Europäische Asyl- und Flüchtlingspolitik

Moderator: Moderatoren Forum 3

Benutzeravatar
unity in diversity
Beiträge: 8685
Registriert: So 21. Dez 2014, 09:18
Benutzertitel: Nachtfalter
Wohnort: Falena

Re: Europäische Asyl- und Flüchtlingspolitik

Beitragvon unity in diversity » Fr 20. Sep 2019, 11:19

Wähler hat geschrieben:(20 Sep 2019, 09:57)

Eine Änderung des Asylrechtes sollte aber innerhalb der EU einheitlich erfolgen. Solange auf freiwilliger Basis umverteilt wird, müssen sich alle EU-Mitglieder an den Kosten der Flüchtlingsbetreuung beteiligen, notfalls auch durch Geschachere beim EU-Haushalt 2021 bis 2027.

Ist ein Syntaxerror, der jeden Fortschritt blockiert.
"Freiwillig" ist der nächste Sensibelpunkt, der irritieren kann. Ist damit obrigkeitsstaatliche Bevormundung von Flüchtlingen, Einwanderern, Schutzsuchenden, Migranten,...ohne eigenes Entscheidungsrecht gemeint?
Das wäre Leichtsinn, weil sie ihr Ziel selber aussuchen und es Zeit und Geld kostet, sie davon abzuhalten.
"Gerechte Verteilung" scheint ein typisch merkelscher Asperger zu sein.
Erstaunlich, wie viele Erwachsene und gestandene Politiker immer noch auf diese weltfremde Formulierung hereinfallen.
Für jedes Problem gibt es 2 Lösungsansätze:
Den Falschen und den Unsrigen.
Aus den USA.
Nightrain
Beiträge: 1097
Registriert: Di 1. Mai 2018, 01:36

Re: Europäische Asyl- und Flüchtlingspolitik

Beitragvon Nightrain » Fr 20. Sep 2019, 18:03

Orbiter1 hat geschrieben:(20 Sep 2019, 07:47)
Was kapieren sie denn an den Forderungen von Frankreich und Italien nicht? Für Länder die sich unsolidarisch verhalten und keine Flüchtlinge aufnehmen soll es finanzielle Strafen geben. Da werden Ungarn die 3,1 Mrd € Nettozahlungen gestrichen und das Thema ist erledigt. Die 3,1 Mrd € landen dann bei den Ländern die Flüchtlinge aufnehmen.


Das sehen Sie falsch. Ungarn setzt dann einfach die Flüchtlingsunterkunft neben das Flixbus Terminal oder an die Grenze und gibt 30€ Willkommensgeld und einen Flyer aus, dass die Deutschen das 5-fache an Asylleistungen bezahlen. Dann können Sie schauen, wie schnell alle direkt nach Deutschland weiterfahren.
Ihnen dürfte genauso bekannt sein, dass Deutschland nicht nach Ungarn zurück schiebt. :p

Dazu sind Forderungen Migranten in osteuropäische Staaten zu deportieren ja wohl unmenschlich. In Ungarn liegt die Mindestrente bei 90€, die Asylleistungen liegen bei 20€ Tachengeld im Monat und drei Mahlzeiten am Tag.

Sie scheinen ein ganz schöner Schuft zu sein unliebsame Migranten einfach in bitterste Armut wegdeportieren zu wollen, weil Ihnen die Kosten hier in Deutschland zu hoch sind... :x
"Gleiches gilt in Deutschland für AfD und Pegida. Der gewalttätige Antisemitismus kommt heute nicht von rechts, auch wenn die irreführenden Statistiken etwas anderes sagen." (Michael Wolffsohn)
Wähler
Beiträge: 5052
Registriert: Di 25. Dez 2012, 13:04
Wohnort: Bayern

Re: Europäische Asyl- und Flüchtlingspolitik

Beitragvon Wähler » Sa 21. Sep 2019, 08:59

Wähler hat geschrieben:(20 Sep 2019, 09:57)
Eine Änderung des Asylrechtes sollte aber innerhalb der EU einheitlich erfolgen. Solange auf freiwilliger Basis umverteilt wird, müssen sich alle EU-Mitglieder an den Kosten der Flüchtlingsbetreuung beteiligen, notfalls auch durch Geschachere beim EU-Haushalt 2021 bis 2027.

unity in diversity hat geschrieben:(20 Sep 2019, 11:19)
Ist ein Syntaxerror, der jeden Fortschritt blockiert.
"Freiwillig" ist der nächste Sensibelpunkt, der irritieren kann. Ist damit obrigkeitsstaatliche Bevormundung von Flüchtlingen, Einwanderern, Schutzsuchenden, Migranten,...ohne eigenes Entscheidungsrecht gemeint?
Das wäre Leichtsinn, weil sie ihr Ziel selber aussuchen und es Zeit und Geld kostet, sie davon abzuhalten.
"Gerechte Verteilung" scheint ein typisch merkelscher Asperger zu sein.
Erstaunlich, wie viele Erwachsene und gestandene Politiker immer noch auf diese weltfremde Formulierung hereinfallen.

Die Weltfremdheit besteht eher darin, zu glauben, dass sich niemand um die Flüchtlinge zu kümmern bräuchte, wenn sie den Boden der EU betreten haben.
Zeitungstexte bei Genios mit Bibliotheksausweis kostenlos: https://www.wiso-net.de/login?targetUrl=%2Fdosearch (Zugang auch bundesweit)
Wähler
Beiträge: 5052
Registriert: Di 25. Dez 2012, 13:04
Wohnort: Bayern

Re: Europäische Asyl- und Flüchtlingspolitik

Beitragvon Wähler » Mo 23. Sep 2019, 10:54

La Reppublica 23. September Umgang mit Wirtschaftsmigranten noch ungeklärt
https://www.eurotopics.net/de/227372/mi ... itat227334
„Der Schlüsselbegriff lautet 'Asylbewerber'. Italien und Malta wollen die Gewissheit, dass damit alle gemeint sind, die Asyl beantragen, auch Wirtschaftsmigranten. Um den neu entdeckten Europäismus Italiens zu begrüßen, könnten die Partner bereit sein, diese Interpretation zu akzeptieren. Macron selbst - zunächst skeptisch - soll Premier Conte diesbezüglich Garantien gegeben haben. Doch besteht das Risiko, dass die Partner im entscheidenden Moment doch nur diejenigen aufzunehmen gewillt sind, die eine große Chance auf Asyl haben (z.B. Syrer und Eritreer). ... Wenn dies der Fall wäre, würden die umzuverteilenden Migranten von 90 Prozent der Gesamtzahl auf weniger als 10 Prozent sinken.“
Die Vereinheitlichung des Asylverfahrens innerhalb der EU könnte ein erster Schritt zu einem neuen Dublin-Abkommen sein.
Zeitungstexte bei Genios mit Bibliotheksausweis kostenlos: https://www.wiso-net.de/login?targetUrl=%2Fdosearch (Zugang auch bundesweit)
Ger9374

Re: Europäische Asyl- und Flüchtlingspolitik

Beitragvon Ger9374 » Mi 25. Sep 2019, 04:47

Wähler hat geschrieben:(23 Sep 2019, 10:54)

La Reppublica 23. September Umgang mit Wirtschaftsmigranten noch ungeklärt
https://www.eurotopics.net/de/227372/mi ... itat227334
„Der Schlüsselbegriff lautet 'Asylbewerber'. Italien und Malta wollen die Gewissheit, dass damit alle gemeint sind, die Asyl beantragen, auch Wirtschaftsmigranten. Um den neu entdeckten Europäismus Italiens zu begrüßen, könnten die Partner bereit sein, diese Interpretation zu akzeptieren. Macron selbst - zunächst skeptisch - soll Premier Conte diesbezüglich Garantien gegeben haben. Doch besteht das Risiko, dass die Partner im entscheidenden Moment doch nur diejenigen aufzunehmen gewillt sind, die eine große Chance auf Asyl haben (z.B. Syrer und Eritreer). ... Wenn dies der Fall wäre, würden die umzuverteilenden Migranten von 90 Prozent der Gesamtzahl auf weniger als 10 Prozent sinken.“
Die Vereinheitlichung des Asylverfahrens innerhalb der EU könnte ein erster Schritt zu einem neuen Dublin-Abkommen sein.



Einheitliche Prüfverfahren mit anschliessender konsequenter Schnellabschiebung dürfte reichen.
Notfalls Auffanglager unter E.U Hoheit falls einzelne Staaten ausscheren wollen.
Greift in die Souveränität eines Staates ein , müsste durch Rechtsgutachten geklärt werden!
Benutzeravatar
unity in diversity
Beiträge: 8685
Registriert: So 21. Dez 2014, 09:18
Benutzertitel: Nachtfalter
Wohnort: Falena

Re: Europäische Asyl- und Flüchtlingspolitik

Beitragvon unity in diversity » So 29. Sep 2019, 10:55

Richtige Flüchtlinge besitzen buchstäblich nichts.
Wer wohlhabend genug ist, ein Smartphone zu besitzen, aber seinen Paß „verloren“ hat, um seine Herkunft zu verschleiern, muß es eindeutig und endgültig vergeigt haben.
Asylverfahren abgelehnt!
Sowas muß an jedem x-beliebigen nordafrikanischen Strand ausgesetzt werden dürfen.
Für jedes Problem gibt es 2 Lösungsansätze:
Den Falschen und den Unsrigen.
Aus den USA.
Wähler
Beiträge: 5052
Registriert: Di 25. Dez 2012, 13:04
Wohnort: Bayern

Re: Europäische Asyl- und Flüchtlingspolitik

Beitragvon Wähler » Sa 5. Okt 2019, 11:15

SZ 4. Oktober 2019 Seehofer beschwört EU-Solidarität
https://www.sueddeutsche.de/politik/flu ... -1.4627557
"Innenminister Horst Seehofer (CSU) will sich in der EU für eine neue Asylpolitik einsetzen, die mehr Rücksicht auf die Staaten an den Außengrenzen der EU nimmt, zu denen auch Griechenland gehört. Dies betreffe den Grenzschutz, aber auch die Verteilung von Flüchtlingen, sagte Seehofer am Freitag in Athen. Wenn die EU nicht die Kraft habe, das große Thema Migration "solidarisch zu lösen", dann dürfe sich niemand einbilden, "dass das Thema weg ist", warnte der CSU-Politiker."
Ein erstaunlicher Sinneswandel in der CSU-Flüchtlingspolitik. ;)
Zeitungstexte bei Genios mit Bibliotheksausweis kostenlos: https://www.wiso-net.de/login?targetUrl=%2Fdosearch (Zugang auch bundesweit)
Benutzeravatar
Tom Bombadil
Beiträge: 40925
Registriert: Sa 31. Mai 2008, 16:27
Benutzertitel: Non Soli Cedit

Re: Europäische Asyl- und Flüchtlingspolitik

Beitragvon Tom Bombadil » Sa 5. Okt 2019, 12:13

Wie lange schon wird in der EU Solidarität "beschworen"? Was ist denn konkret passiert? Nichts. Die Krise 2015 ist vier Jahre her und es gibt immer noch kein einheitliches EU-Asylverfahren, es gibt keine EU-Aufnahmezentren in den Staaten mit EU-Außengrenzen, es gibt immer noch keine Regelung zur Verteilung der Menschen, die wirklich Anrecht auf Schutz und Asyl haben. Es bleibt bei der reinen Dampfplauderei und nichts geschieht.
The tree of liberty must be refreshed from time to time with the blood of patriots and tyrants. It is its natural manure.
Thomas Jefferson
Humelix33
Beiträge: 420
Registriert: So 28. Mai 2017, 21:37

Re: Europäische Asyl- und Flüchtlingspolitik

Beitragvon Humelix33 » So 6. Okt 2019, 15:07

Tom Bombadil hat geschrieben:(05 Oct 2019, 12:13)

Wie lange schon wird in der EU Solidarität "beschworen"? Was ist denn konkret passiert? Nichts. Die Krise 2015 ist vier Jahre her und es gibt immer noch kein einheitliches EU-Asylverfahren, es gibt keine EU-Aufnahmezentren in den Staaten mit EU-Außengrenzen, es gibt immer noch keine Regelung zur Verteilung der Menschen, die wirklich Anrecht auf Schutz und Asyl haben. Es bleibt bei der reinen Dampfplauderei und nichts geschieht.


Diese angebliche Alternativlosigkeit, dass die Menschen nach der absolut unbestrittenen und notwendigen Rettung, wie auch immer sie sich in die Gefahrensituation begeben haben, dann ohne jeden Zweifel erhaben, in die EU gebracht werden müssen, ist die Antwort, auf die Frage, warum sich so wenige Länder freiwillig melden. Und die fragenden Gesicher, unserer Politiker, warum die anderen Länder nicht wollen, zeigt die komplette Naivität. Und solange die Deutschen so dumm sind, obwohl sie über Wohnungsmangel klagen, ist auch kein Wunder bei der Bevölkerungsdichte, aber trotzdem behaupten sie haben Platz ohne Ende, lachen sich die anderen Länder halb tot.

Selbstverständlich gibt es den Pull Effekt, wenn man sieht, das sich Menschen bewusst in Gefahrensituationen begeben, gerettet werden, quasi vor der lybischen Küste aufgefangen werden, und dann den ganzen weiten Weg in die EU gebracht werden, wie blöd muss man sein, das anders sehen zu wollen, wobei mich wundert hier Vieles nicht mehr. Das ist dann eine Schlepperfahrt Deluxe, sofern NGO's usw. dann zur Überfahrt ansetzen.

Alle, die in Deutschland freiwillig helfen, sollten lieber direkt nach Afrika fliegen, in die Regionen, mit Unterstützung der Politik, dort ist die Hilfe viel sinnvoller und auch angebrachter, nur dort kann es für die Mehrheit der Leute eine Perspektive geben.
Ger9374

Re: Europäische Asyl- und Flüchtlingspolitik

Beitragvon Ger9374 » So 6. Okt 2019, 15:14

Wer bereit ist ohne Ende Nafris in Deutschland aufzunehmen soll sein Privatleben damit gerne ausgestalten.
Dies dem ganzen Deutschen Volk aufzuzwingen ist eine Politische Schweinerei!
Wie weit diese Flüchtlings/Asyldiktatur noch gehen wird werden wir sehen wenn die Grünen regieren werden .
Dann werden Befindlichkeiten der Deutschen kaum noch Gewicht haben!
PeterK
Beiträge: 7702
Registriert: Di 31. Mai 2016, 11:06

Re: Europäische Asyl- und Flüchtlingspolitik

Beitragvon PeterK » So 6. Okt 2019, 15:24

Ger9374 hat geschrieben:(06 Oct 2019, 15:14)
... wenn die Grünen regieren werden .
Dann werden Befindlichkeiten der Deutschen kaum noch Gewicht haben!

Wenn die Grünen regieren werden, dann werden die Wahlberechtigten sie gewählt haben. Hast Du damit ein Problem?
Wähler
Beiträge: 5052
Registriert: Di 25. Dez 2012, 13:04
Wohnort: Bayern

Re: Europäische Asyl- und Flüchtlingspolitik

Beitragvon Wähler » So 6. Okt 2019, 16:18

Humelix33 hat geschrieben:(06 Oct 2019, 15:07)
Alle, die in Deutschland freiwillig helfen, sollten lieber direkt nach Afrika fliegen, in die Regionen, mit Unterstützung der Politik, dort ist die Hilfe viel sinnvoller und auch angebrachter, nur dort kann es für die Mehrheit der Leute eine Perspektive geben.

Dass Privatleute auch hier in Deutschland helfen wollen, ist nachvollziehbar und verständlich.
Auf nationaler politischer Ebene in Deutschland wurde eine zahlenmäßige Begrenzung eingeführt, die auch nach unten korrigiert werden kann, wenn sich eine Mehrheit dafür findet.
Auf europäischer Ebene ist eine Koordination bei der Grenzsicherung der EU-Außengrenzen und eine Unterstützung der Peripherie-Staaten sinnvoll.
Also bitte nicht alle Ebenen vermischen und bei den politischen Regelungspunkten ansetzen, um die es geht: Gemeinsame Asylstandards in der EU, Sicherung der Außengrenzen, Unterstützung der Peripheriestaaten und Einigung auf humanitäre Kontingente gemäß internationaler Gepflogenheiten.
Zeitungstexte bei Genios mit Bibliotheksausweis kostenlos: https://www.wiso-net.de/login?targetUrl=%2Fdosearch (Zugang auch bundesweit)
Humelix33
Beiträge: 420
Registriert: So 28. Mai 2017, 21:37

Re: Europäische Asyl- und Flüchtlingspolitik

Beitragvon Humelix33 » So 6. Okt 2019, 20:55

Wähler hat geschrieben:(06 Oct 2019, 16:18)
Gemeinsame Asylstandards in der EU, Sicherung der Außengrenzen, Unterstützung der Peripheriestaaten und Einigung auf humanitäre Kontingente gemäß internationaler Gepflogenheiten.


Aktuell ist eher zu sein, als ob Aufnahmen zur Normalität werden sollen, und das kann für jeden normal denkenden Menschen eben NICHT die Lösung sein, weil dadurch ein Anreiz da ist, nach Europa zu kommen. Und da sehe ich auch den Hauptgrund für die Ablehnung der meisten EU Länder. Wenn man hingeht und pauschal betont, man nimmt 25% der Menschen auf, dann ist das ein Signal, dass das Tor geöffnet bleibt, und über vielleicht eben nicht zur Debatte stehenden notwendigen temporären Bereitschaften, die in der Genfer Konvention aber so vorgesehen sind, nur zeitweise eine Bereitschaft erforderlich ist.

Genau so die Migrationswilligen auf Lesbos, die sind alle auf ein besseres Leben aus. Das wird in der Masse ein unrealistischer Wunsch bleiben, und wenn man ihnen vorgaukelt hier fließen Milch und Honig, dann gibt es am Ende innere Konflikte, wenn sich Enttäuschungen breit machen. Die Menschen auf Lesbos müssten konsequent eine Rückfahrt in ihre Heimat angeboten werden, die haben sich freiwillig in die Situation gebracht, und nur eine Rückfahrt kann sie aus dem Schlamassel retten, dass die einen Lagerkoller haben, das ist völlig klar, aber es kann nicht mit der Belohnung enden, dass am Ende der Weg in ein Wunschland erfolgt, DANN muss man konsequent alles und jeden reinlassen, und braucht auch keine Grenzschutz, weil warum sollten wir die einen bevorteilen und belohnen, und Nachzügler draußen lassen.
Wähler
Beiträge: 5052
Registriert: Di 25. Dez 2012, 13:04
Wohnort: Bayern

Re: Europäische Asyl- und Flüchtlingspolitik

Beitragvon Wähler » Mo 7. Okt 2019, 06:55

Wähler hat geschrieben:(06 Oct 2019, 16:18)
Dass Privatleute auch hier in Deutschland helfen wollen, ist nachvollziehbar und verständlich.
Auf nationaler politischer Ebene in Deutschland wurde eine zahlenmäßige Begrenzung eingeführt, die auch nach unten korrigiert werden kann, wenn sich eine Mehrheit dafür findet.
Auf europäischer Ebene ist eine Koordination bei der Grenzsicherung der EU-Außengrenzen und eine Unterstützung der Peripherie-Staaten sinnvoll.
Also bitte nicht alle Ebenen vermischen und bei den politischen Regelungspunkten ansetzen, um die es geht: Gemeinsame Asylstandards in der EU, Sicherung der Außengrenzen, Unterstützung der Peripheriestaaten und Einigung auf humanitäre Kontingente gemäß internationaler Gepflogenheiten.

Humelix33 hat geschrieben:(06 Oct 2019, 20:55)
Wenn man hingeht und pauschal betont, man nimmt 25% der Menschen auf, dann ist das ein Signal, dass das Tor geöffnet bleibt, und über vielleicht eben nicht zur Debatte stehenden notwendigen temporären Bereitschaften, die in der Genfer Konvention aber so vorgesehen sind, nur zeitweise eine Bereitschaft erforderlich ist.
DANN muss man konsequent alles und jeden reinlassen, und braucht auch keine Grenzschutz, weil warum sollten wir die einen bevorteilen und belohnen, und Nachzügler draußen lassen.

Die relative Zahl von 25% wird durch die absolute Zahl von 200 000 eingegrenzt. Du solltest dann schon eine Verringerung der absoluten Zahl fordern. Dein letzter Satz zeigt, wie unlogisch Deine Argumentation ist. ;)
Zeitungstexte bei Genios mit Bibliotheksausweis kostenlos: https://www.wiso-net.de/login?targetUrl=%2Fdosearch (Zugang auch bundesweit)
Benutzeravatar
Orbiter1
Beiträge: 5285
Registriert: Fr 23. Feb 2018, 13:25

Re: Europäische Asyl- und Flüchtlingspolitik

Beitragvon Orbiter1 » Mo 7. Okt 2019, 07:19

Humelix33 hat geschrieben:(06 Oct 2019, 20:55)

Wenn man hingeht und pauschal betont, man nimmt 25% der Menschen auf, dann ist das ein Signal, dass das Tor geöffnet bleibt, und über vielleicht eben nicht zur Debatte stehenden notwendigen temporären Bereitschaften, die in der Genfer Konvention aber so vorgesehen sind, nur zeitweise eine Bereitschaft erforderlich ist.
Das mit den 25% betrifft ausschließlich Migranten die per Seenotrettung aus dem Mittelmeer gerettet wurden. Laut Seehofer waren das in den letzten 15 Monaten für Deutschland insgesamt 228 Personen. Im gleichen Zeitraum gab es ca 200.000 Asylanträge in Deutschland. Selbst wenn die Zahl der Menschen die aus Seenot gerettet werden steigen sollte, es bleibt nur eine kleine Minderheit im Vergleich zu den Migranten die auf anderen Wegen nach Europa und Deutschland kommen.
sünnerklaas
Beiträge: 3989
Registriert: Do 10. Aug 2017, 15:41

Re: Europäische Asyl- und Flüchtlingspolitik

Beitragvon sünnerklaas » Mo 7. Okt 2019, 21:39

Humelix33 hat geschrieben:(06 Oct 2019, 20:55)

Aktuell ist eher zu sein, als ob Aufnahmen zur Normalität werden sollen, und das kann für jeden normal denkenden Menschen eben NICHT die Lösung sein, weil dadurch ein Anreiz da ist, nach Europa zu kommen. Und da sehe ich auch den Hauptgrund für die Ablehnung der meisten EU Länder. Wenn man hingeht und pauschal betont, man nimmt 25% der Menschen auf, dann ist das ein Signal, dass das Tor geöffnet bleibt, und über vielleicht eben nicht zur Debatte stehenden notwendigen temporären Bereitschaften, die in der Genfer Konvention aber so vorgesehen sind, nur zeitweise eine Bereitschaft erforderlich ist.

Genau so die Migrationswilligen auf Lesbos, die sind alle auf ein besseres Leben aus. Das wird in der Masse ein unrealistischer Wunsch bleiben, und wenn man ihnen vorgaukelt hier fließen Milch und Honig, dann gibt es am Ende innere Konflikte, wenn sich Enttäuschungen breit machen. Die Menschen auf Lesbos müssten konsequent eine Rückfahrt in ihre Heimat angeboten werden, die haben sich freiwillig in die Situation gebracht, und nur eine Rückfahrt kann sie aus dem Schlamassel retten, dass die einen Lagerkoller haben, das ist völlig klar, aber es kann nicht mit der Belohnung enden, dass am Ende der Weg in ein Wunschland erfolgt, DANN muss man konsequent alles und jeden reinlassen, und braucht auch keine Grenzschutz, weil warum sollten wir die einen bevorteilen und belohnen, und Nachzügler draußen lassen.


Die Chance, nach Syrien zurückzukehren dürfte mit dem türkischen Angriff gen Null gehen.
Und Libyen ist immer noch ein failed state.
Ändern kann und will man auch nichts - aus Angst, die Büchse der Pandora zu öffnen.
Nightrain
Beiträge: 1097
Registriert: Di 1. Mai 2018, 01:36

Re: Europäische Asyl- und Flüchtlingspolitik

Beitragvon Nightrain » Di 8. Okt 2019, 16:36

sünnerklaas hat geschrieben:(07 Oct 2019, 21:39)
Die Chance, nach Syrien zurückzukehren dürfte mit dem türkischen Angriff gen Null gehen.


Welches Problem sollten Syrer damit haben, wenn Erdogan die Kurden in den Irak vertreibt und die Millionen Syrer in der Türkei im frei gewordenen Gebiet ansiedelt. Da fallen ein paar europäische Syrer gar nicht mehr auf.
"Gleiches gilt in Deutschland für AfD und Pegida. Der gewalttätige Antisemitismus kommt heute nicht von rechts, auch wenn die irreführenden Statistiken etwas anderes sagen." (Michael Wolffsohn)
Benutzeravatar
Vongole
Vorstand
Beiträge: 5847
Registriert: Di 24. Mär 2015, 18:30

Re: Europäische Asyl- und Flüchtlingspolitik

Beitragvon Vongole » Di 8. Okt 2019, 16:57

Nightrain hat geschrieben:(08 Oct 2019, 16:36)

Welches Problem sollten Syrer damit haben, wenn Erdogan die Kurden in den Irak vertreibt und die Millionen Syrer in der Türkei im frei gewordenen Gebiet ansiedelt. Da fallen ein paar europäische Syrer gar nicht mehr auf.

Mal daran gedacht, warum diese Syrer geflohen sind?
Nightrain
Beiträge: 1097
Registriert: Di 1. Mai 2018, 01:36

Re: Europäische Asyl- und Flüchtlingspolitik

Beitragvon Nightrain » Di 8. Okt 2019, 17:14

Vongole hat geschrieben:(08 Oct 2019, 16:57)
Mal daran gedacht, warum diese Syrer geflohen sind?


Warum sind sie den aus der Türkei nach Europa geflohen?
"Gleiches gilt in Deutschland für AfD und Pegida. Der gewalttätige Antisemitismus kommt heute nicht von rechts, auch wenn die irreführenden Statistiken etwas anderes sagen." (Michael Wolffsohn)
Benutzeravatar
Orbiter1
Beiträge: 5285
Registriert: Fr 23. Feb 2018, 13:25

Re: Europäische Asyl- und Flüchtlingspolitik

Beitragvon Orbiter1 » Di 8. Okt 2019, 17:16

Vongole hat geschrieben:(08 Oct 2019, 16:57)

Mal daran gedacht, warum diese Syrer geflohen sind?
Mal daran gedacht dass es der Türkei nicht zugemutet werden kann bis zum St-Nimmerleinstag 3,8 Mio syrische Flüchtlinge zu beherbergen?

Zurück zu „31. EU - EFTA“

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: Google [Bot] und 4 Gäste