EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

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Misterfritz
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Re: EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

Beitragvon Misterfritz » Di 28. Mai 2019, 09:09

garfield336 hat geschrieben:(28 May 2019, 09:00)

Das ist mir alles anderes als klar!

Denn die Tories haben keine Mehrheit im Parlament.
Es braucht auch keinerlei Mehrheit für den Austritt am 31.10. - das ist ja beschlossenes Enddatum. Es gibt dann halt einen harten Brexit.
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garfield336
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Re: EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

Beitragvon garfield336 » Di 28. Mai 2019, 09:11

Misterfritz hat geschrieben:(28 May 2019, 09:09)

Es braucht auch keinerlei Mehrheit für den Austritt am 31.10. - das ist ja beschlossenes Enddatum. Es gibt dann halt einen harten Brexit.


Nichts ist beschlossen. Ich glaube nicht das irgendjemand in der EU den Schneid hätte die Briten rauszuschmeissen.
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Misterfritz
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Re: EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

Beitragvon Misterfritz » Di 28. Mai 2019, 09:16

garfield336 hat geschrieben:(28 May 2019, 09:11)

Nichts ist beschlossen. Ich glaube nicht das irgendjemand in der EU den Schneid hätte die Briten rauszuschmeissen.

Alles ist beschlossen:
Die Briten haben beschlossen auszutreten, Termin war der 31. März.
Dann haben die Briten um Aufschub gebeten, der endet am 31. Oktober.
Wenn sie einen weiteren Aufschub wollten, müssten sie das beschliessen und die EU den gewähren. Tun sie das nicht, ist Ende Oktober finito.
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garfield336
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Re: EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

Beitragvon garfield336 » Di 28. Mai 2019, 09:18

Misterfritz hat geschrieben:(28 May 2019, 09:16)

Alles ist beschlossen:
Die Briten haben beschlossen auszutreten, Termin war der 31. März.
Dann haben die Briten um Aufschub gebeten, der endet am 31. Oktober.
Wenn sie einen weiteren Aufschub wollten, müssten sie das beschliessen und die EU den gewähren. Tun sie das nicht, ist Ende Oktober finito.


Ich bin fest davon überzeugt dass die EU jedem weiteren Aufschub zustimmt.
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Re: EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

Beitragvon Orbiter1 » Di 28. Mai 2019, 09:26

garfield336 hat geschrieben:(28 May 2019, 09:11)

Nichts ist beschlossen. Ich glaube nicht das irgendjemand in der EU den Schneid hätte die Briten rauszuschmeissen.
Für einen harten Brexit ist kein Beschluß mehr nötig und rausgeschmissen wird da niemand. Das britische Volk hat sich in einem Referendum für den Austritt aus der EU entschieden, die britische Regierung hat den Antrag gestellt aus der EU auszutreten und das britische Parlament hat das verhandelte Austrittsabkommen abgelehnt. Ein Rausschmiss ist was anderes.

garfield336 hat geschrieben:(28 May 2019, 09:18)

Ich bin fest davon überzeugt dass die EU jedem weiteren Aufschub zustimmt.
Welche verheerenden Auswirkungen es für die verantwortlichen Parteien hat den Willen des Volkes nicht zu erfüllen und den Brexit nicht zu vollziehen konnte man bei den Europawahlen sehen. Die werden unter keinen Umständen eine weitere Verlängerung über den 30.10. hinaus beantragen.
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garfield336
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Re: EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

Beitragvon garfield336 » Di 28. Mai 2019, 09:31

Orbiter1 hat geschrieben:(28 May 2019, 09:26)
Welche verheerenden Auswirkungen es für die verantwortlichen Parteien hat den Willen des Volkes nicht zu erfüllen und den Brexit nicht zu vollziehen konnte man bei den Europawahlen sehen. Die werden unter keinen Umständen eine weitere Verlängerung über den 30.10. hinaus beantragen.


Die EU respiektiert den Willen der demokratisch gewählten Regierung Grossbritanniens.
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Re: EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

Beitragvon Nomen Nescio » Mi 29. Mai 2019, 00:07

heute wird eine cause célèbre vorm londoner gericht gebracht, die vllt weltweit von bedeutung ist/sein wird.
als das referendum zum brexit vorbei war, gab es einen briten (marcus ball), der rasend war. noch nicht einmal so sehr weil pro-brexit gewann, sondern weil soviel gelogen wurde. er hat zuerst alle behauptungen von boris johnson verglichen mit der wirklichkeit.
vlt erinnert ihr euch noch, daß es einen bus gab, worauf zetteln mit darauf gedruckt »350 millionen pound pro woche« geklebt waren. wohlan, das sollte - laut johnson - GB jährlich der EU abträgen. in wirklichkeit war es »nur« ±230 millionen pound.
daraufhin hat ball an crowdfunding getan und advokaten gesucht. jetzt hat er 400.000 pound und gute anwälte gefunden.

morgen wird eine klage gegen johnson eingereicht wegen »alleged offence of misconduct in public office«.
ob die klage zulässig ist, weiß man nicht. immerhin ist hier rede von einem bewußt irreführen wenn nicht lügen durch einen parlamentarier. die folgen davon könnten das referendum beeinflußt haben. darum geht es ball aber nicht. er will daß eine derartige groteske fantasie fortan nicht mehr gestattet ist.
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Re: EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

Beitragvon Ger9374 » Mi 29. Mai 2019, 11:14

Diese Klage ist durchaus interessant, aber im Falle das ein positives Urteil für den Kläger kommt wären dann wohl bald sehr viele Politiker vor dem Kadi, lügen denn nicht alle uns , oder in dem Fall den Briten die Hucke voll!?
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Re: EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

Beitragvon TheManFromDownUnder » Mi 29. Mai 2019, 13:15

Good Luck fuer die Klage! BoJo ist ein verlogener Kotzbrocken
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Re: EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

Beitragvon Nomen Nescio » Mi 29. Mai 2019, 16:16

Ger9374 hat geschrieben:(29 May 2019, 11:14)

Diese Klage ist durchaus interessant, aber im Falle das ein positives Urteil für den Kläger kommt wären dann wohl bald sehr viele Politiker vor dem Kadi, lügen denn nicht alle uns , oder in dem Fall den Briten die Hucke voll!?

darum schrieb ich ja auch »cause célèbre«. es könnte ja als maßstab fungieren.
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Re: EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

Beitragvon Nomen Nescio » Mi 29. Mai 2019, 16:48

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Re: EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

Beitragvon Nomen Nescio » Do 30. Mai 2019, 06:41

goebbels hatte mal gesagt, daß man eine große lüge nur zig mal wiederholen muß. dann wird ein großteil der hörer sie glauben.
das gilt beispielsweise bei den zahl der verstorbenen in dresden. oder die zahl der umgebrachten in auschwitz (± 1,25 millionen statt 6-6,5 millionen).

Nearly half of the British public still believe the false claim from the Brexit referendum that the UK sends £350m a week to the EU, despite persistent attempts to debunk the myth

A new study by King’s College London of attitudes to Brexit found that 42 per cent of people who had heard of the claim still believe it is true, while just 36 per cent thought it was false and 22 per cent were unsure.

The research, conducted with the help of pollster Ipsos MORI, shows that sustained criticism of the false claim by the UK Statistics Authority and others has had little effect, with perceptions mostly unchanged since before the referendum.

sind die briten genauso dumm wie die amerikaner ?? oder ebenso leicht zu betrügen ??
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Re: EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

Beitragvon H2O » Do 30. Mai 2019, 07:22

Nomen Nescio hat geschrieben:(30 May 2019, 06:41)

...

sind die briten genauso dumm wie die amerikaner ?? oder ebenso leicht zu betrügen ??


Bei solchen Ansagen fühle ich mich äußerst unwohl! Immerhin sind wir Deutschen doch die dümmsten Menschen der Welt! Und jetzt bitte nicht auftrumpfen, daß die Niederländer... ;)
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Re: EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

Beitragvon Misterfritz » Do 30. Mai 2019, 09:01

H2O hat geschrieben:(30 May 2019, 07:22)

Bei solchen Ansagen fühle ich mich äußerst unwohl! Immerhin sind wir Deutschen doch die dümmsten Menschen der Welt! Und jetzt bitte nicht auftrumpfen, daß die Niederländer... ;)
Wobei man da schon unterscheiden muss,
heute hätten die Menschen unheimlich viele Möglichkeiten mehr, sich zu informieren, als damals.

Aber vielleicht neigt der Mensch auch dazu, einfache Antworten/Aussagen eher anzunehmen, als selbst nachzudenken und sich zu informieren. Vor allem, wenn die Aussagen einem gut in den Kram passen.
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Re: EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

Beitragvon H2O » Do 30. Mai 2019, 11:13

Misterfritz hat geschrieben:(30 May 2019, 09:01)

Wobei man da schon unterscheiden muss,
heute hätten die Menschen unheimlich viele Möglichkeiten mehr, sich zu informieren, als damals.

Aber vielleicht neigt der Mensch auch dazu, einfache Antworten/Aussagen eher anzunehmen, als selbst nachzudenken und sich zu informieren. Vor allem, wenn die Aussagen einem gut in den Kram passen.


Ihre Aussage "unheimlich viele Möglichkeiten, sich zu informieren" enthält nicht nur einen Vorteil, sondern zugleich einen Nachteil. Ich glaube, daß in der Vergangenheit noch nie so viele widersprüchliche Informationen mit hoher Reichweite im Umlauf waren wie heute. Da wird es schwer, die Informationen zu ordnen und zu bewerten. Und am liebsten nimmt man Nachrichten auf, die die eigene Interessenlage fördern. Da haben Sie schon Recht.
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Re: EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

Beitragvon Ger9374 » Do 30. Mai 2019, 18:19

Natürlich hat H20 recht. Kann ich zwischen verschiedenen "Wahrheiten" wählen , neige ich der zu die Mir eher zusagt.Und so haben auch viele Empire verliebte Briten auch den Brexiter "Wahrheiten" gerne glauben geschenkt.Kritik oder Zweifel in den Monaten in denen die Briten geistig ihre Insel befreit von Dem Joch Brüssels erhofften waren da nicht gerne gehört.Betrug und eine gehörige Portion Selbsttäuschung plus des interresse
bereiteten die Grundlage der Brexit abstimmung.Ich. wünschte die Briten hätten hieraus etwas gelernt .
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Re: EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

Beitragvon Wähler » Fr 31. Mai 2019, 08:23

Welt 31. Mai 2019 Großbritanniens Liberaldemokraten in Umfrage vorn
https://www.welt.de/politik/ausland/art ... dtief.html
"Klare Gewinner der Wahl wären die Parteien, die sich ausdrücklich für oder gegen einen Brexit aussprechen: Die Liberaldemokraten, die ein neues Referendum über einen EU-Austritt fordern, erhielten der Umfrage zufolge mit 24 Prozent die meisten Stimmen. Auf Platz zwei läge mit 22 Prozent die Brexit-Partei von Nigel Farage, die erst vor wenigen Monaten gegründet wurde und für einen klaren Bruch mit der Europäischen Union ist."
Ein Mehrparteiensystem mit mindestens 3 Blöcken jeweils um die 20% wäre ein Fortschritt für Großbritannien. Die Entwicklung erinnert irgendwie an Frankreich.
Zeitungstexte bei Genios mit Bibliotheksausweis kostenlos: https://www.wiso-net.de/login?targetUrl=%2Fdosearch (Zugang auch bundesweit)
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Re: EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

Beitragvon H2O » Fr 31. Mai 2019, 09:19

Ein wenig Verständnis habe ich schon für den britischen Grundgedanken, doch bitte über das eigene Schicksal, die eigene Zukunft selbst entscheiden zu können. Also kein Gesetzgeber und keine Rechtsprechung die nicht zu 100% britisch sind.

Beziehe ich diese Haltung auf meinen kleinen Privatbereich, dann versuche ich natürlich auch, möglichst selbstbestimmt mein Leben zu gestalten. Dieses Bestreben hat aber Grenzen, die unsere Gemeinschaft setzt, um als Gemeinschaft funktionieren zu können.

Dem einzelnen Briten dürften diese Grenzen in seiner britischen Gemeinschaft nicht erspart bleiben.

Schlagen wir den Bogen zur europäischen Gemeinschaft, dann wird klar, daß diese größere Gemeinschaft ihren Gemeinschaften im Inneren weitere Grenzen setzt, um als große Gemeinschaft funktionieren zu können. Weshalb die Briten mit dieser Vorstellung fremdeln, sie aber in ihrem Staat doch auch mit Grenzen leben... für mich nicht nachvollziehbar. Fühlen sie sich nicht als Europäer mit einer weitgehend gemeinsamen Vergangenheit, als Teil einer Familie und Schicksalsgemeinschaft, die gemeinsam ihre Zukunft meistern will? Offenbar ja nicht.
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Re: EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

Beitragvon TheManFromDownUnder » Fr 31. Mai 2019, 11:38

H2O hat geschrieben:(31 May 2019, 09:19)

Ein wenig Verständnis habe ich schon für den britischen Grundgedanken, doch bitte über das eigene Schicksal, die eigene Zukunft selbst entscheiden zu können. Also kein Gesetzgeber und keine Rechtsprechung die nicht zu 100% britisch sind.

Beziehe ich diese Haltung auf meinen kleinen Privatbereich, dann versuche ich natürlich auch, möglichst selbstbestimmt mein Leben zu gestalten. Dieses Bestreben hat aber Grenzen, die unsere Gemeinschaft setzt, um als Gemeinschaft funktionieren zu können.

Dem einzelnen Briten dürften diese Grenzen in seiner britischen Gemeinschaft nicht erspart bleiben.

Schlagen wir den Bogen zur europäischen Gemeinschaft, dann wird klar, daß diese größere Gemeinschaft ihren Gemeinschaften im Inneren weitere Grenzen setzt, um als große Gemeinschaft funktionieren zu können. Weshalb die Briten mit dieser Vorstellung fremdeln, sie aber in ihrem Staat doch auch mit Grenzen leben... für mich nicht nachvollziehbar. Fühlen sie sich nicht als Europäer mit einer weitgehend gemeinsamen Vergangenheit, als Teil einer Familie und Schicksalsgemeinschaft, die gemeinsam ihre Zukunft meistern will? Offenbar ja nicht.


Lieber H2O Was im Moment in GB vorgeht ist fuer mich nicht mehr nachvollziehbar. La Farge und BoJo sind die Anti Thesis fuer das was ich glaubte waeren die demokratischen Werte von GB. Ich schuettle nur noch den Kopf, sitze zurueck und warte ab. Es ist irgendwie schmerzlich zu sehen wie GB so langsam Selbstmord begeht.
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Re: EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

Beitragvon Kohlhaas » Fr 31. Mai 2019, 13:57

Maikel hat geschrieben:(27 May 2019, 13:55)

Nein, das wurde noch nicht probiert. Obwohl du ihn mitzitiert hast, hast du meinen letzten Satz scheinbar nicht verstanden, und somit das ganze von mir skizzierte Abstimmungsprinzip nicht.

Was im britischen Parlament gemacht wurde, ist, daß jede Variante einzelnd zur Abstimmung gestellt wurde, und die Abgeordneten konnten jeweils mit Yes oder No votieren.

"Mein" Abstimmungssystem, siehe frühere Beiträge, kennt keine "No"-Stimme.
Wenn du in D den Bürgermeister deiner Gemeinde mitwählst, bietet der Stimmzettel auch kein "No"an, stattdessen mußt du dich zwischen mehreren Kandidaten entscheiden. Auch im ggf. notwendigen zweiten Wahlgang mußt du dich, wenn du mitwählen willst, für das "geringere Übel" entscheiden; auch wenn dir beide Kandidaten nicht gefallen.



"Dein" Abstimmungssystem ist auch durchaus demokratisch und z.B. bei Bürgermeisterwahlen in Deutschland ganz üblich. Es "funktioniert" aber nur bei Ja-Nein-Entscheidungen für den Wähler. Also bei ganz "einfach strukturierten" Entscheidungen. Es kann nicht funktionieren bei komplexeren Fragestellungen - wie zum Beispiel beim Brexit.

Beispiel:

Frage 1 lautet: Willst Du einen Brexit ohne Vertrag? Ja oder nein?

Bei der Abstimmung über diese Frage gibt es keine qualifizierte Mehrheit. Die Mehrheit stimmt damit gegen einen Brexit ohne Vertrag (genau das ist im britischen Parlament passiert!!)


Frage 2 lautet: Willst Du einen Brexit mit dem ausgehandelten Vertrag?

Bei der Abstimmung gibt es auch darüber keine qualifizierte Mehrheit. Die Mehrheit stimmt folglich GEGEN den ausgehandelten Vertrag (genau das ist im britischen Parlament passiert!!).



Gemäß "Deinem" Abstimmungsverfahren wäre damit im Grunde alles geklärt: Kein Brexit ohne Vertrag, kein Brexit mit Vertrag, also GAR KEIN BREXIT!
Das wäre im vorliegenden Fall aber undemokratisch. Denn es kann durchaus sein, dass eine Mehrheit der Befragten den Brexit will. Nur eben manche davon unbedingt MIT Vertrag und manche davon eben auch ohne Vertrag. Will man diejenigen Abstimmungsberechtigen, die zwar ausscheiden wollen, aber nicht ohne Vertrag, nun zu den "Remainers" zählen, bloß weil sie gegen den "wilden Brexit" gestimmt haben? Die wollen auch raus! Nur eben nicht ohne Vertrag. "Dein" Abstimmungssystem würde Austrittswillige zu Remainers erklären. Das geht in einer Demokratie nicht. Weil es hier nicht um Ja-Nein-Entscheidungen geht. Das Problem ist komplexer. Das kann man nicht mit Entscheidungen zwischen A und B lösen. Nicht in diesem Fall.

Deswegen haben wir ja dieses ganze Chaos. Deswegen würde nichtmal ein zweites Referendum helfen, weil gar nicht klar ist, wie man auch nur die Frage stellen soll, damit die Bürger mit "Ja" oder "Nein" antworten können.

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