf Hitler oder Osama bin Laden diesbezüglich vollkommen ausreichen, um die Person als "Gefährder" einzustufen.

Reichte Dir auch ein Che Guevara-Poster?
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Re: Angriff auf Weihnachtsmarkt in Straßburg

Beitragvon Tom Bombadil » So 16. Dez 2018, 21:17

PeterK hat geschrieben:(16 Dec 2018, 20:54)

Reichte Dir auch ein Che Guevara-Poster?

Che Guevara war ein Massenmörder...
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Re: Angriff auf Weihnachtsmarkt in Straßburg

Beitragvon PeterK » So 16. Dez 2018, 21:20

Tom Bombadil hat geschrieben:(16 Dec 2018, 21:17)
Che Guevara war ein Massenmörder...

Darf ich daraus schließen, dasss Dir auch ein in der Zelle aufgehängtes Che Guevara-Poster reichte, um eine Person als Gefährder einzustufen?
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Re: Angriff auf Weihnachtsmarkt in Straßburg

Beitragvon McKnee » So 16. Dez 2018, 21:22

DarkLightbringer hat geschrieben:(16 Dec 2018, 19:29)

Sie hält aber auch nicht viel länger als 24 Stunden, oder ?


In der Regel bis zu 48 Stunden, in Bayern bereits jetzt schon länger. Es wäre zu prüfen, wie lange es notwendig und geeignet wäre.
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Re: Angriff auf Weihnachtsmarkt in Straßburg

Beitragvon McKnee » So 16. Dez 2018, 21:24

PeterK hat geschrieben:(16 Dec 2018, 21:20)

Darf ich daraus schließen, dasss Dir auch ein in der Zelle aufgehängtes Che Guevara-Poster reichte, um eine Person als Gefährder einzustufen?


Du weisst aber schon, dass du an der Realität vorbei redest?!
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Re: Angriff auf Weihnachtsmarkt in Straßburg

Beitragvon Tom Bombadil » Mo 17. Dez 2018, 00:26

PeterK hat geschrieben:(16 Dec 2018, 21:20)

Darf ich daraus schließen, dasss Dir auch ein in der Zelle aufgehängtes Che Guevara-Poster reichte, um eine Person als Gefährder einzustufen?

Du kannst daraus schließen, was auch immer du willst, die Gedanken sind frei. Und ich bin so frei, nicht über Stöckchen zu springen.
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Re: Angriff auf Weihnachtsmarkt in Straßburg

Beitragvon TheManFromDownUnder » Mo 17. Dez 2018, 00:53

DarkLightbringer hat geschrieben:(16 Dec 2018, 11:55)

Ms. Chekatt ist ja bereits neutralisiert worden.
Die Frage ist, wie der Staat jemanden erkennt, der als tickende Zeitbombe herumläuft. Also vorher, nicht nachher. Daran, dass er Vorstrafen hat ? Oder an bestimmten Äußerungen oder Kontakten, die für sich genommen zwar nicht strafrechtlich relevant sind, aber einen groben Verdacht nahelegen könnten ?




Er war als radikalisiert und gefaehrlich eingestuft. Ich denke an Ueberwachung seines Telefon und Internet Verkehrs. mit welchen Gleichgesinnten trifft er sich. meinetwegen Tracker System (ohne sein Wissen natuerlich) an seinem PKW (falls er einen hat) usw. Wenn konsequent geschehen haette man gewusst wann und von wem er die Waffen bekommen hat und ihn und den Waffenlieferanten Hops nehmen koennen.
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Re: Angriff auf Weihnachtsmarkt in Straßburg

Beitragvon TheManFromDownUnder » Mo 17. Dez 2018, 00:54

unity in diversity hat geschrieben:(16 Dec 2018, 13:38)

Parkt man bei euch jeden potenziellen Radikalisierer in einem Abklingbecken zwischen, bis klar ist, warum er einwandern will?



Der Killer in Strasbourg war kein Einwanderer!

Deine Frage ist daher irrelevant im Bezug auf diesen Strang!
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Re: Angriff auf Weihnachtsmarkt in Straßburg

Beitragvon H2O » Mo 17. Dez 2018, 01:22

Der Straßburger Terrorist war den französischen Ämtern angeblich als Gefährder aufgefallen. In Deutschland galt er als vorbestraft, wie auch in Frankreich. Der Datenaustausch zwischen den Diensten scheint also immer noch nicht zu gelingen.

Der Umgang mit Gefährdern erscheint mir zu oberflächlich. Warum dürfen bekannte vorbestrafte Intensivtäter Schußwaffen in ihren Wohnungen aufbewahren oder gar mit sich führen? Wie läßt sich die Beobachtung von Gefährdern verbessern?
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Re: Angriff auf Weihnachtsmarkt in Straßburg

Beitragvon DarkLightbringer » Mo 17. Dez 2018, 07:43

McKnee hat geschrieben:(16 Dec 2018, 21:22)

In der Regel bis zu 48 Stunden, in Bayern bereits jetzt schon länger. Es wäre zu prüfen, wie lange es notwendig und geeignet wäre.

Ein radikaler Vorbestrafter kann also nach 2 Jahren Knast ein Attentat verüben, aber nach 2 Jahren und 2 Tagen ist er entscheidend gehindert ? ;)
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Re: Angriff auf Weihnachtsmarkt in Straßburg

Beitragvon McKnee » Mo 17. Dez 2018, 07:59

DarkLightbringer hat geschrieben:(17 Dec 2018, 07:43)

Ein radikaler Vorbestrafter kann also nach 2 Jahren Knast ein Attentat verüben, aber nach 2 Jahren und 2 Tagen ist er entscheidend gehindert ? ;)


Es gibt sicher Umstände, die das Anschlagsrisiko auf einen engeren Zeitraum reduzieren. Daher schrieb ich, dass die Maßnahme geeignet sein muss.
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Re: Angriff auf Weihnachtsmarkt in Straßburg

Beitragvon DarkLightbringer » Mo 17. Dez 2018, 08:20

Chekatt wurde 2008 wegen Einbrüchen zu 2 Jahren Haft verurteilt. 2013 dann aus gleichem Grund zu einem Jahr und 6 Monate.
2016 zu 2 Jahren und 3 Monaten.
Macht zusammen 5 Jahre und 9 Monate Gefängnisaufenthalt insgesamt.

Chekatt ist in DE ausschließlich als Einbrecher aufgefallen.

Das französische Innenministerium gibt an, Chekatt sei als Gefährder eingestuft und überwacht worden, weil im Gefängnis "eine Radikalisierung in seiner religiösen Praxis festgestellt" worden ist.

Das ergibt sich so etwa aus dieser Quelle: http://www.spiegel.de/politik/ausland/s ... 43287.html

Und am Morgen der Tat wollte ihn die Polizei erneut festnehmen.
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Re: Angriff auf Weihnachtsmarkt in Straßburg

Beitragvon DarkLightbringer » Mo 17. Dez 2018, 08:30

McKnee hat geschrieben:(17 Dec 2018, 07:59)

Es gibt sicher Umstände, die das Anschlagsrisiko auf einen engeren Zeitraum reduzieren. Daher schrieb ich, dass die Maßnahme geeignet sein muss.

Wenn es konkrete Hinweise oder Umstände gibt, dann werden Geheimdienste und Polizei schon aktiv, vermutlich.

Der Umstand aber, dass ein Einbrecher in seiner Zelle mal ein Bin-Laden-Poster aufgehängt hat, wird Jahre später nicht zu einer 48-stündigen Ingewahrsamnahme führen.
Das wäre denn auch kaum mehr als Kaffeesatzleserei und könnte einen Anschlag auch nicht verhindern, der z. B. 72 Stunden später verübt wird.
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