Sammelstrang: Quo vadis, Europa und EU?

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LiberalKonservativ
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Re: Sammelstrang: Quo vadis, Europa und EU?

Beitragvon LiberalKonservativ » So 6. Jan 2019, 12:26

Für unsere Nationalstaaten-überwinder und Menasse Fans hier im Forum, ein Interview mi Aleida Assmann, u.a. Friedenspreisträgerin des Deutschen Buchhandels 2018:
https://www.welt.de/kultur/plus18659753 ... leich.html

Zum Hintergrund:
Im Rahmen der Affäre um Claas Relotius' frei erfundene Storys ist auch aufgekommen, dass der hocherwürdige supergroße Europäer Robert Menasse, um sein Ziel der Überwindung der Nationalstaaten voranzutreiben, selbst einige Sachen erfunden hat.
https://www.deutschlandfunkkultur.de/br ... _id=437572
https://www.nzz.ch/feuilleton/wird-man- ... ld.1449192
https://www.achgut.com/artikel/neu_im_c ... rt_melasse
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H2O
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Re: Sammelstrang: Quo vadis, Europa und EU?

Beitragvon H2O » So 6. Jan 2019, 20:16

@ LiberalKonservativ:

Ich würde schon einen Unterschied machen zwischen einem Schriftsteller, der (hoffentlich!) in einer Welt der Träume schwebt und stets weitere Träume erlebt, und einem Journalisten, der der Wahrheit verpflichtet sein sollte und seine Meinung immer an der Wahrheit entlang entwickelt. Dazu muß er sorgfältig seine Quellen prüfen und gegenprüfen, ehe er sich an große Themen heran wagt.

Europa darf der Schriftsteller sich erträumen, am besten schon auf sicherem Grund. Das müssen dann seine Leser bewerten.

Ich selbst neige auch dazu, mir Hoffnungen auf das zu machen, wofür ich Dritte erwärmen möchte. Aber bitteschön: Wie soll Neues entstehen, wenn wir schon in der besten aller Welten leben? Enttäuschungen sind dann leider nicht aus zu schließen.

Mein Traum seit 50 Jahren wäre ein Europa nach dem Vorbild der Schweiz, wo jedes Völkchen sich der Wertschätzung seiner Nachbarn erfreut und unbehelligt seine Kultur ausleben kann. Und dennoch gibt es zu wichtigen Fragen eine gemeinsame Willensbildung.

Ist das ein böser Traum oder gar ein Alptraum? Ich hoffe: Nein.

Wie sähe denn Ihr Europa aus, für das Sie bereit wären, viele gute Worte ein zu legen?
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Orbiter1
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Re: Sammelstrang: Quo vadis, Europa und EU?

Beitragvon Orbiter1 » Di 8. Jan 2019, 18:29

Deutschland und Frankreich vereinbaren eine Ergänzung zum Elysee-Vertrag.

"Der Vertrag sieht grenzüberschreitende Projekte wie Kindertagesstätten, Gesundheitseinrichtungen, Gewerbezonen und den Abbau von Hindernissen bei der Wirtschaftszusammenarbeit vor. In dem Papier wird zudem betont, dass Straßen, Eisenbahnen oder digitale Netze eng miteinander verknüpft werden sollen. In der EU wollen beide Regierungen verstärkt gemeinsame Positionen beziehen und die Umsetzung von EU-Recht in nationale Regelungen koordinieren. Verabredet ist zudem ein gemeinsames Auftreten bei den Vereinten Nationen sowie der Ausbau einer eigenen europäischen Verteidigungsstruktur."

Und das unter einer Kanzlerin Merkel. Hätte ich ihr nicht zugetraut. So richtig warm ist sie ja mit Frankreich nicht geworden.
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Re: Sammelstrang: Quo vadis, Europa und EU?

Beitragvon Senexx » Di 8. Jan 2019, 19:34

Rotfl.

Wie müssen wir uns das vorstellen? Das Sicherheitsratsmitglid Frankreich fragt dann beim Mindermitglied Deutschland an, wie es abstimmen soll?

"Grenzüberschreitende Kindertagesstätten". Respekt.
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Re: Sammelstrang: Quo vadis, Europa und EU?

Beitragvon Nomen Nescio » Mi 9. Jan 2019, 08:06

H2O hat geschrieben:(06 Jan 2019, 20:16)

Wie sähe denn Ihr Europa aus, für das Sie bereit wären, viele gute Worte ein zu legen?

mindestens 40 jahre noch keine weitere politische bindung. und auch keine neue mitglieder, es sei sie sind wirtschaftlich UND politisch fast identisch mit uns.

ein land braucht viel zeit zum reifen. du siehst es bei nachbarn von deutschland und weiter.
nathan über mich: »er ist der unlinkste Nicht-Rechte den ich je kennengelernt habe. Ein Phänomen!«
blues über mich: »du bist ein klassischer Liberaler und das ist auch gut so.«
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Re: Sammelstrang: Quo vadis, Europa und EU?

Beitragvon H2O » Mi 9. Jan 2019, 08:39

Nomen Nescio hat geschrieben:(09 Jan 2019, 08:06)

mindestens 40 jahre noch keine weitere politische bindung. und auch keine neue mitglieder, es sei sie sind wirtschaftlich UND politisch fast identisch mit uns.

ein land braucht viel zeit zum reifen. du siehst es bei nachbarn von deutschland und weiter.


Das ist sicher richtig... politisch aber wohl nicht machbar. Vielleicht muß man wirklich einen gemütlichen Eingangsbereich in die EU schaffen, aber man muß unreife Mitglieder aus der Küche und dem Arbeitszimmer heraus halten. Ich denke dann auch gleich an Deutschland... wie schwierig das Zusammenwachsen war und immer noch ist. Der Druck war hoch: "Kommt die DM nicht nach hier, dann gehen wir hin zu ihr!"

So ähnlich wäre das wohl, wenn einmal der Wunsch gereift ist, der Gemeinschaft an zu gehören, obwohl man noch weit davon entfernt ist, ihre inneren Voraussetzungen zu erfüllen, vielleicht sogar schlechte Regierungsführung mit Politmafia und Korruption. Das kann die EU nicht abstellen, aber die Menschen hoffen eben darauf.
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Re: Sammelstrang: Quo vadis, Europa und EU?

Beitragvon jorikke » Mi 9. Jan 2019, 09:06

H2O hat geschrieben:(06 Jan 2019, 20:16)

@ LiberalKonservativ:

Ich würde schon einen Unterschied machen zwischen einem Schriftsteller, der (hoffentlich!) in einer Welt der Träume schwebt und stets weitere Träume erlebt, und einem Journalisten, der der Wahrheit verpflichtet sein sollte und seine Meinung immer an der Wahrheit entlang entwickelt. Dazu muß er sorgfältig seine Quellen prüfen und gegenprüfen, ehe er sich an große Themen heran wagt.

Europa darf der Schriftsteller sich erträumen, am besten schon auf sicherem Grund. Das müssen dann seine Leser bewerten.

Ich selbst neige auch dazu, mir Hoffnungen auf das zu machen, wofür ich Dritte erwärmen möchte. Aber bitteschön: Wie soll Neues entstehen, wenn wir schon in der besten aller Welten leben? Enttäuschungen sind dann leider nicht aus zu schließen.

Mein Traum seit 50 Jahren wäre ein Europa nach dem Vorbild der Schweiz, wo jedes Völkchen sich der Wertschätzung seiner Nachbarn erfreut und unbehelligt seine Kultur ausleben kann. Und dennoch gibt es zu wichtigen Fragen eine gemeinsame Willensbildung.

Ist das ein böser Traum oder gar ein Alptraum? Ich hoffe: Nein.

Wie sähe denn Ihr Europa aus, für das Sie bereit wären, viele gute Worte ein zu legen?


Menasse, der sein Thema mit dem Untergang des Abendlandes gefunden hat, schwebt keineswegs in einer Welt der Träume, wenn er diese auf erfundenen Zitaten aufbaut, wohl wissend, der Leser kann das später nicht mehr von Fiktion unterscheiden.
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Re: Sammelstrang: Quo vadis, Europa und EU?

Beitragvon Senexx » Mi 9. Jan 2019, 09:57

Habe noch nie verstanden, warum man ein Feuilleton-Schwadronierer wie Menasse überhaupt zur Kenntnis nimmt.
Hinweis aus gegebenen Anlass: Ich verwende niemals "copy paste". Jede Zeile ist selbst verfasst.
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Re: Sammelstrang: Quo vadis, Europa und EU?

Beitragvon Wähler » Mi 9. Jan 2019, 11:55

Standard 29. Dezember 2018 War der Euro ein Fehler?
https://derstandard.at/2000094936977/Wa ... ein-Fehler
Kritiker verwiesen auf die Theorie des optimalen Währungsraums des kanadischen Ökonomen Robert Mundell. Sie besagt, dass eine gemeinsame Währung dann sinnvoll ist, wenn Steuer- und Sozialhilfegelder zwischen besser und schlechtergestellten Regionen transferiert werden und das politisch akzeptiert wird, wenn Arbeitssuchende leicht dorthin ziehen können, wo es genügend Jobs gibt, und die Löhne auch nach unten hin flexibel sind. Fehlen diese Faktoren, dann muss in einer Krise, die nicht alle gleich betrifft – sogenannte asymmetrische Schocks –, die Währung abwerten können, was bei einer Einheitswährung nicht geht. Interessanterweise war und ist Mundell ein Befürworter des Euro: Wirtschaftliche Zwängen werden die Eurozone in einen optimalen Währungsraum verwandeln, sagt er.

Eine europaweite Arbeitslosenversicherung würde die Kosten einer Rezession besser verteilen und so vermeiden, dass Staaten in einer Wirtschaftskrise sich weiter verschulden. Und notwendig wären auch zentral finanzierte Investitionsprojekte, um die Kluft zwischen Starken und Schwachen zu verringern...Einige von diesen Ideen fanden sich in den Vorschlägen des französischen Staatspräsidenten Emmanuel Macron wieder, die aber nur in Ansätzen umgesetzt werden, denn der Widerstand aus Deutschland ist zu groß.

"Die Eurostaaten haben aus frühen Fehlern gelernt. Gerade die Krise hat Fortschritte an allen Fronten gebracht: den Fiskalpakt, der besser wirkt als das vorige Regelwerk; die gemeinsame Bankenaufsicht bei der Europäischen Zentralbank; und den Aufbau einer Bankenunion. Das mag zwar Stückwerk sein, aber bei allen Reformschritten muss auf politische Befindlichkeiten Rücksicht genommen werden. Weder sind die Südstaaten bereit, sich von Brüssel ihre Budgets diktieren zu lassen, noch wollen die Nordstaaten für deren Schulden komplett haften. Die Eurozone betreibt die Kunst des Möglichen."
Die nächste Krise wird einen nächsten Schub zur Veränderung bringen und konträre Standpunkte annähern.
Zeitungstexte bei Genios mit Bibliotheksausweis kostenlos: https://www.wiso-net.de/login?targetUrl=%2Fdosearch (Zugang auch bundesweit)
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Re: Sammelstrang: Quo vadis, Europa und EU?

Beitragvon Orbiter1 » Mi 9. Jan 2019, 12:54

Wähler hat geschrieben:(09 Jan 2019, 11:55)

Die nächste Krise wird einen nächsten Schub zur Veränderung bringen und konträre Standpunkte annähern.
Die nächste Krise wird den Euro entweder komplett beseitigen oder einzelne Staaten zum Ausstieg aus dem Euro zwingen.
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Re: Sammelstrang: Quo vadis, Europa und EU?

Beitragvon H2O » Mi 9. Jan 2019, 13:37

Weder sind die Südstaaten bereit, sich von Brüssel ihre Budgets diktieren zu lassen, noch wollen die Nordstaaten für deren Schulden komplett haften.


Will sagen, der Süden macht, was ihm frommt, und der Norden kommt dafür auf? Da sind wohl einige Koordinaten verrutscht! Entweder nimmt die EU, unser Bindeglied der Gemeinschaft, mit Rat und Tat und Geld aus der Gemeinschaftskasse Einfluß auf die Beseitigung der Mißwirtschaft, oder es gibt gar kein Geld; auf Dauer schon gar nicht! Selbst Rat und Tat wird von Menschen vermittelt, die entlohnt werden wollen!

Dann lieber häßliche Anwürfe abwettern und dort helfen und mitarbeiten, wo diese Hilfe und Mitarbeit gewürdigt wird, wo Besserung ab zu sehen ist..
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Re: Sammelstrang: Quo vadis, Europa und EU?

Beitragvon z4ubi » Mi 9. Jan 2019, 22:17

Orbiter1 hat geschrieben:(09 Jan 2019, 12:54)

Die nächste Krise wird den Euro entweder komplett beseitigen oder einzelne Staaten zum Ausstieg aus dem Euro zwingen.


Das ist leider zu befürchten. Oder die EZB wird zu drastischeren Mitteln greifen und hoffen, dass die Politik diesmal die nötigen Reformen des Euro in Gang setzt.


H2O hat geschrieben:(09 Jan 2019, 13:37)

Will sagen, der Süden macht, was ihm frommt, und der Norden kommt dafür auf? Da sind wohl einige Koordinaten verrutscht!


Was hat denn der Norden aber die ganze Zeit gedacht, wie die Handelsbilanzüberschüsse gegnüber dem Süden finanziert wurden?
Sich jährlich als Exportweltmeister rühmen und (später*) über die Defizite der Importnationen meckern, ist ziemlich paradox.

*Nach der Finanzkrise 2008 - US-Banken und US-Ratingagenturen können vermutlich gar nicht glauben, wie schnell das vergessen wurde und
welch jämmerliches Schauspiel die Eurostaaten hier abliefern.
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Re: Sammelstrang: Quo vadis, Europa und EU?

Beitragvon H2O » Mi 9. Jan 2019, 22:28

Was hat denn der Norden aber die ganze Zeit gedacht, wie die Handelsbilanzüberschüsse gegnüber dem Süden finanziert wurden?


Der hat sicher vorurteilsfrei angenommen, daß Käufer durch Arbeit verdientes Geld als Zahlungsmittel verwenden. Dazu besteht auch Anlaß:

http://www.spiegel.de/wirtschaft/sozial ... 34927.html

Italien gilt als Eurokrisenstaat, italienische Waren erfreuen sich gleichwohl weltweit wachsender Beliebtheit: 2016 erwirtschaftete das Land einen höheren Exportüberschuss als je zuvor.
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Re: Sammelstrang: Quo vadis, Europa und EU?

Beitragvon Orbiter1 » Do 10. Jan 2019, 16:39

Salvini war heute in Polen um ein Gegengewicht zur deutsch-französischen Achse zu schaffen. Ziel ist ein neues Europa das nicht von Bürokraten regiert wird.

"Rund fünf Monate vor der Europawahl hat Italiens Innenminister Matteo Salvini bei einem Besuch in Polen für ein neues Europa geworben. "Polen und Italien werden Teil des neuen europäischen Frühlings sein, der Renaissance europäischer Werte", sagte der Chef der in Teilen rechtsextremen Lega auf einer Pressekonferenz mit dem polnischen Innenminister Joachim Brudziński. "Das Europa, das im Juni (nach der Europawahl) Gestalt annehmen wird, wird uns alle führen – statt jenes, das heute existiert und von Bürokraten regiert wird." Die Länder würden ein Gleichgewicht zur jahrelangen Dominanz der deutsch-französischen Achse herstellen." Quelle: https://www.zeit.de/politik/ausland/201 ... chte-achse

Ob es wirklich zu einer italienisch-polnischen Achse kommt muß man abwarten. Vor allem beim Thema Russland liegt man extrem weit auseinander.
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Re: Sammelstrang: Quo vadis, Europa und EU?

Beitragvon H2O » Do 10. Jan 2019, 18:15

@ Orbiter1:

Das Thema war gestern auch ein Hauptartikel in der Rzeczpospolita. Mein Gefühl sagt mir, daß schon in dem Versuch eines Bündnisses von betont nationalen Staaten der Keim für Uneinigkeit und Streit gelegt ist. In betont nationalen Interessen sind Kompromisse mit anderen Partnern allenfalls zeitweilig angelegt, denn selbstverständlich soll unter der Bedingung genügend großer Macht das eigene Interesse durchgesetzt werden.

Man muß sich im hier angesprochenen Fall "Rußland" den tiefgreifenden Interessengegensatz dieser "Partner" vorstellen: Italien will am liebsten alle Strafmaßnahmen gegen Rußland für die völkerrechtswidrige gewaltsame Einverleibung ukrainischen Staatsgebiets sofort beenden und sie durch sehr enge politische und vor allem Handelsbeziehungen ersetzen. Polen liegt dichter an diesem Brandherd und fürchtet vergleichbare Zugriffe Rußlands auf sein Staatsgebiet und das seiner Nachbarn. Etwas spöttisch läßt sich anmerken, daß beide Partner Italien und Polen vor einander geschützt sind, weil andere Staaten dazwischen liegen.

Und würde man tatsächlich in ein Europa der betont nationalen Staaten eintreten, wer würde den Nebenfeind Polens, nämlich Deutschland, daran hindern, mit Rußland zu kuscheln und gemeinsame Interessen zu verfolgen? Die gibt es doch in weitaus größerem Maße als zwischen Polen und Italien "gegen den Hegemon Frallemagne".

Polen wäre nach wie vor gut beraten, anstatt solcher windiger Bündnisse sowohl politisch als auch wirtschaftlich sehr eng mit Deutschland (oder noch besser mit Frallemagne) zu kuscheln. Das sage ich natürlich nicht ganz uneigennützig! ;)
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Re: Sammelstrang: Quo vadis, Europa und EU?

Beitragvon z4ubi » Do 10. Jan 2019, 18:57

H2O hat geschrieben:(09 Jan 2019, 22:28)

Der hat sicher vorurteilsfrei angenommen, daß Käufer durch Arbeit verdientes Geld als Zahlungsmittel verwenden. Dazu besteht auch Anlaß:

http://www.spiegel.de/wirtschaft/sozial ... 34927.html


Der Norden sollte seine Scheuklappen abnehmen ;)
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Re: Sammelstrang: Quo vadis, Europa und EU?

Beitragvon H2O » Do 10. Jan 2019, 20:00



Wir stellen zur Verfügung und bieten an. Wir investieren und kooperieren. Niemand muß unseren Schrott kaufen, aber er ist herzlich willkommen.
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Re: Sammelstrang: Quo vadis, Europa und EU?

Beitragvon H2O » Do 10. Jan 2019, 20:58

Fast wäre mir diese Ankündigung entgangen:

viewtopic.php?f=41&t=65512&p=4373324#p4373306

Tom Bombadil hat einen Artikel des Berliner Tagesspiegels eingestellt, der Zeitpunkt und den Umriß eines neuen deutsch-französischen Freundschaftsvertrags angibt. Der Freundschaftsvertrag ergänzt und erweitert den Elysee-Vertrag über Freundschaft und Zusammenarbeit zwischen Deutschland und Frankreich, der von Kanzler Konrad Adenauer und Präsident Charles de Gaulle 1963 in Paris geschlossen wurde.

Am 22. Januar 2019 wird der neue Freundschaftsvertrag in Aachen von Präsident Emmanuel Macron und Kanzlerin Angela Merkel unterzeichnet. Aus meiner Sicht ein Meilenstein in unserer gemeinsamen Geschichte, und zwar ein erfreulicher! Der Ort Aachen als Sitz der Karolinger Herrschaft Karls des Großen, die den Ursprung unserer beiden Länder bildet.

Endlich einmal wieder ein erfreuliches Ereignis in der EU! Das macht Lust auf mehr!
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Re: Sammelstrang: Quo vadis, Europa und EU?

Beitragvon Ger9374 » Mi 16. Jan 2019, 04:33

Was hilft das beschwören der D-F Achse
wenn Herr Macron auf sehr verhaltene Deutsche Politik trifft. Berlin hat ja fast Angst laut zu atmen, bloß nichts verfängliches sagen.Nur verbale nichtssagende Phrasen.
Man kann sich im Geiste die Deutsche EU Politik mit einer dicken Staub-Schicht vorstellen.Wer sich zuerst bewegt hat verloren, ist das Motto!
Jede meinung ist wichtig,sofern man eine eigene hat!
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Re: Sammelstrang: Quo vadis, Europa und EU?

Beitragvon Senexx » Mi 16. Jan 2019, 06:07

Man kann dich nicht mit einem politischen Leichtgewicht wie Macron paktieren, das mit den Rücken zur Wand steht.

Falls es noch niemand aufgefallen sein sollte: Die EU steckt in einer schweren Krise. Mit UK droht eines der großen Länder zu gehen. Niemand scheint begreifen zu wollen, dass man so etwas nicht hinnehmen sollte.

Die Osteuropäer werden zwangsentfremdet.

Und dann kommt dann ein Macron mit Ideen, die die Kluft und die Gegensätze weiter vertiefen sollen?

Ein Macron, der nicht einmal imstande ist, die Gegensätze im eigenen Land zu moderieren?
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