EU und der "breite Dialog" mit dem Iran ->Afghanistan/Drogen und Sicherheit

Moderator: Moderatoren Forum 3

Benutzeravatar
H2O
Moderator
Beiträge: 26113
Registriert: So 13. Sep 2015, 13:49

Re: EU und der "breite Dialog" mit dem Iran ->Afghanistan/Drogen und Sicherheit

Beitragvon H2O » Sa 24. Aug 2019, 22:11

King Kong 2006 hat geschrieben:(24 Aug 2019, 22:06)

Warum sollte ich mich von Atomwaffen fernhalten? Ich habe gar keine!

Übrigens hat der Iran auch keine. Sagt jedenfalls die Internationale Atomenergiebehörde. Und Teheran.

Und Trump macht die Sache nicht besser. Es war vorher besser. Die EU versucht zu retten was noch ist. Trump bekommt noch eine Chance. Die wird er nicht nutzen. Deeskalation gehört nicht zu seinem Charakterprofil.


Ja, dann ist doch alles gut! Und nun dafür sorgen, daß es nachweislich auch dabei bleibt... und schon werden Europäer sich bemühen, Iran das Leben zu erleichtern.
Hinrichs Theresa
Beiträge: 5
Registriert: Sa 24. Mär 2018, 16:52

Re: EU und der "breite Dialog" mit dem Iran ->Afghanistan/Drogen und Sicherheit

Beitragvon Hinrichs Theresa » Mi 28. Aug 2019, 17:59

H2O hat geschrieben:(24 Aug 2019, 21:59)

Nun jammern Sie nicht, sondern folgen Sie endlich den wohlgesonnenen Bitten der Europäer, sich von dem Teufelszeug fern zu halten, das tatsächlich niemand braucht, dessen industrielle Entsorgung unbekannt ist, und das uns deutlich länger als Gefahrenquelle besorgt machen sollte, als irgendwelche persischen oder iranischen Reiche bestanden haben. Unser Land kommt bestens ohne dieses Zeug zurecht, und viele andere Länder auch. Warum nicht auch Iran?


Darum, weil die Atomwaffen das Letzte ist, was Israel und die USA von einem Atomschlag auf Teheran (der eigemtlich sehr gute Zweitschlagkapazitäten hat) zurückhält. Die anderen Staaten kommen ohne dieses Zeugnis, weil sie glücklich genug sind, außer Fokus der USA zu geraten. Ok, aber stellt ihr euch vor, der Iran verzichtet auf sein Streben nach Atomwaffen und zerstört alle vorhandenen Atommunitionen. Wie lange würden Washington und Israel warten, um das Land zu runieren? Am schlimmsten ist dass Drogensucht im Iran (damit kehren wir zum ursprünglichen Thema zurück) in den letzten Jahren drastisch zugenommen ist. Meiner Meinung nach ist der Grund dafür nicht zuletzt die fast theoretische Staatsgrenze mit Afghanistan, die Heroinflut nach dem GOTTESSTAAT nicht einmal verzögert. Alle wissen es schon lange, dass Afghanistan unter Amerikanern sitzt, und trotz ihrer angeblich Bekämpfung des Drogenhandels (da kannst du lange warten, m.s. Operation Iron Tempest) im Land floriert Heroinproduktion da und prosperiert (Woraus stammt Opioden in Deutschland? ;) )Wenn die Wirtschaft im Iran unter dem Druck der Sanktionen endlich zusammenbricht (ohne Atomwaffen ist es ein kommendes Scenario), dann würden alle nach Europa fliehen. Gute Nachricht, unsere Junkies können ihren Stoff behalten und mit Neueinkommenden nicht teilen. Böse Nachricht, Migranten würden mit eigenem afghanischen Stoff kommen. Die Migrationskrise 2015 würde uns als ein schönes Puppenspiel erscheinen. Der Iran muss Atomwaffen zur Verfügung haben, es ist im Interesse der Europäer.
Benutzeravatar
H2O
Moderator
Beiträge: 26113
Registriert: So 13. Sep 2015, 13:49

Re: EU und der "breite Dialog" mit dem Iran ->Afghanistan/Drogen und Sicherheit

Beitragvon H2O » Mi 28. Aug 2019, 19:35

Tja, mir stehen die Haare zu Berge... eine Fahrt durch die politische Geisterbahn! Die Zweitschlagsfähigkeit Irans möchte ich nicht sehen, denn nach dem ersten Schlag unter der Bedingung "Zweitschlag möglich" bewegt sich da nichts mehr. Hände weg von diesem Teufelszeug!
juna_f
Beiträge: 2
Registriert: Di 2. Jul 2019, 13:02
Kontaktdaten:

Re: EU und der "breite Dialog" mit dem Iran ->Afghanistan/Drogen und Sicherheit

Beitragvon juna_f » Do 29. Aug 2019, 11:37

King Kong 2006 hat geschrieben:(07 Jun 2018, 23:50)

Man muß an dieser Stelle noch einmal klarstellen, daß es hier um europäische Sicherheitsinteressen geht. Es geht nicht um eine wie auch immer geartete Sympathie für den Iran.

Administrationen wie die von G.W.Bush oder jetzt von Trump, flankiert von Neocons (z.B. Bolton damals und heute als Sicherheitsberater von Trump) haben zur Interessensdurchsetzung die Holzhammermethode. Das "Herumspielen" und infantile Ausprobieren. Erstmal etwas kaputtmachen und dann sehen wir mal, was wir davon gebrauchen können. Das kann man vielleicht realpolitisch machen, wenn man auf dem Mond wohnt, oder eben auf einem anderen Kontinent, wie den USA, das hat aber konkrete Auswirkungen auf die Nachbarschaft, z.B. Europa. Syrien, ist ganz klar symbiotisch mit dem Krieg gegen den Irak zu sehen. Auch der IS. Die Flüchltingsmassen, die Terroristen kommen auch nach Europa, wie geschehen. Nicht in die USA. Europa hat knallharte, reale Sicherheitsinteressen, die anders sind als die von Trump.

Wenn man ein großes, zentrales Land der Region, mit 80 Mio. EW., den Iran jetzt wieder mit Sanktionen so in die Zange nimmt, dann wird das einmal harte Gegenreaktionen mit sich bringen, also eine Eskalationsschraube (Ausweitung des Atomprogrammes, oder auf anderen Feldern) und schlimmstenfalls zu einem Kollaps solch eines großen Landes. Mit Nachbarn, die alle mehr oder weniger strukturelle Probleme haben. Pakistan, indischer Subkontinent, Kaukasus, die Türkei, Zentralasien, Nahost, selbst der östliche Teil Chinas (ist näher als Griechenland an dem Iran). Von daher nimmt es kaum Wunder, daß gerade neben Europäern auch Russen, Türken und Chinesen und auch der Iran an einem geordneten Zustand größtes Interesse haben. Nicht Trump in Übersee. Das sind keine dämonischen Absichten. Das sind Sicherheitsinteressen. Das es Dominoeffekte gibt, sah man am Irak, dann Syrien und alle Nachbarn die dann sogar militärisch eingriffen.

Schon damals wurde diese Politikerclique gewarnt, im Falle des Irakkrieges. Egal. Wie egal das diesen Leuten ist, sah man auch an Rumsfeld, der schwurbelte auf die Frage, wo denn die ABC-Waffen nun seien irgendwas von "irgendwo nördlich, südlich, östlich und westlich vom sunnitischen Dreieck". Lächerlich. Darum ging es gar nicht. Der Iran hat damals unter Reformorientierten Politikern Angebote gemacht (z.B. Schweizer Memorandum). Das wurde einfach ignoriert. Wurde nicht weitergeleitet, "mißtinterpretiert" usw. Danach konnten dieser iranischen Politiker einpacken. Hardliner kamen als Reaktion. Jetzt das Atomabkommen. Wieder ramponiert. Die Reaktion wird entsprechend sein. Auch die Position der eher Reformorientieren. Wie damals kann diese bestimmte Politikerkaste in den USA nur zerstören. Sei es im Krieg, durch Sanktionen oder Kündigungen von wichtigen, internationalen Abkommen. Kündigung des Klimaabkommens (global viel verheerender als das Atomabkommen) usw. Dazu gibt es keinen Plan B. Immer nur Kündigen und Konfrontation. Das kann man wie gesagt machen, wenn man in Übersee lebt. Das hat für Nachbarn (Europa) ganz konkrete Auswirkungen. Ob beim BAMF, Ankerzentren, Integration, AFD-Wahlverhalten oder in LKWs rasende Terroristen in Frankreich. Nicht in den USA. Wobei man klar sagen muß, das es nicht immer die USA sind. Es waren und sind Bush und Trump und Berater aus dem bestimmten Lager.

Auch Netanjahu ist da für Europa nicht hilfreich. Er schadronierte im Vorfeld des Irakkrieges dasselbe wie jetzt gegenüber dem Atomabkommen. Sicher sieht es Bibi gerne, wenn potentiell starke Gegner zerschreddert werden. Israel lebt eh, wie auch der Iran, in einer gefährlichen Gegend. Aber es geht um europäische Interessen, nicht um die von Netanjahu.





Das Atomabkommen (was vielen auch im Iran nicht gefällt, aber als Kröte geschluckt wurde) soll eine Eskalation eindämmen. Nun wird wieder durch destruktives Verhalten versucht das auszuhebeln. Es ist nicht im Sicherheitsinteresse Europas. Wie gesagt, das hat nichts mit Appeasement oder Naivität oder Sympathie für den Iran zu tun. Man hat einmal erlebt, was so ein Verhalten ausgelöst hat. Und Europa kann sich davor nicht wirklich schützen. Das sind knallharte Sicherheitsinteressen. Das die EU ins Rotieren kommt, belastet wird, angeschlagen, wird Trump vielleicht gefallen. Die EU ist eh der "größere Gegner" für Trump als der Iran. Das es da im Karton rappelt ist ja unüberhörbar. Siehe Handelskrieg. Übergeordnet ist es die Auseinandersetzung mit dem trägen Riesen EU. Der versucht sich zumindest zu wehren. Direkt in der Nachbarschaft einen Ärger um den Iran, der die Katastrophe Syriens und Iraks deutlich toppen würde, ist nicht im Interesse Europas.
Ihrer
Da bin ich völlig Ihrer Meinung. Die USA handeln immer duch jemand anderen. Vor kurzem hat Spiegel darüber geschrieben.(https://www.spiegel.de/politik/deutschl ... 82906.html) Laut Aussage der Linken-Abgeordnete Freihold ist Deutschland "eine zentrale Drehscheibe der weltweiten US-Kriegsführung"! Warum müssen wir die US-Truppen bezahlen? Sie bauen zahlreiche Raketenbasen in Europa, aber nur manche bedenken, dass wenn eine US-Rakete aus Europa abgefeuert wird, wird Europa alle US-gegnrischen Abwehraketen kassieren. Was betrifft die Drogenbekämpfung, gibt es Tonnen von Drogen, die über den Iran nach Europa gehen. Und was an dem ganzen interessant ist, dass die CIA Heroinproduktion in Afghanistan deckt. Seit der Invasion der Vereinigten Staaten in Afghanistan 2001 ist die Drogenproduktion um das 40fache andestigen. Sie verdienen ein Vermögen mit Verkauf von Opium und so zahlen ihre geheimen Operationen.
Benutzeravatar
King Kong 2006
Beiträge: 5718
Registriert: Di 3. Jun 2008, 11:41
Benutzertitel: Kongenial

Re: EU und der "breite Dialog" mit dem Iran ->Afghanistan/Drogen und Sicherheit

Beitragvon King Kong 2006 » Sa 31. Aug 2019, 01:02

juna_f hat geschrieben:(29 Aug 2019, 11:37)

Seit der Invasion der Vereinigten Staaten in Afghanistan 2001 ist die Drogenproduktion um das 40fache andestigen. Sie verdienen ein Vermögen mit Verkauf von Opium und so zahlen ihre geheimen Operationen.


Diese Meinung hatte auch ein US-Senator bei den Untersuchungen der Iran-Contra Affäre.

There exists a shadowy government with its own Air Force, its own Navy, its own fundraising mechanism, and the ability to pursue its own ideas of national interest, free from all checks and balances, and free from the law itself.

Senate Select Committee on Secret Military Assistance to Iran and the Nicaraguan Opposition (Iran-Contra hearings) (1987)

https://en.wikiquote.org/wiki/Daniel_Inouye
Wenn man zuviel weiß, wird es immer schwieriger, einfache Entscheidungen zu treffen.
Wissen stellt eine Barriere dar, die einen daran hindert, etwas in Erfahrung zu bringen.
- Frank Herbert, Die Kinder des Wüstenplaneten
Benutzeravatar
H2O
Moderator
Beiträge: 26113
Registriert: So 13. Sep 2015, 13:49

Re: EU und der "breite Dialog" mit dem Iran ->Afghanistan/Drogen und Sicherheit

Beitragvon H2O » Sa 31. Aug 2019, 08:28

Man muß an dieser Stelle noch einmal klarstellen, daß es hier um europäische Sicherheitsinteressen geht. Es geht nicht um eine wie auch immer geartete Sympathie für den Iran.


Iran kann sicher in Europa erheblichen Schaden anrichten; mit der Folge, daß danach in Iran kein Gras mehr wächst. Ich möchte den ersten Schritt davon mit allen verfügbaren Möglichkeiten verhindern. Sollte das aber nicht möglich sein, dann soll und muß Europa darauf hinarbeiten, daß damit das Ende dieser Herrschaft besiegelt ist.

Dann haben die USA und Israel mit ihren Vorahnungen leider Recht behalten.
Benutzeravatar
King Kong 2006
Beiträge: 5718
Registriert: Di 3. Jun 2008, 11:41
Benutzertitel: Kongenial

Re: EU und der "breite Dialog" mit dem Iran ->Afghanistan/Drogen und Sicherheit

Beitragvon King Kong 2006 » Sa 31. Aug 2019, 10:00

H2O hat geschrieben:(31 Aug 2019, 08:28)

Iran kann sicher in Europa erheblichen Schaden anrichten; mit der Folge, daß danach in Iran kein Gras mehr wächst. Ich möchte den ersten Schritt davon mit allen verfügbaren Möglichkeiten verhindern. Sollte das aber nicht möglich sein, dann soll und muß Europa darauf hinarbeiten, daß damit das Ende dieser Herrschaft besiegelt ist.

Dann haben die USA und Israel mit ihren Vorahnungen leider Recht behalten.


Davor wird ja überall gewarnt. Außer von Trump und Netanjahu. Die Region weiter zu destabilisieren.

Was die Politik und die Kriege dort angerichtet haben, ist kaum zu übersehen. Europa im Gegensatz zur USA merkt das sehr viel stärker. Der Iran, der mittendrin ist hat erheblich größere Probleme. Jetzt noch den stabilisten Staat dort bewußt zu destabilisieren oder gar mit Krieg zu drohen ganz in der Tradition der Neocons, siehe Bolton, davor warnt ja quasi die Weltgemeinschaft.

Der Iran ist durch diese Politik und den Kriegen nur noch von Brei umgeben. (Thomas L. Friedman, NYT)

Und der fliesst auch nach Europa. An dem letzten Stützpfeiler der Region zu sägen ist die Furcht der Weltgemeinschaft.
Wenn man zuviel weiß, wird es immer schwieriger, einfache Entscheidungen zu treffen.
Wissen stellt eine Barriere dar, die einen daran hindert, etwas in Erfahrung zu bringen.
- Frank Herbert, Die Kinder des Wüstenplaneten
Benutzeravatar
H2O
Moderator
Beiträge: 26113
Registriert: So 13. Sep 2015, 13:49

Re: EU und der "breite Dialog" mit dem Iran ->Afghanistan/Drogen und Sicherheit

Beitragvon H2O » Sa 31. Aug 2019, 11:02

Iran führt Krieg in mindestens 5 Nachbarstaaten, ist an Kriegsverbrechen beteiligt... und Sie stellen uns einen Hort der Stabilität und des Friedens vor? Ein stetiger Flüchtlingsstrom verläßt Iran in Richtung Europa. Geht's noch?
Benutzeravatar
King Kong 2006
Beiträge: 5718
Registriert: Di 3. Jun 2008, 11:41
Benutzertitel: Kongenial

Re: EU und der "breite Dialog" mit dem Iran ->Afghanistan/Drogen und Sicherheit

Beitragvon King Kong 2006 » Sa 31. Aug 2019, 11:23

H2O hat geschrieben:(31 Aug 2019, 11:02)

Iran führt Krieg in mindestens 5 Nachbarstaaten, ist an Kriegsverbrechen beteiligt... und Sie stellen uns einen Hort der Stabilität und des Friedens vor? Ein stetiger Flüchtlingsstrom verläßt Iran in Richtung Europa. Geht's noch?


Offensichtlich hast du die Beweggründe der Europaer und das Thema nicht ganz durchdrungen oder selektiv wahrgenommen.

Die Europäer, die EU, Russland, China (oder auch die USA als Vertragspartner) oder auch Indien wollen keinen Handelskrieg von Trump gegen den Iran.

Der Iran versorgt Millionen Flüchtlinge. Investiert Millionen in Grenzgebiete von Nachbarstaaten um die Gegenden"abzuspeisen" und dadurch schon aus Eigeninteresse ruhig zu halten. Der Iran ist mittendrin "im Brei". Der Iran hat den Löwenanteil im Kampf gegen den IS geleistet.

Hast du eine Ahnung, was passiert wenn der Iran wegen Trump und seinen B-Team zusammenbricht? Mit Flüchtlingen, mit Drogen, dem IS, Al-Kaida Mit den Auswirkungen auf Nachbarstaaten uvm.? Die Europäer, Russland, Indien, Türkei, China usw. schon. Trump ist in seinem Golfclub weit weg. Statt die Sache zu deeskalieren setzt er auf Eskalation. Annäherung zerstört.
Wenn man zuviel weiß, wird es immer schwieriger, einfache Entscheidungen zu treffen.
Wissen stellt eine Barriere dar, die einen daran hindert, etwas in Erfahrung zu bringen.
- Frank Herbert, Die Kinder des Wüstenplaneten
Benutzeravatar
H2O
Moderator
Beiträge: 26113
Registriert: So 13. Sep 2015, 13:49

Re: EU und der "breite Dialog" mit dem Iran ->Afghanistan/Drogen und Sicherheit

Beitragvon H2O » Sa 31. Aug 2019, 12:52

King Kong 2006 hat geschrieben:(31 Aug 2019, 11:23)

Offensichtlich hast du die Beweggründe der Europaer und das Thema nicht ganz durchdrungen oder selektiv wahrgenommen.

Die Europäer, die EU, Russland, China (oder auch die USA als Vertragspartner) oder auch Indien wollen keinen Handelskrieg von Trump gegen den Iran.

Der Iran versorgt Millionen Flüchtlinge. Investiert Millionen in Grenzgebiete von Nachbarstaaten um die Gegenden"abzuspeisen" und dadurch schon aus Eigeninteresse ruhig zu halten. Der Iran ist mittendrin "im Brei". Der Iran hat den Löwenanteil im Kampf gegen den IS geleistet.

Hast du eine Ahnung, was passiert wenn der Iran wegen Trump und seinen B-Team zusammenbricht? Mit Flüchtlingen, mit Drogen, dem IS, Al-Kaida Mit den Auswirkungen auf Nachbarstaaten uvm.? Die Europäer, Russland, Indien, Türkei, China usw. schon. Trump ist in seinem Golfclub weit weg. Statt die Sache zu deeskalieren setzt er auf Eskalation. Annäherung zerstört.


Sie meinen also, wenn ich die Welt mit meinen Sinnen wahrnehme, daß dabei nicht das richtige Weltbild entstehen kann? Vorstellbar, sicher. Würde mir vermutlich ein Italiener mit Hang zu den Cinque Stelle wohl auch verklugfideln. Aber ich muß mit meinem Wahrnehmungsvermögen zufrieden sein!

Ihre Schilderung der Barmherzigkeit Irans lehnt sich sehr an vergleichbare Geschichten aus der Türkei an. Auch der Türkei halte ich platten regionalen Imperialismus als Staatsziel vor, seit Erdogan rücksichtslos seine nationale Politik durchsetzt. Aber dennoch kein Vergleich mit dem Auftreten Irans im Vorfeld Israels. Was wollen iranische Kräfte denn dort? Barmherzigkeit üben, oder was?

Ach ja, mein getrübtes Wahrnehmungsvermögen. Nein, lieber King Kong 2006, über diese Brücke gehe ich bestimmt nicht!
Benutzeravatar
Cobra9
Beiträge: 25638
Registriert: Mo 10. Okt 2011, 11:28

Re: EU und der "breite Dialog" mit dem Iran ->Afghanistan/Drogen und Sicherheit

Beitragvon Cobra9 » Sa 31. Aug 2019, 21:18

H2O hat geschrieben:(31 Aug 2019, 12:52)

Sie meinen also, wenn ich die Welt mit meinen Sinnen wahrnehme, daß dabei nicht das richtige Weltbild entstehen kann? Vorstellbar, sicher. Würde mir vermutlich ein Italiener mit Hang zu den Cinque Stelle wohl auch verklugfideln. Aber ich muß mit meinem Wahrnehmungsvermögen zufrieden sein!

Ihre Schilderung der Barmherzigkeit Irans lehnt sich sehr an vergleichbare Geschichten aus der Türkei an. Auch der Türkei halte ich platten regionalen Imperialismus als Staatsziel vor, seit Erdogan rücksichtslos seine nationale Politik durchsetzt. Aber dennoch kein Vergleich mit dem Auftreten Irans im Vorfeld Israels. Was wollen iranische Kräfte denn dort? Barmherzigkeit üben, oder was?

Ach ja, mein getrübtes Wahrnehmungsvermögen. Nein, lieber King Kong 2006, über diese Brücke gehe ich bestimmt nicht!



Ich stimme Dir völlig zu.
Das Böse hat einen Namen. Schokolade !

User auf Ignore erhalten keine Antwort

Auf meiner Liste : Alter Stubentiger
Benutzeravatar
King Kong 2006
Beiträge: 5718
Registriert: Di 3. Jun 2008, 11:41
Benutzertitel: Kongenial

Re: EU und der "breite Dialog" mit dem Iran ->Afghanistan/Drogen und Sicherheit

Beitragvon King Kong 2006 » So 1. Sep 2019, 10:50

H2O hat geschrieben:(31 Aug 2019, 12:52)

Sie meinen also, wenn ich die Welt mit meinen Sinnen wahrnehme, daß dabei nicht das richtige Weltbild entstehen kann? Vorstellbar, sicher. Würde mir vermutlich ein Italiener mit Hang zu den Cinque Stelle wohl auch verklugfideln. Aber ich muß mit meinem Wahrnehmungsvermögen zufrieden sein!

Ihre Schilderung der Barmherzigkeit Irans lehnt sich sehr an vergleichbare Geschichten aus der Türkei an. Auch der Türkei halte ich platten regionalen Imperialismus als Staatsziel vor, seit Erdogan rücksichtslos seine nationale Politik durchsetzt. Aber dennoch kein Vergleich mit dem Auftreten Irans im Vorfeld Israels. Was wollen iranische Kräfte denn dort? Barmherzigkeit üben, oder was?

Ach ja, mein getrübtes Wahrnehmungsvermögen. Nein, lieber King Kong 2006, über diese Brücke gehe ich bestimmt nicht!


Naja, wenn du die Problematik zusammenkürzt auf "Sie stellen uns einen Hort der Stabilität und des Friedens vor? Ein stetiger Flüchtlingsstrom verläßt Iran in Richtung Europa. Geht's noch?" muß ich davon ausgehen, daß das tatsächlich ein sehr verzerrtes Bild des Komplexes der Beziehungen zwischen der EU und dem Iran ist. Im Kontext der Sicherheitsarchitektur in Zentralasien/AfPak/Indischer Subkontinent. Den Sicherheitsabsprachen Iran/Indien. Den hohen Kosten der Drogenbekämpfung Irans und der Versorgung der Flüchtlinge. Der finanziellen Unterstützung der Gebiete in Afghanistan (z.B. Provinz Herat).

Daraus den Schluss zu ziehen: "Sie stellen uns einen Hort der Stabilität und des Friedens vor? Ein stetiger Flüchtlingsstrom verläßt Iran in Richtung Europa. Geht's noch?" nehme ich mal zur Kenntnis. Ich glaube auch nicht, daß Neu-Delhi, Moskau oder Brüssel das einfach so abfrühstücken. :?:
Wenn man zuviel weiß, wird es immer schwieriger, einfache Entscheidungen zu treffen.
Wissen stellt eine Barriere dar, die einen daran hindert, etwas in Erfahrung zu bringen.
- Frank Herbert, Die Kinder des Wüstenplaneten
Benutzeravatar
H2O
Moderator
Beiträge: 26113
Registriert: So 13. Sep 2015, 13:49

Re: EU und der "breite Dialog" mit dem Iran ->Afghanistan/Drogen und Sicherheit

Beitragvon H2O » So 1. Sep 2019, 22:44

King Kong 2006 hat geschrieben:(01 Sep 2019, 10:50)
...
Daraus den Schluss zu ziehen: "Sie stellen uns einen Hort der Stabilität und des Friedens vor? Ein stetiger Flüchtlingsstrom verläßt Iran in Richtung Europa. Geht's noch?" nehme ich mal zur Kenntnis. Ich glaube auch nicht, daß Neu-Delhi, Moskau oder Brüssel das einfach so abfrühstücken. :?:


Ja sicher werden Staaten das nicht so benennen. Die wollen schließlich irgendwie miteinander umgehen. Ich darf aber sagen, was ich sehe und bewerte. Ein Vorteil, wenn man nicht im politischen Geschäft tätig ist. In diesem Forum wären solche Rücksichten nur dumm. Wir müssen uns die Wahrheit nicht verkneifen.
Benutzeravatar
King Kong 2006
Beiträge: 5718
Registriert: Di 3. Jun 2008, 11:41
Benutzertitel: Kongenial

Re: EU und der "breite Dialog" mit dem Iran ->Afghanistan/Drogen und Sicherheit

Beitragvon King Kong 2006 » So 1. Sep 2019, 23:10

H2O hat geschrieben:(01 Sep 2019, 22:44)

Ja sicher werden Staaten das nicht so benennen. Die wollen schließlich irgendwie miteinander umgehen. Ich darf aber sagen, was ich sehe und bewerte. Ein Vorteil, wenn man nicht im politischen Geschäft tätig ist. In diesem Forum wären solche Rücksichten nur dumm. Wir müssen uns die Wahrheit nicht verkneifen.


Ganz meiner Meinung. Wobei ich mich über die Begrifflichkeit "Wahrheit" in philosophischer, juristischer, journalistischer, psychologischer, objektiver, subjektiver usw. Perspektive an dieser Stelle nicht auslassen werde. Dazu gibt es wohl andere Threads.
Wenn man zuviel weiß, wird es immer schwieriger, einfache Entscheidungen zu treffen.
Wissen stellt eine Barriere dar, die einen daran hindert, etwas in Erfahrung zu bringen.
- Frank Herbert, Die Kinder des Wüstenplaneten
Benutzeravatar
H2O
Moderator
Beiträge: 26113
Registriert: So 13. Sep 2015, 13:49

Re: EU und der "breite Dialog" mit dem Iran ->Afghanistan/Drogen und Sicherheit

Beitragvon H2O » Mo 2. Sep 2019, 00:01

King Kong 2006 hat geschrieben:(01 Sep 2019, 23:10)

Ganz meiner Meinung. Wobei ich mich über die Begrifflichkeit "Wahrheit" in philosophischer, juristischer, journalistischer, psychologischer, objektiver, subjektiver usw. Perspektive an dieser Stelle nicht auslassen werde. Dazu gibt es wohl andere Threads.


Ändert ja nichts an meinem Recht, meine Einschätzung der mir verfügbaren Nachrichtenlage hier auszubreiten und zu begründen. Dazu muß ich den Begriff "Wahrheit" auch nicht so auflösen, daß von ihm nichts Greifbares übrig bleibt.
Benutzeravatar
King Kong 2006
Beiträge: 5718
Registriert: Di 3. Jun 2008, 11:41
Benutzertitel: Kongenial

Re: EU und der "breite Dialog" mit dem Iran ->Afghanistan/Drogen und Sicherheit

Beitragvon King Kong 2006 » Mo 2. Sep 2019, 17:18

Die EU und der Iran arbeiten ja zusammen mit dem Rest der Weltgemeinschaft, also Indien, China, Russland usw. daran dem weltweiten Handelskrieg Trumps irgendwie zu begegnen.

Speziell die EU und der Iran zeigen sich vorsichtig optimistisch mit dem Krieg Trumps umgehen zu können.

Iran voices optimism over nuclear deal after talks with France

Tehran says gap is closing on views after phone conversation between Macron and Rouhani

https://www.theguardian.com/world/2019/ ... lks-france


Die Ansichten, wie man mit den von Trump verursachten Handelskrieg, mit denen alle zu kämpfen haben, sollen sich annähern. Es geht ja nicht darum, ob, oder warum, sondern wie man gemeinsam einen Trump kontern kann. Daran sind sich alle Beteiligten einig. Die Frage ist wie. ;)
Wenn man zuviel weiß, wird es immer schwieriger, einfache Entscheidungen zu treffen.
Wissen stellt eine Barriere dar, die einen daran hindert, etwas in Erfahrung zu bringen.
- Frank Herbert, Die Kinder des Wüstenplaneten
Benutzeravatar
King Kong 2006
Beiträge: 5718
Registriert: Di 3. Jun 2008, 11:41
Benutzertitel: Kongenial

Re: EU und der "breite Dialog" mit dem Iran ->Afghanistan/Drogen und Sicherheit

Beitragvon King Kong 2006 » Do 5. Sep 2019, 20:34

Neuer "Oberkommandierender" der EU-Spezialwaffe Instex wird ein Deutscher. Er soll damit die USA auf dem globalen Feld des Handelskrieges besiegen. Das ist zu bezweifeln. Aber ein Anfang auf lange Sicht.

Umgehung von US-Sanktionen

Deutscher Diplomat Bock soll Institut für Iran-Handel leiten

Mit dem Spezialinstitut Instex wollen europäische Unternehmen trotz der US-Sanktionen weiter Geschäfte mit Iran ermöglichen. Deutschland hat nun einen früheren Botschafter als neuen Chef durchgesetzt.

https://www.spiegel.de/wirtschaft/sozia ... 85482.html


Die Chinesen und Russen voran (Inder ziehen gerade nach) haben im Moment bessere Waffensysteme am Start. Sie ermöglichen mit dem Iran immense Investitionen.
Wenn man zuviel weiß, wird es immer schwieriger, einfache Entscheidungen zu treffen.
Wissen stellt eine Barriere dar, die einen daran hindert, etwas in Erfahrung zu bringen.
- Frank Herbert, Die Kinder des Wüstenplaneten
Benutzeravatar
King Kong 2006
Beiträge: 5718
Registriert: Di 3. Jun 2008, 11:41
Benutzertitel: Kongenial

Re: EU und der "breite Dialog" mit dem Iran ->Afghanistan/Drogen und Sicherheit

Beitragvon King Kong 2006 » Do 19. Sep 2019, 22:53

Berlin und die Europäer wollen weiterhin Trumps Eskalationspolitik Paroli bieten. Na, da darf man gespannt sein. China und Russland sind da im Iran ein wesentlich deutlicheres Stück weiter.

Bundesregierung will Iran-Abkommen weiter verteidigen

Ungeachtet neuer US-Sanktionen gegen den Iran hält die Bundesregierung unverändert an dem Atomabkommen mit Teheran fest.

„Deutschland und die Europäische Union stehen zum JCPOA (Atomabkommen) und wir werden es weiter verteidigen“, sagte der Leiter der Wirtschaftsabteilung im Auswärtigen Amt, Miguel Berger, am Donnerstag bei einem umstrittenen europäisch-iranischen Wirtschaftsforum in Berlin.


Die Sanktionen beeinträchtigen auch die deutsch-iranischen Wirtschaftsbeziehungen beträchtlich. Berger sagte, das Handelsvolumen könne in diesem Jahr wieder unter das Niveau vor dem Atomabkommen auf 1,5 Milliarden Euro fallen. Die deutsche Wirtschaft hatte ursprünglich mit einer Steigerung auf zehn Milliarden Euro gerechnet. Mangels wirtschaftlicher Vorteile durch das Abkommen ist der Iran dabei, seine Verpflichtungen wieder Schritt für Schritt zurückzunehmen und die Urananreicherung hochzufahren.

https://www.focus.de/finanzen/boerse/wi ... 62761.html


EU Members Hold Off on Blaming Iran For Saudi Oil Attacks

U.S. threats to sanction anyone buying oil from Iran, following President Trump’s withdrawal from the 2015 nuclear accord last year has also added to regional tensions. The E.U. has been trying to salvage the deal, with little success.

https://www.cnsnews.com/news/article/ja ... il-attacks
Wenn man zuviel weiß, wird es immer schwieriger, einfache Entscheidungen zu treffen.
Wissen stellt eine Barriere dar, die einen daran hindert, etwas in Erfahrung zu bringen.
- Frank Herbert, Die Kinder des Wüstenplaneten
Benutzeravatar
King Kong 2006
Beiträge: 5718
Registriert: Di 3. Jun 2008, 11:41
Benutzertitel: Kongenial

Re: EU und der "breite Dialog" mit dem Iran ->Afghanistan/Drogen und Sicherheit

Beitragvon King Kong 2006 » Mo 14. Okt 2019, 19:03

Britische Atomphysiker sind jetzt im Iran eingetroffen, um zusammen mit iranischen Kollegen das iranische Atomprogramm voranzutreiben und auf den neuesten Stand zu heben. Hier, den Schwerwasserreaktor Arak.

Als Mitglied im NPT gibt es neben Pflichten auch Rechte. So soll moderne Technologie den Mitgliedsstaaten zur Verfügung gestellt werden. Z.B. Sicherheitstechnik. Das war im Falle Irans praktisch seit dem Bruch mit den USA nie der Fall. Es gibt seit ein paar Jahren die Vereinbarung, darauf legte der Westen Wert, daß man den Iran nicht alleine die Schwerwasseranlage bei Arak ausbauen lässt. Der Iran legte darauf keinen Wert, aber der Westen drängte darauf. Teheran liess sich darauf ein und stoppte den Ausbau und begann den verlangten Umbau. Der Iran hielt den Vertrag ein. Das wars dann auch. Nichts kam, bekanntermassen nur weitere Sanktionen durch Trumps Eskalationspolitik. Der Iran wies nach einer relativ langen Bedenkzeit daraufhin, was denn nun los sei. Man habe seinen Teil eingehalten. Notfalls baut man ihn selbst weiter aus. Dazu ist man in der Lage. Offenbar zeigte das Wirkung.

Tehran (AFP) - A team of British experts arrived in Iran on Monday to begin work to upgrade the Arak heavy water nuclear reactor, the UK embassy in Tehran said.


"The experts will hold talks with the Atomic Energy Organisation of Iran on international technical assistance to the reactor construction," it said in a statement.


"That is why we are upholding our obligations to cooperate with Iran to modernise the Arak reactor, helping Iran to develop a modern and up to date civil nuclear programme.


The remaining partners in the deal with Iran include Britain, China, France, Germany and Russia.

The European parties have repeatedly said they are committed to saving the accord, but their efforts have so far borne little fruit.

Tehran has already hit back three times with countermeasures in response to the US withdrawal from the nuclear deal.

https://news.yahoo.com/british-experts- ... D678UJcOio
Wenn man zuviel weiß, wird es immer schwieriger, einfache Entscheidungen zu treffen.
Wissen stellt eine Barriere dar, die einen daran hindert, etwas in Erfahrung zu bringen.
- Frank Herbert, Die Kinder des Wüstenplaneten

Zurück zu „31. EU - EFTA“

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 2 Gäste