EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

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Schnitter
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Re: EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

Beitragvon Schnitter » Mi 11. Sep 2019, 20:37

Julian hat geschrieben:(11 Sep 2019, 20:26)

Merkel hat offenbar Angst vor einem Austritt Großbritanniens aus der EU ohne Vertrag, wenn man ihre Bundestagsrede anhört. Der Grund ist, dass in einem solchen Fall der EU in Großbritannien ein Wettbewerber ähnlich Singapur erwachsen würde: mit mehr Freiheit, weniger Regeln, niedrigen Steuern und mehr Wohlstand als in der EU möglich und gewünscht.

Es wäre ein Fenster einer freiheitlich organisierten Wirtschaft nahe dem sozialistischen Paradies. Ein Erfolg Großbritanniens könnte andere Länder auch überzeugen, dass der Brüsseler Wasserkopf und all die Richtlinien und Verordnungen von dort gar nicht sein müssen, und dass mehr Freiheit und eine bürgernahe, transparente und demokratische Regierung statt der Fremdbestimmung aus Brüssel auch zu mehr Wohlstand führen kann.


Eventuelle Ähnlichkeiten der Äußerungen des Users mit denen von Comical Ali sind rein zufälliger Natur :D
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Alter Stubentiger
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Re: EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

Beitragvon Alter Stubentiger » Mi 11. Sep 2019, 20:43

Julian hat geschrieben:(11 Sep 2019, 20:26)

Merkel hat offenbar Angst vor einem Austritt Großbritanniens aus der EU ohne Vertrag, wenn man ihre Bundestagsrede anhört. Der Grund ist, dass in einem solchen Fall der EU in Großbritannien ein Wettbewerber ähnlich Singapur erwachsen würde: mit mehr Freiheit, weniger Regeln, niedrigen Steuern und mehr Wohlstand als in der EU möglich und gewünscht.

Es wäre ein Fenster einer freiheitlich organisierten Wirtschaft nahe dem sozialistischen Paradies. Ein Erfolg Großbritanniens könnte andere Länder auch überzeugen, dass der Brüsseler Wasserkopf und all die Richtlinien und Verordnungen von dort gar nicht sein müssen, und dass mehr Freiheit und eine bürgernahe, transparente und demokratische Regierung statt der Fremdbestimmung aus Brüssel auch zu mehr Wohlstand führen kann.


Aha. HongKong will übrigens die Londoner Börse kaufen. Wie du siehst kreisen die Aasgeier schon um sich die Filetstücke der britischen Wirtschaft zu sichern. Was bleibt vom Empire wenn Hong-Kong, also China, die Kontrolle über die City übernimmt?
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Re: EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

Beitragvon Eulenwoelfchen » Mi 11. Sep 2019, 20:45

Eiskalt hat geschrieben:(11 Sep 2019, 14:32)

Aber haben nicht gerade die mit wenig Einkommen, Bildung etc mehrheitlich für den Brexit gestimmt?


Ich stecke leider nicht in den Köpfen der Brexitbefürworter. Was als relativ sicher gelten soll, ist die Ablehnung der
EU gerade in ländlichen Regionen und vor allem bei älteren Wählern/Wählerinnen auf große Zustimmung gestoßen.
Also eine Bevölkerungsschicht, die aufgrund ihrer Altersstruktur nicht unbedingt zwangsläufig zu den Hauptleidtragenden zählen muss,
und besonders was die Bildungschancen angeht, sicher nicht die eigene Zukunft mit einem EU-Verbleib verband.

Gerade viele junge Menschen gingen leider erst gar nicht zur Wahl. Und Studenten oder sonstige jungen Menschen in der Ausbildung
sind oftmals Mitglied, z.T. nur temporär, so hoffe ich persönlich, die man als wenig begütert oder schmalen Einkommensverhältnissen
zuordnet.

Aber um Ihre Frage kurz und knapp auf den Punkt einer Antwort zu bringen:
Ich meine, eher nicht.

Insofern, kann ich -egal wie ich mich abmühe- Ihre Frage nicht oder nicht besser beantworten.
In der Hoffnung, Sie akzeptieren das, verbleibe ich als kleines Eulenwoelfchen, das sich nicht anmaßt,
die Weisheit löffelweise gefressen zu haben. Gell. :D
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Re: EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

Beitragvon Alter Stubentiger » Mi 11. Sep 2019, 20:48

Eulenwoelfchen hat geschrieben:(11 Sep 2019, 13:15)

Ihre antieuropäischen, einzeiligen, pauschalierenden Plattitüden sind für mich eine weitere Diskussion nicht wert.
Tut mir leid. Ist nicht persönlich gemeint, sondern nur bezogen auf die zu dürftige inhaltliche Substanz ihrer Feststelllungen zu diesem Thema. Sorry. ;)


Bist du nicht einer von denen die die EU in anderen Strängen als Hamas-Versteher und Terrorunterstützer diffamieren?
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Re: EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

Beitragvon Eulenwoelfchen » Mi 11. Sep 2019, 20:58

JJazzGold hat geschrieben:(11 Sep 2019, 20:32)

Wie endlich die annähernd dem sozialistischen Paradies gleichende Freiheit wäre, wenn GB von Verträgen mit den USA abhängig wäre, kann ich mir lebhaft vorstellen.


Manche Leute haben eben den Hang, die heile Welt und die geile Zukunft nach dem MAD-Muster von Alfred E. Neumann aus den Siebziger Jahren zu beschreiben. :D

Sinnigerweise jene Dekade, wo das überaus freie Großbritannien absolute Kontrolle hatte, als NICHT-EWG bzw. späteres EU-Mitglied. Und natürlich auch die Möglichkeit damals schon, Singapur, Shanghai
und die Wall Street locker abzuhängen. Ach was sage ich, die ganze westliche Welt! :p - Komisch nur, dass die ökonomischen Realitäten eine ganz andere Sprache sprachen.
Und erst die Vollmitgliedschaft in der EU die Rahmenbedingungen schuf, die zu einem Gesunden des wirtschaftlich damals schwer erkrankten Mannes, the GREAT EMPIRE MAN,
führten.

Aber was interessieren EU_Hater und -Spalter diesseits und jenseits des Kanals schon die Faktenlage? - Damals wie heute... oder auch in der Zukunft.
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Re: EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

Beitragvon Eulenwoelfchen » Mi 11. Sep 2019, 21:02

Alter Stubentiger hat geschrieben:(11 Sep 2019, 20:48)

Bist du nicht einer von denen die die EU in anderen Strängen als Hamas-Versteher und Terrorunterstützer diffamieren?


Machen Sie sich einfach vom Acker mit ihrer themenfremden und billigen Provokation. :D

Oder verschonen Sie wenigstens mich mit Ihrem politischen Zehenkäse. Danke. Sehr freundlich von Ihnen!
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Re: EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

Beitragvon Alter Stubentiger » Mi 11. Sep 2019, 21:10

Eulenwoelfchen hat geschrieben:(11 Sep 2019, 21:02)

Machen Sie sich einfach vom Acker mit ihrer themenfremden und billigen Provokation. :D

Oder verschonen Sie wenigstens mich mit Ihrem politischen Zehenkäse. Danke. Sehr freundlich von Ihnen!


Also mal pro und mal contra EU je nach Themenlage?
Aber dass machen ja viele. Immer gegen die EU austeilen wenn es einem gerade opportun erscheint. Nur ist es genau die Art von Spiel die es Populisten wie Johnson so leicht macht alles Übel dieser Welt auf die EU zu schieben.
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Re: EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

Beitragvon lili » Mi 11. Sep 2019, 21:35

sünnerklaas hat geschrieben:(11 Sep 2019, 17:46)

Die Finger vom Alkohol zu lassen und sich weniger zu prügeln.


Und was ist wenn sie gar kein Alkohol trinken und sich auch nicht prügeln?
,,Was sind unsere geistreichen und gebildeten Subjekte größenteils? Hohnlächelte Sklavenbesitzer und selber - Sklaven." Das unwahre Prinzip unserer Erziehung"

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Re: EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

Beitragvon lili » Mi 11. Sep 2019, 21:36

rain353 hat geschrieben:(11 Sep 2019, 19:09)

Wie findest du das einige Leute so lange wählen lassen wollen, bis ihnen das Ergebnis passt.




Bist du auch Iljas Meinung, dass ich vom Thema abgelenkt habe?



Wenn die anderen damit einverstanden sind?
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Re: EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

Beitragvon Ger9374 » Mi 11. Sep 2019, 21:49

Alter Stubentiger hat geschrieben:(11 Sep 2019, 21:10)

Also mal pro und mal contra EU je nach Themenlage?
Aber dass machen ja viele. Immer gegen die EU austeilen wenn es einem gerade opportun erscheint. Nur ist es genau die Art von Spiel die es Populisten wie Johnson so leicht macht alles Übel dieser Welt auf die EU zu schieben.





Man kann durchaus überzeugter Europäer sein, aber mit der E.U Nahost Politik über Kreuz liegen. Eine 100% Übereinstimmung wäre sehr ungewöhnlich!
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Re: EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

Beitragvon garfield336 » Mi 11. Sep 2019, 22:04

Eulenwoelfchen hat geschrieben:(11 Sep 2019, 11:55)

Eben. :thumbup:

Und um den Personenverkehr digital kontrollieren zu können, der dann im Falle eines
illegalen oder sicherheitspolitisch kritischen Einreisefalls was machen würde?

Einen digitalen Schlagbaum und digitale Handschellen... :D

Sie haben natürlich recht mit Ihrem Hinweis. ;)

Für diese Lösung gilt: dümmer geht immer...


Ich meine ich könnte ja dann meine China Importware nach NI liefern lassen und es dann selbst abholen. Die Fahrt könnte sich lohnen wenn die Ware 1000euro billiger ist. Wer kontrolliert das?

Digitale Lösung?
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Julian
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Re: EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

Beitragvon Julian » Mi 11. Sep 2019, 22:29

Alter Stubentiger hat geschrieben:(11 Sep 2019, 20:43)

Aha. HongKong will übrigens die Londoner Börse kaufen. Wie du siehst kreisen die Aasgeier schon um sich die Filetstücke der britischen Wirtschaft zu sichern. Was bleibt vom Empire wenn Hong-Kong, also China, die Kontrolle über die City übernimmt?


Natürlich ist Großbritannien und vor allem London Ziel von Investoren aus aller Welt. Das ist doch positiv! Deutschland investiert vor allem im Ausland, und leider mit miserabler Rendite und mit hohem Risiko.
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Re: EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

Beitragvon Julian » Mi 11. Sep 2019, 22:37

Eulenwoelfchen hat geschrieben:(11 Sep 2019, 13:03)

NO BREXIT, was sonst! - Die Wirtschaft GBs hat sich über Jahrzehnte hinweg vom ehemals kranken Mann Europas vor seinem Beitritt zur EU
zur zweiterfolgreichsten und zweitgrößten Volkswirtschaft des EU-Raums entwickelt. Damit einhergehend haben sich auch die Lebens- und Einkommensbedingungen
der niedrigeren Einkommensschichten deutlich verbessert. Ob das nicht genug war, darüber streiten sich ja nicht nur die Briten,
sondern auch wir hier in D, dem Land des mittlerweile stinkreichen und vor steuerlichen Überschußeinnahmen kaum noch geradeaus laufen könnenden
Ökonomieprimus D. Der größten Volkswirtschaft in der Europäischen Union.

Fakt ist und bleibt, dass der barrierefreie Wirtschaftsraum und seine Reise- und Niederlassungsfreiheit für die Menschen
selbst bzw. deren Kindern vielfach ganz andere, auch international ausgerichtete Bildungs- und Existenzchancen bot und weiterhin bietet.
Auch und besonders, was weniger begüterte Einkommensschichten angeht.

Das ist schon mal etwas, das SEHR viel wert ist. Vor allem, wenn man an die Zukunft der Kinder und Kindeskinder denkt.
Oder etwa nicht?

Es ist ein beliebtes Spiel, die EU bei jeder Gelegenheit kleinzureden oder sie negativ darzustellen.
Oder einfach nicht über all die positiven Dinge zu sprechen, die dieses einmalige und einzigartige weltweite Vorbildprojekt
für das friedliche und gedeihliche Miteinander der Völker Europas erbrachte und weiter erbringt.


Einige Länder mögen in der Tat von der EU profitiert haben, so in erster Linie Luxemburg, das sich daran geradezu gemästet hat. Dass es mit Großbritannien wirtschaftlich stark aufwärts ging, hatte meiner Meinung nach aber weniger mit der EU und mehr mit einer Frau namens Margaret Thatcher zu tun, die dem zuvor sozialistischen Kurs eine Absage erteilte.

Betrachtet man den Wohlstand Islands, Norwegens, der Schweiz und Liechtensteins, muss man doch zur Auffassung kommen, dass ein Heil auch außerhalb der EU möglich ist.

Warum ist denn eigentlich Freihandel in Europa nicht einfach so möglich? Warum muss der Freihandel zwischen EU-Staaten verbunden sein mit Protektionismus nach außen, einem regulierungswütigen Wasserkopf in Brüssel und einer sozialistischen Subventionswirtschaft? Man könnte doch den Freihandel auch einzeln anbieten für Länder, die nicht an zentralistische Umverteilung und Regierung durch ungewählte Beamte glauben.
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Re: EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

Beitragvon Ger9374 » Mi 11. Sep 2019, 23:09

Die Grundkonstruktion der E.U war eine Wirtschafts und Kriegsverhinderung Symbiose.
Das später Politische und der Währungsgedanke viel später konzipiert.
Vielleicht überstürzt !?
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Re: EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

Beitragvon Atue001 » Mi 11. Sep 2019, 23:28

Ger9374 hat geschrieben:(11 Sep 2019, 23:09)

Die Grundkonstruktion der E.U war eine Wirtschafts und Kriegsverhinderung Symbiose.
Das später Politische und der Währungsgedanke viel später konzipiert.
Vielleicht überstürzt !?


Die Frage ist berechtigt. Allerdings hat sich gerade bei der Wirtschaftsunion immer mehr gezeigt, dass einheitliche Standards nur dann einzuhalten sind, wenn man immer mehr gesellschaftliche Konvergenz erhält. Zu große Unterschiede bei den Steuersystemen sind schädlich, und zu weit auseinanderlaufende Wirtschaftspolitik sowieso. Aber auch Themen wie die Umweltpolitik darf nicht zu unterschiedlich organisiert sein.

Was leider zu wenig thematisiert wurde ist wird, ist die Sozialunion. Die sozialpolitischen Standards in der EU sind noch sehr weit auseinander - das führt zu deutlichen Verzerrungne. Das Problem dabei ist aber, dass hohe soziale Standards nur dann bezahlbar bleiben, wenn die Wirtschaft das finanziell auch hergibt - oder aber starke Sozialtransfers zwischen wirtschaftlich starken und wirtschaftlich schwächeren Staaten fließen. Letzteres lehnt man aber gemeinhin noch immer ab.

Der Währungsgedanke folgte eigentlich konsequent der Idee der Kriegsverhinderungs-Symbiose - man wollte in jedem Fall Deutschland stärker an Europa binden, und eine starke Hegemonialmacht Deutschland in Zentraleuropa dadurch verhindern, dass man Deutschland über die gemeinsame Währung mit an die EU bindet. Was dabei übersehen wurde war, die Währungsunion kam nicht für Deutschland zu früh, sondern für Italien, Griechenland, Spanien und Portugal - und in Teilen sogar für Frankreich.
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Re: EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

Beitragvon Eulenwoelfchen » Do 12. Sep 2019, 01:21

Julian hat geschrieben:(11 Sep 2019, 22:37)

Einige Länder mögen in der Tat von der EU profitiert haben, so in erster Linie Luxemburg, das sich daran geradezu gemästet hat. Dass es mit Großbritannien wirtschaftlich stark aufwärts ging, hatte meiner Meinung nach aber weniger mit der EU und mehr mit einer Frau namens Margaret Thatcher zu tun, die dem zuvor sozialistischen Kurs eine Absage erteilte.

Betrachtet man den Wohlstand Islands, Norwegens, der Schweiz und Liechtensteins, muss man doch zur Auffassung kommen, dass ein Heil auch außerhalb der EU möglich ist.

Warum ist denn eigentlich Freihandel in Europa nicht einfach so möglich? Warum muss der Freihandel zwischen EU-Staaten verbunden sein mit Protektionismus nach außen, einem regulierungswütigen Wasserkopf in Brüssel und einer sozialistischen Subventionswirtschaft? Man könnte doch den Freihandel auch einzeln anbieten für Länder, die nicht an zentralistische Umverteilung und Regierung durch ungewählte Beamte glauben.


Zu Ihren von der Faktenlage entkoppelten Behauptungen gibt es nichts weiter zu sagen: Sie sind falsch und nur für Märchenstunden tauglich. Nicht aber ernstzunehmende politische Diskussionen.

Auch und ganz besonders in Hinblick auf die ökonomische Vorwärtsentwicklung und Gesundung GBs, aber besonders auch der genauso positiven Entwicklung der britischen Region Nordirland sowie des vor dem Beitritt zur EU ebenso auch schwer in den Seilen hängenden Landes Republik Irland, das damals natürlich traditionell sehr am Erfolg oder ökonomischen Erkrankungen des übermächtigen Nachbars GB litt bzw. sich in dessen Sog befand.
Besser wurde es für alle drei Länder/Regionen nämlich erst so richtig, weil man wie GB Mitglied incl. dessen Kolonialenklave Nordirland war oder wie die Republik Irland EU-Mitglied wurde und blieb.

Sie werden auch schwerlich einen Beleg finden, der etwa Margret Thatcher damals auch nur ansatzweise dazu veranlasst hätte, die EU-Mitgliedschaft GBs ernsthaft zu beenden.
Man killt doch nicht die Kuh, die man so schön melken kann und dabei noch bei jeder bietenden Gelegenheit draufhauen kann. Doof war "I want my back"-Maggie tatsächlich nicht. Sondern nur dreist und unverschämt ohne erkennbare Grenzen. Eine knallharte Rosinenpickerin ...und Paradepolitikerin in der Kunst, Vorteile GBs aus der dummen EU herauszuholen, wo es geht und damit auch die britische Wirtschaft dank der spendablen und leicht trotteligen EU und ihres genialen, auch und gerade für GB vorteilhaften Handelsrahmens zu benutzen. Selbstredend auch immer mit dem "Murmeltier"-Märchen, die EU blockiere GB oder sei grundsätzlich SCHEISSE.

Komisch nur, dass man das immer nur dahingehend nutzte, um eigenen politischen Scheiss zu vertuschen, indem man ihn der EU in die Schuhe schiebt bzw. immer schon schob. Politische Fehler (soziale Demontage als Dienerin von Konzern- und Investoreninteressen), die auch Mrs. Thatcher in ihrem Land genauso anrichtete und einfache Leute zur dummen und chancenlosen Masse degradierte, die man zugunsten von Großkonzern-/Finanz-/Bank- und Investoreninteressen in den Graben der Chancenlosigkeit wuchtete. Wer war schuld? Natürlich immer nur die EU am Ende des Tages.

Es war eine Politik ohne Skrupel oder politische Empathie für die einfachen Leute. Auch wenn die immensen Reichtümer und Erfolge der Finanzindustrie und großer Konzerne das Land insgesamt zweifellos ökonomisch gesunden ließen und sich die gesamte Einkommenssituation auch mit den großzügig hingeworfenen Krümeln für die kleinen und mittleren Einkommen verbesserte. Während die "oberen 2000" abkassierten wie die Bekloppten.
Ziemlich zeitgleich rasierte Ronald Reagan mit seinen "Reagonomics" den amerikanischen Mittelstand zugunsten von Großkonzernen auf lästige Lausgröße.

Irgendwie ist die Trump-Johnson Duplizität mit der Thatcher-Reagan-Regentschaft artverwandt und fast schon ein merkwürdig pittoresker Aufguß deckungsgleicher "Politik".

Naja...
Einem politisch rechtslastigen, in politischen Zusammenhängen mehr als naiven und AfD-affinen (=europafeindlichen) Betonkopf mit ideologischer Baustahlarmierung wie Ihnen das zu erklären und dabei etwas auszulösen, was man als Nachdenken bezeichnen könnte, ist sinnlos.

Es ist eine allgemeine Beschreibung und Gegendarstellung für geneigte Leser/innen, die mangels Zeit oder weshalb auch immer, nicht so genau
diesem Thema folgen können und dann den einfach gestrickten schwarz/weiss Mustern eines klaren Anti-EU-Propagandisten Ihres Schlages aufsitzen...

Für mich gilt nämlich in Sachen EU das Identische wie für Demokratie: Nicht ideal, immer verbesserungswürdig. Aber das Beste, das unter menschlichen Umständen erreichbar ist. Mit möglichst viel Machtteilhabe und Gestaltungschancen aller Menschen - zumindest theoretisch.
In Frieden, Rechtssicherheit und persönlicher, unbedrohter Freiheit an Leib und Leben. Und mit Zukunftsaussichten und Chancen für die Kinder und Kindeskinder, sich über Grenzen und Nationen hinweg
entwickeln zu können. Weil nicht nur in Sachsen die schönen Mädchen auf den Bäumen wachsen. Auch EU- "Ausländer/innen" haben schöne Töchter und Söhne. Natürlich auch Britannien. *Venessa Redgrave z.B.
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Re: EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

Beitragvon tabernakel » Do 12. Sep 2019, 01:53

Misterfritz hat geschrieben:(08 Sep 2019, 21:58)Naja, dann sollen sie doch gehen!
Keiner hält sie, nur sie zieren sich.
Sollen sie doch bitte ihrer glorreichen Zukunft entgegen gehen und gut ist, oder?

So schaut's aus. Wenn schon das viele Geld von Banken eines Stadtstaates (i.e. nicht des Stadtstaates selbst) ein Grund sein soll die EU-Querbezuschussung in Frage zu stellen, dann in der Tat viel Erfolg beim britischen Solo-Abenteuer! Freue mich schon auf die Verträge die England mit den USA (7x die britische Einwohnerzahl) und China (28x die britische Einwohnerzahl) ihnen anbieten werden, beide zudem mit dramatisch höherem Bruttoinlandsprodukt. Und im Falle Chinas vielleicht gar folgend dem historischen Vorgänger aus dem 19. Jahrhundert: Wir (China) exportieren Euch zollfrei (UK) Opium, Elektronik, usw, und dafür dürft ihr uns landwirtschaftliche Güter zollfrei exportieren ... :thumbup:
Ger9374

Re: EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

Beitragvon Ger9374 » Do 12. Sep 2019, 03:09

Rein vom Wirtschaftlichem Aspekt lässt sich der Brexit nicht begründen.
Es ist eine Kopfsache, und da schaltet der
Realismus zugunsten von Emotionalen ergüssen halt gerne ab .
Da GB relativ hohe Lohnkosten hat und seine Attraktivität anhand seiner Wirtschaftlichen Bedeutung verschlechtert
wird es schwerer werden Konkurrenzfähig zu bleiben. Ich gehe auch davon aus daß das £ zum Spekulationsobjekt werden könnte. Ein Spiel mit dem Feuer , was da angefacht wurde.
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Re: EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

Beitragvon Orbiter1 » Do 12. Sep 2019, 06:28

Julian hat geschrieben:(11 Sep 2019, 22:37)

Betrachtet man den Wohlstand Islands, Norwegens, der Schweiz und Liechtensteins, muss man doch zur Auffassung kommen, dass ein Heil auch außerhalb der EU möglich ist.
Selbstverständlich ist Wohlstand auch außerhalb der EU möglich. Niemand hält Albanien davon ab zur neuen Schweiz zu werden. Die müssen nur ihren EU-Beitrittsantrag zurückziehen und alle erforderlichen Maßnahmen beschließen und umsetzen. Da drück ich ganz fest die Daumen.
Warum ist denn eigentlich Freihandel in Europa nicht einfach so möglich? Warum muss der Freihandel zwischen EU-Staaten verbunden sein mit Protektionismus nach außen, einem regulierungswütigen Wasserkopf in Brüssel und einer sozialistischen Subventionswirtschaft? Man könnte doch den Freihandel auch einzeln anbieten für Länder, die nicht an zentralistische Umverteilung und Regierung durch ungewählte Beamte glauben.
Ja, das könnte man. Die Mitgliedstaaten der EU haben sich aber gemeinschaftlich anders entschieden. Die haben sich im Vertrag von Lissabon ein Regelwerk gegeben dass über den Freihandel erheblich hinausgeht. Wenn aber alle Mitgliedsstaaten zur Erkenntnis kommen und beschließen dass Freihandel ausreicht wird das im Lissabon-Nachfolgevertrag so geregelt. Da drücke ich ebenfalls die Daumen. So wie es aktuell aussieht ist aber der bestehende Lissabon-Vertrag ziemlich attraktiv. Es gibt mit GB nur 1 Staat der (unter Schmerzen) austreten will und ein gutes Dutzend Staaten die unter dem Lissabon-Regelwerk Mitglied der EU werden wollen.
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Adam Smith
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Re: EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

Beitragvon Adam Smith » Do 12. Sep 2019, 07:13

Julian hat geschrieben:(11 Sep 2019, 22:37)

Warum ist denn eigentlich Freihandel in Europa nicht einfach so möglich? Warum muss der Freihandel zwischen EU-Staaten verbunden sein mit Protektionismus nach außen, einem regulierungswütigen Wasserkopf in Brüssel und einer sozialistischen Subventionswirtschaft? Man könnte doch den Freihandel auch einzeln anbieten für Länder, die nicht an zentralistische Umverteilung und Regierung durch ungewählte Beamte glauben.


Warum ist ein Freihandelsabkommen mit den USA so schwierig? Warum darf man einfach so in die Niederlande reisen, aber nicht in die USA? (Schengen)

Wozu braucht man diese Richtlinien?


Rahmenrichtlinien
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Freizügigkeitsrichtlinie 2004/38/EG
Konformitätsbeurteilungsverfahren und CE-Kennzeichnung, 768/2008/EG (die 93/465/EWG ist seit 2008 durch diese ersetzt)
Dienstleistungsrichtlinie 2006/123/EG
Mehrwertsteuer-Systemrichtlinie, 2006/112/EG
Ökodesign-Richtlinie (EuP-Richtlinie), 2009/125/EG (2005/32/EG bis 19. November 2009)
Produktsicherheitsrichtlinie 2001/95/EG
Solvency II-Richtlinie, 2009/138/EG
Wasserrahmenrichtlinie, 2000/60/EG
Spezifische Richtlinien
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Richtlinie 2003/88/EG über bestimmte Aspekte der Arbeitszeitgestaltung, beruhend auf den vorangegangenen Richtlinien 93/104/EG und 2000/34

ATEX Produktrichtlinie; 2014/34/EU (Explosionsschutz)
Aufzugsrichtlinie; 2014/33/EU
Badegewässerrichtlinie; 2006/7/EG
Druckgeräterichtlinie; 2014/68/EU
Einheiten im Messwesen; 80/181/EWG
Elektromagnetische Verträglichkeit / Europäische EMV-Richtlinie; 2014/30/EU (ab 20. April 2016 Ersatz für 2004/108/EG)
Emissionshandelsrichtlinie; 2003/87/EG
Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie; 92/43/EWG
Fernabsatzrichtlinie; 97/7/EG
Führerscheinrichtlinie; 2006/126/EG
Maschinenrichtlinie; 2006/42/EG
Niederspannungsrichtlinie; 2014/35/EU (ab 20. April 2016 Ersatz für 2006/95/EG)
Wasserrahmenrichtlinie; 2000/60



https://de.m.wikipedia.org/wiki/Richtlinie_(EU)

Oder Verordnungen?


Verordnungen
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Verordnung (EWG) Nr. 1408/71 (Sozialversicherung)
Verordnung (EWG) Nr. 2658/87 (Kombinierte Nomenklatur)
Verordnung (EWG) Nr. 1677/88 (Gurkenverordnung)
Verordnung (EWG) Nr. 3037/90 (NACE-Verordnung)
Verordnung (EWG) Nr. 259/93 (Abfallverbringungsverordnung)
Verordnung (EWG) Nr. 1836/93 (EMAS-Verordnung)
Verordnung (EG) Nr. 2257/94 (Bananenverordnung)
Verordnung (EG) Nr. 338/97
(Artenschutzverordnung) – wesentlich geändert mit Verordnung (EG) Nr. 407/2009
Verordnung (EG) Nr. 1346/2000 über Insolvenzverfahren
Verordnung (EG) Nr. 2725/2000 (Eurodac)
Verordnung (EG) Nr. 44/2001 (Brüssel I) (EuGVVO)
Verordnung (EG) Nr. 539/2001 (EU-Visum-Verordnung)
Verordnung (EG) Nr. 761/2001 (EMAS II)
Verordnung (EG) Nr. 6/2002 über das Gemeinschaftsgeschmacksmuster
Verordnung (EG) Nr. 29/2002 (NACE-Verordnung)
Verordnung (EG) Nr. 178/2002 (Lebensmittelsicherheit)
Verordnung (EG) Nr. 343/2003 (Dublin II)
Verordnung (EG) Nr. 2201/2003 (Brüssel IIa) (EuEheVO)
Verordnung (EG) Nr. 549/2004 (Schaffung eines einheitlichen europäischen Luftraums)
Verordnung (EG) Nr. 726/2004 (Arzneimittelrecht)
Verordnung (EG) Nr. 805/2004 (Vollstreckungstitel-Verordnung) (EuVTVO)
Verordnung (EG) Nr. 842/2006 über bestimmte fluorierte Treibhausgase
Verordnung (EG) Nr. 1107/2006 über die Rechte von behinderten Flugreisenden
Verordnung (EG) Nr. 1781/2006 (Geldtransferverordnung)
Verordnung (EG) Nr. 1893/2006 (NACE RevRev. 2)
Verordnung (EG) Nr. 1907/2006 (REACH)
Verordnung (EG) Nr. 1924/2006 (Health Claims)
Verordnung (EG) Nr. 1925/2006 (Anreicherungsverordnung)
Verordnung (EG) Nr. 834/2007 (Öko-Verordnung)
Verordnung (EG) Nr. 1998/2006 (1. Beihilfeverordnung)
Verordnung (EG) Nr. 861/2007 (EuGFVO)
Verordnung (EG) Nr. 864/2007 (Rom II)
Verordnung (EG) Nr. 1214/2007 (Kombinierte Nomenklatur)

Usw.
Das ist Kapitalismus:

Die ständige Wahl der Bürger bestimmt das Angebot.

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