Macron und die Folgen

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DarkLightbringer
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Re: Macron und die Folgen

Beitragvon DarkLightbringer » Sa 9. Feb 2019, 14:01

Audi hat geschrieben:(09 Feb 2019, 13:57)

Deutschland ist für die Pipeline und wird sein Gas aus Russland beziehen so wie jetzt auch. Und Polen/ Ukriane wird ein Druckmittel genommen was ausgezeichnet ist

Deutschland musste eine europäische Mitsprache einräumen - erstmals ! - um nicht den französischen Partner zu verlieren und damit völlig isoliert dazustehen.

Warten wir mal ab, was da noch kommt.
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Re: Macron und die Folgen

Beitragvon Audi » Sa 9. Feb 2019, 14:01

DarkLightbringer hat geschrieben:(09 Feb 2019, 14:01)

Deutschland musste eine europäische Mitsprache einräumen - erstmals ! - um nicht den französischen Partner zu verlieren und damit völlig isoliert dazustehen.

Warten wir mal ab, was da noch kommt.

Ich sage es dir.
Die Pipeline wird gebaut. Punkt
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yogi61
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Re: Macron und die Folgen

Beitragvon yogi61 » Sa 9. Feb 2019, 14:03

Audi hat geschrieben:(09 Feb 2019, 14:01)

Ich sage es dir.
Die Pipeline wird gebaut. Punkt


Das hat Frau Merkel doch gestern klargestellt und Herr Macron hat andere Sorgen. Der muss erst einmal wieder versuchen seinen eigenen Laden in den Griff zu bekommen, wird schon schwer genug.
Two unique places, one heart
https://www.youtube.com/watch?v=Ca9jtQhnjek
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Re: Macron und die Folgen

Beitragvon DarkLightbringer » Sa 9. Feb 2019, 14:07

Audi hat geschrieben:(09 Feb 2019, 14:01)

Ich sage es dir.
Die Pipeline wird gebaut. Punkt

Schon möglich. Allein die Frage wird sein, ob daraus auch ein Kriegsgewinn zu erzielen sein wird, wie es sich der geopolitische Gegner erhoffen mag.

Nord Stream 2 ist für Gazprom rein wirtschaftlich ein Verlustgeschäft. Der Analyst Alexander Feck von der staatlichen russischen Sberbank, der das nachgewiesen und veröffentlicht hat, wurde daraufhin entlassen. Russland geht es um rein geopolitische Zwecke. Nord Stream 2 hat die die EU gespalten, weil Deutschland den politischen Charakter des Projekts lange Zeit einfach geleugnet hat. Und damit hatten wir uns in in der EU weitgehend isoliert.
https://www.schwaebische.de/ueberregion ... 05806.html
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Re: Macron und die Folgen

Beitragvon Eulenwoelfchen » Sa 9. Feb 2019, 15:15

Audi hat geschrieben:(09 Feb 2019, 13:46)

Wenn es brisant wurde, waren sicherheitspolitisch ja die Amis da. :D :D :D

...

DIe letzten 20 Jahre hat uns USA nur geschadet. Mit Trump zeigt USA einfach nur die wahre Fratze


Darüber können Sie vielleicht lachen, aber nicht jemand, der die Realitäten im Blick hat.

Nur nebenbei zu ihrer Aufzählung und ihren Schlußsatz, ganz kurz:

Als mitten in Europa ein Krieg tobte, die gesamte EU, besonders D vollkommen unfähig war,
auch nur ansatzweise selbst einen irren Krieg mitten in Europa zu befrieden und zu beenden, waren es die Amerikaner,
mit Ihrem (militärischen Schutz und ihrer Opferbereitschaft), die Europa wieder Frieden brachten und dessen Interessen stützten und schützten.
Und all jene bedauernswerten Menschen in Südosteuropa, die als Zivilisten Vergewaltigungsopfer, Massenmorden
und ungezügelter Gewalt ausgesetzt waren. Europa konnte sie nicht davor schützen oder dies verhindern...
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Re: Macron und die Folgen

Beitragvon Audi » Sa 9. Feb 2019, 15:22

DarkLightbringer hat geschrieben:(09 Feb 2019, 14:07)

Schon möglich. Allein die Frage wird sein, ob daraus auch ein Kriegsgewinn zu erzielen sein wird, wie es sich der geopolitische Gegner erhoffen mag.

https://www.schwaebische.de/ueberregion ... 05806.html

Schau, dann verstehe ich dein Kriegsgeheule erst recht nicht. Du musst dich entscheiden wie und welche Richtung deine Propaganda gehen soll.
Erst bezahlen wir Russlands Kriege mit NS2 und dann zahlt Russland doch drauf. Was denn nun? Also solltest du doch kein Problem mit NS2 haben und deine Argumente sind vom Tisch :thumbup:
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Re: Macron und die Folgen

Beitragvon Orbiter1 » Sa 9. Feb 2019, 18:05

Wie oft wollen die denn diesen Isolationismus-Unsinn noch verbreiten? Oder haben sie grundsätzlich Probleme die Fakten wahrzunehmen? Die sehen nach der Abstimmung gestern nun einmal so aus.

"Der deutsch-französische Kompromissvorschlag sei fast einstimmig angenommen worden, teilten die Vertreter Rumäniens auf Twitter mit. Er sieht vor, dass die Zuständigkeit für Pipelines mit Drittstaaten wie Russland bei dem EU-Land liegen, in dem die Leitung erstmals auf das europäische Netz trifft. Im Fall von Nord Stream 2 wäre das Deutschland." Quelle: https://www.deutschlandfunk.de/gas-pipe ... _id=440571

Das ist das Gegenteil von Isolationismus.
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Re: Macron und die Folgen

Beitragvon DarkLightbringer » Sa 9. Feb 2019, 19:26

Orbiter1 hat geschrieben:(09 Feb 2019, 18:05)

Wie oft wollen die denn diesen Isolationismus-Unsinn noch verbreiten? Oder haben sie grundsätzlich Probleme die Fakten wahrzunehmen? Die sehen nach der Abstimmung gestern nun einmal so aus.

"Der deutsch-französische Kompromissvorschlag sei fast einstimmig angenommen worden, teilten die Vertreter Rumäniens auf Twitter mit. Er sieht vor, dass die Zuständigkeit für Pipelines mit Drittstaaten wie Russland bei dem EU-Land liegen, in dem die Leitung erstmals auf das europäische Netz trifft. Im Fall von Nord Stream 2 wäre das Deutschland." Quelle: https://www.deutschlandfunk.de/gas-pipe ... _id=440571

Das ist das Gegenteil von Isolationismus.

Die Einigung wird nicht nur spaßeshalber "Kompromiss" genannt. Erstmals wird diesbezüglich EU-Recht anwendbar, was eine deutliche Einschränkung der deutsch-russischen Spezialitäten bedeuten könnte.
Damit müssen Pipelinebetreiber und Gaslieferant getrennt werden, insofern gefällt der Kompromiss den Gegnern des Projekts. Gazprom kann damit nicht ohne Weiteres, wie bislang geplant, beide Rollen übernehmen.
http://www.spiegel.de/politik/ausland/n ... 52366.html

Und "Isolationismus" ist ein politischer Begriff, der so natürlich nicht vertraglich festgelegt wurde oder justitiabel wäre.
Er meint vielmehr, dass Berlin in einigen Positionen ziemlich alleine da steht.
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Re: Macron und die Folgen

Beitragvon DarkLightbringer » Sa 9. Feb 2019, 19:37

Audi hat geschrieben:(09 Feb 2019, 15:22)

Schau, dann verstehe ich dein Kriegsgeheule erst recht nicht. Du musst dich entscheiden wie und welche Richtung deine Propaganda gehen soll.
Erst bezahlen wir Russlands Kriege mit NS2 und dann zahlt Russland doch drauf. Was denn nun? Also solltest du doch kein Problem mit NS2 haben und deine Argumente sind vom Tisch :thumbup:

Ganz einfach, wenn eine Entschärfung der Gaswaffe gelingt, wird sich Krieg nicht lohnen. Sollte es sich aber rechnen, wird der postsowjetische Interventionismus und Revisionismus zu weiteren Untaten ermuntert.
Die Europäer in Ost wie West sind zurecht besorgt und drängen Berlin dazu, die Schlüsselrolle verantwortungsbewußt zu gestalten - im starken Geist der Solidarität und pro-aktiven Friedenspolitik.
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Re: Macron und die Folgen

Beitragvon DarkLightbringer » Sa 9. Feb 2019, 21:11

Noch ein Artikel, der sich mit dem vermeintlichen oder tatsächlichen Isolationismus-Kurs der Bundesregierung auseinandersetzt.

Die Fehler der Kanzlerin in der europäischen Politik häufen sich. Dass sie mit der Brechstange das Russengas durchsetzen will, ist auch für europäische Partner befremdlich. Nur einer noch kann sich ihr in den Weg stellen.
https://www.welt.de/debatte/kommentare/ ... eline.html

Der nunmehr gefundene Kompromiss mit Frankreich und dem Rest Europas geht allerdings in die richtige Richtung.
Interessant wäre vielleicht auch, was eigentlich Annegret Kramp-Karrenbauer dazu meint. Es heißt ja, sie habe einen härteren Kurs gegenüber dem rechtsgerichteten Regime in Moskau vor. Und Angela Merkel wird nicht ewig regieren.
Gut denkbar also, dass kleine Kurskorrekturen Berlin und Europa wieder zusammen führen. Es ist doch einfach so, ob man das nun Isolationismus nennen möchte oder nicht, eine Differenz wischen Paris und Berlin wäre beim besten Willen nicht mehr europäisch. Außer, man möchte Deutschland allein als "Europa" verstehen.

Selbst die enge deutsch-französische Freundschaft, die man hierzulande gern als "europäischen Motor" sieht, ist ja nicht wirklich Europa. Oder war etwa Österreich-Ungarn "Europa" ? Nachbarn sehen diesen "Motor" zuweilen eher als deutsch-französisches Direktorat, im kritischen Sinne.

Die französische Initiative ist in einem europäischen Sinne positiv, denn sie brachte jene Sicherheitsbedenken und energiestrategischen Bedenken auf die Tagesordnung, die die meisten Europäer tatsächlich beschäftigt. Warum also nicht mal Europa mit einschließen ?!?
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Re: Macron und die Folgen

Beitragvon Orbiter1 » Sa 9. Feb 2019, 23:46

DarkLightbringer hat geschrieben:(09 Feb 2019, 21:11)

Die französische Initiative ist in einem europäischen Sinne positiv, denn sie brachte jene Sicherheitsbedenken und energiestrategischen Bedenken auf die Tagesordnung, die die meisten Europäer tatsächlich beschäftigt.
Was wäre denn mit den Sicherheitsbedenken wenn das Gas nicht mehr über Nordstream2 sondern über eine Pipeline durch die Ukraine und Polen geleitet würde? Wie heftig hätten dann die Ukraine und Polen ihre Sicherheitsbedenken vorgetragen und sich gegen das Gas aus Russland gewehrt? Das mit den Sicherheitsbedenken ist doch abgrundtief geheuchelt. Wie man dem Gazprom-Geschäftsbericht entnehmen kann gehört halb Europa zu den Gaskunden. Die wollen alle billiges Gas das zuverlässig geliefert wird. Hier mal eine Grafik http://www.bilder-hochladen.net/i/m0rw-47-159e.jpg Wieviel zusätzliche Sicherheit brauchen denn Polen und die baltischen Staaten neben der NATO-Mitgliedschaft?
Warum also nicht mal Europa mit einschließen ?!?
So wie bei der Verteilung von Flüchtlingen?
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Re: Macron und die Folgen

Beitragvon DarkLightbringer » So 10. Feb 2019, 00:13

Orbiter1 hat geschrieben:(09 Feb 2019, 23:46)

Was wäre denn mit den Sicherheitsbedenken wenn das Gas nicht mehr über Nordstream2 sondern über eine Pipeline durch die Ukraine und Polen geleitet würde? Wie heftig hätten dann die Ukraine und Polen ihre Sicherheitsbedenken vorgetragen und sich gegen das Gas aus Russland gewehrt? Das mit den Sicherheitsbedenken ist doch abgrundtief geheuchelt. Wie man dem Gazprom-Geschäftsbericht entnehmen kann gehört halb Europa zu den Gaskunden. Die wollen alle billiges Gas das zuverlässig geliefert wird. Hier mal eine Grafik http://www.bilder-hochladen.net/i/m0rw-47-Wieviel zusätzliche Sicherheit brauchen denn Polen und die baltischen Staaten neben der NATO-Mitgliedschaft?

Die Sicherheitsbedenken gelten nicht der Lieferzuverlässigkeit, sondern der Frage von Krieg und Frieden. Das aggressive Verhalten in der Ukraine ist insbesondere in Mittelosteuropa aufgefallen und es mag auch mit den historischen Erfahrungen zusammen hängen.

Vor etwa einem halben Jahr unterhielt ich mich mit einem polnischen Studenten darüber und dieser griff immer wieder auf die Geschichte zurück. Die kollektive Erfahrung, im Stich gelassen worden zu sein, scheint enorm tief im Bewußtsein zu sitzen.
Wenn ich z. B. sagte, ja, aber Polen ist jetzt in der NATO, was könne da schon passieren, dann konterte er, früher habe man auch Garantie-Zusagen gehabt. Heute wisse man es besser, was alles passieren könne.

Im übrigen besteht Europa nicht nur aus Deutschland, Polen und Ukraine.
Sämtliche Ostsee-Anrainerstaaten haben Bedenken, darunter Dänemark und Schweden. Frankreich hat Bedenken. Die EU-Kommission hat Bedenken. Wer hat eigentlich keine Bedenken innerhalb der westlichen Alliierten?

So wie bei der Verteilung von Flüchtlingen?

Eben. Da rumorte es schon und das deutsch-französische Direktorat wurde teils auch kritisiert. Nochmal: Europa kann nicht nur aus zwei oder gar einem Land bestehen. Man muss mit den Freunden, den Partnern und Verbündeten auch mal das Gespräch suchen.
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Re: Macron und die Folgen

Beitragvon Audi » So 10. Feb 2019, 08:26

Ach und wenn Gas durch Polen Ukraine fließt, ist alles gut? Es geht um Transitgebühren und um nichts anderes. Das ist wie im Mittelalter als Banditen gold bei der Durchfahrt verlangten. Die Osteuropäer tun gar nichts um normale Beziehungen mit Russland zu haben. Provozieren wo es nur geht und dann heulen wenn die Pipeline an ihnen vorbei gebaut wird. Gute Beziehungen kommen von beiden Seiten.
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Re: Macron und die Folgen

Beitragvon Orbiter1 » So 10. Feb 2019, 09:18

DarkLightbringer hat geschrieben:(10 Feb 2019, 00:13)

Die Sicherheitsbedenken gelten nicht der Lieferzuverlässigkeit, sondern der Frage von Krieg und Frieden. Das aggressive Verhalten in der Ukraine ist insbesondere in Mittelosteuropa aufgefallen und es mag auch mit den historischen Erfahrungen zusammen hängen.

Vor etwa einem halben Jahr unterhielt ich mich mit einem polnischen Studenten darüber und dieser griff immer wieder auf die Geschichte zurück. Die kollektive Erfahrung, im Stich gelassen worden zu sein, scheint enorm tief im Bewußtsein zu sitzen.
Wenn ich z. B. sagte, ja, aber Polen ist jetzt in der NATO, was könne da schon passieren, dann konterte er, früher habe man auch Garantie-Zusagen gehabt. Heute wisse man es besser, was alles passieren könne.

Im übrigen besteht Europa nicht nur aus Deutschland, Polen und Ukraine.
Sämtliche Ostsee-Anrainerstaaten haben Bedenken, darunter Dänemark und Schweden. Frankreich hat Bedenken. Die EU-Kommission hat Bedenken. Wer hat eigentlich keine Bedenken innerhalb der westlichen Alliierten?
Solange das Gas über die Ukraine und Polen transportiert wird hat sonderbarerweise niemand Bedenken. Oder kennen sie ein EU-Land dessen Regierung die Einstellung der Rohstoffimporte aus Russland fordert damit Russland finanziell nicht mehr in der Lage ist in Europa, insbesondere in Osteuropa, zu zündeln?
Eben. Da rumorte es schon und das deutsch-französische Direktorat wurde teils auch kritisiert. Nochmal: Europa kann nicht nur aus zwei oder gar einem Land bestehen. Man muss mit den Freunden, den Partnern und Verbündeten auch mal das Gespräch suchen.
Das haben die Ankunftsländer der Flüchtlinge, also primär Griechenland, Italien seit 2011 zigfach versucht. Antwort, insbesondere der Osteuropäer, es gilt Dublin III, das ist nicht unser Problem. Wir nehmen keine Flüchtlinge auf. So ist das mit der Solidarität, wer keine gewährt, sollte auch nicht davon ausgehen welche zu bekommen falls er mal selbst darauf angewiesen ist. Damit hätten sie mal ihren polnischen Studenten konfrontieren sollen, die wissen ja wie es ist im Stich gelassen worden zu sein.
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Re: Macron und die Folgen

Beitragvon DarkLightbringer » So 10. Feb 2019, 10:01

Audi hat geschrieben:(10 Feb 2019, 08:26)

Ach und wenn Gas durch Polen Ukraine fließt, ist alles gut? Es geht um Transitgebühren und um nichts anderes. Das ist wie im Mittelalter als Banditen gold bei der Durchfahrt verlangten. Die Osteuropäer tun gar nichts um normale Beziehungen mit Russland zu haben. Provozieren wo es nur geht und dann heulen wenn die Pipeline an ihnen vorbei gebaut wird. Gute Beziehungen kommen von beiden Seiten.

Die Transitgebühren sollten erhöht werden, um die von Russland verursachten Kriegsschäden auszugleichen. Wer Krieg führt in Europa will keine gutnachbarschaftlichen Beziehungen, sondern Angst und Schrecken verbreiten. Und dann macht dieser korrupte Haufen im Kreml auch noch die Hand auf ?!
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Re: Macron und die Folgen

Beitragvon DarkLightbringer » So 10. Feb 2019, 10:24

Orbiter1 hat geschrieben:(10 Feb 2019, 09:18)

Solange das Gas über die Ukraine und Polen transportiert wird hat sonderbarerweise niemand Bedenken. Oder kennen sie ein EU-Land dessen Regierung die Einstellung der Rohstoffimporte aus Russland fordert damit Russland finanziell nicht mehr in der Lage ist in Europa, insbesondere in Osteuropa, zu zündeln?

Die EU generell will eigentlich diversifizieren und sich damit unabhängiger von Einzelzulieferern machen.
Litauen hat sich komplett von Gazprom verabschiedet und bezieht Gas von der norwegischen Statoil. Aus Gründen der strategischen Sicherheit.

Das haben die Ankunftsländer der Flüchtlinge, also primär Griechenland, Italien seit 2011 zigfach versucht. Antwort, insbesondere der Osteuropäer, es gilt Dublin III, das ist nicht unser Problem. Wir nehmen keine Flüchtlinge auf. So ist das mit der Solidarität, wer keine gewährt, sollte auch nicht davon ausgehen welche zu bekommen falls er mal selbst darauf angewiesen ist. Damit hätten sie mal ihren polnischen Studenten konfrontieren sollen, die wissen ja wie es ist im Stich gelassen worden zu sein.

Ja, auch in der Flüchtlingspolitik hatten viele europäische Länder eine andere Auffassung als Berlin oder beim Thema der Rettungsschirme. Es ist kein großes Wunder, wenn eine Seperatachse Berlin-Moskau mit Mißtrauen gesehen wird.
Polen, die baltischen Länder und auch die Ukraine strecken eigens ihre überseeischen Fühler aus, um us-amerikanische und kanadische Unterstützung zu bekommen. Das gilt als sicherer.

Frankreich - ohne Frage engster Partner im "Direktorat" - hatte einige europäische Ideen auf den Tisch gelegt. Die Reaktion aus Berlin war eher nasal.
Wenn wir uns nicht ganz isolieren wollen, sind gewisse Kurskorrekturen unumgänglich. Die strategischen Sicherheitsinteressen Europas wieder ernster zu nehmen gehört dazu.
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Re: Macron und die Folgen

Beitragvon Orbiter1 » So 10. Feb 2019, 18:58

DarkLightbringer hat geschrieben:(10 Feb 2019, 10:24)

Die EU generell will eigentlich diversifizieren und sich damit unabhängiger von Einzelzulieferern machen.
Die EU besteht ja nicht nur aus Deutschland, die schaffen das bestimmt mit der Diversifizierung. Deutschland wird auch mit Nordstream 2 nicht mehr so von russischen Energieimporten abhängig sein wie das früher mal der Fall war.
Litauen hat sich komplett von Gazprom verabschiedet und bezieht Gas von der norwegischen Statoil. Aus Gründen der strategischen Sicherheit.
Die Ukraine hat sich ebenfalls komplett von Gazprom verabschiedet. Die kaufen das russische Gas inzwischen in Europa ein, selbstverständlich mit Aufpreis. Sobald Nordstream 2 fertig gestellt ist wird die Ukraine auch in Deutschland kaufen können, Deutschland macht bestimmt ein gutes Angebot.
Polen, die baltischen Länder und auch die Ukraine strecken eigens ihre überseeischen Fühler aus, um us-amerikanische und kanadische Unterstützung zu bekommen. Das gilt als sicherer.
Das ist auch sicherer. Die Einsatzfähigkeit der Bundeswehr ist ja bekannt. Polen, die baltischen Länder und die Ukraine können sich gerne von den USA und Kanada beschützen lassen. Da wünsch ich Alles Gute!
Frankreich - ohne Frage engster Partner im "Direktorat" - hatte einige europäische Ideen auf den Tisch gelegt. Die Reaktion aus Berlin war eher nasal.
Da waren die Ideen dann wohl doch nicht so gut.
Wenn wir uns nicht ganz isolieren wollen, sind gewisse Kurskorrekturen unumgänglich. Die strategischen Sicherheitsinteressen Europas wieder ernster zu nehmen gehört dazu.
Da vertraut man wenn ich sie richtig verstanden habe in Osteuropa mehr den USA und Kanada. Dann wär das ja abgedeckt. Und in Sachen Isolation muß man sich keine Sorgen machen. Der gemeinsame Vorschlag mit Frankreich und die fast einstimmige Abstimmung zur EU-Gasrichtlinie sprechen ja Bände.

Sorgen machen muß man sich eher um das Verhältnis zwischen Frankreich und Italien. Der Rückzug des Botschafters ist der letzte Schritt vor dem Abbruch der diplomatischen Beziehungen. Ist für mich nicht nachvollziehbar wieso die italienischen Populisten so auf Macron eindreschen. Positive Entwicklungen in der wirtschaftlichen Entwicklung oder in der Außenpolitik scheinen sie nicht anzustreben.
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Re: Macron und die Folgen

Beitragvon DarkLightbringer » So 10. Feb 2019, 19:49

Orbiter1 hat geschrieben:(10 Feb 2019, 18:58)

Die EU besteht ja nicht nur aus Deutschland, die schaffen das bestimmt mit der Diversifizierung. Deutschland wird auch mit Nordstream 2 nicht mehr so von russischen Energieimporten abhängig sein wie das früher mal der Fall war.

Die Abhängigkeit von russischem Gas soll von 37 % aug 60 % erhöht werden. Das ist nicht weniger Abhängigkeit, sondern mehr. Daraus gründet sich ja eben einer der Kritikpunkte.

Die Ukraine hat sich ebenfalls komplett von Gazprom verabschiedet. Die kaufen das russische Gas inzwischen in Europa ein, selbstverständlich mit Aufpreis. Sobald Nordstream 2 fertig gestellt ist wird die Ukraine auch in Deutschland kaufen können, Deutschland macht bestimmt ein gutes Angebot.

Am besten, wir finanzieren beide Kriegspartner, sowohl den Angreifer wie auch den Angegriffenen.

Das ist auch sicherer. Die Einsatzfähigkeit der Bundeswehr ist ja bekannt. Polen, die baltischen Länder und die Ukraine können sich gerne von den USA und Kanada beschützen lassen. Da wünsch ich Alles Gute!
siehe unten

Da waren die Ideen dann wohl doch nicht so gut.
Vielleicht ist Nordstream 2 doch nicht so gut.

Da vertraut man wenn ich sie richtig verstanden habe in Osteuropa mehr den USA und Kanada. Dann wär das ja abgedeckt.

Oh doch, die Europäer sind an der Eigensicherung durchaus beteiligt, in Litauen ist Deutschland sogar Führungsnation der alliierten Präsenz - in Polen ist es die USA, in Lettland Kanada und in Estland Großbritannien. "Führungsnation" heißt aber nicht, man wäre alleine.
Die gemeinsame Präsenz soll ausreichen, um einen potentiellen Gegner abzuschrecken.

Und in Sachen Isolation muß man sich keine Sorgen machen. Der gemeinsame Vorschlag mit Frankreich und die fast einstimmige Abstimmung zur EU-Gasrichtlinie sprechen ja Bände.
Es ist ein Kompromiss, kein Brechstangen-Sieg der Kanzlerin. Die EU wird künftig mitreden.

Sorgen machen muß man sich eher um das Verhältnis zwischen Frankreich und Italien. Der Rückzug des Botschafters ist der letzte Schritt vor dem Abbruch der diplomatischen Beziehungen. Ist für mich nicht nachvollziehbar wieso die italienischen Populisten so auf Macron eindreschen. Positive Entwicklungen in der wirtschaftlichen Entwicklung oder in der Außenpolitik scheinen sie nicht anzustreben.
Die linkspopulistisch-faschistoide Koalition ist schlicht inkompetent. Was also sollte sie anderes tun, als irgendwas zu tösen.
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Re: Macron und die Folgen

Beitragvon Audi » So 10. Feb 2019, 19:58

DarkLightbringer hat geschrieben:(10 Feb 2019, 19:49)

Die Abhängigkeit von russischem Gas soll von 37 % aug 60 % erhöht werden. Das ist nicht weniger Abhängigkeit, sondern mehr. Daraus gründet sich ja eben einer der Kritikpunkte.


Am besten, wir finanzieren beide Kriegspartner, sowohl den Angreifer wie auch den Angegriffenen.

siehe unten

Vielleicht ist Nordstream 2 doch nicht so gut.


Oh doch, die Europäer sind an der Eigensicherung durchaus beteiligt, in Litauen ist Deutschland sogar Führungsnation der alliierten Präsenz - in Polen ist es die USA, in Lettland Kanada und in Estland Großbritannien. "Führungsnation" heißt aber nicht, man wäre alleine.
Die gemeinsame Präsenz soll ausreichen, um einen potentiellen Gegner abzuschrecken.

Es ist ein Kompromiss, kein Brechstangen-Sieg der Kanzlerin. Die EU wird künftig mitreden.

Die linkspopulistisch-faschistoide Koalition ist schlicht inkompetent. Was also sollte sie anderes tun, als irgendwas zu tösen.


"Am besten, wir finanzieren beide Kriegspartner, sowohl den Angreifer wie auch den Angegriffenen."

Ich dachte Russland zahlt da drauf? Hast du das nicht vorhin gepostet? Also ist doch die Pipeline gut und zieht Moskau das Geld für Krieg aus der Tasche. Ich habe dich auf deinen propagandistischen Fehler hingewiesen, du bist lernresistent :rolleyes:
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Re: Macron und die Folgen

Beitragvon DarkLightbringer » So 10. Feb 2019, 20:08

Audi hat geschrieben:(10 Feb 2019, 19:58)

"Am besten, wir finanzieren beide Kriegspartner, sowohl den Angreifer wie auch den Angegriffenen."

Ich dachte Russland zahlt da drauf? Hast du das nicht vorhin gepostet? Also ist doch die Pipeline gut und zieht Moskau das Geld für Krieg aus der Tasche. Ich habe dich auf deinen propagandistischen Fehler hingewiesen, du bist lernresistent :rolleyes:

Wie schon gesagt - wenn man es so macht, dass es den Krieg ins Unrentable bringt, könnte es dabei helfen, das Aggressionspotential zu mindern.
Ein Experte der Shberbank prognostizierte die Unrentabilität, er wurde aber entlassen.

Meiner persönlichen Meinung nach aber sollte die Russische Föderation gezwungen werden, sich zu entscheiden, ob es Krieg gegen Europa führen will oder eben nicht.
Und wenn ja, sollte es nicht mal Bakschisch geben.
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