Europäische Asyl- und Flüchtlingspolitik

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Re: Europäische Asyl- und Flüchtlingspolitik

Beitragvon jack000 » Mi 3. Jun 2020, 17:47

Vongole hat geschrieben:(03 Jun 2020, 17:43)
Und erklär mal bitte, was eine private Aktion mit der europ. Asyl- und Flüchtlingspolitik zu tun hat, um die es in diesem Thread geht.

Es erklärt das ganze Dilemma. Deutschland ist das einzige Land auf dem Planeten in dem es Bahnhofsklatscher für Leute gibt, die weltweit unerwünscht sind.
Deutschland lockt mit flaschen Anreizen die falschen Leute an und ankommen tun diese erstmal nicht in Deutschland. Die anderen europäischen Ländern müssen also erstmal den falschen deutschen Weg ausbaden und somit ist keine gemeinsame europäische Asyl- und Flüchtlingspolitik möglich.
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Re: Europäische Asyl- und Flüchtlingspolitik

Beitragvon Vongole » Mi 3. Jun 2020, 17:55

jack000 hat geschrieben:(03 Jun 2020, 17:47)

Es erklärt das ganze Dilemma. Deutschland ist das einzige Land auf dem Planeten in dem es Bahnhofsklatscher für Leute gibt, die weltweit unerwünscht sind.
Deutschland lockt mit flaschen Anreizen die falschen Leute an und ankommen tun diese erstmal nicht in Deutschland. Die anderen europäischen Ländern müssen also erstmal den falschen deutschen Weg ausbaden und somit ist keine gemeinsame europäische Asyl- und Flüchtlingspolitik möglich.

Ach so, du bist immer noch bei 2015, kann man ja nicht wissen. Aber du könntest zur Kenntnis nehmen, dass sich seither einiges geändert hat, gerade was den deutschen Weg betrifft.
Eine gemeinsame Flüchtlingspolitik scheitert auch nicht an Deutschland, sondern an Staaten wie Ungarn, Tschechien, Polen und Österreich.
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Re: Europäische Asyl- und Flüchtlingspolitik

Beitragvon jack000 » Mi 3. Jun 2020, 20:14

Vongole hat geschrieben:(03 Jun 2020, 17:55)

Ach so, du bist immer noch bei 2015, kann man ja nicht wissen. Aber du könntest zur Kenntnis nehmen, dass sich seither einiges geändert hat, gerade was den deutschen Weg betrifft.

Was denn?

Eine gemeinsame Flüchtlingspolitik scheitert auch nicht an Deutschland, sondern an Staaten wie Ungarn, Tschechien, Polen und Österreich.

Wieso?
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Re: Europäische Asyl- und Flüchtlingspolitik

Beitragvon imp » Mi 3. Jun 2020, 20:18

jack000 hat geschrieben:(03 Jun 2020, 20:14)

Was denn?


Wieso?

Wer in Österreich ist, ist bereits in einem sicheren Drittstaat und muss nicht nach Deutschland. Irgendwann ist Österreich aber voll.
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Re: Europäische Asyl- und Flüchtlingspolitik

Beitragvon jack000 » Mi 3. Jun 2020, 20:29

imp hat geschrieben:(03 Jun 2020, 20:18)

Wer in Österreich ist, ist bereits in einem sicheren Drittstaat und muss nicht nach Deutschland.

Korrekt. Das trifft aber nicht nur auf Österreich zu, sondern so ziemlich auf alle Länder aus denen illegal in die EU eingedrungen wird/wurde.

Irgendwann ist Österreich aber voll.

Deutschland ebenso.
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Re: Europäische Asyl- und Flüchtlingspolitik

Beitragvon imp » Mi 3. Jun 2020, 20:35

jack000 hat geschrieben:(03 Jun 2020, 20:29)

Korrekt. Das trifft aber nicht nur auf Österreich zu, sondern so ziemlich auf alle Länder aus denen illegal in die EU eingedrungen wird/wurde.


Deutschland ebenso.

Deutschland ist relativ groß und wirtschaftsmächtig. Ein angemessener Anteil an den Lasten wäre wohl politisch schwer zu vermitteln.
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Re: Europäische Asyl- und Flüchtlingspolitik

Beitragvon jack000 » Mi 3. Jun 2020, 21:14

imp hat geschrieben:(03 Jun 2020, 20:35)

Deutschland ist relativ groß und wirtschaftsmächtig. Ein angemessener Anteil an den Lasten wäre wohl politisch schwer zu vermitteln.

Die Masse der "Flüchtlinge" ist seit 2015 nach Deutschland gekommen. Frankreich und Spanien sind größer und haben weniger Einwohner. Es wird schwer zu vermitteln sein, den Großstadtbewohnern in Deutschland, die auf eine katastrophale Wohnungssituation stoßen, dass dieser extreme Mangel auch noch mit anderen geteilt werden muss. "Wir haben Platz" trifft nun mal auf die Ballungsräume in Deutschland nicht zu:
https://www.stuttgarter-zeitung.de/inha ... 7d3e8.html
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Re: Europäische Asyl- und Flüchtlingspolitik

Beitragvon imp » Mi 3. Jun 2020, 21:17

jack000 hat geschrieben:(03 Jun 2020, 21:14)

Die Masse der "Flüchtlinge" ist seit 2015 nach Deutschland gekommen. Frankreich und Spanien sind größer und haben weniger Einwohner. Es wird schwer zu vermitteln sein, den Großstadtbewohnern in Deutschland, die auf eine katastrophale Wohnungssituation stoßen, dass dieser extreme Mangel auch noch mit anderen geteilt werden muss. "Wir haben Platz" trifft nun mal auf die Ballungsräume in Deutschland nicht zu:
https://www.stuttgarter-zeitung.de/inha ... 7d3e8.html

Im Osten werden die Flüchtlinge halt immer gleich abgefackelt oder totgehauen. Trotzdem wäre es vielleicht gut gewesen, entvölkerte Kleinstädte in der Prärie aufzufüllen. Hätte sicher viel Geraune gegeben, aber manche hätten vielleicht dazugelernt. Das sind so Hoffnungen, die man in Stuttgart nicht mehr unbedingt hegt.
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Re: Europäische Asyl- und Flüchtlingspolitik

Beitragvon zollagent » So 7. Jun 2020, 11:04

imp hat geschrieben:(03 Jun 2020, 21:17)

Im Osten werden die Flüchtlinge halt immer gleich abgefackelt oder totgehauen. Trotzdem wäre es vielleicht gut gewesen, entvölkerte Kleinstädte in der Prärie aufzufüllen. Hätte sicher viel Geraune gegeben, aber manche hätten vielleicht dazugelernt. Das sind so Hoffnungen, die man in Stuttgart nicht mehr unbedingt hegt.

Wie dieses "Geraune" aussieht, hast du ja im ersten Satz deines Kommentars deutlich gemacht.
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Re: Europäische Asyl- und Flüchtlingspolitik

Beitragvon zollagent » So 7. Jun 2020, 11:06

jack000 hat geschrieben:(03 Jun 2020, 20:29)

Korrekt. Das trifft aber nicht nur auf Österreich zu, sondern so ziemlich auf alle Länder aus denen illegal in die EU eingedrungen wird/wurde.


Deutschland ebenso.

Wobei der "Voll"-Begriff der Rechtsdraußen sehr stark von dem der Bevölkerung abweicht. Die ewigen "Das-Boot-ist-voll"-Kampagnen der Rechten verfangen nicht. Und sind auch nicht durch Fakten untermauert. Bauchschmerzen am rechtsradikalen Rand sind eher Sache eines Arztes als der Politik.
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Re: Europäische Asyl- und Flüchtlingspolitik

Beitragvon jack000 » Mo 8. Jun 2020, 15:43

Nach internationalen Protesten hat Malta mehr als 400 Migranten in den Hafen einlaufen lassen. Die Menschen saßen meist seit Wochen auf kleinen Quarantäne-Schiffen vor dem Mittelmeerland fest. Zugleich warf die Regierung in Valletta den anderen EU-Staaten mangelnde Solidarität vor.

"Die Regierung ist nicht gewillt, das Leben sowohl der Migranten als auch der Besatzung zu gefährden, angesichts der Tatsache, dass die Mitgliedstaaten der Europäischen Union bei der Übernahme keine Solidarität zeigen", hieß es in der Mitteilung vom späten Samstag.

"Kein europäisches Land will diese Migranten aufnehmen, obwohl von Solidarität die Rede war", schrieb die Regierung über die rund 425 Betroffenen. Als erstes lief die ursprünglich als Touristenboot genutzte "Europa II" in einen Hafen nahe Valletta ein, wie die Zeitung Times of Malta am Sonntag berichtete. Das Schiff sei von zwei Patrouillenbooten begleitet worden. Die Menschen durften an Land gehen.

Regierungschef Robert Abela bestätigte am Sonntag, dass sich die Lage auf der "Europa II" zuvor zugespitzt hatte. Migranten hätten zu Messern gegriffen und gedroht, eine Gasflasche zu sprengen und die die Crew zu kidnappen. "Sie gaben uns eine halbe Stunde Zeit, um zu handeln", sagte Abela. Maltas Regierung hat vier Touristenboote gemietet, um Migranten außerhalb der eigenen Hoheitsgewässer für eine Corona-Quarantäne festzuhalten. Einige waren seit 30. April an Bord.

https://kurier.at/politik/ausland/malta ... 9OiGBjEbDQ
Tja, so langsam dämmert es, warum Carola ein Polizeiboot rammte um sich so schnell wie möglich vor den "Migranten" in Sicherheit zu bringen. Immer das gleiche Muster.
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Re: Europäische Asyl- und Flüchtlingspolitik

Beitragvon Vongole » Mo 8. Jun 2020, 17:24

Zur Kenntnisnahme: Ich werde hier keinerlei Hetze gegen Flüchtlinge dulden!
Also: Kritik an der europäischen Flüchtlingspolitik ja, Hetze, Diffamierung etc. nein.

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Re: Europäische Asyl- und Flüchtlingspolitik

Beitragvon Cobra9 » Mo 8. Jun 2020, 19:43

jack000 hat geschrieben:(08 Jun 2020, 15:43)

https://kurier.at/politik/ausland/malta ... 9OiGBjEbDQ
Tja, so langsam dämmert es, warum Carola ein Polizeiboot rammte um sich so schnell wie möglich vor den "Migranten" in Sicherheit zu bringen. Immer das gleiche Muster.



Sollte das stimmen wäre ich dafür die gesamte Gruppe zwar an Land zu lassen. Sie auch zu versorgen usw. und dann zeitnah zurück schicken. Notfalls mit bewaffneten Sicherheitskräften um Aktionen zu unterbinden die man lassen sollte.

Erstens so ein Verhalten was erpressen zu wollen muss man grundsätzlich unterbinden gleich grundsätzlich. Zweitens die Botschaft darf nicht lauten wer sich mit falschen Methoden den Zugang verschaffen kann darf bleiben.

Wer Hilfe sucht sollte ein gewisses Maß an an Verhalten zeigen. Tut das jemand nicht konsequent ohne Debatte raus.


Ich verstehe Verzweiflung. Aber so gewisse Sachen gehen nicht
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Re: Europäische Asyl- und Flüchtlingspolitik

Beitragvon imp » Mo 8. Jun 2020, 20:13

Cobra9 hat geschrieben:(08 Jun 2020, 19:43)

Sollte das stimmen wäre ich dafür die gesamte Gruppe zwar an Land zu lassen. Sie auch zu versorgen usw. und dann zeitnah zurück schicken. Notfalls mit bewaffneten Sicherheitskräften um Aktionen zu unterbinden die man lassen sollte.

Erstens so ein Verhalten was erpressen zu wollen muss man grundsätzlich unterbinden gleich grundsätzlich. Zweitens die Botschaft darf nicht lauten wer sich mit falschen Methoden den Zugang verschaffen kann darf bleiben.

Wer Hilfe sucht sollte ein gewisses Maß an an Verhalten zeigen. Tut das jemand nicht konsequent ohne Debatte raus.


Ich verstehe Verzweiflung. Aber so gewisse Sachen gehen nicht

Die Menschen aus verschiedenen Ländern waren in großer Zahl viel länger als vorgesehen mit ungewissem Ausgang auf dem Boot. Da entsteht ein ziemlicher Stress, Ängste, natürlich auch Aggression. Solche Aktionen sind nicht richtig. Sind sie aber verwunderlich?
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Re: Europäische Asyl- und Flüchtlingspolitik

Beitragvon jack000 » Mo 8. Jun 2020, 20:52

imp hat geschrieben:(08 Jun 2020, 20:13)

Die Menschen aus verschiedenen Ländern waren in großer Zahl viel länger als vorgesehen mit ungewissem Ausgang auf dem Boot.

"Vorgesehen" von wem?
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Re: Europäische Asyl- und Flüchtlingspolitik

Beitragvon imp » Mo 8. Jun 2020, 20:56

jack000 hat geschrieben:(08 Jun 2020, 20:52)

"Vorgesehen" von wem?

Man denkt sich das normalerweise so: Man rettet Leute aus der Suppe. Dann fährt man einen Hafen an. Wenn dort aus politischem Kleingeist nichts geht, fährt man zwei, drei weitere an. Die EU kann schließlich nicht wollen, dass eine privat finanzierte Kapazität zur Rettung von Menschen aus dem Meer ewig brachliegt, wenn sie schon selber in der Frage kaum mehr was auf die Reihe bekommt.
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Re: Europäische Asyl- und Flüchtlingspolitik

Beitragvon Quatschki » Mo 8. Jun 2020, 22:02

Alles Teil des heuchlerischen Spiels.
Man kann und will (ohne dies öffentlich zuzugeben) offenbar diese illegale Einwanderung nicht gänzlich unterbinden, also wird sie eingedämmt, indem sie gebremst und verzögert wird.
Das geschieht auch im Prinzip schon dadurch, dass man denen nicht erlaubt, einfach Fähre oder Flugzeug zu benutzen.
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Re: Europäische Asyl- und Flüchtlingspolitik

Beitragvon Cobra9 » Di 9. Jun 2020, 03:21

imp hat geschrieben:(08 Jun 2020, 20:13)

Die Menschen aus verschiedenen Ländern waren in großer Zahl viel länger als vorgesehen mit ungewissem Ausgang auf dem Boot. Da entsteht ein ziemlicher Stress, Ängste, natürlich auch Aggression. Solche Aktionen sind nicht richtig. Sind sie aber verwunderlich?


Wer als Gast oder Bitsteller kommt sollte sich entsprechend benehmen. Ich empfehle niemandem diesen Weg zu gehen sondern würde es auf legalen Wege mit sichereren Alternativen versuchen.

Wenn Ich also wegen Geldnot unter großem Druck stehe ist nachvollziehbar wenn ich ne Bank ausraube. Oder wenn Ich meine Probleme nicht anders lösen kann darf ich zu Gewalt und Erpressung greifen. Seltsame Logik. Nein darf man nicht Grund grundsätzlich.

Wer versucht sich den Aufenthalt mit falschen Mitteln zu erpressen darf nicht akzeptiert werden. Es wäre sinnvoll diese Botschaft sehr deutlich zu vermitteln und drastisch. Ich würde sowieso anregen starke Sicherungen aufzubauen und Boote abzufangen bevor sie die EU erreichen.

Parallel sollte man legale Möglichkeiten ausbauen, Zentren einrichten in Afrika usw.

Aber die EU kriegt das nicht hin. Was auch an den Ländern liegt natürlich. Aber das jeder Mensch bleiben darf ist auch unrealistisch. Was wir brauchen sind konkrete Ideen und Lösungen. Zentren bsp in Afrika . Marokko sagte zwar offiziell nein. Aber letztendlich eine Frage des Geldes und was man bietet.


Aus Regierungskreisen in dem Land..... Marokko wird einen solchen Vertrag unterzeichnen, wenn die Umstände passend sind. Aufgabe der EU wäre es jetzt, die Umstände passend zu machen.


Ich selbst würde Niger als Standort wählen.

Für die EU würde Niger als Standort für diverse Flüchtlingszentren Sinn machen. weil der Wüstenstaat ein wichtiges Transitland für afrikanische Migranten auf dem Weg nach Europa ist. Zudem befinden sich im Niger viele rückkehrende oder aus anderen Staaten deportierte Migranten. In dem Wüstenstaat gibt es bereits sechs Zentren für mehrere hundert Migranten, die von der EU finanziert werden. Für den laufenden Betrieb sind das UN-Flüchtlingshilfswerk UNHCR und die Internationale Organisation für Migration (IOM) zuständig.

Das funktioniert relativ gut. Des weiteren würde ich das Land stärken. Unterstützung anbieten, Kredite und Bildungsprojejte, Krankenhäuser usw. aufbauen.

Wenn man dem Land auf die Beine etwas hilft und zugleich eine Anlaufstelle schafft wäre das eine Win:win Situation. Wir bekommen die Möglichkeit in Afrika die Flüchtlinge zentral zu in Zentren unterzubringen bzw. rückzuführen. Außerdem in einem der Knotenpunkte des Transit wäre die Möglichkeit sinnvoll gegeben alles aufzubauen.
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Re: Europäische Asyl- und Flüchtlingspolitik

Beitragvon zollagent » Di 9. Jun 2020, 11:18

Cobra9 hat geschrieben:(09 Jun 2020, 03:21)

Wer als Gast oder Bitsteller kommt sollte sich entsprechend benehmen. Ich empfehle niemandem diesen Weg zu gehen sondern würde es auf legalen Wege mit sichereren Alternativen versuchen.
....


Das ist angesichts der Fakten scheinheiliges Gerede. Denn diese "legalen Wege" und "sicheren Alternativen" sind ungefähr das, was die Ausreiseanträge in der DDR waren: Auf dem Papier garantiert, aber ungefähr so leicht zu erreichen wie eine persönliche Audienz beim Papst.
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Re: Europäische Asyl- und Flüchtlingspolitik

Beitragvon Cobra9 » Di 9. Jun 2020, 11:50

zollagent hat geschrieben:(09 Jun 2020, 11:18)

Das ist angesichts der Fakten scheinheiliges Gerede. Denn diese "legalen Wege" und "sicheren Alternativen" sind ungefähr das, was die Ausreiseanträge in der DDR waren: Auf dem Papier garantiert, aber ungefähr so leicht zu erreichen wie eine persönliche Audienz beim Papst.


Das ist falsch. Wer einen Antrag stellt mit den den richtigen Grundlagen hat eine gute Chance auf eine legale Möglichkeit.

Ähmm das die meisten Anträge so oder so abgelehnt werden ist jetzt meine Schuld ? Oder mein Problem ? Nein. Das sind die gesetzlichen Regelungen die Ich als sinnvoll und ausgewogen erachte. Ich bin auch dafür wer nicht legal bleiben darf oder keine Chance auf ein legales langfristiges Bleiben hat muss wieder heimgeschickt werden. Notfalls mit Zwang. Von Mir aus können echte Kriegsflüchtlinge oder real gefährdete Personen usw. gerne in die EU kommen wenn Sie die legalen Wege gehen. Das sind Menschen die Hilfe brauchen. Aber Menschen die primär aus anderen Grunden flüchten und keine Chance haben legal zu bleiben nehmen diesen Menschen mit echtem Bedarf auch die Kapazitäten.

Wer keine Chance hat auf legale Möglichkeiten zu bleiben muss zurück in die Heimat und notfalls mit Zwang. Sich den Weg zusaätzlich mit illegalen Methoden freiboxen zu wollen darf nicht funktionieren. Ich bin sogar dafür das man Straftäter in den Knast steckt und dann nach Ablauf der Strafe heimschickt.


Menschen, deren Asylantrag abgelehnt wird, müssen Deutschland innerhalb kurzer Zeit verlassen. Sie sind dann ausreisepflichtig. Reisen sie nicht innerhalb einer festgelegten Frist freiwillig aus und liegen weder Hinderungsgründe (z.B. Krankheit) noch eine Duldung vor, muss die Ausländerbehörde sie abschieben. Das ist Aufgabe der Bundesländer, die dabei oftmals mit der jeweiligen Landespolizei und der Bundespolizei zusammenarbeiten. Genau das muss durchgesetzt werden oder sind wir bei Wünsch dir was ?

Kann Ich mir wünschen nach Kanada dauerhaft einreisen zu können ohne deren Regeln zu befolgen oder zu erfülen. Schweden, Norwegen, Australien......NEIN. Aber hier soll das in Europa anders sein. Warum bitte ? A sind wir nicht in der Lage jedem Menschen zu helfen. B sind wir selbst nicht auf Rosen gebettet. Wir haben Gesetze und Regeln geschaffen. Diese gelten für jeden Menschen in der EU. Punkt.


Wird jemand nach dem Grundgesetz als asylberechtigt oder nach der Genfer Flüchtlingskonvention als sogenannter Konventionsflüchtling anerkannt usw. sag Ich rein gar nichts. Dann ist der Mensch völlig legal hier und ist sinnvoll zu unterstützen. Aber die Entscheidung darüber tragen die Behörden nach den rechtlichen Grundlagen. Dabei wird auch der humanitäre Aspekt gewertet und ich finde die Behörden machen es relativ gut.

Wenn du meinst man arbeitet wie in der DDR weise ich das zurück. Es gibt sehr wohl einige Grundlagen.

https://www.nds-fluerat.org/leitfaden/3 ... erkennung/


Ein Beispiel. Aber jeder der solche Grundlagen erfüllt kann das auf legalem Weg tun und muss nicht übers Mittelmeer. Wer dann noch illegal erwischt wird und zurück nach Griechenland oder Italien muss eben damit leben. Das ist unser System. Das habe ich nicht erfunden sondern damit muss man leben und es ist in der Regel sehr sinnvoll. Nicht sinnvoll ist mit Straftaten schon vor dem Asylantrag zu glänzen. Das wird bestimmt nicht positiv gewertet.


Du Ich habe natürlich ein Herz aber bin Realist. Ohne Regeln und Gesetz brechen wir zusammen. Dito haben Wir keine Kapazitäten mehr . Mit Corona hat sich die Lage auch erheblich verschärft. An die Gesetze muss man sich einfach halten. Der Weg das ich eine permante Arbeitserlaubnis für Neuseeland bekommen habe war hart.


Um ein dauerhaftes Visum für Neuseeland zu bekommen muss man einige Bedingungen erfüllen. Man bekommt eine gewisse Anzahl Punkte für sein Alter, die Qualifikation, relevante Arbeitserfahrung, einen gesuchten Beruf von der Longterm Shortage Liste und verschiedene andere Kriterien. Um nur die besten Einwanderer ins Land zu holen, die im Land auch wirklich gebraucht werden, und um sicherzustellen dass diese auch tatsächlich in ihrem Beruf arbeiten hat Neuseeland sich noch einen besonders fiesen Trick einfallen lasse. Anders als Australien muss man in Neuseeland bereits ein Jobangebot (einen Arbeitsvertrag) in der Tasche haben, um das Visum überhaupt beantragen zu können (bis auf extrem wenige Ausnahmen). Dadurch finden sich viele Auswanderer in der misslichen Lage dass sie ohne Job kein Visum beantragen können, aber ohne Arbeitserlaubnis finden sie auch keinen Job. Und diese Zwickmühle ist volle Absicht!

Darüber kann man jetzt heulen oder toben. Aber würde nix bringen. Ohne meinen Arbeitgeber wäre Ich nie in den Genuss gekommen und wenn ich den verliere ist Schluss. Oder Ich finde Ersatz was natürlich nicht so einfach ist. Auch Pendeln war /ist nervig. Das jemand auf Asyl in Neuseeland keine Chance hat ist eigentlich auch bekannt. Jammert deswegen jemand ?

Nein. Sie fliehen vor Krieg, vor politischer oder religiöser Verfolgung, vor Übergriffen aufgrund ihrer ethnischen Herkunf. Millionen Menschen sind weltweit auf der Flucht, weil ihnen in ihrer Heimat Zerstörung, Misshandlung oder Folter drohen. Ich bin dafür im Rahmen der Limits diesen Menschen zu helfen. Aber im Gegenzug haben diese Menschen unsere Ordnung, Gesetze und Regeln zu befolgen.

Blick der Realität ins Auge. Aufgrund der Situation insgesamt wird Abschottung zunehmen. In Europas Migrationspolitik stehen die Zeichen auf Abschottung.Die Konzepte für Asylzentren in Drittstaaten kommen erneut und es gibt keine Alternative. Die Idee ist es, auf dem Mittelmeer gerettete Flüchtlinge dorthin, anstatt nach Europa zu bringen.

Was ist den dein Problem an der Idee im Ausland diverse Zentren zu schaffen wo Menschen zentral zurückgeführt werden, ihre Anträge stellen können und die vor Ort bearbeitet werden.
Asylzentren außerhalb der EU haben Vorteile. Ein Vorteil wäre das man nicht mehr den Weg übers Meer wählen sollte. So ganz schlecht finde ich die Idee nicht wenn offene Fragen machbar sind.

Es geht darum, den Menschen wo wirklich Hilfe brauchen eine Hilfestellung zu geben, auch durch Neuansiedlung auf dem afrikanischen Kontinent, oder eben mit Informationen über legale Wege in die EU um gerade illegale Aktionen zu unterbinden. Das muss das Ziel sein in gewissen Limits.

Zentren in Europa wird es nicht geben oder diverse Staaten machen nicht mit. Eher brechen Sie mit der EU. Die kurzfristige Lösung liegt in Zentren im Ausland. Aber nicht nur indem man ein Zentrum hinstellt und das ist alles. Ein Partnerschaft mit den Ländern eingehen. Auch um etwas die Lage des Landes zu verbessern.


Ich forder mehr Einsatz der EU für solche Partnerschaften. Ziel muss sein, etwa Marokko zu einem sicheren Land für abgelehnte Migranten zu machen und als Anreiz Visafreiheit für marokkanische Touristen zu gewähren. Zudem könnten legale Ausbildungsmöglichkeiten für Menschen aus diesen Ländern garantiert werden. Eine rasche Bearbeitung der Asylanträge und eine schnelle Abschiebung machten die Reise nach Europa für Migranten weniger attraktiv. Aber nicht in inhumane Länder oder ihre Möglichkeiten nehmen legal komplett.


Die Sache ist komplex- aber ich behaupte die EU versagt und die Staaten auch.
Zuletzt geändert von Cobra9 am Di 9. Jun 2020, 12:15, insgesamt 1-mal geändert.
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